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	<title>Schule, Schulleitung, Familie, DIY</title>
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	<title>Schule, Schulleitung, Familie, DIY</title>
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		<title>Elektrifizierung: Hui und Pfui. #2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Martin Klinge]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 14:40:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erziehung & Familie]]></category>
		<category><![CDATA[electric vehicle]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor zweieinhalb Jahren habe ich mir ein Balkonkraftwerk zugelegt (klick). Anfang 2024 gehörte ich damit (entsprechend der Diffusionstheorie von Rogers) weder zu den Innovators noch den Early Adoptors &#8211; aber doch zumindest zur &#8222;Frühen Mehrheit&#8220;. Mit viel Freude betrachte ich seitdem die App und feiere jede eingesparte Kilowatt-Stunde &#8211; und mittlerweile sind da einige Tausend&#8230;&#160;<div class="read-more-wrapper"><a href="https://halbtagsblog.de/2026/08/12/elektrifizierung-hui-und-pfui-2/" class="button button-primary" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Elektrifizierung: Hui und Pfui. #2</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:left;"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-16086" src="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/Diffusionstheorie-1024x443.jpg" alt="Elektrifizierung: Hui und Pfui. #2 3" width="369" height="160" title="Elektrifizierung: Hui und Pfui. #2 3" srcset="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/Diffusionstheorie-1024x443.jpg 1024w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/Diffusionstheorie-300x130.jpg 300w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/Diffusionstheorie-768x332.jpg 768w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/Diffusionstheorie.jpg 1200w" sizes="(max-width: 369px) 100vw, 369px" /></p>
<p>Vor zweieinhalb Jahren habe ich mir ein Balkonkraftwerk zugelegt (<a href="https://halbtagsblog.de/2024/01/09/endlich-im-team-erneuerbare-mein-balkonkraftwerk/">klick</a>). Anfang 2024 gehörte ich damit (entsprechend der Diffusionstheorie von Rogers) weder zu den Innovators noch den Early Adoptors &#8211; aber doch zumindest zur &#8222;Frühen Mehrheit&#8220;.</p>
<p style="text-align:left;">Mit viel Freude betrachte ich seitdem die App und feiere jede eingesparte Kilowatt-Stunde &#8211; und mittlerweile sind da einige Tausend zusammengekommen. Die gesparten Ausgaben sind für mich nur ein Teil des Gewinns &#8211; noch mehr erfreue ich mich am Gedanken, wie viel weniger Gas und Kohle verbrannt werden mussten. Wunderbar.</p>
<p style="text-align:left;">Schon seit längerem ist mir auch klar, dass unsere beiden Autos durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden &#8211; aber ich hänge der Überzeugung an, dass es für die Umwelt am besten ist, wenn ich mein altes Fahrzeug so lange fahre, wie irgendwie möglich.</p>
<p style="text-align:left;">Traditionell haben wir wenig Glück mit Autos in unserer Familie: Mitten im Urlaub meldet der, vorher zum letzten Mal auf Vordermann gebrachte Familien-Van, einen Motorfehler an. Notdürftig repariert verliert auf der Rückfahrt mitten in der Nacht, ein LKW vor uns seinen Reifen und wir poltern mit hoher Geschwindigkeit drüber. Glück im Unglück: Außer einem riesigen Schlag ist nichts passiert: Es fehlt ein Teil der Frontverkleidung und der Auspuff scheint mir eingedellt zu sein &#8211; aber der Wagen tuckert treu die 1000 Kilometer nach Hause. Spötter unken, dass unser Citroën nun endlich wirklich aussieht, wie ein französisches Auto. Ein bisschen muss er aber noch durchhalten.</p>
<p style="text-align:left;">Anfang der Woche haben wir den Zweitwagen abgestoßen und uns ein gebrauchtes Elektrofahrzeug gekauft: Einen <em>MG4</em> in der Basisausstattung, drei Jahre alt mit knapp gefahrenen 40.000 Kilometern. Preislich liegt der etwas über der Region eines <em>Dacias</em>. Ein Auto für Leute, die keine Kredite für ihr Auto aufnehmen wollen.</p>
<p><img decoding="async" class="alignright wp-image-16087" src="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/MG4-1024x620.png" alt="Elektrifizierung: Hui und Pfui. #2 4" width="371" height="225" title="Elektrifizierung: Hui und Pfui. #2 4" srcset="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/MG4-1024x620.png 1024w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/MG4-300x182.png 300w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/MG4-768x465.png 768w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/MG4.png 1200w" sizes="(max-width: 371px) 100vw, 371px" /></p>
<p>Und&#8230; bei allem, was Recht ist:</p>
<p style="text-align:left;">Bereits nach zwei Minuten Fahrt wächst in mir das Bedürfnis, auch den großen Benziner-Citroën loszuwerden. Wie geschmeidig der MG fährt. Wie leise. Wie sparsam. Ich möchte nie wieder zurück zum Benziner.</p>
<p style="text-align:left;">Wieder gehöre ich weder zu den <em>Innovators</em>, noch den <em>Early Adaptors</em> &#8211; doch inzwischen sind die Preise derart gefallen, dass sich auch dem Gebrauchtmarkt gute Fahrzeuge finden lassen. Und gemeinsam mit der frühen Mehrheit lasse ich mich nun überzeugen und schwimme mit. Lade ich den Wagen an der heimischen Steckdose, bereitet mir Balkonkraftwerk jetzt noch mehr Freude. Durchschnittlich fährt der MG mit etwa 3-4 €uro Strom pro 100 Kilometern das ist etwa ein Viertel dessen, was der Citroën kostet.</p>
