<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" standalone="no"?><!--Generated by Site-Server v@build.version@ (http://www.squarespace.com) on Wed, 05 Aug 2026 04:44:15 GMT
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  <p data-rte-preserve-empty="true" class="">Das trübe Licht fiel durch das Gitter des Käfigs und zeichnete dick karierte Schatten auf den Boden. Die Luft war durchtränkt von fremden Lauten: Das Scharren und Geplänkel wilder Tiere. Manchmal stießen sie gegen weit entfernte Gitter und verursachten einen schallenden Lärm. Dazwischen hallte das markante Kratzen von scharfen Krallen auf hartem Untergrund. Lara fuhr zusammen, jedes Mal, wenn es passierte. Das Knurren und die scharrenden Töne waren verstörend. Lara hatte nicht die geringste Ahnung, von welchen Tieren die Geräusche stammten. Sie hatte ihnen lange zugehört, doch sehen konnte sie die Biester nicht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Einige Meter vor ihr führte ein Gitter bis zur Decke des Raums. Alle weiteren Wände waren geschlossen. Lara hatte die Hände in den Ärmeln ihrer blauen Jacke vergraben und ihren Haarschopf unter ihrer Kapuze versteckt. Ihre bloßen Füße waren unter ihrem Schneidersitz verborgen. Den Kopf hielt sie immer unten. Seit sie in den zimmergroßen Käfig gedrückt worden war, hatte sie ihren Platz nicht mehr verlassen. Sie wagte es nicht. Die Tiere waren nicht bei ihr, das wusste sie, doch diese Kreaturen waren nicht der Grund für ihre Angst.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara war nicht allein. Sie teilte ihr Gefängnis mit diesen anderen, mit diesen Knochenwesen – den Feinden des Lichts. Nichts trennte sie von Lara, nur der Abstand, den sie glücklicherweise hielten. Sie hatte mehrfach mit dem Gedanken gerungen, ihren Kopf zu heben, bloß um zu sehen, was sie taten. Die Furcht, auf ihre glühenden Augen zu treffen, hielt sie davon ab. Lara erinnerte sich an ihre furchteinflößende Erscheinung, an den fahlen Ton ihrer Panzerung und an die monströsen, entblößten Zähne. Wie ein Echo huschten die Bilder durch ihren Kopf.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Es war ein Alptraum.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Die schrillen Rufe und der Lärm ihrer Flucht hallten durch ihre Erinnerung. Die Panik und das Licht waren unausweichlich gewesen. Lara war durch Gänge geschoben worden, in eine grelle Kammer, und schließlich in eine große Halle mit Käfigen zu allen Seiten. Ihre Finger hatten versucht sich an den groben Gitternetzstäben festzukrallen, doch die verängstigte Menge hinter ihr hatte es nicht zugelassen. Lara hatte nach Hilfe gerufen, aber die Schreie der anderen hatten ihre Panik ganz einfach verschluckt.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Währenddessen hatte sie nach ihm Ausschau gehalten. Nach diesem Wesen mit den stechend gelben Augen. Sie hatte nach ihm gesucht, zwischen den knochigen Kreaturen und den Gittern, doch sie hatte ihn nicht wiedergefunden. Seine gelben Augen waren wie Magnete gewesen, in den Schatten seines Gesichts. Der Gedanke allein schickte einen Schauer über ihren Rücken und zerrte sie zurück in die Wirklichkeit. Ihr Hals brannte vom Schreien. Ihre Augen tränten, obwohl es im Käfig nahezu dunkel war.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara holte Luft, so vorsichtig sie konnte. Ihre Anwesenheit schien nichtig zu sein. Die Knochenwesen waren bewegungslos und still. Nichtsdestotrotz versuchte Lara unbemerkt zu bleiben. Wie so oft korrigierte sie den Saum ihrer Jacke, indem sie ihn weiter über ihre Finger zog. Die bloße Bewegung zeugte von den Blessuren ihrer Flucht. Der Sturz vom Tisch, die steinerne Wand und das Gedrängel der Fremden hatten bedenkliche Spuren hinterlassen. Durch ihre Schläfen pochte ein dumpfer Schmerz. Lara unterdrückte das Verlangen, ihre Finger daran zu pressen. Unter ihrer Kapuze war es stickig und heiß. Sie hatte kein Gefühl dafür, wie viele Stunden bereits verstrichen waren, doch sie trachtete danach, ihre Glieder zu strecken und diesem grauenhaften Käfig zu entrinnen. Die Ungewissheit nagte an ihrer Selbstbeherrschung und das Warten wurde unerträglich.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ein schallender Aufschlag dröhnte durch die Halle. Er brach sich an den Wänden und erzwang ein erdrückendes Schweigen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Laras Puls schnellte nach oben. Sie spannte jede Faser ihres Körpers und lauschte, während das Echo allmählich verhallte. Mit der Stille kehrte das Scharren der Tiere zurück. Ihre Krallen kratzen über den Boden und etwas stieß gegen ein Gitter, viel näher als zuvor. Neben ihr rührte sich etwas. Lara hielt den Atem an. Beinahe zeitgleich krachte Metall auf Metall, ein Stück außerhalb des Käfigs. Fußstapfen waren zu hören – und seltsame Stimmen. Sie klangen rau und bedrohlich und keinesfalls menschlich.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Die Geräusche der Schritte kamen näher. Es musste eine Gruppe sein, die sich irgendwo in der Halle bewegte. Sie kam von links auf sie zu. Lara blinzelte unter dem Rand ihrer Kapuze hervor. Eine schwammige Mischung aus fahlem Licht und lauernder Dunkelheit schlug ihr entgegen. Die frische Luft war eine Erleichterung. Sie versuchte nach der Gruppe zu sehen, doch sie saß viel zu weit weg vom Gitter, um etwas zu erkennen. Die knochigen Wesen kauerten am Boden. Sie hatten die Köpfe eingezogen und ihre klauenhaften Hände um ihre Körper geschlungen. Ihre dicken, kabelhaften Fortsätze hingen bewegungslos hinab. Ihre Augen reflektierten im dämmrigen Licht, in ungewöhnlich grellem Ausmaß. Ihre leeren Blicke wanderten umher. Lara konnte spüren, wie angespannt und irritiert sie waren. Als hätten sie Angst.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara erschauderte und zwang ihren Blick auf die Gitternetzstäbe vor ihr. Sie waren massiv. Durch die Aussparungen drängte spärliches Licht. Wieder waren Stimmen zu hören. Sie bedienten sich einer Sprache, die Lara noch nie zuvor gehört hatte.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Kará vrat narthek. Kruz ror kar skra ner.“ Der Sprecher war bereits bedenklich nahe. Die Gruppe folgte der Stimme. Das Licht vor den Gittern wurde von Schatten durchbrochen. Ausgerechnet vor ihrem Käfig kam die Gruppe zum Stillstand.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara stierte unter ihrer Kapuze hervor, auf die massiven Stäbe und die Gestalten dahinter.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Azskor Zhaikes, Minara kará tteh.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Jemand trat näher. Die Knochenwesen wichen zurück. Auch Lara rutschte rückwärts und traf mit dem Rücken auf Widerstand. Es war die Rückwand des Käfigs. Ihr Herz raste schneller. Eine Hand näherte sich den Stäben und umfasste das dunkle Material. Noch mehr der Insassen drängten rückwärts, krochen auf allen Vieren und stießen aneinander. Lara presste ihre Beine gegen den Boden und drückt sich hoch. Ihre blassen Finger rutschten über die glatte Wand. Ihre Muskeln protestierten.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Kothar kruz k'ezskhavo ná?“, sprach jemand aus dem Hintergrund.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Eine zweite Stimme antwortete verhältnismäßig ruhig: „Ke'kará heskozs.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Resske!“ fauchte ein anderer. Womöglich war es auch der erste Sprecher gewesen. „Ke'kará ven arza toh Csrenas. Ke'tako ne kyrr a vez!”</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Es dauerte kurz, bis jemand eine Antwort gab. Es war unmöglich die Sprechenden zu unterscheiden, geschweige denn zu erkennen, wie viele es waren. Ihre Stimmen wirkten dissonant. Manche Silben ertönten doppelt und zur selben Zeit, jedoch in unterschiedlichen Frequenzen. Manchmal mischte sich ein Knurren in ihre Worte. Das Gespräch selbst kippte in eine Diskussion. Eine Äußerung folgt der anderen. Die Sätze wurden kürzer und aufgebrachter. Immer wieder kam eine Antwort.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Plötzlich erhob sich eine Stimme über alle anderen: „Nor kar TAR!!“ Es war der Fremde direkt am Gitter. Seine Worte stießen durch den Raum. Die wenigen Silben hatten genügt und alle anderen waren verstummt. „Narkk’nytar Minara“, sprach er weiter. „Treo khra.“ Seine düstere Stimme erzeugte Gänsehaut. Sie war tief und auf seltsame Art metallisch. Jede Silbe war von Dunkelheit geprägt.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zwischen den Gittern ertönte ein scharrendes Geräusch. Massive Bolzen wanden sich im Schloss, während sich die Schatten bewegten. Ein Teil des Gitters schob sich seitwärts. Eine bedrohliche Silhouette formte sich zwischen den Stäben. Der Glanz eines Auges hob sich davon ab. Es starrte sie an. Lara konnte nicht verhindern, den Blick zu erwidern. Sie suchte nach dem Augenpaar, doch anstelle des zweiten Auges funkelte ein unscheinbares Licht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Das Tor zum Käfig kam zum Stillstand. Lara schnappte nach Luft. Die neugewonnene Helligkeit erfasste den Platz, an dem sie stand, und umfing auch das Wesen ein Stück entfernt. Es blickte ihr entgegen, mit Abneigung und Hass zugleich. Seine Gestalt erinnerte an die eines Menschen, zwei Beine und zwei Arme, doch seine Züge waren widernatürlich und fremd. Metall bedeckte eine Hälfte seines Gesichts. Silbrig und detailreich zog es sich über sein rechtes Auge und die zugehörige Wange und endete am Ohr. Das feine Licht leuchtete ihr entgegen, wie ein Ersatz für die verdeckte Pupille. Hinter ihm entfalteten sich vier lange, kräftige Gliedmaßen, wie die knochigen Überreste von Flügeln. Ihre scharfen Kanten und Spitzen malten ungeheure Schatten in das Licht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara wollte laufen, doch ihre Beine rührten sich nicht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Nerccin dra nin laija“, verkündete ihr Besucher wie eine höhnische Begrüßung. Währenddessen fixierte er sie mit einer derartigen Spannung, dass selbst die gröbsten physischen Unterschiede nicht reichten, um seine rohe Wut zu kaschieren. „Sdaa enjor’a’lar de ni, Minara.“ Seine Haltung wirkte straff und unerschütterlich. Kraftvolle Atemzüge ließen seine breiten Schultern auf und nieder sinken. Der letzte verstarb in einem schaurigen, abgrundtiefen Knurren.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara glotzte ihn mit großen Augen an.