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	<title>Hightech und Blech</title>
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		<title>Musk am Hauptschalter</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 18:03:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Auf Kosten ehrlicher Handwerker, die für ihn arbeiten, macht Musk Milliarden]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="float:right; margin:0 0 10px 15px; width:240px;">
		<img src="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/ai-works-for-you.jpg?fit=640%2C640&#038;ssl=1" width="240" />
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<p><strong>Finanzen am Freitag</strong>. In Memphis liegen Sicherungsrechte über 136,9 Millionen Dollar auf Elon Musks Rechenzentren. Eingetragen hat sie Darana Hybrid, ein Elektro- und Anlagenbauer aus Ohio. Firmenchef Darryl Cuttell sagt, sein Betrieb habe seit 2024 an den Colossus-Hallen gebaut und dafür kein Geld gesehen. 18 Millionen für Colossus. 118 Millionen für Colossus II. Rechne man die Arbeiten in Mississippi hinzu, gehe es um mehr als eine halbe Milliarde. Insgesamt habe seine Firma für rund 1,5 Milliarden Dollar geliefert.</p>
<p>Cuttell steht nicht allein. Auch USW-Menard und TorcSill Foundations haben Pfandrechte eingetragen. SpaceX schweigt. Auf Anfragen amerikanischer Medien reagierte der Konzern nicht.</p>
<p>Wichtig ist die Rechtslage. Das sind keine Pfändungsbescheide, sondern Bauhandwerker-Pfandrechte. Sie sichern eine Forderung, mehr nicht. Ein Titel, aus dem sich vollstrecken ließe, fehlt bislang.</p>
<p>Das Muster ist alt. Bei Tesla häuften sich über fünf Jahre Forderungen von mehr als 110 Millionen Dollar. In Texas trugen Handwerker seit 2019 Dutzende Pfandrechte gegen SpaceX ein. Wer für Musk baut, wartet offenbar oft auf sein Geld.</p>
<p>Und der Konzern? Der schwimmt in Kapital. Im Juni ging SpaceX an die Börse. Die xAI ist längst eingegliedert, der fusionierte Riese wurde mit 1,25 Billionen Dollar bewertet. Im zweiten Quartal meldete SpaceX 7,81 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 92 Prozent. Die KI-Sparte verbrennt Geld, doch sie verkauft ihre Rechenzeit weiter. Anthropic zahlt 1,25 Milliarden Dollar im Monat. Google zahlt 920 Millionen. Über die Laufzeit summiert sich das auf Dutzende Milliarden.</p>
<p>Hier liegt die Pointe. Die Firma, die ihre Server für Milliarden im Monat vermietet, zahlt angeblich die Leute nicht, die diese Server erst ans Netz brachten. Cuttell sagt, er habe seit vier Monaten nicht geschlafen und stark abgenommen.</p>
<p>Wie sieht der Ausweg für das Universalgenie aus? Er ist bequem. Musk ist nicht klamm. Die Pfandrechte stoppen keinen einzigen Rechenvorgang. Colossus läuft weiter, egal wer die Rechnung hält. Ein Pfandrecht dreht keinen Schalter um. Das Genie besteht nicht darin, Rechenzentren in Rekordzeit zu bauen. Es besteht darin, andere dafür bezahlen zu lassen und die Rechnung so lange zu strecken, bis der Gegner müde wird.</p>
<p>Genau das ist die Asymmetrie. Der Handwerker steht symbolisch am Hauptschalter der Anlage, die er verkabelt hat. Umlegen darf er ihn nicht. Sein Hebel ist das Gericht, und Gerichte sind langsam. Der Konzern kann die Pfandrechte durch eine Bürgschaft ablösen, still nachzahlen oder den Kleineren aussitzen. Jede dieser Varianten ist billiger als der Ärger.</p>
<p>Für Musk ist die Rechnung reine Kassenhaltung. Nicht Zahlungsunfähigkeit, sondern Zahlungsunlust. Kurz nach einem Börsengang zählt der Ruf mehr als 137 Millionen Dollar. Deshalb dürfte am Ende leise Geld fließen. Vielleicht nicht die volle Summe, aber genug, damit die Schlagzeile verschwindet.</p>
<p><strong>&lt; tl;dr /&gt;</strong><br />
Bauhandwerker haben Pfandrechte über 136,9 Millionen Dollar auf Musks Memphis-Rechenzentren eingetragen, Tendenz Richtung halbe Milliarde. SpaceX schwimmt nach dem Börsengang in Geld und vermietet dieselben Server für über zwei Milliarden Dollar im Monat an Anthropic und Google. Der Ausweg ist kein finanzieller, sondern ein taktischer. Aussitzen, ablösen oder leise nachzahlen. Die Handwerker halten ein Pfandrecht, aber nicht den Schalter.</p>
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		<title>Fußtritt als Flugabwehr</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 21:12:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Angriff der Drohnenkrieger in Leipzig]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="float:right; margin:0 0 10px 15px; width:240px;">
		<img src="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Kick-it-like-Dobrindt.jpg?fit=640%2C640&#038;ssl=1" width="240" />
		</p><div id="attachment_29204" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><img data-attachment-id="29204" data-permalink="https://www.hightech-und-blech.de/fusstritt-als-flugabwehr-29201/kick-it-like-dobrindt/" data-orig-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Kick-it-like-Dobrindt.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" data-orig-size="640,640" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Kick-it-like-Dobrindt" data-image-description="" data-medium-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Kick-it-like-Dobrindt.jpg?fit=300%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Kick-it-like-Dobrindt.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" src="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Kick-it-like-Dobrindt.jpg?resize=640%2C640&#038;ssl=1" alt="Kick it · Bild: Midjourney" width="640" height="640" class="size-full wp-image-29204" srcset="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Kick-it-like-Dobrindt.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Kick-it-like-Dobrindt.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Kick-it-like-Dobrindt.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" data-recalc-dims="1" /><p class="wp-caption-text">Die Drohne war kein Spielzeug. Sie trug Plastiksprengstoff</p></div>
