<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0">
    <channel>
        <title>Geo? Logisch!</title>
        <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/</link>
        <description></description>
        <language>de</language>
        <copyright>Copyright 2012</copyright>
        <lastBuildDate>Tue, 08 Nov 2011 09:45:37 +0100</lastBuildDate>
        <generator>http://www.sixapart.com/movabletype/</generator>
        <docs>http://www.rssboard.org/rss-specification</docs>




   
        <item>
            <title>Geologie Deutschlands: Das Ries Ereignis</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Ich möchte mich an dieser Stelle zuerst für das Interesse und die Resonanz auf die Mittelgebirgsreihe bedanken, die ich hier gestartet habe. Da im<a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-4-die-schwabische-alb.php"> letzten Artikel</a> vom Steinheimer Becken und dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Riesereignis">Ries-Ereignis</a> die Rede war, und dieses ein sehr spezieller und spannender Teil der Geologie Deutschlands darstellt, möchte ich heute meine Reihe unterbrechen und die Grundlagen dieses Events erklären, bevor es beim nächsten Mal mit einem weiteren Mittelgebirge weitergeht.<br /></p><p style="page-break-before: always">Und weil eben alles anders ist, starte ich mit einem Bild:</p><p><font color="#000080"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/11/04/RiesSteinheimMarkings-thumb-400x296.jpg" name="Grafik1" alt="RiesSteinheimMarkings.JPG" border="1" /></font></p><br />Oder mit einem schönen Radiobeitrag: WissensPfade:&nbsp;<a href="http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/aus-wissenschaft-und-technik/Noerdlinger-Ries102.html" target="_top">Das Nördlinger Ries</a>
<p><br />Man sieht auf dem Bild oben nichts Geringeres als die Einschlagkrater zweier Meteoriten. Der größere von beiden ist das <a href="http://www.geopark-ries.de/">Nördlinger Ries</a>, der kleinere das <a href="http://www.steinheimer-becken.de/">Steinheimer Becken</a>, welche sich im Grenzbereich der Fränkischen zur Schwäbischen Alb befinden.<br />Durch die Modellierung der Veränderung des umgebende Gesteins und Funde wie Moldavite (dazu komme ich später), kann man den Ablauf des Impaktes nachstellen.</p><p>Da ich einen überaus lieben Mann habe, der sich für mich bis tief in die Nacht mit einer GIF-Animation auseinandersetzt, kann ich euch an dieser Stelle etwas tolles bieten: Die Animation des Einschlages, basierend auf Wikipedia-Grafiken von <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Vesta">Vesta</a>. Wie das Ganze im Einzelnen vonstatten ging, könnt ihr nachfolgend lesen.<br /></p><br /><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/11/07/Ries_Impact_de.gif" target="_blank"><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="Ries_Impact_de_klein.gif" src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/11/07/Ries_Impact_de_klein.gif" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" height="260" width="400" /></span></a><br />Also, was fiel da vom Himmel und wie?<br /><p>Bei dem Impaktor (was für ein Wort...) handelte es sich um einen Planetoiden, der nach seinem feurigen Ritt durch die Erdatmosphäre als circa 1,5 Kilometer großer Steinmeteorit am Boden ankam. Mit einer Geschwindigkeit von 20 km/s durchdrangen er und mindestens ein kleiner Begleiter die Atmosphäre in nur wenigen Sekunden. Dabei strahlten sie heller als die Sonne. Der Planetoid und sein Mond schlugen also die beiden Krater Nördlinger Ries und Steinheimer Becken. Dass die beiden Krater durch das Auseinanderbrechen eines einzigen Impaktors verursacht wurden, wird mittlerweile ausgeschlossen, da die Distanz der Einschlagpunkte dafür zu groß ist.</p><p>Der Einschlag erfolgte im mittleren Miozän, vor 14,6 ± 0,2 Millionen Jahren.</p>
<p>Einige der schönsten Beweisstücke des Impakts entstanden Sekundenbruchteile vor dem eigentlichen Einschlag, als nämlich die Luft zwischen Meteoriten und Erdoberfläche zusammengepresst wurde und durch den immensen Druck und Wärme die Deckschichten aufschmolzen. Dieses vor allem aus Sanden und Geröll bestehende Material wurde schlagartig verflüssigt bis verdampft und explosionsartig seitlich unter dem Meteoriten herausgepresst. (Das Material wurde dabei auf ein Vielfaches der Einschlaggeschwindigkeit beschleunigt). Heute findet man das zu Glas erstarrte Kieselgel 450 Kilometer entfernt in Böhmen und Mähren. Man nennt diese Schönheiten <a href="http://www.moldavit.de/">Moldavite</a>, denn aus der Gegend rund um die Moldau stammen die wunderbar grün schimmernden Exemplare, die heute noch als Schmuckstein Verwendung finden.<br /></p><br />
<p><font color="#000080"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/11/07/800px-Moldavite_Besednice-thumb-400x280.jpg" name="Grafik2" alt="800px-Moldavite_Besednice.jpg" border="1" /></font><br /></p><p><font size="2">Moldavit aus Böhmen. Quelle: Wikipedia (User: Vesta)</font></p><br />
<p>Als der Steinkörper schließlich selbst aufschlug, drang er bis in eine Tiefe von einem Kilometer in den Boden ein, durchschlug somit das Deckgebirge und erreichte das Grundgebirge. Der Meteorit  und das umgebende Gestein wurden stark komprimiert und verdampften sofort.<br />Durch die Druckwelle kam es in dem umgebenden Material zu einer <a href="http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Sto%C3%9Fwellenmetamorphose">Stoßwellenmetamorphose </a>- ganze Gesteinskörper wurden aufgeschmolzen und verformt. Dabei wurde Quarz zu Coesit und Stishovit umgewandelt, welches bei Entlastung wieder zu Quarz wird, was zu Volumenzuwachs führt und somit zu einer sehr schönen, charakteristischen Rissstruktur des Gesteins. Außerdem entstanden <a href="http://finden.nationallizenzen.de/Record/ZDB-1-SOJ@204096766">diaplektische Gläser</a>.</p>
<p>Nach Abklingen der Stoßwelle kam es zur Auswurfphase. Der Kraterboden federte zurück, Material wurde ausgestoßen und wieder im Zentrum des Kraters zu einem Zentralberg assimiliert. Am Kraterrand kam es einen sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bunte_Tr%C3%BCmmermassen">ballistischen Auswurf</a>, bei dem natürlich das Material sämtlicher Schichten durchmischt wurde. Im
Umkreis von vierzig Kilometern um den Krater bilden sie noch heute eine bis einhundert Meter mächtige Deckschicht, die als "Bunte Trümmermasse" bekannt ist. Ebenso bekannt sind die sogenannten <a href="http://www.fossilien.de/artikel/impaktite/104.htm" target="_top">Ries-Belemniten</a>, fossile Kopffüßer ähnlich heutigen Kalmaren, deren konischer Körper durch die Schockwelle "in Scheiben geschnitten", gegeneinander verschoben und augenblicklich wieder verkittet wurde.</p>

<p>Nach der Auswurfphase fiel der Primärkrater in sich zusammen. Anhand der Sedimentationsschichten rutschten große Gesteinspakete in den Krater ab und erweiterten ihn so auf 24 Kilometer Durchmesser. Auch der Zentralberg sank wieder ab und drückte dabei rund um seinen Standort Material nach oben. Diese Hügelkette ist heute als "innerer Ring" sichtbar. Hier stehen Grundgebirgsmassen an, die in ungestörter Lage erst in drei- bis vierhundert Meter Tiefe zu finden wären.</p>

<p>Etwa drei Minuten nach dem Einschlag war das Kraterwachstum abgeschlossen. Nun fiel auch die über dem Ganzen stehende Glutwolke in sich zusammen und deckte alles mit einer festen, verwitterungsresistenten Deckschicht ab, die all die Zeitzeugen
versiegelte. Das als <a href="http://www.impaktstrukturen.de/breccia/Suevit.htm">Suevit </a>bekannte Gestein besteht aus geschmolzenem Gestein und Asche. Genauer gesagt ist Suevit eine Impaktbrekzie, die aus einer sehr feinen, hellgrau bis grünen Matrix besteht, in die mehr oder weniger grobe Klasten eingeschlossen sind. Das können die erwähnten Glase sein, aber auch Bruchstücke anstehenden Gesteins. Richtungslos und kompakt "schwimmen" sie in der kleinkörnigen Grundmasse. Wie man sich so etwas vorstellen kann, zeigt das folgende Bild aus dem Berliner Naturkundemuseum. Es zeigt KEINEN Suevit, aber etwas vom Prinzip gleiches.</p>

<p><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/11/07/brekzie.jpg" name="Grafik3" alt="brekzie.jpg" border="0" /></p>

<p>Man schätzt, dass die Abkühlung des Suevits im Kern des Kraters etwa zweitausend Jahre brauchte, um auf 100° Celsius abzukühlen. Später wurde der Krater von einem <a href="http://www.geopark-ries.de/index.php/de/entstehung_rieskrater/Der-Rieskrater-wird-zum-Salzsee">See </a>ausgefüllt, der knapp vierhundert Quadratkilometer Fläche einnahm. Nach der Verlandung lag das Gebiet offen, erst während der Eiszeit im Quartär wurden der heutige Krater und all seine Besonderheiten durch Erosion freigelegt.</p>

<p><font color="#000080"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/11/07/800px-NoerdlingerRies-thumb-400x300.jpg" name="Grafik4" alt="800px-NoerdlingerRies.jpg" border="1" /></font></p><p><font size="2">Blick aus der Kratermitte auf den äußeren Kraterrand. Quelle: Wikipedia</font></p>

<p>Über den Meteoriten, der den Nördlinger-Ries-Impaktor begleitete, schrieb ich bereits im letzten Artikel. Möglicherweise gab es jedoch noch mehr Begleiter, denn kraterähnliche Strukturen auf der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Riesereignis#Krater_auf_der_Fr.C3.A4nkischen_Alb">Fränkischen Alb</a> und eventuell am <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Riesereignis#Meteoriteneinschlag_am_Bodensee">Bodensee </a>deuten auf derartige Möglichkeiten hin.</p>

<p>Natürlich kann man hier noch viel weiter ins Detail gehen. Mein Anliegen war es, meinen Lesern die Augen zu öffnen, dass vor unserer Nase solch spektakuläre Dinge passiert sind, und dass man sie noch heute selbst als Laie gut nachvollziehen kann. Danke für euer Verständnis und dem Interesse an meinem Exkurs im Exkurs. Nun aber wieder "Husch!" in den Bus zurück, es geht weiter zum nächsten Mittelgebirge..</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_top"><br /></a><img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" name="Grafik5" alt="Flattr this" border="0" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><br /><br />
</p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/11/geologie-deutschlands-das-ries-ereignis.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/11/geologie-deutschlands-das-ries-ereignis.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Asteorid</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Bunte Brekzie</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Deutschland</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Impakt</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Meteor</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Meteoriteneinschlag</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Nördlinger Ries</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Steinheimer Becken</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Suevit</category>
            
            <pubDate>Tue, 08 Nov 2011 09:45:37 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Geologie Deutschlands: Eine kleine Mittelgebirgsserie (4): Die Schwäbische Alb</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Nachdem ich einige Tage mit der Familie im Urlaub verbracht habe, nehme ich mir heute mal wieder Zeit für meine Blogleser :)<br />
Ich will meine Serie über die deutschen Mittelgebirge fortsetzen. Heute mit der mesozoischen Schichtstufe der </p>

<p><u>Schwäbischen Alb</u></p>

<p>Wie ihr ja nun schon wisst, ist der Südwesten Deutschlands von einer Abfolge verschiedener Gesteine geprägt, die ausgehend vom Oberrheingraben schräggestellt wurden, mit dem Höhenmaximum in Grabennähe und sich nach Südosten verringernder Mächtigkeit.</p>

<p>Analog zum Buntsandstein (Trias)  im <a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/comeback-geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-1.php">Schwarzwald </a>und <a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-3-der-spessart.php">Spessart </a>passierte dies auch mit den jurassischen Deckschichten, die stratigraphisch die terrestrischen Sandsteine überlagern und vornehmlich marine Ablagerungen des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tethysmeer">Jurameeres </a>repräsentieren, mit Verlandungsbereichen natürlich. <br />
Der Jura als eines von drei Teilen des Mesozoikums (Trias, Jura, Kreide) gliedert sich ebenfalls in kleinere Zeiträume: Lias, Dogger und Malm. Häufig werden die drei Bereiche auch mit ihrer typischen Farbe angesprochen: Schwarzer, brauner und weißer Jura.<br />
In der Schwäbischen Alb findet man alle drei Einheiten bilderbuchartig aufgeschlossen.</p>

<p>Das Mittelgebirge wird im Nordwesten von einer prägnanten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Albtrauf">Steilstufe </a>von 400 Meter Klippenhöhe definiert. Im Südosten liegt die Traufkante bei circa 1000 Meter und stellt hier mit dem <a href="http://home.arcor.de/martin.a.hahn/sav/lemberg.htm">Lemberg </a>den höchsten Punkt des Gebirges, fällt aber zum Nordosten hin auf knapp 650 Meter ab.  Das „Hochplateau" selbst fällt nach Südosten ungestört ab und verjüngt sich in der Schichtmächtigkeit, bis es von <a href="http://www.geo-glossar.de/woerterbuch/molasse.html">Molasseschichten </a>des Alpenvorlandes überlagert wird.</p>

<p>Über Jahrmillionen wurden diese jurassischen Gesteinspakete von Flüssen zerschnitten und massiv zertalt, so dass heute nicht eine massive Decke, sondern zerklüftete Landschaften zu sehen sind. Durch die Zusammensetzung selbst findet man recht wenige Oberflächengewässer, dafür aber sehr prägnante Karsterscheinungen, wie <a href="http://home.arcor.de/renea/Dolinehtml/Doline.htm">Dolinen </a>oder <a href="http://www.geopark-alb.de/list_schauhoehle.php">Tropfsteinhöhlen</a>.</p>