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Nesda, Minara!!“, fauchte er plötzlich.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Sie erschrak so sehr, dass ihr Kopf gegen die Wand stieß. Der Schmerz war beträchtlich, doch sie machte keinen Mucks.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Der Fremde kippte sein Haupt in einer wütenden Geste und inspizierte Laras gesamten Körper. Für einen Moment tat er nichts anderes, während das Gezanke der Tiere aus dem Hintergrund drang. Eine Regung huschte über sein Gesicht, doch Lara konnte nicht entziffern, was es war. Wieder holte er Luft und entgegen jeder Erwartung war seine Stimme ein Flüstern – vertraute Silben aus Eis und Metall: „Ich erwarte eine Erklärung, <em>Minara</em>. Warum bist du auf meinem Schiff?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara konnte nicht sprechen. Sie blinzelte, um den Schock zu vertreiben. Seine Worte wälzten sich durch ihren Verstand und schienen sich zu verlieren.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Antworte!!“, rief er durch den Käfig. „Antworte mir!!“ Entsetzlich starke Schritte tilgten die Distanz.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara hörte ihren Schrei, der von überall zwischen den Gittern widerhallte. Das Wesen packte sie am Hals und zog sie nach oben. Laras Hände schnellten empor und umklammerten seinen Arm. Ihre Finger trafen auf Metall. Kalte Krallen pressten sich um ihren Hals. „Nei-n-“ Ihre Stimme versagte. Ihre Beine zuckten durch die Luft.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Er war direkt vor ihr.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Sieh an“, schnarrte er in ihr Gesicht. Sein sichtbares Auge war zu einem schmalen Schlitz verengt. „Es versteht mich!“ Er schnaubte boshaft und lehnte sich auf Armeslänge zurück.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara rang vergeblich nach Luft. Der Versuch etwas zu sagen, endete in einem Röcheln. Das fremde Wesen blieb unbeeindruckt. Es betrachtete ihr kreidebleiches Antlitz mit erschreckend kühler Miene. Ihre Muskeln verkrampften sich. Sie spürte die fremde Substanz unter ihren Händen und suchte verzweifelt nach Halt. Ihre Finger bohrten sich zwischen dicke, metallische Stränge. Sie tastete nach allem, was sie greifen konnte. Ihre Lungen brannten und gierten nach Luft. Sie trat nach ihm. Ein Fuß nach dem anderen traf auf Widerstand, ohne Schaden anzurichten. Ihre Kraft reichte nicht aus.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Seine Lippen entblößten weiße, spitze Zähne. Er sprach ruhig, doch jedes Wort glich einer Drohung: „Wer bist du?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara spürte, wie das Blut in ihrem Kopf zirkulierte. Der Druck rauschte in ihren Ohren und presste gegen ihren Schädel. „Bitt-h“, keuchte sie und zerrte an den kalten Strängen seines Unterarms. Ihre Finger stießen auf Drähte. Sie packte zu, so fest sie konnte, und riss die Drähte zu sich. Ein Zappen ertönte und seine Krallen sackten von ihrer Kehle. Sein Blick schnellte überrascht zu seiner Hand und Lara stürzte zu Boden. Aus dem Hintergrund vernahm sie die rasche Bewegung der Knochenwesen und einige Wortfetzen von außerhalb des Käfigs.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara schnappte reflexartig nach Luft. Schwarze Flecken überlagerten ihr Sicht und sie musste husten. Ihre Hände tasteten nach ihrem Hals. Wo war ihr Gegner? Sie stieß gegen die Wand und rappelte sich hoch. Ihre Knie bebten. Ihre Kapuze rutschte von ihrem Kopf und aus ihrem Zopf lösten sich lange, rote Strähnen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zu ihrer Verblüffung war auch ihr Angreifer zurückgetreten und musterte sie von oben herab. Lara konnte nicht verhindern, dasselbe zu tun. Er war riesig. Mindestens zwei Köpfe größer als sie selbst. Seine Haut war grünlich grau und dunkler als die ihre. Er trug eine Art Rüstung in einem ähnlichen Farbton, doch Lara konnte nicht bestimmen, was davon nur Kleidung war und was tatsächlich zu seinem Körper gehörte. Die grünliche Farbe und die Struktur der gepanzerten Elemente erzeugten einen verstörend organischen Eindruck.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Sein Gesicht war von straffem Ernst geprägt. Markante Wangenknochen verliefen in einer Linie mit zwei spitzen Ohren, wobei die rechte Gesichtshälfte stets verborgen blieb. Er besaß keine Haare. Stattdessen führten mehrere anliegende Hörner über seinen Schädel – wie verhornte, kantige Bögen –vom nicht vorhandenen Haaransatz bis an seinen Hinterkopf. Die Enden standen schwungvoll nach hinten ab. An seinen Schläfen und hinter seinen Ohren saßen vier lange <em>Fühler</em>, doch sie wirkten monströser, als wären sie eine Kreuzung aus Krustentier und Insekt. Sie waren mehrfach gegliedert und befanden sich nahe an seinem Kopf. Die vorderen beiden zeigten zu Lara und die hinteren beiden zurück. Einer davon vollführte eine zuckende Bewegung.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara presste sich an die Wand. Sie sah nach unten und fixierte das, was eben noch ihren Hals umklammert hatte. Silbriges Material ersetzte seine Finger. Sein linker Arm endete in eine Prothese. Der Übergang von Metall zu Haut war fließend. Ihre Augen folgten den dicken Stränge seines Unterarms und stoppten am Handgelenk. Zwei markante Drähte waren herausgerissen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Willst du nun sprechen?“, schnappte er plötzlich und schenkte den Drähten einen genervten Blick. „Oder willst du das wiederholen?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Seine Drohung zappte wie Strom durch ihr Rückgrat. Seine Aussprache war schräg. Die Betonung war falsch und er machte Pausen, wo keine hingehörten.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„N-Nein“, stotterte sie. „Ich-“ <strong>Was war die Frage? Er hat von einem Schiff gesprochen. Was für ein Schiff?!</strong> „I-ich…“ Ihr Kehlkopf tobte. Lara griff danach und rieb die wunde Haut.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Ich <em>warte</em>“, sprach er langsam und gereizt.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„I-Ich bin gemeinsam mit den anderen hierhergekommen. Aber, ich-ich weiß nicht… Ich war nicht… Ich war am See.“ Weshalb war sie am See gewesen?? „V-Vielleicht gab es ein Missverständnis?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Seine Miene verfinsterte sich. „Ich mache keine Missverständnisse, Minara<em>.</em>“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ihre Lippen pressten aneinander. Ihr Unterkiefer bebte. Sie hatte nicht die geringste Ahnung, weshalb sie hier war. Zudem wirkte ihr Gegenüber mit jedem Moment ein wenige mehr verärgert. In seinem Auge loderte sein Zorn. „I-ch…“ Was sollte sie ihm sagen? Und was meinte er mit <em>Minara</em>? „Ich d-denke, Sie verwechseln mich-“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Warum hast du überlebt?!“, fuhr er sie an.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Ich weiß es nicht!“, japste sie. <strong>Was war das für eine Frage?!!</strong> Die letzten Stunden waren schrecklich gewesen. Lara war fast durchgehend geflüchtet oder hatte sich versteckt. Ihre Erinnerung beschränkte sich auf Dunkelheit und Licht. „Ich hatte Glück.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Eines der Antennen-Dinger zuckte zu ihr, während sein skeptisches Auge sie festhielt. Schließlich öffnete er den Mund, als ob er noch etwas zu sagen hätte, doch anstatt zu sprechen, blickte er bloß auf sie herab, in einer Mischung aus Arroganz und Verachtung. Letztendlich zog sich der Hauch eines Grinsens über die linke Hälfte seiner Lippen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara starrte ihn an. Von ihrer Braue tropfte Schweiß. Ihre Worte steckten fest, denn ganz gleich, was sie jetzt sagte, er würde es nicht glauben. Nichts schien plausibel. Nicht bei alldem, was ihr passiert war. Lara sah ihm zu, während er sich aus seiner Haltung löste. Sie wollte zurückweichen und spürte die Wand in ihrem Rücken. Seine Bewegungen glichen jenen eines Raubtiers. Seine rechte, biologische Hand wanderte zu einem Griff an seiner Kleidung und zog langsam ein Messer ins Licht. Die Klinge schimmerte schwarz und war länger als Laras Unterarm. Ihre Knie gaben nach. Schwindel wirbelte durch ihren Kopf, doch die Verzweiflung siegte. „Warte!!“ Sie riss panisch die Hände nach oben. „H-Hör’ zu... ich… i-ich…“ Ihre Stimme zerbrach zu heißerem Geschrei. „<em>Bitte</em>! Ich sage dir alles, was ich weiß! Ich war am See! Ich dachte, es wäre ein Traum! Aber ich bin nicht aufgewacht! Ich bin bloß weggelaufen, vor diesen Knochenwesen!“ Sie fuchtelte umher. „B-Bitte hör mir zu, <em>ich weiß nicht, warum ich hier bin</em>!“ Das Monster blieb vor ihr stehen. „Was hast du vor?!“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Sein Antwort war erschreckend und einfach zugleich: „Ich werde dir helfen“, schnarrte er mit eisiger Stimme, „dich zu erinnern.“ Er verstärkte seinen Griff um das Messer. Seine Lippen strafften sich zu einer gefährlichen, unbarmherzigen Fratze. Seine Zähne blitzten im Zwielicht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara spürte, wie die Übelkeit durch ihren Magen schlug. „Ich sagte doch, i<em>ch weiß es nicht!!</em>“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Mh-hm“, machte er und beugte sich zu ihr hinab. Seine absonderlichen Gesichtszüge entspannten sich für einen winzigen Moment. „Du hast dein Gedächtnis verloren.“ Sein stechendes Auge blitzt sie aus nächster Nähe an. Seine Iris war giftig grün. „Was für eine Unglück, dass ihr immer dasselbe Schicksal erleidet.“ Es klang beinahe nach Mitgefühl, doch der zynische Tonfall ließen sich nicht leugnen. Gleich darauf wurde er ernst: „Du gehörst nicht zu denen.“ Er nickte zu den knochigen Wesen, die ängstlich in den Ecken kauerten. Sein Auge und das feine Licht kehrten zu ihr zurück. „Warum bist du hier? Und woher kommst du?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Salzburg“, antwortete Lara, wie aus der Pistole geschossen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Er holte deutlich Luft, richtete sich auf und atmete mit einem Knurren wieder aus.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Das ist in Österreich“, fügte sie hinzu.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Seine Mimik blieb unverändert.