<p><strong>Drohne am Donnerstag</strong>. Am Flughafen Leipzig/Halle hat ein Mitarbeiter in der Nacht zum Mittwoch eine Drohne mit Sprengsatz von der Südpiste getreten. Buchstäblich. Er sah das Fluggerät auf der Startbahn, holte es mit einem Fußtritt herunter und brachte es zu Boden. Danach entschärfte die Bundespolizei die Vorrichtung. Das ist die gute Nachricht. Sie ist zugleich die peinlichste.</p>
<blockquote><p>Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern<br />
[ Thomas de Maizière (CDU) am 17. November 2015 nach der kurzfristigen Absage des Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden ]</p></blockquote>
<p>Denn die Drohne war kein Spielzeug. Für den Sprengsatz wurde nach dpa-Informationen auch Semtex verwendet. Derselbe Plastiksprengstoff steckte 1988 in der Lockerbie-Bombe. Das Gerät stand nahe einer ukrainischen Antonow An-124. In der Drohne waren 5G-Antennen verbaut. Sie ließ sich also über Mobilfunk steuern, per SIM-Karte, aus einem Café oder aus dem Ausland. Ein Frequenzscanner erkennt so etwas nicht. Fachleute nennen das den Supergau für die Detektion. Übersetzt heißt das, die vorhandene Technik ist blind.</p>
<p>Ein zweites Flugobjekt kollidierte in der Nacht mit einer durchstartenden DHL-Maschine, rund sechs Kilometer entfernt, in 400 Metern Höhe. Das Flugzeug landete sicher in Hannover. Die Suche nach den Teilen läuft noch.</p>
<p>Die Politik hatte ihre Deutung schneller parat als die Ermittler ihre Fakten. Innenminister Dobrindt sprach von einer neuen Gefahrenqualität und einem hybriden Anschlagsszenario. Der CDU-Verteidigungspolitiker Kiesewetter erklärte, er gehe von einem gezielten Angriff aus, gesteuert von Russland. Er brachte den Begriff der Wegwerfagenten ins Spiel. Alles möglich. Nur belegt ist bislang nichts davon. Hinweise auf eine russische Beteiligung seien nicht bekannt, heißt es aus Sicherheitskreisen. Man merke sich diesen Satz für den Tag, an dem die Schlagzeile längst gewirkt hat.</p>
<p>Nun zu den Versäumnissen, und die sind das eigentliche Thema. Das rechtliche Werkzeug existiert seit dem Frühjahr. Die Bundeswehr darf im Wege der Amtshilfe Drohnen abwehren und auf Anforderung sogar abschießen. Ein Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern wurde eingerichtet. Klingt nach Handlungsfähigkeit. Ist aber Papier. Laut Flughafenverband warten wichtige Flughäfen bis heute auf die zugesagten Systeme zur Detektion und Abwehr. Man hat also das Abschussrecht beschlossen, bevor man das Ziel sehen kann.</p>
<p>Das Ergebnis besichtigt man an der Südpiste. Ein NATO-relevantes Frachtdrehkreuz, ein Sprengsatz aus Lockerbie-Material, eine Steuerung, die jede Sensorik austrickst. Gestoppt hat das kein Sensor, kein Jäger, kein Zentrum. Gestoppt hat es ein Schuh.</p>
<p>Der Grünen-Politiker von Notz fordert glasklare Zuständigkeiten und ein tägliches Lagebild. Das ist die höfliche Formulierung für das, was fehlt. Ordnung im Zuständigkeitschaos und Hardware, die den Namen verdient.</p>
<p><strong>&lt; tl;dr /&gt;</strong><br />
Die Drohne trug Semtex und eine Steuerung, gegen die Deutschlands Flughäfen technisch nichts ausrichten. Das Gesetz gibt es. Die Geräte nicht. Zwischen martialischer Rhetorik und realer Abwehr klafft genau die Lücke, durch die diese Drohne geflogen ist.</p>
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		<title>Kommentar zu Ceuta</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 05:42:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nennt es nicht Migration, denn aus Marokko fährt kein Bus nach Spanien]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="float:right; margin:0 0 10px 15px; width:240px;">
		<img src="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Migration-am-Mittelmeer.jpg?fit=640%2C640&#038;ssl=1" width="240" />
		</p><div id="attachment_29202" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><img data-attachment-id="29202" data-permalink="https://www.hightech-und-blech.de/kommentar-zu-ceuta-29200/migration-am-mittelmeer/" data-orig-file="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Migration-am-Mittelmeer.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" data-orig-size="640,640" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Migration-am-Mittelmeer" data-image-description="" data-medium-file="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Migration-am-Mittelmeer.jpg?fit=300%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Migration-am-Mittelmeer.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" src="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Migration-am-Mittelmeer.jpg?resize=640%2C640&#038;ssl=1" alt="Migration-am-Mittelmeer · Bild: Midjourney" width="640" height="640" class="size-full wp-image-29202" srcset="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Migration-am-Mittelmeer.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Migration-am-Mittelmeer.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Migration-am-Mittelmeer.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" data-recalc-dims="1" /><p class="wp-caption-text">Nennt es nicht Migration, denn aus Marokko fährt kein Bus nach Spanien</p></div>
<p><strong>#twittwoch an der Außengrenze</strong>. Es begann mit einem Gerücht und endete mit einer Rückbuchung. An einem einzigen Tag Ende Juli standen bis zu 60.000 Menschen im Wasser vor Ceuta, überzeugt, Spanien habe die Grenze geöffnet. Fast 48.000 waren binnen zweier Tage wieder in Marokko. Selten hat sich eine europäische Krise so schnell selbst zurückgespult.</p>
<p>Der Auslöser war kein Schleuser, sondern ein Richterspruch. Ende Juni untersagte Spaniens Oberster Gerichtshof die sofortige Zurückweisung ohne Prüfung eines Asylgrundes. Aus einem Absatz juristischer Vorsicht wurde in den Netzwerken die frohe Botschaft, die Tür stehe offen. Dazwischen lagen ein echtes, aber altes Video von 2021, ein paar mit KI erfundene Szenen und der Rat, den Neoprenanzug nicht zu vergessen.</p>