<p>Die Landschaftsbildung hängt direkt von den Eigenschaften der unterschiedlichen Gesteine ab. So ist der Lias von einem bitumenreichen Tonschiefer gekennzeichnet, der sehr reich an Fossilien ist, die sich aber nicht immer gut herauslösen lassen, da die Schieferung nicht auf Schichtebene erfolgte, so dass die fossilführenden Lagen beim Spalten zerstört werden. Wenn man allerdings gute Bedingungen hierfür vorfindet, sind Zeitzeugen von herausragender Detailfülle zu finden, so wie die berühmten Ichthyosaurier im <a href="http://www.geologie.uni-frankfurt.de/staff/Homepages/Oschmann/Oschmann/Oberrhein-final/Oberrhein.html">Posidonienschiefer </a>von Holzmaden.</p>

<p>Tonschiefer bilden sich in Tiefwasserregionen, die unter Sauerstoffabschluss liegen. Darin begründen sich auch die mumienartigen Fossilisationsbedingungen. Sehr feinkörnige Tonplättchen lagern sich dicht auf dicht aufeinander und werden durch Druck und Temperatur zusammengepresst. </p>

<p>Sinkt der Wasserspiegel und es kommt zu Licht- und Luftzufuhr, ändern sich auch die Ablagerungen. Etwas gröbere, klastische Materialien werden vermengt, weniger dicht und körniger als im Tonstein. Vorrangig sind es Tone und Sande, die von Kalkmergeln durchsetzt. So kann man darauf schließen, dass es im mittleren Jura (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dogger_%28Geologie%29">Dogger oder "brauner Jura"</a>) in dieser Region teilweise zu einer Verringerung des Meerwasserspiegels kam. Der hohe Gehalt an zweiwertigem Eisen führt zur namensgebenden braunen Farbe. Der Erzgehalt ist so teilweise so hoch, dass es bei Aalen in oolithischer Form abbauwürdig ansteht.</p>

<p>Als maßgeblich landschaftsbildend kann man aber den weißen Jura (Malm) ansehen. Die hochreinen Kalksteine bilden die  „Albtrauf" genannte Steilstufe und zeigen ein weiteres Sinken des Meeresspiegels an. Kalke fallen in Wasser aus, was lichtdurchflutet und kühl ist. Es gibt eine klar feststehende <a href="http://www.geo.fu-berlin.de/fb/e-learning/petrograph/sedimentite/lesen/se_klassifikation/se_evaporite/se_evaporite_abscheidungsfolge/index.html">Reihe</a>, wonach Salze in ihrer Wasserlöslichkeit ausfallen. CaCO<sub>3</sub>  als Kalkstein kommt sehr vielgestaltig vor. Einerseits als Kreide, wonach mikroskopisch kleine Kristalle aus dem Wasser ausfallen und zu Boden sinken, andererseits als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kalkstein#Biogener_Kalkstein">Schill</a>, also Schalenreste von Muscheln, Schnecken und anderen Mollusken. Letzteres bildet schnell massivere Bänke, weil auch Sandkörner und Tonminerale beigemengt werden können.</p>

<p>Je nach spezifischer Position im Flachmeer findet man also Mergel (Kalke mit Tonen), Bänke (reine verfestigte Kalkausfällung) oder Massenkalke (Schillbänke, Riffschutt) unterschiedlicher Schichtdicke.</p>

<p>Industriell hat der Kalkstein in der Region große Bedeutung, so als Zementgrundlage und zur Herstellung von Schotter. Hochreine Kalke werden auch für die chemische Industrie gebrochen. (schonmal was vom „Ulmer Weiß" gehört?)</p>

<p>Touristen wird die Kalksteinlandschaft aus anderer Sicht interessieren. Einerseits sind die Karsthöhlen (wie der <a href="http://www.blaubeuren.de/ceasy/modules/cms/main.php5?cPageId=60">Blautopf </a><3) und all die anderen Schauhöhlen ein absolutes Highlight der geologischen und karstkundlichen Wanderwege, andererseits kommen Fossilienjäger auch auf ihre Kosten. Auf Wanderungen durch die Alb kann man die herausstechenden Riffmassive schon als Laie als solche erkennen. Die Schwämme und Korallen sind so detailgenau verkieselt, dass sie einem förmlich ins Auge springen. Als Sammler sollte man aber immer bedenken, dass nicht jeder Felsen beklopft werden darf. Naturdenkmäler müssen bewahrt werden!</p>

<p>Wenn man aber einmal in der Schwäbischen Alb ist, und da sollte man unbedingt mal sein, weil es wunderschön ist (und der Rieskrater ist ja auch „nebenan"), dann MUSS man in die Museen gehen. Vielleicht bin ich da ein  wenig voreingenommen, aber die Fossiliendichte und museale Pädagogik dieser Region  sind so ausgezeichnet, dass man sie alle gesehen haben muss. Das<a href="http://www.hechingen4you.de/Museen/Fossilienmuseum_Dotternhausen/fossilienmuseum_dotternhausen.html"> Fossilienmuseum in Dotternhausen</a> zum Beispiel. Gerstetten bietet ein Museum über die <a href="http://www.gerstetten.de/index.html">Riffe</a>, und über die  Korallen erfährt man viel im <a href="http://www.nattheim.info/branchen/korallenmuseum.htm">Heimatmuseum Nattheim</a>.</p>

<p>Eine tolle weitere Besonderheit dieses Mittelgebirges befindet sich rund um das Städtchen Bad Urach. Klingt nicht weiter dramatisch, oder? Ist es aber, zumindest aus geologischer Sicht. Hier finden sich 355 vulkanische Ausbruchsstellen in einem Umkreis von lediglich 25 Kilometern um die Stadt. Man nennt das Gebiet deswegen „<a href="http://www.palmuc.de/sammlung_geologie/seiten/museum/geoforum/tourismus/SchwaebischerVulkan.html">Schwäbischer Vulkan</a>". Nur 16 bis 17 Millionen Jahre ist es her, dass explosiver Vulkanismus ohne große Lavamengen in Kleinsteruptionen durch lokale Plattenverschiebungen ausgelöst wurde. Das <a href="http://schwaebischealbnatur.blogspot.com/2009/09/schutzgebiete-naturschutzgebiet.html">Randecker Maar</a> zum Beispiel zeigt ganz klassisch noch heute eine Schlotverfüllung mit Seebildung. Die Thermen von Beuren und Bad Urach zeigen auch an, dass die vulkanische Aktivität noch nicht abgeklungen ist. Auch Erdbeben sind hier nicht selten.</p>

<p>Noch cooler ist aber das Städtchen Steinheim! Oder besser, das harmlos klingende „<a href="http://www.steinheimer-becken.de/steinheimer_becken_startseite.html">Steinheimer Becken</a>". Hier finden wir eine kreisrunde Senke von knapp vier Kilometern Durchmesser, die nichts Geringeres ist als ein Impaktkrater eines Meteoriten. Der <a href="http://schwaebischealbnatur.blogspot.com/2011/01/der-zentralhugel-im-steinheimer-becken.html">Zentralhügel </a>(aka Klosterberg) ist erhalten, er erhebt sich knapp 50 Meter über den heutigen Kraterboden, welcher selbst etwa 100 Meter über dem eigentlichen Boden liegt, da er durch Erosionsmaterial aufgefüllt wurde.  Und hier kommen die Fakten:<br />
<ul><br />
<li>Der Meteorit schlug vor ca. 14 bis 15 Millionen Jahren ein</li><br />
<li>Er war ca. 100 bis 150 Meter groß</li><br />
<li>Seine Geschwindigkeit lag bei 72.000 km/h</li><br />
<li>Die freigewordene Energie hat einen Wert von 10<sup>18</sup> Joule (18.000 Hiroshimabomben, wenn man dieses schreckliche Maß denn überhaupt verwenden möchte)</li><br />
<li>Die originale Kratertiefe lag bei 200 Meter</li><br />
</ul></p>

<p>Wissenschaftler gehen durch die Analyse der Fossilien, die sich in den Ablagerungen des Kratersees finden lassen, davon aus, dass dieser Impakt an das <a href="http://www.fvls.de/projekte/Intel/Ries/ue_ries/ries-ereignis.htm">Riesereignis </a>(Ich werde noch darüber berichten) geknüpft ist, denn der Riesmeteorit ist wahrscheinlich ein von einem Satelliten begleiteter Asteroid gewesen.</p>

<p>Falls einer meiner Leser Geocacher ist, wird er froh sein zu erfahren, dass es einen <a href="http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?wp=GC2YP38">Meteoritenkrater-Rundweg</a> gibt! Oha, der landet auf meiner „Muss ich mal machen!"-Liste!</p>

<p>Denn wie an jedem typischen Impaktkrater findet man auch hier die wunderbar zerscherten Fossilien, Kalkplatten, die Impaktbrekzien und Suevite. Ich sehe schon, ich sollte mich diesem Thema in meinem nächsten Beitrag widmen. ;)</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a><br />
</p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-4-die-schwabische-alb.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-4-die-schwabische-alb.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Deutschland</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Dogger</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Jura</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Lias</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Malm</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Meteoriteneinschlag</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Mittelgebirge</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Ries Ereignis</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Schwäbische Alb</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Schwäbischer Vulkan</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Steinheimer Becken</category>
            
            <pubDate>Thu, 27 Oct 2011 20:40:20 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Geologie Deutschlands: Eine kleine Mittelgebirgsserie (3): Der Spessart.</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Willkommen beim dritten Teil meiner virtuellen Exkursion durch die Mittelgebirgslandschaften Deutschlands. Nach <a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/comeback-geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-1.php">Schwarzwald </a>und <a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-2.php">Odenwald </a>und ihrer sehr aufregenden, tektonisch und petrografisch vielfältigen Struktur, lasse ich es jetzt etwas geruhsamer angehen. Grund ist<br />
<u><br />
DER SPESSART</u></p>

<p>Der Spessart ist geprägt von klaren Strukturen. So gilt er als das geografisch am besten zu umfassende Mittelgebirge Deutschlands. Man merke sich nur den Spruch: "Kinzig, Sinn und Main schließen rings den Spessart ein." Dann schlage man diese Flüsse auf einer Karte nach und Tadaaa - da haben wir ihn.</p>

<p>Doch was gibt es zur Geologie zu sagen? Aufmerksame Blogleser kennen sich mittlerweile gut aus, wenn es darum geht, die Beschaffenheit des variszischen Gebirgsrumpfes zu erkennen.</p>

<p>Gneise, Glimmerschiefer und Diorit-Intrusionen kann man im Vorspessart finden - das ist die nordwestliche Region um Hanau. Hier setzen sich die abgerundeten Hügelkuppen fort, die man aus dem Odenwald kennt.<br />
Im nördlichen Teil sind als lokale Relikte noch Ablagerungen aus dem Perm zu finden - Rotliegendes und Zechstein.</p>

<p>Der Großteil der für Wandersleut' zu bewundernden Landschaft besteht allerdings aus den mächtigen Buntsandsteinschichten, die hier während der Trias abgelagert wurden. Sie sind mit 300 bis 400 Meter Dicke geringer als im Odenwald und - gemäß des Aufbaus des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes - im Südosten von Muschelkalk überlagert.</p>

<p>Durch die ungestört horizontale Lage der Schichten ergibt sich ein sehr klares, fast schon eintöniges geomorphologisches Bild: langgezogene Kuppen mit nur geringen Höhenunterschieden, die vornemlich von Eichen und Buchen bewaldet sind, mit argarwitschaftlich genutzen Flanken, die zudem Siedlungsfläche sind.</p>

<p>Mit 586 Metern ist der Geiersberg die höchste Erhebung. Das macht den Spessart zu einem der niedrigsten Mittelgebirge Deutschlands.</p>

<p>Einzig der Basaltkegel des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Beilstein_%28Spessart%29">Beilsteins </a>bildet eine Ausnahme der Regelmäßigkeit. Es handelt sich hierbei um einen Basaltkegel, der auf eine sehr junge vulkanische Aktivität zurückgeht. Aufmerksame und interessierte Wanderer können hier klassische Basaltsäulen studieren. Kühlt ein Lavastrom verzögert ab, bilden sich keine massiven Gesteinsdecken sondern durch Schrumpfungsprozesse senkrecht zur Ablagerungsfläche mitunter meterlange, hexagonale (sechseckige Geometrie) "Säulen". Die Datierung der Beilsteinbasalte ergab ein Alter von ca. 10 bis 20 Mio Jahre.</p>

<p>Mineralogen und Petrografen könnte der Spessart auch ein Begriff sein, ist er doch namensgebend für gleich zwei Besonderheiten: <a href="http://www.spessartprojekt.de/spessart/ausstellung/spessartit.php">das Gestein Spessartit und das Mineral Spessartin</a>.<br />
Spessartit gehört zur Gruppe der Tiefengesteine. Fast ohne Quarz und Glimmer besteht er aus Feldspäten und Hornblende. Aufgrund seiner hohen Festigkeit und dunklen Farbe ist er ein weit verbreiteter Pflasterstein.<br />
Das Mineral Spessartin gehört der Granatgruppe an und bindet Mangan an seine Alumosilikatgruppe. Früher bei Aschaffenburg abgebaut, war es ein beliebter Schmuckstein von brauner bis orangener Farbe.<br />
Dem biblischen Noah wird nachgesagt, seine Arche des Nachts mittels einer Granatlaterne navigiert zu haben, und auch sonst galt der Granat als im Dunkeln leuchtend, weswegen er als Talisman begehrt war. Insbesondere hellbraune bis orangene Exemplare galten ob ihrer Selteneinheit als besonders Begehrenswert. Nun, schön waren sie sicher, sie leuchten aber nicht. Die Sagen lassen sich mit dem hohen Brechungskoeffizienten des Granats erklären. Leider sind die Lagerstätten im Spessart mittlerweile erschöpft.</p>

<p>Nun, zumindest auf der Durchfahrt durch Hessen wisst ihr nun, womit ihr es beim Spessart zu tun habt: Vor allem mit Buntsandstein und Wald.</p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-3-der-spessart.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-3-der-spessart.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Buntsandstein</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Deutschland</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Geiersberg</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Hessen</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Mittelgebirge</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Spessart</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Spessartin</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Spessartit</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Varisziden</category>
            
            <pubDate>Thu, 13 Oct 2011 20:05:21 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Geologie Deutschlands: Eine kleine Mittelgebirgsserie (2): Der Odenwald - ein tektonischer Thriller</title>
            <description><![CDATA[
     <p>In meinem heutigen Blogbeitrag möchte ich ein Mittelgebirge näher betrachten, welches regional eng mit dem <a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/comeback-geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-1.php">Schwarzwald </a>verbunden ist.</p>

