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	<title>IMAGINE - Gemeinde Grossgrabe</title>
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	<title>Sermons Archiv - IMAGINE</title>
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		<title>Friede sei mit euch</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Einleitung Schenk uns ein Herz für dein Wort und dein Wort für unser Herz. Amen. Die Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen Was für eine irre Situation, die wir gerade im Evangeliumstext gehört haben. Zwei Jünger Jesu erleben den Auferstandenen auf ihrer Reise. Die kehren um, um den anderen in Jerusalem zu berichten. Als sie ankommen, werden sie mit den Worten begrüßt: „Der Herr ist auferstanden. Simon hat ihn gesehen.“ Beide berichten von ihren Erlebnissen mit Jesus, und plötzlich steht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Einleitung</h4>



<p>Schenk uns ein Herz für dein Wort und dein Wort für unser Herz. Amen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen</h4>



<p>Was für eine irre Situation, die wir gerade im Evangeliumstext gehört haben. Zwei Jünger Jesu erleben den Auferstandenen auf ihrer Reise. Die kehren um, um den anderen in Jerusalem zu berichten. Als sie ankommen, werden sie mit den Worten begrüßt: „Der Herr ist auferstanden. Simon hat ihn gesehen.“</p>



<p>Beide berichten von ihren Erlebnissen mit Jesus, und plötzlich steht er mitten unter ihnen. Bricht jetzt die große Freude aus? Nein, die bekommen ihr Wissen und die Realität nicht zusammen. Da steht einer, den es gar nicht geben durfte. Ein bisschen sieht er ja aus wie Jesus, aber auch wieder nicht. Das Trauma der letzten Tage hält sie noch immer gefangen. Sie fürchten sich sehr.</p>



<p>Selbst als Jesus seine Hände und Füße zeigt, hilft es nichts. Er ruft ihnen zu: „Kommt, fasst mich doch an.“ Aber sie können es nicht. Die Furcht ist größer. Erst die Frage nach etwas zu essen löst den Stachel. Die Erscheinung – das bricht den Bann. Jetzt können sie sich auf ihn einlassen, aber immer noch sind da ihre Gedanken und Gefühle und das Geschehen der letzten Woche.</p>



<p>Wie wird es wohl in ihnen ausgesehen haben? Na ja, um dieser Frage nachzuspüren, wäre es sicher gut, wenn wir uns mit an den Ort des Geschehens begeben. Ich lade euch jetzt dazu ein.</p>



<p>Wir setzen uns jetzt einfach mal mitten unter die Jüngerschar. Eben sind die zwei Jünger aus Emmaus eingetroffen. Ganz aufgeregt erzählen sie von den Begegnungen mit Jesus. Die Aufregung überträgt sich auf alle. Erst erzählten die Frauen von der Begegnung mit dem Auferstandenen, dann Simon Petrus und nun noch diese zwei.</p>



<p>Das scheint also wirklich irgendwie wahr zu sein – oder doch nicht?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Angst, Zweifel und Schuld</h4>



<p>Und nun ist da plötzlich diese Erscheinung. Ja, doch, eine Ähnlichkeit ist schon vorhanden. Aber ist das wirklich ihr Freund Jesus, ihr Rabbi? Der kann doch nicht durch Wände gehen. Das muss ein Geist sein, ein Gespenst.</p>



<p>Neben der zweifelnden Wiedersehensfreude macht sich nun auch Angst breit.</p>



<p>Jetzt spricht diese Gestalt auch noch mit ihnen. Ah, das klingt nun doch sehr nach Jesus. Wenn er es nun doch ist? Jetzt erschrecken sie noch mehr. Es fällt ihnen ein, wie es war in den Stunden im Garten Gethsemane.</p>



<p>Wie sie ihren Freund im Stich gelassen haben. Sie haben ihm nicht beigestanden, als er sie so sehr brauchte. Sie sind alle weggelaufen. Petrus denkt auch noch an seinen Verrat.</p>



<p>Wie enttäuscht ist Jesus von ihnen? Was wird er wohl jetzt zu ihnen sagen? Zitternd warten sie auf seine nächsten Worte.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Jesus begegnet ihnen mit Gemeinschaft</h4>



<p>Und dann kommt die Bitte, mit ihm zu essen. Er will mit ihnen zusammen sein und das Brot mit ihnen teilen. Kein einziges Wort der Enttäuschung, kein Abwenden, kein Vorwurf.</p>



<p>Jesus will trotz ihres Versagens Gemeinschaft mit ihnen haben.</p>



<p>Hört ihr es auch? Hört ihr die Steine von den Herzen plumpsen? Spürt ihr das Aufatmen und die Erleichterung? Ihr Jesus will sie immer noch. Nun wird alles gut. Nun ist alles gut. Ihr Jesus ist wieder da. Ihr Jesus ist wieder da.</p>



<p>Und jetzt kann er mit ihnen reden und ihnen alles erklären. Alles, was er in den letzten drei Jahren immer wieder angedeutet und angesprochen hat. Er zeigt ihnen, dass alles einen Sinn ergibt, dass es so kommen musste.</p>



<p>Die letzten sieben Tage – vom Einzug in Jerusalem über seine Gefangennahme und die Kreuzigung bis hin zum Ostertag und der Auferstehung. Es war nicht ein großes Versehen, sondern eine Erfüllung alter Prophezeiungen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Jesus erklärt die Schrift</h4>



<p>Welch eine Situation. Jesus erklärt den verunsicherten und begriffsstutzigen Jüngern die Heilige Schrift. Das würde ich mir auch immer mal wünschen. Wenn wir nicht wissen, was das alles soll, wenn wir denken, es geht nicht weiter, wäre es doch toll, wenn Jesus eintreten würde, um uns die Bibel und die Weltgeschichte zu erklären.</p>



<p>Was würde er sagen zu unserem Leben, zu unseren Gemeinden, zu unserer Gesellschaft in der Welt?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Was bedeutet das für uns heute?</h4>



<p>Aber wir brauchen eigentlich nicht, die Ohren hängen zu lassen. Auf den ersten Blick hatten die Jünger es besser, denn sie hatten Jesus bei sich. Doch wenn wir genau hinschauen, fehlt uns heute nichts.</p>



<p>Wir haben die Bibel – ein Buch, das es in dieser Form zu Jesu Zeiten und den der ersten Jünger überhaupt noch nicht gab. Damals konnte ich Jesus nur an einem bestimmten Ort treffen. Heute kann ich durch den Heiligen Geist Jesus überall treffen.</p>



<p>Und so ist es möglich, dass Jesus heute und hier zu unserem Herzen spricht – und gleichzeitig Sergej in Russland, Mutan in Laos und Lars und Bill in Texas die Schrift erklärt.</p>



<p>Es braucht niemand mehr, auf Jesus, auf die Nähe Gottes zu verzichten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">„Friede sei mit euch“</h4>



<p>So dürfen auch wir jetzt hören, wie der Auferstandene zu uns spricht:</p>



<p>Friede sei mit euch.</p>



<p>Ja, Jesus weiß um unsere große Sehnsucht nach Frieden. Nach diesem Frieden. Wie heißt es so schön in einem Lied aus unserer Jugendzeit:</p>



<p>Frieden, den die Welt nicht geben kann.<br>Frieden, den die Welt nicht nehmen kann.</p>



<p>Jesus kann und möchte genau diesen Frieden schenken. Als Auferstandener spricht er ihn immer wieder seinen Jüngern zu. Er sieht ihre Angst. Er sieht ihre Unsicherheit. Er sieht ihre aufgewühlten Herzen.</p>



<p>Friede sei mit euch – ist seine Antwort darauf. Es ist seine Begrüßung. Er stellt diesen Gruß an den Anfang.</p>



<p>Auch heute wird in Israel mit einem „Schalom“ gegrüßt. Dabei bedeutet Schalom mehr als Frieden. Es ist das Wohlergehen auf allen Gebieten und in allen Bereichen des Lebens. Diesen Schalom sagt Jesus auch uns zu.</p>



<p>Er weiß, wie sehr wir uns danach sehnen:<br>nach Frieden in der Welt,<br>nach Frieden mit unseren Mitmenschen,<br>nach Frieden in unserem Herzen.</p>



<p>Durch Jesus dürfen wir es uns auch immer wieder gegenseitig zusprechen:<br>Friede sei mit dir.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Auftrag: Zeugen sein</h4>



<p>Mit diesem Frieden im Herzen fällt es uns leichter zuzuhören. Auch die Jünger haben das so erlebt.</p>



<p>Und nicht nur das. Jesus erklärt nicht nur, was passiert ist. Er weist auch in die Zukunft:</p>



<p>Ihr werdet meine Zeugen sein.</p>



<p>Christ sein, mit Jesus unterwegs sein, beinhaltet immer auch die Aufgabe, als Zeuge zur Verfügung zu stehen.</p>



<p>Wer soll den Menschen von Gott erzählen, wenn nicht seine Kinder? Wenn nicht die Menschen, die mit Jesus unterwegs sind?</p>



<p>Und als Zeuge muss ich mir ja nichts zusammenreimen. Ich soll nur berichten, was ich selbst erlebt habe. Nichts dazufügen und nichts weglassen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Heilige Geist wirkt</h4>



<p>Und Jesus verheißt sogar noch Hilfe: Der Geist Gottes, der Heilige Geist, rüstet uns aus, dass wir Zeugen sein können.</p>



<p>Petrus hält später seine Pfingstpredigt und 3000 Mann bekehren sich. Sie tun es aus zweierlei Gründen:</p>



<p>Zum einen spricht Petrus als Zeuge. Er spricht davon, was sie mit Jesus erlebt haben.<br>Zum anderen gibt der Heilige Geist Kraft zum Reden und öffnet die Ohren des Herzens bei den Zuhörern.</p>



<p>Und deshalb braucht es uns nicht bange zu sein, wenn wir von unserem Glauben reden. Wir sollen nur erzählen, was wir erlebt haben.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Glaube im Alltag leben</h4>



<p>Wenn du erlebt hast, dass Gott dir Frieden ins Herz geschenkt hat, dann erzähl davon.</p>



<p>Wenn du erlebt hast, dass du Freude hast, weil du sein geliebtes Kind bist, dann erzähl davon.</p>



<p>Wenn du erlebt hast, dass du gebetet hast und Gott dir geholfen hat, dann erzähl davon.</p>



<p>Ja, erzähl davon. Das ist wichtig und das ist richtig.</p>



<p>Aber unsere Worte bleiben doch recht leere Hüllen, wenn wir nicht auch danach leben. Unsere Haltung zeigt so viel.</p>



<p>Erleben Menschen, dass wir dankbar und zufrieden sind?<br>Finden wir Worte, die andere wertschätzen und ermutigen?<br>Sind wir ehrlich, auch wenn es manchmal unbequem ist?<br>Beten wir für andere und bringen ihre Nöte zu unserem himmlischen Vater?</p>



<p>Und erleben Menschen durch mich etwas von dem Osterfrieden?<br>Hören Menschen durch mich etwas von der Osterhoffnung?<br>Führen wir Menschen durch uns zur großen Osterfreude?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zuspruch und Abschluss</h4>



<p>Ach du meine Güte, wie soll ich das nur schaffen?</p>



<p>Jesus spricht seinen Jüngern die Kraft des Heiligen Geistes zu. Auch wir können das nicht aus uns heraus und brauchen diesen Beistand.</p>



<p>Und wir dürfen Jesus – ich und auch du – du darfst diesen Jesus in deinem Herzen immer bei dir haben. Jede Stunde und jeden Tag.</p>



<p>Jesus, den die Welt nicht geben kann.<br>Jesus, den die Welt nicht nehmen kann.</p>



<p>Und deshalb, genau deshalb dürfen wir einstimmen in den Osterruf:</p>



<p>Der Herr ist auferstanden,<br>er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Segen</h4>



<p>Der Friede, den Jesus uns immer wieder zusagt –<br>Friede, den die Welt nicht geben und nicht nehmen kann –<br>fülle eure Herzen und Gedanken aus.</p>



<p>Gottes Frieden sei in und mit dir.</p>



<p>Amen. Amen.</p>



<p></p>
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		<title>Anvertraut</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/anvertraut/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2026 14:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Einleitung Als ich noch in WGs gewohnt habe, da ist es öfter mal vorgekommen, dass ich in meinen Sachen Sachen gefunden habe, die nicht mir gehört haben. Das waren zum Teil ganz harmlose Sachen: Stifte, Kosmetikartikel, Trinkflasche, sowas. Aber es gab auch so den einen oder anderen Moment, da mache ich meinen Kleiderschrank auf und finde irgendeine Unterhose, von der ich mir denke: Das ist nicht meine. Und wir haben das dann immer so geregelt, wir hatten dann in unserer [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Einleitung</h3>



<p>Als ich noch in WGs gewohnt habe, da ist es öfter mal vorgekommen, dass ich in meinen Sachen Sachen gefunden habe, die nicht mir gehört haben. Das waren zum Teil ganz harmlose Sachen: Stifte, Kosmetikartikel, Trinkflasche, sowas. Aber es gab auch so den einen oder anderen Moment, da mache ich meinen Kleiderschrank auf und finde irgendeine Unterhose, von der ich mir denke: Das ist nicht meine.</p>



<p>Und wir haben das dann immer so geregelt, wir hatten dann in unserer WG einen Fundkorb, eine Fundstelle, und dort ist alles hingewandert. Und dann hat sich sozusagen immer, wenn jemand mal vorbeigegangen ist, dieser Korb immer wieder geleert. Ich vermute, die Unterhosen liegen dort heute noch, aber zumindest die anderen Sachen haben sich dann immer irgendwie wieder an den richtigen Besitzer gefunden.</p>



<p>Und wenn ich was finde, was nicht mir gehört, dann kann das verschiedene Reaktionen auslösen. Es kann mich zum Nachdenken bringen, wem das wohl gehört. Es kann mich in Zweifel bringen, ob es vielleicht doch mir gehört. Es kann mich freudig stimmen, weil: Sowas wollte ich schon immer mal haben. Es kann mich aber auch wütend machen, weil mein Bruder mal wieder seinen Müll in meinem Zimmer vergessen hat.</p>



<p>Und jetzt eine Frage an dich: Welche Reaktion würde es in dir auslösen, wenn ich dir sage, dass alles, was du in deinem Leben glaubst zu besitzen, nicht dir gehört?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Alles gehört Gott</h3>



<p>So, die ersten alteingesessenen Christen spüren jetzt schon so das Halleluja in sich aufsteigen, weil, ja, Gott allein gehört alles, die ganze Welt und so weiter und so fort. Vielleicht ist dieser Gedanke also, dass das ganze Leben ein Geschenk ist, für dich gar nicht neu. Aber gib dir heute mal einen Ruck und lass diesen Gedanken wirklich noch mal neu zu.</p>



<p>Als du heute Morgen deine Kids aus dem Bett geholt hast oder sie dich, hast du da gedacht: Krass, Gott, dass du deine Kinder bei mir wohnen lässt? Oder als du heute mit dem Auto zu diesem Gottesdienst gekommen bist, hast du da gedacht: Jesus, die Tankrechnung diesen Monat könntest du übernehmen, weil es dein Auto ist?</p>



<p>Ich glaube, in unserem täglichen Doing, unserem täglichen Alltag, da haben wir nicht die ganze Zeit Zeit, darüber nachzudenken, dass alles, was wir haben, eigentlich nicht unseres ist. Und das ist auch okay. Es ist okay, nicht bei jeder Tasse Kaffee, die wir trinken, die Reaktion zu haben: Oh, das ist ja gar nicht meine. Ich glaube, das würde unser Leben ganz schön anstrengend machen, und das ist okay.</p>



<p>Aber heute Nachmittag, jetzt hier im Lichtblick, lasst uns heute diesen Gedanken einmal Raum geben, dass nichts in unserem Leben wirklich uns gehört, dass alles, was wir haben, wir nur haben, weil Gott es uns anvertraut und wir das verwalten dürfen.</p>



<p>Und lasst uns, wenn wir diesen Gedanken zulassen, auch die Frage in den Raum stellen: Was bedeutet das dann für unser Leben? Was bedeutet es für die Dinge, die wir verwalten?</p>



<p>Heute geht es ums Thema Verwalterschaft und darum, was Gott uns anvertraut hat und wie wir damit umgehen. Und ich weiß, dass dieses Thema unfassbar groß ist. Und ich weiß, dass dieses Thema auch ganz viel Druck, ganz viel Leid, ganz viel Schmerz über einige Punkte in unserem Leben auslösen kann. Und deswegen würde ich gerne zu Beginn mit uns beten und Gott bitten, dass er die Dinge heute bei uns ankommen lässt, die gut sind und die gute Früchte hervorbringen.</p>



<p>Jesus, ich lade dich jetzt ein hier in unsere Kirche. Ich lade dich ein in unsere Herzen und ich bete, dass du die Samen, das, was gut ist, das, was für uns heute gedacht ist, dass du das auf guten und fruchtbaren Boden fallen lässt. Und alles andere, was wir heute hören und wo wir das Gefühl haben, das löst Druck aus, das ist nicht gut, das macht irgendwie Stress, da gibt&#8217;s einen Schmerzpunkt, da gibt&#8217;s auch einen Schmerzpunkt mit dir, Jesus – da bete ich, dass du das nur zum Guten verwendest. Herr, sei jetzt bei jedem und bei jeder hier im Raum und lass uns deinen Geist spüren. Lass uns deine Worte hören. Amen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kein bescheidener Gott</h3>



<p>Wir haben keinen bescheidenen Gott. Und damit falle ich direkt mit der Tür ins Haus: Wir haben keinen bescheidenen Gott. Und das meine ich nicht als Aufruf zum Wohlstandsevangelium, sondern das ist eine echte Aussage über den Charakter Gottes.</p>



<p>Und woher weiß ich das? Ich weiß das von Jakob und von Jabez. Jakob war ein richtig hinterlistiger Kerl, der seinen Bruder um alles beschissen hat, was dem richtig wichtig war. Und nachdem er sich dann jahrelang aus dem Staub gemacht hatte, kam er jetzt in die Situation, dass er seinem Bruder wieder begegnen musste und dachte: Jetzt gehe ich drauf.</p>



<p>Und in der Nacht vor der Begegnung, da trifft er Gott und Folgendes passiert. Ich lese aus Genesis 32:</p>



<p>Nur er allein, also Jakob, blieb zurück. Auf einmal war da ein Mann, der mit ihm rang bis zum Morgengrauen. Der Mann merkte, dass er Jakob nicht bezwingen konnte. Da gab er ihm einen Schlag auf die Hüfte, und Jakobs Hüftgelenk renkte sich aus, während die beiden miteinander rangen. Schließlich sagte der Mann: „Lass mich los, denn es beginnt bereits zu dämmern.“ Aber Jakob entgegnete: „Ich lasse dich erst los, wenn du mich gesegnet hast.“ „Wie heißt du?“, fragte der Mann. „Jakob“, gab er zur Antwort. „Von nun an sollst du nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel, also Gottes Kämpfer“, sagte der Mann. „Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen.“ Jakob bat ihn noch einmal: „Sag mir doch auch, wie du heißt.“ Aber der Mann entgegnete: „Warum fragst du mich nach meinem Namen?“ Dann segnete er Jakob.</p>



<p>Jakob hatte sich den Segen Gottes nach unseren menschlichen Maßstäben nicht verdient, aber er rang so lange mit Gott, bis der ihn schlussendlich segnete. Warum?</p>



<p>Weil wir keinen bescheidenen Gott haben, weil Gott uns einlädt, so mutig zu sein, dass wir groß bitten, dass wir mutig bitten, dass wir um unsere Anliegen, um unsere Segenswünsche von ihm ringen, auch wenn du denkst, du hättest es gar nicht verdient.</p>



<p>Vielleicht hast du im Unterricht nicht richtig zugehört und trotzdem betest du, dass du die Prüfung bestehst. Vielleicht hast du in der Bewerbung angegeben, du könntest fließend Japanisch sprechen, und trotzdem betest du, dass du den Job kriegst. Und vielleicht hast du dem Arzt ganz groß erzählt, wie viel Sport du machst, und trotzdem betest du, dass du gesund wirst.</p>



<p>Wir haben diesen großen, diesen allumfassenden, diesen absolut nicht bescheidenen Segen vielleicht nicht immer verdient, aber Gott ringt mit uns darum, und er lässt uns gewinnen und gewähren.</p>



<p>Ich habe noch von Jabez erzählt, einem zweiten Mann, der uns in der Bibel als angesehen vorgestellt wird. In 1. Chronik 4 lesen wir in Vers 9 und 10 Folgendes:</p>



<p>Jabez war angesehener als seine Brüder. Bei der Geburt hatte seine Mutter gesagt: „Ich habe ihn unter Schmerzen geboren.“ Deshalb hatte sie ihm den Namen Jabez, nämlich Schmerz, gegeben. Doch Jabez hatte zum Gott Israels gerufen und ihn gebeten: „Bitte segne mich und erweitere mein Gebiet. Steh mir bei und halte Unglück und Schmerz von mir fern.“ Und dieses Gebet hatte Gott erhört.</p>



<p>Gott schenkt noch einem Mann das, worum er bittet: Segen, Nähe, Schutz vor Unglück und Schmerz, Eroberung, Macht, Siege, was auch immer es war, worum Jabez bat – Gott schenkte es. Denn unser Gott ist kein bescheidener Gott. Er schenkt im Überfluss. Er schenkt maßlos. Er schenkt großzügig. Er schenkt gern. Er schenkt.</p>



<p>Ich glaube, dass jeder und jede, die heute hier ist, unter der Voraussetzung hier sitzt, von Gott gesegnet zu sein. Ich glaube, dass Gott jeden und jede Einzelne hier unendlich und überschwänglich liebt und segnet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Segen sieht nicht immer so aus, wie wir denken</h3>



<p>Nur eben vielleicht nicht immer so, wie wir uns den Segen vorstellen. Jakob hat bestimmt nicht damit gerechnet, eine ausgerenkte Hüfte zu haben und den Rest seines Lebens am Stock zu gehen. Jabez hat bestimmt nicht damit gerechnet, den Rest seines Lebens unter den Geburtswehen seiner Mutter gerufen zu werden.</p>



<p>Und du hast vielleicht nicht den Job bekommen, um den du gebetet hast, die Prüfung bestanden, die du gern wolltest, oder die Heilung erfahren, die Beziehung, nach der du dich sehnst, oder den Kontostand, den du bräuchtest. Vielleicht fühlt sich dein Leben gerade nicht nach diesem überschwänglichen Segen an, aber ich glaube, wir haben einen Gott, der uns liebt und der uns segnet und der nicht bescheiden ist.</p>



<p>Und ich möchte gerne an der Stelle Tabea noch mal nach vorn bitten, denn Tabea möchte uns aus einer Zeit in ihrem Leben berichten, die sicherlich alles andere als nach großem Segen aussah, und trotzdem war Gott da. Danke für dein Mutterherz.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bericht von Tabea</h3>



<p>Einige von euch kennen mich schon und kennen noch meine Geschichte. Für alle anderen fange ich einfach wirklich noch mal ganz kurz bei dem Ursprung an.</p>



<p>Ich bin verwitwet. Mein Mann Daniel ist vor 13 Jahren in Afghanistan als Soldat gefallen. Das war für uns in einer Situation, wo wir überhaupt nicht darauf vorbereitet waren. Wir hatten gerade ein Haus gekauft. Seit drei Monaten sind wir eingezogen. Wir hatten dieses Haus komplett finanziert, also wir hatten null Eigenanteil, sondern wirklich die gesamte Kreditsumme da rein. Und ich glaube, zu diesem Zeitpunkt hatten wir eine Monatsrate bezahlt. Und jetzt standen wir sozusagen da zu dritt mit meinen Mädels, ein Jahr und drei Jahre alt. Und ich wusste anfangs nicht: Okay, können wir unser Zuhause behalten, können wir dort bleiben, wie geht&#8217;s weiter?</p>



<p>Wir waren ziemlich naiv, muss ich vorher sagen. Also ich – ja, wir haben wirklich nicht vorgesorgt, ganz ehrlich. Wir hatten kein Testament geschrieben. Eine Lebensversicherung von Daniel, die war, weiß ich nicht, 20 Jahre alt, also irgendwann mit 15 abgeschlossen, auf seinen Vater laufen, viel zu gering. Ja, es gab von der Bundeswehr eine gewisse Absicherung. Ganz ehrlich, die wäre aber zum Beispiel gar nicht eingetreten, wenn er auf der Autobahn irgendwo bei einem Unfall ums Leben gekommen wäre. So war es jetzt okay, ein Auslandseinsatz, da ist sie eingetreten.</p>



<p>Trotz allem waren wir an dem Punkt sozusagen – ich wusste nicht, wie es weitergeht. Und dann haben seine Kameraden, zuerst in Afghanistan, dann in Kalkar und dann durch die gesamte Bundeswehr, eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Am Ende dieser Spendenaktion ist wirklich die gesamte Kreditsumme zusammengekommen, und ich konnte ungefähr ein halbes Jahr später den kompletten Kredit auslösen und war schuldenfrei, und wir haben unser Zuhause behalten können.</p>



<p>Und so wie ich es dann so verstehe: Das war für mich, ist für mich definitiv ein riesengroßes Wunder gewesen. Und ja, Gott hat nicht verhindert, dass uns das passiert ist, dieses Unglück. Und es folgten noch ziemlich schwere Wochen, Monate, Jahre. Aber ich habe in alldem immer wieder gespürt, in diesen großen, aber auch in ganz vielen kleinen Sachen, wie er uns führt, wie er uns leitet, wie er uns durchträgt. Und so wie Magda es gesagt hat: Dieses Gefühl, okay, er wusste, dass wir fallen, und das hat er grundsätzlich nicht verhindert, aber er hat die Kissen schon mal ausgelegt, damit wir zumindest weich fallen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Umgang mit Segen</h3>



<p>Ich weiß nicht, wie es dir geht, nachdem du das gehört hast, aber als ich das von Tabea das erste Mal gehört habe, habe ich danach gedacht: Eigentlich könnten wir hier jetzt den Gottesdienst einfach beenden. Wir könnten wieder in den Lobpreis reingehen und einfach Danke sagen.</p>



<p>Machen wir später.</p>



<p>Ich möchte trotzdem noch ein paar Dinge sagen, weil ich auch, nachdem Tabea das erzählt hat, gedacht habe: Was wäre eigentlich gewesen, wenn Tabea die ganze Kreditsumme genommen hätte und Urlaub auf den Malediven gemacht hätte?</p>



<p>Lasst es mich anders ausdrücken: Gott segnet, aber wir müssen mit diesem Segen auch umgehen können. Wir müssen ihn verwalten können.</p>



<p>Es gibt eine Geschichte in der Bibel, in der ein Hausherr seinen drei Arbeitern Talente schenkt. Dem einen fünf, dem anderen drei, dem nächsten eins. Und für uns klingt es erst einmal ungerecht. Es klingt wie die harte Realität: Der Nachbar fährt Porsche, ich VW Polo.</p>



<p>Aber in diesem Gleichnis geht es nicht um die Menge. Es geht nicht um die Summe der Talente, sondern es geht darum, was du mit deinem VW Polo machst.</p>



<p>Und in christlichen Kreisen hören wir manchmal Sätze wie: „Es geht nur ums Herz. Gott sieht das Herz an.“ Und das stimmt ja auch, aber das ist eben nicht in jedem Kontext die ultimative Wahrheit. Gott sagt nämlich auch in der Bibel, zum Beispiel in Jeremia 17: „Nichts ist so abgründig wie das menschliche Herz, voll Unheil ist es. Wer kann es durchschauen? Ich, der Herr, sehe bis auf seinen Grund. Ich kenne die geheimsten Wünsche der Menschen, und ich gebe jedem, was er aufgrund seiner Taten verdient hat.“</p>



<p>Wieder und noch mal: Gott gibt jedem und jeder. Und wenn wir die Bibel mal ganz am Anfang aufschlagen, dann lesen wir auch, was wir von Gott bekommen. Und das ist so viel mehr, als wir überhaupt nur begreifen können.</p>



<p>Genesis: Gott segnet die Menschen und sagt zu ihnen: „Seid fruchtbar und vermehrt euch. Bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz. Herrscht über die Fische im Meer, die Vögel am Himmel und alle Kriechtiere.“</p>