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara schluckte. „Europa?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Wofür hältst du mich?!!“ Mit einem erbarmungslosen Schlag prallte seine künstliche Hand gegen ihr Schlüsselbein. Seine Silberkrallen umschlossen ihre Schulter und pressten sie gegen die Wand. Das Messer schnellte an ihren Hals. Lara schrie auf. Seine Stimme übertönte alles: „Sag mir sofort wo du herkommst!!“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„DAS HABE ICH DOCH! Ich komme aus <em>Salzburg</em>! Das ist eine Stadt! In Europa!“ Ihre Hand umklammert die seine, doch so sehr sie es auch versuchte, sie wurde das Messer nicht los. Die kalte Klinge drückte gegen ihre Haut. Sein schauriges Knurren ratterte aus seiner Kehle. „Euruopa i-st ein Ko-ntinent“, hauchte sie hervor.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Welcher Planet?! Welche Galaxie?!“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Eh-rde. Milch-str-ße!“ Tränen füllten ihre Augen. Ihre Finger bohrten sich in seine Haut. Die Temperatur seiner Hand war enorm. Sie schien zu glühen. Lara realisierte inmitten ihrer Panik, wie sich der Griff um ihr Schlüsselbein ein wenig lockerte.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Erde“, wiederholte er nachdenklich. Er hielt sie immer noch fest, mit seiner künstlichen Hand und der Klinge an ihrem Hals, doch für eine winzige Sekunde war sein Zorn verschwunden.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara starrte zu ihm empor und atmete in knappen Zügen. Sein Stimmungswechsel war unerklärlich, doch auch marginal erleichternd. „Ja-a“, keuchte sie, so deutlich sie konnte. „Erde.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Ist das die Wahrheit?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Sie nickte eilig. „Ja“, ächzte sie nochmal. Die beiden Augen funkelten sie an, in Farbe und Licht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Warum hast du das verschwiegen?“ Mit dem letzten Wort drückte er sie erneut gegen die Wand, nur kurz, als wollte er seine Frage unterstreichen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Die Bewegung stieß ihr die Luft aus den Lunge und ließ sie keuchen. „D-Das war keine Absicht! Mir war nicht klar, dass du den Planeten wissen wolltest!“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ihr seltsamer Gegner schenkte ihr einen ungläubigen Blick. „Hast du eine Ahnung wie unwahrscheinlich das ist?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Du bist der <em>erste</em>, der danach gefragt hat!“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Ich spreche von deiner Herkunft!“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara zuckte zusammen. Sie erwartete geradezu, dass er abermals ausrasten würde, doch aus irgendeinem Grund blieb er ruhig. Er musterte ihr Gesicht so ausgiebig, als könnte er die Wahrheit aus ihren Zügen lesen. Währenddessen zitterte Lara am ganzen Körper. Die Wärme seiner seltsamen Hand sickerte in ihre Finger.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Plötzlich zog er das Messer zurück. Sie ließ sofort von ihm ab, um nicht versehentlich in die Klinge zu greifen, und umfasste stattdessen die kühlen Silberfinger an ihrer Schulter. Sie konnte nicht <em>einen</em> davon abheben. Zu ihrem Entsetzten spürte sie auch, wie er den Griff verstärkte und sie an der Jacke näher zog. Ihr entkam ein verängstigtes Quietschen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Er senkte seinen Kopf auf ihre Höhe und sah sie eindringlich an. „Erdbewohner“, drohte er. „Sollte das eine Lüge sein, war es deine letzte.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara fixierte das biologische Auge vor ihr und nickte erneut. Giftig grüne Punkte umzingelten seine tiefschwarze Pupille und strahlten in allen Nuancen dieser Farbe. Die Form seiner Augenpartie verlieh ihm ein grimmiges Aussehen. Anstelle der Augenbrauen war seine Haut verhornt. Die metallische Maske an der rechten Seite reflektiere das trübe Licht. Eine grobe Narbe verlief von der Unterkante bis hin zu seiner Oberlippe und verlor sich in einem Riss an der Stelle seines rechten Eckzahns. Seine Nase war flach, mit zwei Schlitzen, und erinnerte an ein Reptil. An seinem Kinn befanden sich zwei lange, auffällige Spitzen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Er verengte das eine Auge zu einer warnenden Grimasse und tippte mit den künstlichen Krallen gegen Laras Schlüsselbein. Letztendlich ließ er von ihr ab. Seine Metallhand hinterließ ein prickelndes Gefühl. Sie griff danach und rutschte zu Boden.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ihr Gegner wandte sich ab. „Nakir tar“, knurrte er in Richtung des Eingangs und verstaute das Messer an seiner Kleidung. „Srekk ná tri ekra khun.“ Es klang wie ein Befehl.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Die Insassen des Käfigs drückten sich an die Wände und fixierten das grüne Monster, während es zielstrebig zum Eingang marschierte. Seine Bewegungen wirkten auffällig selbstsicher. Die vier Gliedmaßen an seinem Rücken strecken sich bedrohlich von ihm ab, wie die knochigen Flügel eines Todesengels. Sie erinnerten an lange Krabbenbeine, mit glatter Schale und gefährlichen Spitzen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Sobald er den Eingang erreichte, zog er die Flügel zu sich und trat hindurch. Der Rest seiner Gruppe wartete am Gang. Sie trugen ähnliche Rüstungen, doch sie besaßen keine Insektenfühler und auch keine knochigen Flügel am Rücken.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Seta kin, Khor“, sprach er zu jemandem aus der Gruppe. „Tosk ná!“ Damit verschwand er hinter den Gittern. Die Gruppe folgte ihm. Nur der Angesprochene blieb zurück.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Dieser blickte zu Lara. Gelbe Augen begegneten den ihren. Er trat durch den Eingang, während der Schatten des Käfigs ihn verschluckte, und hob langsam seine Hände. Seine spitzen Zähne blitzten hinter einem schmalen Grinsen hervor. „Tarskar ver, Minara.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Bleib wo du bist!“ Auch Lara hob ihre Hände in einer abwehrenden Geste und stieß an die Rückwand des Käfigs. „Deine Augen“, hauchte sie und fixierte die beiden gelben Punkte in seinem Gesicht. „Das warst du, nicht wahr?“ Sie könnte wetten, dass sie <em>ihn </em>gesehen hatte, mit dem Licht an der Hand, bevor sie überrannt worden war.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Er hatte sie fast erreicht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Komm <em>nicht</em> näher!!“, schrie sie ihn an.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zu Laras Überraschung hielt der Fremde inne. Der Hauch von Verwirrung huschte über sein Gesicht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Wie lautet der Befehl?“, drängte sie und deutete zu jener Stelle, an der die anderen verschwunden waren. „W-Was hat er gesagt?!“ Ihre Stimme zitterte, doch sie gab sich Mühe, mit Nachdruck zu sprechen. Leider ohne Erfolg. Ihre Gegenüber trat abermals auf sie zu. Entweder verstand er kein Wort oder ihm war ihr Flehen egal. Lara blickte zu den Gittern und brüllte dem Wesen mit der Maske hinterher: „WAS HAST DU IHM GESAGT?!“ Laras Forderung verhallte und die Antwort blieb aus.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Der Fremde blieb direkt vor ihr stehen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Was willst du??“, keuchte sie.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Ni ness ridragh’a’lar.” Damit schnellte seine Hand nach vorne und packte ihren Arm.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara erschrak. Anstatt aufzugeben, warf sie sich dem Fremden entgegen. „Lass los!“ Sie schlug mit der Faust nach seiner Brust, doch bevor sie ihn treffen konnte, umfasst er ihr Handgelenk und befördert ihre Faust zur Seite. Die Bewegung drehte ihre malträtierte Schulter und erzeugte einen heftigen Schmerz. Es trieb ihr Tränen in die Augen. Laras gellender Schrei platzte durch die Halle und brach sich an sämtlichen Käfigwänden.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Die Knochenwesen fuhren zusammen. Selbst die Hände des Fremden schreckten zurück, als hätte er sich verbrannt. Für einen Moment starrte er Lara an. Dann griff er erneut nach ihrem Arm. Seine Krallen piksten durch den Stoff ihrer Jacke. Bevor er sie festhalten konnte, wirbelte Lara herum und wickelte sich gewaltsam aus dem Ärmel. Sie hörte ein Reißen und befreite sich aus den Überresten. Ihr Angreifer fasste nach ihrer Hand und traf auf leeren Stoff. Die Jacke fiel zu Boden.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara stolperte zum Ausgang. Sie stürmte durch das Tor hinaus ins Licht. Die Helligkeit stach in ihren Augen. Eine Wand aus Käfigen prangte vor ihr. Sie blickte nach links und entdeckte die grüne Gruppe. Diese drehten ihre Köpfe und deuteten mit spitzen Krallen in ihre Richtung. Jemand lief auf sie zu. Lara strudelte nach rechts und sprintete los. Einige Fetzten der abgehackten Sprache drangen umher.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Die Tiere begannen zu kreischen. Ihre Rufe erfassten Lara von allen Seiten. Sie waren so laut, dass ihre Hände instinktiv zu ihren Ohren zuckten. Eine Kreatur sprang gegen ein Gitter direkt an ihrer Seite. Lara schreckte davor zurück und krachte an den gegenüberliegenden Käfig. Zähne schnappten nach ihren Händen, doch Lara stolperte vorwärts und rannte weiter. Bleiche Gestalten jagten neben ihr her, wie höllische Köter. Blanke Augen leuchteten im Zwielicht. Lara hörte das wilde Fletschen und Kläffen und die Rufe der Fremden. Wieder schnappten Zähne nach den Gittern und bissen sich fest. Lara fuhr zusammen und vernahm eine Bewegung direkt vor ihr.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Ein metallischer Arm blitze durch das Licht und vollführte einen Bogen quer durch den Gang. Es geschah so plötzlich, dass Lara unmöglich ausweichen konnte. Ihr Kopf stieß mit voller Wucht gegen das Metall. Ein höllischer Schmerz explodierte in ihrer rechten Schläfe. Die Welt begann zu kippen. Lara griff nach den Gittern, doch ihre Finger fassten ins Leere. Sie sah die Fratze des Monsters direkt vor ihr. In seinem giftgrünen Auge funkelte ein wilder, hinterhältiger und zugleich euphorischer Ausdruck. Im nächsten Moment sackte sie hinab. Das Licht erlosch und seine teuflische Stimme verfolgte sie bis in die Dunkelheit.</p>