<p><u>DER ODENWALD</u><p><br />
<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/12/odenwald%2Cjpg.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/12/odenwald%2Cjpg.php','popup','width=3385,height=2117,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/12/odenwald,jpg-thumb-400x250.jpg" width="400" height="250" alt="odenwald,jpg.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><small>Der Odenwald aus der Rheinebene gesehen</small></span></p><br />
Aus Sicht seiner Entstehung kann man den Odenwald in zwei Landschaftszonen trennen: Der östliche, kristalline Teil und der westliche, aus Sedimenten bestehende. In ihrem geomorphologischen Zusammenspiel bilden diese unterschiedlichen Zonen allerdings ein eindrucksvolles Schauspiel. So erhebt sich die schroffe Westgrenze geradezu abrupt aus der <a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Oberrheinische_Tiefebene.html">Oberrheinischen Tiefebene</a>, wohingegen man aus Norden kommend kaum Änderungen des hügeligen, bewaldeten Naturraumes bemerkt.<br />
Im Osten ist es der Main, der eine klare Grenzziehung zum Spessart erlaubt, gefolgt von dem Flüsschen Erfa und (für Urlauber leichter nachzuvollziehen) der Verlauf der B27. Von einem Neckardampfer aus kann man anschließend bis nach Heidelberg zwei uferläufige Höhenzüge betrachten, die von dem Fluss zerschnitten wurden. Hier wird der <a href="http://www.wikivoyage.org/de/Kleiner_Odenwald">Kleine </a>von dem Großen Odenwald abgespalten und die Südgrenze gezogen.</p>

<p>Schaut man sich eine geologische Karte an, wird man feststellen, dass das Mittelgebirge recht kleinschuppig bunt dargestellt ist. Grund dafür ist die lange Geschichte, die in den Gesteinskörpern steckt.<br />
Das kristalline Grundgebirge ist im Osten herausgehoben worden, so dass die leicht verwitterbaren Buntsandsteine abgetragen wurden, welche im Westen noch erhalten sind und dort stark zertalte Lanschaften mit "sargähnlichen" Tafelbergen bilden.</p>

<p>Um das Gefüge des Grundgebirges zu verstehen, sollte man sich erst einmal großräumig mit der Geologie Mitteldeutschlands beschäftigen. Dann wird man sehen, dass sich eine Bogenstruktur vom Odenwald bis zum Thüringer Wald und ins Erzgebirge zieht. Das ist<a href="http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/03/03H079/t3.pdf"> die Mitteldeutsche Kristallinzone</a>. Sie entstand als Subduktionszone im Paläozoikum, als verschiedene Mikrokontinente zusammengeschoben und unterschiedliche Gesteinskörper in- und übereinander geschoben wurden. Im Devon/Karbon wurde dann dieses "Konglomerat" (Ja, ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konglomerat_%28Gestein%29">Konglomerat </a>ist aus petrografischer Sicht etwas völlig anderes) herausgehoben - es entstanden die <a href="http://www.geodz.com/deu/d/Varisziden">Varisziden </a>(man liest auch "variskische" oder "herzynische" Gebirgsbildung, das ist aber das selbe). Dieses Grundmassiv sorgt auch für die wunderbaren skandinavischen Gebirgsansichten und die sanften schottischen Hügel- alles eine Frage der späteren Überformung.</p>

<p>Diese (wahrscheinlich) Inselgruppen wurden nun zusammengedrängt und teilweise in die Tiefe gezogen, wo sie im äußeren Mantel aufschmolzen, durch ihre Flüchtigkeit wieder als <a href="http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Pluton">Plutone </a>nach oben stiegen und intrusiv in die sich oberflächlich umgeprägenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Metamorphes_Gestein">Metamorphite </a>eindrangen. Das Auskristallisieren dieser<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Magmatisches_Gestein"> Magmatit</a>körper dauerte circa sechzig Millionen Jahre.</p>

<p><br />
Heute kann man den kristallinen Teil in drei Bereiche teilen, die von deutlichen Störungszonen ("<a href="http://www.geothermie.de/wissenswelt/glossar-lexikon/s/strike-slip.html">Strike-slip</a>") zerteilt werden.</p>

<p>1.) Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6llstein">Böllstein</a>er Gneis: Dieser war einst ein oben beschriebener Granitoidkörper, der aus 15 Kilometer Tiefe in die Kruste aufstieg. Das konnte auf gut 410 Millionen Jahre datiert werden. Doch liegt heute das Material als Gneis und Schiefer vor - die metamorphe Umprägung geschah durch das erneute Verschleppen und Dehnen des Materials im Bereich der Erdkruste.</p>

<p>2.) Der <a href="http://www.springerlink.com/content/c7gnd8m08wy8j0lm/">Frankenstein-Komplex</a>: Gruseliger Name, das muss man ihm schon lassen :) Doch beängstigend ist hier bei nur das Alter: Vor grob 362 Millionen Jahren, also im Oberdevon, kristallisierten die Magmatite (Gabbro, Diorit) aus, ohne erneut überprägt zu werden.</p>

<p>3.) Der bis Heidelberg reichende <a href="http://www.geologie.uni-halle.de/igw/histgeo/seiten/aufschluesse/odenwald/odenwald_odenwald.html">Bergsträßer Odenwald</a> besteht aus strukturell gut trennbaren, jüngeren Gesteinskomplexen, die entweder von Störungszonen oder <a href="http://www.geodz.com/deu/d/Kontaktmetamorphose">Kontaktmetamorphosen </a>unterteilt werden können. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht. Solange man die Geschichte im Hinterkopf behält, welche massiven (platten-)tektonischen Prozesse zur Entstehung der Komplexe abliefen, erklären sich lokale Intrusionen wie der Weschnitz-Pluton oder die "Flasergranitoidzone" viel leichter. Letztere stellt eine Zone sehr aktiver dynamischer Über- und Umformung von Gesteinsmaterial dar, die in Scher- und Aufschmelzungsereignissen entstanden. Sehr kleinräumig kam es durch Spannung, Druck und Hitze zum Verflüssigen der Granitoide und fast zeitgleich zu einer Rekristallisation zu Magmatiten mit gleicher mineralogischer Zusammensetzung wie die zugrundeliegenden Gesteine. Nur eben in neuer Paralleltextur.<br />
In einem nur zwei Kilometer langen Streifen bei Auerbach lässt sich so auch eines der wenigen deutschen Marmorvorkommen finden - der Auerbacher Marmorzug. Aus sehr sehr feinem Kalzit im schnöden Kalkstein entsteht durch Druck und Temperatur die metamorphe, grobe Kristallstruktur des Marmor, in dem die Einzelkristalle bereits mit bloßem Auge sichtbar sind.<br />
Nun sind solche intrudierten Gesteinskörper sehr kompakt und starr, allerdings durch ihr grobes Kristallgefüge in klare Spaltrichtungen teilbar. So kam es, dass durch weitere Plattenbewegungen immer wieder große Spalten in die Kristallingesteine getrieben wurden, die von erzhaltigen Fluiden aufgefüllt wurden. Klassische Quarz-, Baryt- oder Aplitgänge sind vielerorts sichtbar. Auch der <a href="http://www.hammelbach.de/Hammelbach_Touristik/Aktivitaten___Veranstaltungen/Spazieren_u__Wandern/Rundwanderweg_G2_Titelblatt/Rundwanderweg_G2_Text_4/rundwanderweg_g2_text_4.html">Trommgranit </a>ist so ein Schweissmittel - er verfüllte die Otzbergspalte zwischen dem Böllsteiner Gneis und dem Bergsträßer Komplex.</p>

<p>Nachdem die Kristallisations- und Metamorphoseprozesse zum Erliegen kamen, hatte die Region des heutigen Odenwaldes ein paar Millionen Jahre Ruhe. Hebungsprozesse führten zu einer Exponierung und einer gemächlichen Abtragung der Varisziden, bis nicht viel mehr als ein Rumpf zurückblieb.</p>

<p>Im Rotliegenden dann aber, vor grob 260 Millionen Jahren, geriet das Gebiet erneut in tektonischen Stress. Alte Störungszonen rissen auf und Lavadecken breiteten sich kilometerweit auf dem Gebirgsrumpf aus. Auch Vulkane bildeten sich, heute bezeugen dies der noch vorhandene Wachenberg und Daumberg bei Weinheim. Lavadecken, die heute als <a href="http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rock=Rhyolith">Rhyolith </a>und Quarzporphyr dankbare Baumaterialien sind, findet man bei Schriesheim, Dossenheim und Heidelberg. Ein dazugehöriger Vulkan wird heute als im Gebiet des eingesunkenen Oberrheingrabens vermutet.<br />
<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/12/800px-Dossenheim_von_Westen.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/12/800px-Dossenheim_von_Westen.php','popup','width=800,height=440,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/12/800px-Dossenheim_von_Westen-thumb-400x220.jpg" width="400" height="220" alt="800px-Dossenheim_von_Westen.JPG" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><small>Rhyolith-Steinbrüche von Schriesheim und Dossenheim</small></span><br />
</p><br />
Danach deckte das <a href="http://www.kupferschiefer.de/Allgemeines.htm">Zechsteinmeer </a>all die Feuersbrunst ab. Abbauwürdrdige Dolomite, aber auch Quarzlösungen mit metallischen Beimengungen zeugen noch heute davon. In linearer Abfolge folgten mesozoische, kontinentale Sedimente, wobei hier die bis zu 600 Meter hohen Buntsandsteinlagen heute ins Auge springen - zum Beispiel in Heidelberg als Baugrund und -material für das <a href="http://www.schloss-heidelberg.de/de/schloss-heidelberg/Schloss/238149.html">Schloss</a>.<br />
<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/12/HD.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/12/HD.php','popup','width=800,height=533,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/12/HD-thumb-400x266.jpg" width="400" height="266" alt="HD.jpg" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><small>Das wäre dann ich vor dem Heidelberger Schloss ;) Das Foro gehört dem <a href="http://lichtecho.blogspot.com/">Stefan</a>.</small></span><br />
</p><br />
Mesozoische Zeugen gibt es bis ins Jura, doch sind diese sehr lokal und eher unbedeutend.</p>

<p>Zumindest wenn man bedenkt, was im Tertiär passierte. Wer den <a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/comeback-geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-1.php">Schwarzwaldartikel </a>gelesen hat, weiß, dass vor circa 45 Millionen Jahren auf einer Riftzone Afrika-Skandinavien der <a href="http://www.oberrheingraben.de/Graben/Geologische_Karte.htm">Oberrheingraben </a>eingebrochen ist. Man schätzt die maximale Senkung der Oberfläche auf vier Kilometer! Allerdings wurde der Graben durch nachrutschendes Material sofort verfüllt. Dies ist auch der Grund, warum im Grabeninneren leicht zersetzliche (mesozoische) Sedimente noch erhalten sind, wohingegen sie in exponierteren Lagen längst abgetragen wurden.<br />
Um die Senkung auszugleichen, kam es zu Hebungen des umgebenden Landes. Wie der Schwarzwald, so wurde auch der Odenwald herausgehoben. Was zieht so ein Stress mit sich? Logisch, Risse und Spalten im Gestein. Diese Schwächezonen nutzten erneut aktive Magmakammern, an die Oberfläche zu kommen und Vulkane zu bilden. Der Katzenbuckel erlebte einen Wiederausbruch, nachdem er bereits kreidezeitlich gebildet wurde, "neu" entstanden hingegen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Otzberg_%28Vulkan%29">Otzberg </a>und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ro%C3%9Fdorf_%28bei_Darmstadt%29">Roßberg</a>.</p>

<p>Und wieder folgte auf Chaos Stille. Das warmfeuchte Klima sorgte für eine schnelle, tiefe Kaolinisierung der Feldspate und somit eine heftige fluviatile Abtragung. (Auf deutsch:  In Graniten enthaltene Minerale wurden zu Ton und konnten durch Wasser ausgewaschen und von Flüssen abtransportiert werden.)<br />
Die im östlichen Odenwald typischen tiefen Täler sind das heute sichtbare Ergebnis dieses Prozesses. Wo die kontinentalen Sedimente nicht mehr erhalten sind, liegt heute der variszische Gebirgsrumpf vor. Hier suchen sich die Flüsse alte Störungszonen als Bett und bilderbuchartige <a href="http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?guid=52cb2d0a-3d25-4eac-aaab-7cdd055a631f">Wollsackverwitterungen </a>bestimmen das Bild.</p>

<p>Anders als der Schwarzwald war der Odenwald nicht im direkten Vergletscherungsbereich der quartären Eiszeiten eingebunden. Lediglich Permafrost gestaltete Teile der Landschaften um - <a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/keine-riesen-oder-trolle-die-entstehung-von-blockhalden.php">Block und Felsenmeere</a> entstanden.</p>

<p><br />
Diese und andere Schönheiten kann man bewundern, wenn man hier unterwegs ist. Nicht nur interessante geologische Aufschlüsse, sondern auch archäologische Highlights wie den Fundort des <a href="http://www.evolution-mensch.de/thema/arten/heidelbergensis.php">Homo heidelbergensis</a> sollte man sich nicht entgehen lassen. Und den Wein, den vor allem nicht. </p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-2.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-2.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Buntsandstein</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Heidelberg</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Katzenbuckel</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Kontaktmetamorphose</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Mittelgebirge</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Oberrheingraben</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Odenwald</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Tektonik</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Varisziden</category>
            
            <pubDate>Wed, 12 Oct 2011 23:05:00 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Comeback! Mit der Geologie Deutschlands: Eine kleine Mittelgebirgsserie (1)</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Nun, ich war lange abwesend, aus Gründen, die ich an dieser Stelle nicht diskutieren will. Die Hauptsache ist, ich bin wieder da!<br />
Damit es so bleibt, starte ich heute mit einer kleinen Beitragsserie zu den deutschen Mittelgebirgen. Nicht zu detailiert, aber doch so,<br />
dass ihr im nächsten Urlaub Teile davon wiederentdecken könnt.</p>

<p><br />
Beginnen möchte ich mit dem:<br />
<u><br />
SCHWARZWALD</u></p>

<p>Im Südwesten Deutschlands gelegen, ist er geologisch mit den Vogesen verbunden.</p>