<p style="text-align:left;">Spannend &#8211; und ehrlichereise beschämend &#8211; ist jedoch die außerhäusliche Ladestruktur: Ich versuche zunächst, ohne irgendelche Karten, Abos und Anmeldedienste klarzukommen. Laden beim <strong>Lidl</strong> geht aber nicht so einfach. Erst müsste ich mich anmelden, allerlei Daten hinterlegen und während ich das noch versuche, werde ich ausgeloggt und gebe schließlich entnervt auf. Zehn Meter weiter steht ein <strong>HyperCharger</strong>. &#8222;Einfach App installieren und laden&#8220;, besagt das Display. Aber welche App? Das steht da nicht. Nach ein paar Minuten hilflosen googlens habe ich gelernvt, dass der Hypercharger zu Alpitronic gehört. Aber auch hier muss ich mich zunächst registrieren, eine Karte bestellen und&#8230; okay okay&#8230;</p>
<p style="text-align:left;">Am Ende des Tages teste ich missmutig den SuperCharger von <strong>Tesla</strong>. Einstecken. Handy vorhalten. Fertig. Keine dreißig Sekunden hat das ganze gedauert. Keine Registrierung. Nichts. Mein Auto lädt.</p>
<p style="text-align:left;">Ich verachte und verurteile Elon Musks Einflussnahme in die (deutsche) Politik. Aber ich muss neidlos anerkennen, dass die Amerikaner in der Lage sind, eine Ladeinfrastruktur aufzubauen, die es mir sehr leicht macht. Und am Ende wäre es mir auch egal, ob ich ein paar Cent mehr bezahle, als bei <strong>EnBW</strong> oder <strong>ARAL</strong> oder wie sie alle heißen &#8211; ich will Zuverlässigkeit und Bequemlichkeit. Ich will mich darauf verlassen können, auf der Autobahn laden zu können, ohne mich durch einen Karten- und Tarifdschungel schlagen zu müssen.</p>
<p style="text-align:left;">Mit den frisch gesammelten Erfahrungen machen wir uns aktuell auf die Suche, Ersatz für den großen Citroën zu finden. Denn spätestens nach dem überfahrenen Reifen sind dessen Tage gezählt. Aber verschulden möchte ich mich auch nicht &#8211; insbesondere, da unsere Ölheizung durch eine <strong>Wärmepumpe</strong> ersetzt werden wird. Aber davon erzähle ich ein andernmal.</p>
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		<title>Langeweile am Hochzeitstag</title>
		<link>https://halbtagsblog.de/2026/08/02/langeweile-am-hochzeitstag/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Martin Klinge]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 15:36:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erziehung & Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Ehe]]></category>
		<category><![CDATA[Hochzeitstag]]></category>
		<category><![CDATA[Langeweile]]></category>
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					<description><![CDATA[Meine Frau und ich feiern dieser Tage unseren 24. Hochzeitstag. Weite Teile der Gäste von damals sind inzwischen gestorben und erinnern uns immer wieder daran, den Alltag möglichst bewusst zu leben. Zwischendurch und immer wieder geraten wir dabei in Konflikte, entspringen wir doch völlig unterschiedlichen Kindheiten. Wir sind niemals in Urlaub gefahren &#8211; höchstens mal&#8230;&#160;<div class="read-more-wrapper"><a href="https://halbtagsblog.de/2026/08/02/langeweile-am-hochzeitstag/" class="button button-primary" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Langeweile am Hochzeitstag</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Meine Frau und ich feiern dieser Tage unseren 24. Hochzeitstag. Weite Teile der Gäste von damals sind inzwischen gestorben und erinnern uns immer wieder daran, den Alltag möglichst bewusst zu leben.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwischendurch und immer wieder geraten wir dabei in Konflikte, entspringen wir doch völlig unterschiedlichen Kindheiten. Wir sind niemals in Urlaub gefahren &#8211; höchstens mal zu den Großeltern an die Nordsee. Meine Frau dagegen hat jeden Sommer ihrer Kindheit in Ungarn verbracht. Sie sehnt sich nach fernen Ländern, fremden Küchen und neuen Erfahrungen.</p>
<p>Ich dagegen genieße Routine, Berechenbarkeit und, ja, Langeweile.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-16078" src="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/wp-17856838919501880431762097831899-1024x663.jpg" alt="Langeweile am Hochzeitstag 6" width="1024" height="663" title="Langeweile am Hochzeitstag 6" srcset="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/wp-17856838919501880431762097831899-1024x663.jpg 1024w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/wp-17856838919501880431762097831899-300x194.jpg 300w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/wp-17856838919501880431762097831899-768x497.jpg 768w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/08/wp-17856838919501880431762097831899.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p style="text-align: justify;">Wenn ich dürfte, würde ich den jährlichen Familienurlaub ohne zu Zögern absagen. Keine schlechten Nächte in zu kleinen Betten. Keine gelangweilten, sich streitenden Kinder. Keine Stunden im Auto verbracht. Statt dessen Fahrradfahren im Wald vor der Haustür, arbeiten in Haus und Garten und die Routine genießen. Dazu Lesen, Gesellschaftsspiele und all der Bums, der im Alltag manchmal liegen bleibt.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich interpretiere das für mich positiv: Mein normales, langweiliges Leben erfüllt mich so sehr, dass ich kein Bedürfnis danach verspüre, dem zu entkommen, um mich irgendwo zu erholen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun, wir werden uns hoffentlich auch die nächsten 24 Jahre darüber streiten, ob und wie sinnvoll der sommerliche Urlaub ist.</p>