  










  
  <p data-rte-preserve-empty="true"><span class="sqsrte-text-color--black">Beta Version von Fremdling © Kathaja Krim.</span></p>


  










  



  <hr />
  
    
    



  


  
  <h4 data-rte-preserve-empty="true">Nachricht von Kathaja:</h4><p data-rte-preserve-empty="true">Willkommen in meiner Welt.<br>Ich verspreche, Zhaikes wird netter. Irgendwann.</p><p data-rte-preserve-empty="true"></p><p data-rte-preserve-empty="true"><a href="https://www.kathaja.com/fremdling-sample#overview">Zur Übersicht‍</a> ‍<span class="sqsrte-text-color--darkAccent">|</span><span class="sqsrte-text-color--custom">‍ </span><a href="https://www.kathaja.com/fremdling-sample/chapter01"><span class="sqsrte-text-color--black">Vorheriges</span></a>‍ <span class="sqsrte-text-color--darkAccent">|</span><span class="sqsrte-text-color--custom">‍ Nächstes</span></p>


  










  



  <hr />]]></content:encoded></item><item><title>Kapitel 01: Zhaikes</title><category>Zhaikes</category><dc:creator>Kathaja Krim</dc:creator><pubDate>Sun, 14 Jun 2026 19:00:37 +0000</pubDate><link>https://www.kathaja.com/fremdling-sample/chapter01</link><guid isPermaLink="false">675c90046bb60b23ae1ecda0:69190b8da7615705349aba00:6a2ea9b547be63119f5b63dd</guid><description><![CDATA[Schlechte Nachricht]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3 data-rte-preserve-empty="true"><span class="sqsrte-text-color--black">[</span>804213.71.91&nbsp; 673<span class="sqsrte-text-color--black">]</span></h3><h3 data-rte-preserve-empty="true"><span class="sqsrte-text-color--black">Schlechte Nachricht</span></h3>


  