<p>Nun sucht Europa den Schuldigen, und es findet ihn zuverlässig beim jeweils anderen. Die Politik zeigt auf die Plattformen. Dort hätten anonyme Netzwerke mit fast einer halben Million Konten die Leute ins Meer geredet, führerlos, mit ständig wechselnden Codewörtern, unfassbar für jede Moderation. Die Plattformen zeigen zurück. Man moderiere schließlich nur, was Regierungen zu regeln versäumten, und ein Gerichtsurteil habe man nicht geschrieben.</p>
<p>Beide haben recht, und das ist das Elegante an diesem Ringelreihen. Der Konzern verweist auf den Staat, der Staat auf den Konzern, und in der Mitte des Kreises steht die Migration als Ausnahmezustand. Als Störer. So heißt er jetzt. Nicht Getäuschter, nicht junger Marokkaner ohne Aussicht, sondern Betriebsstörung. Ein Vorfall, den man moderiert oder zurückschiebt, je nach Zuständigkeit. Die Umbenennung erspart beiden Seiten die unbequeme Frage, warum die Lüge überhaupt verfing. Sie verfing, weil sie einen wahren Kern hatte und auf Menschen ohne Hoffnung traf. Sozialer Beweis schlägt Faktencheck, und ein Urteil, das wirklich existiert, lässt sich leichter verdrehen als eines, das erfunden ist.</p>
<p>So dreht sich der Verweis im Kreis, sauber, folgenlos, und niemand haftet. Der Algorithmus war es, sagt der Minister. Der Minister war es, sagt der Algorithmus. Das nächste Stichwort ist derweil schon gefallen. In marokkanischen Gruppen kursiert ein neues Datum. Der 15. August.</p>
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		<title>Apps pushen nicht mehr</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 07:30:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über die Flaute im App Store, oder: wenn der Rekord sich beschwert]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="float:right; margin:0 0 10px 15px; width:240px;">
		<img src="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/01/apple-services-hero.jpg?fit=640%2C640&#038;ssl=1" width="240" />
		</p><div id="attachment_28789" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><img data-attachment-id="28789" data-permalink="https://www.hightech-und-blech.de/apple-creator-studio-28786/apple-services-hero/" data-orig-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/01/apple-services-hero.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" data-orig-size="640,640" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="apple-services-hero" data-image-description="" data-medium-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/01/apple-services-hero.jpg?fit=300%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/01/apple-services-hero.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" src="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/01/apple-services-hero.jpg?resize=640%2C640&#038;ssl=1" alt="Apple Services" width="640" height="640" class="size-full wp-image-28789" srcset="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/01/apple-services-hero.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/01/apple-services-hero.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/01/apple-services-hero.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" data-recalc-dims="1" /><p class="wp-caption-text">Apps und der Download von Apps laufen nicht mehr von selbst</p></div>
<p><strong>Download am Dienstag</strong>. Apple hat im Juni-Quartal mit seinen Diensten 30,74 Milliarden Dollar umgesetzt. Ein Plus von zwölf Prozent. Ein neuer Rekord für ein Juni-Quartal. Trotzdem verlor die Aktie nachbörslich über sechs Prozent. Denn zum ersten Mal seit langem blieb das Servicegeschäft hinter den Erwartungen der Analysten zurück.</p>
<p>Finanzchef Kevan Parekh lieferte die Erklärung gleich mit. Das Wachstum im App Store sei gebremst. Schuld seien mehrere Faktoren. Das Geschäft mit Mobile Games habe sich schwächer entwickelt. Wechselkurse hätten belastet. Und im Vorjahr habe der Kinostart von <em>F1</em> zusätzlichen Umsatz gebracht, der diesmal fehle.</p>
<p>Ein schwächelndes Spiel. Ein starker Dollar. Ein Film. Man könnte fast Mitleid bekommen.</p>
<p>Doch dann nannte Parekh den vierten Grund. Und der ist der eigentliche. Apple habe <em>das Geschäftsmodell in einigen Ländern angepasst</em>. Das ist die höfliche Formulierung für einen Kontrollverlust.</p>
<p>In den USA untersagt ein Gericht dem Konzern derzeit, auf sogenannte Link-out-Käufe eine Provision zu erheben. Wer die App verlässt und außerhalb bezahlt, zahlt keine Apple-Steuer mehr. Der Fall liegt inzwischen beim Obersten Gerichtshof. Bis zur Entscheidung kassiert Apple hier gar nichts. In der EU fallen für Apps aus alternativen Marktplätzen niedrigere Abgaben an. In Japan und Brasilien wurden die Gebührenmodelle ebenfalls gekippt.</p>
<p>Mit anderen Worten. Überall dort, wo Gerichte und Regulierer die Mautstelle geöffnet haben, sinken die Einnahmen. Das ist kein Betriebsunfall. Das ist die Wirkung der Regeln. Genau so war es gedacht.</p>
<p>Die Provision von bis zu dreißig Prozent war nie ein Naturgesetz. Sie war die Miete für den einzigen Zugang zum iPhone. Solange es keine Alternative gab, war die Miete alternativlos. Jetzt gibt es Alternativen. Und Apple präsentiert das Ergebnis wie schlechtes Wetter.</p>
<p>Das ist der eigentliche Vorgang. Ein Konzern, der den Abbau seiner Monopolrente in die Sprache des Quartalsberichts übersetzt. Neben Wechselkursen. Neben einem Rennfilm.</p>
<p>Der Rest der Sparte wächst weiter zweistellig. Cloud, Werbung, Bezahldienste. Mehr als anderthalb Milliarden Abonnements. Von Krise keine Spur. Apple verdient prächtig. Nur eben etwas weniger prächtig an einer Stelle, an der es das nie hätte tun dürfen.</p>
<p>Für das laufende Quartal erwartet Apple ähnliches Wachstum. Herausgerechnet ist ein zusätzlicher Wechselkurseffekt. Herausgerechnet wird nie, was hier wirklich passiert.</p>
<p><strong>&lt; tl;dr /&gt;</strong><br />
Apple meldet einen Dienste-Rekord und nennt die Regulierung im gleichen Atemzug als Bremse. Beides stimmt. Der Konzern verliert die Provision, die er nie hätte verlangen dürfen. Und beschreibt diesen Verlust als Gegenwind.</p>