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		<title>&#8222;The Score“ von C. Thi Nguyen</title>
		<link>https://halbtagsblog.de/2026/07/26/the-score-von-c-thi-nguyen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Martin Klinge]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jul 2026 20:44:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schulleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Score]]></category>
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					<description><![CDATA[Zuletzt las ich das Buch „The Score“ des Philosophen C. Thi Nguyen, der intensiv erforscht hat, warum Menschen spielen und der in seinem Buch beschreibt,  wie Punktesysteme (Scores) und Kennzahlen (Metriken) unser Handeln und unsere Werte beeinflussen. Auf das Buch gestossen bin ich durch eine letztlich falsche Annahme: Meine Samsung-Galaxy Watch hat ein Update erhalten,&#8230;&#160;<div class="read-more-wrapper"><a href="https://halbtagsblog.de/2026/07/26/the-score-von-c-thi-nguyen/" class="button button-primary" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">&#8222;The Score“ von C. Thi Nguyen</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Zuletzt las ich das Buch „The Score“ des Philosophen C. Thi Nguyen, der intensiv erforscht hat, warum Menschen spielen und der in seinem Buch beschreibt,  wie Punktesysteme (Scores) und Kennzahlen (Metriken) unser Handeln und unsere Werte beeinflussen.</p>
<p><img decoding="async" class=" wp-image-16075 alignright" src="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/71ObR6OIU0L._SL1500_-1024x1024.jpg" alt="&quot;The Score“ von C. Thi Nguyen 8" width="281" height="281" title="&quot;The Score“ von C. Thi Nguyen 8" srcset="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/71ObR6OIU0L._SL1500_-1024x1024.jpg 1024w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/71ObR6OIU0L._SL1500_-300x300.jpg 300w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/71ObR6OIU0L._SL1500_-150x150.jpg 150w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/71ObR6OIU0L._SL1500_-768x768.jpg 768w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/71ObR6OIU0L._SL1500_.jpg 1200w" sizes="(max-width: 281px) 100vw, 281px" /></p>
<p style="text-align: justify;">Auf das Buch gestossen bin ich durch eine letztlich falsche Annahme: Meine <em>Samsung-Galaxy Watch</em> hat ein Update erhalten, durch das sie allerhand medizinische Daten durch Werte (Scores) übersichtlich darstellt und mich dazu verleiten möchte, gesünder zu leben. Eine kritische Auseinandersetzung mit derlei Entwicklungen war meine Motivation für das Buch &#8211; letztlich musste ich aber feststellen, dass Smartwatches und Fitnesstracker praktisch keine Rolle darin spielen.</p>
<p>Stattdessen wird der Rahmen sehr, sehr viel weiter gefasst.</p>
<p style="text-align: justify;"><span class="ng-star-inserted" data-start-index="342">Nguyen unterscheidet zunächst zwei Arten, ein Spiel zu spielen: Beim „<em>strebensorientierten Spiel</em>“ ist der Sieg nur ein vorübergehendes Ziel, um einen spannenden Prozess oder Kampf zu erleben (&#8222;der Weg ist das Ziel&#8220;). Beim <em>Leistungsspiel</em> hingegen geht es um den Sieg &#8211; der Prozess ist irrelevant.</span></p>
<p style="text-align: justify;">Nguyen berichtet, dass er lange Zeit gerne geklettert ist, bis er jene Scores entdeckte, die sozusagen den Level eines Kletterers beschreiben. Von da an war er bemüht, seinen Score nach oben zu treiben und verlor darüber den Spaß am Klettern. Synonym kann man das bei langjährigen Influenzern erleben: Sie sind gestartet mit der Freude am schreiben/twittern/fotografieren/filmen und jagen über kurz oder lang nur noch der Reichweite hinterher.</p>
<p style="text-align: justify;"><span class="ng-star-inserted" data-start-index="655">Diese <strong>Wertübernahme</strong>, wenn unsere anfänglich komplexen Werte (wie Freude, Gesundheit oder Bildung) von externen, vereinfachten Metriken übernommen und beherrscht werden, betrachtet Nguyen als negativ.  Dabei gilt, dass </span><span class="ng-star-inserted" data-start-index="915">Metriken im allgemeinen so konstruiert sind, dass sie über verschiedene Kontexte hinweg verständlich und aggregierbar (zusammenfassbar) sind. Dabei entsteht aber zwangsläufig eine Lücke zwischen dem, was leicht messbar ist (<em>&#8222;Wie gut kann ich klettern?&#8220;</em>), und dem, was wirklich wertvoll ist (<em>&#8222;Macht mir Klettern eigentlich Spaß?&#8220;</em>).</span></p>
<p style="text-align: justify;">Die Übertragung in den Schulkontext ergibt sich automatisch. <span class="ng-star-inserted" data-start-index="2670">Schulnoten und der Notendurchschnitt (GPA) sind klassische Metriken. Sie bieten eine „verführerische Klarheit“ über den Erfolg eines Schülers und die </span><span class="ng-star-inserted" data-start-index="2812"> Gefahr einer </span><b class="ng-star-inserted" data-start-index="2829">Wertübernahme</b><span class="ng-star-inserted" data-start-index="2842"> ist hier extrem hoch: Schüler hören oft auf, sich für das eigentliche Lernen oder die Neugier zu interessieren, und konzentrieren sich nur noch darauf, die bestmögliche Note zu verbessern.</span></p>