<p>Das Spannende am Schwarzwald ist, dass er Elemente von allen geologischen Perioden enthält. Bei dem Städtchen Hinterzarten wurden die<a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/05/alt-und-faltig-die-altesten-gesteine-der-erde.php"> ältesten Gesteine Deutschlands</a> dokumentiert. Sie sind Teil des Grundgebirges. Zu dem Eklogit gesellen sich dort Gneise, in verschiedenen Ausprägungen und allesamt archaisch/spätpaläozoischen Alters. Aufschlüsse hierzu findet man zum Beispiel am Freiburger Hausberg, dem 1284 Meter hohen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schauinsland">Schauinsland</a>. Auch der höchste Berg des Hochschwarzwalds, der 1493m hohe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Feldberg_%28Berg_im_Schwarzwald%29">Feldberg</a>, ist aus diesen Gneisen aufgebaut.<br />
<p><br />
<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/07/feldberg.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/07/feldberg.php','popup','width=720,height=480,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/07/feldberg-thumb-720x480.jpg" width="720" height="480" alt="feldberg.jpg" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><small>Feldbergmassiv</small></span></p>

<p>Durch Kluftsysteme, Stress und weitere plattentektonische Aktivität drangen in diese Urgesteine jüngere Magmaflüsse, sogenannte "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intrusion_%28Geologie%29">Intrusionen</a>". So zum Beispiel kambrische Granite. Wer den Schwarzwald besucht nach dem Genuss der brühmten Kirschtorte seine Beine vertreten möchte, kann sich die Wasserfälle in Triberg ansehen, welche mit 153 Meter Höhe und sieben Kaskaden die höchsten Wasserfälle Deutschlands sind. Bedenkt beim Bestaunen der Aussicht, dass hier Granitintrusionen metamorphe Gesteinspakete durchschlagen haben.</p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/07/triberger_wasser.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/07/triberger_wasser.php','popup','width=480,height=720,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/07/triberger_wasser-thumb-480x720.jpg" width="480" height="720" alt="triberger_wasser.jpg" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><small>Triberger Wasserfälle</small></span></p>

<p>Die Terrane-Theorie, nach der Mikrokontinente kollidieren und somit größere Landmassen bilden, findet im Süden dieses Mittelgebirges ihre Bestätigung. In der Region von Badenweiler-Lenzkirch sind paläozoische Vulkanite und Sedimentgesteine erhalten geblieben, die sehr wahrscheinlich derartige mikrokontinentale Aufschuppungen sind.</p>

<p>Eine weitere Besonderheit gibt es in der Region um der Gemeinde Todtmoos zu sehen. Hier kann man einen Akkretionskeil auskartieren (muss man aber nicht). Was das ist? Nun, wenn an einer Subduktionszone die ozeanische Platte unter die kontinentale gepresst wird, entstehen an der Scherkante unzählige kleine Überschiebungen von kontinentalen Ablagerungen, die mitunter auch mit ozeanischen Magmatiten einher gehen.</p>

<p>Für den Laien leichter zu erkennen sind die mächtigen Rotliegenddecken aus Quarzporphyr und Tuff, die von starker vulkanischer Aktivität zeugen. Finden kann man sie zum Beispiel am <a href="http://www.battert.de/">Battert</a>, der Kletterfreunden sicher ein Begriff sein wird.</p>

<p><br />
Das mesozoische Deckgebirge ist heutzutage größtenteils abgetragen, da im Känozoikum eine Hebung des Reviers stattfand. Zudem ist der Schwarzwald heute ja "nur" ein Mittelgebirge, weil er eine Grabenschulter des Oberrheingrabens darstellt, dessen Pendant die oben erwähnten Vogesen sind.<br />
Ohne das Aufbrechen und Anheben der Lithosphäreim Süden  wäre die Landschaft wohl noch immer sanfthügelig und die charakteristische Schräglage der Stufen hätte sich nicht gebildet. <br />
Durch eine derartige Zerrüttelung des Gebietes ist es nicht verwunderlich, dass die leicht verwitterlichen jungpaläozoischen und mesozoischen Sedimente nicht mehr überall zu finden sind.</p>

<p>So findet man Deckgebirgsschichten im Norden und Nordosten des Schwarzwalds. Sie sind Teil des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdwestdeutsches_Stufenland">Südwestdeutschen Schichtstufenlandes</a>, welches man als solches auch morphologisch erkennt, wenn man zum Beispiel auf der Autobahn A81 von Stuttgart aus in Richtung Schweiz unterwegs ist. Man stelle sich vor, dass zur Zeit des Perm eine enorme geologische Energie im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg und Bayern lag. Hebungsvorgänge führten zu verstärkter Erosion, der Abtragungsschutt wurde in vorgelagerte Senken abgelagert und zu Sedimenten verdichtet. Die vulkanischen Events sorgten für die o.g. Zwischenlagen. Das Klima war trocken und Eisen wurde zur dreiwertigen Form reduziert, was die charakteristische Farbe der Rotliegendformationen begründet.<br />
Im Erdzeitalter des Trias setzte sich dieser Prozess mit den Buntsandsteinen fort, in Jura und Kreidezeit kam es dann immer wieder zu Meeresspiegelanstiegen, so dass zyklisch kontinentale und marine Sedimentdecken gebildet wurden.</p>

<p>Wie bereits erwähnt ist für den Schwarzwald vor allem der Buntsandstein typisch. Konglomerate des mittleren Buntsandsteins bilden durch tiefgehende Verkieselung heute deutliche Klippen und Bergrücken, so zum Beispiel den höchsten Berg des Nordschwarzwalds, die<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hornisgrinde"> Hornisgrinde</a>. <br />
Weiter nach Norden/Nordosten gehend dünnen die Buntsandsteinlagen allmählich aus.</p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/07/Hornisgrinde.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/07/Hornisgrinde.php','popup','width=800,height=535,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/07/Hornisgrinde-thumb-800x535.jpg" width="800" height="535" alt="Hornisgrinde.jpg" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a><small>Hornisgrinde. Quelle Wikipedia, Urheber: Rainer Lück</small></span></p>

<p>Als Schwarzwaldliebhaber fällt einem etwas ganz anderes auf: Die Morphologie passt nicht so ganz mit der geologischen Entstehungsgeschichte zusammen, nicht wahr?<br />
Das heutige Schwarzwaldbild zeigt sanfte Hänge, stark bewaldet, runde Formen und Kare, nicht selten Riefen an aufgeschlossenen Klippen- all das bezeugt, was NACH der ursprünglichen Bildungsphase passierte, nämlich die glaziale Überformung des Gebirges. Starke Vergletscherungen dieses Mittelgebirges sind bis vor circa 10.000 Jahren erwiesen. Das deckt den Zeitraum der Riß- und Würmeiszeit ab. Alle Lehrbuchformen der glazialen Umgestaltung von Naturräumen kann man im Hoch- und Nordschwarzwald entdecken. Nordostgerichtete Kare die noch heute zum Teil als Karsee erhalten sind (Mummelsee, Wildsee, Schurmsee, Glaswaldsee, Nonnenmattweiher, Feldsee) tragen zu dieser Vielfalt bei.</p>

<p>Ihr seht, der Schwarzwald bietet Geologieliebhabern viel! Von Uraltgesteinen bis quasi gestriger Umgestaltung ist das ganze Spektrum erhalten. Wer gern Mineralien sammelt, dem sei die Region um Badenweiler ans Herz gelegt. Insbesondere Blei-Sekundär-Mineralien in perfekten Kristallformen oder auch extrem farbenfrohe Sulfate durch Feuersetzparagenese mit Blei und Kupfer können hier gefunden werden.</p>

<p>Dank der reichlich ausgelegten Geocaches werden auch moderne Wandersleut' wie ich ihre Freude beim Erkunden der Landschaften haben. Vielleicht sieht man sich ja mal!</p>

<p>(Danke an <a href="http://lichtecho.blogspot.com/">Stefan Taube</a> für die beiden anderen Bilder! :) )</p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/comeback-geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-1.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/10/comeback-geologie-deutschlands-eine-kleine-mittelgebirgsserie-1.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Deckgebirge</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Feldberg</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Geologie</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Grundgebirge</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Hornisgrinde</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Minerale</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Oberrheingraben</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Schwarzwald</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Triberger Wasserfälle</category>
            
            <pubDate>Fri, 07 Oct 2011 12:41:28 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Wie entstehen Eiszeiten?</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Was verursacht eigentlich die Kälteschocks, die unseren Planeten regelmäßig befallen? Sind die Ursachen klar definiert, die zu solchen globalen Großereignissen führen?</p>

<p>Die Antwort ist ein klares Nein. Natürlich gibt es verschiedene Theorien, manche anerkannter als andere, die Teilbereiche plausibel erklären können, aber <strong>DIE URSACHE</strong> gibt es (noch) nicht.</p>

<p>Um die wichtigsten anerkannten Zusammenhänge zu erklären, werde ich meinen halbwegs befestigtigen geologischen Trampelpfad verlassen müssen und auf fremden, astronomischen Wegen wandern gehen. Hoffen wir mal, dass ich mich nicht verirre ;-)</p>

<p>Keine Frage ist, dass es in der dokumentierten Erdgeschichte wiederholt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klimageschichte#Eiszeitalter">große Vereisungsperioden</a> gab: mehrfach im  Präkambrium, danach im Ordovizium, gefolgt von der permokarbonischen Eiszeit und jüngst im Quartär. Dabei fällt eine gewisse Periodizität innerhalb dieser Zeitpunkte auf. Eine Periode von etwa 250 Millionen Jahren impliziert einen Effekt, der im Zusammenhang mit dem Umlauf des Sonnensystems um das Zentrum der Milchstraße stehen könnte - so gesehen von McCrea (1975). Ein Jahr später von Dennison & Mansfield widerlegt, ging dieser von einer Herabsetzung der kosmischen Strahlung aus, als Folge des "Durchwanderns" des Sonnensystems durch Staubwolken der Spiralarme unserer Galaxie.</p>

<p>Nicht uninteressant, sehr spektakulär, aber auch zu weitfassend, um es als triftigen Grund für globale Kaltzeiten ansehen zu können, fasse ich den Fokus lieber enger und bleibe in unserem Sonnensystem und genauer bei der Position unseres Planeten in Bezug auf die Sonne.</p>

<p>Nicht zwingend als Grund, aber als ""Schrittmacher" für Eiszeiten werden Klimazyklen angesehen (Hays et al. 1976). Es gibt drei verschiedene, die jeweils einen astronomischen Grund haben und im Zusammenspiel die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Solarkonstante">Solarkonstante </a>bestimmen:</p>

<p>1. Zyklus: Er ist mit 100.000 Jahren der längste. Begründet liegt er in der Änderung der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exzentrizit%C3%A4t_%28Astronomie%29">Exzentrizität </a>der Erdumlaufbahn. Die Exzentrizität ist ein Maß für die Abweichung der Erdumlaufbahn von einer perfekten Kreisform. Durch den gravitativen Einfluss der anderen Planeten ändert sich diese Exzentrizität periodisch.</p>

<p>2. Zyklus: Er dauert 41.000 Jahre. Seine Ursache liegt in der periodischen Änderung des Neigungswinkels der Erdachse: Betrachtet man die Bahnebene, in der die Erde die Sonne umkreist, ist unser Planet derzeit 23,4° gegen diese geneigt. Dieser Neigungswinkel schwankt zwischen 22,1° und 24,5° im genannten Zeitraum. Je geringer der Neigungswinkel, umso niedriger sind die Sommertemperaturen in Polnähe. Dies begünstigt einen dauerhaften Eisschild.</p>

<p>3. Zyklus: Mit nur 26.000 Jahren ist dieser recht kurz. Diese, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4zession#Pr.C3.A4zession_der_Erdachse">Präzession </a>genannte Periode, beschreibt die Ausrichtung der Erdachse gegenüber dem Sternenhimmel. Heute zeigt die Erdachse in Richtung des Sterns Polaris (Polarstern). In 12.000 Jahren jedoch wird sie auf die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wega">Wega </a>im Sternbild Leier zeigen. Der Neigungswinkel der Erdachse bleibt dabei zwar unverändert, doch befindet sich die Erde nun zu verschiedenen Jahreszeiten an ihrem sonnennächsten Punkt (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Perihel#Perihel">Perihel</a>) auf der Umlaufbahn. Derzeit erreicht die Erde ihr Perihel während des Winters auf der nördlichen Hemisphäre. Kombiniert mit der ungleichmäßigen Verteilung der Landmassen auf der nördlichen und südlichen Hemisphäre ergibt sich so ein abkühlender Effekt: Auf der Nordhalbkugel konzentrieren sich die Kontinente in Polnähe, auf der Südhalbkugel liegt einzig die Antarktis selbst am Pol. Befindet sich die Erde nun im Nordhemisphärensommer in Sonnenferne und ist die Achsenneigung gering, so ist die Nordhalbkugel über eine lange Zeit schneebedeckt. Durch die deutlich höhere <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Albedo">Albedo </a>(Rückstrahlung) des weissen Schnees im Vergleich zum Erdboden kommt es letzlich zu einer verstärkten Abkühlung.</p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="Milankovitch_Variations.png" src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/08/04/Milankovitch_Variations.png" width="479" height="363" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></span><br />
<small>Milankovitch Zyklen. Quelle: Wikipedia via Robert A. Rohde</small></p>

<p>Neu ist dieser Zusammenhang nicht. Schon 1941 wurde er von <a href="http://www.emporia.edu/earthsci/student/howard2/man.htm">Milankovitch </a>dargelegt, wodurch sein Name für immer in den Annalen der Naturwissenschaft festgeschrieben wurde ("<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Milankovi%C4%87-Zyklen">Milankovitch Zyklen</a>"). Man kann sie heute nicht als "Allheilmittel" betrachten, jedoch sind die Zusammenhänge nicht von der Hand zu weisen.</p>

<p>Vor allem in Zeiten geringer CO2-Schwankungen können sie als deutliches Triebmittel der Klimaänderungen angesehen werden. Die alleinige Schwankung des Treibhausgases kann keinen Glazial-/Interglazialwechsel triggern.</p>

<p>Ein recht exakter 100.000 Jahre Zyklus kann zurückblickend auf die letzten 600.000 Jahre modelliert werden (Berger & Loutre, 2004). Das mag für nicht jeden Leser interessant sein, aber wenn man dieses Phänomen auf die Zukunft modelliert und weiss, dass auf jedes Glazial ein kurzes, 10-15.000 Jahre dauerndes Interglazial folgt, von dem das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Holoz%C3%A4n">Holozän </a>nun schon 11.700 ± 99 Jahre andauert, dann könnte man auf die Idee kommen, die nächsten Inlandeismassen sollten so langsam auf den Vormarsch kommen. Hollywood hat es ja bewiesen ("The day after tomorrow" und andere) - das kann ganz schnell gehen. :)</p>