<p>Wir sollen herrschen, uns vermehren, die Erde bevölkern, ja sogar sie in Besitz nehmen, verwalten, was er geschaffen hat.</p>



<p>Wir erleben Gott einmal ganz am Anfang in der Bibel so richtig hart schuften, so sehr, dass er am siebten Tag ruhen muss. Gott muss ruhen, weil er aus dem Nichts eine Welt erschafft. Millionen, Milliarden Spezies, einen Himmel, eine Erde, Wasser, Meer. All das schafft Gott. Und am Ende, als er fertig ist, sagt er: „Hier, Mensch, nimm hin und verwalte.“</p>



<p>Können wir mal einen Moment darüber nachdenken, wie krass das ist, wie groß das ist, was das für ein unfassbarer Vertrauensvorschuss von Gott ist?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kein Randthema</h3>



<p>Das Thema Verwalterschaft, Besitz, Finanzen, Eigentum – das ist in der Bibel und bei Gott kein unterrepräsentiertes Thema. Es ist ein Herzensanliegen Gottes. Es gibt verschiedene Statistiken dazu, aber es wird gesagt, dass sich in der Bibel zwischen 2500 und 4500 Bibelstellen zu diesen Themen finden. Von Jesu 38 Gleichnissen handeln 16 davon. Das ist fast die Hälfte. Zum Thema Geben gibt es in der Bibel für jeden einzelnen Tag im Jahr einen Bibelvers. Rund 365 Bibelverse nur zum Thema Geben.</p>



<p>Verwalterschaft, Finanzen, Besitz ist kein Randthema. Es ist ein Herzensthema Gottes. Und genau deshalb müssen wir darüber sprechen. Wir müssen darüber sprechen, wie Verwalterschaft geht, wie gute Verwalterschaft von Gott aussieht, wie er es sich wünscht. Und wir müssen darüber sprechen, damit wir aus Fehlern lernen, damit wir dieser Verantwortung gerecht werden können und damit wir aus diesem Segen, den er schenkt, noch viel mehr Segen machen können.</p>



<p>Wieder Genesis: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ Ich will dich segnen, hatten wir ja eben, aber er will auch, dass wir zum Segen werden, und dafür müssen wir uns damit beschäftigen, wie das geht.</p>



<p>Und ich kann heute Nachmittag nur einen Aufschlag wagen. Ich habe eben schon gesagt: zwischen 2500 und 4500 Bibelstellen. Ich habe jetzt schon relativ viele gezeigt. Keine Sorge, ich zeige nicht alle. Aber ich möchte heute noch einen kurzen Gedanken mit euch teilen zu dem Thema gute Verwalterschaft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Geistlicher Kampf</h3>



<p>Wir glauben an einen Gott, der gut ist und der segnet. Und wir glauben als Christen auch, dass dieser Gott einen Widersacher hat. Der Feind, der Teufel, das Böse, der Mammon – es gibt viele Namen. Und wie du es auch nennen magst, es hat ein paar richtig gute Strategien, um in unserem Leben Gott und Segen fernzuhalten. Das sind Lügen, Verstrickungen, Intransparenz und vieles mehr.</p>



<p>Und der Teufel will eines nicht: dass wir über gute Verwalterschaft sprechen. Denn das könnte ja zur Konsequenz haben, dass wir gut darin werden. Es könnte ja zur Konsequenz haben, dass wir aus den Fehlern unserer Mitmenschen schon lernen und sie gar nicht erst machen. Es könnte ja zur Konsequenz haben, dass wir den Segen nicht nur empfangen, sondern dann auch noch vermehren und selbst zum Segen werden.</p>



<p>Die Bibel sagt: Wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen. Wenn es in der Bibel heißt, wir können nicht Gott und dem Mammon dienen, dann heißt es nicht einfach nur, du sollst nicht dem Geld hinterherrennen. Das heißt: Es gibt eine gute und eine schlechte Macht. Es gibt einen guten Gott und einen bösen Gegner. Und wir können diesen Gegner nur besiegen, wenn wir anwenden, was wir von Jesus dazu gelernt haben.</p>



<p>Noch eine Bibelgeschichte dazu: Jesus ist seit 40 Tagen in der Wüste unterwegs. Er isst nicht, er trinkt nicht, er ist sicherlich nicht mehr gut bei Kräften. In diesem Moment kommt der Teufel und versucht ihn und schlägt ihm immer wieder neue Ideen vor, wie er Jesus aus dieser misslichen Lage befreien könnte. Und wir lesen in Lukas 4:</p>



<p>Darauf führte ihn der Teufel hinauf und zeigte ihm auf einen Blick alle Reiche der Welt und sagte zu Jesus: „Ich will dir Macht über alle diese Reiche in ihrer ganzen Größe und Pracht geben. Sie ist mir übertragen worden, und ich kann sie weitergeben an wen ich will.“</p>



<p>Spoiler: Jesus sagt nein. Und wieso sagt er nein? Weil der Teufel sagt: Mir ist die Macht übertragen worden. Das heißt, er hat sie gar nicht. Er verwaltet lediglich einen Teil davon, aber er ist nicht der Eigentümer. Allein Gott hat alle Macht im Himmel und auf Erden. Und Jesus wusste das. Er wusste, wer der Eigentümer aller Macht ist, der Eigentümer alles Guten, der Eigentümer allen Segens.</p>



<p>Und wenn ich das jetzt ernst nehme, wenn ich ernst nehme, dass der Teufel genau wie ich am Ende nur verwaltet, aber nicht besitzt – was bedeutet das dann für meine Verwalterschaft?</p>



<p>Richtig: dass ich mich bei Fragen um meine Verwalterschaft nicht an den Teufel wende, der ebenfalls nur verwaltet, sondern an den Eigentümer, an den, der mir alles gegeben hat. Denn nur er kann doch wissen, wie ich gut damit umgehe, wenn ich es selbst einmal nicht weiß.</p>



<p>Transparenz in den Themen unseres Lebens, die wir verwalten, ist etwas, das der Teufel verhindern will und Gott richtig gut gefällt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Verwalterschaft im Alltag</h3>



<p>Verwalterschaft findet in unserem Alltag statt, und zwar jeden einzelnen Tag mehrfach in unseren Entscheidungen, unseren Gewohnheiten, in dem, womit wir unsere Zeit füllen und wie wir mit unseren Ressourcen umgehen. Und Ressourcen meint nicht nur Geld, sondern auch Zeit, unsere Körper, Beziehungen, Arbeit, Talente, Visionen, unsere Verletzungen, die Punkte, die uns wehtun im Leben, unsere Gaben – all das ist anvertraut und all das gilt es zu verwalten.</p>



<p>Und das ist viel, und das geht nicht von heute auf morgen. Aber wir haben einen Gott, einen guten, einen segnenden, keinen bescheidenen, großzügigen Gott, bei dem dieses Thema kein Randthema ist, sondern sein Herzensanliegen und zu dem wir kommen dürfen und dem wir Fragen stellen dürfen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Sechs Punkte</h3>



<p>Lasst mich am Ende dieses Aufschlags heute in das Thema Verwalterschaft ein paar ganz konkrete Punkte benennen, wie gute Verwalterschaft aussehen kann.</p>



<p>Ich glaube, der Startpunkt ist, dass du mit Jesus darüber ins Gespräch kommst. Schreib dir einmal auf, überleg dir: Was sind eigentlich Dinge in meinem Leben, die ich verwalten muss? Was sind Themen, die machen mir Druck? Was sind Themen, die laufen eigentlich schon ganz gut? Und komm mit Jesus darüber ins Gespräch.</p>



<p>Ich habe sechs Punkte heute Morgen mitgebracht, und damit ihr jetzt nicht alle mitschreiben oder abfotografieren müsst, haben wir sie auf die Willkommenszettel von heute gedruckt. Und wer am Eingang einen abgelehnt hat, weil ihr denkt: Ach, das brauche ich nicht, der kann sich dann am Ende noch mal einen mitnehmen. Da findet ihr noch mal alle Punkte drauf.</p>



<h4 class="wp-block-heading">1. Sprich darüber mit Gott und mit Menschen</h4>



<p>Bring Licht in die Themen, wo du nicht gut verwaltest. Vielleicht überziehst du dein Konto ständig. Vielleicht isst du abends aus Frust drei Tüten Chips zu viel. Vielleicht trägst du dem Menschen in deinem Leben immer noch eine Schuld nach, die er dir mal angetan hat. Vielleicht schleppst du dich völlig desorientiert durch deinen Job und hast eigentlich gar keine Orientierung, wie es damit weitergehen soll. Vielleicht siehst du und erlebst du gerade, dass deine Ehe kaputtgeht.</p>



<p>Was auch immer es ist, wo du besser verwalten müsstest, womit Gott dich segnet: Sprich es aus. Sprich es an. Hol dir Hilfe. Mach es irgendwem gegenüber transparent. Wo du anfängst zu reden, verliert der Teufel seine Macht. Wo du anfängst, über gute Verwaltung nachzudenken und zu reden, verliert der Teufel seine Macht. Sprich darüber.</p>



<h4 class="wp-block-heading">2. Handle anstatt abzuwarten</h4>



<p>Sei nicht untätig. Adam und Eva versteckten sich, nachdem sie vom Baum des Lebens gegessen hatten. Sie warteten einfach ab, ob Gott sie vielleicht hoffentlich doch nicht findet hinter dem Strauch. Und diese Strategie klappte einfach nicht.</p>



<p>Warte nicht darauf, dass irgendwann irgendwer mal für dich entscheidet, wie es mit dem Thema weitergeht. Gute Verwalterschaft ist aktive Verwalterschaft. Sie beginnt nicht erst, wenn du denkst, dass du genug hast. Die Bibel sagt: Wer im Kleinen nicht treu ist, wird es auch im Großen nicht sein. Sei im Kleinen treu. Sei aktiv. Verwalte aktiv das, was du jetzt hast. Und je mehr es wird, umso leichter wird es dir fallen, dieses Mehr zu verwalten.</p>



<h4 class="wp-block-heading">3. Vertraue statt Misstrauen</h4>



<p>Vielleicht hast du am Anfang der Predigt gemerkt: Dieser Punkt – Gott segnet mich, ich bin gesegnet, Gott ist kein bescheidener Gott – das fällt mir schwer anzunehmen. Dann ist das dein Punkt heute. Gott ist gut. Gott liebt dich. Unglaublich. Gott will dich segnen und du darfst ihm vertrauen, dass er auch in diesen Themen segnen will, dass er dich segnen will in den Fragen, nach denen du dich gerade sehnst, auch wenn es sich gerade nicht danach anfühlt.</p>



<p>Ihr habt Tabea gehört und ihre Geschichte. Das war sicherlich ganz sicher nicht leicht, in diesem Moment zu vertrauen, in diesem Moment festzuhalten. Vertraue Gott.</p>



<h4 class="wp-block-heading">4. Verwaltung statt Verwahrung, Vermehrung statt Bewahrung</h4>



<p>Ich habe das Gleichnis von den anvertrauten Talenten erzählt. Der Arbeiter, der das eine Talent bekommen hat, vergräbt es, weil er Angst hat, dass er auch das eine noch verliert.</p>



<p>Und am Ende hat er es verloren. Denn wer das Talent vergräbt und nichts damit macht, nur um es zu bewahren, der wird es am Ende verlieren. Wir können nur zum Segen werden, wenn wir mit Gottes Segen auch etwas anfangen. Wer damit arbeitet, erlebt mehr. Ja, auch Rückschläge. Ja, auch Misserfolge. Aber eben auch ganz viel Gutes.</p>



<p>Und wir haben von Genesis gehört, wo Gott die Welt erschafft. Könnt ihr euch vorstellen, was für einen kreativen Gott wir haben, dass er aus dem Nichts diese Welt erschafft? Und könnt ihr euch vorstellen, dass dieser Gott auch dich und mich geschaffen hat? Dass seine Kreativität auch in mir und in dir drin ist? Wir sind kreative Wesen von Gott, kreativ gemacht. Er hat uns gegeben, was wir brauchen, um dieses Talent zu verwalten, um es gut zu verwalten. Nicht nur zu verwahren, nicht nur zu bewahren, sondern zu vermehren.</p>



<p>Verwaltung statt Verwahrung, Vermehrung statt Bewahrung. Gott freut sich über Menschen, die mit Anvertrautem gut und kreativ und mutig umgehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">5. Frag den Richtigen</h4>



<p>Ich glaube, für mich ist das heute fast der wichtigste Punkt, aber das ist meine Verwaltung, das ist mein Leben. Für dich kann es etwas anderes sein.</p>



<p>Verwalterschaft ist ein geistliches Thema. Und wenn du nicht weißt, was du mit den Ressourcen in deinem Leben anfangen sollst, dann fang an damit, Gott danach zu fragen. Nicht Google, nicht dein Bauchgefühl, nicht dein Kontostand: Gott.</p>



<p>Ich mache mal ein ganz kleines Beispiel, was das für mich ganz deutlich gemacht hat: Wenn du etwas kaufen willst, wenn du darüber nachdenkst, etwas zu kaufen, wen fragst du? Deinen Ehepartner, deinen Kontostand, Google nach dem günstigsten Produkt oder Gott?</p>



<p>Und das ist keine Anklage, glaubt mir. Deswegen ist es auch für mich der wichtigste Punkt heute. Ich stehe dort genauso wie ihr. Und deswegen: Frag den Richtigen. Frag Gott, frag ihn.</p>



<p>Wie cool wäre es? Wie viel Segen würde es hervorbringen, wenn wir lernen würden, den Richtigen zu fragen beim Thema Verwalterschaft, den Eigentümer, Gott selbst?</p>



<h4 class="wp-block-heading">6. Lass dir Zeit</h4>



<p>Und damit komme ich zum sechsten und zum letzten Punkt für heute: Lass dir Zeit.</p>



<p>Ich habe mal gelernt: Je größer die Investition, desto mehr Zeit sollte bleiben, darüber nachzudenken. Und das gilt wieder nicht nur für finanzielle Entscheidungen.</p>



<p>Ich habe meinen Mann drei Jahre lang angefleht, er möge mich doch bitte endlich heiraten, und zwar jetzt sofort. Und heute bin ich unheimlich dankbar. Dankbar, dass dieser weise Mann gesagt hat – weise, nicht weiß – weiser Mann gesagt hat: Lass uns Zeit. Lass uns Zeit, über diese Entscheidung gut nachzudenken, gut darüber zu beten, gut zu verwalten, was wir gemeinsam dort reinbringen in diese Ehe. Ich hatte drei Jahre lang Zeit, eine gute Ehefrau zu werden, mich gut vorzubereiten.</p>



<p>Lass dir Zeit. Je größer die Investition, je größer das, was du zu verwalten hast, umso mehr Zeit.</p>



<p>Und noch ein wichtiger Punkt an dieser Stelle: Es ist okay, wenn am Ende dieses Prozesses ein Nein steht. Es ist kein Versagen, wenn du dir Zeit lässt für eine Entscheidung und am Ende zu dem Entschluss kommst: Nein, ich mache das nicht. Nein, ich kaufe das nicht. Nein, ich gehe diese Beziehung nicht ein. Nein, ich nehme den Job nicht an.</p>



<p>Das ist kein falscher Ausgang. Vielleicht ist es einfach nur der falsche Zeitpunkt. Vielleicht ist es Gottes Schutz. Und beides wäre sehr viel besser, als einfach Ja zu sagen. Lass dir Zeit, wenn du weise verwalten willst.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schluss</h3>



<p>Das war viel und es war immer noch die Oberfläche, der Anfang. Ein paar von viereinhalbtausend Bibelstellen zu dem Thema. Aber ist okay, weil wir sprechen es an, wir machen es transparent, wir lassen Gott rein, wir fragen ihn danach.</p>



<p>Lasst uns beten.</p>



<p>Jesus, ich lade dich ein, noch mal wieder immer noch in unsere Herzen zu kommen. Und ich lade dich ein, dass du deine Gedanken mit uns teilst in unserem Leben, in den Bereichen, wo wir gute Verwalterschaft lernen müssen. Ich bete, dass du uns den Mut schenkst, die Themen anzufassen, den Mut schenkst, die Sachen anzusprechen, transparent zu machen vor dir, vor Menschen. Ich bete, dass du uns Mut schenkst, in dieser Gemeinde darüber zu reden.</p>



<p>Und ich danke dir, dass das kein Randthema für dich ist, sondern dass es so groß ist, dass es dir so wichtig ist. Ich danke dir, dass du diese ganze Welt gemacht hast und am Ende sagst: Es ist alles gut und ich gebe es alles euch zur Verwaltung, weil ich euch liebe über alles und weil ich euch segnen will und weil ich möchte, dass ihr zum Segen werdet und mehr davon entsteht. Danke für deine Kreativität, die du in uns hineinlegst, die wir reproduzieren dürfen, die wir weitergeben dürfen.</p>



<p>Und Jesus, ich bete noch mal: Nimm das weg, wo dieses Thema uns Druck macht, wo dieses Thema uns Angst macht, wo dieses Thema uns überfordert.</p>



<p>Danke, dass wir durch dich und an dir lernen dürfen, wie wir dem Bösen entgegenstehen können.</p>



<p>Segne uns und lass uns zum Segen werden. Amen.</p>
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		<title>Auferstehungsgottesdienst</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/auferstehungsgottesdienst-2/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 04:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir wollen uns diesen heutigen Predigttext noch einmal ganz genau anschauen. Ich werde euch Lukas, die Verse 13 bis 34, vorlesen. Und weil der Text ziemlich lang ist, habe ich eine Bitte an euch. Versucht euch mal, innerlich in die beiden Jünger hineinzuversetzen, ihre Gedanken nachzuvollziehen, zu erahnen, ihre Gefühle zu verstehen. Wir werden in der Predigt immer wieder darauf zurückkommen. Einleitung Der Weg nach Emmaus (Bibeltext) Und siehe, am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imagine03.de/sermons/auferstehungsgottesdienst-2/">Auferstehungsgottesdienst</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imagine03.de">IMAGINE</a>.</p>
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<p>Wir wollen uns diesen heutigen Predigttext noch einmal ganz genau anschauen. Ich werde euch Lukas, die Verse 13 bis 34, vorlesen. Und weil der Text ziemlich lang ist, habe ich eine Bitte an euch. Versucht euch mal, innerlich in die beiden Jünger hineinzuversetzen, ihre Gedanken nachzuvollziehen, zu erahnen, ihre Gefühle zu verstehen. Wir werden in der Predigt immer wieder darauf zurückkommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Einleitung</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Der Weg nach Emmaus (Bibeltext)</h4>



<p>Und siehe, am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das 60 Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Und es geschah, während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.</p>



<p>Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen. Und der eine von ihnen, er hieß Kleopas, antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?</p>



<p>Er fragte: Was denn?</p>



<p>Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazareth. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilt und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.</p>



<p>Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Früh beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen es gesagt hatten, ihn selbst aber sahen sie nicht.</p>



<p>Da sagt er ihnen: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen?</p>



<p>Und er legte ihnen, ausgehend von Mose und allen Propheten, dar, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.</p>



<p>So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen. Aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns, denn es wird Abend und der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit ihnen hinein, um bei ihnen zu bleiben.</p>



<p>Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn, und er entschwand ihren Blicken. Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?</p>



<p>Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf, die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Situation in Jerusalem</h3>



<p>Der Herr ist auferstanden. Was für verrückte Tage in Jerusalem. Alle, ausnahmslos alle wissen, was da wegen dieses Jesus für ein Aufruhr in der Stadt ist.</p>



<p>Eigentlich begann der ganze Trubel schon viel früher. Wasser zu Wein war ja noch ganz nett. Jede Predigt von diesem Jesus war jedoch oft ein knackiges Denk­rätsel. Viele Krankenheilungen, aber dieser Jesus legt sich auch ständig mit den Pharisäern an. Er holt Lazarus aus dem Grab, speist große Mengen, füllt das Boot von Petrus mit Fischen und wirft die Geldwechsler aus dem Tempel. Und immer wieder Worte über das Reich Gottes. Gleichnisse, an denen man schwer zu kauen hat. Und eine Schar von Jüngern sammelt sich um Jesus und zieht mit ihm, lauscht seinen Worten, obwohl sie nicht immer alles verstehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die enttäuschte Hoffnung</h3>



<p>Wir aber hatten gehofft, dass Jesus der sei, der Israel erlösen würde. Die Jünger hatten eine Hoffnung. Sie zogen mit der Hoffnung, Jesus in Persona, durchs Land. Sie waren begeistert von dem, was sie mit Jesus erlebten, aber hatten sie den Kern der ganzen Geschichte schon wirklich erkannt? Der, der Israel erlösen wird, ja, aber die Dimension, in der das passieren würde, nein. Wenn sie nach dem letzten Abendmahl, also am Gründonnerstag, noch damit beginnen, darüber zu reden, wer der Größte unter ihnen sei.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Ereignisse überschlagen sich</h3>



<p>Und dann beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Das letzte Abendmahl, das Gebet von Jesus im Garten Gethsemane zu Gott, die folgende Gefangennahme, politische und religiöse Intrigen zwischen König und römischer Besatzungsmacht und schließlich Verspottung, Geißelung, Kreuzigung. Ihr habt das die letzten Tage alle mitverfolgt.</p>



<p>Und dann stirbt dieser Jesus am Kreuz. Spätestens hier war die Hoffnung der Jünger dahin. Ihr Erlöser, tot. Ihr König gekreuzigt wie ein Schwerverbrecher zwischen eben diesen. Ihr Retter, der sich selbst nicht retten kann. Der vermeintliche Retter ist tot.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ostersuche nach Hoffnung</h3>



<p>Ostersuche nach Hoffnung. Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Was dann kommt, ist große Leere, Enttäuschung, Fragen. Es geht bergab.</p>



<p>Für die beiden Jünger geht es tatsächlich bergab auf dem Weg nach Emmaus. Aber vermutlich sind die beiden eher auf dem Weg, sich selbst zu suchen, das Erlebte zu verdauen, die vielen Gedanken zu ordnen. Was war das jetzt alles? War das jetzt alles? Und eigentlich verstehen sie gar nichts mehr. Sie reden und tauschen ihre Gedanken aus, versuchen, das Geschehene irgendwie zu ordnen, stellen sich Fragen und gestehen sich ihre Ratlosigkeit ein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hinweise am Kreuz</h3>



<p>Was sehen wir eigentlich an dieser Stelle? Schauen wir zusammen noch einmal ganz genau hin auf die Dinge, auf Golgatha.</p>



<p>Da ist doch einer der beiden Verbrecher am Kreuz, der seinen Tod als gerechte Strafe für seine Taten annimmt. Er sagt, wir empfangen, was wir verdient haben. Und der gleichzeitig Jesus, der zwischen den Verbrechern am Kreuz hängt wohlgemerkt, bittet, an ihn zu denken, wenn Jesus in sein Reich kommt. Eine total paradoxe Situation. Was weiß denn dieser Verbrecher, was alle anderen nicht wissen?</p>



<p>Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein. Hoffnung für den einen Verbrecher am Kreuz von Golgatha. Der bekommt Hoffnung in der denkbar schlechtesten Situation seines Lebens.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Hauptmann</h3>



<p>Und dann ist da noch einer meiner Lieblingspersonen im ganzen Geschehen dieser Tage. Der Hauptmann. Ein römischer Hauptmann. Vermutlich war er der Befehlshaber der Wache am Kreuz. Er muss das Geschehen aus nächster Nähe miterlebt haben und dann kommt er zu einem eigenartigen Schluss. Dieser Mensch ist wahrlich Gottes Sohn gewesen.</p>



<p>Also ehrlich, es bleibt auch mir völlig verborgen, was den Hauptmann zu dieser Erkenntnis geführt hat. Ein Römer, der mit Judentum nun eigentlich überhaupt nichts zu tun hat. Auch er hat etwas gesehen, gefühlt oder intuitiv gespürt, was anderen verborgen geblieben ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der entscheidende Satz</h3>



<p>Die ganze Geschichte scheint bei Weitem nicht so einfach, wie es den Anschein hat. Aber bitte, wo ist die Auflösung?</p>



<p>Und da war da noch dieser eine Satz. Die letzten Worte Jesu: Es ist vollbracht.</p>



<p>Wie die Sonne am Ostermorgen zieht da irgendein Streifen Hoffnung am Horizont auf. Das klingt alles so, als würde noch etwas kommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Verwirrung der Jünger</h3>



<p>Und da berichten doch die Jünger schon aufgeregt dem fremden Wegbegleiter auf ihrem Weg nach Emmaus die neuesten Geschichten. Jesus ist nicht mehr im Grab. Ein Engel war dort und erzählt, Jesus würde leben. Die Jünger verstehen immer noch nichts. Bekommen es noch nicht zusammen. Sie haben Jesus sterben sehen. Er ist tot. Wie soll er denn leben? Er war doch der Einzige, der einen Toten auferwecken konnte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Schlüssel: Gottes Plan</h3>



<p>Und jetzt holt unser vermeintlicher Fremder aus: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben, musste nicht der Christus das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?</p>



<p>Der Kernsatz der ganzen Geschichte um Ostern. Musste nicht Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen?</p>



<p>Das alles musste so sein, weil es eben anders nicht ging.</p>



<p>Die Jünger als Juden hatten damals einen Schlüssel zu alldem: die Heiligen Schriften. Ganz Israel wartete auf den Erlöser. Er ist verheißen worden in den Heiligen Schriften. Zigmal, unzählige Male. Von Mose über alle Propheten lehrt Jesus sich selbst jetzt den beiden in der Schrift.</p>



<p>Und irgendwie scheint es auch in den Jüngern wieder etwas zu entfachen. Ihr Herz beginnt zu brennen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Bedeutung des Kreuzes</h3>



<p>Nun, ich könnte mir gut vorstellen, das wurde eine intensive Bibelarbeit bei den vielen Hinweisen, die wir in der Bibel auf Jesus finden, im Alten Testament wohlgemerkt. Ich spare mir das jetzt mit euch, weil dann sitzen wir heute Abend noch hier.</p>



<p>Ich möchte die Notwendigkeit des Kreuzes einfach nur komprimiert kurz zusammenfassen. Der Mensch hat sich getrennt von Gott. Die intensive Beziehung zwischen Gott und Mensch ist zerbrochen. Der Mensch ist auf völlig falschen Wegen und macht Dinge, die alles andere als gut sind. Wir alle merken doch täglich, dass da etwas gewaltig schiefläuft in dieser Welt.</p>



<p>Opfergaben und Opfertiere sollten helfen, die Schuld des Einzelnen zu sühnen, aber das hat dann nur einzelnen Juden geholfen. Eine andere Lösung musste her, eine Lösung für alle Menschen.</p>



<p>Und über diesen Plan berichten schon die alten Propheten, lange vor der Geburt des Gottessohnes.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Jesu Weg ans Kreuz</h3>



<p>Und wie ich am Karfreitag gelernt habe, steht das sogar in den Psalmen.</p>



<p>Gab es denn keinen anderen Weg als den bitteren Weg ans Kreuz? Nein. Mit weniger als dem schuldlosen Sohn Gottes ließ sich stellvertretend die gesamte Schuld der Menschheit nicht bezahlen. Darum ging es.</p>



<p>Jesus wusste genau, was ihn erwartet, was seine wichtigste Aufgabe ist, für die Schuld der Menschen stellvertretend zu sterben.</p>



<p>Vor einer Woche haben wir hier im Wohnzimmergottesdienst über Jesu Salbung in Bethanien gesprochen. Sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis, sagt Jesus. Der Anfang einer nahtlosen Kette von Hinweisen auf seinen kurz bevorstehenden Tod.</p>



<p>Das letzte Abendmahl: Wahrlich, ich sage euch, ich werde nicht mehr vom Gewächs des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, an dem ich es neu trinken werde im Reich Gottes.</p>



<p>Und schließlich Gethsemane: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir, doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.</p>



<p>Jesus hätte vermutlich sehr wohl vom Kreuz heruntersteigen können. Er trug es freiwillig. Für den Willen des Vaters. Für uns.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Erkenntnis und Umkehr</h3>



<p>Gottes Wille ist geschehen. Der Hauptmann ahnt es instinktiv. Es ist vollbracht.</p>