<p style="text-align: justify;">Und auch die Simplifizierung finden wir in <span class="ng-star-inserted" data-start-index="3051">standardisierten Testergebnissen, weil diese Daten für Behörden „lesbar“ sind, aber </span><span class="ng-star-inserted" data-start-index="3188">entscheidende Qualitäten wie kritisches Denken, Originalität, Offenheit oder die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit ignorieren. Überaus deutlich wird das anhand Goodharts Gesetz, das besagt, dass ein Score seinen Nutzen und seine Aussagekraft verliert, sobald er als direktes Ziel verwendet wird. Geprägt wurde dieses Prinzip vom britischen Ökonomen Charles Goodhart, berühmt zusammengefasst im Satz: &#8222;When a measure becomes a target, it ceases to be a good measure.&#8220;</span></p>
<p>Ganz besonders deutlich wurde mir das im Alltag: Wenn meine Frau kocht, sind Rezepte für sie nur eine grobe Orientierungshilfe. Sie würzt und kocht mit Erfahrung und passt das Rezept je nach aktuellem Geschmack der einzelnen Zutaten an: Wässrige Tomaten werden anders gesalzen als feste.<br />
Leute wie ich dagegen halten sich akribisch an Rezepte: Das geht mit standartisierten Lebensmitteln und es kommt ein standartisierter, durchschnittlicher Geschmack heraus. Nicht wirklich schrecklich &#8211; aber auch nichts, was im Gedächtnis bleibt. Ein typisches Thermomix-Rezept eben.</p>
<p>Ich muss nicht explizit schreiben, wer von uns besser kocht.</p>
<p style="text-align: justify;">Obwohl ich &#8222;The Score&#8220; an einigen Stellen als redundant empfand, erschien mir die Lektüre wie ein Kaffeeplausch mit einem ausgewiesenen (und unterhaltsamen) Experten. Ich habe wirklich viel gelernt und hatte auch noch Freude dabei &#8211; es ist schon länger her, dass ich das so prägnant erlebt habe.</p>
<p>Tolles Buch und insbesondere all jenen empfohlen, die sich mitder Erhebung von Daten im Bildungskontext beschäftigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Sommerferien 2026</title>
		<link>https://halbtagsblog.de/2026/07/22/sommerferien-2026/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Martin Klinge]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2026 17:06:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[DIY]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Schulleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Sommerferien]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit dem heutigen Nachmittag habe auch ich das Schuljahr 25/26 endgültig abgeschlossen und starte in die Sommerferien. In den letzten Tagen haben wir noch viel Organisatorisches weg gearbeitet und aufgeräumt. Ziemlich langweiliger Kram eigentlich, aber trotz seiner Unsichtbarkeit essentiell für den reibungslosen Start ins kommende Schuljahr. Nebenher und nebenbei haben Anna Klein und ich den&#8230;&#160;<div class="read-more-wrapper"><a href="https://halbtagsblog.de/2026/07/22/sommerferien-2026/" class="button button-primary" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Sommerferien 2026</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Mit dem heutigen Nachmittag habe auch ich das Schuljahr 25/26 endgültig abgeschlossen und starte in die Sommerferien. In den letzten Tagen haben wir noch viel Organisatorisches weg gearbeitet und aufgeräumt. Ziemlich langweiliger Kram eigentlich, aber trotz seiner Unsichtbarkeit essentiell für den reibungslosen Start ins kommende Schuljahr.</p>
<p>Nebenher und nebenbei haben Anna Klein und ich den Umbau unseres Büros fast beendet:</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-16068" src="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17847386009544757351812059975808-1024x701.jpg" alt="Sommerferien 2026 11" width="1024" height="701" title="Sommerferien 2026 11" srcset="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17847386009544757351812059975808-1024x701.jpg 1024w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17847386009544757351812059975808-300x205.jpg 300w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17847386009544757351812059975808-768x525.jpg 768w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17847386009544757351812059975808.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p style="text-align: justify;">Viele, viele Stunden des Jahres verbringen wir hier und ab dem kommenden Schuljahr ist es weniger &#8222;Büro&#8220; und mehr &#8222;Arbeitszimmer&#8220;. Es fehlen noch ein oder zwei Bilder und wir hatten versucht, bei <del>eBay</del> Kleinanzeigen einen großen (künstlichen) Bananenbaum für die Ecke hinter dem Sofa zu ergattern. Aber der Versand hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.</p>
<p style="text-align: justify;">Erste Ferien-Aktion zu Hause: Meine jüngeren Töchter werkeln im Garten an ihrer eigenen Wohlfühloase und brauchten ein wenig Unterstützung.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-16069" src="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-1784738624680283433006107532953-768x1024.jpg" alt="Sommerferien 2026 12" width="768" height="1024" title="Sommerferien 2026 12" srcset="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-1784738624680283433006107532953-768x1024.jpg 768w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-1784738624680283433006107532953-225x300.jpg 225w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-1784738624680283433006107532953.jpg 900w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></p>