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		<title>Mac-as-a-Service</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 06:08:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Mac zur Miete im Apple Upgrade Program. Und warum das kein Service ist]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="float:right; margin:0 0 10px 15px; width:240px;">
		<img src="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Apple-Upgrade-Program.jpg?fit=640%2C640&#038;ssl=1" width="240" />
		</p><div id="attachment_29199" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><img data-attachment-id="29199" data-permalink="https://www.hightech-und-blech.de/mac-as-a-service-29196/apple-upgrade-program/" data-orig-file="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Apple-Upgrade-Program.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" data-orig-size="640,640" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Apple-Upgrade-Program" data-image-description="" data-medium-file="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Apple-Upgrade-Program.jpg?fit=300%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Apple-Upgrade-Program.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Apple-Upgrade-Program.jpg?resize=640%2C640&#038;ssl=1" alt="Apple Upgrade Program · Bild: Apple" width="640" height="640" class="size-full wp-image-29199" srcset="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Apple-Upgrade-Program.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Apple-Upgrade-Program.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Apple-Upgrade-Program.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" data-recalc-dims="1" /><p class="wp-caption-text">Der Mac zur Miete im Apple Upgrade Program. Und warum das kein Service ist</p></div>
<p><strong>Mac-as-a-Service am Montag</strong>. Apple hat in den USA das iPhone Upgrade Program beendet. An seine Stelle tritt Apple Upgrade. Ein Leasingmodell für iPhone, Apple Watch, Mac und iPad. Vorerst nur in den Vereinigten Staaten. Das klingt nach Zukunft. Nach Mac-as-a-Service. Es ist aber weder das eine noch das andere. </p>
<p>Erstens ist es kein Abo. Es ist ein Leasing nach Art eines Autokredits. Man mietet, gibt zurück oder kauft am Ende aus. Ein echter Service hätte kein Eigentum am Horizont. Hier steht es am Ende der Laufzeit.</p>
<p>Zweitens betreibt Apple das gar nicht selbst. Das Leasing stellt Klarna. Die Verwaltung läuft in der Klarna-App. Das alte Programm war Apples eigene Finanzierung. Das neue ist eine ausgelagerte Konstruktion eines schwedischen Zahlungsdienstleisters. Apple behält die Kundenbeziehung. Das Kreditrisiko wandert zu Klarna.</p>
<p>Der Zeitpunkt verrät den Zweck. Die Speicherpreise explodieren. Apple hat gerade die Mac- und iPad-Preise erhöht. Das iPhone bleibt vorerst verschont. In diese Lücke stößt das Leasing. Die Monatsrate ist das eigentliche Produkt. Sie betäubt den Listenpreis. Wer 24,99 Dollar im Monat liest, rechnet nicht mehr in vollen Kaufpreisen.</p>
<p>Beim Mac ist die Rechnung am fragwürdigsten. Ein MacBook lässt sich sieben Jahre und länger produktiv einsetzen. Apple bewirbt genau diese Langlebigkeit seit Jahren. Das Leasing arbeitet dagegen. Ein 14-Zoll-MacBook-Pro für 1.999 Dollar kostet in der Miete 38,99 Dollar im Monat. Über 36 Monate sind das 1.400 Dollar. Für eine Maschine, die man doppelt so lange behalten könnte. Man mietet drei Jahre ein Gerät, das man längst besitzen würde.</p>
<p>Dazu kommt ein Winkelzug von Apple, der leicht zu übersehen ist. Das alte Programm enthielt AppleCare+ in der Rate. Das neue nicht. Die Absicherung kostet jetzt extra. Die Schlagzeile wird billiger. Die Endsumme teurer, denn zu den 1.400 kommen noch einmal 700 für die Versicherung dazu: 2.100 Dollar.</p>
<p>Ist das die Zukunft des Vertriebs? Nein. Der Kanal bleibt gleich. Apple Store und Netz. Was sich ändert, ist das Eigentum. Aus Kauf wird Miete. Das ist die Zukunft der Preisgestaltung, nicht die des Vertriebs.</p>
<p>Das Modell verlangt eine US-Bonitätsprüfung und eine Sozialversicherungsnummer. Ohnehin dürfte es schwer werden, ein Apple-Upgrade in Europa anzubieten. In der EU träfe es auf die Verbraucherkredit-Regeln und die BNPL-Aufsicht. Und es kollidiert mit dem Recht auf Reparatur. Wem gehört der Reparaturanspruch an einem Gerät, das man zurückgibt. Und so bleibt es bei der Ironie, dass ein europäisches Fintech den amerikanischen Hardware-Vertrieb finanziert.</p>
<p><strong>&lt; tl;dr /&gt;</strong><br />
Apple ersetzt das iPhone Upgrade Program durch <a href="https://www.apple.com/shop/apple-upgrade" target="_blank">Apple Upgrade</a>. Ein Klarna-Leasing für iPhone, Mac, iPad und Watch. Es ist kein Service, sondern eine Miete. Und ein Werkzeug gegen die steigenden Preise. Beim Mac jedoch geht nicht Rechnung nicht auf, denn eine Mac-Miete steht im Widerspruch zur beworbenen Langlebigkeit.</p>
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		<title>Ruf nach Ruhe</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 05:45:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sieben Wochen vor drei Landtagswahlen regiert der Kanzler wie ein überforderter Firmenchef. Das wird die Union teuer zu stehen kommen]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="float:right; margin:0 0 10px 15px; width:240px;">
		<img src="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Merz-ruft-nach-Ruhe.jpg?fit=640%2C640&#038;ssl=1" width="240" />
		</p><div id="attachment_29197" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><img data-attachment-id="29197" data-permalink="https://www.hightech-und-blech.de/ruf-nach-ruhe-29194/merz-ruft-nach-ruhe/" data-orig-file="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Merz-ruft-nach-Ruhe.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" data-orig-size="640,640" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Merz-ruft-nach-Ruhe" data-image-description="" data-medium-file="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Merz-ruft-nach-Ruhe.jpg?fit=300%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Merz-ruft-nach-Ruhe.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Merz-ruft-nach-Ruhe.jpg?resize=640%2C640&#038;ssl=1" alt="Merz ruft nach Ruhe · Bild: Midjourney" width="640" height="640" class="size-full wp-image-29197" srcset="https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Merz-ruft-nach-Ruhe.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Merz-ruft-nach-Ruhe.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/Merz-ruft-nach-Ruhe.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" data-recalc-dims="1" /><p class="wp-caption-text">Sieben Wochen vor drei Landtagswahlen regiert der Kanzler wie ein überforderter Firmenchef</p></div>