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<p data-rte-preserve-empty="true" class="">Zhaikes umfasste das Geländer vor ihm mit beiden Händen. Die rechte war grünlich dunkel, so wie das Geländer selbst. Die linke war silbern und hob sich deutlich davon ab. Er drückte seine Hände ein wenig fester und presste seine Krallen knirschend in die organische Struktur. Sein Blick wanderte höher und erfasste das Abbild vor ihm. Es war eine Masse von leuchtenden Punkten, die vor dunklem Hintergrund schwebte. Sein rechtes Auge huschte von einem Punkt zum anderen. Das linke war von seiner halben Maske verdeckt.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Wie so oft stand Zhaikes am Geländer, an seinem gewohnten Platz in der Kommandozentrale, und studierte die dreidimensionale Projektion, eine Karte der aktuellen Galaxie. Sie spannte sich von seiner Position über den darunterliegenden Level des Raums und endete an einer hohen Fensterwand seines Schiffes. Dahinter befand sich die Schwärze des Alls. Die Konstellation der projizierten Sterne war ihm nur allzu gut bekannt. Zwischen ihnen waren relevante Planeten und so manche Schiffe zu erkennen. Zhaikes schloss die Augen, das sehende und das andere, und wartete bis die Punkte in der Dunkelheit verblassten.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><strong>Alles läuft wie geplant</strong>, dachte er und ließ zufrieden vom Geländer ab. Eine Andeutung von Schmerz erfasste seinen linken Unterarm, während er die künstlichen Finger bewegte. Spannung flimmerte durch die synthetischen Sehnen, doch er ignorierte die Unannehmlichkeit. Zhaikes schlug die Augen auf und fixierte einen Planeten auf der Karte im linken Bereich der Galaxie. Direkt daneben befanden sich die Symbole zweier Schiffe, das eigene, die <em>Arak‘Tera</em>, und jenes der Tar’nex, die <em>Xercset</em>. Die beiden Symbole wirkten gleichrangig, doch in der Realität war Zhaikes‘ Schiff bei weitem größer. Es war ein Leichtes gewesen, die <em>Xercset</em> in einem der eigenen Frachtbereiche einzuschließen. Allerdings war der Umstand, dass dessen Einstieg nicht geöffnet werden konnte, ein beträchtliches Ärgernis geblieben. Die Insassen verbarrikadierten sich, in der Hoffnung, ihrem Schicksal zu entrinnen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Eine Bewegung am Eingang ließ Zhaikes über seine rechte Schulter blicken. Agent Khor betrat den Raum und kam direkt auf ihn zu. In Khors Händen befand sich ein Gegenstand, den er mit merklicher Vorsicht mit sich trug. Eine opake Schutzfolie versperrte die Sicht auf die Sache selbst.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes sah ihm irritiert entgegen. Khor war für die Übernahme und den Transport der <em>Xercset</em> verantwortlich gewesen. Er sollte sich um die Insassen kümmern, sobald der Einstieg offen war. Der Umstand, dass er stattdessen in der Kommandozentrale erschien, wirkte verdächtig. Womöglich gab es Neuigkeiten – eine Mitteilung belangloser oder gar positiver Natur – doch gemessen an der hohen Geschwindigkeit, mit der sich Khor bewegte, konnte die Nachricht nichts Gutes bedeuten.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Azskor Zhaikes“, begann Khor und blieb in respektvollem Abstand stehen. „Wir konnten den Einstieg öffnen“, sprach er zwischen zwei schnellen Atemzügen hindurch. „Doch es gab Schwierigkeiten. Wir fanden keine Überlebenden auf dem Schiff. Dreiundsiebzig Tote insgesamt.“ Er holte abermals Luft. „Sie waren nicht zu identifizieren.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Nicht zu identifizieren??“, schnappte Zhaikes und kippte erbost den Kopf. „Was ist passiert?“ Ein synthetischer Ton blitzte durch seine Stimme. Jedes Wort klang bedrohlich, selbst wenn es keine Absicht war.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Khor ließ sich nicht davon verunsichern. Er straffte die Schultern und blickte Zhaikes direkt entgegen. „Selbstmord, Sir. Die Besatzung löste einen Mechanismus aus, noch bevor wir es verhindern konnten. Eine Substanz wurde freigesetzt. Sie zerstörte die biologischen Strukturen bis ins Unerkenntliche. Das gesamte Schiff war davon betroffen.“ Die Spannung seiner Lippen ließ auf eine deutliche Abneigung schließen. Khors Rang und sein geringeres Alter bildeten einen starken Kontrast. Ungeachtet dessen war er fähig und qualifiziert. Er erlaubte sich nur selten Fehler und niemals aus bloßer Unachtsamkeit. Zudem verschaffte ihm seine umgängliche Natur einen klaren Vorteil in der Interaktion mit fremden Völkern. Wo andere mit kühler Routine agierten, schien Khor etwas empfindsamer zu sein.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Die Substanz war Sgoragin“, erläuterte Khor und fügte missbilligend hinzu: „Eine radikale Sicherheitsmaßnahme.“ Im nächsten Moment glättete er seine Gesichtszüge zu einer fachlichen Fassade und verbannte die Betroffenheit. „Wir mussten warten, bis Myrak Rhaski das Mutagen neutralisieren konnte. Das Schiff stand unter Quarantäne.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes biss die Zähne zusammen und versuchte seinen Ärger zu verbergen. Wie konnte diese Mission nur scheitern?! Es hatte eine Ewigkeit gedauert, dieses Schiff zu finden. Die Verbrecher hatten sich lange genug vor ihm versteckt. Sie verdienten ihr Schicksal, doch damit war alles umsonst gewesen! Zhaikes kannte den Effekt von Sgoragin. Das Mutagen war illegal und höchst gefährlich. Die Übertragung passierte über die Luft. Jede Lebensform, die damit in Kontakt geriet, unterlief eine abrupte Zelländerung, die erstens zum Tod führte und zweitens keine Identifikation erlaubte. Eine Untersuchung von dreiundsiebzig mutierten Leichen war demnach umsonst.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Das ist noch nicht alles“, fuhr Khor fort. Mittlerweile war seine Atmung ruhiger geworden und seine Hektik verblasst. Er hob den Gegenstand, den er mitgebracht hatte, und begann ihn aus der knisternden Folie zu wickeln.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes brumme leise und sank abwartend zurück. Schlimmer konnte es nicht werden.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Nachdem wir das Schiff betreten konnten, fanden wir das hier.“ Khor zog die Folio zur Seite und präsentierte den Gegenstand.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes nahm ihn mit spitzen Krallen entgegen. Mehrere Kabel und Verbindungen baumelten lose nach unten. Der Hauptbestandteil war ein Display. Es besaß den Anschein, als wäre es direkt aus einer Konsole gerissen worden. Im Gegensatz zu seiner wirren Optik schien der Großteil intakt zu sein.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Das ist eine Steuereinheit der <em>Xercset</em>“, erklärte Khor und verschränkte die Hände mitsamt der Folie hinter seinem Rücken. „Die übrigen befinden sich zur Aufbereitung im Labor. Das Innere des Schiffes befand sich in stark beschädigtem Zustand. Wir nehmen an, dass die Tar’nex versucht haben, auch diese Spuren zu verwischen. Allerdings sind sie nicht gründlich genug gewesen. Es ist uns gelungen, einen Teil ihrer Daten zu rekonstruieren.“ Er nickte zur Steuereinheit in Zhaikes’ Händen. „Darauf befanden sich die Koordinaten einer subterranen Bodenstation und einige Aufzeichnungen. Wir haben die Bodenstation ausfindig gemacht und untersucht.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes atmete auf. Diese winzige gute Nachricht reichte aus, um seine Laune nicht völlig zu verderben. Er drehte den Gegenstand und fuhr mit den Krallen über das Display. Einige Symbole waren in den Rahmen graviert, entlang der rechten Kante, von oben nach unten. „Was habt ihr herausgefunden?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Es handelte sich um eine Forschungseinrichtung. Jedoch war nicht ersichtlich, welche Art von Forschung die Tar‘nex damit bezwecken wollten. Sie experimentierten mit Tieren“, er holte vorsichtig Luft, „und mit Minār – nicht bekannter Herkunft.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Mh-hm“, machte Zhaikes, während seine Krallen den vertikalen Buchstaben folgten. Es waren Schriftzeichen der Tar’nex. „Was noch?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Wir haben die Forscher gefangen genommen“, antwortete Khor. „Die Tiere ebenfalls.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Daraufhin sah Zhaikes auf.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Mitgenommen“, korrigierte er. „Wir haben die Tiere mitgenommen. Einige davon waren noch am Leben. Wenn wir sie zurückgelassen hätten, wäre das ihr Tod gewesen. Ich dachte, es würde-“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Meinetwegen“, tat Zhaikes es ab. Er blickte zurück auf das Display. Da Khor jedoch nicht fortging, sah er abermals hoch und inspizierte dessen Gesicht. Gelbe Augen spähten ihm entgegen. „Ist das alles?“, hakte er nach.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Nein, Sir.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Als selbst nach längerer Pause keine Erläuterung folgte, hob Zhaikes die verhornten Brauen. Der Agent wirkte unschlüssig, wenn nicht nervös. Ein derartiges Verhalten kratze an Zhaikes‘ Geduld, doch bevor er sie verlieren konnte, überdachte er die neugewonnene Information. Die Entdeckung der Bodenstation war eine enorme Erleichterung. So war die Spur der Verbrecher nicht völlig verloren. Die gefangenen Forscher und die Daten bildeten einen neuen Anhaltspunkt. Zhaikes fixierte die Schriftzeichen der Tar’nex, während er immer wieder und wieder ihre Bedeutung erfasste. <strong>Xercset.</strong> Er konnte es kaum erwarten, mit dem Durchsehen der Daten zu beginnen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Das Knistern der Folie zog Zhaikes‘ Aufmerksamkeit zu sich.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Khors Hände und die Folie tauchten hinter seinem Rücken hervor. „Ich möchte Euch nicht mit Nebensächlichkeiten langweilen“, erklärte er endlich.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes schnaubte verächtlich, doch anstatt zu kontern, trat er zur Seite und übergab das Gerät mit dem Display an einen Diensthabenden der Kommandozentrale. „Das ist eine Steuereinheit der <em>Xercset</em>“, erklärte er knapp. „Bring sie zurück ins Labor. Sobald alle Daten aufbereitet und entschlüsselt wurden, will ich davon wissen. Und schickt sie an mein Intakris. Ich werde mich später damit beschäftigen.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Verstanden“, bestätigte dieser und machte sich auf den Weg.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes wandte sich abermals dem Agenten zu. Dieser stand nach wie vor am selben Fleck und presste die Folie zur Kugel. Zhaikes musterte ihn in stiller Erwartung und leicht geneigtem Kopf. Diese angebliche <em>Nebensächlichkeit</em> zerrte an seiner Neugier, aber er beschloss zu warten. Nichts zu sagen, war letztendlich die beste Taktik, um jemanden zum Sprechen zu zwingen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Wenn Ihr darauf besteht“, begann Khor. Er war deutlich bemüht, die passenden Worte zu finden. Letztendlich ignorierte er Zhaikes' stechenden Blick und straffte den Rücken. „Bei der Gefangennahme war eine Person beteiligt, die nicht zu den Tar’nex gehörte.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Welche Fraktion?“, hakte Zhaikes nach.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Schwer zu sagen...“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Warum?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Sie spricht kein Sre’ori.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Welche Spezies?“, drängte er.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Khor holte tief Luft, bevor er eine Antwort gab: „Minār. Sir.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Für den nächsten Moment war es still. Zhaikes verharrte, um zu verarbeiten, was er eben vernommen hatte. Ungläubigkeit zeichnete sein Antlitz und mit ihr ein Funke von Irritation. In seinem sichtbaren Auge schimmerte sein Zorn. „Und du hast ihn MITGENOMMEN?!!“, blaffte er plötzlich.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Khor wich zurück. „<em>Gefangengenommen</em>“, korrigierte er schnell.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes‘ Lippen zuckten über seine spitzen Zähne. „Was für einen VERDAMMTEN Unterschied macht das!!“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Khor blieb die Luft weg. „D-Der Unterschied i-ist-“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Keine Minār auf meinem Schiff!!“, brüllte Zhaikes und packte Khor am Schlüsselbein. Seine Krallen bohrten sich in seine grünliche Rüstung. Erschrockene Augen erfassten die beiden Gestalten. Die Auseinandersetzung hatte die Aufmerksamkeit der gesamten Kommandozentrale auf sich gezogen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Der Agent hob abwehrend die Hände. Die Folie fiel zu Boden. „Azskor“, hauchte er. „Ich verstehe Eure Bedenken, aber die Person hatte Feindkontakt. Womöglich besitzt sie Inform-“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Auf keinen Fall!“, unterbrach Zhaikes. Er stieß den Agenten zurück and wandte sich ab. <strong>Was fiel ihm ein, ihn mitzubringen?!!</strong> Ein Minār war keine Option! Feindkontakt hin oder her, dieses Wesen war eine Gefahr für die gesamte Unternehmung! Zhaikes krallte die Hände um das Geländer und drückte zu, so fest es ging. <strong>Aaarh!</strong> Sein Interesse an einem Verhör war unendlich gering. Ein Minār war nicht vertrauenswürdig. Seine Information wäre nicht zu gebrauchen. Zhaikes stierte über das Geländer hinweg und fixierte die unzählige Punkte der leuchtenden Projektion. „Töte ihn.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Es gab keinen Grund, ihn am Leben zu lassen. Zhaikes biss die Zähne zusammen und zwang sich zur Ruhe. Er holte tief Luft und stieß sie aus den Nasenschlitzen wieder aus. Letztendlich linste er aus dem Augenwinkel zu seinem Agenten zurück. Khor war wie gelähmt an seiner Position verblieben und gaffte ihn regungslos an. Zhaikes fragte sich, ob er verstanden hatte, bis eine vorsichtige Antwort kam.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Azskor Zhaikes“, begann Khor erneut. „Wir helfen den Tieren, aber nicht einer einzigen Minara?“ Er zuckte, als sich Zhaikes entrüstet zu ihm wandte.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ihm zu widersprechen war entweder dämlich oder mutig. Ganz gleich, was es war, Zhaikes verspürte den Drang, den Agenten zurechtzuweisen. Er löste sich vom Geländer und trat auf ihn zu. Aus seiner Kehle drang ein warnendes Knurren. „Exakt.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Khor trat einen Schritt zurück. „I-Ich denke, sie ist unschuldig“, presste er hervor und sprach schnell. „Sie gehörte nicht zu den Tar’nex. Sie war ein Teil der Forschungseinrichtung. Ein Opfer. Nicht anders als die Tiere.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes‘ Augen weiteten sich ein winziges Stück. Wie konnte er es wagen, ihm noch immer zu widersprechen?! „Schwachsinn!“, schnauzte er und zerschnitt mit der flachen Hand die Luft. „Du vergleichst Minār mit wilden Bestien! Das ist-“ Er stoppte und kam zu einer idiotischen Erkenntnis. „Du hast die Tiere deshalb mitgebracht“, sprach er seine Realisierung aus. „Um sie als <em>Argument</em> zu missbrauchen!“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Der Agent sog geräuschvoll Luft ein. Er wirkte ertappt.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes verzog den Mund zu einer ungläubigen Fratze. „Und du erwartest, dass ich mich darauf einlasse?“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Ja“, bestätigte Khor. „<em>Nein</em>!“ Er riss die Hände nach oben. „Ich meine nein. Ich hatte gehofft, dass Ihr eine Ausnahme machen würdet. In Anbetracht der Umstände.“ Er faltete die Hände ineinander und blickte Zhaikes hoffnungsvoll an.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes starrte zurück, als würde er Unmögliches verlangen. „Welche Umstände?“, brummte er dennoch.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Der Agent knetet nervös die Finger und linste zu seiner Folie, vermutlich um Zeit zu schinden. „Diese Minara... Sie-Sie hat mich weder angegriffen noch schien sie mich erkannt zu haben. Unsere Spezies scheint ihr fremd zu sein.“ Er zögerte und fuhr etwas leiser fort: „Sie ist verängstig. Und verletzt.“</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Zhaikes knurrte verbittert.<em> </em><strong><em>Diese verdammten Kreaturen.</em></strong><em> </em>Er widerstand der grimmigen Antwort und stierte angespannt ins Nichts. <strong>Minara</strong>, wiederholte er gedanklich. Es war die weibliche Form dieser Spezies – und nicht von Bedeutung, denn Zhaikes verachtete sie alle, egal welches Geschlecht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Ich könnte versuchen, ihre Sprache zu identifizieren“, versuchte Khor es erneut.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Nein“, brummte Zhaikes. Das war nicht nötig. Er schloss die Augen und sog langsam Luft in seine Lunge. Nach einigen stillen Momenten stieß er den Atem zusammen mit einem tiefen Grollen wieder aus. „Ich werde mich selbst darum kümmern“, erklärte er düster.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">In Khors Antlitz blitze ein Hauch von Schock, doch er sagte nichts.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Bring mich zu ihr“, forderte Zhaikes. Er konnte es nicht fassen. Seine Verstand sagte ihm, dass er sich fernhalten sollte, doch sein Instinkt war anderer Meinung. Sein Zorn prickelte in den Spitzen seiner biologischen Finger. Der Hauch von Vorfreude zerrte in seiner Brust. Zhaikes hasste die Minār mit jeder Faser seines Daseins. Ein klein wenig <em>Rache</em> würde ihm guttun.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Khor vollführte eine dezente Verbeugung und setzte sich in Bewegung.</p><p data-rte-preserve-empty="true">Zhaikes folgte ihm wortlos. Seine Lippen verzogen sich zu einem schiefen, boshaften Lächeln. <strong>Bedauernswertes Geschöpf</strong>, spottete er. Dieses Verhör kam ihm gerade recht. Es war wie dafür geschaffen, um ein katastrophales Ende zu nehmen.</p>
<p data-rte-preserve-empty="true"><span class="sqsrte-text-color--black">Beta Version von Fremdling © Kathaja Krim.</span></p>