<p>Doch genug gescherzt. Wenn man aktuellen Modellrechnungen glauben mag, befinden wir uns auf dem Weg in ein neues Klimaoptimum, denn die Erde bewegt sich in den nächsten Jahrtausenden auf einer annähernden Kreisform um die Sonne. In Kombination mit dem steigenden CO2-Gehalt der Atmosphäre werden die letzten Gletscher in den nächsten 10.000 Jahren abschmelzen. Die damit verbundenen Veränderungen der Oberflächengestalt der Erde durch steigende Meeresspiegel, aber auch die Möglichkeiten einer steigenden Biodiversität durch Schaffung neuer ökologischer Nischen soll hier an dieser Stelle nicht ausgehandelt werden.</p>

<p>Genug der fremden Pfade, einen weiteren Grund für Klimaveränderungen und damit auch der globalen Vereisungen kann man anfassen, ausmessen und beklettern: Gebirge!<br />
Große Reliefveränderungen können ebenfalls ein Auslöser für Glaziale darstellen. So stellte das Hochland von Tibet als massive Gletscherzone während des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pleistoz%C3%A4n">Pleistozäns </a>(laut Kuhle 1985)  einen nicht zu verachtenden Faktor der Abkühlung dar. Etwa 2,4 Millionen Quadratkilometer Eisfläche rekonstruierte er für das Gebirge.</p>

<p>Zeitgleich mit dem tibetischen hoben sich auch nordamerikanische Hochgebiete, was nicht ohne Einfluss auf die Zirkulation der Atmosphäre blieb. Das alleine reicht wohl aber nicht aus, um eine globale Vereisung auszulösen. Bedenkt man aber die Milankovitch Zyklen und denkt darüber nach, dass die massiv einsetzende chemische Verwitterung der neuen Hochgebirge zu einer Absenkung des CO2-Gehaltes geführt haben wird, ist es kaum noch verwunderlich, dass es zu einer so weitreichenden Klimaveränderung gekommen ist.</p>

<p>Ein Rückblick sei mir noch gestattet, nämlich auf die länger zurückliegenden Eiszeiten. Von ihnen sind natürlich deutlich weniger Daten verfügbar, doch kann man große Veränderungen geologisch gut zurückverfolgen. So zum Beispiel die Verteilung der Landmassen. Massive Vereisungen kann es nur geben, wenn große Landmassen in Polnähe vorhanden sind. Schon bei den präkambrischen Events ist dies bestätigt. Hier lag der Großkontinent in Südpolnähe.  Ebenso <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gondwana">Gondwana </a>während der ordovizischen und permokarbonischen Vereisung. Die paläogeografische Situation des Devons wäre auch ideal gewesen, hier fehlten aber weitere auslösende Faktoren, so dass (nicht mathematisch, aber hinreichend naturwissenschaftlich) bewiesen ist, dass eine reine Verteilung der Landmassen als Kälteauslöser nicht ausreicht.</p>

<p>Auch die Dynamik der Platten zueinander sollte noch angesprochen werden. Sich öffnende oder schließende Meeresstraßen (Panama zum Beispiel schnitt die Äquatorialströmung ab und schuf durch den  Nord-Süd-Austausch der Meeresströmungen ideale unterstützende Bedingungen zur Auskühlung der Nordkontinente).</p>

<p>Ihr seht, es müssen viele Faktoren zusammenkommen, um eine Eiszeit auszulösen. Manche sind nachvollziehbarer als andere. Aber eines ist klar: Eine einfache, wiederkehrende Ursache allein gab es nie, und es wird sie auch nie geben. </p>

<p>Mein Lesetipp für warme Sommertage dazu: <a href="http://www.science-shop.de/artikel/1042281?eqsqid=dc0149e8-3eed-4a20-a646-7f0fe6d0808a">Jürgen Ehlers: Das Eiszeitalter</a></p>

<p>Literaturangaben:</p>

<p>Berger, A. & Loutre, M.-F. (2004). <em>Milankovitch Theory and Paleoclimate</em>. In: <br />
Elias, S.A. (Hrsg.): <em>Encyclopedia of Quarternary Science</em> <strong>297</strong>, 1287-1288.<br />
Dennison, B. & Mansfield, V. N. (1976). <em>Glaciations and dense interstellar clouds</em>. Nature <strong>261</strong>, 32-34<br />
Hays, J. D., Imbrie, J. & Shackleton, N. J. (1976). <em>Variations in the earth's orbit: pacemaker of the ice ages</em>. Science <strong>194</strong>, 1121-1132.<br />
Kuhle, M. (1985). Ein<em> subtropisches Inlandeis als Eiszeitauslöser. Südtibet- und Mt. Everest-Expedition 1984</em>. Georgia Augusta, Nachrichten aus der Universität Göttingen <strong>42</strong>, 35-51.<br />
McCrea, W. H. (1975).<em>Ice ages and the galaxy</em>. Nature <strong>255</strong>, 607-609.</p>

<p><br />
<a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/08/uber-die-entstehung-von-eiszeiten.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/08/uber-die-entstehung-von-eiszeiten.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Eiszeiten</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Entstehung</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Erde</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Exzentrizität</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Milankovitch Zyklen</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Präzession</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Sonne</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Vereisung</category>
            
            <pubDate>Wed, 03 Aug 2011 15:09:04 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Keine Riesen oder Trolle: Die Entstehung von Blockhalden</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Vor einer Weile schrieb ich über<a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/05/permafrost-im-herzen-deutschlands-warum-nicht.php"> Permafrost in Mitteldeutschland</a>. An Blockhalden mit speziellen Rahmenbedingungen kommt es hierbei zu einem metertiefen Durchfrieren des Schuttes mit ganzjähriger Eisbedeckung im Untergrund.Wie solche Blockhalden oder Steinmeere entstehen, soll dieser Artikel darlegen.<br />
<br><br />
<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="Felsenmeer_odenwald_herbst.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/22/Felsenmeer_odenwald_herbst.jpg" width="400" height="533" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></span><br />
<small>Das Felsenmeer in Lautertal/Odenwald</small><br />
<br><br />
Frostverwitterung ist eine typische Erosionsform in Hochgebirgen und in Gegenden, die von einem deutlichen Jahreszeitenklima betroffen sind. Der Frostwechsel bewirkt in Spalten und Poren ein wiederholtes Schmelzen und Gefrieren von Wasser. Hierbei kommt es zu verstärktem Druck auf das anstehende Gestein. Bei -5 °C herrschen 50 MPa, in besonders kalten Nächten bei - 22 °C sogar 211,5 MPa. Dies ist für die Wasserkristalle die maximale Stufe der Volumenvergrößerung, sie entspricht 9%. Bei noch niedrigeren Temperaturen kommt es zu einer Phasenänderung und das Eis geht in einen weniger volumenintensiveren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eis#Anomalien">amorphen Zustand</a> über.</p>

<p>Angriffspunkt für die Wassertropfen sind immer Klüfte im Gestein. Im Falle der Rhöner Blockhalde handelte es sich um ein Erstarrungsgestein, der Basalt, welches beim <a href="http://www.shattercone.de/public/chapter3.htm">tertiären Vulkanismus</a> die Rhönberge entstehen ließ. Dieser Basalt ist zwar dicht und kompakt, aber die einzelnen Lavalagen bieten durch ihre Schichtung eine gute Instabilitätszone, die von senkrechten Kluftflächen unterstützt wird.</p>

<p>In Sedimenten hat man die einzelnen Schichten der Abfolge, die für Angriffsfläche sorgen. In sehr kompakten, kluftlosen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Magmatit">Magmatitkörpern </a>dienen mikrokristalline Poren als Ausgangspunkt für Frostsprengung. Hier werden weniger widerstandsfähige Minerale wie <a href="http://steine-und-minerale.de/atlas.php?f=2&l=B&name=Biotit">Glimmer </a>oder <a href="http://steine-und-minerale.de/atlas.php?f=2&l=F&name=Feldspat-Gruppe">Feldspate </a>zuerst kaolinisiert (<a href="http://www.geo.tu-freiberg.de/hydro/oberseminar/os99/lischke_kristin.pdf">durch Wasser zu Ton umgewandelt</a>) und anschließend ausgespült. Zudem können auf molekularer Ebene entlang der Kristallisationsflächen Kleinstmengen Wasser in tiefere Blocklagen gelangen. So entstehen nach und nach krümelige Poren, in denen die restlichen, wasserunlöslichen Minerale wie Quarz übrigbleiben und als monokristalline Sandkörner oder Kiese abgetragen werden. (Das nennt man dann "körnigen Zerfall") Als "Blockzerfall" wird das selbe im großen Maßstab bezeichnet, wenn an Senkrechtklüften ganze Gesteinsblöcke vom Anstehenden abgespalten werden. Ist der zeitliche Faktor so gering, dass eine derartige Sprengung und Zerfall schnell vonstatten gehen kann, zum Beispiel in arktischer Tundra oder während der Eiszeiten, so kommt es zur Bildung ausgeprägter Block- und Schutthalden, auf der die großen Brocken aufgrund der geringeren Kantenkrümmung auf den kleinen Kiesen und Sanden "aufschwimmen" und das darunter liegende Gestein völlig überdecken. Dieser Zustand ist als "Block- oder Felsenmeer" bekannt. Regional haben diese Geotope eine kulturelle Bedeutung. Nicht selten entstammen <a href="http://www.naturpark-suedschwarzwald.de/sites/default/files/upload_imce/254_Broschuere_Felsen_Blockhalden_k_web_mi.pdf">Geschichten von Riesen oder Trollen</a> diesen scheinbar losgelösten Geländeabschnitten.</p>

<p>Der Unterschied zwischen einer Blockhalde und eines Blockmeeres liegt im Entstehungsprozess. Ein Blockmeer wurde größtenteils zusammengespült, wohingegen eine Blockhalde rein von der Schwerkraft zusammengehalten wird. Als Geröllhalde (oder Felsenmeer) werden ähnliche Gebilde benannt, die aber hinsichtlich der Korngröße des Schutts viel kleiner sind. Auf Geröll, was aus Kies und Sand besteht, kann sich schnell eine Humusschicht mit Pioniervegetation ansiedeln. Auf Blöcken ist dies viel schwieriger, da die Oberfläche kleiner ist und Bodenpartikel sofort weggespült oder heruntergeweht werden.</p>

<p>So spannend die Untersuchung solcher Blockhalden sein kann, wird von einem Betreten dessen deutlich abgeraten. Aufgrund fehlender Bindemittel sind die Brocken instabil gelagert und Unfälle beim Besteigen der Halden sehr wahrscheinlich.<br />
</p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/keine-riesen-oder-trolle-die-entstehung-von-blockhalden.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/keine-riesen-oder-trolle-die-entstehung-von-blockhalden.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Aufschluss</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Blockmeer</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Felsenmeer</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Verwitterung</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Wald</category>
            
            <pubDate>Fri, 22 Jul 2011 09:21:29 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Überall zu finden, doch nie genug beachtet: Die Taluszone an Steilhängen</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Die Muschelkalkklippen von Jena sind ein Beispiel für eine Landschaft, die von widerstandsfähigen Gesteinspaketen geprägt werden. Unterhalb des Steilabfalls dieser Gesteine bilden sich charakteristische Bereiche, nämlich kegelförmige Schutthänge.<br />
Diese Schuttkegel folgen den Massiven, sie überdecken die sanfteren Formen der Buntsandsteinplatten. Nach und nach werden sie, wie in den hiesigen Lagen, von Vegetation überdeckt. Der Bundsandstein hat der Erosion nicht so viel entgegenzusetzen, wie der nur begrenzt lösliche Muschelkalk aus Calciumkarbonat. Letzterer kann vom Regen nur sehr schlecht aufgelöst werden - reines Calciumkarbonat gilt als „praktisch unlöslich in Wasser: 14 mg·l−1 (20 °C)"<br />
<p><br />
<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/18/talus.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/18/talus.php','popup','width=800,height=533,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/18/talus-thumb-400x266.jpg" width="400" height="266" alt="talus.jpg" class="mt-image-left" style="float: center; margin: 0 20px 20px 0;" /></a></span><br />
<small>Bewaldete Taluszone des Muschelkalks von Jena. Urheber: <a href="http://lichtecho.blogspot.com/">Stefan Taube</a></small></p></p>

<p>Nun ist der Muschelkalk natürlich nicht rein und die Natur ist kein Chemielabor, so kommt es an den Sedimentationsgrenzen durchaus zur Bildung von Wasseradern, die dann nicht chemisch, sondern über Frostsprengung zu einer Zersetzung des Gesteins  führen. Dazu kommt eine Erhöhung des Lösungspotentials im Regenwasser durch Ansäuern. Nicht nur „saurer Regen" ist in der Lage, Veränderungen im karbonatischen Mineralbestand auszulösen. Schon eine geringe Bodenbedeckung mit Flechten und anderen Pflanzen, spätestens aber eine Humusschicht, kann den Untergrund durchlässiger und porös machen. Durch physikalische Verwitterung abgesprengte, chemisch widerstandsfähige Gesteinsbrocken stürzen nach und nach in die Tallagen. Der Geologe spricht hierbei von einer Taluszone, nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Talus_%28Geologie%29">Talus</a>, dem Begriff für die Schutthalde.</p>

<p><br />
Definiert wird der Talus als fächerförmiger Körper am Fuß von Steilhängen. Nun kommt Mathematik ins Spiel: Die Art und Weise, wie die Bruchstücke letztlich aufgetürmt werden, ist, wie eigentlich alles in der Natur, nämlich nicht willkürlich. Je nach Korngröße, Platzangebot, Beschaffenheit des Ausgangsmaterials und Reinheitsgrad werden Hangneigungen von 26- 42° gebildet. Jedes Gestein/Mineral hat eine spezifische Hangneigung. So kann man, wenn man das Wissen und eine ausreichende Beobachtungsgabe hat, vielmals von Klippenstruktur, Farbe, Verwitterungsform und Talus auf die grobe Zusammensetzung des landschaftsbildenden Massivs schließen.<br />
<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/18/TalusConesIsfjorden.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/18/TalusConesIsfjorden.php','popup','width=3232,height=1544,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/18/TalusConesIsfjorden-thumb-400x191.jpg" width="400" height="191" alt="TalusConesIsfjorden.jpg" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a></span><br />
<small>Taluskegel an der Nordküste der zu Svalbard („Spitzbergen") gehörenden Insel Ifjorden. Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:TalusConesIsfjorden.jpg&filetimestamp=20090921002524">wikipedia</a></small><br />
</p></p>