<p>Nachdem alle Fakten aus den Schriften erklärt sind, gibt sich auch Jesus nun endlich zu erkennen und entschwindet augenblicklich.</p>



<p>Jesus lebt. Es ist tatsächlich wahr.</p>



<p>Was mag in den beiden Jüngern jetzt vorgegangen sein? Ihre Gefühlswelt fährt Achterbahn. Aus Hoffnung wurde Tod. Aus dem Tod wurde jetzt Gewissheit. Aus Trauer wird Freude. Das Puzzle in ihren Köpfen beginnt, sich langsam zusammenzusetzen. Neue Hoffnung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Botschaft</h3>



<p>Und was kommt jetzt? Unsere beiden Jünger gehen sofort zurück nach Jerusalem. Dass Jesus lebt, das wird ihnen dort noch bestätigt. Die anderen haben es auch erlebt. Jesus ist greifbar und sie beginnen zu verstehen. Die Botschaft von der Errettung der Menschen findet den Weg vom Kopf ins Herz.</p>



<p>Bald nach Pfingsten werden die Jünger in alle Richtungen ziehen und diese Botschaft verkündigen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Vier Kernsätze</h3>



<p>Was werden sie berichten? Ich habe versucht, vier Kernsätze zu bilden:</p>



<p>Mit jedem Satz wollen wir eine Kerze auf unseren Altar anzünden, als Zeichen, dass diese Botschaft uns erreicht hat.</p>



<p>Unsere Rettung hätte nicht stattfinden können, wenn Gott nicht selbst durch seinen Sohn Mensch geworden wäre.<br>Die Geburt Jesu als Sohn Gottes wäre bedeutungslos für uns geblieben ohne die Geschehnisse am Kreuz.<br>Ohne Jesu Tod und Auferstehung keine Rettung für uns.<br>Ohne persönliche Annahme von Jesus keine Verbindung zu Gott.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die persönliche Entscheidung</h3>



<p>Und nun? Was machen wir nun mit dieser Botschaft?</p>



<p>Es geht nicht weniger als um uns alle. Jesus hat sich nicht zum Spaß ans Kreuz nageln lassen. Gott will wieder eins mit uns sein, deshalb dieser dramatische Aufwand.</p>



<p>Jeder von uns hängt sinnbildlich neben Jesus am Kreuz. Jeder ist Sünder. Ob groß oder klein, Sünde ist Sünde. Niemand kann sich selber aus dem Sumpf ziehen.</p>



<p>Es geht um dich und um mich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Einladung</h3>



<p>Jesus möchte den Weg in dein offenes Herz finden. Das bedarf nur drei kleiner Schritte, dies zu tun:</p>



<p>Erkenne, dass du Dreck am Stecken hast, also ein Sünder bist.<br>Gib Jesus dein Leben hin.<br>Und nimm Jesu stellvertretenden Tod für dich an.</p>



<p>Wenn du noch nicht zu diesem Schluss gekommen bist und mit jemandem darüber reden oder beten möchtest, dann besteht hier und heute die Möglichkeit dazu. Sprich einfach jemanden aus dem Team an oder mich und Magda. Wir werden oben auf der Empore sein, während hier unten dann umgebaut wird und etwas Gewusel ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schluss</h3>



<p>Die ersten Jünger jedenfalls werden diese Botschaft, genau diese Botschaft, in die Welt tragen. Die Ostersuche nach Hoffnung ist Gewissheit geworden. Die Jünger werden predigen, Gemeinden gründen und Wunder erleben.</p>



<p>Lassen wir sie ziehen und beenden diese Predigt mit den Worten:</p>



<p>Der Herr ist auferstanden.</p>



<p>Amen.</p>
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		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">28229</post-id>	<dc:creator>info@imagine03.de (imagine03.de)</dc:creator><itunes:explicit>no</itunes:explicit><itunes:subtitle>Wir wollen uns diesen heutigen Predigttext noch einmal ganz genau anschauen. Ich werde euch Lukas, die Verse 13 bis 34, vorlesen. Und weil der Text ziemlich lang ist, habe ich eine Bitte an euch. Versucht euch mal, innerlich in die beiden Jünger hineinzuversetzen, ihre Gedanken nachzuvollziehen, zu erahnen, ihre Gefühle zu verstehen. Wir werden in der Predigt immer wieder darauf zurückkommen. Einleitung Der Weg nach Emmaus (Bibeltext) Und siehe, am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg [&amp;#8230;] Der Beitrag Auferstehungsgottesdienst erschien zuerst auf IMAGINE.</itunes:subtitle><itunes:author>imagine03.de</itunes:author><itunes:summary>Wir wollen uns diesen heutigen Predigttext noch einmal ganz genau anschauen. Ich werde euch Lukas, die Verse 13 bis 34, vorlesen. Und weil der Text ziemlich lang ist, habe ich eine Bitte an euch. Versucht euch mal, innerlich in die beiden Jünger hineinzuversetzen, ihre Gedanken nachzuvollziehen, zu erahnen, ihre Gefühle zu verstehen. Wir werden in der Predigt immer wieder darauf zurückkommen. Einleitung Der Weg nach Emmaus (Bibeltext) Und siehe, am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg [&amp;#8230;] Der Beitrag Auferstehungsgottesdienst erschien zuerst auf IMAGINE.</itunes:summary><itunes:keywords>Predigten, Podcast, Kirche, Evangelisch-Lutherisch, Glauben, Hoffnung, Liebe, Impulse, Großgrabe, Imagine, Gemeinde, Inspiration, Spiritualität, Grossgrabe</itunes:keywords></item>
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		<title>Karfreitag</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/karfreitag-7/</link>
		
		
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Psalm 22 ist gewiss das dramatischste und ergreifendste Klagelied, das wir in der Bibel haben. In der größten Not schreit da ein Mensch zu Gott. Er weiß, dass Gott ihn hören und ihm helfen kann. Aber jetzt, jetzt gerade ist keine Hilfe da und keine Antwort auf sein Rufen. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Der Psalmist David betet diesen Psalm in einer für ihn wirklich schweren Zeit. Er wird gerade von Saul verfolgt und hat Todesangst. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Psalm 22 ist gewiss das dramatischste und ergreifendste Klagelied, das wir in der Bibel haben. In der größten Not schreit da ein Mensch zu Gott. Er weiß, dass Gott ihn hören und ihm helfen kann. Aber jetzt, jetzt gerade ist keine Hilfe da und keine Antwort auf sein Rufen. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?</p>



<p>Der Psalmist David betet diesen Psalm in einer für ihn wirklich schweren Zeit. Er wird gerade von Saul verfolgt und hat Todesangst. David kennt also das Gefühl, völlig allein dazustehen, aber seine Worte gehen weit über seine eigene Situation hinaus. Das wird daran deutlich, dass dieser Psalm 22 zu einer Trilogie gehört. Psalm 22, 23 und 24 schrieb David gemeinsam, sie gehören zusammen. In Psalm 22 gibt der Hirte sein Leben für die Schafe. In 23 wird der große Hürze von Gott aus dem Tod herausgeführt. Er wird begleitet und seine Herde wird getragen. Und im Psalm 24 erscheint der oberste Hirte dann als König der Herrlichkeit, der seine Schafe belohnt.</p>



<p>David zeigt, wie auch immer er das wissen kann, schon diese Reihenfolge von Gottes Weg mit uns Menschen auf. Leiden und sterben, wieder Auferstehung und Herrlichkeit. Und er beschreibt dabei im Psalm 22 erstaunlich genau, was wir später von Jesus Kreuzestod lesen und hören werden. Obwohl es diese Art der Hinrichtung zu Davids Zeit in Israel noch gar nicht gab, fühlt es sich fühlt er sich als würden seine Knochen aus den Gelenken gehen, als würde er wie Wasser davon fließen. Er hat keinen Halt, keinen Mut mehr. Er ist durstig. kraftlos und seine Hände und Füße tun weh, als wären sie durchbohrt. Selbst seine Kleider werden ihm genommen und unter den Zuschauern verteilt. Und dann natürlich noch der Ausruf in Vers 2. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Diesen Vers betet Jesus am Kreuz. Er spürt und er weiß, dass er sterben wird und Gott, der lässt es zu.</p>



<p>Theologisch gesehen könnte ich jetzt sagen, dieser Psalm hat ja, wie gesagt, noch einen zweiten und dritten Teil. Am Ende wendet sicher alles zum Guten. Wir könnten den Blick auf die Trilogie lenken und die Psalme danach hinzuziehen. Die Auferstehung, die Herrlichkeit Gottes, sein Thronsaal auf dieser Welt.</p>



<p>Psalm 22 ist ein Psalm, den man beim Dankopfer festgebetet hat. Das waren damals Feste oder sind immer noch Feste, die freiwillig stattfinden. Fanden immer dann, wenn ein Mensch das Gefühl hatte, dass Gott ihm geholfen hat, geholfen hat. gefeiert wurde dann in der Öffentlichkeit, denn Gottes Wirken sollte bekannt werden, anderen Mut machen und das Vertrauen in Gott stärken.</p>



<p>Es wäre also nicht verwerflich, schon am Freitag auf Ostern zu sehen. Wo die Nacht am dunkelsten ist, gehen wir dem Morgen entgegen. Im schlimmsten Leid wissen wir um den Hoffnungsschimmer am Horizont.</p>



<p>Aber vielleicht, und ich sage das vorsichtig, vielleicht sind wir modernen Theologen dort manchmal ein bisschen zu schnell dabei, davon zu reden, dass alles gut wird. Sind zu schnell dabei, die Liebe des liebenden Gottes zu verkünden. Die Theologie der Herrlichkeit nennen wir das. Aber es ist eben nicht die ganze Wahrheit. Es gibt auch eine Theologie des Kreuzes und auf die kommt es heute morgen an.</p>



<p>In den kommenden Tagen werden wir die Geschichte der Emmaos Jünger hören. Und als ich sie las, da kam ein Gefühl in mir hoch. Ich wurde irgendwie neidisch. neidisch auf die Nähe, die Realität, die diese beiden Männer erlebten. Ich kann heute nur nachempfinden, wie sie sich wohl an K Freitag gefühlt haben müssen, als Ostersonntag nur eine Hoffnung und keine Gewissheit war. Und ich frage mich, was würde mir dieser Tag heute bedeuten, wenn ich den Ausgang nicht kennen würde, wie würde ich damit umgehen? Könnte ich heute hier stehen und dieses Leid ertragen?</p>



<p>Lasst es uns versuchen nur jetzt für diesen Augenblick für heute.</p>



<p>Paulus und Luther beides waren Kreuzestehologen und nicht ohne Grund, denn im Wort vom Kreuz liegt Gottes Kraft. Durch das Kreuz geschieht Erlösung. Ja, durch die Auferstehung bekommen wir Anteil daran, ein Leben inmitten dieser Erlösung. Aber ohne das Kreuz gäbe es keine Vergebung. Ohne das Kreuz gäbe es keine Freiheit von Sünden. Ohne das Kreuz gäbe es keinen unmittelbaren Weg zu Gott.</p>



<p>Und auch in unserem Leben löst sich nicht einfach alles in einem Happy End auf, sondern das Leben will bewältigt sein. Für heute morgen gilt nur über das Kreuz wird alles gut. Und um das zu begreifen, möchte ich euch und mir heute morgen die Frage stellen, warum?</p>



<p>Warum musste das geschehen?</p>



<p>Einer meiner leitenden Pastoren in meiner letzten Stelle hat mal zu mir gesagt, dass ich mich in Predigten oft darin verliere, wie ich etwas sage, statt mich darauf zu fokussieren, warum das Gesagte gesagt werden muss.</p>



<p>Dieses „Start with the why“, starte mit dem Warum, war vor allem heute für mich ein Merksatz. Ich möchte mich und euch herausfordern zu fragen, warum feiern wir Kar Freitag? Warum trauern wir? Ich glaube, wir müssen bei dem Warum beginnen, um diesen Tag in seiner Tiefe zu verstehen.</p>



<p>Im Sommer 1944 schrieb Bonnhöfer ein Gedicht. Er saß zu dieser Zeit bereits im Gefängnis und erlebte tiefes Leid. emotional, körperlich, geistlich. Und in dem Moment, als er das Gedicht schrieb, da begegnete er Gott noch einmal neu, anders. Er begriff Gott als einen Gott, der mit ihm leidet und an dessen Leid wir anteilnehmen dürfen.</p>



<p>Lasst uns mit Bonhhöfer heute morgen an das Kreuz treten und an Jesu Leiden anteilnehmen.</p>



<p>Menschen gehen zu Gott in seiner Not, finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot. Sehen ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod. Christen stehen bei Gott in seinem Leiden.</p>



<p>Menschen gehen zu Gott in seiner Not, finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot. Sehen ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod. Christen stehen bei Gott in seinem Leiden. M.</p>



<p>Das Evangelium für diesen Karfreitag steht bei Johannes im 19. Kapitel.</p>



<p>Pilatus überantwortete ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Städte, die da hieß Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Städte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohen Priester der Juden zu Pilatus: &#8222;Schreibe nicht der Juden König, sondern dass er gesagt hat: &#8222;Ich bin der Juden König.&#8220; Pilatus antwortete: &#8222;Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.&#8220; Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile. Für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben angewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: &#8222;Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die da sagt: &#8222;Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Losgeworfen. Das taten die Soldaten.&#8220; Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutterschwester Maria, die Frau des Klopers. und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: &#8222;Frau, siehe, das ist dein Sohn.&#8220; Danach spricht er zu dem Jünger: &#8222;Siehe, das ist deine Mutter.&#8220; Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde, mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Isop und hielten ihm den an den Mund. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: &#8222;Es ist vollbracht!&#8220; Und er neigte das Haupt und verschied. Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.</p>



<p>Ihr dürft euch wieder setzen.</p>



<p>Warum? Warum stirbt Jesus am Kreuz? Weil Freunde ihn verraten und verleugnen. Weil er vor Gericht verleumdnet worden ist, weil Menschen voller Neid auf ihn waren. Lieber haben sie, um sich selbst gerecht zu fühlen, ihn erniedrigt und fertig gemacht. Lieber haben sie gelogen, als sich der Wahrheit zu stellen. Lieber haben sie an ihrem eigenen Gottesbild festgehalten, als auf Gott zu hören. Deshalb stirbt Jesus. Er stirbt an der Sünde. Er stirbt, weil Menschen sich an ihm versündigen. Und das gibt es bis heute. Menschen sterben an der Sünde von Menschen. Sie sterben an der Schuld anderer, weil niemand hilft, weil niemand hinschaut, weil Fehler gemacht werden, weil wir versagen, weil Menschen Menschen hassen und beneiden und bekriegen. Und auch wir versündigen uns jeden Tag, weil wir nicht helfen oder manchmal, weil wir einfach nicht gut genug sind. Und sogar wenn wir alles tun würden und es allen recht machen wollten, würden wir uns doch versündigen, denn wir sind nicht Gott. Als Menschen werden wir immer nur einen Teil der Wahrheit sehen. Und auch das, was einmal gut gemeint war, kann verletzen und anderen weh tun. Ihr habt recht, wenn ihr denkt, aber damals bei Jesus, da waren wir ja nicht dabei. Wir haben ihn nicht verraten, verurteilt und getötet. Stimmt. Aber Jesus ist der Mensch und sein Kreuz ist ein Symbol. Es spiegelt alles wieder, was Menschen einander antun. Und deshalb gilt auch heute noch noch auch ich und meine Sünden haben Jesus ans Kreuz gebracht.</p>



<p>Im Kreuz wird mein Versagen, mein Unrecht, mein Hochmut, meine Trägheit, meine Lügen gespiegelt.</p>



<p>Jesus erträgt am Kreuz, was ich täglich verschulde.</p>



<p>Eine erste Antwort auf die Frage: Warum stirbt Jesus am Kreuz? Er stirbt an Sünde. Er stirbt wegen uns.</p>



<p>Es gibt aber noch einen zweiten Grund. Und so haben wir es bei Bonnhöfer gehört. Er stirbt an Schwacheit. und am Tod. Jesus stirbt so wie wir alle einmal sterben werden. Und das hat überhaupt nichts mehr mit Schuld und Sünde zu tun, sondern es gehört einfach zum Menschsein dazu.</p>



<p>Und das ist nicht schön, aber das ist eine Wahrheit. Den Tod gab es schon vor Jesus und auch vor ihm sind bereits Menschen gestorben.</p>



<p>Und als Gott seinen Sohn auf diese Welt sandte als Mensch, da wusste er, dass der Tod, ein möglicher Ausgang Jesu Leben sein würde. nicht hoch theologisch gemeint, weil es vorhergesehen war, sondern ganz rein pragmatisch gedacht, weil er ein Mensch war und der Tod zum Menschsein dazu gehört. Jesus stirbt also nicht nur wegen uns, er stirbt auch mit uns, mit dir und mir, mit den Menschen dieser Welt.</p>



<p>Das waren jetzt zwei Antworten auf das Warum. Er stirbt wegen uns Menschen und er stirbt mit uns Menschen.</p>



<p>Aber machen diese Antworten selig? Wo ist denn da das Evangelium? Höre ich jetzt schon Menschen fragen. Und wieder komme ich ganz nah an die Grenze zu Ostersonntag. Kann ich das wirklich einfach so stehen lassen? Reicht das? Müsste ich diese halblebigen Antworten nicht zumindest im Sinne einer Theologie der Herrlichkeit weiterführen und auf die Auferstehung hinweisen und sagen, am Ende ist aber doch alles gut gegangen?</p>



<p>Denn ja, grundsätzlich ist da ja auch nichts falsches dran, aber stellen wir uns doch einmal ehrlich der Frage, tröstet uns ein, am Ende ist alles doch gut gegangen wirklich. In einem Moment absoluter Verzweiflung, Schmerzen, Leiden, Krankheit, Verlust, Traurigkeit, tröstet uns die Gewissheit, am Ende wird alles gut.</p>



<p>In jeder halbwegs guten Seelsorgeausbildung lernt man mit den Trauernden zu trauern. Selbst die Bibel sagt es klar: Weint mit den Weinenden.</p>



<p>Lasst uns die Freude heute morgen noch einen Moment aufsparen. Lasst uns einen Moment aushalten, dass selbst der Blick auf Jesus Auferstehung heute morgen unter dem Kreuz Jesu noch nicht die Lösung, noch nicht der Trost ist, den wir wirklich brauchen und suchen.</p>



<p>Denn da fehlt noch etwas ganz wesentliches. Ein dritter Grund für das warum. Jesus stirbt nämlich nicht nur wegen uns und mit uns, sondern er stirbt vor allem für uns. Jesus stirbt für uns, denn Gott ist für uns. Und was bedeutet das? Dafür müssen wir uns noch einmal der Warum Frage stellen, aber jetzt aus der Perspektive Gottes. Warum sollte Gott an uns festhalten? Warum sollte er helfen? Warum sollte er gnädig sein bei dem, was wir auf seiner Welt anrichten? bei allem, wie wir miteinander umgehen, bei dem, was wir als Menschen, seinem Sohn angetan haben.</p>



<p>Wenn Gott gerecht ist, mit welcher Note muss er uns dann beurteilen?</p>



<p>Warum? Also sollte Gott gut zu uns sein,</p>



<p>weil er es will. Woran sehen wir das? am Kreuz. Und was geschieht dort? Gott versöhnte die Welt mit sich selber. Und wer sagt das? Jesus Christus, der unser Fürsprecher ist. Womit haben wir das verdient? Mit nichts. Was haben wir als Entschuldigung?</p>



<p>Nichts. Warum also sollte Gott gut zu uns sein? Aus Gnade. Und wie kann Gott gnädig und nicht zornig sein? Weil er der Vater ist, ein liebender Vater. Er ist der Vater Jesu Christi und durch ihn auch unser Vater. Und Christus tritt als Bruder für uns ein. In Markus 10:45 lesen wir: &#8222;Ich bin nicht gekommen zu herrschen, sondern zu dienen und mein Leben zu geben als Lösegeld für die vielen.&#8220;</p>



<p>So hat Jesus seine Mission, seine Sendung verstanden auf dem Hintergrund dessen, was schon Jesaja vorausgedacht und angesagt hatte. Einer, der das Böse auf sich nimmt und aushält, ohne zurückzuschlagen.</p>



<p>So ist Vergebung und Versöhnung. So ist Freispruch und Frieden. So ist Erbarmen und Zukunft.</p>



<p>Ich habe am Anfang gesagt, durch das Kreuz geschieht Erlösung. Ohne das Kreuz gäbe es keine Vergebung, keine Freiheit von Sünde, keinen unmittelbaren Weg zu unserem Gott. Auch unser Leben löst sich nicht einfach in einem Happy End auf, sondern das Leben will bewältigt sein. Was nicht gut ist, will bewältigt sein. Kaum etwas auf dieser Welt, was geschehen ist, kann ein einzelner Mensch wieder gut machen. Mit diesem Schmerz, mit dieser Last leben wir. Und jetzt ist einer da, der sagt: &#8222;Komm her zu mir, der du mühselig und beladen bist. Ich will dich erlösen, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.</p>



<p>Da ist vieles, was wir nicht wieder gut machen können in unserer Welt, in unserem eigenen Leben. Aber er Jesus Christus tritt für uns ein, denn bei ihm hier am Kreuz heute ist Vergebung und Versöhnung.</p>



<p>Warum feiern wir Karfreitag?</p>



<p>Weil Jesus wegen uns starb, weil Jesus mit uns starb und weil Jesus für uns starb.</p>



<p>Und jetzt bleibt nur noch zu fragen, können wir das glauben?</p>



<p>Ich kann euch nicht beweisen, dass es so ist. Ich kann nicht mehr tun, als euch die Worte der Bibel zuzusprechen. Das, was Jesus selbst über sein Sterben gesagt hat, das was Psalmen und Propheten über Gott in Bilder und Worte gefasst haben. das was die Apostel sich vom Auferstandenen haben erklären lassen, was sie staunend und mit offenem Herzen gehört und verstanden haben, was sie für sich eingeordnet haben in neue Bilder und neue Formulierungen,</p>



<p>Das was sich geformt hat zu einem Glaubensbekenntnis, wie es zuvor noch nie gedacht oder gesagt worden ist. Aber es ist und bleibt auch heute morgen ein Glaubensbekenntnis.</p>



<p>Und wenn du heute morgen hier bist und das Gefühl hast, das könnte was mit mir zu tun haben, dieser Jesus am Kreuz, das Leiden, das Aushalten dessen, dann lade ich dich ein, gemeinsam mit mir, gemeinsam mit uns als Gemeinde, das nächste Lied zu singen und deinen Glauben zu bekennen.&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Vom Ernst der Nachfolge</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/vom-ernst-der-nachfolge/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 08:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Vom Ernst der Nachfolge57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imagine03.de/sermons/vom-ernst-der-nachfolge/">Vom Ernst der Nachfolge</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imagine03.de">IMAGINE</a>.</p>
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<blockquote class="wp-block-quote has-small-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading"><strong>Vom Ernst der Nachfolge</strong><br><sub>57</sub> Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst.<br> <sub>58</sub> Und Jesus sprach zu ihm: <strong>Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.</strong><br><sub>59</sub> Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.<br><sub>60</sub> Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!<br><sub>61</sub> Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind.<br><sub>62</sub> Jesus aber sprach zu ihm: <strong>Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.</strong></h4>
</blockquote>



<p>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen. Den Predigtext haben wir gerade gehört, das Evangelium für diesen Sonntag und der hat es schon ganz schön in sich. Auch immer wieder gemerkt, ist ein sehr persönlicher Text für mich. Da kommen Menschen zu Jesus. und sagen, ich will mit dir unterwegs sein. Und Jesus gibt drei Antworten, die vielleicht nicht nur diese drei Leute etwas bekümmert zurücklassen, sondern ein Stück auch weit auch mich geht um Nachfolge, was es heißt Jesus Christus nachzufolgen.</p>



<p>Der erste mit dem Jesus spricht, der sagt, ich will dir folgen. Er scheint begeistert zu sein von diesen Jesus, der ihm da begegnet ist. Und Jesus, finde ich bemerkenswert, packt den nicht bei seiner Begeisterung und sagt: &#8222;Nutze das und los geht&#8217;s.&#8220; Sondern für den hat er eine Warnung. Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. Wenn es auf dem Weg mit Jesus anstrengend, mühsam und gefährlich werden wird, dann wird der Zauber des Anfangs verblassen. Ist die Frage, wie weit dann die Begeisterung trägt. Es könnte sein, dass Begeisterung und Faszination alleine nicht reichen, um mit Jesus zu leben, um durch die Dürre Zeiten zu kommen und die harten Momente.</p>



<p>Der zweite meint zu Jesus: &#8222;Jesus, ich will dir nachfolgen, wenn die Zeit dafür reif ist. Das ist aber im Moment noch nicht gegeben. Ich bin noch gebunden. Wenn der Vater nicht mehr lebt, werde ich frei genug sein, mit dir zu gehen. Jetzt muss ich mich noch um so vieles kümmern. Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe, bis ich meinen Vater begrabe.</p>



<p>Diesen Menschen fordert Jesus heraus. Lass die Toten ihre Toten beerdigen. Du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes. Das ist hart. Hast recht, wenn ich den Text ein bisschen anders lese, so lese als ob der Vater gerade eben gestorben ist und es geht einfach darum, die Trauerfeier noch durchzuführen. Jesus sagt nicht nichts da. Lass mal die Toten die Toten beerdigen. Komm mit.</p>



<p>Der Dritte, der mit Jesus spricht, sagt: &#8222;Ich will dir nachfolgen, aber für mich gibt&#8217;s Bedingungen, eins nach dem anderen.&#8220; Der will das ein bisschen kontrolliert machen, erst noch ein paar Dinge ordnen und dazu gehört auch sich ordentlich zu verabschieden, kein Chaos zu hinterlassen, vielleicht auch das die Dinge so geordnet zu hinterlassen, dass er wieder zurückkommen kann. Für ihn hat Jesus eine klare Ansage. So läuft das nicht mit der Nachfolge. Wenn du mir nachfolgen willst, dann geht das nicht kontrolliert, nicht mit der Option wieder zurückzugehen. Keine halben Sachen. Wer die Hand an den Flug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. Das nenne ich mal eine Absage.</p>



<p>Wie geht es euch damit, wenn ihr das so hört? Findet ihr euch ein Stück weit in den Bedenken dieser drei Menschen wieder? Mir persönlich geht das so. Ich kann mit denen sehr mitfühlen und ich finde das auch plausible Gründe. Und wenn mir Jesus das so wie den dreien auf die Nasenspitze zagt, weiß ich nicht, ob ich ab heute noch facher sein kann. Das trifft mich. Was heißt Nachfolge?</p>