<p><strong>Sonntagsfrage</strong>. Friedrich Merz baut sein Kabinett um und verlangt danach Ruhe. Doch Ruhe lässt sich nicht anordnen. Sieben Wochen vor drei Landtagswahlen regiert der Kanzler wie ein überforderter Firmenchef. Das wird die Union teuer zu stehen kommen. Denn es gibt einen Satz, der diese Woche alles erklärt. Merz habe nach der Sondersitzung der Unionsfraktion erklärt, es seien vorerst keine weiteren Personalwechsel geplant. Er wolle die Politik der Regierung künftig besser erklären und setze auf neuen Schwung.</p>
<p>Das ist der Ton eines Mannes, der die Kontrolle über den eigenen Laden zurückgewinnen will. Wer Ruhe verspricht, hat sie zuvor selbst zerstört.</p>
<p>Was war geschehen. Der <a href="https://www.hightech-und-blech.de/ohne-moral-keine-doppelmoral-29164/">Rücktritt von Jens Spahn</a> als Fraktionsvorsitzender riss ein Loch. Merz nutzte es für einen größeren Umbau. Thorsten Frei wechselte vom Kanzleramt an die Fraktionsspitze. Nina Warken rückte nach nur vierzehn Monaten als Gesundheitsministerin ins Kanzleramt. Carsten Linnemann übernahm das Gesundheitsressort. Steffen Bilger wurde Verkehrsminister. Vier Wechsel innerhalb weniger Tage.</p>
<p>Das Problem ist nicht der Umbau. Das Problem ist die Art und Weise. Der bisherige Verkehrsminister Patrick Schnieder wurde abserviert, und das Verfahren war so würdelos, dass er den Kanzler am Ende selbst um seine Entlassung bat. In der CDU Rheinland-Pfalz hagelte es Kritik. Parteimitglieder sprachen von schlechter Stimmung. Als Manager wäre Merz längst gefeuert.</p>
<p>Dann kam der Eid. Die neuen Ministerinnen und Minister wurden am 29. Juli ernannt. Vereidigt werden sie erst am 9. September. Merz wollte den Bundestag nicht aus der Sommerpause zurückholen, aus Kostengründen. Verfassungsrechtler nannten das einen Verfassungsbruch. Der Bundespräsident rügte das Vorgehen bei der Ernennung. Ein Kanzler, der aus Sparsamkeit das Grundgesetz dehnt, hat den Kompass verloren.</p>
<p>So führt kein Staatsmann. So führt ein Vorstandsvorsitzender, dem der Aufsichtsrat entgleitet. Er tauscht Personal, wenn die Zahlen nicht stimmen. Er verspricht bessere Kommunikation, wenn die Zahlen weiter nicht stimmen. Er verwechselt Bewegung mit Führung. Und er hält die Partei für eine Belegschaft, die man mit einem Machtwort beruhigen kann.</p>
<p>In sieben Wochen wird das quittiert. Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt. Am 20. September folgen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Drei Wahlen, ein Befund.</p>
<p>In Sachsen-Anhalt liegt die AfD in den Umfragen bei rund 41 Prozent. Die CDU kommt auf etwa 24. Reiner Haseloff, der letzte ostdeutsche Ministerpräsident mit echtem Amtsbonus, tritt nicht mehr an. Sein Nachfolger Sven Schulze führt die Partei ohne diesen Bonus in den Wahlkampf. Eine absolute Mehrheit der AfD ist erstmals in einem deutschen Bundesland rechnerisch denkbar.</p>
<p>In Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD bei rund 36 Prozent und wäre erstmals stärkste Kraft. Die SPD von Manuela Schwesig folgt mit Abstand. Die CDU steht bei neun Prozent. Zum ersten Mal fällt sie in einem Ländertrend unter zehn Prozent. Sie ist dort keine Regierungspartei mehr. Sie ist Statistin.</p>
<p>In Berlin regiert die CDU noch. Kai Wegner stürzte über sein Krisenmanagement beim Stromausfall im Januar und über mehrere Falschaussagen dazu. Er verzichtete auf die Spitzenkandidatur. Stefan Evers übernahm. Die Umfragen zeigen ein Feld ohne klaren Sieger. Linke, CDU, AfD und Grüne liegen dicht beieinander, jede Partei um die achtzehn Prozent. Die schwarz-rote Koalition hat ihre Mehrheit verloren.</p>
<p>Man muss hier genau sein. Der Aufstieg der AfD im Osten ist nicht das Werk von Friedrich Merz. Er ist älter und tiefer als jede Kabinettsumbildung. Aber Merz liefert der AfD keinen Gegenwind. Er liefert ihr Rückenwind. Ein Kanzler, dem eine Mehrheit der Bürger die Eignung zum Amt abspricht, ist im Wahlkampf keine Hilfe. Er ist eine Last.</p>
<p>Und hier liegt die Crux in der Sonntagsfrage. In zwei der drei Länder sitzt die Union heute in der Regierung. In Magdeburg führt sie sie, in Berlin ebenfalls. In Schwerin ist sie Opposition und bleibt es. Nach dem 20. September schrumpft die Union in Magdeburg zur Verwalterin des eigenen Abstiegs, gefangen in einer Arithmetik, in der ohne die AfD womöglich keine Mehrheit mehr zustande kommt. In Berlin wird sie das Rote Rathaus ganz verlieren. Von einer Partei, die das Land mit einer Politik in einem Guß regieren wollte, bliebe dann ein Juniorpartner auf Abruf. Regierungsbeteiligung wird für die CDU nicht überall unerreichbar. Aber Gestaltungsmacht schon.</p>
<p><strong>&lt; tl;dr /&gt;</strong><br />
Merz reagiert auf hausgemachtes Chaos mit dem Ruf nach Ruhe. Ruhe ist kein Führungsstil. Ruhe ist das, was von Führung übrig bleibt, wenn sie gelungen ist. Merz hat die Reihenfolge vertauscht. Er befiehlt das Ergebnis und hofft, dass die Ursache sich von allein einstellt. So arbeitet ein Manager, der sein Handwerk nicht beherrscht. Vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin fehlt der Union damit genau das, was sie gegen die AfD bräuchte. Eine Führung, die führt. Die Wählerinnen und Wähler in Magdeburg, Schwerin und Berlin werden ihm die Rechnung schreiben. </p>
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		<title>Brüssels Schraubendreher</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Aug 2026 09:17:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Recht auf Reparatur gilt ab sofort, aber in Deutschland nicht so richtig gut]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="float:right; margin:0 0 10px 15px; width:240px;">