<p>Emsig wird Material gesucht und mit einer Engelsgeduld an der ersten Schraube gedreht, bis man irgendwann doch um HIlfe bittet. Es erfüllt mich mit Wehmut, ihnen beim Träumen, Planen und Ausmalen des kommenden Baumhauses zuzuhören. Wo ich nur ein paar alte Latten sehe, entsteht in ihren Köpfen eine prachtvolle Villa, ein Zufluchtsort, an dem Eltern strengstens verboten sind. Wie viele Stunden meiner Kindheit habe ich an Buden gebaut, unterirdischen Höhlen und Zufluchtsorten. Ach&#8230; Time flies.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich freue mich auf die kommenden Wochen und hoffe, endlich auch wieder etwas mehr Zeit und Raum fürs Bloggen zu finden. Obwohl dessen Zukunft wohl düster aussieht: Google fasst die Inhalte von Webseiten derart gut und effektiv zusammen, dass die echten Aufrufe der meisten Seiten dramatisch eingebrochen sind. Andererseits bietet das vielleicht auch wieder eine Chance für Nischenthemen, die nicht gewinnorientiert sind. Wenn all die werbeabhängigen Webseiten wegfallen, bleiben nur noch die Idealisten übrig, oder nicht?</p>
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		<title>Einander kennen, miteinander reden, miteinander laufen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Martin Klinge]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2026 13:56:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anekdoten aus der Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Kennenlernspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Schülerlauf]]></category>
		<category><![CDATA[Siegen]]></category>
		<category><![CDATA[Spiele]]></category>
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					<description><![CDATA[Die letzten Tage und Stunden werden in NRW gezählt, bis auch wir endlich Sommerferien haben. Meine Klasse läuft getreu dem Motto &#8222;ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss&#8220;: Sie überbieten sich in der letzten Schulwoche nicht in Punkto Engagement, aber wir sind auch weit davon entfernt, uns gegenseitig nur noch auf den&#8230;&#160;<div class="read-more-wrapper"><a href="https://halbtagsblog.de/2026/07/15/einander-kennen-miteinander-reden-miteinander-laufen/" class="button button-primary" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Einander kennen, miteinander reden, miteinander laufen</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignright wp-image-16061 size-medium" src="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17841225352461057734725282208649-300x215.jpg" alt="Einander kennen, miteinander reden, miteinander laufen 15" width="300" height="215" title="Einander kennen, miteinander reden, miteinander laufen 15" srcset="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17841225352461057734725282208649-300x215.jpg 300w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17841225352461057734725282208649-1024x732.jpg 1024w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17841225352461057734725282208649-768x549.jpg 768w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17841225352461057734725282208649.jpg 1200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die letzten Tage und Stunden werden in NRW gezählt, bis auch wir endlich Sommerferien haben. Meine Klasse läuft getreu dem Motto &#8222;ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss&#8220;: Sie überbieten sich in der letzten Schulwoche nicht in Punkto Engagement, aber wir sind auch weit davon entfernt, uns gegenseitig nur noch auf den Keks zu gehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Für den Morgen hatten meine Co und ich uns ein kleines Spiel ausgedacht:</p>
<p>In  einer Kiste lagen paarweise Nummern von 1-15. Die Kinder sollten jeweils einen Zettel ziehen und sich ihren gleich-nummerigen Partner suchen. Anschließend kamen die Zettel wieder zurück in die Kiste.<br />
In einer zweiten Kiste befanden sich Dutzende weitere Zettel, alle beschrieben mit einer von vielen &#8222;Kennenlern-Fragen&#8220;:</p>
<ul>
<li>Erzähle von einem Moment, in dem du richtig stolz auf dich warst. Was ist passiert?</li>
<li>Erzähle von einem Tag, den du gerne noch einmal erleben würdest. Warum war er besonders?</li>
<li>Was kannst du heute, das dir früher sehr schwergefallen ist? Wie hast du es gelernt?</li>
<li>Was ist das Netteste, was dir je jemand gesagt hat? Warum ist es dir in Erinnerung geblieben?</li>
<li>&#8230;</li>
</ul>
<p>In Summe knapp 30 verschiedene Fragen. Gespielt wurden mehrere Runden jeweils mit einem neuen Partner, danach haben wir eine kurze Reflektionspause eingelegt:</p>
<ul>
<li>Wie ging es euch dabei?</li>
<li>Warum spielen wir dieses Spiel? Was ist die Intention?</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Nicht überraschend haben wir in der Klasse Kinder, denen es leicht fällt, Konversation zu treiben und solche, die sich damit schwer tun. Gerade in der Reflektion kam aber heraus, dass schon durchblickt wird, welchen Sinn die Zufallspaare haben: Je besser wir uns kennen, desto besser, friedlicher und zielführender können wir miteinander arbeiten und desto besser werden Stimmung, Leistungen und Noten.</p>
<p style="text-align: justify;">Als die letzte Runde gespielt wurde, wurde Unmut laut. Das hätte man gern noch ein wenige weitergetrieben &#8211; aber wir mussten los: Denn heute war Schülerlauf in Siegen, an dem ich nun zum sechsten oder siebten Mal mit einer Klasse teilnehme. Der sportliche Ehrgeiz der Kinder ist eher gering, aber ich freue mich, Jahr für Jahr alte Kollegen aus vergangenen Zeiten zu treffen.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-16062 " src="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17841225567722312446773476135011-1024x690.jpg" alt="Einander kennen, miteinander reden, miteinander laufen 16" width="845" height="569" title="Einander kennen, miteinander reden, miteinander laufen 16" srcset="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17841225567722312446773476135011-1024x690.jpg 1024w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17841225567722312446773476135011-300x202.jpg 300w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17841225567722312446773476135011-768x518.jpg 768w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17841225567722312446773476135011.jpg 1200w" sizes="(max-width: 845px) 100vw, 845px" /></p>