<p>Was heißt es mit Jesus zu leben und ernsthaft ihm nachzufolgen? Ich bin da am Freitag noch mal neu getroffen worden. In Schwepnitz haben wir den Weltgebetstag der Frauen gefeiert. Aus Nigeria kam der dieses Jahr. Es war noch einige wenige waren mit dort in Schwepnitz, haben Essen aus Nigeria genossen oder was so ähnlich schmecken könnte und zusammen den Gottesdienst gefeiert. Und innerhalb dieses Gottesdienst hat eine Frau aus Nigeria berichtet. Jatu heißt die und das möchte ich mal vorlesen, weil für mich das Thema Nachfolge in dem Moment, wo ich das so gehört habe, noch mal ganz neu hochgekommen ist. Jato erzählt: &#8222;Ich bin eine christliche Mutter und lebe im Norden Nigerias, in dem überwiegend Menschen muslimischen Glaubensleben. Jeden Tag, wenn ich meine 14-jährige Tochter Amina zur Schule schicke, zieht sich mein Herz vor Sorge zusammen.&#8220; Amina ist nämlich genauso alt wie Lea Sharibu, als sie aus ihrer Schule in Dachi entführt wurde. ist nur ein paar Stunden von hier entfernt. Leas Geschichte verfolgt mich. Ein junges Mädchen, die ihren Glauben treu bleibt und sich weigert, Christus zu verleugnen. Selbst in Gefangenschaft. Es ist 8 Jahre her, dass Boko Haram sie entführt hat und noch immer ist sie ihre Gefangene. Jedes Mal, wenn ich Amina ansehe, kann ich nicht anders als zu denken, was wenn sie es gewesen wäre. Es ist nicht leicht, im Schatten religiöser Verfolgung zu leben. Es gibt Gebiete, in denen Christinnen und Christen allein wegen ihres Glaubens getötet werden. Aber durch Gottes Gnade leben wir weiterhin unbehelligt neben unseren muslimischen Nachbarn. Es ist nicht überall so schwierig. In Jorubaand im Südwesten leben Menschen christlichen und muslimischen Glaubens wie eine Familie zusammen. Und ich weiß, dass in einigen Teilen der Welt die Christen diejenigen sind, die andere religiöse Gruppen wegen ihres Glaubens verfolgen. Ich frage mich oft, wozu ruft mich mein Glaube auf angesichts religiöser Verfolgung? Jesus lehrt uns unsere Feinde zu lieben und für diejenigen zu beten, die uns verfolgen. Aber das ist nicht einfach, glaubt mir, an manchen Tagen, wenn ich von einem weiteren Angriff einer weiteren Entführung höre, spüre ich, wie Zorn in meinem Herzen aufsteigt. Aber dann erinnere ich mich auch daran, dass Christ sein bedeutet, wie Christus zu sein. Solche Konflikte gibt es nicht erst seit gestern. Auch zur Zeit Jesu gab es immer wieder Zusammenstöße zwischen verschiedenen Gruppen. Aber Jesus hat uns einen anderen Weg gezeigt. Er ruft uns auf, auch denen Liebe zu zeigen, die scheinbar keine Achtung vor dem Leben haben. Auf den ersten Blick scheint das ein schweres Joch zu sein. Aber Jesus verspricht, dass sein Joch sanft und seine Last leicht ist. Wie können wir zu dieser Leichtigkeit finden? Das geht nur durch Gottes Gnade. Wir nehmen das Joch des Gebots auf uns, unseren Nächsten zu lieben. Auch dann, wenn dieses uns Böses auch wenn diese uns Böses wünschen. Das ist nicht einfach, aber Gottes Gnade hilft uns durch alle Herausforderungen. Ich bete jeden Morgen mit Amina, bevor sie zur Schule geht und erinnere sie an die Worte Jesu. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost. Ich habe die Welt überwunden. Unsere Stärke beruht nicht darauf, dass wir ein leichtes Leben erwarten. Viel mehr wurzelt sie in dem Wissen, dass Christus mit uns durch alle schweren Zeiten geht. Angesichts von Verfolgung warten wir nicht einfach auf Rettung, sondern wir leben bewusst unseren Glauben, weil wir wissen, dass jede Tat der Liebe und Vergebung die bleibende Macht Christi in unserem Leben sichtbar macht. Leas Geschichte erinnert daran, was es uns kostet, unseren Glauben zu leben, aber sie zeigt uns auch seine Kraft. In Damaturu versammelt sich immer noch eine kleine christliche Gemeinschaft, um für Leas Rückkehr zu beten. Ihre Hoffnung, ihr beharlicher Glaube ermutigt mich weiter zu glauben, weiter zu lieben und weiter Seite an Seite mit meinen Nachbarinnen und Nachbarn zu leben, egal ob sie muslimisch oder christlich sind. Jeden Tag, wenn ich meine Tochter zur Schule gehen sehe, bete ich nicht nur für ihre körperliche Unversehrtheit, sondern auch für die Stärke ihres Herzens. Ich bete, dass sie wie Lehrer die Kraft hat, fest in ihrem Glauben zu leben zu und zu bleiben. Aber ich bete auch, dass sie die Liebe hat in allen Menschen das Ebenbild Gottes zu sehen. So finden wir Ruhe in Gott. Nicht, indem wir Hass oder Intoleranz segen, sondern indem wir uns von der Liebe Christi durchdrungen durchdringen lassen, selbst im Angesicht von Verfolgung. Es ist täglich eine neue Entscheidung für die Liebe. Aber wenn wir diese Entscheidung treffen, werden wir feststellen, dass unsere Last wirklich leichter leichter wird und wir in Gott unsere Ruhe finden.</p>



<p>Was weiß ich schon von Nachfolge?</p>



<p>Das war mein Gedanke. Was weiß ich schon von Nachfolge hier zu Lande. Manche sagen, man kann hier nicht frei sagen, was man will oder so. Ich glaube das nicht. Es stimmt nicht. Man muss mit Widerspruch rechnen, aber man kann hier ziemlich viel Blödsinn auch sagen in unserem Land. Ich kann meinen christlichen Glauben leben. Ich muss nie Angst haben, dass hier der Terrorist gleich ums Eck kommt.</p>



<p>Was es heißt, Menschen zu lieben und gleichzeitig Angst zu haben.</p>



<p>Christliche Nachfolge, Feindesliebe. Ich glaube, das ist nicht ohne Grund, dass Jesus sagt, wenn ihr die lieb habt, die euch lieb haben und die ihr mögt und die euch nahe sind, was macht ihr besonders? Selbst die größten Schweinehunde der Welt haben ihre Nächsten und ihre Liebten geliebt. Was euch als Christen auszeichnet, ist, dass ihr sogar eure Feinde liebt. H mach mal, Friedrich, das ist gar nicht so leicht. Das schreibt sie auch, Diato. Das ist gar nicht so leicht. Und trotzdem habe ich den Eindruck, sie kämpft erkämpft sich das jeden Tag neu. Das ist so viel wert.</p>



<p>Was bedeutet Nachfolge?</p>



<p>Ich denke an die drei Gesprächspartner von Jesus. Nachfolge hätte für die bedeutet, ich laufe Jesus hinterher. Zwar leibhaftig. Jesus zieht in Galiläa und durch Israel durchs Land und ich gehe mit ihm mit. Das ist nicht kompatibel mit manchen Lebensformen. Ich habe vier Töchter. Vielleicht bin ich nicht der richtige Nachfolger, um als Jünger Jesu mit durch Galiläa zu laufen.</p>



<p>Vielleicht bin ich auch zu sehr gebunden in meine Aufgaben, um diesen Lebensstil zu leben, den Jesus davor gelebt hat. Ich glaube aber auch, was Jesus in dem Bibeltext macht, ist ja nicht, dass er uns sagt, wir sollen alle Wanderer werden, Wanderprediger und Haus und Hof verlassen, unsere Alten, die Alten beerdigen lassen und selbst unterwegs sein oder wie auch immer Kinder zurücklassen. Ich glaube, was Nachfolge ist, muss ich in jeder Situation und jederzeit neu erschließen für jeden einzelnen und für jeden unterschiedlich. Und was Jesus hier diesen dreien sagt, das ist erstmal eine Antwort für diese drei persönlich. Wenn du so gebunden bist mit all den Dingen und nicht d voll und ganz mir anschließen kannst, dann bleibe hier, dann ist das nicht deine Aufgabe. Das heißt nicht, dass der verloren ist. In dieser Hoffnung lebe ich. stellt sich für mich die Frage, wenn ich heute Jesus nicht nachfolgen kann in dem Sinne, wie es die Jünger getan haben, weil z.B. Jesus leibhaftig gar nicht da ist, weil ich nicht in Galiläa wohne, nicht zur damaligen Zeit, weil ich anders gebunden bin. Dann stellt sich die Frage, was bedeutet für mich Nachfolge? Auch im Hinterkopf haltend, was für Jato Nachfolge bedeutet.</p>



<p>Das ist ein tagtägliches Suchen. Ich versuche mal so paar Brocken rauszubringen, ohne dass das jetzt ein vollständiges Bild ist. Für mich heißt Nachfolge zu leben in meinem christlichen Alltag erst einmal Dankbarkeit. Dankbarkeit zu üben. Ich bin dankbar dafür, dass ich in einem Land und in Verhältnissen lebe, die so unheimlich luxuriös sind, dass es mir so gut geht, viel besser als vielen Menschen zurzeit Jesu oder auch der Jato in Nigeria. Ich bin dankbar für so vieles, was mich umgibt für unser Land, für meine Familie, für diese Kirchgemeinde, für unsere Glaubensgemeinschaft, für Freunde,</p>



<p>auch für den Wohlstand. Aus dieser Dankbarkeit herauswächst für mich Verantwortungsgefühl, dass ich sage: &#8222;Ja, ich gehöre zu einem gesegneten und beneidenswerten Teil der Menschheit auf dieser Welt und das heißt für mich, dass ich eine besondere Verantwortung trage. Ich weiß, dass ich, wenn ich hier in Deutschland lebe, kaum so leben kann, dass das über nicht über die Verhältnisse ist. Also selbst wenn ich mich bemühe, meinen ökologischen Fußbdruck klein zu halten, allein durch Infrastruktur und so weiter, da können 500 Afrikaner äh ökologisch nachhaltiger leben, als ich das tue. Das ist schwierig, wenn man Geld hat, nachhaltig zu leben. Jeder Euro, den ich ausgebe, ist mit unter schlecht fürs Klima. Ich sehe die Ressourcenknappheit und so weiter ist ja nicht nur Klimawandel, sondern Ressourcenknappheit, unfaire Verteilung der Lebensverhältnisse, des Wohlstands auf der Erde und so weiter. Ich sage, ich bin gesegnet, ich bin beschenkt. Das gibt mir aber auch eine Verantwortung zurück, mich zu bemühen, achtsam zu leben, umzugehen, achtsam mit Blick auf Gerechtigkeitsfragen, mit Blick auf Menschen, mit Blick auf Ressourcen, mit Blick auf diese Erde. Ich will achtsam leben und ich will hier in Deutschland den Glauben leben und auch weitergeben. Das gehört für mich zur Nachfolge dazu und das hat hier andere Herausforderungen als in Nigeria. Ich muss hier keine Verfolgung fürchten. Mit was ich hier eher konfrontiert bin, ist so eine gewisse Gleichgültigkeit. Das kennt ihr vielleicht auch. Dass es einfach viele Leute gibt, die sagen, bleib mir mit dem Schnulli fern. Was soll&#8217;s? gar nicht mal so diese Gegnerschaft, die ich noch so aus DDR-Zeiten höre, so von meinen Eltern oder so, ne, dass man Repression hat als Christ oder so. Dass man persönliche Nachteile hat, Bildungsmöglichkeiten nicht wahrnehmen kann und so weiter. Sondern das begegnet mir heute eigentlich wenig, sondern eher so eine, na ja, ihr seid doch eben eine aussterbende Gattung, ist mir doch egal, was du machst und geh mir weg mit deinem Gott. So eine Gleichgültigkeit, das ist mancherlei Hinsicht nicht leichter auch für uns als Gemeinschaft, denn ich weiß, äußerer Druck, der schweißt ja auch zusammen. Auch die Christen in Nigeria, die Glaubensgemeinschaft, es macht auch stark äußerer Druck. Man besinnt sich der gemeinsamen Stärke. Diese Unverbindlichkeit, diffuse Situation, die wir hier in Deutschland haben, dass so viele sich überhaupt nicht binden wollen an irgendeine Vorstellung oder festlegen wollen, das ist manchmal auch schwer auszuhalten.</p>



<p>Man kann solche Situationen auch manchmal schwer miteinander vergleichen. Jedes hat auch seine eigenen ganz eigenen Herausforderungen. Ich versuche hier in Deutschland Christ zu sein und das heißt das auch zu zeigen, das nicht zu verbergen. Manchmal sind es so kleine Sachen wie der Fisch am Auto z.B. so als christliches Glaubensbekenntnis, mit dem man so durch die Kante fährt. Da muss man sich überlegen, wie ist mein Fahrstil, wenn ich als Christ durch die Kante fahre? M ja, sie hängen immer schnell so paar Fragen dran, ne? Also, das macht&#8217;s ja auch spannend, manchmal auch herausfordernd, in mancherlei Hinsicht. Ich möchte Menschen von Glauben erzählen. Ich glaube, das ist eine Aufgabe, die jeder Christ hat, die mit in Nachfolge unbedingt mit reingehört. Also das nicht für sich behalten zu wollen, sondern andere Menschen teilhaben zu lassen als Angebot, nicht als Zwang natürlich. Und für mich gehört dazu, Verantwortung zu übernehmen für unsere Gesellschaft, für unser Land, für diese Erde, weil ich weiß, dass ich reich beschenkt bin und dass ich unter Bedingungen lebe, für die mich viele Menschen auf dieser Erde beneiden. Wie geht es dir mit der mit dem Thema Nachfolge? Und wozu sagst du ja und wozu sagst du nein? Ich lade euch ein, dass jeder für sich da auch seine eigene Antwort immer wieder neu findet. Was heißt es für mich in meinem Umfeld nachzufolgen? Was bedeutet das für mich in der Schule, in der Klassengemeinschaft? Was bedeutet das für mich am Arbeitsplatz mit meinen Kollegen? Was zeichnet mich an dem Ort, wo ich hingestellt bin als Christen aus und was kann ich einbringen? Wo kann ich Jesus Christus verkündigen? Menschen nahbringen wurde auch einfach durch mein Leben ein leuchtendes Beispiel christlicher Nächsten Liebe sein, wie die Jatu es versucht in dieser betrückenden, angsterfüllten Situation in ihrem Leben zu sein. Christus nachfolgen. Amen.</p>
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		<title>Regenbogenstraße: Sprachen oder wie verstehe ich Vivaldi?</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Mar 2026 08:30:00 +0000</pubDate>
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		<title>Siehe, ich mache alles neu.</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/siehe-ich-mache-alles-neu-2/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 08:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Herr, schenk uns ein Herz für dein Wort und dein Wort für unser Herz. Amen. Da sind wir nun also wieder, ja, mit der diesjäherigen Jahreslosung. Ich mache alles neu. Du machst alles neu? Nein, natürlich nicht. Nein, das ist die Jahreslosung. Gott spricht. Siehe, ich mache alles neu. Ich mache alles neu. Ein durchaus bekannter Slogan. Er zieht sich durch die Jahrhunderte. Ich mache alles neu. Ich mache alles ganz anders. Alles wird besser. Wer ist schon nicht alles [&#8230;]</p>
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<p>Herr, schenk uns ein Herz für dein Wort und dein Wort für unser Herz. Amen.</p>



<p>Da sind wir nun also wieder, ja, mit der diesjäherigen Jahreslosung. Ich mache alles neu. Du machst alles neu? Nein, natürlich nicht. Nein, das ist die Jahreslosung. Gott spricht. Siehe, ich mache alles neu. Ich mache alles neu. Ein durchaus bekannter Slogan. Er zieht sich durch die Jahrhunderte. Ich mache alles neu. Ich mache alles ganz anders. Alles wird besser. Wer ist schon nicht alles mit diesem Versprechen angetreten? Da gibt es schon so viele, die alles neu machen wollten, es besser machen wollten. Meist dauert es gar nicht lange und man konnte sehen, dass es so neu nicht war. Es war eher eine Renovierung des Alten, ein übertünschen, Alter bekannter Missstände. Wie sagte da schon der weig Salomo im Buch der Prediger? Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Und wenn ich ehrlich bin, ist diese Aussage eine Aussage, mit der ich auch viel besser leben kann. Zum einen, weil es all die Schreihze relativiert, die so tun, als ob jetzt was völlig Neues kommt. Ich muss sie nicht so ernst nehmen. Ich kann gelassen bleiben und abwarten, um in aller Ruhe festzustellen, Salomo hat recht. Zum anderen ist die Aussage: siehe, ich mache neu auch etwas erschreckend. Wer will denn, dass alles neu wird? Ich nicht. Ich bin ein Gewohnheitstier. Ich liebe es, wenn ich weiß, wie die Welt funktioniert, wie was abläuft, wie wer tickt. Es ist doch unwahrscheinlich beruhigend, wenn ich im Vorfeld abschätzen kann, was mich erwartet. Stell dir vor, der muffliche Nachbar sagt plötzlich ganz nett guten Morgen. Oder die unnahbare alte Frau aus der Kirchgemeinde fragt sich plötzlich, wie es dir geht. Wir haben unsere Umwelt gern übersichtlich und katalogisiert. Wir wissen, wer gut und wer böse ist, wen man grüßen muss und wen nicht. Wir wissen, wie unsere meisten Mitmenschen reagieren und welches Verhalten oder welche Gesprächsthemen ich vielleicht vermeiden sollte oder aber gerade nicht. Der Satz siehe, ich mache alles neu hat schon auch etwas beunruhigendes an sich. Ich will nicht, dass alles neu wird. Na ja, ganz so würde ich das nicht sagen. Für mich gibt es schon Neues, was ich gern möchte und worüber ich mich sehr freue. Ach so, worüber denn? Lass mich mal nachdenken. Ich freue mich z.B., wenn ich etwas Neues ausprobieren kann, wie jetzt z.B. in der Passionszeit ökumenische Exerzien oder ich freue mich, dass ich ein neues Musikinstrument lernen kann, so einen Zungentrommeln. Da beginnt etwas ganz Neues. Das ist doch schön, oder? Ich lerne neue Wege oder neue Orte kennen. Das ist immer sehr interessant. oder es ist zwar schon lange hier, aber ich kann mich daran erinnern, wie toll ich es fand, ein neues Schulheft zu beginnen. Das war so schön sauber, ohne Tintenklexe, durchgestrichene Wörter oder Eselsen. Schön ist auch der Beginn eines neuen Jahres. Na, so lange ist es ja noch nicht her. Obwohl da schwingt auch immer so ein bisschen die Bang Frage mit, was das neue Jahr so an Überraschungen bringen wird. Bei alles neu machen fällt mir auch dieser frisch gefallene Schnee ein. Alles ist so schön rein und so weiß, alles ist so schön zugedeckt. Aber eigentlich ist es dann ja gar nicht wirklich neu. Ganz anders ist es in unserem Bibelvers. Siehe, ich mache alles neu. Wo steht die eigentlich die Jahreslosung? In der Offenbarung im vorletzten Kapitel. Am Ende aller Dinge. Johannes beschreibt ja viele Ereignisse, die er in seinen Visionen gesehen hat. Das ist vieles schwer zu verstehen. Aber zum Schluss, dann wird es ganz klar. Bilder, die man gut nachvollziehen kann. Er beschreibt einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und er sagt den bekannten Satz, dass Gott alle unsere Tränen abwischen wird, dass alles Leid und aller Tod vergangen ist. Und der Text spricht von der Zukunft. Johannes beschreibt die zukünftige Welt Gottes und dann kommt unsere Jahreslosung. Und da steht im griechischen Text Idu keina. Poi Panther, das Werk POIO istäens Gegenwort aktiv, Wirklichkeitsform erste Person singular, also wirklich siehe, ich mache alles neu, nicht ich werde machen oder ich habe gemacht. Gott sagt nicht nur, dass es irgendwann einmal alles neu machen wird, sondern dass sein Neua machen bereits wirksam ist und sicher kommt. Es ist so gewiss, dass es im Bräens gesagt wird. Das passt gut zum Kontext, wo Gott auf dem Thron sitzt und spricht. Seine Herrschaft und sein Erneuerungswerk sind nicht nur Zukunft, sondern greifen schon jetzt in unsere Realität ein.</p>



<p>Dann geht es ja in erster Linie gar nicht um radikale Veränderungen, sondern darum, dass Gott kontinuierlich am uns und seiner Welt wirkt. Und das erinnert mich ein bisschen an die Jahreslosung von 2007 aus dem Jesaja Buch, die ihr ja sicher alle noch kennt. Gott spricht: &#8222;Siehe, ich will ein neues schaffen. Jetzt wächst es auf. Er kennt ihr es denn nicht? Veränderung, die so kommt, von langer Hand vorbereitet, wirkt oft ganz anders. Nicht alles sofort zerschlagend, in Frage stellend, sondern man hat das Gefühl, es passt. Die Zeit war reif. Es öffnen sich Türe, es ebnen sich Wege. Ja, und doch muss man auch da altes loslassen. Das ist nicht immer leicht. In der Bibel steht dann der schöne Satz: &#8222;Als die Zeit erfüllt war, als die Zeit erfüllt war, hieß für Maria sich zu entscheiden, Gottes Sohn zur Welt zu bringen. Oft bedeutete es, dass sich Menschen auf den Weg machen mussten. Ob das nun einzelne Menschen betraf, wie die Weisen aus dem Morgenland oder ganze Völker wie die Israeliten. Wenn Gottes Zeit erfüllt war, ging es los. Da hatten aber auch Herrscher und Könige keine Chance, ganz egal, ob sie nun Fahao, Nebukadnza oder Kaiser Augustus hießen.</p>



<p>Etwas Neues heißt oft Aufbruch, Herausforderung und Wagn. Gewohntes muss aufgegeben werden. Ein schöner gemütlicher Alltagsweg wird plötzlich zum steinischen Pfad.</p>



<p>Etwas Neues ist aber auch immer wieder eine neue Chance. Natürlich ist es eine Chance und manchmal wünschen wir sie uns ja auch verzweifelt. Vielleicht zum ersten Mal, als wir als Kind diese Tasse fallen gelassen haben. Mutis Lieblingstasse. Kaputt, fassungslos stehen wir davor. Wir sammeln die Scherben auf, halten sie zusammen, vielleicht versuchen wir noch zu kleben vergeblich.</p>



<p>Oder wir schauen noch einmal zurück auf die Jahreslosung von 2025. Prüfet alles und behaltet das Gute. Wenn ich alles auf den Prüfstand stelle, kann es gut sein, dass ich feststelle, dass es nicht mehr taugt, dass ich was Neues brauche. Das kann durchaus schmerzhaft sein. Vielleicht muss ich feststellen, dass ich etwas völlig falsch gemacht habe, dass ich mir eingestehen muss, dass ich Dinge wirklich kaputt gemacht habe und sie auch nicht mehr hinbekomme. Dann würde ich es gern neu machen, kann es aber nicht. Aber vielleicht kann ich neue Wege gehen, vielleicht kann ich mir Hilfe suchen. Ja, als ich mich so mit der neuen Jahreslosung beschäftigt habe, fiel mir dazu etwas ein. Wir haben früher in Tschechien einmal eine sogenannte magische Tafel gekauft. Die konnte man immer wieder löschen und neu beschreiben. Natürlich existiert unser Exemplar schon lange nicht mehr, aber vielleicht gibt es jetzt etwas ähnliches.</p>



<p>Und da ist sie nun. Manchmal ist unser ist mein Leben, seht ihr es da hinten, voller Flecke wie diese Tafel hier. Ich habe andere verletzt. Ich bin nicht eingetreten für das Gute. Ich habe mich davor gedrückt, von Jesus und meinem Glauben zu erzählen.</p>



<p>Ich habe Gott traurig gemacht. Mir tut leid und ich will es wieder gut machen und ich fange an die Tafel zu putzen auf jede nur mögliche Art. Aber sie will einfach nicht sauber werden. Ich schaff das nicht allein. Schauen wir doch noch einmal unsere Jahreslosung genauer an. Gott spricht, siehe, ich mache alles neu. Ich mache alles neu. Heißt, ich mache alles neu am Ende der Zeit.</p>



<p>Das heißt, ich mache alles neu am Ende deiner Tage,</p>



<p>aber das heißt auch, ich mache alles neu und ich reinige dein fleckiges Leben.</p>



<p>Bring es doch einfach zu mir.</p>



<p>Das möchte ich jetzt gern mit euch zusammenun.</p>



<p>Jesus, ich bringe dir, was mich belastet. Ich bringe dir jetzt alles, womit ich dich traurig gemacht habe.</p>



<p>Jesus, das alles tut mir sehr leid. Bitte vergib mir und mache du mein Leben ganz neu. Amen.</p>



<p>Gott spricht. Siehe, ich mache alles neu, auch dein Leben. Und ich darf dir zusagen, dir sind deine Sünden vergeben. Du darfst ganz neu anfangen. Was gewesen ist, das braucht dich nicht mehr beschweren. Und was kommt, muss dich nicht schrecken.</p>



<p>Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes gehen in seinem Frieden. Amen.</p>



<p>Schaut her.</p>



<p>Nun ist die Tafel ganz sauber. So dürft auch ihr euch fühlen. Ganz sauber, ganz rein, ganz unbeschwert. Und ihr kennt uns ja ein bisschen. Zum Erinnern an die Jahreslosung und an Gottes Zusage haben wir euch, jeden von euch auch so ein kleines Täffelchen mitgebracht.</p>



<p>Darauf steht hinten Gott spricht siehe. Ich mache alles neu. Jeden Tag, jede Stunde dürft ihr euch daran erinnern. Gott spricht: &#8222;Siehe, ich mache alles neu. Amen.&#8220; Und der Friede Gottes, der unser Verstehen übersteigt, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.</p>
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		<title>Who am I?</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/who-am-i/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 15 Feb 2026 15:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Willow Creek – warum das für mich wichtig ist Wir sind gestern von Willow Creek zurückgekommen. Willow Creek ist ein Kongress ähm bei dem es um Leiterschaft geht. Und 2014 habe ich gestern mal nachgeschaut, war mein allererster Willow Cree Kongress damals in Leipzig und ich habe mich gestern auf der Rückfahrt so ein bisschen gefragt, warum ist Willow für mich so wichtig geworden? Als ich 2014 das erste Mal dabei war, da war ich gerade so einen Jahr lang [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imagine03.de/sermons/who-am-i/">Who am I?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imagine03.de">IMAGINE</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Willow Creek – warum das für mich wichtig ist</h4>



<p>Wir sind gestern von Willow Creek zurückgekommen. Willow Creek ist ein Kongress ähm bei dem es um Leiterschaft geht. Und 2014 habe ich gestern mal nachgeschaut, war mein allererster Willow Cree Kongress damals in Leipzig und ich habe mich gestern auf der Rückfahrt so ein bisschen gefragt, warum ist Willow für mich so wichtig geworden? Als ich 2014 das erste Mal dabei war, da war ich gerade so einen Jahr lang ungefähr hier in der Gemeinde, war in der Jugendleitung, ähm hatte so meine Aufgaben, meine Bereiche und war auch so gerade auf dem Weg irgendwie Jesus so richtig kennenzulernen, so richtig zu verstehen, wer er ist und was das in meinem Leben verändern kann, wenn ich ihn dabei habe. Und dann kam ich auf diesem Kongress und 2014 waren 8000 Menschen auf dem Kongress. 2018 waren es dann 12000 Menschen. Ich stand also das allererste Mal mit meinen jungen Jahren in einem Saal, in einer Halle, in einer Messe und 8000 Menschen um mich drumherum im Lobpreis, im Gebet kannten die Lieder, kannten das Vater unser.</p>



<p>Und was ich erlebt habe, war ich bin ein Teil von etwas ganz ganz ganz großem. mein Christsein, mein Glaube, das was für mich lebenswichtig war in diesem Moment, was meine Freundschaften ausgemacht hat, meine Beziehungen, meine Familie, mein Leben, meine meine Freizeit, meine Schule, wie ich mit Dingen umgegangen bin, wie ich mich verändert hatte, das war plötzlich nicht mehr nur was in meinem Leben Relevanz hatte, sondern das war was, was über Ländergrenzen hinweg wichtig war. was eine Weltmission war. Plötzlich wurde mein Glauben global groß und ich glaube, dass Willow Creek deswegen auch heute für mich noch so wichtig ist, weil es mir immer wieder den Blick weitet, mich von mir selber wegholt und mir deutlich macht, dass das, was für mich wichtig ist, auch für ganz ganz ganz viele andere Menschen auf dieser Welt so einen großen Stellenwert hat.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Prinzip von C. S. Lewis</h4>



<p>Und wir hatten in diesem Jahr eine Sprecherin dabei. Mandy Kellyre hieß die Frau und sie hat über das Verwurzeltsein in der eigenen Seele gesprochen und hat von einem Prinzip gesprochen von CS Lewis. Das hat er 1970 in einem Essay veröffentlicht und ich habe meinen Pieer in meiner Jackentasche vergessen für den für die Folien. Aber Rick, du kannst gerne mal eine Folie weiterklicken, bitte.</p>



<p>Und zwar hat er gesagt: &#8222;Put first things first and we get second things thrown in.&#8220; Put second things first and we lose both first and second things. Setz das erste an die erste Stelle und du bekommst das zweite dazu. Setzt aber das zweite an die erste Stelle, dann wirst du beides verlieren. Was meint Jesen?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Predigttext: Lukas 18, die Verse 31 bis 42</h4>



<p>Lasst uns gemeinsam in den Predigttext von heute hinein schauen und das ein bisschen näher ergründen. Lukas 18, die Verse 31 bis 42.</p>