		<img src="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/EU-Recht-auf-Reparatur.jpg?fit=640%2C640&#038;ssl=1" width="240" />
		</p><div id="attachment_29195" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><img data-attachment-id="29195" data-permalink="https://www.hightech-und-blech.de/bruessels-schraubendreher-29192/eu-recht-auf-reparatur/" data-orig-file="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/EU-Recht-auf-Reparatur.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" data-orig-size="640,640" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="EU-Recht-auf-Reparatur" data-image-description="" data-medium-file="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/EU-Recht-auf-Reparatur.jpg?fit=300%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/EU-Recht-auf-Reparatur.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" src="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/EU-Recht-auf-Reparatur.jpg?resize=640%2C640&#038;ssl=1" alt="Recht auf Reparatur · Bild: Midjourney" width="640" height="640" class="size-full wp-image-29195" srcset="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/EU-Recht-auf-Reparatur.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/EU-Recht-auf-Reparatur.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/08/EU-Recht-auf-Reparatur.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" data-recalc-dims="1" /><p class="wp-caption-text">Das Recht auf Reparatur gilt nicht nur für teure Apple-Produkte</p></div>
<p><strong>Shopping am Samstag</strong>. Seit gestern (31.7) gilt in der EU das Recht auf Reparatur. Wer heute ein Smartphone, eine Waschmaschine oder einen Akkusauger kauft, kauft ein anderes Produkt als noch vorige Woche – auch wenn im Regal dasselbe Modell steht. Denn <em>Reparierbarkeit</em> ist ab sofort Teil der geschuldeten Beschaffenheit. Lässt sich ein Gerät nicht reparieren, wo man es erwarten dürfte, ist das künftig ein Sachmangel – so gut wie ein Kratzer im Display.</p>
<p>Das klingt technisch, ist aber vor allem eins: eine Richtungsumkehr. In meinen letzten Kolumnen lag das Kanonenboot der Digitalpolitik vor Anker in Cupertino und Washington – DMA-Strafe, Tariff-Drohung, ein Brüssel in der Defensive. Diesmal läuft es andersherum. Die EU setzt eine Regel, und der wertvollste Hardware-Konzern der Welt baut sein Produktdesign daran vorbei um. Man nennt das den Brüssel-Effekt: Wer den größten Binnenmarkt reguliert, exportiert seine Norm gleich mit.</p>
<p>Sichtbar wird das an Apple. Jahrelang verheiratete der Konzern per Software jedes Ersatzteil mit dem Logicboard – <em>Parts Pairing</em>. Wer ein Display tauschte, kassierte Warnmeldungen oder Funktionsverlust. Genau solche Software-Sperren untersagt die Richtlinie jetzt. Apple hat vorgebaut: Reparatur-Assistent, ab diesem Herbst gebrauchte Originalteile ab dem iPhone 15. Freiwillig war das nichts. iFixit, Right to Repair Europe und Anbieter wie Refurbed lesen die Zugeständnisse als das, was sie sind – erzwungen, nicht erleuchtet. Und was Apple für Europa umbaut, lässt sich schlecht wieder einpacken, sobald die Geräte weltweit vom Band laufen.</p>
<p>Für dich an der Ladentheke zählt vor allem ein Satz. Entscheidest du dich bei einem Defekt für die Reparatur statt den Austausch, verlängert sich die Gewährleistung um zwölf Monate. Das ist ein echter Anreiz gegen den Wegwerfreflex. Zugleich lohnt der zweite Blick vor dem Kauf. Wie leicht lässt sich das Gerät öffnen, was kosten Ersatzteile, gibt es sie auch in ein paar Jahren noch? Die Antworten müssen Hersteller künftig liefern – und du bist nicht mehr auf die Werkstatt des Konzerns angewiesen. Freie Anbieter und Repair-Cafés kommen endlich an dieselben Teile. Reparierbarkeit wird zum Kaufkriterium, nicht zur Randnotiz im Kleingedruckten.</p>
<p>Und der Haken? Der steckt nicht im Gesetz, sondern in dem, was fehlt. Ein Recht auf Reparatur macht das Schrauben erlaubt – nicht bezahlbar. Frankreich zahlt längst einen herstellerfinanzierten Reparaturbonus. Deutschland hat genau diesen Hebel bei der Umsetzung liegen lassen und die Förderung auf <em>außergesetzliche Maßnahmen</em> bis 2029 vertagt. Der Runde Tisch Reparatur kritisiert das zu Recht. Denn solange die Werkstatt teurer bleibt als das Neugerät aus Fernost, bleibt auch das schönste Recht Theorie.</p>
<p><strong>&lt; tl;dr /&gt;</strong><br />
Brüssel hat den Schraubenzieher angesetzt. Ob wir ihn benutzen, entscheidet am Ende nicht der Gesetzestext, sondern der Preis an der Kasse. Und solange sich Reparieren erst ab dem teuren Modell lohnt, bleibt die spannendste Frage offen: Wer kann sich das leisten?</p>
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		<title>Cooks letzter Vorhang</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2026 05:46:01 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Tim Cook verabschiedet sich als Apple-Chef auf dem Zenit. Sein Erbe ist kein Geschenk, sondern eine Messlatte]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="float:right; margin:0 0 10px 15px; width:240px;">
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		</p><div id="attachment_29193" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><img data-attachment-id="29193" data-permalink="https://www.hightech-und-blech.de/cooks-letzter-vorhang-29190/apple-atop-of-german-dax/" data-orig-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/Apple-atop-of-german-DAX.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" data-orig-size="640,640" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Apple-atop-of-german-DAX" data-image-description="" data-medium-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/Apple-atop-of-german-DAX.jpg?fit=300%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/Apple-atop-of-german-DAX.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" src="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/Apple-atop-of-german-DAX.jpg?resize=640%2C640&#038;ssl=1" alt="Apple doppelt so viel wert wie der DAX · Bild: Midjourney" width="640" height="640" class="size-full wp-image-29193" srcset="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/Apple-atop-of-german-DAX.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/Apple-atop-of-german-DAX.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/Apple-atop-of-german-DAX.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" data-recalc-dims="1" /><p class="wp-caption-text">Rund 4,4 Billionen Euro ist Apple wert — mehr als das Doppelte des DAX</p></div>