<p>Man kann das auch ganz leicht selbst ausprobieren. Nimmt man einen feinen, trockenen  Sand und lässt ihn gleichmäßig auf den Untergrund rieseln, wird sich ein recht flacher Kegel bilden, der sehr gleichmäßig ansteigt. Aber mit zunehmender Höhe wird auch die Grundfläche größer. Die Hangneigung, also der Winkel zwischen Hypotenuse und Ankathete des Kegelquerschnitts, wird jedoch immer gleich bleiben, egal wie hoch der Sandberg bei gleichbleibender Materialzusammensetzung wird.<br />
Hier zeigt sich, wie genial einfach die Geologie sein kann. Dieses Experiment kann man nämlich hervorragend im Urlaub am Sandstrand nachmachen.<br />
<p><br />
<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/18/Schuettwinkelrp.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/18/Schuettwinkelrp.php','popup','width=591,height=400,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/18/Schuettwinkelrp-thumb-400x270.jpg" width="400" height="270" alt="Schuettwinkelrp.jpg" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a></span><small>Schüttwinkel von grobem Sand. Quelle: Anton via <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Schuettwinkelrp.jpg&filetimestamp=20081231235538">wikipedia</a></small><br />
</p></p>

<p>Wenn man nun dem Sand eine weitere Korngröße beimischt, zum Beispiel Kies oder Ton, dann wird man in der Lage sein, einen steileren Kegel aufzurichten. Der Grund für die unterschiedlichen Böschungswinkel liegt unter anderem  in der Gestalt der einzelnen Körner und der Abweichung vom Idealfall der Kugel. Die Hangneigung des Schuttkegels entspricht dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reibungswinkel">Reibungswinkel</a>, also dem Winkel, bis zu dem eine Ebene gerade noch geneigt werden kann, ohne dass das Material abrutscht. Er lässt Rückschlüsse über die Rauheit der Elemente zu.</p>

<p><br />
Beim Experimentieren mit Sand am Meer wird man eines feststellen: Eine wirkliche Spitze kann man nicht errichten (geht man von trockenem Material aus). Das liegt daran, dass Sand mikroskopisch einer dichtesten Kugelpackung sehr nah kommt.  Auch eine Hangneigung von über 40° wird man mit Sand nicht erreichen können.</p>

<p><br />
Um den Bogen zu  den Muschelkalkhängen wieder zu schließen: In der Natur hat man natürlich weder gleiche Körnungen noch homogene Substanzen. Je verschiedener die Körnung, die Verdichtung, der Wassergehalt (und die damit verbundenen Kohäsionskräfte) und die mineralische Zusammensetzung, umso steiler sind die Tali und je nach Landschaftsbild natürlich auch die Taluszone. Aber innerhalb einer Landschaft können die Kegel sehr gleichmäßig ausfallen.</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/die-muschelkalkklippen-von-jena-sind.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/die-muschelkalkklippen-von-jena-sind.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Erosion</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">physikalische Verwitterung</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Schutthalde</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Talus</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Taluszone</category>
            
            <pubDate>Mon, 18 Jul 2011 14:49:30 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Auf den Spuren einer versunkenen Landschaft</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Ich glaube, die Geophysiker um Ross Hartley können ein Wort nicht mehr hören: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantis">ATLANTIS</a>!<br />
Um geowissenschaftliche Forschung für alle Welt interessant zu machen reicht es wahrscheinlich nicht, einen wirkllich spannenden Prozess zu entdecken und zu beschreiben, nein, ein hübsches Aushängeschild muss her. Und wie so oft, muss das alte, <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,773688,00.html">verlorengegangene Atlantis</a> herhalten.</p>

<p>Doch worum geht es denn eigentlich?</p>

<p>Die Wissenschaftler der University of Cambridge haben 3-D-Analysen seismischer Daten verwendet, um eine <a href="http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/full/ngeo1191.html">känozoische Küstenlandschaft zu rekonstruieren</a>, die im Nordosten Europas im paläozän-eozänen Klimaoptimum vor 55 Mio Jahren existierte.</p>

<p>Der isländische <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Plume_%28Geologie%29">Mantelplume </a>unterströmte eine Region von 10.000 Quadratkilometern und sorgte durch die resultierenden Temperaturschwankungen für ein intermittierendes An- und Abschwellen des Krustenbereiches, der heute Schottland darstellt.</p>

<p>Die Schelfregionen wurden mehrmals auf über Meeresspiegelniveau angehoben. In dem Zuge setzte natürlich sofort eine erosive Zersetzung des Materials und dessen Abtragung ein. Nach Erreichen des Maximalanstiegs kam es aufgrund von fehlendem Magmanachfluss zur Absenkung der Region und der damit verbundenen Überdeckung mit marinen Sedimenten.</p>

<p>Eine solche Paläomorphologie wurde nun vom Team um Ross Hartley untersucht.<br />
Drei Anhebungsperioden konnten definiert werden, bei dem die Hebungsrate jeweils zwischen 200m und 400m lag. Hügel von 800m ü.NN entstanden so in einem Wimpernschlag, denn die Gesamtdauer der "kleinen Orogenese" betrug in etwa eine Million Jahre.<br />
In dieser Zeit entwickelte sich ein ausgeprägtes Netzwerk von Drainagestrukturen. Acht Flüsse transportierten den groben Schutt in die zentrale Senke, entwässert wurde das Tal über einen mäandrierenden Strom hin zu einer prominenten Klippe.</p>

<p>Das Ganze liegt nun unter etwa 2000m Sedimentdecke im Nordatlantik. <br />
Und, mal ganz ehrlich, mit ein bisschen Fantasie wird daraus eine idyllische Halbinsel, viel schöner als irgendein übertriebener antiker Mythos. Lassen wir die Wissenschaft für sich sprechen. Sie ist schön genug.</p>

<p><small>Quelle: <a href="http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/full/ngeo1191.html">Transient convective uplift of an ancient buried landscape Ross A. Hartleya, Gareth G. Roberts, Nicky White, Chris Richardson, May19, 2011</a></small><br />
<a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/auf-den-spuren-einer-versunkenen-landschaft.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/auf-den-spuren-einer-versunkenen-landschaft.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Atlantis</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Geomorphologie</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Geophysik</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Schottland</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Seismik</category>
            
            <pubDate>Tue, 12 Jul 2011 10:21:51 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Leben wir in einem neuen Erdzeitalter?</title>
            <description><![CDATA[
     <p><a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,769581,00.html">Immer wieder einmal</a> geistert es durch die Medien, egal ob wissenschaftlich oder allgemein:<br />
<u><strong><br />
Ein neues Erdzeitalter ist angebrochen! </strong></u></p>

<p>Der Mensch mit seinen Treibhausgasen, den Flussbegradigungen, Waldrodungen und Trockenlegungen vollzieht eine derartigen Einschnitt in die Oberflächengestalt unseres Planeten, dass es nicht mehr reicht, das Holozän als "neue", aktuelle Epoche anzusehen. Das Anthropozän soll begonnen haben, wahrscheinlich mit Beginn der Industrialisierung um 1800. </p>

<p>Ich nehme mal an, meine Leser werden nicht im Detail damit bewandert sein, wie das (noch) aktuelle Erdzeitalter des Holozäns gegliedert ist, sowie die botanischen und klimatischen Entwicklungen kennen, die sich vollzogen haben. Deswegen gebe ich euch einen kurzen Abriss, damit sich jeder eine eigene Meinung darüber machen kann:</p>

<p>Das Holozän begann mit einem dramatischen Temperaturanstieg, der das Ende der letzten Eiszeit markierte. Im sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4boreal">Präboreal</a>, dem ältesten Stück Holozän, stieg die globale Temperatur innerhalb weniger Jahrzehnte um 6°C an. Die baumlosen Tundren der Nordhemisphäre wurden von Pflanzen und Tieren erobert, denn die Sommer glichen den heutigen, nur die Winter waren noch sehr kalt. Zusammen mit der Hasel breitete sich auch der Mensch in Mitteleuropa aus. Archäologen sprechen vom Mesolithikum.</p>

<p>Das darauf folgende Boreal war eine Epoche des Wandels. Die skandinavischen Gletscher schmolzen, der Meeresspiegel stieg an, zu Beginn war England noch mit Europa über eine Landbrücke verbunden, wurde allerdings nun zur Insel, genau wie Irland, denn die Irische See füllte sich. Das Klima in Europa war kontinental und trocken. Wärmeliebendere Pflanzen mischten sich von Süden her unter die Haselwälder, mehr und mehr nahmen verschiedene Eichen den vorherrschenden Platz ein. Jäger und Sammler der Mittelsteinzeit nutzten Pfleile, Bögen und Speere zum Jagen, aber auch Paddel und Körbe fand man, die mit Tieren wie Schlangen, aber auch Menschen verziert waren.</p>

<p>Doch die Temperatur stieg weiter an, für die Menschen, Tiere und Pflanzen war das Vermehren einfacher geworden, natürlich sind auch die Belege des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantikum">Atlantikums </a>reichhaltiger, ist es doch mit 7300-3700J.v.Ch. nicht wirklich lange vergangen.<br />
Man geht von etwa 2,5°C MEHR in Mitteleuropa aus als heute die Durchschnittswerte sind. Aber es war auch deutlich feuchter. Das Abschmelzen der Nordamerikanischen Gletscher und das rasante Ansteigen des Meeresspiegels führte möglicherweise zum Überlaufen des Mittelmeeres und so zur Füllung des Schwarzen Meeres.<br />
Die Sahara war von heftigen Monsunregen gezeichnet  und ein Füllhorn an Biodiversität.<br />
Im Allgemeinen wird diese Periode als "Klimaoptimum" bezeichnet.</p>

<p>Gegen Ende dieser Epoche sanken die Temperaturen jedoch wieder. Ab 4700v.Ch. konnte man in den Alpen ein deutlichers Gletscherwachstum feststellen.<br />
Demnach wurde für die darauffolgenden Jahre, bis ca. 450v.Ch. das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Subboreal">Subboreal </a>festgelegt. Es war trockener und kühler als im Atlantikum, aber dennoch wärmer als heute. Die Abkühlung wird insbesondere in Skandinavien durch den Rückgang der Ulmen deutlich, in Westeuropa ist dieTrennung nicht ganz so scharf. Heidepflanzen breiteten sich stark aus.</p>

<p>Das heute (noch?) vorherrschende Zeitalter nennt sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Subatlantikum">Subatlantikum</a>. Temperaturschwankungen sind vorherrschend, wobei man hierbei auch die deutlich feinere Messtechnik und bessere geologische Dokumentation berücksichtigen sollte.<br />
Klimatisch beginnt es mit dem sogenannten "Optimum der Römerzeit", der klassischen Antike. ie darauffolgene Kälteperiode fällt zusammen mit der großen Völkerwanderung, was sicherlich auch einer der treibenden Gründe hierfür war.</p>

<p>Von 800-1200 kam es zu einer erneuten Erwärmung, die fast das Römer-Optimum erreichte. Von der mittelalterlichen Warmzeit hört man ja doch immer wieder einmal. Nicht umsonst konnten die Wikinger ja auch Grönland ("Grünland"!) und Island besiedeln. Das Ende der Warmzeit und die Verschlechterungen des Klimas hatten auch kulturelle Folgen. Die Pestepidemie und Hungersnöte führten zu einem fast 50%igen Bevölkerungsverlust. Den negativen Höhepunkt hatte dieses Pessimum zur "Kleinen Eiszeit" (1550-1860). Bekannte Gemälde von zugefrorenen Seen und Flüssen entstanden, es kam zum Dreisßigjährigen Krieg und zur Französischen Revolution.</p>

<p>Und ziemlich genau dann, ab 1800, zum Beginn der Industriualisierung und dem neuen Wandel zu einem Optimum, wollen Wissenschaftler wie Paul Crutzen eine neue Epoche ansiedeln: Das <em><a href="http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Anthropoz%C3%A4n">Anthropozän</a></em>. Die globale Erwärmung aufgrund von Treibhauseffekt, menschgemachtem Klimawandel, menschlicher Überbevölkerung.</p>

<p>Und jetzt meine Frage:<br />
 Doch macht das wirklich Sinn? Ich bin nicht in der Position, dies zu bestimmen, aber man kann ja darüber nachdenken.<br />
Geologie und damit  tief verwurzelt, die geologische Zeittafel, beschreibt <u>Vergangenes</u>. Markante Zeiger müssen gefunden werden, und das global, die im Untergrund nachweisbare Spuren der Menschheit für die nächsten Jahrmillionen sichern werden. Hierbei spielen Luftbläschen im Eis eine große Rolle, die Treibhausgase einschließen. Auch möglich sind radioaktive Spuren von atomaren Sprengsätzen. <br />
Nicht immer lassen sich die einzelnen Stufen und Systeme einheitlich voneinander trennen. Bei den weit zurückliegenden, Millionen Jahre umfassenden Ären ist das einfacher. So ist zum Beispiel die KT (Kreide/Tertiär) Grenze mit ihrer Iridium- Anomalie fast überall auf dem Planeten bei guten Aufschlussverhältnissen nachgewiesen werden. Die holozänen (Klima-)Stufen im Gegenzug wurden größtenteils über die Pollenanalyse erschaffen und sind somit mehr oder weniger stark regional beschränkt. Trotzdem sind sie in wissenschaftlichen Publikationen Usus.<br />
Zurückkommend zum Anthropozän wird man mit Sicherheit deutliche Daten erheben können, die einen industriellen Wandel begleiten. Doch ist die Zeitspanne von 200, 300 Jahren ist in meinen Augen zu gering, eine historische Marke legen zu können. Sich auf Zukunftsprsopektion zu verlassen, ist beruhigend, aber ist es auch geologisch?</p>