<p>Er nahm aber zu sich die 12, also Jesus, und sprach zu ihnen: &#8222;Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. Denn er wird überantwortet werden, den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespielen werden. Und sie werden ihn geißeln und töten und am dritten Tage wird er auferstehen. Sie aber, die Jünger, verstanden nichts davon und der Sinn der Rede war ihnen verborgen und sie begriffen nicht, was damit gesagt war.</p>



<p>Es geschah aber, als er in die Nähe von Jericho kam, da saß ein Blinder am Wege und bettelte. Als er aber die Menge hörte, die vorbeiging, forschte er, was das wäre. Da verkündeten sie ihm, dem blinden Jesus von Nazareth, gehe vorüber. Und er rief: &#8222;Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich, meiner.&#8220; Die aber vorangingen, fuhren ihn an, er solle schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: &#8222;Du Sohn Davids, erbarme dich, meiner.&#8220; Jesus aber blieb stehen und befahl, ihn zu sich zu führen. Als er näher kam, fragte er ihn: &#8222;Was willst du, dass ich für dich tun soll?&#8220; Und der Blinde sprach: &#8222;Herrer, dass ich sehen kann.&#8220; Und Jesus sprach sie ihm: &#8222;Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen.&#8220; Und sogleich wurde er sehnt und folgte Jesus nach und pries Gott. Und alles Volk, das es sah, lobte Gott.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zwei Teile, eine Frage</h4>



<p>Ein Predigttext, der aus zwei unterschiedlichen Teilen besteht. Der erste Teil ist eine Leidensankündigung von Jesus sterben und Auferstehen. Der zweite Teil, die Heilung des Blinden bei Jericho. Eine Leidensweissagung gefolgt von einer Wundergeschichte.</p>



<p>Irgendwie wirkte es beim ersten Lesen auf mich als ob diese zwei Teile gar nicht richtig zusammenpassen. Ich habe sogar kurz überlegt, ob ich einfach nur über die Leidensankündigung oder nur über die Heilung predigen soll, denn irgendwie wusste ich nicht so recht, wie geht das zurü zusammen?</p>



<p>Aber beginnen wir doch einmal auf eine Perspektive aus dieser Geschichte zu schauen, die in beiden Abschnitten vorkommt, nämlich die Jünger. Bevor uns die Geschichte des blinden Mannes erzählt wird, hören wir, dass Jesus seinen Tod ankündigt und die Jünger verstehen es nicht.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die Jünger – und dreizehn Blinde</h4>



<p>Was uns deutlich wird durch dieses Nichtverstehen der Jünger ist, dass in der Heilungsgeschichte danach nicht nur ein Blinder war, sondern eigentlich 13. Die Jünger konnten Jesus zwar mit ihren Augen sehen, aber in ihrem Herzen verstanden sie ihn nicht. Ihre innere Haltung kam überhaupt nicht hinterher, hinter all dem, was sie mit Jesus erlebt hatten und gesehen hatten. In ihrem Herzen blieben sie blind für das eigentlich Wichtige.</p>



<p>Und die Jünger sind ein erstes richtig gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn wir zweite Dinge an erste Stelle setzen. In Kapitel 22 vom Lukasevangelium, wo auch diese blinden steht, da streiten die Jünger später darum, wer der größte unter ihnen ist. Und diese Heilungsgeschichte des Blinden steht auch im Markusevangelium und in an der Stelle davor steht im Markusevangelium nicht die Leidensankündigung, sondern da steht die Geschichte von zwei Männern Jakobus und Johannes, die Jesus darum bitten, zur rechten und zur linken neben ihm im Himmel sitzen zu dürfen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Rang, Status, Einfluss</h4>



<p>Was die Jünger also in diesem Moment, als sie an dem Blinden vorbeigingen, wirklich beschäftigte, was ihre erste Sache war, war ihr Rang, ihr Status, ihre Position, ihre Macht, ihr Einfluss. Sie begriffen überhaupt nicht, was los ist, weder bei der Leidensankündigung noch bei dem Bettler am Straßenrand, weil sie so sehr damit beschäftigt waren, sich darum zu streiten, wer der größte unter ihnen ist.</p>



<p>Den schreienden Menschen dort am Straßenrand, den empfanden sie als Störenfried auf ihrer Mission, als ein Hindernis. Jetzt ist doch wirklich wichtigeres dran als das Elend eines Einzelnen. So viele kann Jesus heilen. So viele hatte Jesus schon geheilt. Warum könnten wir nicht einmal an diesem blinden Mann vorbeiziehen?</p>



<h4 class="wp-block-heading">„Sei still“</h4>



<p>Deswegen fahren sie den Blinden über den Mund. Deswegen sagen sie: &#8222;Sei still, deswegen weisen sie ihn zurück.&#8220; Und was ist die Konsequenz für die Jünger daraus? Dass sie das eigentlich Wichtige total verpassen. Sie verlieren den Blick auf das Wesentliche, verlieren sich im kleinen und übersehen den großen Auftrag dahinter.</p>



<p>Ich habe mich gefragt, wie die Leidenszeit, das Ende Jesu Leben wohl ausgesehen hätte, wenn Jesus Jünger nicht so blind gewesen wären.</p>



<p>Hätte Judas ihn wirklich verraten, wenn er das große Ganze verstanden hätte? Hätte Petrus ihn verleugnet, wenn er das große Ganze verstanden hätte? wären sie im Garten Gezem eingeschlafen, wenn sie das große Ganze verstanden hätten. Ich weiß es nicht und ich glaube auch, dass Spekulieren nicht so viel bringt, aber ich glaube zu spüren, das mit den Augen sehen zu können, eben nicht ausreicht, wenn das Herz blind ist.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Jesus sehen – und doch nicht begreifen</h4>



<p>Ich will den Jüngern kein Unrecht tun, denn ich ahne zu wissen, wie es ihnen ging. Könnt ihr euch vorstellen, mal ganz ehrlich, könnt ihr euch vorstellen, dass hier gleich die Tür aufgeht und Jesus in Fleisch und Blut reingelaufen kommt, dass er euch seine Wunden zeigt, ihr sie berühren könnt? Ist es etwas, was ihr euch vorstellen könnt, ihnen wirklich als Menschen vor euch sehen zu können? Mir jedenfalls fällt es unheimlich schwer, wenn nicht sogar unmöglich.</p>



<p>Jetzt drehen wir doch den Spieß einmal um. Die Jünger konnten ihn zu diesem Zeitpunkt leibhaftig sehen. Sie waren mit ihm unterwegs. Er lief einfach 3 m hinter ihnen. Sie konnten sich umdrehen und ihn anschauen. Wie unwahrscheinlich war es für die Jünger sich vorzustellen, dass das einmal keine Realität mehr sein würde. Für die Jünger war es unvorstellbar, dass sie einmal an einen Gott glauben sollten, den sie nicht mehr sehen konnten. genauso unvorstellbar, wie es für uns heute an manchen Stellen ist, an einen Gott zu glauben, den wir eben nicht sehen können.</p>



<h4 class="wp-block-heading">First Things</h4>



<p>Was wäre also ein First thing für die junge Jünger gewesen? Das Hinhören auf die Nöte um sie herum. Jesus Not in Blick auf das Ende seines Lebens und die Not des Blinden auf ein Leben in Freiheit, wie es nur Jesus schenken kann. Der Blick für den anderen und das echte hinhören auf die Nöte in unserer Welt, das sind erste Dinge. Und ich sage es noch einmal mit Worten aus der Bibel.</p>



<p>Jesus aber sprach zu ihm: &#8222;Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und ganzem Gemüt. Das ist das Höchste und das erste Gebot. Das andere ist dem aber gleich. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Denn wer sein Leben erhalten wird, der wird&#8217;s verlieren. Wer aber sein Leben verliert und meinet Willen, der wird es finden. Das Doppelgebot der Liebe, das ist ein First Thing.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Retrospektive</h4>



<p>Und Gottes Logik schreien für uns Menschen manchmal einfach paradox. Ich kann das verstehen. Wie kann man denn sein Leben finden, wenn man es doch gleichzeitig verlieren soll? Ich verstehe, wieso die Jünger Jesu Leidens die die Jünger Jesu Jesus Leidensankündigung nicht verstanden, wieso sie den einen weiteren Bettler am Straßenrand ruhig stellen wollten. Sie waren überzeugt, die richtigen Dinge an erster Stelle zu haben. Und es ist leicht für mich heute in der Retrospektive auf die Jünger zu schauen und zu sagen, nee, da lag dir ein bisschen daneben.</p>



<p>Nicht umsonst habe ich diesen Gottesdienst in unserer News wie folgt angekündigt. Ich habe geschrieben, es fällt uns oft leicht zu merken, wo andere sich falsch oder unangemessen verhalten, nicht den Normen entsprechen oder uns so richtig auf den Wecker gehen. Doch was, wenn man selbst einmal dieser andere ist?</p>



<p>Also lasst uns doch von den Jüngern lernen und uns frühzeitig fragen, welche Dinge stehen bei mir gerade wirklich an erster Stelle? Und welche zweiten Dinge stelle ich gerade vorne an?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Perspektivwechsel: der Blinde</h4>



<p>Lasst mich noch einen zweiten Blick auf diese Geschichte wagen aus der Perspektive des Blinden. Der Blinde kann Jesus nicht mit seinen Augen sehen. Ein bisschen so wie wir heute. Er hört ihn. Er weiß, dass er da ist. Er spürt den Trubel, die Menschenmenge, hört den Tumult. Aber er sieht Jesus nicht.</p>



<p>Selig sind, die nicht sehen und doch glauben, schießt es mir direkt in den Kopf. Hat denn der Blinde die richtigen Dinge an der ersten Stelle?</p>



<p>Schauen wir einmal genauer hin. Der blinde Mann ruft nach Jesus und er lässt sich nicht ruhig stellen. Er spürt das hier, das jetzt ist meine Chance. Komme was wolle. Wenn ich diesen Mann jetzt verpasse, dann war&#8217;s das für immer.</p>



<p>Egal, was die Menschen jetzt gerade sagen, egal, ob sie mich ablehnen, sie werden irgendwann weiterziehen und mich vergessen. Aber für mich könnte das hier der Moment sein. Wenn ich den verpasse, bleibe ich blind. Und das ist im Moment wirklich keine Option. Also ruft er und ruft und ruft und ruft und wird erhört.</p>



<p>Er spürt, wie Menschen ihn hochheben, ihn tragen, sein Puls steigt, sein Herz rast. Dann die entscheidende Frage aus Jesus Mund: &#8222;Was willst du, dass ich für dich tun soll?&#8220;</p>



<h4 class="wp-block-heading">Jonathan Almontes und Hoffnung</h4>



<p>Jonathan Almontes stammt aus der Dominikanischen Republik in Santo Domingo. Inmitten von absoluter Armut ist er geboren und glaubte lange Zeit, dass es für immer so bleiben würde. Jonathan war ein weiterer Sprecher auf dem Willow Creek Kongress. Er arbeitet bei Compassion und sprach darüber, verwurzelt zu sein in Hoffnung.</p>



<p>Jonathan wuchs bei seiner alleinerziehenden Mutter auf und manchmal hungerte er tagelang, weil er kein Essen hatte, weil sie zu arm waren, um Essen zu kaufen. Und in seiner Gegend da erzählte er, da gab es viele Gangs, die sich mit Gewalt das holten, was er selber gerne hätte. Genug zu essen, schöne Kleidung, ein Leben mit Perspektive.</p>



<p>Und Jonathan erzählte, wie er zu diesen Gangs aufschaute, wie er davon träumte, einmal Teil von ihnen zu sein, weil sie das zu haben schien, was er brauchte und wollte. Und natürlich wurde er mit diesem Blick auch gewalttätig. Natürlich brodete in brodelte in ihm Wut.</p>



<p>Und er erzählte am Freitag auf der Bühne, wenn ihn damals jemand gefragt hätte, was er wirklich braucht im Leben, dann hätte er geantwortet: Pizza und schöne Sneakers, denn er war überzeugt davon, das war ja was ihm fehlte, dazu zugehören, zu sein wie die anderen, angepasst, gut gekleidet, gut genährt, ein Teil der Gesellschaft.</p>



<h4 class="wp-block-heading">„Herr, dass ich sehen kann“</h4>



<p>Als Jesus den blinden Mann fragte, was willst du, dass ich dir tue? Da antwortete er: &#8222;Herr, dass ich sehen kann.&#8220;</p>



<p>Nachvollziehbar, ehrlich, logisch, irgendwie auch richtig.</p>



<p>Jonathan sagte am Freitag, jetzt in der Retrospektive kann er sagen, was er wirklich brauchte, war Jesus. Jesus, der ihm seine Fehler vergab, der ihn frei machte von seiner Wut, der ihm echte Perspektive schenkte, der aus ihm einen Mann machte, der ehrenvoll war, gut lebte, gut handelte, Jesus, der seine inneren Kämpfe stillte und beendete.</p>



<p>Jesus antwortet dem blinden Mann: &#8222;Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen.&#8220;</p>



<h4 class="wp-block-heading">Kyrie Eleison</h4>



<p>Deine Sehekraft wiederzubekommen, war das eine. Teil der Gesellschaft zu werden, war das eine. Wieder Geld verdienen und Essen zu haben, war das eine. Aber sein Glaube, sein Kyri Elon, sein Herr erbarme dich über mir, das</p>



<p>war das First Thing für den blinden Mann.</p>



<p>Und wieder wage ich einen Blick in mein eigenes Leben hinein. Was glaube ich gerade zu brauchen? Wonach strebe ich? Was wünsche ich mir? Wofür bete ich? Worum bitte ich?</p>



<p>Und wie würde mein Gebet aussehen, wenn mein Kyrie Elison nicht meine Wünsche und Vorstellungen beinhalten würde, sondern Gottes?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Worte der Bibel</h4>



<p>Ich sage es wieder mit Worten der Bibel.</p>



<p>Jesaja 1:17. Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Weisen Recht, führt der Witwin Sache. </p>



<p>Matthäus: Barmherzigkeit will ich und keine Opfer. </p>



<p>Jeremia: Suche der Stadt Bestes. </p>



<p>Micha: Halte Gottes Wort und übe Liebe und sei demütig vor deinem Gott </p>



<p>&#8230;und so weiter und so fort. Ich könnte noch tausende Bibelstellen anführen. Die ganze Bibel ist voll mit Wünschen, mit Klagen, mit Sehnsüchten unseres Gottes für unsere Welt.</p>



<p>Und ich frage mich, wie würde unsere Welt aussehen, wenn diese Wünsche, diese Klagen, diese Sehnsüchte in meinem Kürie Elason, in meinem Herr Erbarme dich stecken würden. Wie würde unsere Welt aussehen, wenn das auch meine ersten Dinge wären?</p>



<h4 class="wp-block-heading">Weitere Perspektiven – und der Rahmen des Gottesdienstes</h4>



<p>In der Bibelgeschichte, in unserem Predigtext heute gibt es noch ganz viele andere Perspektiven. Es gibt noch Jesus, es gibt noch die Menschenmenge. Ich könnte noch andere Perspektiven beleuchten und aufzeigen, was es bedeuten kann, welchen Unterschied es macht, wenn wir die ersten Dinge an die erste Stelle setzen.</p>



<p>Aber ich glaube, dass es den Rahmen des heutigen Gottesdienstes etwas sprengen würde.</p>



<p>Der heutige Predigttext ist voll von Missverständnissen, von kleinen Pannen und großen Fehlern, von der Suche nach den falschen Dingen und dem finden der Richtigen. Und die Fragen, die ich uns heute Nachmittag gestellt habe, sind nicht ganz leicht zu beantworten, weil sie uns herausfordern, hinter unserer eigenen Kulissen zu schauen, wirklich ehrlich mit uns zu sein und den Gedanken zuzulassen, dass wir wohl immer noch ein bisschen demütiger, ein bisschen ehrlicher, ein bisschen gnädiger mit uns selbst und auch mit den Menschen um uns herum sein müssten.</p>



<p>Und ich spüre, dass mich dieser Anspruch, die richtigen Dinge an die erste Stelle zu setzen und auch die Angst vor dem Balken in meinem eigenen Auge mich manchmal zu leben scheinen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Lukas als Erzähler</h4>



<p>Und deswegen möchte ich zum Schluss noch einen letzten Charakter kurz beleuchten, der mir persönlich erst ganz ganz spät in den Sinn gekommen ist. Es ist die Perspektive des Erzählers der Geschichte, der Autor des Lukasevangeliums und damit auch der Autor der Apostelgeschichte.</p>



<p>Die Geschichte der Heilung des Blinden habe ich ja vorhin schon kurz erwähnt, steht noch in zwei anderen Evangelien, nämlich in Markus und im Matthäuseum. Und aufgrund der Datierung der Schriften wissen wir, dass Lukas der letzte war, der diese Geschichte aufschrieb und die Schriften aus Matthäus und Markus als Vorlage nutzte.</p>



<p>Aber Lukas macht in seinem Evangelium einen entscheidenden Unterschied zu den anderen beiden. Und das ist etwas, was mich sehr berührt hat am Ende.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Theozentrik</h4>



<p>Lukas, also der Autor des Lukasevangeliums hat eine unwahrscheinliche Theozentrik in seinen Schriften. Das bedeutet, Gott steht im Mittelpunkt. Alles in seinen Schriften dreht sich um den einen Gott.</p>



<p>Das Ansprechen Gottes als Höchster, als Herr oder als Gott. Also diese Begriffe für Gott in der Bibel, in den in den Evangelien findet man bei Markus 48 mal, bei Matthäus 51, bei Johannes 83 mal, bei Lukas 290 mal.</p>



<p>Das Lukasvangelium betont Gott als höchsten, als Herrn viel viel viel öfter als die anderen Evangelien. Und dazu kommen dann noch Namenquivalente Gebrauch von Wörtern wie mächtiger, Retter, Herr, Gebieter.</p>



<p>Und die Beschreibung von Gott als heilig findet sich bei Markus 7 mal, bei Matthäus 10 mal, bei Johannes 5 mal, im Lukasevangelium 73 mal.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gott als Vater</h4>



<p>Das zentrale Thema des Lukas Lukasevangeliums ist Gott selbst. Der Gott, den Jesus Vater nennt. Schon als Zwölfjähriger spricht Jesus von meinem Vater und auch am Kreuz betet er dann zu seinem Vater.</p>



<p>Gott als Vater ist das Zentrum von Jesus Gebet, von seinem Selbstverständnis, seiner Verkündigung, seiner Ethik. Wenn Jesus betet, dann nennt er Gott Vater. Wenn er über sich selbst spricht, spricht er von seinem Vater. Wenn er erklärt, wie Menschen leben sollen, verweist er auf den Vater. Und wenn er Gleichnis erzählt, z.B. das vom verlorenen Sohn, dann zeigt er, wie dieser Vater im Himmel ist. barmherzig.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Erste Dinge im Leben des Lukas</h4>



<p>Die ersten Dinge im Leben des Autors des Lukasevangeliums ist Gott in seiner Herrlichkeit, in seiner Heiligkeit, seiner Macht, seiner Barmherzigkeit, seiner Liebe.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zweite Dinge werden hinzugetan</h4>



<p>Wann immer du oder ich also mal wieder daran scheitern sollten, an diesem Anspruch, die ersten Dinge auf der ersten Stelle zu lassen, dürfen wir wissen, solange Gott das Zentrum bleibt, solange Gott an erster Stelle bleibt, werden uns die zweiten Dinge hinzugetan.</p>



<p>Wenn wir das erste an die erste Stelle setzen, dann kommt das zweite hinzu. Wenn wir das zweite an die erste Stelle setzen, werden wir beides verlieren. So sagte es Louis. So wiederholte es Mindy vor drei Tagen und so gebe ich es euch heute weiter in der Hoffnung, dass ihr die Frage des Gottesdienstes QMI, wer bin ich mit der Perspektive beantworten könnt, ich bin ein Teil von etwas Größerem, Teil einer Weltmission, Teil einer Gemeinschaft, die Landesgrenzen überschreigt. überschreitet auch Grenzen meiner eigenen Vorstellung. Ich bin Teil einer Liebe, die mich annimmt, freimacht und mir ewiges Leben schenkt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Lasst uns gemeinsam beten</h4>



<p>Jesus selbst im Angesicht deines Todes</p>



<p>gehst du an einem Mann vorbei, der leidet und du bleibst stehen. Du hörst hin. Selbst im Angesicht deines Todes verlierst du deine ersten Dinge nicht aus dem Blick.</p>



<p>Selbst im Angesicht deines eigenen Todes wendest du dich uns zu.</p>



<p>Und manchmal können wir nicht begreifen, was das bedeutet. Manchmal können wir nicht annehmen, was das heißt.</p>



<p>Manchmal scheitern wir daran, es gleich zu tun.</p>



<p>Und dann dürfen wir wissen, dass du uns vergibst.</p>



<p>Dann dürfen wir wissen, dass wir auf dich schauen können, von dir lernen können. Dann dürfen wir wissen, dass du selbst deinen Jüngern, denen, die dich verraten haben, denen, die dich geleugnet haben, denen, die eingeschlafen sind, dass du auch für sie am Kreuz starbst und ihnen vergeben hast.</p>



<p>Jesus, ich bete, dass wir in den kommenden Wochen mit dem Blick auf Ostern gerichtet begreifen und verstehen, was dein Leiden, dein Sterben, deine Auferstehung bedeuten. Lass uns nicht blind im Herzen sein, wie die Jünger es vielleicht an der oder anderen Stelle waren,</p>



<p>sondern lass uns verstehen, lass es neu in unser Herz sinken</p>



<p>und hilf uns, hilf uns dabei herauszufinden, was unsere ersten Dinge sind und was die zweiten sind. Hilf uns zu unterscheiden. Gib uns Weisheit, das voneinander zu trennen und gib uns Weisheit die richtigen Dinge an die erste Stelle zu setzen. Und Herr, du versprichst, wenn wir dich darum bitten, dann wirst du auun, dann wirst du schenken, dann wirst du Berge versetzen. Du hörst unser Flehen, du hörst unser Schrein, du hörst unser Kyrielon.</p>



<p>Du heilst uns. Das ist was wir glauben. Das ist was wir proklamieren. Das ist wofür wir in dieser Welt leben. Mit diesen Glauben an dich, an deine Wunder, an deine Werke. Und ich bete, dass du uns hilfst, das zu sehen, daran zu glauben, daran festzuhalten, wann immer es gerade schwer ist.</p>



<p>Und Jesus, ich bete für unsere Bitten, unsere Klagen, unsere Sehnsüchte, dass du in all das hineinkommst, dass es deine Wünsche, deine Vorstellungen sind, dass wir deine Gebete sprechen.</p>



<p>Jesus, wir bitten um Vergebung, dort wo wir die falschen Dinge an erster Stelle gesetzt haben.</p>



<p>Und wir nehmen dankend an, dass du uns neu machst, frei machst, vergibst</p>



<p>und all das, unser Bitten, unser Danken, unser Flehen legen wir in das Gebet, dass du uns gelehrt hast. Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.</p>
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		<title>Iss die Schriftrolle – Gottes Wort verinnerlichen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Feb 2026 08:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus. Amen. Der Predigttext für diesen Sonntag steht im Alten Testament, im Buch&#160;Hesekiel&#160;(auch Ezechiel genannt), Kapitel 2, Verse 1–5 und 8–10 sowie Kapitel 3, Verse 1–3 – ein etwas zusammengestellter Text, der es aber in sich hat: Der Herr sprach zu mir: „Du Menschenkind, stelle dich auf deine Füße, so will ich mit dir reden.“Und als er so mit mir redete, kam der Geist in mich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.</p>



<p>Der Predigttext für diesen Sonntag steht im Alten Testament, im Buch&nbsp;<strong>Hesekiel</strong>&nbsp;(auch Ezechiel genannt), Kapitel 2, Verse 1–5 und 8–10 sowie Kapitel 3, Verse 1–3 – ein etwas zusammengestellter Text, der es aber in sich hat:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-small-font-size">Der Herr sprach zu mir: „Du Menschenkind, stelle dich auf deine Füße, so will ich mit dir reden.“<br>Und als er so mit mir redete, kam der Geist in mich und stellte mich auf meine Füße, und ich hörte dem zu, der mit mir redete.<br>Und er sprach zu mir: „Du Menschenkind, ich sende dich zu den abtrünnigen Israeliten, zu den Völkern, die von mir abtrünnig geworden sind. Sie und ihre Väter haben sich bis auf diesen heutigen Tag gegen mich aufgelehnt.<br>Die Kinder, zu denen ich dich sende, haben harte Köpfe und verstockte Herzen. Zu denen sollst du sagen: So spricht Gott der Herr.<br>Sie gehorchen oder lassen es – denn sie sind ein Haus des Widerspruchs –, dennoch sollen sie wissen, dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist.<br>Aber du, Menschenkind, höre, was ich dir sage, und widersprich nicht wie das Haus des Widerspruchs. Tu deinen Mund auf und iss, was ich dir geben werde.“<br>Und ich sah, und siehe, da war eine Hand gegen mich ausgestreckt, die hielt eine Schriftrolle. Die breitete sie aus vor mir, und sie war außen und innen beschrieben; und darin stand geschrieben: „Klage, Ach und Weh.“<br>Und er sprach zu mir: „Du Menschenkind, iss, was du vor dir hast; iss diese Schriftrolle und geh hin und rede zum Hause Israel.“<br>Da tat ich meinen Mund auf, und er gab mir die Rolle zu essen und sprach zu mir: „Du Menschenkind, gib deinem Bauch zu essen und fülle dein Inneres mit dieser Schriftrolle, die ich dir gebe.“<br>Da aß ich sie, und sie war in meinem Munde so süß wie Honig.</p>
</blockquote>



<p>Der Herr segne an uns sein Wort. Amen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Einverleibt – und nicht mehr zu nehmen</h4>



<p>Ich erinnere mich an eine Szene aus dem Film&nbsp;<em>Die Feuerzangenbowle</em>. Der Hauptprotagonist Pfeiffer erlebt – als Erwachsener verkleidet – noch einmal die Schulzeit. Als der Lehrer droht, mit einem Zettel zum Direktor zu gehen, auf dem der Name seiner geliebten Eva steht, stopft sich Pfeiffer kurzerhand den Zettel in den Mund. Er kaut ihn gründlich durch und schluckt ihn herunter – sicher nicht schmackhaft.</p>



<p>Und doch: Der Effekt ist für ihn süßer als Honig.<br>Was er sich einverleibt hat, kann ihm niemand mehr nehmen.</p>



<p>Auch Hesekiel muss erst einmal verdauen, was er da isst. Sieben Tage, so heißt es im Anschluss an unseren Predigttext, sitzt er stumm und verstört bei seinen in die Fremde deportierten Landsleuten an den Flüssen Babylons. Er hört ihre Klage, spürt seine eigene Zerrissenheit, kaut innerlich auf Gottes Wort herum – unfähig, etwas zu sagen.</p>



<p>Erst nach sieben Tagen beginnt Gottes Wort in ihm zu wirken. Es entfaltet sich, drängt nach außen – und er spricht mit Überzeugung, mit Kraft, aus tiefstem Herzen. So spricht einer, der etwas wirklich verinnerlicht hat.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Wirklich verstanden?</h4>



<p>Das kenne ich auch: Wenn ich etwas wirklich verinnerlicht habe, dann kann ich daraus schöpfen. Manche Grundüberzeugungen haben sich so tief eingebrannt – die habe ich regelrecht „gefressen“. Sie prägen mein Leben.</p>



<p>Schon in der Schule hieß es: „Erklärt euch gegenseitig den Stoff. Dann merkt ihr, ob ihr es wirklich verstanden habt.“ In dem Moment, in dem ich etwas erklären will, zeigt sich: Habe ich es nur gehört – oder wirklich aufgenommen?</p>



<p>Ähnlich ist es beim Verkaufen. Man merkt meist schnell, ob jemand selbst von dem überzeugt ist, was er anbietet. Auf Dauer kann niemand glaubwürdig etwas vertreten, von dem er innerlich nicht überzeugt ist.</p>



<p>Und wie viel mehr gilt das für den Glauben?<br>Der Glaube, den ich verinnerlicht habe, trägt mich, wenn es hart auf hart kommt. Die Glaubenspraxis, die ich in guten Zeiten einübe, gibt mir Halt, wenn alles wankt.</p>