<p>Das Wetter war prima, die Stimmung meist auch.</p>
<p style="text-align: justify;">Fir Klasse bestand auch die Option, sich direkt vor dem Lauf zu treffen und danach wieder seiner Wege zu gehen &#8211; aber die Klasse entschied, dass wir uns morgens in der Schule treffen, bisschen Programm machen und dann gemeinsam loslaufen sollten. Empfinde es als Kompliment, wenn den Kindern die Zeit mit uns wichtig ist &#8211; und sogar jene Kinder heute da waren, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mitlaufen konnten.</p>
<p style="text-align: justify;">Nachmittags dann mit meiner Co Anna Klein weiter an der Renovierung unseres Büros gearbeitet. Das wird richtig schön. Also&#8230; &#8222;Wohnzimmerschön&#8220;.</p>
<p>Morgen noch Schulfest, die letzten Anmeldungen abarbeiten, dann Zeugnisse und nächste Woche, wenn alle Kinder und Kollegen in den Ferien sind, arbeiten wir in der Schulleitung die letzten Dinge ab. Und dann&#8230;. dann&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Offenheit erzeugt Offenheit</title>
		<link>https://halbtagsblog.de/2026/07/11/offenheit-erzeugt-offenheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Martin Klinge]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jul 2026 03:55:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schulleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Offenheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Mein Büro, in dem ich viel Organisationsarbeit leiste und Gespräche führe, ist eigentlich nicht mein Büro, sondern unser Büro, denn ich teile es mir mit unserer didaktischen Leitung. Bisher wurde der Raum von zwei ausladenden Büro-Schreibtischen beherrscht. Im Laufe der Zeit haben wir aber festgestellt, dass uns die Schreibtische nerven: Sie sind zwar praktisch, vermitteln&#8230;&#160;<div class="read-more-wrapper"><a href="https://halbtagsblog.de/2026/07/11/offenheit-erzeugt-offenheit/" class="button button-primary" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Offenheit erzeugt Offenheit</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Mein Büro, in dem ich viel Organisationsarbeit leiste und Gespräche führe, ist eigentlich nicht mein Büro, sondern <em>unser</em> Büro, denn ich teile es mir mit unserer didaktischen Leitung. Bisher wurde der Raum von zwei ausladenden Büro-Schreibtischen beherrscht.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Laufe der Zeit haben wir aber festgestellt, dass uns die Schreibtische nerven: Sie sind zwar praktisch, vermitteln aber auch den Charme von Büro und Arbeit und Papierbergen. Also haben wir nicht nur die Tische gestern rausgeworfen, sondern auch einen der PCs, die Monitore und überhaupt alles, was 90% der Zeit rumliegt. Aus den Tiefen der Schule haben einen ungenutzten, großen Konferenztisch besorgt und in den Raum gestellt. Außerdem für die Kallax-Regale Schubladen und Türen besorgt, um den notwendigen Papierkram außer Sicht zu verbannen und dem Raum mehr Offenheit zu geben, denn: Offenheit erzeugt Offenheit.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-16055" src="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17837407557565051897034659208465-1024x619.jpg" alt="Offenheit erzeugt Offenheit 18" width="827" height="500" title="Offenheit erzeugt Offenheit 18" srcset="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17837407557565051897034659208465-1024x619.jpg 1024w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17837407557565051897034659208465-300x181.jpg 300w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17837407557565051897034659208465-768x464.jpg 768w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/wp-17837407557565051897034659208465.jpg 1200w" sizes="(max-width: 827px) 100vw, 827px" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Kallax-Addons müssen noch aufgebaut werden, es fehlen noch ein paar Stühle und richtige Blumen und in die Mitte des Tisches muss ich noch ein Loch für die Kabelführung sägen. Den VerwaltungsPC, in den u.a. Noten eingetragen werden, haben wir auf einen Stehtisch in der Ecke des Raumes verbannt.</p>
<p>Die Papierarbeit wird im neuen Büro gewiss nicht mehr ganz effektiv ablaufen, dafür sind wir nicht mehr Stunde um Stunde hinter großen Bildschirmwänden verschwunden und &#8211; viel wichtiger &#8211; sehr oft suchen wir Räume für kurze Besprechungen und Konferenzen. Und das ist jetzt in unserem neuen Wohnzimmer viel mehr Raum. Und ja: Kühlschrank bleibt. Couch bleibt. Weinregal bleibt. Alles außerhalb des Schnappschusses oben.</p>
<p style="text-align: justify;">Den ersten Aufschlag habe ich direkt gestern genutzt, als ich mich mit dem neuen Team 5 getroffen habe. Wie schon im letzten Jahr habe ich das Treffen weniger für das Ab-arbeiten organisatorischer Dinge genutzt, als mehr dazu, als Team zusammenzuwachsen.</p>
<p>Jeweils in Think-Pair-Share habe ich folgende Fragen in den Raum gestellt:</p>
<ul>
<li>Denke ich an das vergangene Schuljahr, haben mich folgende Situationen gestresst:</li>
<li>In diesen Situationen habe ich mich überfordert gefühlt bzw. bin an meine Grenzen geraten:</li>
<li>Das kann ich richtig gut. Das ist meine Stärke.</li>