  




















































  

    
  
    

      

      
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            <p data-rte-preserve-empty="true">Skizze von Zhaikes.</p>
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  <h4 data-rte-preserve-empty="true">Nachricht von Kathaja:</h4><p data-rte-preserve-empty="true">Mach dich bereit, Lara…</p>


  













  
    
    
      
      




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  <hr />]]></content:encoded></item><item><title>Kapitel 00: Lara</title><category>Lara</category><dc:creator>Kathaja Krim</dc:creator><pubDate>Sun, 07 Jun 2026 20:00:28 +0000</pubDate><link>https://www.kathaja.com/fremdling-sample/chapter00</link><guid isPermaLink="false">675c90046bb60b23ae1ecda0:69190b8da7615705349aba00:69190b8da7615705349aba03</guid><description><![CDATA[Im Licht des Gegners]]></description><content:encoded><![CDATA[<h3 data-rte-preserve-empty="true"><span class="sqsrte-text-color--black">[2016.05.23  08:20]</span></h3><h3 data-rte-preserve-empty="true"><span class="sqsrte-text-color--black">Im Licht des Gegners</span></h3>


  









&nbsp;
  
  
<p data-rte-preserve-empty="true" class="">Der See lag wie ein Spiegel zwischen den Bergen. Dunkle Wolken bedeckten den Himmel und rollten in hohen Türmen über das Gewässer hinweg. Sie verschluckten die hohen Spitzen des Gebirges und zeichneten ihr faszinierendes Schauspiel auf die makellose Wasseroberfläche des Sees. Eine Unterscheidung zwischen oben und unten war kaum noch möglich. Ein Gewitter stand bevor. Die Luft war voller Spannung, doch der Sturm hatte noch nicht begonnen. Das Tal war still, als hielte es den Atem an.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara stand am Ende eines langen Stegs, mit bloßen Füßen auf verwittertem Holz, und blickte über das Wasser in die Ferne. Sie spürte die Wärme der blassen Planken unter ihren Sohlen. Das warme Holz bildete einen starken Kontrast zur Wetterlage. Die Sonne musste erst kürzlich unter der Wolkendecke verschwunden sein, doch Lara konnte sich nicht daran erinnern. Selbst wenn sie überlegte, wie lange sie bereits hier stand, fand sie keine Antwort. Es könnte eine Ewigkeit sein oder auch nur ein kurzer Moment.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Bevor Lara Zeit hatte, sich darüber Sorgen zu machen, bemerkte sie, wie ein einziger Tropfen vor ihr auf das Wasser traf. Kleine Kreise störten die perfekte Oberfläche und stießen überraschend spürbar an den Steg. Lara vernahm die winzigen Erschütterungen an ihren Füßen und lehnte sich verwundert über das Gewässer. Sie beobachtete, wie die kleinen Wellen an den Steg rollten und allmählich verebbten. Sie bemerkte auch die Wolken, die sich über ihr am Himmel türmten, doch sie sah nicht sich selbst. Ihr Spiegelbild war nicht sichtbar.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Was…“, wisperte sie und sank verständnislos auf ihre Knie. Sie umklammerte mit einer Hand die letzte Planke und streckte die andere über das Wasser hinaus. Auch diese war nicht zu sehen. Lara bewegte verunsichert die Finger. Ihr Herz pochte schneller. Letztendlich bewegte sie die Hand hinab, um mit den Fingerspitzen die Spiegelwolken zu berühren. Im selben Moment erlosch das Licht. Anstelle des Sees herrschte absolute Dunkelheit.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara schnappte erschrocken nach Luft und zog ihre Hand zu sich. Ein Rauschen ertönte in der Ferne, als würden große Wassermassen aufeinandertreffen. Lara blickte verstört umher. Sie sah nur schwarz. Das Rauschen entwickelte sich zu einem Tosen. Wie ein Schwall brach es über sie herein, so intensiv, dass sie panisch die Hände an die Ohren drückte und in sich zusammensackte. Gleich darauf verstarb auch das Tosen und verhallte im Nichts.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Das Gefühl eines abrupten Falls schwappte durch Laras Körper. Aus ihrer Kehle stieß ein bestürztes Keuchen. Ihre Welt strudelte in eine Waagrechte, bis Lara den Untergrund vernahm. Sie lag auf ihrem Rücken, starr wie ein Stein. Ihr Herz hämmerte an ihre Rippen. Ihre Augen standen offen. Es war stockfinster und still.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal"><span class="sqsrte-text-color--black"><strong>Ein Traum</strong>, </span>blitzte es durch ihren Verstand.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Sie rollte sich zur Seite und stützte sich auf einem Ellbogen ab. <strong>Es war nur ein Traum.</strong> Aber ihr Bett fühlte sich seltsam an. Ihre Kissen und ihre Decke waren fort. Es war viel zu warm. Sie spürte das unangenehme Ziehen von nasser Kleidung auf ihrer Haut und befeuchtete die Lippen. Ihre Zunge klebte vor Trockenheit. Ihre Hand tastet nach dem Lichtschalter und fasste ins Leere. Lara fluchte verhalten, streckte die Hand noch weiter aus und traf auf loses Metall. Einige Gegenstände stürzten klirrend zu Boden.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara schrie auf. Der knappe Ton schnitt durch den Raum und ein deutliches Echo schwappte zu ihr zurück. Das Echo war zu deutlich. Die Erkenntnis fror sie fest. Lara verharrte verängstigt in der Dunkelheit und rang stockend nach Luft. Woher kam dieses Echo?? Und was hatte sie zu Boden geworfen?! Bevor sie reagieren konnte, vernahm sie ein kurzes, sanftes Schmatzen in ihrer Nähe. Sie hielt die Luft an vor Grauen. Nur ihre Augen jagten durch die Finsternis. Etwas bewegte sich neben ihr und erzeugte ein abscheuliches, furchteinflößendes Knurren.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Im Hintergrund begann ein tieftöniges Geräusch, wie ein elektrisches Brummen. Im nächsten Moment kippte es in eine höhere Frequenz und wurde zu einem dauerhaften Pfeifen. Das Knurren hielt augenblicklich inne.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Wer ist da?!“, rief Lara plötzlich. Zeitgleich flimmerte Licht durch die Nacht. Es peitschte aus allen Richtungen und erzeugte eine grässliche Helligkeit. Lara kniff die Augen zusammen und presste die Hände ins Gesicht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Das Metall am Boden schlitterte über den Untergrund. Ein schmerzgeplagtes Winseln stieß durch das Klirren, gefolgt von einer Tirade an fremden Lauten. Es war ein Schnarren und Klicken, ein Knurren und Schnauben. Lara keuchte vor Angst und Panik, riss die Augen auf und stierte ins Licht. Für einen Moment sah sie nichts anderes als den gleißenden Schein. Die prompten Schmerzen verzogen ihr Gesicht zu einer unfreiwilligen Fratze, doch sie hielt die Augen offen. Vor ihr im Licht bewegte sich eine Gestalt. Eine <em>Kreatur</em>.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Der Anblick raubte ihr den Atem. Vor ihr stand ein hochgewachsenes Wesen auf zwei langen, animalischen Beinen. Seine bizarren Füße strauchelten über eigenwillige Instrumente: fragile, bronzefarbene, funkelnde Werkzeuge, die verstreut am Boden lagen. Ein gellendes Kreischen entwich seiner Kehle, während es verzweifelt versuchte, seine Augen zu verbergen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara wirbelte zurück. Ihre Arme ruderten durch die Luft. Ihre Beine verhedderten sich in losen Laken und ihre Hände griffen ins Leere. Sie verlor das Gleichgewicht und kippte rücklings über den Rand des viel zu hohen Bettes. Entgegen ihrer Erwartung landete sie auf Stein – warmer, harter Fels – und kroch auf allen Vieren rückwärts. Nach einigem Straucheln rappelte sie sich hoch. Ihre Beine bebten unter ihrer Last. Der Schwindel erwischte sie so plötzlich, dass sie zurück in die Hocke sackte. Ihre Augen brannten vor Schmerz, während sie hastig um sich blickte. Sie war nicht zuhause. Sie befand sich <em>nicht</em> in ihrem Schlafzimmer.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Eine Faust krachte auf das Bett&nbsp;– ein <em>Tisch</em> – entblößte die Krallen und zerfurchte das Material. Das Gestell ruckte unter der Erschütterung. Der Schreck scheuchte Lara empor. Sie fiel erneut zu Boden und biss auf ihre Unterlippe. Rostiger Geschmack verbreitete sich in ihrem Mund. Ihr Blick klebte an der Kreatur. Schlanke Hände tasteten über Laras Schlafplatz, als würden sie nach etwas suchen. Es gab vier davon.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ihr Mund klappte auf. Das Licht und die Kreatur waren entsetzlich, doch Lara konnte nicht verhindern, wie gebannt auf die vier Hände zu starren. Sie waren keineswegs menschlich. Lange, spitze Klauen ergaben jeweils drei Finger. Es gab keinen Unterschied zwischen den Krallen und dem Rest der gegliederten Hand. Der Großteil des Wesens schien von einer bleichen, panzerartigen Struktur bedeckt zu sein. Die vier Hände gehörten zu vier Armen die paarweise an seinem langen Torso saßen. Die Konturen seines Gesichts glichen der Fratze eines knöchernen Raubtiers. Spitze Zähne prangten in seinen entblößten Kiefern und bissen ineinander. Es schnarrte eine Reihe an abrupten, schnellen Lauten, wie verzerrte Vokale, gemischt mit rasselndem Knurren. Zwischen den fahlen Knochenplatten blitzten zwei große Augen hervor. Es gab keine Pupillen. Die Augen schienen zu strahlen, wie zwei Scheiben aus Licht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara war wie gelähmt. Sie hätte nach Hilfe gerufen. Sie wäre weggelaufen. Sie hätte auch die Augen geschlossen, um endlich dieser entsetzlichen Lichtflut zu entkommen, doch die Furcht vor dem schrecklichen Wesen war viel zu stark. Seine Hände verharrten vor ihm in der Luft. Aus seiner Kehle stieß ein letztes, wütendes Fauchen. Mehrere dicke Fortsätze, die aus seinem Hinterkopf und Nacken ragten, schwangen um seinen Rücken. Sie erinnerten an dunkle, schwere Kabel, die sich sträubten und bebten, als würden Nerven durch ihr Inneres schlagen. Das untere Händepaar traf mit Wucht auf den Tisch. Der Aufprall ließ Lara auf die Füße springen. Sie stolperte rückwärts und traf auf Widerstand. Etwas fiel zu Boden. Sie war an einen weiteren Tisch gestoßen. Noch mehr Werkzeuge klirrten umher. Der Kopf des Wesens schnappte in ihre Richtung. Seine Kabel sträubten sich ein letztes Mal und hielten plötzlich still.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara spannte jeden Muskel. Der Kiefer des Wesens zuckte. Eine schwarze, schlanke Zunge schnellte schmatzend zwischen den Zähnen hervor und verschwand so schnell wie sie gekommen war. Seine Augen glühten ohne Unterbrechung. Kein Blinzeln, kein Flackern. <strong>Sie reflektieren das Licht</strong>, stellte Lara inmitten ihrer Bestürzung fest. Wie ein Spiegel.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Konnte das Wesen sie sehen? Mit diesen Augen in dieser abscheulichen Helligkeit? Es wirkte wie ein Zombie, geistlos und surreal. Seine stille Haltung stahl ihm jegliche Lebendigkeit. Selbst die dunkle Haut zwischen den blendend weißen Panzerplatten hinterließ den Eindruck von starrer Struktur. Erst als sie sein Knurren hörte, war der Schreck mit einem Schlag zurück. Lara schnappte krampfhaft nach Luft. Das Knochenwesen schnellte nach vorne und stieß gegen den Tisch, auf dem Lara geschlafen hatte, als ob es längst vergessen hätte, dass er noch dort stand. Seine Klauen schnappten nach der Platte und rissen das Konstrukt aus der Verankerung. Das einzige Hindernis, das sich schützend zwischen Lara und ihm befunden hatte, krachte zur Seite und schlitterte über den Boden. Das Knochenwesen zischte einen scharfen Ton und jagte auf Lara zu.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ihr schrilles Kreischen hallte von allen Seiten wider. Lara fuhr herum, rollte über ihren Tisch und stürzte auf der anderen Seite hinab. Anstatt auf Gestein zu treffen, spürte sie Metall. Lara stolperte vorwärts, mit Händen und Füßen, und kurz darauf im wilden Sprint. Ein Geräusch zeugte vom Sturz ihres Verfolgers. Auch er war gegen den Tisch gekracht und hatte Gegenstände mit sich gerissen. Das Scheppern drang aus allen Richtungen. Lara hörte seine Schritte: Das Auftreffen von knochigen Füßen und scharfen Krallen auf blechernem Untergrund. Er war ihr dicht auf den Fersen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Das Licht erlaubte keine Orientierung. Der Raum war nicht zu definieren, keine Decke und keine Mauern, selbst der Boden versank im gleißenden Schein. Lara konnte nicht sehen, wohin sie lief. Immer wieder schälten sich Tische aus dem Licht. Lara wich aus oder rutschte darüber hinweg. Sie änderte die Richtung und stürzte erneut. Mit dem nächsten Tisch und einer schneller Landung gewann sie Abstand. Sie lief nach links, duckte sich unter einer Aufhängung hindurch, und konnte eben noch erkennen, dass der Weg nach vorne abrupt zu Ende war. Lara stemmte die Beine in den Boden und krachte gegen eine Wand. Ein Pfeifen explodierte in ihrem Kopf. Das Echo des Aufpralls fuhr durch jede Stelle ihres Körpers. Sie kippte zur Seite und suchte vergeblich nach Halt. Ihre Finger schlitterten über rauen Fels.