<p>Ich erlebe manchmal schwer demenzkranke Senioren, die alte geistliche Lieder Strophe um Strophe mitsingen können – in der Jugend gelernt, immer wieder gesungen, verinnerlicht. Heute sind diese Lieder ein Stück fester Boden in einer entgleitenden Welt.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Haus des Widerspruchs</h4>



<p>Hesekiel wird es schwer haben. Gott schickt ihn in ein „Haus des Widerspruchs“. Ein starkes Bild.</p>



<p>Nicht einzelne Menschen widersprechen – das kennen wir alle. Widerspruch kann sogar heilsam sein. Aber ein ganzes Haus des Widerspruchs? Ein Umfeld, in dem man spürt: Hier ist alles gegen dich?</p>



<p>Menschen mit harten Köpfen und verstockten Herzen.<br>Das wird ein hartes Pflaster für Gottes Bodenpersonal.</p>



<p>Darum sagt Gott zuerst:<br>„Stelle dich auf deine Füße.“<br>Ich brauche dich standhaft. Aufrecht. Bereit, mir von Angesicht zu Angesicht zu begegnen.</p>



<p>Gott bereitet seinen Propheten auf Misserfolg vor. Seine Botschaft wird oft abprallen. Und doch soll er gehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Der Sämann – trotz allem</h4>



<p>Mir kommt das Gleichnis vom Sämann in den Sinn. Auch er erlebt, dass viel von dem, was er sät, verloren geht – auf steinigem Boden, unter Dornen, von Vögeln gefressen. Und doch sät er weiter.</p>



<p>Diese unbeirrbare Hoffnung beeindruckt mich. Zwischen all den Misserfolgen bahnt sich Gottes Reich seinen Weg. Ein Teil der Saat geht auf – und trägt hundertfach Frucht.</p>



<p>Ob ein Mensch wirklich zu dem steht, was er sagt, zeigt sich oft erst, wenn es ihn etwas kostet.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Glauben einüben</h4>



<p>Ich bin dankbar, in einer Zeit zu leben, in der ich meinen Glauben frei bekennen kann. Das war nicht immer selbstverständlich. In der DDR konnte ein offenes Bekenntnis durchaus Bildungs- und Berufschancen kosten.</p>



<p>Heute erleben wir vielleicht weniger offenen Widerstand, eher Gleichgültigkeit. Aber auch das hat seine Tücken. Wer nie gezwungen ist, Position zu beziehen, bleibt leicht im Ungefähren.</p>



<p>Regelmäßige Glaubenspraxis tut gut.<br>Gebet, Gottesdienst, Austausch – das sind keine Nebensächlichkeiten. Wer seinen Glauben nicht immer wieder „zu sich nimmt“, der verinnerlicht ihn nicht wirklich.</p>



<p>Es tut uns gut, das einzuüben. Wer auf einem festen Fundament steht, ist widerstandsfähiger – geistlich und menschlich.</p>



<p>Wer weiß, welche Herausforderungen kommen? Persönlich oder gesellschaftlich? Vielleicht werden Zeiten kommen, in denen christliche Nächstenliebe nicht mehr selbstverständlich ist. Vielleicht werden wir uns wieder in einem „Haus des Widerspruchs“ wiederfinden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Süß wie Honig</h4>



<p>Darum will ich die Rolle essen.<br>Auch wenn darauf „Klage, Ach und Weh“ steht – auf ihr steht auch von Jesus Christus geschrieben: vom Brückenbauer, vom Retter, vom, der ausgrenzt nicht, sondern hereinholt. Von seiner Liebe zu mir und zu jedem Menschen.</p>



<p>Diese Schriftrolle will ich verinnerlichen.<br>Immer wieder darin lesen. Sie wirken lassen.<br>Sie – wie Hesekiel – süß wie Honig schmecken.</p>



<p>Wir feiern Abendmahl. Wir nehmen Christus in Brot und Traubensaft in uns auf. Wir vergewissern uns der Gemeinschaft mit Gott und mit der weltweiten Kirche aller Zeiten.</p>



<p>Wir tanken Glauben.<br>Wir stellen uns auf unsere Füße.<br>Und wir vertrauen: Gottes Reich wird sich am Ende durchsetzen.</p>



<p>Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.</p>



<p></p>
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		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">28114</post-id>	<dc:creator>info@imagine03.de (imagine03.de)</dc:creator><itunes:explicit>no</itunes:explicit><itunes:subtitle>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus. Amen. Der Predigttext für diesen Sonntag steht im Alten Testament, im Buch&amp;#160;Hesekiel&amp;#160;(auch Ezechiel genannt), Kapitel 2, Verse 1–5 und 8–10 sowie Kapitel 3, Verse 1–3 – ein etwas zusammengestellter Text, der es aber in sich hat: Der Herr sprach zu mir: „Du Menschenkind, stelle dich auf deine Füße, so will ich mit dir reden.“Und als er so mit mir redete, kam der Geist in mich [&amp;#8230;] Der Beitrag Iss die Schriftrolle – Gottes Wort verinnerlichen erschien zuerst auf IMAGINE.</itunes:subtitle><itunes:author>imagine03.de</itunes:author><itunes:summary>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus. Amen. Der Predigttext für diesen Sonntag steht im Alten Testament, im Buch&amp;#160;Hesekiel&amp;#160;(auch Ezechiel genannt), Kapitel 2, Verse 1–5 und 8–10 sowie Kapitel 3, Verse 1–3 – ein etwas zusammengestellter Text, der es aber in sich hat: Der Herr sprach zu mir: „Du Menschenkind, stelle dich auf deine Füße, so will ich mit dir reden.“Und als er so mit mir redete, kam der Geist in mich [&amp;#8230;] Der Beitrag Iss die Schriftrolle – Gottes Wort verinnerlichen erschien zuerst auf IMAGINE.</itunes:summary><itunes:keywords>Predigten, Podcast, Kirche, Evangelisch-Lutherisch, Glauben, Hoffnung, Liebe, Impulse, Großgrabe, Imagine, Gemeinde, Inspiration, Spiritualität, Grossgrabe</itunes:keywords></item>
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		<title>Menschen stärken– Lebendige Steine in Gottes Haus</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/menschen-staerken-lebendige-steine-in-gottes-haus/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 15:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Genau, es wurde ja schon angekündigt, dass das heute der letzte Teil ist von diesen Visionspredigten, von dem, was wir da gemeinsam als Gemeinde entwickelt haben, unter der Überschrift&#160;„Gemeinde mit Strahlkraft“. Und das Thema, was heute ist, ist das Thema&#160;Menschen stärken. Es haben sich ja Menschen Gedanken gemacht über die Vision und hatten auch einen Bibeltext zugrunde gelegt, und den habe ich natürlich auch genommen, den ich dort gefunden habe in den Unterlagen. Den könnt ihr hier mitlesen. Ich lese [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Genau, es wurde ja schon angekündigt, dass das heute der letzte Teil ist von diesen Visionspredigten, von dem, was wir da gemeinsam als Gemeinde entwickelt haben, unter der Überschrift&nbsp;<strong>„Gemeinde mit Strahlkraft“</strong>.</p>



<p>Und das Thema, was heute ist, ist das Thema&nbsp;<strong>Menschen stärken</strong>.</p>



<p>Es haben sich ja Menschen Gedanken gemacht über die Vision und hatten auch einen Bibeltext zugrunde gelegt, und den habe ich natürlich auch genommen, den ich dort gefunden habe in den Unterlagen. Den könnt ihr hier mitlesen. Ich lese ihn euch einmal vor aus der Luther-Übersetzung. Es ist&nbsp;<strong>Erster Petrusbrief&nbsp;2,1–10</strong>:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">„Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Haus und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.<br>Darum steht in der Schrift: Ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.<br>Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die aber, die nicht glauben, ist er der Stein, den die Bauleute verworfen haben; der ist zum Eckstein geworden und ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses.<br>[…]<br>Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, damit ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht.<br>Ihr, die ihr einst nicht sein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid.“</p>
</blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Ablegen</h3>



<p>Der Text hat schöne Bilder, total viele Bilder. Und ich habe das noch mal so ein bisschen zusammengefasst, wie das hier eigentlich losgeht.</p>



<p>Es geht los mit dem, was wir alles&nbsp;<strong>ablegen</strong>&nbsp;sollen. Ganz am Anfang steht, was wir ablegen sollen.</p>



<p>Ich habe mir das so vorgestellt: schlechte Eigenschaften ablegen, Sachen ablegen, die einem nicht gefallen. Das ist eigentlich so, wie wenn ich am Wochenende auf einer Baustelle war, gearbeitet habe und mit verdreckten Klamotten nach Hause komme, nach Schweiß stinke und einfach super dreckig bin. Dann gehe ich nicht ins Wohnzimmer und setze mich aufs Sofa. Ich werde mich auch nicht so ins Bett legen.</p>



<p>Ich muss erst mal ablegen: Ich ziehe die Schuhe aus, ich ziehe die Klamotten aus, ich wasche mich, ich mache mich sauber, dass ich wieder gut aussehe. Und erst wenn ich geduscht bin, gehe ich rein und setze mich gemütlich aufs Sofa. Nicht vorher, sondern erst, wenn ich sauber bin.</p>



<p>Das ist so das, was hier auch steht: Wir sollen ablegen – Bosheit, Betrug, Heuchelei, Neid, böses Gerede. Und das sind Themen, die gerade in unserer Welt sehr präsent sind. Oder die bei mir selber aufploppen, wie das Thema Neid, oder andere Dinge, die sich in meinem Kopf breitmachen.</p>



<p>Wenn man es genauer nimmt, ist das eigentlich eine Schwäche, wenn ich da drin hänge. Und unser Thema ist ja „Menschen stärken“. Um Menschen zu stärken, gibt es erst einmal diese Schwächen, die wir haben und die immer wieder kommen.</p>



<p>Wenn wir schwach sind, dann gewinnen diese schwierigen Eigenschaften an Kraft in uns. Und die sollen wir ablegen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Identität in Jesus Christus</h3>



<p>Ich habe das noch weitergedacht: Ablegen, sauber machen, duschen – das ist auch so ein Bild für die Taufe.</p>



<p>Die Taufe ist ja dieser Schritt, dass wir zu Jesus gehören. Das Zeichen, dass Sünde abgewaschen ist und dass wir damit eine neue Identität in Jesus Christus finden.</p>



<p>Wir haben als Untervers unter „Menschen stärken“ gesetzt:<br><strong>Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen ihre Identität in Jesus Christus entdecken.</strong></p>



<p>Das ist diese neue Identität, die Jesus für uns vorgesehen hat.</p>



<p>Und trotzdem merke ich: Der alte Mensch kommt bei mir ganz oft wieder vor. Alte Muster. Gerade das Thema Neid ist bei mir immer wieder da, wo ich reinrutsche.</p>



<p>Das heißt: Nicht nur ich brauche das, sondern wir brauchen das immer wieder – dieses Freiwerden davon, dieses Ablegen, um Jesus nachzufolgen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Nahrung: Gottes Wort</h3>



<p>Dann kommt in dem Text, dass wir uns nach der lauteren Milch sehnen sollen wie neugeborene Kinder – also nach dem Wort Gottes.</p>



<p>Das ist das, was uns Nahrung gibt. Wir sollen begierig sein nach Gottes Wort, weil es uns beschreibt, wie gut Gott ist. Von der Schöpfung über die Geschichte Israels, über Kreuz, Tod und Auferstehung bis hin zur Sendung des Heiligen Geistes.</p>



<p>Gott hat Gutes mit uns vor. Und daran sollen wir uns erinnern.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Lebendige Steine</h3>



<p>Dann geht der Text weiter und redet von lebendigen Steinen.</p>



<p>Das Wichtigste ist: Gott ist die Grundlage, das Fundament. Und wir sollen lebendige Steine werden, weil er sein Lebenshaus – seine Gemeinde – damit bauen will.</p>



<p>Wenn man einen stabilen Turm bauen will, dann setzt man die Steine versetzt. Wenn man einfach nur schnell hochbaut, ist es nicht stabil. Stabil wird es durch Reibung, durch engen Kontakt.</p>



<p>So ist es auch in der Gemeinde. Wir sehen unterschiedlich aus. Unterschiedliche Persönlichkeiten, unterschiedliche Meinungen. Aber wir haben ein Fundament: Jesus.</p>



<p>Reibung und Stabilität entstehen, wenn wir eng zusammenstehen. Wenn wir nur wenig miteinander zu tun haben, bekommen wir nicht viel mit. Wenn wir eng beieinander sind, merken wir, wenn einer fehlt, wenn es jemandem schlecht geht.</p>



<p>Und das sorgt dafür, dass wir einander stärken können.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Aufeinander achten</h3>



<p>Mir ist das als Hauskreisleiter passiert, dass ich gemerkt habe: Jemand war ganz lange nicht da. Und ich habe Wochen gebraucht, bis ich nachgehakt habe. Das fällt mir schwer.</p>



<p>In meiner Arbeit in der Diakonie hatte ich ein Gespräch mit einem Mann um die 80. Es ging um eine Patientenverfügung. Irgendwann kam die Frage, ob er geistlichen Beistand wünscht. Er sagte: „Nein, ich bin aus der Kirche ausgetreten.“</p>



<p>Er erzählte, seine Mutter sei jahrelang treu in der Gemeinde gewesen. Als sie krank wurde und nicht mehr kommen konnte, kam niemand vorbei. Niemand fragte nach.</p>



<p>Das hat ihn so verletzt, dass er gesagt hat: Damit möchte ich nichts mehr zu tun haben.</p>



<p>Und ich habe gedacht: Wie bitter wäre das, wenn das bei uns so wäre.</p>



<p>Wir müssen aufeinander achten. Reibung zulassen. Nähe zulassen. Nachfragen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Priester sein – im Alltag</h3>



<p>Der Text geht weiter: Wir sollen geistliche Opfer bringen. Wir sollen Priester werden.</p>



<p>Das heißt: Wir bleiben nicht im Wohnzimmer. Wir gehen wieder raus in die Welt.</p>



<p>In der Vision steht:<br><strong>Wir rüsten Menschen zur Nachfolge aus, damit sie im Alltag prägend unterwegs sein können.</strong></p>



<p>Das heißt konkret: helfen, wenn jemand Not hat; geben; Konflikte klären; nicht übereinander reden, sondern miteinander; Verantwortung übernehmen.</p>



<p>So bauen wir Gottes Haus.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Jesus – der Eckstein</h3>



<p>Jesus ist der Eckstein, das Fundament. Man kann auf ihm bauen – oder über ihn stolpern.</p>



<p>Unsere Gemeinschaft unterscheidet sich von anderen Gemeinschaften dadurch, dass wir dieses Fundament haben: Jesus Christus.</p>



<p>Er hält uns zusammen, selbst bei unterschiedlichen Meinungen. Und das ist etwas Besonderes.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Einladung und Erinnerung</h3>



<p>Vielleicht liest du das und denkst: Ich habe gar keine Beziehung zu Jesus.</p>



<p>Dann lade ich dich ein, weiterzukommen, Fragen zu stellen, Gemeinschaft zu erleben.</p>



<p>Oder du bist schon lange unterwegs mit Jesus und kennst dieses Hin und Her, dieses Vergessen, dieses Müdesein. Dann komm immer wieder zurück. Gottes Wort ist wie Muttermilch – wir brauchen es.</p>



<p>Am Ende habt ihr alle einen Stein bekommen. Vielleicht fällt dir jemand ein, der fehlt. Schreib den Namen darauf. Bete. Frag nach.</p>



<p>Mir fällt das schwer. Vielleicht seid ihr besser darin.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Herr, ich danke dir, dass du bei uns bist, dass du uns deinen Segen schenkst und dass du uns zu lebendigen Steinen zusammenfügst als Gebäude.</p>



<p>Bitte segne die Gespräche, die entstehen.</p>



<p>Amen.</p>



<p></p>
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		<item>
		<title>„Geht’s raus und spielt Fußball!“ – Über Gnadengaben, Training und Teamgeist</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/gehts-raus-und-spielt-fussball-ueber-gnadengaben-training-und-teamgeist/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 25 Jan 2026 08:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Denn wie wir in einem Leib viele Glieder haben, aber die Glieder nicht alle dieselbe Tätigkeit haben, so sind wir die vielen ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder voneinander. Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, nach der uns gegebenen Gnade, so lasst uns sie gebrauchen. Es sei Weissagung in der Entsprechung zum Glauben, es sei Dienst im Dienen, es sei der Lehrt in der Lehre, es sei der, der ermahnt in der Ermahnung, der abgibt in Vielfalt, der vorsteht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">„Denn wie wir in einem Leib viele Glieder haben, aber die Glieder nicht alle dieselbe Tätigkeit haben, so sind wir die vielen ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder voneinander. Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, nach der uns gegebenen Gnade, so lasst uns sie gebrauchen. Es sei Weissagung in der Entsprechung zum Glauben, es sei Dienst im Dienen, es sei der Lehrt in der Lehre, es sei der, der ermahnt in der Ermahnung, der abgibt in Vielfalt, der vorsteht mit Fleiß, der Barmherzigkeit übt mit Freudigkeit.“ (Römer 12,4–8)</p>
</blockquote>



<p>Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber als ich diesen Text das erste Mal gelesen habe – oder auch immer wieder, denn es ist ja ein sehr bekannter Predigt- und Bibeltext – entstand in meinem Kopf immer folgendes Szenario: Die Gemeinde ist ein Körper, der Christus widerspiegelt, und ich bin ein Glied daran.</p>



<p>Vielleicht ein Arm, weil ich gerne anpacke. Vielleicht ein Ohr, weil ich gern zuhöre. Vielleicht ein Bein, weil ich Ausdauer habe, oder ein Mund, weil ich gern singe oder predige. In meinem Kopf rattert dann immer ein kurzer Gaben-Check: Was hat Gott eigentlich in mich hineingelegt?</p>



<p>An dieser Stelle hören die meisten Gedanken, die ich mir um diesen Bibelvers gemacht habe, aber auch wieder auf. Und es ist ja auch nicht ganz falsch. Denn wenn wir nur Vers 4 und 5 betrachten würden, in denen es heißt:</p>



<p>„Denn wie wir in einem Leib viele Glieder haben, aber die Glieder nicht alle dieselbe Tätigkeit haben, so sind wir die vielen ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder voneinander.“</p>



<p>Liest man nur das, ist es nicht falsch, an dieser Stelle den Gedankengang zu beenden. Aber unser Predigttext heute Morgen ist eben noch ein paar Verse länger.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Sind wir festgelegt?</h3>



<p>Obwohl ich im Studium gelernt habe, dass man, wenn der Text bereits ein Bild vorgibt, am besten bei diesem Bild bleibt, möchte ich es heute etwas anders machen. Ich glaube nämlich, dass das Bild dieses Textes missverstanden werden kann. Missverstanden, weil es den Eindruck vermitteln kann, wir wären festgelegt – festgelegt auf die eine Gabe, die Gott irgendwann einmal zu unserer Geburt in uns hineingelegt hat.</p>



<p>Ich überspitze einmal: Wenn du gut mit Kindern kannst, dann ist es gesetzt, dass du im Kindergottesdienst, in der Regenbogenstraße, im Korendo oder im Familiengottesdienst mitmachst. Ob dir das Spaß macht, völlig egal – du machst das nämlich auch ohne Spaß ganz super.</p>



<p>Anderes Beispiel: Wenn du ein halbwegs guter Handwerker bist, dann hast du hier zu sein, wenn wir das Dach neu decken, wenn wir die Balken abschleifen, wenn die Tische kaputt sind, das Stuhlbein wackelt, der Ofen nicht funktioniert, der Kühlschrank ausfällt – die Liste ist noch sehr lang, glaubt mir. Egal, ob du Rücken hast und dir Heben eigentlich schwerfällt – dein Dienst ist es, weil du machst das auch unter Schmerzen ganz prima.</p>



<p>Ich hoffe, ihr wisst, wie ich das meine. Das Bild vom Leib und den Gliedern kann uns den Eindruck vermitteln, wir wären auf das eine Körperteil festgelegt. Aber ich glaube nicht, dass das ist, was der Text meint.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Was sind Gnadengaben?</h3>



<p>Schauen wir genauer hin: Der Text spricht nicht nur von deinem Talent, Kinderbücher vorzulesen, Bänke zu reparieren oder Bach-Kantaten zu trällern. In Vers 6 heißt es, wir haben von Gott Gnadengaben empfangen. Auf Griechisch steht dort das Wort „Charisma“.</p>



<p>Charisma heißt: eine von Gott wohlwollend gespendete Gabe. Ein Gnadengeschenk, das uns dazu befähigt, ihm zu dienen.</p>



<p>Diese Gnadengaben gab es bereits im Alten Testament. Eine solche Gnadengabe war zum Beispiel die besondere Stellung des Volkes Israel unter allen anderen Völkern. Das war eine Gnadengabe, die Gott bereits im Alten Testament zugesprochen und geschenkt hatte.</p>



<p>Im Neuen Testament lesen wir beispielsweise von der Errettung aus Todesgefahren oder vom Gnadengeschenk der Erlösung.</p>



<p>Ich springe mit uns in 1. Korinther 12,8–10:</p>



<p>„Dem einen wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben, dem anderen ein Wort der Erkenntnis durch denselben Geist, einem anderen Glaube in demselben Geist, einem anderen die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist, einem anderen die Kraft, Wunder zu tun, einem anderen prophetische Rede, einem anderen die Gabe, die Geister zu unterscheiden, einem anderen mancherlei Zungenrede, einem anderen die Gabe, sie auszulegen.“</p>



<p>Auch im Römerbrief und im Epheserbrief finden wir solche Aufzählungen. Diese Dinge kennen wir oft unter dem Begriff „Geistesgaben“ – Weisheit, Erkenntnis, Glaube, Heilung und so weiter.</p>



<p>Daraus ergibt sich eine grundlegende Unterscheidung:<br>Nicht alle Gnadengaben sind Geistesgaben. Aber alle Geistesgaben sind Gnadengaben.</p>



<p>Wir müssen also unterscheiden zwischen unseren Gaben im Sinne von Fähigkeiten und Talenten, die wir haben oder erwerben, und Gaben im Sinne von Geistesgaben, also Gaben, die der Heilige Geist in uns bewirkt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Der Heilige Geist – der Helfer</h3>



<p>Als Jesus die Erde in menschlicher Gestalt verlässt, lässt er uns nicht allein, nicht als Waisen zurück. Er sagt, er wird jemanden schicken, der an seiner Stelle kommt und mit uns lebt.</p>



<p>Und er sagt das nicht nur tröstend, sondern in Johannes 16,7:</p>



<p>„Es ist gut für euch, dass ich weggehe.“</p>



<p>Könnt ihr euch das vorstellen? Der Herr der Herren, der perfekte Mensch auf dieser Welt, der uns alle rettet, sagt, es ist gut für uns, dass er geht. Das gibt diesem Helfer, den er schickt, einen ganz besonderen Wert.</p>



<p>Dieser Helfer, dieser Tröster, ist der Heilige Geist. Und dieser Heilige Geist ist es, der diese Geistesgaben, diese Gnadengaben in uns bewirkt.</p>



<p>Aber wir sind eben nicht auf eine einzige festgelegt.</p>



<p>Wenn dein Arbeitskollege zu dir kommt und sagt: „Ich habe heute ganz besonders Kopfschmerzen“, dann sagst du nicht: „Ich würde jetzt gerne für dich beten, aber ich habe die Geistesgabe der Gastfreundschaft bekommen, also kann ich dir höchstens ein Schnitzel braten.“</p>



<p>Der Heilige Geist lebt in uns – in jedem von uns, der Jesus Christus als Herrn angenommen hat. Und wenn dem so ist, dann kann der Heilige Geist zu jeder Zeit schenken, was gebraucht wird. Er entscheidet, nicht wir.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Wir sind alle Fußballer</h3>



<p>Jetzt der Schritt zurück zu einem anderen Bild – und damit zu einem hoffentlich weniger engen Verständnis dieses Textes.</p>



<p>Im Herrenteam des VfB spielen alle Fußball. Jeder, egal auf welcher Position er eingesetzt wird, kann Fußball spielen. Das heißt: Er kann den Ball annehmen, verteidigen, dribbeln, schießen, flanken und so weiter. Er hat Ausdauer, kann sprinten, kennt die Regeln und beherrscht Taktik und Kommunikation im Team.</p>



<p>In allererster Linie sind alle Spieler auf dem Feld Fußballer.</p>



<p>Und das ist mein erster Punkt heute Morgen: Wir sind alle Fußballer.</p>



<p>Denn genauso darf man diese Bibelstelle verstehen. In allererster Linie sind wir Nachfolger Jesu. Menschen, die vom Heiligen Geist angeleitet werden und von Gott Gnadengaben bekommen – nicht reduziert auf eine Position, nicht nur ein einzelnes Körperteil.</p>



<p>Darüber hinaus – und ich sage bewusst nicht „aber“ – sind wir aufgefordert:</p>



<p>„Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat. Jeder und jede mit der eigenen besonderen Gabe. Dann seid ihr gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes.“</p>



<p>Das widerspricht sich nicht. Es heißt nur: Wir sind aufgefordert zu trainieren.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Training und Position</h3>



<p>Obwohl alle Spieler den gleichen Sport beherrschen, spielt jeder an einer bestimmten Position, die er besonders gut ausfüllt. Der eine verteidigt und wehrt Angriffe ab, der andere steht im Tor, der dritte stürmt nach vorne und schießt die Tore.</p>



<p>Jeder an seiner Stelle weiß, was er zu tun hat. Jeder an seiner Stelle macht seinen Job gut – so gut, dass das Team am Ende gewinnt.</p>



<p>So dürfen wir auch diese Bibelstelle verstehen. Der Heilige Geist kann alle Gnadengaben schenken. Aber er muss es nicht. Er entscheidet, nicht wir. Wir können zu jeder Zeit um jede Gnadengabe bitten. Aber er wird sie schenken oder auch nicht – weil er allein weiß, was gut ist und gebraucht wird.</p>



<p>Natürlich darf der Torwart auch mal fragen, ob er Stürmer sein darf. Aber es obliegt dem Trainer zu entscheiden, ob das klug ist oder nicht. Und wenn der Trainer sagt: „Ja“, dann muss der Torwart für diese neue Position trainieren.</p>



<p>In unserem Predigtext heißt es: „Es sei der Lehrende in der Lehre, es sei der Ermahnende in der Ermahnung.“</p>



<p>Du hast von Gott eine Gnadengabe geschenkt bekommen. Dann gilt es, diese Gabe zu praktizieren, zu trainieren, zu üben, zu verwalten – sie zur Ehre Gottes einzusetzen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Fußball ist ein Teamsport</h3>



<p>Und damit komme ich zu meinem letzten Punkt: Fußball ist ein Teamsport. Niemand spielt Fußball allein.</p>



<p>Stellt euch ein Spiel vor, in dem nur der Torwart auf dem Platz steht. Oder nur der Stürmer. Das Spiel wäre ziemlich schnell vorbei oder sehr langweilig.</p>



<p>„So sind wir ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder voneinander.“</p>



<p>Erst im Zusammenspiel mit allen – und ich meine wirklich allen – entsteht das Ganze: mit den zehn anderen Teammitgliedern auf dem Feld, mit dem Trainer am Seitenrand, mit den Ersatzspielern, den Teamärzten, den Schiedsrichtern, den Linienrichtern, den Sicherheitskräften, den Technikern im Hintergrund, den Sanitätern und, und, und.</p>



<p>Zu einem Fußballspiel gehören viel mehr als die Elf auf dem Platz.</p>



<p>Unsere Gemeinde ist kein Einzelkämpfersport. Unsere Gottesdienste, unsere Gemeindearbeit, unsere Angebote unter der Woche, unsere Hauskreise – alles, was wir im Namen Jesu hier vor Ort tun – dürfen wir als Trainingslager verstehen.</p>



<p>Wir lernen uns kennen, wir teilen Alltag, wir trainieren unsere Gaben, unterstützen uns, beten füreinander, treten füreinander ein, lernen von Gott, verbringen Zeit mit ihm und miteinander. Und hoffentlich haben wir bei all dem auch eine Menge Freude.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Wort zum Ehrenamt</h3>