<p>Nun, für mich ist das Zeitalter der Industrialisierung durchaus ein Wendepunkt der Menschheitsgeschichte- aber nicht geologisch. Kulturell? Ja. Wirtschaftlich? Ja. Ethisch? Noch viel mehr. Aber geologisch? Ich sehe mich dann doch eher subatlantisch als anthropozän.  <a href="http://www.welt.de/welt_print/article1639678/Schluss_mit_dem_Holozaen.html">Erdgeschichte wird nicht von uns gemacht!</a></p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/leben-wir-in-einem-neuen-erdzeitalter.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/07/leben-wir-in-einem-neuen-erdzeitalter.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Geistes- &amp; Sozialwissenschaften</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Anthropozän</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Geologische Zeittafel</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Holozän</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Klimawandel</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Menschheit</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Paul Crutzen</category>
            
            <pubDate>Wed, 06 Jul 2011 17:44:04 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Alles nur ein Spiel oder &quot;Wissenschaftler, ärgere dich nicht&quot;.</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Ein Aufschrei geht durch die wissenschaftliche Blogosphäre.<br />
Beginnend mit<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2011-06-22/das-ende-der-l-gen#comments"> Anatol Stefanowitsch</a> gestern und <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/06/plagiatorin-kochmehrin-wird-mitglied-im-forschungsauschuss.php">Florian Freistetter</a> heute, zudem zahlreiche Vernetzungen in Facebook, twitter und anderen Netzen, scheint es zu einem Protest zu kommen, der mehr als gerechtfertigt ist:</p>

<p>Eine deutsche Politikerin, die ihren mittlerweile aberkannten Doktortitel ausgenutzt hat, um Karriere zu machen, wird zum vollwertigen Mitglied im  Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie. </p>

<p>Bitte? Zählen denn Biografie, Lebenslauf, LEISTUNG UND UNVERMÖGEN nur für den "Normalbürger"?<br />
Würde man einen Durchschnittsposten in einem Durchschnittsunternehmen besetzen wollen, würde jeder Kanditat mit einer lückenhaften oder auch nur ansatzweise zweifelhaften Vita nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Seine Bewerbungsmappe würde mit einem Kaffeefleck und rotem Post it im Mülleimer landen. </p>

<p>Anders bei scheinbar machtvollen Positionen. Hier wird wildes "Mensch ärgere dich nicht" gespielt. Die wenigen Personen, die diese Stellen besetzt halten, werden in einem Würfelspiel nach Gutdünken umverteilt. Nach dem Motto: Gehe nicht über Los, ziehe nicht 5000 Mark ein. (Nur, dass sie es wahrscheinlich doch machen)</p>

<p>Die Arbeitssuchenden in diesem Lande müssen sich ganz schön verhöhnt fühlen angesichts dieser Methodik. Nicht Kompetenz zählt, sondern Dreistigkeit. <br />
Man sah es schon beim neuen Bundesminister-Halma:</p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/23/Capture.GIF"><img alt="Capture.GIF" src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/23/Capture-thumb-400x196.gif" width="400" height="196" class="mt-image-center" style="text-align: center; display: block; margin: 0 auto 20px;" /></a></span></p>

<p>Ich frage mich, seit wann "mit der Materie vertraut" eine bestätigte fachliche Qualifikation darstellt.</p>

<p>Die Beförderung von Frau Koch-Mehrin zum Oberhaupt von Forschung und Wissenschaft zeigt dies ganz deutlich: Um ganz oben mitzuspielen, muss man nur gut würfeln können.</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a><br />
</p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/alles-nur-ein-spiel-oder-wissenschaftler-argere-dich-nicht.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/alles-nur-ein-spiel-oder-wissenschaftler-argere-dich-nicht.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Politik</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Ausschuss für Industrie</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Bahr</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Betrug</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">EU</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Europäische Union</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Forschung und Energie</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Halma</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Kritik</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Mensch ärgere dich nicht. Monopoly</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Ministerposten</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Plagiat</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Politik</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Rösler</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Silvana Koch-Mehrin</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Wissenschaft</category>
            
            <pubDate>Thu, 23 Jun 2011 11:02:36 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Doch kein Kipppunkt im arktischen Eisschild? Es gibt wieder Grund zum Hoffen.</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Naturwissenschaftler verstehen sich gut darin, komplizierte Systeme vereinfacht darzustellen. Das ist auch gut und richtig so, denn auf diese Art und Weise decken sie Zusammenhänge auf, die bei der Betrachtung einzelner Faktoren vielleicht nie aufgefallen wären.<br />
Im Hinblick auf das Klima unseres Planeten gibt es (unter anderem) die Theorie der Kipppunkte oder die Tipping Elements als Hinweise auf ebendiese.<br />
Ursache und Wirkung stehen hierbei in drei unterschiedlichen Beziehungen zueinander:<br />
<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/380px-Tipping_Points_Ursache_Wirkung.php" onclick="window.open('http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/380px-Tipping_Points_Ursache_Wirkung.php','popup','width=380,height=537,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false"><img src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/assets_c/2011/06/380px-Tipping_Points_Ursache_Wirkung-thumb-190x268.jpg" width="190" height="268" alt="380px-Tipping_Points_Ursache_Wirkung.jpg" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /></a><small>Bildquelle: <a href="http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Kipppunkte">Bildungsserver</a></small></span> </p>

<p>1. geradlinig: Ursache hat Wirkung.<br />
2. schwingend: Eine Ursache hat eine (eineindeutge) Wirkung, aber der Weg dahin verläuft instabil.<br />
3.Bifurkation: Eine Ursache hat nur in einem bestimmten Fenster eine bvestimmte Wirkung. Werden Grenzwerte überschritten, springt das System in einen anderen Zustand und ässt sich durch Veränderung/Rücknahme der Ursache nicht wieder in den Originalzustand zurückversetzten. Hier spricht man dann von Kipppunkten. Das Verhalten von komplexen Systemen nach diesen Regeln kann man auf alles Mögliche anwenden, ob nun Finanzmärkte oder Ökosysteme, man findet es überall.<br />
So versuchen Klimatologen anhand der zugrundeliegenden Formeln, zum Beispiel die Dynamik der schmelzenden Gletscher im gesamten Stoffkreislauf darstellen zu können. Gäbe es einen Kipppunkt für das Meereis der Arktis, wäre es ja interessant zu wissen, ob man diesem nahe kommt. Denn wenn die Theorie der Kipppunkte hier Anwendung fände, würde selbst ein verringerter CO2 Ausstoß nichts mehr bringen, wenn er schon überschritten wäre.<br />
Die <a href="http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Eis-Albedo-R%C3%BCckkopplung">Eis-Albedo-Rükkopplung</a> steht hierbei unter besonderer Beobachtung. Hierbei handelt es sich um eine Verstärkung des Effekts durch Rückkopplung: Das Eis schmilzt, legt Meerwasser frei. Dieses absorbiert die einfallende Lichtstrahlung deutlich mehr als das helle Eis, welches einen Großteil der Energie wieder reflektiert. Durch die Strahlungsaufnahme des Meerwassers kommt es jedoch auch zu einer Erwärmung, welche letztlich den Schmelzprozess des festen Eises vorantreibt. Somit wird die Strahlungsaufnahme durch die Flächenvergrößerung wieder potenziert und das Ganze windet sich spiralförmig weiter.<br />
2007 wurde der bisher größte Wert abgeschmolzenen Eises gemessen, was die Wissenschaft dazu veranlasste, über die Existenz des Kipppunktes und dessen etwaige Überschreitung detaillierter nachzudenken.<br />
Wäre dies der Fall, dann wäre das vollständige Abtauen des Meereises nicht mehr zu stoppen.<br />
Allerdings, und nun kommt die gute Nachricht, haben die Wissenschaftler im Team um Dirk Notz vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie Hinweise entdeckt, die die Existenz eines Kipppunktes negieren. Laut ihrer Arbeit (Geophysical Research Letters, 26.01.2011) reagiert die Eisbedeckung ziemlich genau auf die jeweiligen lokalen klimatischen Bedingungen. Somit besteht noch immer die Hoffung auf das Verlangsamen oder das Stoppen der arktischen Eisschmelze.</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/doch-kein-kipppunkt-im-arktischen-eisschild-es-gibt-wieder-grund-zum-hoffen.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/doch-kein-kipppunkt-im-arktischen-eisschild-es-gibt-wieder-grund-zum-hoffen.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Arktis</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Eisschmelze</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">globale Erwärmung</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Kipppunkt</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Klimaforschung</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Klimatologie</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Meereis</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Tipping Element</category>
            
            <pubDate>Fri, 17 Jun 2011 15:10:12 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Ein Hauch von Mystik liegt in der Luft</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Man mag ja die heutige Mondfinsternis sehen wie man will. Ich werde sie jedenfalls vom Balkon aus sehen. Und wenn man durch die naturwissenschaftliche deutschsprachige Blogoshäre schaut, findet man auch fast überall einen Artikel zu dem Thema.</p>

<p>Wie eine Mondfinsternis funktioniert, lässt sich also schnell herausfinden (<a href="http://www.vds-astro.de/nachrichten/datum/2011/06//totale-mondfinsternis-am-15-juni-2011-vds-berichtet-live-im-netz.html?tx_ttnews[backPid]=24&cHash=3a40c2cb45">Hier in etwa</a>) . Was die BILDzeitung ganz plakativ als Blutmond bezeichnet, auch. (<a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/06/mondfinsternis-heute.php">Bei Florian zum Beispiel</a>)</p>

<p>Warum also noch einen Artikel über die Mondfinsternis? Nun, weil man zum Beispiel noch auf Twitter hinweisen sollte. Unter <a href="http://twitter.com/#!/search/%23mondfinsternis">#mondfinsternis</a>, <a href="http://twitter.com/#!/search/%23blutmond">#blutmond</a> oder <a href="http://twitter.com/#!/search/%23mofi">#mofi</a> sollte man heute abend einen schönen deutschlandweiten Eindruck der Sichtbarkeit und der Euphorie (oder ggf. Langeweile) erhalten können.</p>

<p>Woran ich allerdings bei Vollmond, Blutmond, Mondfinsternis und all dem pseudoesoterischem Zeugs denken muss ist dies: Werwölfe!</p>

<p>Nun, auch als Wissenschaftler kann und darf man Mythen spannend finden. Man muss sie ja nicht für real betrachten, dafür sind es ja Mythen. Aber wo bleibt denn das geheimnisvolle, das fantastische, die Spielwiese für die eigene Fantasie, wenn mann nicht wenigstens mal einen Blick in dunkle Mythen wirft. Und Werwölfe sind (neben Drachen) etwas ganz und gar cooles.<br />
Wusstet ihr, dass die ganze "Er erwacht bei Vollmond, weil er vorher von einem anderen Werwolf gebissen wurde" ein Hollywoodtrick ist? Und dass es Abwandlungen in Drehbüchern gibt, in denen Werwölfe nicht durch Silberkugeln, sondern durch das Betrachten einer Mondfinsternis (da haben wir den Bogen wieder) sterben?  Die ursprünglichen Legenden reden da eher von bewussten Gestaltwandlungsprozessen (jaha, denkt ruhig an <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3551582246/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&tag=ankesblog-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3551582246">Jacob Black</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=ankesblog-21&l=as2&o=3&a=3551582246" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />) oder Zeremonien, bei denen Wolfspelze übergezogen wurden.</p>

<p>Spannend bei dem Ganzen finde ich (und hier bricht wieder der Wissenschaftler durch) die Hintergründe für solche Legenden. Vierfüßlergang, Heulen, Krämpfe, das "Tiersein"- klingt alles sehr nach einer Psychose. Vielleicht waren manches auch Bräuche, Feiern, Tänze oder sonstige Verhaltensmuster, die von "Gelehrten" schlicht nicht reflektiert und für "besessen" erklärt wurden.</p>

<p>Noch einleuchtender ist der Zusammenhang zur Tollwut. Gebissen von einem Tier mit Schaum am Maul, geplagt von Krämpfen, mit Angst vor Wasser und gleichzeitigem unglaublichen Durst, der in spastischem Atmen und Hecheln resultiert, einem verzerrten Gesichtsausdruck und dem Um-Sich-Beissen. Kein Wunder, dass man dachte, der Erkrankte verwandle sich in das Tier, welches gebissen hat.</p>

<p>Zudem wurden Wölfe für böse gehalten, fraßen sie doch den Bauern ihre Tiere weg (was ja damals die Lebensgrundlage sehr vieler Menschen war). </p>

<p>Werwölfe wurden also schnell zum Symbol für alles mögliche. Auch in der Literatur.<br />
Mein "Lieblingswerwolf" (wenn man das so sagen kann) ist (wen wunderts) Sympathieträger Remus Lupin, bekannt aus der <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3551553491/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&tag=ankesblog-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3551553491">Harry Potter Saga</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=ankesblog-21&l=as2&o=3&a=3551553491" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" />. <br />
In ihm wird der Werwolf als eine Art Opfer dargestellt. Mit dem <a href="http://de.harry-potter.wikia.com/wiki/Wolfsbanntrank">Wolfsbanntrank </a> kann sein Verwandeln unterbunden werden, dennoch kränkelt er langsam dahin. Als chronische Krakheit oder Behinderung wird die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lykanthropie">Lykanthropie </a> dargestellt. Natürlich gibt es auch den begeisterten, animalischen Gegenpart in Form von <a href="http://de.harry-potter.wikia.com/wiki/Fenrir_Greyback">Fenrir Greyback</a>, der es insbesondere aufs Beißen von Kindern abgesehen hat.</p>

<p>Und als letztes: Kaum eine gte Rockband hat in ihrem Repertoire kein Titel, der sich mit dem Thema "Werwolf" auseinandersetzt. Beispiele gibt es viele, angefangen von Metallica ("Of Wolf and Man") oder "Wolf" von Iced Earth. (Ja, auch nicht-gitarrenlastige Interpreten haben sich dazu geäußert, aber das höre und empfehle ich nicht) <br />
Die beste Umsetzung (musikalisch, nicht musikvideotechnisch) ist allerdings diese, und hier bin ich deutlich voreingenommen:</p>

<p><iframe width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/lH799LhZnJI" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>

<p>Und damit verabschiede ich mich in einen (WOLKIGEN???) Nachmittag, um diese zu vertreiben, damit ich heute abend auch gute Sicht auf den Blutmond und die Werwölfe habe ;) Wer verfolgen will, ob die Mondfinsternis auch in Jena zu beobachten ist, der <a href="http://twitter.com/#!/geologin">folge mir</a>.</p>