<li>Was ist mein blinder Fleck? Worin muss mein Co mich unterstützen?</li>
<li>Was bereitet mir, im Hinblick auf das kommende Schuljahr, die größten Bauchschmerzen?</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Immer wieder beobachte ich in solchen Gesprächsrunden: Offenheit erzeugt Offenheit. Es entsteht schnelll eine  wertschätzende Gesprächsatmosphäre, die den Grundstein für eine erfolgreiche Arbeit in den kommenden Jahren legt. Ich freue mich drauf.</p>
<p>Nächste Woche kommt dann der Orgakram. Und auch die Kallax-Regale werden aufgeräumt. Und dann kommt auch ein Insta-fähiges, auf Hochglanz poliertes Foto.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Mit Hochstimmung in den Endspurt</title>
		<link>https://halbtagsblog.de/2026/07/08/mit-hochstimmung-in-den-endspurt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Martin Klinge]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2026 15:41:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anekdoten aus der Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Ferien]]></category>
		<category><![CDATA[Hochstimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Respekt]]></category>
		<category><![CDATA[Schulhof]]></category>
		<category><![CDATA[Spiele]]></category>
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					<description><![CDATA[Die letzten Wochen eines Schuljahres sind stets und für alle Beteiligten anstrengend: Den Zentralen Abschlussprüfungen und Abitur folgen Zeugniskonferenzen und Nachprüfungen und dann die Vergabe der Abiturzeugnisse und die Abschlussfeier der 10. Klassen. Dazu laufen im Hintergrund die Vorbereitungen auf das neue Schuljahr: 800 Kinder und 800 Stundenpläne heißt, dass wir jetzt schon wissen müssen,&#8230;&#160;<div class="read-more-wrapper"><a href="https://halbtagsblog.de/2026/07/08/mit-hochstimmung-in-den-endspurt/" class="button button-primary" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">Mit Hochstimmung in den Endspurt</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten Wochen eines Schuljahres sind stets und für alle Beteiligten anstrengend: Den Zentralen Abschlussprüfungen und Abitur folgen Zeugniskonferenzen und Nachprüfungen und dann die Vergabe der Abiturzeugnisse und die Abschlussfeier der 10. Klassen.</p>
<p>Dazu laufen im Hintergrund die Vorbereitungen auf das neue Schuljahr: 800 Kinder und 800 Stundenpläne heißt, dass wir jetzt schon wissen müssen, wer im kommenden Jahr was unterrichtet. Insbesondere mit Blick auf Vertretungskräfte, die z.T. erst im Sommer zu uns stoßen, ist das eine echte Herausforderung.</p>
<p>Das ist viel Arbeit, die aber inzwischen routiniert abläuft: Die Kollegen wissen genau, was sie tun sollen. Die meisten Kinder kennen ihre Matrikelnummer (wichtig zum wählen) und haben auch Ideen davon, was sie gerne machen wollen.</p>
<p>Dazu kommt, dass die Stimmung in meiner Klasse gerade sehr gut ist: Wir sind in einem sich-selbst-verstärkenden Prozess aus guter Laune, der auf verschiedene Unterrichte überschlägt: Die Kinder merken, dass Schule mehr Spaß macht, wenn alle dabei sind und Lust haben.</p>
<p>Die grundsätzlich positive Haltung erlebe ich auch in meinem Lernbüro: Obwohl alles schon gelaufen ist, arbeiten meine Achtklässler intensiv an letzten Projekten und jene, die nichts mehr zu tun haben, sitzen mit mir an einem Tisch und wollen &#8222;schonmal den Stoff der 9. Klasse hören&#8220;. Also beschäftigen wir uns eine geschlagene Stunde in kleiner Gruppe mit Pythagoras. 8. Klasse. Nachmittags um 15 Uhr. Eine Woche vor den Sommerferien.</p>
<p>In der letzten halben Stunde treffen wir uns mit dem Lernbüro eines Kollegen auf dem Schulhof: Gruppenspiele, Challenges und die notwendige Frotzelei sorgen für Herausforderung und gute Laune.</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter  wp-image-16050" src="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/58487-05-25_13-23-23_id54458_Camera-1024x407.jpg" alt="Spiele auf dem Schulhof" width="823" height="327" title="Mit Hochstimmung in den Endspurt 20" srcset="https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/58487-05-25_13-23-23_id54458_Camera-1024x407.jpg 1024w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/58487-05-25_13-23-23_id54458_Camera-300x119.jpg 300w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/58487-05-25_13-23-23_id54458_Camera-768x305.jpg 768w, https://halbtagsblog.de/wp-content/uploads/2026/07/58487-05-25_13-23-23_id54458_Camera.jpg 1200w" sizes="(max-width: 823px) 100vw, 823px" /></p>
<p>Ich beobachte Gruppen gerne beim Spielen: Wer wird von Ehrgeiz gepackt, wer kann zwischen Ernst und Spaß trennen? Wer zeigt sich schnell frustriert?</p>
<p>Passend dazu höre ich gerade das Hörbuch &#8222;<a href="https://www.amazon.de/Score-aufh%C3%B6ren-Spiel-anderen-spielen/dp/3406844146/ref=sr_1_6?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.n8M0xWHuLn47hDXGOtATfTGe6XL_fBr2cgnA6PhWfJ5KNhuAuzQrClKTFj3_4qFPPMp_95m138BxwhJ4kbmUaISrquTZ2dz_c_PG9poSFoHXwsTvkvcDEhNUOplB8gDGhajVwk4cgzuin7lazqTUzWObAX2Tu8BVwbPnTjr4NJAdCRyRaz4h1pywA3eqCWmZRWUFK7poBSN1VtoZDedF-0KD3H2yJ1xoMEwdw0ol2Ys.P24Niu_7TqHpSmPX5Jr1-2SzZ9cM7rnxh22Bbug3q5o&amp;dib_tag=se&amp;keywords=the+score&amp;qid=1783525130&amp;sr=8-6" target="_blank" rel="noopener">The Score</a>&#8220; des amerikanischen Philosophen C. Thi Nguyen, über das ich beim nächsten Mal etwas erzählen will.</p>
<p>In jedem Fall geht es gerade mit Hochstimmung in Richtung Sommerferien. Die meiste Arbeit ist geschafft und das fühlt sich richtig gut an.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>moralische Notengebung</title>