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Erst das Eintreffen ihres Verfolgers riss sie aus der Trance. Er rannte links von ihr an die Wand. Die Wucht des Aufschlags verursachte ein berstendes Geräusch, ein mehrfaches Knacken und ein winselndes Japsen. Der Ton und das Echo verbannten das Pfeifen aus Laras Schädel. Sie ignorierte ihre Schmerzen und torkelte an der Wand entlang. Ihr verbliebener Schwindel ließ sie mehrfach gegen das Gemäuer stoßen. Sie zerriss sich den Ärmel ihrer Jacke und schürfte sich die Wange. Ein schwaches Wimmern drang durch das Licht. Es wurde leiser, je weiter Lara sich entfernte. Sie sah sich nicht danach um und torkelte weiter.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Die Wand verlief geradlinig. Lara folgte ihr, bis sie einen Durchgang erreichte, tastete sich hindurch und setzte ihren Weg auf der anderen Seite fort. Der neue Raum glich jenem aus dem sie gekommen war. Sie konnte nichts erkennen, nur die Wand, an der sie sich entlangbewegte. Ihre Hand verblieb durchgehend am Gestein. Sie wollte nicht die Orientierung verlieren. Erst nach mehreren fieberhaften Metern spähte sie zum ersten Mal zurück. Das Wimmern des Knochenwesens war mittlerweile verstummt. Womöglich war sie weit genug entfernt. Vielleicht hatte es auch das Bewusstsein verloren.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara erschauderte und blickte nach vorne. Ihre Atmung war beschleunigt, obwohl sie kaum noch lief. Ihre Lunge brannte mit jedem Atemzug. Lara presste einen Ärmel vor den Mund und unterdrückte ein Husten. Sie wollte still sein, um nicht bemerkt zu werden. Sie musste sich beruhigen. Ihr Herz raste dennoch. Ihre Augen huschten durch das Licht. Sie sah ihre Hände und die Felswand, dann ihre Beine und sogleich einen leeren Tisch in ihrer Nähe.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">In der Ferne summte immer noch der hochfrequente Ton. Lara rätselte, woher er kam. Womöglich war es ein Signal. Es könnte von Maschinen stammen, vielleicht jene, die das Licht erzeugten. Damit spähte sie nach oben, um nach der Quelle zu suchen, doch sie konnte nichts erkennen. Das Licht war überall. Selbst die Kreatur war davon geblendet gewesen. Es ergab keinen Sinn. Dieser Ort und das Licht wirkten unwirklich, als wäre Lara nach wie vor in ihrem Traum.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Ein Scharren riss sie aus dem Denken. Lara drückte sich abrupt an die Wand, mit dem Rücken zum Gestein, und starrte in den grellen Raum. Sie hörte Schritte. Schnelle Schritte. Jemand lief über steinigen Untergrund von links nach rechts. Ihr Blick schnellte wie von selbst zu ihren Füßen. Sie stand auf Metall. Die Schritte wurden deutlicher. Lara hielt den Atem an und presste sich noch näher an die Wand. Für einen Moment hielt die Lautstärke der Schritte an, dann wurden sie leiser und verklangen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Es dauerte mehrere Sekunden, bis Lara endlich die angehaltene Luft ausstieß. Was auch immer es gewesen war, es war durch den Raum an ihr vorbei gerannt. Doch wohin? Lara wollte es nicht wahrhaben, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie immer noch verfolgte wurde, war nicht gering. Oder jemand lief davon, so wie sie selbst. Womöglich war es ein Mensch. Oder ein Knochenwesen. Doch wovor hätte ein Knochenwesen Angst? Lara schluckte und spähte in das befremdliche Licht. Der blanke Horror ließ sie zittern. Sollte sie ebenfalls laufen? Stattdessen griff sie nach ihrem Handgelenk und bohrte die Fingernägel fest in ihre Haut. <strong>Komm schon, wach auf. Wach auf, wach auf, wach auf-</strong></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara wachte nicht auf. Sie ließ ihre Hände fallen und sackte mit dem Hinterkopf an die Wand. Schließlich nahm sie einen tiefen, bibbernden Atemzug und schloss die Augen, um sich zu konzentrieren. Sie musste fort von hier. Das Knochenwesen könnte sie einholen. Jemand könnte sie finden. Zudem war auch das Licht nicht selbstverständlich. Die Helligkeit war irritierend, doch zumindest konnte Lara sehen. Ihr graute davor, durch absolute Finsternis zu wandern. Die Befürchtung ließ sie blinzeln. Sie musste weiter, doch sie wollte nicht planlos umherwandern. Ihre Blick drängte nach rechts. In ihrem Verstand dröhnte eine Unzahl an Überlegungen, doch eine krallte sich fest.<strong> Wer weglief, könnte den Ausgang kennen.</strong> Lara wiederholte diese Erkenntnis wieder und wieder. Ihre Augen fokussierten die Helligkeit vor ihr, so lange, bis ihre Entscheidung feststand. Lara würde ihm folgen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Sie stieß sich ab. Ein Schritt in den Raum entzog ihr die sichere Wand. Ein weiterer ließ Lara im Licht versinken. <strong>Nach vorne. Und nach rechts</strong><em>, </em>sprach sie sich zu. Wieder kreuzte ein Tisch ihren Weg. Laras Knie schlotterten. Sie wich aus und versucht nicht gegen den zweiten, kleineren zu stoßen. Sie linste zur Seite, zu den bronzefarbenen Instrumenten, die darauf abgelegt waren: Eine filigrane Zange mit spitzen Enden und etwas, das einem Zahnbohrer glich. Daneben lagen mehrere Aufsätze in verschiedensten Formen und Größen. Das dritte war ein langer Stiel mit rundem Öhr. Lara verbat sich, darüber nachzudenken und besah den nächsten Tisch.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Sie hörte ihren Schrei, noch bevor sie ihn verhindern konnte. Das Echo schlug zurück wie ein Geschoss. Lara klatschte beide Hände vor den Mund und würgte die Übelkeit nach unten. Auf dem Tisch lag ein Mensch.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„<em>Oh-mein-Gott</em>“, wisperte sie, strauchelte zurück und stieß gegen den kleineren Tisch. Ihre Finger schnappten nach den Instrumenten, doch sie klirrten bereits zu Boden. Lara konnte nicht wegsehen. Sie konnte nicht hinsehen. Ihre Augen huschten nach vor und zurück. <strong>Eine Leiche. Eine TOTER MENSCH!</strong></p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Sie stolperte um den Tisch herum, presste die Faust vor ihre Nase und riskierte keinen Atemzug. Sie hatte noch nie eine Leiche gesehen. Nicht so entstellt. Nicht so entsetzlich. Die Beine fehlten und auch die Finger. Die Haut war am schlimmsten. Sie war von Blasen übersäht, als wäre sie verbrannt. An den Blasen klebte eine violette, zähe Flüssigkeit.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Der bittere Geschmack von Galle ließ Lara würgen. Sie hätte sich übergeben, wenn ihr Magen nicht leer gewesen wäre. Stattdessen spuckte sie aus und zwang ihren Blick nach unten. Oder zur Seite. Oder irgendwohin. Nur nicht auf diesen einen grauenhaften Tisch. Neben den fingerlosen Händen lagen noch mehr der Instrumente. Sie waren mit der violetten Flüssigkeit befleckt. Lara hatte Mühe, auf den Beinen zu bleiben. Sie wandte sich zur Lichtwand vor ihr. War sie vom Weg abgekommen?! Ihr Puls raste. Sie schaffte es nicht, das entsetzliche Bild der Leiche zu vertreiben. Wach auf. Bitte, WACH AUF! Erst als sie die Schritte hören konnte, standen ihre Gedanken wieder still. Lara hielt den Atem an.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Wieder lief jemand von der einer Seite zur anderen – genauso wie zuvor – doch dieses Mal war sie dem Läufer näher. Die Schritte wurden lauter, erreichten sie beinahe und verklangen. Lara verharrte nur einen winzigen Augenblick, dann lief sie darauf zu. Es gab keinen Grund mehr still zu sein. Ihr Schrei und das Klirren waren laut genug gewesen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Aus der Helligkeit schälte sich eine Wand. Lara zügelte ihren Lauf. Sie stierte auf das Gestein im gleißenden Licht und die vertikalen Schriftzeichen, die darauf abgebildet waren. Es waren Symbole, die Lara noch nie zuvor gesehen hatte. Daneben befand sich ein Durchgang. Lara hastete näher und lehnte sich hindurch. Ein heißer Luftzug zerzauste ihre Haare. Sie ignorierte die Hitze und registrierte die Form des neuen Raums. Zu ihrer Überraschung war es ein Gang. Die gegenüberliegende Wand lag nur wenige Meter entfernt. Auch dort befand sich ein Durchgang in den nächsten blendenden Abschnitt. Links und rechts führte der Weg durch das Gestein. Die Decke war auszumachen und mit unzähligen Löchern gespickt. Das grelle Licht drang hindurch und strahlt auf sie hinab. Es war immer noch hell, jedoch erträglich.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara zuckte zusammen, als sie eine Bewegung vernahm. Eine Gestalt stand im Durchgang gegenüber – größer als sie selbst, doch kleiner als das Knochenwesen. Stechend gelbe Augen blickten auf sie hinab. Seine Hand schnellte empor und produzierte ein dezentes Summen. Die Frequenz stieg an. Laras Blick suchte das Funkeln in seiner Hand. Ein Leuchten blitzte darüber hinweg und explodierte. Das Licht traf ihre Augen wie ein Schlag. Schmerzen zuckten durch ihren Kopf und ließen sie keuchen. Sie presste einen Arm vor ihr Gesicht. Zeitgleich vernahm sie die eiligen Schritte. Sie kamen von links durch den Gang auf sie zu.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara stolperte zurück. Die Gestalt im Durchgang war kein Mensch gewesen. Und sie verwendete Licht. Als Waffe. Lara konnte kaum glauben, dass das funktionierte. Ihre Finger suchten nach ihrem Durchgang, aber sie erreichten nur die Wand. „Mach das Licht aus…“, wimmerte sie.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Natürlich blieb das Licht. Lara blinzelte unter ihrem Arm hindurch und linste schmerzgeplagt nach links. Nicht weit entfernt erkannte sie ein Gewirr aus Gestalten, wie verzerrte Schatten im Licht. Sie liefen auf sie zu, immer näher und schneller. Es war unmöglich, die Augen offen zu halten. Lara tastete über ihre Wand. Wo war ihr Durchgang?! Das Gestein schien zu strahlen. Sie war orientierungslos. „Was willst du?!“, rief sie ziellos.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Der Fremde antwortet nicht.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara musste weg. Sie musste handeln. Sie riss die Augen auf und starrte in den gleißenden Schein. Ihre Umgebung war weiß. Ihr Schädel schien zu bersten. „Bit-th …“ Ihre Stimme brach. „Hör auf-“ Sie vernahm die Schritte, noch viel lauter als zuvor. Lara bebte vor Panik. Sie musste laufen, ganz gleich wie blind sie war. „Hilf mir“, keuchte sie. Die Worte kamen wie von selbst.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Plötzlich flackerte der Schein. Das Licht aus seiner Hand verstarb.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">„Raknarr!“, fauchte der Fremde. Er war grünlich in einer ebenso grünlichen Rüstung. An seinem Handrücken befand sich eine unscheinbare, kleine Lampe. Das helle Ende zeigte in Laras Richtung, doch mittlerweile war das Leuchten zu einem warmen Glühen verglimmt.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">&nbsp;Der Aufprall traf sie mit unglaublicher Wucht. Knochen schlugen gegen ihren Leib und warfen sie zu Boden. Ein Fuß verfehlte ihren Kopf nur um Haaresbreite. Sie rollte zur Seite und erkannte die unzähligen Kreaturen. Sie stießen gegen die Wände und stolperten übereinander. Lara strauchelte zur steinigen Wand und rappelte sich hoch. Die Flüchtenden drängten an ihre vorbei. Sie waren schnell und gaben nicht darauf acht, wohin sie liefen. Lara blickte zurück, dorthin woher sie gekommen war. Ohne das Licht des Fremden konnte sie den Durchgang erkennen. <em>Ihren</em> Durchgang. Er war nur wenige Schritte entfernt. Lara hielt sich nahe an der Wand und schob sich näher.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Wieder prallte eine Kreatur gegen ihren Körper. Laras Kopf stieß gegen das Gestein. Sie taumelte und sackte daran hinab. Es tat weh, doch der nächste Aufprall war schlimmer. Er traf ihre Schulter und stieß sie in den Gang. Die Masse drängte sie weiter, weg von ihrem Durchgang und weg von der Wand. Ihre verzweifelte Stimme mischte sich mit den befremdlichen Lauten der Fliehenden. Sie spähte verzweifelt zurück und suchte nach dem Fremden mit den gelben Augen. Er war nicht mehr zu sehen.</p><p data-rte-preserve-empty="true" class="MsoNormal">Lara schrie so laut sie konnte. Sie stellte sich gegen den Strom und versuchte auszuweichen. Es war ein aussichtsloser Kampf. Sie konnte ihn nicht gewinnen. Es waren zu viele. Der nächste Zusammenstoß wirbelte sie herum. Sie schaffte es gerade so, auf den Beinen zu bleiben und wurde von der Menge mitgerissen. Und bevor sie überrannt werden konnte, begann sie zu laufen.</p>
<p data-rte-preserve-empty="true"><span class="sqsrte-text-color--black">Beta Version von Fremdling © Kathaja Krim.</span></p>