<p><strong>Finanzen am Freitag</strong>. Tim Cook verabschiedet sich als Apple-Chef auf dem Zenit. Für den Nachfolger John Ternus ist sein Erbe kein Geschenk, sondern eine Messlatte. Es war sein neunzigster und letzter Auftritt in dieser Rolle. Am Donnerstagabend moderierte Tim Cook zum letzten Mal als CEO eine Apple-Bilanzkonferenz — und beschloss damit eine Ära, die 2011 begann. Am 1. September rückt Hardware-Chef John Ternus an die Spitze, Cook wechselt in die Rolle des Executive Chairman. Bezeichnend: Ternus, der Erbe, sagte auf der Schaltung kein Wort. Der scheidende Chef bekam die Bühne allein.</p>
<p>Und was für eine Bühne. Zwei Tage vor seinem Abschied streifte Apple erstmals die Marke von fünf Billionen Dollar Börsenwert — als zweites Unternehmen der Geschichte nach Nvidia, dessen Krone Cupertino kurz zuvor zurückerobert hatte. Für deutsche Verhältnisse ist diese Zahl kaum zu fassen: Rund 4,4 Billionen Euro ist Apple wert — mehr als das Doppelte der gesamten Marktkapitalisierung aller vierzig DAX-Konzerne zusammen (gut 2,1 Billionen Euro). Ein einziges kalifornisches Unternehmen wiegt schwerer als SAP, Siemens, Allianz, die Autobauer und der Rest der deutschen Börsen-Elite in Summe.</p>
<p>Cooks vierzehn Jahre haben Apples Wert um weit über vier Billionen Dollar gesteigert — mehr Zuwachs, als die meisten Volkswirtschaften an Jahresleistung erbringen. Die Rekordzahlen des Quartals, die er zum Abschied präsentierte, seien hier nur am Rande erwähnt: 109,4 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von sechzehn Prozent, dazu ein Services-Rekord von 30,7 Milliarden. Ein Bilderbuchabgang.</p>
<p>Doch genau darin liegt Ternus&#8216; Problem. Wer auf dem Gipfel übernimmt, kann nur absteigen. Cooks eigentliches Vermächtnis ist eine Wette: Während Google, Microsoft und Amazon dreistellige Milliardenbeträge in KI-Rechenzentren versenken, hat Apple die teure Infrastruktur gemieden und setzt darauf, künstliche Intelligenz über längst verkaufte Geräte auszuliefern — margenschonend, kapitalleicht. Das neue, von Googles Gemini betriebene Siri soll diese Strategie beweisen. Noch ist es Beta.</p>
<p>Und der Ernstfall fällt ausgerechnet in Ternus&#8216; erste Wochen: Im September startet Siri gemeinsam mit dem iPhone 18. Gelingt der Wurf, ist Cook der Stratege, der Apple kapitaldiszipliniert durch die KI-Euphorie steuerte. Misslingt er, erbt Ternus den Verdacht, Cupertino habe technologische Führung gegen Bilanzkosmetik getauscht.</p>
<p>Cook geht als Sieger. Die Messlatte, die er hinterlässt, hängt bei fünf Billionen — und die Beweislast trägt sein Nachfolger.</p>
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		<title>Mehrzweckeier</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2026 06:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Langenscheidt möchte eine unpolitische Wahl zum Jugendwort des Jahres: Ei, Ei, Ei, Eierlei, Crashout]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="float:right; margin:0 0 10px 15px; width:240px;">
		<img src="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/mehrzweckeier.jpg?fit=640%2C640&#038;ssl=1" width="240" />
		</p><div id="attachment_29191" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><img data-attachment-id="29191" data-permalink="https://www.hightech-und-blech.de/mehrzweckeier-29188/mehrzweckeier/" data-orig-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/mehrzweckeier.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" data-orig-size="640,640" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="mehrzweckeier" data-image-description="" data-medium-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/mehrzweckeier.jpg?fit=300%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/mehrzweckeier.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" src="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/mehrzweckeier.jpg?resize=640%2C640&#038;ssl=1" alt="Mehrzweckeier sind eine Tarnung · Bild: Midjourney" width="640" height="640" class="size-full wp-image-29191" srcset="https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/mehrzweckeier.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/mehrzweckeier.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i1.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/mehrzweckeier.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" data-recalc-dims="1" /><p class="wp-caption-text">Mehrzweckeier sind eine Tarnung</p></div>
<p><strong>Down the Drain</strong>. Es gibt in diesem Jahr kaum ein politischeres Wort als jenes, das Langenscheidt für unpolitisch erklärt hat. Der Verlag wünscht sich eine saubere, hübsch entpolitisierte Wahl zum Jugendwort des Jahres — und streicht dafür ausgerechnet den Begriff, an dem sich zeigt, wie politisch die Jugend längst denkt: Mehrzweckeier.</p>
<p>Wir gehen ran. Mehrzweckeier sind eine Tarnung. Wer den Begriff laut liest, hört, was darunter liegt: <a href="https://www.hightech-und-blech.de/merz-such-eier-28954/">Merz, leck Eier</a>. Der Ursprung ist ein Pappschild bei einer Demonstration gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Die Polizei beschlagnahmte es, gegen den Demonstranten wurde wegen übler Nachrede und Verleumdung ermittelt. Daraufhin baute das Netz aus dem strafbaren Spruch das unverdächtige Kunstwort: harmlose Mehrzweck-Eier auf dem Papier, derselbe Klang und dieselbe Botschaft im Ohr. Bei Reddit formierte sich eine Kampagne, die dazu aufrief, <em>Mehrzweckeier</em> massenhaft einzureichen. Es klappte — der Begriff landete unter den zehn meistgenannten Vorschlägen.</p>