		<link>https://halbtagsblog.de/2026/06/18/moralische-notengebung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Martin Klinge]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 17:13:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mathematik]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Förderung]]></category>
		<category><![CDATA[Noten]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich stehe vor einem ganz spannenden Dilemma. Vorgeschichte: Ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zu einem (hochwertigeren) Schulabschluss ist laut PISA und vielen weiteren Untersuchtungen für viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland ein schlechtes Leseverständnis. Oder platt: Sie sprechen schlechtes Deutsch. Um das zu illustrieren erkläre ich meinen Schüler*innen gerne, dass sie genauso gut deutsch&#8230;&#160;<div class="read-more-wrapper"><a href="https://halbtagsblog.de/2026/06/18/moralische-notengebung/" class="button button-primary" rel="bookmark">Weiterlesen &#187;<span class="screen-reader-text">moralische Notengebung</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich stehe vor einem ganz spannenden Dilemma.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Vorgeschichte: </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zu einem (hochwertigeren) Schulabschluss ist laut PISA und vielen weiteren Untersuchtungen für viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland ein schlechtes Leseverständnis.<br />
Oder platt: Sie sprechen schlechtes Deutsch.</p>
<p style="text-align: justify;">Um das zu illustrieren erkläre ich meinen Schüler*innen gerne, dass sie genauso gut deutsch sprechen, wie ich englisch: Es reicht zum Fernseh-gucken und unterhalten, zum einkaufen und einfache Bücher lesen. Aber es ist zu wenig, um einen guten Essay zu schreiben oder Sachtexte zu analysieren. Urlaubsenglisch. Urlaubsdeutsch.</p>
<p style="text-align: justify;">Seit jeher rate ich ihnen, mehr Bücher zu lesen, überhaupt mal zu lesen. Dadurch erweitert sich der Wortschatz, festigt sich die Grammatik. Wer viel liest, versteht mehr, kann sich besser ausdrücken, kann besser schreiben. Meine Schüler*innen nicken artig und ignorieren mich geflissentlich &#8211; und manchmal geht es bis zu einem gewissen Grad gut und manchmal nicht.</p>
<p><strong>Die Ausgangslage</strong>:</p>
<p>In einem meiner Mathekurse beschäftigen wir uns mit Linearen Funktionen: Eine Pizza in Laden A kostet 6 Euro, jede weitere Zutat 1,50 €. In Laden B kostet die Pizza nur 4,50 €, dafür jede Zutat 2 €. Stelle die Funktionsgleichung auf, finde den Schnittpunkt etc.etc.</p>
<p>Letzte Frage: Deine Cousine kommt zu Besuch &#8211; in welche Pizzeria würdet ihr gehen?<br />
erhoffte Antwort (sinngemäß): Wenn ich weniger als 3 Zutaten haben, gehe ich zu Laden A, sonst zu Laden B.</p>
<p>Manche Schüler haben Sprachschwierigkeiten und zuweilen weiß ich genau, was die Kinder meinen  (auch, weil mathematisch alles korrekt ist), sie sich in den Erklärungen aber sprachlich falsch ausgedrückt haben, bspw. &#8222;<em>3 Pizzas</em>&#8220; statt &#8222;<em>3 Beilagen</em>&#8220; oder &#8220; <em>bei weniger als 2 Beilagen</em>&#8220; statt &#8222;<em>bei 2 Beilagen oder weniger</em>&#8222;.</p>
<p><strong>moralische Notengebung</strong></p>
<p>Bei wenigstens drei Kindern stehe ich vor folgendem Dilemma: Ziehe ich für die sprachliche Ungenauigkeit auch nur einen einzigen Punkt ab, fällt die Notenstufe eins nach unten: Aus &#8222;gut&#8220; wird &#8222;befriedigend&#8220;, aus &#8222;befriedigend&#8220; wird &#8222;ausreichend&#8220;. Das führt zu einer &#8211; wie ich finde &#8211; spannenden Situation:</p>
<p style="text-align: justify;">Seit Jahren predige ich den Kindern, dass sie durch ihr Urlaubsdeutsch irgendwann gegen eine gläserne Decke stoßen werden, die ihnen ein weiteres Vorankommen untersagt: Die Texte werden zu komplex, die Anforderungen zu hoch, als dass man sie mit radebrechendem, schiefem Deutsch noch bearbeiten kann. Erfolg habe ich wenig. Nun, am Ende der 8. Klasse, bietet sich mir die Gelegenheit, diese Hürde sichtbar zu machen: Ich ziehe die Punkte ab, gebe die schlechtere Note und demonstriere auf schmerzhafte Weise, was in Zukunft noch viel häufiger geschehen wird. Vorteil: Für kein Kind geht es um Versetzung oder den Erhalt des Erweiterungskurses. Es sind schmerzhafte, aber in der langen Schulkarriere letztlich bedeutungslose Noten.<br />
Wir könnten das in der Beratungsstunde laut und lang diskutieren und &#8211; vielleicht &#8211; nutzen einige Jugendliche die Sommerferien, um sich dann doch zum Lesen zu quälen und ihren Horizont zu erweitern.</p>
<p>Oder: Ich drücke ein Auge zu. Ich bewerte in erster Linie mathematisches Verständnis (es geht um Mathematik!) und nicht die Kenntnis der deutschen Sprache. Die Kinder gehen glücklich(er) in die Sommerferien, sind zurecht stolz auf ihre Leistung und wir greifen nächstes Jahr mit Beginn der 9. Klasse motiviert an.</p>
<p>Ich lasse an dieser stelle die Diskussion aus, wie reliabel und objektiv Noten sind &#8211; das ist ein anderes Thema und darf ein anderes Mal geführt werden. Heute geht es mir um die pädagogische und moralische Verantwortung der Notengebung in diesem Fall und ich bin neugierig und erhoffe mir über die Kommentare noch den ein oder anderen Impuls: <strong>Wie würdest du entscheiden?</strong></p>
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