  




















































  

    
  
    

      

      
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            <p data-rte-preserve-empty="true">Das “Knochenwesen”.</p>
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  <h4 data-rte-preserve-empty="true">Nachricht von Kathaja:</h4><p data-rte-preserve-empty="true">Hi, freut mich, dass du hier unten angekommen bist! Vielen Dank fürs Lesen! Wenn du möchtest, gib mir gerne Feedback auf <a target="_blank" href="https://bsky.app/profile/kathaja.com">Bluesky</a> oder in den Kommentaren. Reaktionen wie deine helfen mir dabei, zu entscheiden, ob ich das Buch letztendlich veröffentlichen möchte oder nicht :)</p><p data-rte-preserve-empty="true">Sobald ich wieder ein Kapitel online stelle, werde ich es auf <a target="_blank" href="https://bsky.app/profile/kathaja.com">Bluesky</a> bekannt geben – oder endlich mal meinen <a target="_blank" href="https://www.kathaja.com/novel#newsletter">Newsletter</a> nutzen.</p>


  













  
    
    
      
      




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  <hr />]]></content:encoded></item><item><title>Warnungen</title><dc:creator>Kathaja Krim</dc:creator><pubDate>Fri, 05 Jun 2026 21:00:41 +0000</pubDate><link>https://www.kathaja.com/fremdling-sample/warnings</link><guid isPermaLink="false">675c90046bb60b23ae1ecda0:69190b8da7615705349aba00:6a2456c791521777c5239cde</guid><description><![CDATA[Potentiell verstörende Inhalte]]></description><content:encoded><![CDATA[&nbsp;
  
  <p data-rte-preserve-empty="true" class="">Diese Erzählung handelt von zwei Individuen, die sich ineinander verlieben. Das erste ist ein <span class="sqsrte-text-color--custom">Mensch</span>. Das andere ist – <span class="sqsrte-text-color--custom">keiner</span>.<br><br>Sei dir bewusst, dass die damit verbundenen Beschreibungen von der uns bekannten Normalität abweichen können und werden. Angst, Grausamkeit und Gewalt sind Teil dieser Erzählung und werden nicht umschrieben. Wenn du also nichts über meine kuriose Welt und deren fremdartige Bewohner erfahren willst, wirst du weder das Gesamtwerk noch einen Ausschnitt davon lesen wollen. Andernfalls, lass mich dir eine Geschichte erzählen.</p>


  










  



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  <h4 data-rte-preserve-empty="true">Nachricht von Kathaja:</h4><p data-rte-preserve-empty="true">Soviel dazu!</p>


  













  
    
    
      
      




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  <hr />]]></content:encoded></item></channel></rss>