<p>Heute feiern wir Ehrenamts-Danke.</p>



<p>Wir wollen als Leitung Danke sagen für eure Gaben, dafür, dass ihr euch einbringen lasst, dass ihr trainiert, dass ihr euch herausfordern lasst.</p>



<p>Ihr seid keine zweitklassigen Ersatzspieler auf der Bank. Ihr seid nicht nur die, die im Hintergrund arbeiten. Ihr seid das Team. Es braucht euch – euer Training, eure Stimme, eure Gaben, euer Dasein, euer Mitmachen. Es braucht euch, damit wir Gemeinde sein können.</p>



<p>Und liebe Leitung: Auch wir sind kein starres Stadion. Wir sind kein unverrückbares Gebäude. Auch wir sind Teil des Teams. Auch wir dürfen und müssen trainieren. Auch wir müssen hören, wo der Heilige Geist uns positioniert.</p>



<p>Positionen verändern sich. Und das darf so sein.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Geht’s raus!</h3>



<p>Ich wünsche uns allen – Leitenden, Ehrenamtlichen, Mitarbeitenden, allen, die heute hier sind – dass wir uns gemeinsam aufs Feld trauen.</p>



<p>Gemeinsam Kirche bauen. Mit dem einen Helfer, dem einen Tröster, von dem Jesus Christus selbst sagt: Es ist gut, dass ich gehe, damit ihr ihn bekommt.</p>



<p>Und in diesem Sinne, ganz frei nach Franz Beckenbauer:</p>



<p>Geht’s raus und spielt Fußball.</p>



<p>Amen.</p>
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		<title>Aus Gottes Gerichteküche</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/aus-gottes-gerichtekueche/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 18 Jan 2026 20:33:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>„Heilig“ – krasses Wort.&#160;Das wird heute noch einmal wichtig werden. Ich habe im letzten Jahr mal wieder – mit sehr viel Zeit – die Bibel durchgelesen. Und damit ich nachher auch noch etwas davon habe und nicht nur sagen kann: „Ich habe die Bibel durchgelesen“, habe ich sie markiert – mit ganz vielen bunten Farben. Ich habe mir extra neue Farben gekauft. Ich habe sie wirklich nur für diese Bibel benutzt – nur für dieses Markieren. Und ich möchte euch [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.imagine03.de/sermons/aus-gottes-gerichtekueche/">Aus Gottes Gerichteküche</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.imagine03.de">IMAGINE</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>„Heilig“ – krasses Wort.</strong>&nbsp;Das wird heute noch einmal wichtig werden.</p>



<p>Ich habe im letzten Jahr mal wieder – mit sehr viel Zeit – die Bibel durchgelesen. Und damit ich nachher auch noch etwas davon habe und nicht nur sagen kann: „Ich habe die Bibel durchgelesen“, habe ich sie markiert – mit ganz vielen bunten Farben.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Rot für Gnade und Vergebung.</li>



<li>Blau für alles, was Gottes Wesen beschreibt.</li>



<li>Grün für Verheißungen, Versprechen, Zusagen.</li>



<li>Gelb für Wunder und Heilungen.</li>



<li>Orange für alles rund um Berufung und Auftrag.</li>



<li>Braun für alles, was mit Gerechtigkeit, Gericht und Sünde zu tun hat.</li>
</ul>



<p>Ich habe mir extra neue Farben gekauft. Ich habe sie wirklich nur für diese Bibel benutzt – nur für dieses Markieren.</p>



<p>Und ich möchte euch einfach zeigen, wie meine Stifte nachher aussahen.</p>



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<p>Zur Einordnung: Die Stifte waren am Anfang ungefähr so groß wie „Gnade“ und „Gerechtigkeit“ zusammen.</p>



<p>Nun kann es natürlich sein, dass ich mit Braun immer besonders heftig aufgedrückt habe – aber mengenmäßig überragt das Thema Gericht, Sünde, Schuld das Thema Gnade bei Weitem.</p>



<p>Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Denn wir sprechen sehr wenig über dieses Thema. Dafür sprechen wir viel häufiger über das anteilsmäßig viel kleinere Thema Gnade. Wir fokussieren uns auf die gute Nachricht – griechisch: Evangelium. Und das ist auch richtig. Die Botschaft, die wir als Christen haben, ist gut. Sie ist die beste.</p>



<p>Aber mit guten Nachrichten ist es so: Man muss sie im Kontext verstehen.</p>



<p>Wenn dir jemand die Hand reicht, ist das meistens eine gute Nachricht. Da ist jemand freundlich, sagt Hallo, ist dir nicht böse. Gute Nachricht.</p>



<p>Aber wenn du dich mit letzter Kraft an einer Klippe festhältst, unter dir der Abgrund, und du kommst allein nicht mehr hoch – und dir reicht jemand die Hand – dann ist die Botschaft zwar dieselbe, aber ihre Bedeutung ist eine völlig andere.</p>



<p>Und ich glaube, so ist es auch mit Gottes Gnade und Gottes Gericht.</p>



<p>Michael Herbst – einigen aus unserer Gemeinde von Willow Creek oder der Summerschool bekannt – hat einmal gesagt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Wir können das Gericht Gottes nicht aus unserem Glauben eliminieren. Es wäre fahrlässig, das Gericht zu unterschlagen. Es würde ja auch nicht ausbleiben, nur weil wir es nicht haben wollen. So sehr Jesus um jeden ringt, so groß ist sein Ernst. Es geht um Leben oder Tod.</p>
</blockquote>



<p>Und deswegen möchte ich euch heute mitnehmen in Gottes Gerichtsküche. Und auch wenn das keine leichte Kost ist, möchte ich trotzdem versuchen, sie euch ein bisschen schmackhaft zu machen.</p>



<p>Ich habe sieben der prominentesten Gerichte zu einem Menü zusammengestellt.</p>



<p><strong>Willkommen bei „The Taste – Judgment Edition“.</strong><br>Haltet euch fest.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="576" data-attachment-id="28018" data-permalink="https://www.imagine03.de/sermons/aus-gottes-gerichtekueche/predigt-2/" data-orig-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_4.jpg" data-orig-size="1920,1080" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Daniel K\u00fcmmling&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1768048077&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Predigt&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Predigt" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_4-1024x576.jpg" src="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_4-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-28018" srcset="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_4-1024x576.jpg 1024w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_4-300x169.jpg 300w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_4-768x432.jpg 768w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_4-1536x864.jpg 1536w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_4-1320x743.jpg 1320w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_4.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Erster Gang: Der Sündenfall (Vorspeise)</h3>



<p>Gott schafft den Menschen als Krönung der Schöpfung und setzt ihn in einen Garten, um dort in perfekter Harmonie mit ihm, mit sich selbst und mit der ganzen Schöpfung zu leben.</p>



<p>Doch schon im dritten Kapitel kommt es zum GAU: Der Mensch isst von dem einzigen Baum, von dem Gott gesagt hatte, dass er nicht davon essen soll – vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, verführt von der Schlange.</p>



<p>Die Folge: Gott vertreibt den Menschen aus dem Garten – und damit auch aus seiner Gegenwart.</p>



<p>Und damit nicht genug: Das Leben wird anstrengend, entbehrungsreich und zeitlich begrenzt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zum Erdboden zurückkehrst; denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren.</p>
</blockquote>



<p>Hat Gott da vielleicht übertrieben? Vegetarische Ernährung – und dann gleich raus aus dem Garten? Hätte es nicht erst mal eine Verwarnung getan?</p>



<p>Ich glaube: nein.</p>



<p>Was dort passiert, ist viel tiefer. In dem Moment, wo sie von der Frucht essen, gehen ihnen die Augen auf. Sie erkennen, dass sie nackt sind. Sie schämen sich voreinander und vor Gott. Sie verstecken sich.</p>



<p>Eine Trennung ist da – zwischen den Menschen und zwischen Gott und den Menschen.</p>



<p>Gott kann nicht einfach so tun, als wäre nichts gewesen. Gott ist heilig, vollkommen, rein. Er kann das Unreine nicht in seiner Gegenwart lassen. Die Trennung ist innerlich längst vollzogen – das, was Gott ausspricht, ist nur noch die äußere Konsequenz.</p>



<p>Und er tut es auch aus Schutz: Damit der Mensch nicht auch noch vom Baum des Lebens isst und ewig in dieser Trennung lebt.</p>



<p>Das ist unglaublich tragisch. Der Mensch lebt nicht mehr ewig in dieser perfekten Harmonie. Aber Gott entzieht sich nicht nur zur Strafe, sondern auch zum Schutz: Besser der Mensch stirbt, als ewig von Gott getrennt zu leben.</p>



<p>Und auch das mühsame Leben ist eine ständige Erinnerung: So sollte es nicht sein.</p>



<p>Wenn du Schmerzen hast, Abschied nehmen musst, Leid siehst – und denkst: Das kann doch nicht richtig sein. Nein, das ist es auch nicht. Das ist nicht Gottes Plan. Das ist kaputt.</p>



<p>Gott drängt uns, uns nach Erlösung zu sehnen.</p>



<p>Und Gott gibt schon hier Hoffnung: Er verheißt, dass der Nachkomme der Frau der Schlange den Kopf zertreten wird – auch wenn er selbst dabei leidet.</p>



<p>Und Gott macht Adam und Eva Kleider aus Fellen. Zum ersten Mal stirbt ein Lebewesen, um die Scham eines anderen zu bedecken.</p>



<p>Schon hier bahnt Gott einen Weg der Gnade.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="576" data-attachment-id="28019" data-permalink="https://www.imagine03.de/sermons/aus-gottes-gerichtekueche/predigt-3/" data-orig-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_8.jpg" data-orig-size="1920,1080" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Daniel K\u00fcmmling&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1768048077&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Predigt&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Predigt" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_8-1024x576.jpg" src="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_8-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-28019" srcset="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_8-1024x576.jpg 1024w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_8-300x169.jpg 300w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_8-768x432.jpg 768w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_8-1536x864.jpg 1536w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_8-1320x743.jpg 1320w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_8.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Zweiter Gang: Die Sintflut</h3>



<p>Das Böse breitet sich aus. Gottes Bilanz:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Als der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten seines Herzens nur böse war immerdar, da reute es den Herrn, dass er den Menschen gemacht hatte.</p>
</blockquote>



<p>Gott leidet. Gott bereut. Nicht, weil er einen Fehler gemacht hätte – sondern weil die Schöpfung pervertiert ist.</p>



<p>Gott handelt als Schöpfer, als Urheber. Er hat das Recht, sein Werk zu richten.</p>



<p>Tragisch ist, dass er es tut. Und man merkt: Es fällt ihm nicht leicht.</p>



<p>Und doch rettet er Noah und seine Familie.</p>



<p>Nach der Flut bringt Noah ein Opfer – und Gott sagt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Ich will künftig den Erdboden nicht mehr verfluchen um des Menschen willen …</p>
</blockquote>



<p>Gott beschränkt sich selbst in seinem Gericht. Der Mensch ist böse – aber er ist fähig, sich Gott zuzuwenden. Und das macht einen Unterschied.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



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<h3 class="wp-block-heading">Dritter Gang: Sodom und Gomorra</h3>



<p>Lot lebt in Sodom. Abraham bittet für die Stadt. Gott will sie verschonen, wenn er zehn Gerechte findet.</p>



<p>Er findet sie nicht.</p>



<p>Lot wird gerettet – aber Sodom nicht aus Lot heraus.</p>



<p>Das ist die Tragik: Anpassung an eine gottlose Umgebung verändert den Charakter.</p>



<p>Diese Geschichte fragt uns:<br>Sind wir wie Lot? Oder wie Abraham, der bittet und ringt?</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-attachment-id="28022" data-permalink="https://www.imagine03.de/sermons/aus-gottes-gerichtekueche/predigt-5/" data-orig-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_12.jpg" data-orig-size="1920,1080" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Daniel K\u00fcmmling&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1768048077&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Predigt&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Predigt" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_12-1024x576.jpg" src="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_12-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-28022" srcset="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_12-1024x576.jpg 1024w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_12-300x169.jpg 300w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_12-768x432.jpg 768w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_12-1536x864.jpg 1536w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_12-1320x743.jpg 1320w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_12.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Vierter Gang: Die zehn Plagen in Ägypten</h3>



<p>Gottes Gericht zerstört – aber mit einem Ziel:&nbsp;<strong>Befreiung</strong>.</p>



<p>Gott richtet Ägypten, um Israel in die Freiheit zu führen – nicht in die Bequemlichkeit, sondern in einen Weg mit ihm.</p>



<p>Und: Wer Gottes Volk antastet, tastet seinen Augapfel an (Sacharja 2,12).</p>



<p>Aber Freiheit heißt nicht Rückkehr in alte Sicherheiten. Das Volk wollte zurück in die „Fleischtöpfe Ägyptens“. Lieber Sklaverei als Freiheit.</p>



<p>Diese Gefahr gibt es bis heute.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-attachment-id="28023" data-permalink="https://www.imagine03.de/sermons/aus-gottes-gerichtekueche/predigt-6/" data-orig-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_14.jpg" data-orig-size="1920,1080" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Daniel K\u00fcmmling&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1768048077&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Predigt&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Predigt" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_14-1024x576.jpg" src="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_14-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-28023" srcset="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_14-1024x576.jpg 1024w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_14-300x169.jpg 300w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_14-768x432.jpg 768w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_14-1536x864.jpg 1536w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_14-1320x743.jpg 1320w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_14.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Fünfter Gang: Das babylonische Exil</h3>



<p>Israel missbraucht seine Sonderstellung. Micha sagt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Die Anführer lassen sich bestechen … und sagen: ‚Der Herr ist mitten unter uns, uns kann nichts passieren.‘</p>
</blockquote>



<p>Doch Gott lässt sich nicht spotten – auch nicht von seinen eigenen Leuten.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Wen der Herr liebt, den erzieht er. (Hebr 12,6)</p>
</blockquote>



<p>Erziehung ist kein Liebesentzug – sondern ein Liebesbeweis.</p>



<p>Nach 70 Jahren führt Gott sein Volk zurück.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-attachment-id="28024" data-permalink="https://www.imagine03.de/sermons/aus-gottes-gerichtekueche/predigt-7/" data-orig-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_17.jpg" data-orig-size="1920,1080" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Daniel K\u00fcmmling&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1768048077&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Predigt&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Predigt" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_17-1024x576.jpg" src="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_17-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-28024" srcset="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_17-1024x576.jpg 1024w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_17-300x169.jpg 300w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_17-768x432.jpg 768w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_17-1536x864.jpg 1536w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_17-1320x743.jpg 1320w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_17.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Sechster Gang: Das Kreuz – Hauptgang vom Chef</h3>



<p>Das Böse ist immer noch da. Es konnte nicht ertränkt, nicht verbrannt, nicht verbannt werden.</p>



<p>Die einzige Lösung: Gott wechselt die Rolle.</p>



<p>Der Richter lässt sich richten.</p>



<p>Jesus nimmt das Gericht auf sich.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten. (Jesaja 53)</p>
</blockquote>



<p>Interessant: Gott greift nicht ein. Kein Feuer vom Himmel. Kein neues Gericht. Die Menschen richten Gott selbst.</p>



<p>Gott lässt zu, dass unser Hass, unsere Schuld, unsere Gewalt ihn treffen.</p>



<p>So wie Gott Adam und Eva bekleidete, bedeckt er jetzt unsere Schuld.<br>So wie Noah durch das Gericht geführt wurde, werden wir durch Jesus hindurchgeführt.</p>



<p>Wer ihm vertraut, kommt nicht ins Gericht.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-attachment-id="28025" data-permalink="https://www.imagine03.de/sermons/aus-gottes-gerichtekueche/predigt-8/" data-orig-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_19.jpg" data-orig-size="1920,1080" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Daniel K\u00fcmmling&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1768048077&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Predigt&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Predigt" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_19-1024x576.jpg" src="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_19-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-28025" srcset="https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_19-1024x576.jpg 1024w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_19-300x169.jpg 300w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_19-768x432.jpg 768w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_19-1536x864.jpg 1536w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_19-1320x743.jpg 1320w, https://www.imagine03.de/wp-content/uploads/2026/01/LB20260118_19.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Siebter Gang: Das Endgericht (Dessert)</h3>



<p>Es steht noch aus. Die Offenbarung spricht deutlich davon.</p>



<p>Gott wartet – weil er retten will:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Denn Gott hat uns nicht zum Zorngericht bestimmt, sondern zum Heil. (1. Thess 5,9)</p>
</blockquote>



<p>Gnade und Gericht sind keine Gegensätze. Es ist dieselbe Heiligkeit Gottes.</p>



<p>Und die Bibel endet nicht mit Gericht, sondern mit Gnade:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Ja, ich komme bald. Amen. Ja, komm, Herr Jesus. Die Gnade des Herrn Jesus sei mit euch allen.</p>
</blockquote>



<p>So endet die Bibel.</p>



<p>Gott ist durch all seine Gerichte hindurch gut.<br>Und er macht uns bereit für die Heiligkeit, zu der wir bestimmt sind.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn traut. (Psalm 34,9)</p>
</blockquote>



<p>Amen.</p>



<p></p>
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		<title>Ich habe dich lieb.</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/ich-habe-dich-lieb/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 11 Jan 2026 08:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen. Ja, Weihnachten ist rum eigentlich innerlich zumindest. Gestern war in Schwebnitz Knutfest, da haben die meisten ihre Weihnachtsbäume zur Feuerwehr gebracht. Der aus der Kirche ist auch schon weg. Hier steht er noch da. Bei den meisten sind schon die letzten Nadeln aufgesaugt und alles feinsäuberlich wieder in Kisten verpackt und ähm ich kann das nachvollziehen. Ich spüre auch diesen so nach Weihnachten, nach [&#8230;]</p>
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<p>Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen. Ja, Weihnachten ist rum eigentlich innerlich zumindest. Gestern war in Schwebnitz Knutfest, da haben die meisten ihre Weihnachtsbäume zur Feuerwehr gebracht. Der aus der Kirche ist auch schon weg. Hier steht er noch da.</p>



<p>Bei den meisten sind schon die letzten Nadeln aufgesaugt und alles feinsäuberlich wieder in Kisten verpackt und ähm ich kann das nachvollziehen. Ich spüre auch diesen so nach Weihnachten, nach der Adventszeit und nach allem diesen jetzt mal gut Gedanken und weiß aber die christliche Tradition spricht davon die Weihnachtszeit geh geht bis 2. Februar Lichtmess. Unser Baum ähm war frisch geschlagen aus Hausdorf. Der lebt auch noch sehr quick lebendig. Ähm, der darf noch bisschen stehen. Die Weihnachtszeit so mit ins neue Jahr zu nehmen, das verstehe ich als eine Einladung auch das Weihnachtsfest, das Fest der Liebe nicht ganz so schnell abzuhaken und Jesus Christus mit in unserem Alltag zu nehmen. auch dann, wenn uns der Alltag schon wieder ganz umfang hat und es sich gar nicht mehr so weihnachtlich anfühlt, trotzdem sich bewusst zu machen, der Herr ist da, er ist in dieser Welt und in meinem Leben. Und da möchte ich Ihnen willkommen heißen. Heute im Predigtext hören wir auch so ein Nachklang von Weihnachten. Wir hören eine Stimme, die sagt: &#8222;Du bist mein Kind, ich habe dich lieb.&#8220; Vielleicht klingt sie wie von fern diese Stimme. Vielleicht werden da auch Erinnerungen wach. &#8222;Ich habe dich lieb&#8220;, sagen Eltern zu ihren Neugeborenen ganz leise, ohne Bedingung. Das Kind hat nichts dazu getan, denn es ist einfach da und darf geliebt werden. Maria und Josef wären das zu dem kleinen Jesus gesagt haben, der ihn in den Armen lag. Ich habe dich lieb. Und davor haben ihre Eltern es zu ihnen gesagt. Ich sage es meinen Kindern, ihr sagt es euren Kindern. Und ich hoffe, jemand hat es zu euch gesagt oder sagt es vielleicht heute schon einmal zu euch ohne Bedingung. Du bist geliebt. Ich habe dich lieb. das für mich der zentrale Satz in diesen Predigtext, den wir als Evangeliumslesung gehört haben. Ich möchte ihn gerne noch mal lesen aus Matthäus 3, die Verse 13 bis 17. Damals kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes. Er wollte sich von ihm taufen lassen. Und Johannes versuchte ihn Jesus davon abzuhalten. Er sagte: &#8222;Ich müsste doch eigentlich von dir getauft werden und du kommst zu mir&#8220;. Jesus antwortete: &#8222;Lass es zu. So erfüllen wir, was Gottes Gerechtigkeit fordert. Da gab Johannes nach. Als Jesus getauft war, stieg er sofort aus dem Wasser. In diesem Moment öffnete sich der Himmel über ihm. Er sah den Geist Gottes, der wie eine Taube auf ihn herabkam. Da klang eine Stimme aus dem Himmel. Das ist mein geliebter Sohn. An ihm habe ich Freude.</p>



<p>An dir habe ich Freude, dich habe ich lieb. Du bist geliebt. Ob Johannes der Täufer das gepredigt hat, wohl eher nicht. Bei ihm habe ich da noch was anderes im Ohr. Der hat seine Leute, die dort vor ihm standen, Otterngezücht genannt und mit dem Zorn Gottes gedroht. Hat Buße gefordert und ein Leben nach Gottes Regeln.</p>



<p>Taufe durch Johannes, das war Bekenntnis der eigenen Schuld und der Versuch eines Neustarts mit Gott. Und im Unterschied zum Gott fern ungerechten Leben vorher soll dieses neue Leben geschehen. Hunderte, vielleicht tausende Menschen haben das damals gehört von ihm und gehört: &#8222;Du lebst falsch. Erkenne deine Fehler und ändere dein Leben. Leb Gott es will. Und zum Zeichen, dass du es ernst meinst, lass dich taufen.</p>



<p>Und die Leute handelten danach und wollten es wirklich besser machen. Haben den festen Vorsatz, ich will es jetzt wirklich richtig machen. Das muss ich doch schaffen können. Sind viele gekommen zu Johannes, die sich diesen auch gestellt haben. Und dann kommt Jesus und reih sich in all diese Menschen ein, stellt sich in die Schlange, will sich von Johannes taufen lassen. Jesus, warum? Das passt dem Johannes nicht ins Bild, in seinem Bild von Schuld und Neuanfang, von Recht und Gerechtigkeit. Johannes weiß offensichtlich, erkennt offensichtlich in Jesus schon Gottes Sohn. Hier kommt Gott selbst zu ihm. ausgerechnet, der muss doch nicht neu mit Gott starten. Der hat doch den direkten Trat zu Gott. Und Jesus muss tatsächlich Johannes erst überzeugen. Lass es zu. Lass es zu. Auch wenn es dir vielleicht unsinnig erscheint, dass du mich taufst. Es soll so sein, damit Gottes Gerechtigkeit erfüllt wird. Steht das bis heute nicht so ganz, warum Jesus das eigentlich einfordert? Vielleicht ist es so ein Stück weit Respekt, Wertschätzung vor dem, was die Tradition mitbringt. Vielleicht auch Respekt und Wertschätzung von dem vor dem, was Johannes predigt, weil das nicht nicht falsch ist. Jesus sagt nicht, das ist verkehrt. Äh vielleicht ist es vor allen Dingen das, die Anerkennung dessen, was Johannes sagt. Wir brauchen Vergebung und wir brauchen Neuanfang, aber wir brauchen noch was anderes. Und das ist Jesus noch wichtiger offensichtlich als das.</p>



<p>Als Jesus sich dann hat taufen lassen, dann passiert das, was vielleicht mit der Taufe Jesu ihm zentral ist, Jesus zentral ist. Die Botschaft, die vom dem Himmel herkommt, der sich öffnet über ihm, das ist mein Sohn, den habe ich lieb.</p>



<p>Das hebt das Vorgesagte von Johannes nicht auf, aber das setzt noch mal was drauf. Das ist mein Sohn, den habe ich lieb. Johannes hat sie Ottern Zücht gezücht genannt, bevor er sie getauft hat. Ähm, mit Otter und gezücht fühle ich mich nicht verwandt. Ja, auch nicht. Wohl wird das evolutionär gesehen schon irgendwie auch sind. Man kann es nicht ganz absprechen. Jesus stellt sich zu ihnen inmitten des Orderngezüchts und in seiner Taufe offenbart sich, was Taufe für Jesus aber darüber hinaus heißt. Nix Ordern Gezücht, du bist mein Kind. Ein Abbild Gottes von Angesicht zu Angesicht geschaffen, Teil von mir. Mir bist du wichtiger als ich selbst. Ich liebe dich.</p>



<p>Wenn ich Menschen taufe, Kinder oder Erwachsene gleichermaßen, wenn ich Kindern oder Erwachsenen erzähle, warum wir in der Kirche taufen, dann schwingt für mich diese Geschichte immer mit. In der Taufe begründet Gott eine Verbindung mit dir, die unzerstörbar und bedingungslos ist. Vater, Sohn, für mich ist das ein sprachliches Bild, was versucht, die Beziehung zu beschreiben. Vielleicht ist es das Bild, was am nächsten rankommt. Das Bad der Wiedergeburt wird die Taufe im Titusbrief im dritten Kapitel, Vers 5 genannt. In der Taufe werden wir wiedergeboren als Kind Gottes. Bei einer Geburt passiert ja eine Bindung, die ist sozusagen nicht mehr auflösbar, ne? Ähm, ich bleibe Vater, ich bleibe Mutter äh von diesem Kind und mein Kind bleibt mein Kind. Was da auch immer passiert, das lässt sich nicht mehr ähm leugnen oder das lässt sich auch nicht mehr abstreiten. Diese Verbindung besteht und in meinem Kind lebt ein Teil von mir.</p>



<p>Mein Kind ist ein Teil von mir. So auch in der Taufe, wir ein Teil von Gott, Gott ein Teil von uns. ein Leib mit Jesus und mit allen Getaauften. Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen, schreibt der Apostel Paulus an die Römer im 8. Kapitel, Vers 38. Ich kann mich daran erinnern, wie in Schwebnetz ähm bei einem Familiengottesdienst so eine große Taube gebastelt worden ist, die dann ähm vom Altarraum herabhing, dort, wo sonst die Erntekrone runterhing und äh so herabgelassen wurde. Darunter Jesus Johannes der Täufer im angedeuteten Fluss, die Menschen im Altarraum und die Menschen im Kirchenschiff. Alle blicken nach oben auf diese Taube und hören genauso wie Jesus die Worte: &#8222;Du bist mein Kind, ich habe dich lieb.&#8220; Für mich ein wunderschönes Bild für diese Himmelsbotschaft. Ich habe dich lieb, so wie Eltern ihr Neugeborenes lieb haben. Ich habe dich lieb, ohne dass du etwas dafür tust. Ich habe dich lieb und damit ist meine Gerechtigkeit erfüllt. Das ist Gottes Botschaft. Wie hört sich das an für dich? Passt das so? Ist in Ordnung? Ist es gerecht? Gott hat mich lieb und alles ist gut. Bei mir regt sich da manchmal auch Widerstand. Wie kann Gott denn uns alle lieb haben? Manchmal kann ich mich selbst nicht leiden, weil ich etwas nicht schaffe, was ich doch können sollte. Heute habe ich vergessen, die Flyer für den Glaubenskurs mitzubringen. Ich habe vergessen, die Unterstützungsliste mitzubringen, die die KVs eigentlich noch unterschreiben sollen für äh zwei Kandidaten, die in der Landessen kandidieren wollen. Manchmal stehe ich mir selbst im Weg.</p>