<p>Dann kassierte Langenscheidt ihn wieder. Die Begründung lautet, das Wort gehe auf eine Kampagne zurück, beruhe auf einer persönlichen Beleidigung und dürfe kein Werkzeug für parteipolitischen Wahlkampf sein. Man wolle, kurz gesagt, nicht politisch werden.</p>
<p>Doch Neutralität ist keine Enthaltung, sondern eine Entscheidung. Wer ein Wort aus dem Rennen nimmt, weil es politisch ist, urteilt hochpolitisch — nur eben zugunsten der Harmlosigkeit. Und das ist die eigentliche Peinlichkeit für einen Verlag, der vom Sprachwandel lebt: Er behandelt die politische Ladung eines Wortes, als ließe sie sich herausfiltern wie das Fett aus der Milch. Kann man nicht. Mehrzweckeier ist ein perfektes Jugendwort — verschlüsselt, doppelbödig, für Erwachsene erst auf den zweiten Blick zu knacken. So funktioniert Jugendsprache, seit es sie gibt.</p>
<p>Vor allem aber sollte man sich freuen. Da engagieren sich junge Menschen, von denen viele noch gar nicht wählen dürfen, mit Witz und Tarnkappe zu Fragen, die sie unmittelbar treffen. Wer soll künftig dienen? Wem? Diese Jugend ist politischer, als ihr Wahlrecht es ihr erlaubt. Sie hätte einen Verlag verdient, der das feiert, statt es wegzuwischen.<br />
Gevotet wird trotzdem — online, noch bis zum 20. August. Auf <a href="https://www.jugendwort.de/" rel="noopener" target="_blank">jugendwort.de</a>. Nur ohne Eier. Crashout.</p>
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		<title>Siri allein zu smart</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 06:29:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Matthias]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nie mehr allein zu Haus mit dem Siri-AI-Smart-Home-Hub]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="float:right; margin:0 0 10px 15px; width:240px;">
		<img src="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/AI-smart-empty-home.jpg?fit=640%2C640&#038;ssl=1" width="240" />
		</p><div id="attachment_29189" style="width: 650px" class="wp-caption aligncenter"><img data-attachment-id="29189" data-permalink="https://www.hightech-und-blech.de/siri-allein-zu-smart-29186/ai-smart-empty-home/" data-orig-file="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/AI-smart-empty-home.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" data-orig-size="640,640" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="AI-smart-empty-home" data-image-description="" data-medium-file="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/AI-smart-empty-home.jpg?fit=300%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/AI-smart-empty-home.jpg?fit=640%2C640&amp;ssl=1" src="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/AI-smart-empty-home.jpg?resize=640%2C640&#038;ssl=1" alt="Siri wird AI-Smart-Home-Hub · Bild: Midjourney" width="640" height="640" class="size-full wp-image-29189" srcset="https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/AI-smart-empty-home.jpg?w=640&amp;ssl=1 640w, https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/AI-smart-empty-home.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i2.wp.com/www.hightech-und-blech.de/media/uploads/2026/07/AI-smart-empty-home.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" data-recalc-dims="1" /><p class="wp-caption-text">Nie mehr allein zu Haus mit dem Siri-AI-Smart-Home-Hub</p></div>
<p><strong>Medien am Mittwoch</strong>. Apple verspricht ein Wohnzimmer, das weiß, wer gerade hereinkommt. Nach Informationen von Bloomberg-Reporter Mark Gurman startet der Konzern nun endlich seinen lange angekündigten Smart-Home-Vorstoß: ein Hub mit Sieben-Zoll-Display, gebaut um die runderneuerte Siri AI. Das Gerät soll erkennen, wer im Raum ist, und jedem Bewohner passende Inhalte servieren — Kalender, Nachrichten, FaceTime, Fotos. Dazu kommen ein frisches Apple TV 4K und ein überarbeiteter HomePod mini, beide mit schnelleren Chips für die neuen KI-Funktionen.</p>
<p>Der Zeitplan laut Gurman sieht Apple TV und HomePod mini vor für den Herbst, der Hub irgendwann zwischen Jahresende und Anfang 2027. Klingt nach behäbiger Sorgfalt. Ist aber das Gegenteil.</p>
<p>Denn die Pointe steckt in der Verspätung. Die Hardware, so berichten es dieselben Quellen, war seit Monaten fertig. Design, Gehäuse, Display — alles lag im Schrank. Was fehlte, war Siri. Der Hub wurde seit 2025 immer wieder verschoben, nicht weil die Fertigung stockte, sondern weil das Gehirn nicht lieferte. Ein Gerät, das ohne seinen Assistenten sinnlos ist, musste warten, bis Apple bei der WWDC im Juni endlich eine Siri präsentierte, die mehrschrittige Gespräche führt, Kontext behält und den Bildschirm versteht — teils, dem Vernehmen nach, mit zugekaufter Modelltechnik.</p>
<p>Man verkauft hier also keine Kiste. Man verkauft ein Versprechen, das erst funktioniert, wenn die Software es einlöst. Und genau darin liegt der Plan.</p>
<p>Der 350-Dollar-Hub ist kein Hardware-Geschäft, jedenfalls nicht in erster Linie. Er ist ein Türsteher. Wer ihn ins Wohnzimmer stellt, holt sich Siri AI als ständigen Mitbewohner — und mit ihr die Sogwirkung des Apple-Kosmos: iCloud, Apple TV+, Apple Music, News, bald womöglich abogebundene KI-Funktionen. Die Anwesenheitserkennung ist dabei mehr als Spielerei. Sie bindet nicht das Gerät an den Nutzer, sondern den Haushalt an das Ökosystem. Jeder Bewohner ein Profil, jedes Profil ein Datenpunkt, jeder Datenpunkt ein Grund zu bleiben.</p>
<p><strong>&lt; tl;dr /&gt;</strong><br />
Und so bekommt der Slogan seinen doppelten Boden. <em>Nie mehr allein zu Haus</em> — das klingt nach Geborgenheit und meint doch Bindung. Der Hub, der immer weiß, wer im Raum ist, ist auch der Hub, den man nicht mehr abschaltet. Apple hat gelernt, dass die höchsten Margen nicht im Gerät stecken, sondern im Abo, das daran hängt. Das Wohnzimmer wird zum Kundenkonto. Die Kiste ist fertig. Auf das Geschäftsmodell wartete Apple.</p>
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