<p>UPDATE:<br />
Ja, auch bei uns war es absolut bewölkt. Leider habe ich den blutigen Mond nicht sehen können und war- gelinde gesagt, frustriert.<br />
Nachdem die ISS dann aber flink, schnell, pünktlich und hell vorbeigesaust war, besserte sich die Laune und dann gab es noch eine etwa zehnminütige Wolkenlücke. Nach Sichtung des mürben Bildmaterials gebe ich euch diese beiden Schnappschüsse des Halbschattens, zum mich-Bemitleiden. Herzlichen Dank.</p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="Halbschatten.PNG" src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/16/Halbschatten.PNG" width="350" height="322" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 20px 20px 0;" /></span><br />
<span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="Halbschatten2.PNG" src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/16/Halbschatten2.PNG" width="285" height="242" class="mt-image-left" style="float: left; margin: 0 0 20px 20px;" /></span><br />
<p><br />
<a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a><br />
</p></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/ein-hauch-von-mystik-liegt-in-der-luft.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/ein-hauch-von-mystik-liegt-in-der-luft.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Legende</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Mondfinsternis</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Mythos</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Werwolf</category>
            
            <pubDate>Wed, 15 Jun 2011 14:55:13 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Was die unsymmetrische Erde mit Grönland zu tun hat:</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Über das Abschmelzen des Grönlandeises, des arktischen Schildes und der Folgen für die Ozeanströmungen und damit dem Klima / Wetter wurde ja schon viel geschrieben (<a href="http://geologisch.wordpress.com/2011/04/06/der-suswasseranteil-des-arktischen-ozeans-steigt-rasant/">unter anderem hier</a>, den Artikel sollte ich mal migrieren), aber es gibt noch einen weiteren Effekt, den die veränderten Wassermassen im Ozean haben: Die Gestalt der Erde ändert sich. <br />
Vereinfacht ist unser Planet schon kugelig, aber streng gesehen ist die Länge des Äquators nicht gleich der Länge der Meridiane. Um die Mitte ist er ca. 42km dicker als in der Länge. Der Grund liegt in einem komplexen Zusammenspiel von Kontinental- und Wassermassen in Verbindung mit der Erdrotation.</p>

<p>Die <a href="http://www.nasa.gov/vision/earth/lookingatearth/earthshape.html">NASA </a>veröffentlichte hierzu eine gute Grafik:</p>

<p><span class="mt-enclosure mt-enclosure-image" style="display: inline;"><img alt="squashed earth.jpg" src="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/08/squashed%20earth.jpg" width="362" height="312" class="mt-image-center" style="float: center; margin: 0 20px 20px 0;" /></span></p>

<p>Hatte man in den 70er Jahren noch angenommen, die Erde würde langsam runder werden, setzte sich dieser Trend bis Anfang der 90er auch fort. Durch das Verschwinden der Eismassen nach der letzten Eiszeit gab es ein Ausgleichen (vgl. Isostasie) in nördlichere Breiten und somit ein "Ausbeulen" der Erdgestalt.</p>

<p>ABER. Offenbar  führte das zugeführte flüssige Wasser seit den 90ern zu einer erneuten Verstärkung der Querschnittsverschiebung.  So kam es durch das Anheben der Landmassen zwar weiterhin zu einem Ausgleich, das freie Wasser allerdings legte sich um den eh schon verbreiteten Äquator. Messdaten zur Gravitation des GRACE Satelliten lieferten alle Indizien zu dieser Theorie. "Noch ist es spekulativ, aber die Fakten fügen sich zusammen." so zieht John Wahr der Universität von Colorado Bilanz.<br />
Der Zeitrahmen (Anfang 90er/ Mitte der 80er) ist für Glaziologen interessant. In einem Modell "<a href="http://www.nature.com/news/2008/080416/full/452798a.html">Losing Greenland</a>" versuchen sie nämlich, den Punkt zu ermitteln, an dem der Eispanzer Grönlands, ebenfalls ein Relikt der Eiszeiten, begonnen hat, massiv abzunehmen und festzustellen, ob dieser Prozess bereits irreversibel ist.<br />
Ich glaube, dazu sollte ich auch mal etwas schreiben.</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/was-die-unsymmetrische-erde-mit-gronland-zu-tun-hat.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/06/was-die-unsymmetrische-erde-mit-gronland-zu-tun-hat.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Erde</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Erdform</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Erdgestalt</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Gletscherschmelze</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">GRACE Satellit</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Gravitation</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Grönland</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">NASA</category>
            
            <pubDate>Wed, 08 Jun 2011 16:30:49 +0100</pubDate>
        </item>
        
   
        <item>
            <title>Die Plattentektonik.</title>
            <description><![CDATA[
     <p>Nachdem meine kleine Abhandlung der<a href="http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/05/die-geschichte-der-kontinentaldrift.php"> Geschichte der Plattentektonik</a> auf Interesse gestoßen ist, dachte ich, ich führe das Ganze heute gleich mal weiter.</p>

<p>Viele (Irr)wege wurden beschritten, bis<a title="Wegener" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Wegener" target="_blank"> Alfred Wegener</a> 1915 den Mut hatte, revolutionäre Aussagen zum Auseinanderbrechen und Bewegen der kontinentalen Lithosphäreplatten der Erdkruste zu veröffentlichen.  Seine Begründungen über Gezeiten-, Flieh- oder andere Gravitationskräfte als darunterliegenden Mechanismus hinderten seine Theorie damals, den Durchbruch zu erlangen. Erst 1960 mit der Erforschung der Plattentektonik, sollten seine Ideen endlich breiten Anklang finden.<!--more--></p>

<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3896787446/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&tag=ankesblog-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3896787446">Die Plattentektonik</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=ankesblog-21&l=as2&o=3&a=3896787446" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> ist die Grundlage für die meisten groben geologischen Prozesse auf diesem Planeten. Auch wenn nicht alle Phänomene bis zur Gänze geklärt sind, wird sie in ihrer Gesamtheit doch von den meisten Menschen heute als schlüssig und wahrscheinlich angesehen.</p>

<p><a href="http://geologisch.files.wordpress.com/2011/03/plattengrenzen.png"><img class="size-full wp-image-303" title="Plattengrenzen" src="http://geologisch.files.wordpress.com/2011/03/plattengrenzen.png" alt="" width="510" height="282" /></a><br />
<small>Vorgänge an Plattengrenzen. Systematisch</small></p>

<p>So sorgt die Konvektion des zähviskosen Gesteinsmaterials  im Erdmantel dafür, dass die äußeren Bereiche, die die sieben großen Lithosphärenplatten einbetten, langsam und stetig bewegt werden. Die Erdkruste und ihre ozeanische und kontinentale Kruste sind somit nicht "schwimmende" Fragmente auf einem heissen, flüssigen Untergrund sondern lediglich die sichtbare, abgekühlte "Haut" des Mantelkörpers. Diese ist teilweise eingerissen und wird kontinuierlich neu gebildet und vernichtet.</p>

<p>Primäre Auswirkungen dessen sind die Entstehung von Faltengebirgen und Tiefseerinnen. Beide dienen der Auflösung/Aufschichtung von Krustenmaterial. Im Falle der Gebirge natürlich vornehmlich der kontinentalen, an Tiefseerinnen durch Subduktion die ozeanische Kruste. Sekundäre Phänomene sind in diesem Zusammenhang Vulkane und Erdbeben, mit all den tertiären Erscheinungen wie Tsunamis, Hangrutschen, Ascheregen, Natur- und Humankatastrophen.</p>

<p>An destruktiven Plattengrenzen findet man eine Vielzahl von Prozessen und Phänomenen, die stark von den spezifischen Gegebenheiten des Untergrundes abhängig sind. Subduktion, also das "Abtauchen" der dichteren Masse unter der leichteren oder das Kollidieren und Auffalten der Plattenränder sind die groben Mechanismen, die hier zu Grunde liegen.</p>

<p>Die Anden als Hochgebirge am Rande einer klassischen Subduktionszone sind auch im alltäglichen Umgang mit Geomorphologie kein Geheimnis mehr. Im Tiefseebereich kommt es immer wieder, wie im Beispiel der japanischen Inseln, zu einer gekrümmten Inselkettenbildung vulkanischen Ursprungs. Die Krümmung resultiert aus der Kugelform der Erde und der damit verbundenen Geometrie der Plattengrenzen. Werden nur ozeanische Platten subduziert, wie es in der südostasiatischen Inselwelt oder der Karibik der Fall ist, wo die Platten zudem noch entgegengesetzt gerichtet bewegt werden, ist die global heftigste Vulkanaktivität nicht mehr verwunderlich.</p>

<p>Ist zwischen zwei Platten der ozeanische Bereich völlig aufgebraucht und stoßen somit kontinentale Massen aufeinander, wie im Falle der Indischen Platte und Asien, kommt es, siehe Himalaya, zu massiven Gebirgsbildungen.</p>

<p><a rel="http://www.thefullwiki.org/Bruce_C._Heezen" href="http://geologisch.files.wordpress.com/2011/03/tharp_heezen.jpg"><img class="size-full wp-image-288  " title="tharp_heezen" src="http://geologisch.files.wordpress.com/2011/03/tharp_heezen.jpg" alt="" width="180" height="178" /></a><br />
<small>Heezen und Tharp. Dank an &quot;http://www.thefullwiki.org/Bruce_C._Heezen&quot</small></p>

<p>Um den Erdradius gleich zu halten, muss an anderer Stelle natürlich neues Material gebildet werden. Dies geschieht an divergierenden Plattengrenzen, an denen basaltischer Meeresboden ständig neu an die Oberfläche dringt. Das sogenannte "Seafloor spreading" war auch Grund für die Entdeckung der Plattentektonik, sorgten doch Wissenschaftler wie Hess, Dietz und Carey dafür, dass mehr und mehr Publikationen an die Öffentlichkeit drangen, die genau diese Punkte untersuchten. <a title="Tharp" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Tharp" target="_blank">Marie Tharp</a> als herausragende Kartografin der Meeresböden und mittelozeanischen Rücken sorgte zusammen mit <a title="Heezen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bruce_C._Heezen" target="_blank">Bruce C. Heezen</a> für eine bedeutende Grundlagenforschung. Die „Heezen-Tharp physiographischen Karten" sind geo-geschichtlich hochinteressant und heute in Google Earth eingebunden. Einen Lesetipp habe ich hierfür natürlich auch vorbereitet: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0393320634/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&tag=ankesblog-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=0393320634">Mapping the Deep: The Extraordinary Story of Ocean Science</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=ankesblog-21&l=as2&o=3&a=0393320634" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /></p>

<p><br />
Durch die Erkenntnis, dass diese mittelozeanischen Rücken vulkanisch aktiv sind und zum Teil erhebliche Mengen (Kissen-)Lava freisetzen, diese erkalteten Ströme ein paläomagnetisch spiegelsymmetrisches Streifenmuster verinnerlichen und in weiterer Entfernung der Rücken die Sedimentbedeckung mächtiger wird, lag der Schluss nahe, dass es hier zur Bildung neuer Erdkruste kommt. Interessant ist auch die unterstützende Tatsache, dass keine Messung ein Meeresbodenalter über 200 Mill. Jahren ergeben hat. Im Schnitt ist der Ozeanböden der Erde jünger als 65 Mill. Jahre. Heute hat man ermittelt, dass die Driftraten der großen Lithosphärenplatten bei 2-20cm pro Jahr liegen.</p>

<p><a href="http://geologisch.files.wordpress.com/2011/03/oceanic-stripe-magnetic-anomalies-scheme.gif"><img class="size-full wp-image-300" title="Oceanic.Stripe.Magnetic.Anomalies.Scheme" src="http://geologisch.files.wordpress.com/2011/03/oceanic-stripe-magnetic-anomalies-scheme.gif" alt="" width="255" height="187" /></a><br />
<small>Magnetische Streifung am MOR. (wikipedia.de via Kurgus)</small></p>

<p>Die Grabenbildung ist kein rein ozeanischer Prozess. Da die kontinentalen Platten nicht losgelöst auf der ozeanischen Kruste schwimmen, kommt es auch auf dem Festland zu derartigen Komplexen. Das klassische Beispiel hierfür ist in Afrika zu finden. Das rote Meer als Vorstufe eines Ozeans, der den afrikanischen Kontinent spaltet, ist nicht nur Popcornunterhaltung, sondern geologische Realität. Am <a title="Ostafrikanischer Graben" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ostafrikanischer_Graben" target="_blank">Ostafrikanischen Graben</a> wird Kustenmaterial aufgewölbt, es kommt vermehrt zu Vulkanismus. Eine Riftflankengebirgsbildung kann man hier lehrbuchmäßig verfolgen. Die Erhebung in Nord-Süd-Ausrichtung wird heute als mitbestimmender Antrieb für die Entwicklung des aufrechten Ganges des Menschen angesehen. Durch den verhinderten Wolkenzug nach Ostafrika wandelte sich Regenwald zu Steppenlandschaft und sorgte so für genau die ökologische Nische, die die ersten Hominiden besetzten.</p>

<p>Somit ist eines klar- die Plattentektonik ist nicht nur eine hochkomplexe, logische und spannende Struktur unseres Planeten, die einerseits für Leid, Zerstörung und schlimme Schicksale sorgt, sondern im gleichen Zuge auch lebensnotwendiger Motor dieses Planeten, denn: Die Welt ist im Wandel.</p>

<p><a href="http://flattr.com/thing/171583/Geo-Logisch" target="_blank"><br />
<img src="http://api.flattr.com/button/flattr-badge-large.png" alt="Flattr this" title="Flattr this" border="0" /></a></p>
     <hr />

<a href="http://www.scienceblogs.de/redirect.php?7424,http%3A%2F%2Fwww.scienceblogs.de%2Fwerbung.php" target="_blank"><img src="http://www.scienceblogs.de/rssadds/Banner_Kauf_mich_468.gif" border="0" alt="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " title="Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed. " /></a>


   ]]></description>
            <link>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/05/die-plattentektonik-im-portrait.php</link>
            <guid>http://www.scienceblogs.de/geo_logisch/2011/05/die-plattentektonik-im-portrait.php</guid>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#category">Naturwissenschaften</category>
            
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Alfred Wegener</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Gebiirgsbildung</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Heezen</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Plattentektonik</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Seafloor spreading</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Subduktion</category>
            
                <category domain="http://www.sixapart.com/ns/types#tag">Tharp</category>
            
            <pubDate>Tue, 31 May 2011 14:34:18 +0100</pubDate>
        </item>
        
    </channel>
</rss>