<p>Manchmal sind es aber auch viel größere, schlimmere Sachen, die der Selbstliebe im Weg stehen. Das tut mir dann auch leid und besonders in Fällen, wo es gar nicht möglich ist, das wieder gut zu machen. Gott hat dich und mich lieb. Manche Menschen sind doch so furchtbar, vielleicht schlimmer als ich sogar. Das passt doch auch irgendwie nicht zusammen. Das ist doch auch nicht gerecht und fair, oder? Wenn Gott alle Menschen liebt, egal was sie tun, was für Schweineprietzel das sind oder Menschen, denen es wichtig ist, gut zu sein und gut zu leben. Es fällt mir mit unter schwer, das auch zusammenzubringen. Und was das Leben mir oft lehrt, ist ja eher ich habe dich lieb, wenn du auch lieb bist. Wenn du mir Gutes tust, tue ich dir auch Gutes. Umgekehrt, wenn jemand sich nicht liebenswert benimmt, dann muss ich ihn doch auch nicht lieb haben, oder? Am Ende die Konditionierung der Liebe. Da ist schon was dran. Tun, ergehens Zusammenhang nannte das Alte Testament das. Ähm, die goldene Regel spiegelt das wieder: &#8222;Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Wenn du das nicht tust, dann wirst du erleben, dass das irgendwann zurückkommt wie ein Bumang.</p>



<p>Konditionierung der Liebe, die ist Realität in vielen Fällen und wahrscheinlich auch in unseren menschlichen Liebesbeziehungen. Liebe ich meine Frau bedingungslos? Liebt sie mich bedingungslos? Wirklich bedingungslos?</p>



<p>Das ist schon eine steile These, vielleicht tatsächlich was Göttliches, was da passiert. Und hier reagiert auch Gott anders. Er sagt: &#8222;Ich habe dich lieb, ohne dass du etwas dafür tust. Du musst nicht dafür arbeiten und schon gar nicht länger und härter als andere. Du darfst schlechte Laune haben und dich ärgern. Du darfst Fehler machen. Und ich glaube tatsächlich, dass das uns verändert, umso mehr das in unser Herz sinkt. Wer hört, du bist mein Kind und ich habe dich lieb und spürt, das ist bedingungslos, das kann ich nicht verlieren, darauf kann ich mich verlassen. Das ist mein Fundament, auf dem ich bauen kann. Der gewinnt eine große Freiheit selbst zu lieben und anderen zu geben, was sie brauchen. Ich glaube, hier am Jordan beginnt schon Jesu Verkündigung von der zentralen Botschaft, die er mitbringt. Das will Jesus verkündigen und leben. Alle sollen wissen, wir sind Gottes Kinder, wir sind von Gott geliebt, ohne dass wir Voraussetzungen dafür erfüllen müssen. Und wenn wir geliebt sind, dann macht uns das frei. dann können wir selbst auch lieben. Mit dieser seiner Taufe erzählen die Evangelisten, dass Jesus anfängt in die Öffentlichkeit zu treten und immer wieder von der Liebe Gottes zu erzählen. Und bis heute taufen wir Menschen auf den Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Über all die Jahrhunderte gab es um die Taufe viel Diskussion. Wie ist sie zu verstehen? Was ist das Wichtigste an ihr? Und für mich persönlich ist es dieses Wort, dieser Satz, du bist mein Kind, ich habe dich lieb. Eben nicht, du musst alles richtig machen, damit ich dich liebe. Nein, Gott sagt, ich habe dich lieb, auch wenn du Blödsinn machst und das auch, wenn du gar nicht mehr an die Liebe denkst, im Alltag gefangen bist, dich selbst nicht mehr liebst. Sogar dann noch, wenn du selbst die Liebe mit Füßen tritzt und andere Menschen lieblos behandelst und grausam. Ich habe dich lieb und das wirst du irgendwann merken und das wirst du spüren und dann wirst du meine Liebe weitergeben und leben so gut du kannst. Ja, wie sieht das aus? Das sieht für jede und jeden von uns, glaube ich, ein Stück weit anders aus. Vielleicht aber auch so. Ich verzeihe Fehler anderen und mir selbst. Ich akzeptiere die Lebensweise, auch wenn sie mir fremd sind. Ich mache mir ein Bild, aber ich verurteile Menschen nicht. Menschen brauchen dann am meisten Liebe, wenn sie diese am wenigsten verdienen. Hat mir mal jemand gesagt. Ist immer wieder so eine Herausforderung für mich. Mit Blick auf mein Kind fällt mir das ja noch leicht. sagen, ja, ist gerade Blödsinn gemacht, ich liebe dich trotzdem, aber auch mit Blick auf andere Menschen. Vielleicht hierzu noch eine kleine Geschichte, die ich ja erzählt bekommen habe. Ein Bericht von einem Besuch in einer Pension für wohnungslose Männer. Die Sozialarbeiter haben dort den Besuchern berichtet, wie das Leben dort ist vom Trinken und von der Aggression, die oft auch dort aufbricht von Randale auf der Straße und auch Müll, der aus dem Fenster geworfen wird. Wir haben erzählt, wie oft sich die Nachbarn beschweren und dass sie das sehr gut verstehen können. Sie finden es ja auch schöner, wenn das alles aufhört, nur gelingt das eben nicht. Jedenfalls nicht ganz. und nicht immer. Manche werden es nie lernen, aber sie brauchen eben trotzdem ein Dach über den Kopf und einen Menschen, der zu ihnen hält. Und darum geben gehen sie immer wieder zu den Nachbarn, reden, bitten im Namen der Bewohner um Entschuldigung, erklären, werben um Verständnis und machen Schaden wieder gut, so gut es geht. Manchmal auch mit den Bewohnern zusammen. Und manchmal gelingt es, dass die Nachbarn sagen, was passiert ist, war blöd. Aber jetzt verstehe ich ein wenig mehr. Ich habe keinen Groll gegen diese Menschen persönlich und schon gar nicht gegen alle, die da wohnen. Wenn das passiert, dann ist von Gottes Liebe, denke ich, wieder ein Stück mehr sichtbar geworden bei uns.</p>



<p>Du bist mein Kind, ich habe dich lieb. Glaube mit Jesu Taufe fing das an und wir gehören dazu. Wir sind Gottes Kinder. Wir sind von Gott geliebt und das bedingungslos. Wenn wir geliebt sind, dann können wir selbst auch lieben. Auch wenn Weihnachten, das Fest der Liebe schon wieder weit wegscheint, die Weihnachtszeit sich so lang ins neue Jahr hineinzieht, ist für mich die Einladung, dass es nicht vorbei sein möge in unserem Weihna in unserem Alltag das Weihnachtsfest. Amen.</p>
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		<title>Siehe, ich mache alles neu</title>
		<link>https://www.imagine03.de/sermons/siehe-ich-mache-alles-neu/</link>
		
		
		<pubDate>Sun, 04 Jan 2026 15:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“ Diese Worte stammen aus der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel. Johannes empfängt diese Visionen ungefähr im Jahr 95 nach Christus. Zu dieser Zeit befindet er sich im Exil auf einer griechischen Insel mit dem Namen Patmos. Er ist dort, weil unter Kaiser Domitian die Christenverfolgung richtig groß wurde. Johannes musste fliehen – er ist isoliert, verfolgt, seine Zukunft ist ungewiss.Man kann sogar heute noch auf Patmos (ich habe das mal [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“ Diese Worte stammen aus der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch der Bibel. Johannes empfängt diese Visionen ungefähr im Jahr 95 nach Christus. Zu dieser Zeit befindet er sich im Exil auf einer griechischen Insel mit dem Namen Patmos. Er ist dort, weil unter Kaiser Domitian die Christenverfolgung richtig groß wurde. Johannes musste fliehen – er ist isoliert, verfolgt, seine Zukunft ist ungewiss.<br>Man kann sogar heute noch auf Patmos (ich habe das mal gegoogelt – in Geografie bin ich wirklich eine totale Niete) diese Höhle anschauen, in der Johannes scheinbar lag und die Vision empfangen hat. Da wurde ein Weg hineingeklopft, damit man reinkommt – die Höhle war wahrscheinlich nicht so groß damals. Und in der orthodoxen Tradition gilt Johannes bis heute auch als Nationalheiliger.<br>Und obwohl wir heute nicht mit Gewissheit sagen können, was aus Johannes damals geworden ist – nach dieser Vision und mitten in der Christenverfolgung –, können wir doch sagen: Das Buch der Offenbarung ist wirklich kein leichtes Buch. Im Gegensatz zu diesem tollen Vers, der dieses Jahr über unserem Jahr steht, ist der Rest der Offenbarung ganz schön chaotisch und wüst. Es geht super früh um Kampf, es geht viel um das Ende der Welt, es geht um irgendwelche Wesen, Engel, 23 Flügel, 45 Tentakel – alles ganz schön … na ja, es ist echt chaotisch. Schlimme Dinge: viel Kampf, Tod, Gericht.<br>Aber die Offenbarung des Johannes endet nicht in diesem Chaos. Denn genau diesem Mann, der mitten in Bedrängnis lebte – in Leid und Unsicherheit –, zeigte Gott keine schnelle, billige „Licht“-Antwort, sondern eine Perspektive. Eine alles verändernde Perspektive.<br>Und die lesen wir heute aus Offenbarung 21, die Verse 1 bis 7.</p>



<figure class="wp-block-pullquote has-text-align-left has-small-font-size"><blockquote><p>Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.<br>Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Frau.<br>Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.<br>Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.<br>Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!<br>Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will den Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.<br>Wer überwindet, der wird dies ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.</p><cite>Offenbarung 21,1–7</cite></blockquote></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Fünf Worte – und doch so viel Inhalt</h3>



<p>Dieser ganze Abschnitt um unsere Jahreslosung herum ist relativ lang. Unsere Jahreslosung in sich aber hat nur fünf Worte:&nbsp;<strong>„Ich mache alles neu.“</strong>&nbsp;Und diese fünf Worte möchte ich mir mit euch heute Abend etwas genauer anschauen.</p>



<p>Wir starten mit dem ersten Wort:</p>



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<h3 class="wp-block-heading">1. „Siehe“ – ein Aufmerksamkeitsmarker</h3>



<p>„Siehe“ ist ein Aufmerksamkeitsmarker. Er soll uns aufmerksam machen auf einen Sachverhalt, der gleich kommt und eine besondere, eine große Bedeutung hat. Was jetzt kommt, das soll nicht überlesen werden, soll nicht nebensächlich behandelt werden, nicht untergehen oder überflogen werden.</p>



<p>Gott sagt:&nbsp;<strong>„Schau hin. Hör jetzt zu. Heb deinen Blick. Das, was jetzt kommt, das ist wichtig.“</strong></p>



<p>Gerade im Angesicht von Trauer und Leid und Schmerz – in dem Johannes damals feststeckte, aber den auch wir aus unserem Leben kennen – ist genau das manchmal richtig schwer. Wenn etwas zerbricht, dann können wir uns oft in dem Moment nicht vorstellen, dass daraus mal wieder etwas Gutes erwächst. Wenn wir uns verletzen oder wehtun, können wir uns manchmal nicht vorstellen, dass das mal wieder verheilt, mal nicht mehr wehtut, keine Narbe zurückbleibt – oder wie meine Mama zu sagen pflegte:&nbsp;<strong>„Bis zur Hochzeit ist es weg.“</strong></p>



<p>In den Momenten, wenn wir drinstecken, fällt es uns schwer, eine Hoffnungsperspektive zu haben. Zu sehen, dass da mehr kommt. Und interessanterweise erkennen wir genau dieses Wirken Gottes dann oft erst in der Retrospektive: wenn wir zurückschauen, wenn wir sehen, wo aus einer schlimmen Situation etwas Gutes gewachsen ist, wenn wir erleben und zurückschauen und sehen, dass eine Wunde verheilt ist oder etwas besser geworden ist.</p>



<p>Gott kennt uns, und er weiß, dass wir so sind. Er weiß, dass es uns schwerfällt, im Moment des Unglücks hoffnungsvoll zu bleiben. Und er weiß auch, dass wir oftmals – wenn die Sache hinter uns liegt und eine Weile Gras drüber gewachsen ist – dann doch feststellen:&nbsp;<strong>Er war da. Wir waren nicht allein.</strong></p>



<p>Die Hoffnung unserer Jahreslosung steht genau in dieser Spannung: in der Spannung von einem Rückblick –&nbsp;<strong>Jesus Christus ist gestorben und auferstanden. Er hat bereits überwunden. Er hat bereits gesiegt. Es ist vollbracht.</strong>&nbsp;Und auf der anderen Seite die Hoffnung eines Ausblicks:&nbsp;<strong>Genau dieser Jesus wird wiederkommen und er wird vollenden, was jetzt gerade noch nicht vollkommen ist.</strong></p>



<p><strong>„Siehe, ich mache alles neu“</strong>&nbsp;heißt: Schau nicht auf das, was gerade ist, sondern auf das, was Gott verheißen hat.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">2. „Ich“ – Gott selbst spricht</h3>



<p>Weiter geht es mit dem Wörtchen „ich“. Und obwohl uns allen klar ist, dass hier von Gott die Rede ist, spüre ich so einen ganz kleinen Funken Hoffnung in mir, dass es vielleicht doch ich sein könnte. Also ich persönlich – ich als Macher. Denn wie cool wäre es, wenn ich alleine die Probleme meiner Welt, unserer Welt lösen könnte?</p>



<p>Wie cool wäre es, wenn mein Versuch, meinen CO₂-Abdruck gering zu halten, wirklich dafür sorgen könnte, dass der Klimawandel gestoppt wird? Oder wie cool wäre es, wenn mein Beitrag, faire Kleidung oder faire Lebensmittel zu kaufen, wirklich dafür sorgen würde, dass es keine Sklaverei mehr gibt? Oder wie cool wäre es, wenn der übermäßige Konsum an Weihnachten nicht dafür sorgen würde, dass meine Neujahrsvorsätze „Fasten“ und „Sport“ lauten müssten?</p>



<p>Es wäre einfach cool, wenn ich sagen könnte:&nbsp;<strong>„Siehe, ich mache alles neu“</strong>&nbsp;– und es wird tatsächlich alles neu. Aber das steht da nicht.</p>



<p>Wenn dort steht: „Siehe, ich mache alles neu“, dann sprechen wir dort von Gott.</p>



<p>Ein paar Verse vor unserer Jahreslosung – in Vers 2 – beschreibt Johannes die Gemeinde Gottes als eine geschmückte Braut:</p>



<p>„… und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.“</p>



<p>Wenn Gott hier direkt mit uns spricht und sagt: „Ich mache alles neu“, dann meint er:&nbsp;<strong>Du und ich – wir müssen nichts leisten. Wir können es auch nicht.</strong>&nbsp;Wir schmücken uns nicht selbst, sondern&nbsp;<strong>er</strong>&nbsp;schmückt uns. Er macht uns schön. Er vergibt unsere Schuld. Er macht uns frei. Er schenkt uns ein Leben in Ewigkeit.</p>



<p>Denn:&nbsp;<strong>„Siehe, ich mache alles neu“</strong>&nbsp;heißt: Wir strahlen durch seine Gnade – und nicht durch unsere Leistung.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Gott spricht hier zweimal direkt</h4>



<p>Noch ein zweiter Gedanke zu diesem „Ich“: Ich habe gerade gesagt, hier spricht Gott selbst – kein Engel, kein Prophet, kein Mittler. Im Buch der Offenbarung spricht Gott nur zweimal direkt: einmal ganz am Anfang (Kapitel 1, Vers 8: „Ich bin das A und das O“) und einmal ganz am Ende – hier, in unserer Jahreslosung.</p>



<p>Diese direkte Rede erinnert an den Anfang der Bibel, an den Anfang der Menschheitsgeschichte:&nbsp;<strong>Als Gott spricht: „Es werde Licht“ – und es ward Licht.</strong></p>



<p>Wir leben, weil Gott einmal gesprochen hat – ganz am Anfang der Weltgeschichte. Und wir werden in Ewigkeit leben, weil Gott noch einmal spricht: am Ende der Weltgeschichte, so wie wir sie kennen.</p>



<p>In Offenbarung 21,3 steht: „… und er wird bei ihnen wohnen.“ Das heißt: In der neuen Welt wird es keine Trennung mehr geben zwischen Gott und uns. Es wird niemanden mehr geben, der dazwischen steht. Keine indirekte Rede mehr. Gott wird direkt ansprechbar sein.</p>



<p>Wenn dort steht:&nbsp;<strong>„Siehe, ich mache alles neu“</strong>, heißt das damit auch:&nbsp;<strong>Weil sein Wort uns am Leben hält, werden wir in der neuen Welt mit Gott ewig leben.</strong></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">3. „Mache“ – Gottes Handeln und unser Handeln</h3>



<p>Jetzt aber genug geredet, genug gehört, genug gesagt – gehen wir weiter zum „Machen“, zum Tun.</p>



<p>Ich habe einmal den Satz gehört:&nbsp;<strong>„Wir können uns Betten kaufen, aber keinen Schlaf.“</strong>&nbsp;Das soll bedeuten: Es gibt Dinge in unserer Welt, die für uns unverfügbar bleiben. Dinge, die allein in Gottes Hand liegen.</p>



<p>Und ich habe vorhin gesagt: Wenn Gott sagt „Ich mache alles neu“, dann heißt das:&nbsp;<strong>Er handelt – nicht wir.</strong>&nbsp;Und ich bleibe dabei.</p>



<p>Aber diese Aussage – sein Tun – soll uns nicht in eine Handlungsunfähigkeit bringen. Sie soll nicht dafür sorgen, dass wir nichts mehr tun. Nur weil ich den Klimawandel allein nicht stoppen kann oder die Sklaverei auf unserer Welt nicht beenden kann, kann ich trotzdem meinen Beitrag dazu leisten, dass es irgendwann einmal so weit ist. Und natürlich kann ich mir guten Schlaf nicht kaufen – aber ein richtig gutes Bett und eine gute Matratze tragen schon sehr viel dazu bei, dass es klappen könnte.</p>



<p>Unser Gott ist kein theoretischer, kein „zerdenkender“ Gott. Er ist ein Gott, der praktisch wirkt. Und er wirkt&nbsp;<strong>durch das Natürliche</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>durch das Übernatürliche</strong>. Er wirkt durch die perfekte Matratze, die irgendwann mal ein sehr schlauer Mensch entwickelt hat. Und er wirkt durch den perfekten Schlaf, den kein Mensch dieser Welt jemals machen oder herstellen könnte.</p>



<p>Wer nur auf das Natürliche vertraut, der verpasst die großen Wunder, die Gott tut – und hat die Hälfte der Bibel irgendwie nicht richtig gelesen. Wer nur auf das Übernatürliche vertraut, der hat die andere Hälfte der Bibel nicht richtig gelesen und verstanden. Denn Gott kam als Sohn, als Mensch auf diese Welt – als du und als ich. Als ein Mann, der auf Matten schlief, der Wein trank, der Brot aß, der auch mal überreizt war von den vielen Menschen, vom Lärm und von dem, was auf ihn einprasselte.</p>



<p>Die Bibel erzählt nicht von einem Gott, der ausschließlich und immer übernatürlich wirkt.</p>



<p>Darum heißt&nbsp;<strong>„Siehe, ich mache alles neu“</strong>: Du darfst dich ausstrecken nach Gottes Wirken – nach seinem Wirken im Natürlichen und im Übernatürlichen.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">4. „Alles“ – Trost, der bleibt, und Neuheit, die alles verändert</h3>



<p>Jetzt sind wir beim Begriff „alles“ angekommen – und damit auch ein bisschen am Knackpunkt unserer Jahreslosung. Es wird noch mal richtig spannend, aber auch ein bisschen knifflig. Denn hier steht:&nbsp;<strong>„Ich mache alles neu“</strong>. Nicht etwas. Nicht ein bisschen. Nicht ein Stück. Nicht eine einzelne Komponente. Sondern: alles.</p>



<p>Und dieses „alles“ beinhaltet zwei konträre Aussagen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Es wird etwas geben, das bleibt.</strong></li>



<li><strong>Und zugleich wird gar nichts bleiben – alles wird neu.</strong></li>
</ol>



<p>Schauen wir uns das genauer an.</p>



<p>In Vers 4 von Kapitel 21 – direkt vor unserer Jahreslosung – steht ein Vers, der ganz oft bei Beerdigungen gelesen wird:</p>



<p>„Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“</p>



<p>Was uns der Text damit verrät:&nbsp;<strong>Es gibt Leid. Es gibt Schmerz. Es gibt Trauer. Es gibt Tod.</strong>&nbsp;Unsere Jahreslosung – die Perspektive auf eine Ewigkeit mit Gott – verneint nicht das Leid, das wir jetzt gerade spüren und fühlen.</p>



<p>Wenn Gott sagt: „Siehe, ich mache alles neu“, meint er nicht, dass all die Dinge, die wir hier auf der Erde erleben und erleiden müssen, nicht echt oder nicht ernst zu nehmen sind. Er sagt nicht: „Heul leise, Chantal.“ Er sagt:&nbsp;<strong>„Ich werde eure Tränen abwischen.“</strong>&nbsp;Ich nehme euch ernst in eurem Leid – und ich werde es überwinden.</p>



<p>Wenn ich euch also heute Abend sage, dass nicht alles „einfach so“ neu wird, dann meine ich damit: Schmerz und Trauer werden nicht einfach vergessen sein – sondern sie werden vollständig getröstet und geheilt werden. Schmerz und Trauer werden bei Gott nicht einfach vergessen sein – sondern vollständig getröstet und geheilt.</p>



<p>Das ist der Teil an „alles“, der bleibt.</p>



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<h3 class="wp-block-heading">5. „Neu“ – nicht nur eine neue Version, sondern eine neue Welt</h3>



<p>Für die zweite Komponente – dass gar nichts bleibt, dass alles neu wird – schauen wir uns den letzten Begriff an:&nbsp;<strong>„neu“</strong>.</p>



<p>In unserem Leitbild als Gemeinde steht:&nbsp;<strong>„Wir schätzen gewachsene Traditionen und lieben Innovationen.“</strong>&nbsp;Ich glaube, spätestens an Weihnachten erleben wir genau das hier in Großgrabe. Wir versuchen jedes Jahr aufs Neue, die Weihnachtsgeschichte irgendwie neu zu inszenieren. Wir versuchen ein neues Krippenspiel zu schreiben, die Lieder cool und neu zu arrangieren. Wir versuchen einen neuen Fokus in der Predigt zu setzen, damit die, die jedes Jahr herkommen, wieder mal etwas Neues hören.</p>



<p>Aber anders als an Weihnachten, wo wir versuchen, einen unverrückbaren Kern – Jesu Christi Geburt – in einem neuen Gewand darzustellen, schafft Gott nicht einfach nur eine neue Version unserer Welt. Er macht nicht einfach nur die Meere grün und das Gras blau.</p>



<p>Er sagt:&nbsp;<strong>„Ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde.“</strong>&nbsp;Das Alte wird vergehen. Nichts wird bleiben, wie es vorher war. So wie wir die Welt jetzt kennen, wird es sie dann nicht mehr geben.</p>



<p>Ich finde das schwer zu begreifen. Und ich habe darüber nachgedacht und dachte dann: Stellt euch mal vor – vielleicht erinnert ihr euch auch noch –, was als Letztes in eurem Leben einmal „neu“ war: ein neues Hobby, das ihr begonnen habt; ein neuer Jahresvorsatz vor fünf Tagen; eine neue Beziehung; eine neue Freundschaft; ein neues T-Shirt – irgendetwas, das ihr euch neu zugelegt habt.</p>



<p>Alles, was wir uns auf dieser Welt neu machen, neu anschaffen können, wird zu irgendeinem Zeitpunkt nicht mehr neu sein. Es wird einen Zeitpunkt geben, an dem ihr nicht mehr sagen könnt: „Ich habe das Hobby erst seit gestern angefangen.“ Ihr könnt nicht mehr sagen: „Das T-Shirt ist neu.“ Es wird einen Zeitpunkt geben, wo das Neue, was ihr erlebt oder habt oder geschaffen habt, vergangen ist.</p>



<p>Und in Gottes neuer Welt passiert genau das nicht. Diese neue Welt, die er schafft, wird zu keinem denkbaren Zeitpunkt jemals „nicht neu“ sein. Gott macht eine Welt, die für immer und ewig neu bleibt – nicht vergänglich.</p>



<p>In&nbsp;<strong>Vers 1</strong>&nbsp;heißt es: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.“ Und in unserer Jahreslosung heißt es: „Siehe, ich mache alles neu.“ Dieses „neu“ aus Vers 5 bezieht sich auf das „neu“ aus Vers 1: auf den neuen Himmel und die neue Erde.</p>



<p>Und daran ist erkennbar – Achtung, großer Schock: Diese Jahreslosung wurde Johannes 95 nach Christus nicht für das Jahr 2026 eingegeben. Ja, ich weiß: enttäuschend. Denn es geht nicht darum, welche Wandfarbe du 2026 im Wohnzimmer neu streichst. Es geht auch nicht darum, welche neue berufliche Entscheidung du triffst. Es geht nicht darum, was sonst im Jahr 2026 für dich neu wird.</p>



<p>Wenn in der Jahreslosung steht: „Siehe, ich mache alles neu“, dann heißt das:&nbsp;<strong>Das Neue von Gott trägt nichts Altes mehr in sich.</strong>&nbsp;Himmel und Erde werden vergehen – und etwas komplett Neues wartet auf uns.</p>



<p>Ganz schön viel Inhalt für fünf kleine Worte, oder?</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Für wen gilt diese Verheißung?</h3>



<p>Und auch wenn die Jahreslosung wirklich schön ist – und ich finde, in unserer gesellschaftlichen und politischen Lage momentan wirklich sehr aktuell wirkt –, ist sie nicht explizit „für 2026“ gegeben worden. Aber ihre Perspektive soll etwas an unserem Jahr 2026 verändern.</p>



<p>Diese Jahreslosung ist kein Automatismus. Gott sagt nicht: „Wenn irgendwas blöd läuft in der Welt – egal, ich mache sowieso alles neu.“ Sondern in Vers 7 heißt es:</p>



<p>„Wer überwindet, der wird dies ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.“</p>



<p>Die letzte Frage, die dieser Text also aufwirft, ist die Frage nach dem Adressaten: Wer ist hier gemeint? Wer ist angesprochen? Für wen ist diese Perspektive gedacht?</p>



<p>Es heißt:&nbsp;<strong>„Wer überwindet.“</strong>&nbsp;Anders übersetzt: Wer besiegt. Und was besiegt? Den Tod und die Sünde.</p>



<p>Und jetzt darf mal jeder kurz in sich gehen und überlegen: Wann hat er das letzte Mal Tod und Sünde überwunden?</p>



<p>Wenn das der Anspruch ist, dann ist diese Jahreslosung für niemanden von uns geschrieben – weil niemand von uns Tod und Sünde überwinden kann. Denn das kann nur einer.</p>



<p>Wieder in der Offenbarung – diesmal Kapitel 5, Vers 5 – steht:</p>



<p>„Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda.“</p>



<p>Jesus Christus hat den Tod und die Sünde bereits überwunden. Er hat sie bereits besiegt. Und wer darauf vertraut, wer das glaubt, wer sich auf diese Wahrheit stellt:&nbsp;<strong>Für den gilt diese Perspektive.</strong></p>



<p>„Siehe, ich mache alles neu“ – für den gilt diese Perspektive 2026, 2027, bis ans Ende deines Lebens und vor allem – in allererster Linie – darüber hinaus.</p>



<p>Weil Jesus den Tod überwunden hat, werden wir ihn auch überwinden. Weil Jesus gesiegt hat, werden wir auch einmal siegen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Was nimmst du für 2026 persönlich mit?</h3>



<p>Gott spricht:&nbsp;<strong>„Siehe, ich mache alles neu.“</strong></p>



<p>Und das heißt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Schau nicht auf das, was gerade ist, sondern auf das, was Gott verheißen hat.</li>



<li>Wir strahlen durch seine Gnade – nicht durch unsere Leistung.</li>



<li>Weil sein Wort uns am Leben erhält, werden wir in Ewigkeit mit ihm leben.</li>



<li>Streck dich 2026 aus nach Gottes Wirken – im Natürlichen und im Übernatürlichen.</li>



<li>Und sei gewiss: Dein Schmerz und deine Trauer und das, was heute gerade richtig blöd läuft, ist bei Gott nicht vergessen, sondern vollständig getröstet und geheilt.</li>



<li>Denn: Das Neue von Gott trägt nichts Altes mehr in sich. Himmel und Erde werden vergehen, und etwas komplett Neues wartet auf uns.</li>
</ul>



<p>Denn Gott spricht:&nbsp;<strong>„Siehe, ich mache alles neu.“</strong></p>



<p>Amen.</p>
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		<title>Neujahrsgottesdienst</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2026 13:00:00 +0000</pubDate>
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