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   <title>Lebenshaus Schwäbische Alb</title>
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   <title>Der Bremische Kirchentag liebt die Bombe nicht!</title>
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   <published>2026-08-08T15:09:30Z</published>
   <updated>2026-08-08T16:22:02Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Der vors&auml;tzliche Massenmord an hunderttausenden japanischen Zivilisten durch die Atombomben-Angriffe des US-Milit&auml;rs vom 6./9. August 1945 konnte jahrzehntelang &uuml;ber einen...]]></summary>
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      <name>Michael Schmid</name>
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   <category term="2210" label="Peter Bürger" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
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      <![CDATA[<p>Der vors&auml;tzliche Massenmord an hunderttausenden japanischen  Zivilisten durch die Atombomben-Angriffe des US-Milit&auml;rs vom 6./9.  August 1945 konnte jahrzehntelang &uuml;ber einen zynischen Propagandakomplex  zur &quot;milit&auml;rischen Notwendigkeit&quot; umgedeutet werden &ndash; bis hin zur  ultimativen Absurdit&auml;t: Die Bombe habe in Wirklichkeit Leben gerettet &hellip;  Doch die US-F&uuml;hrung wusste zum Zeitpunkt des Verbrechens l&auml;ngst um die  Kapitulationsbereitschaft Japans. Die M&ouml;glichkeit, beide (!) Bombentypen  noch vor Friedensverhandlungen an lebenden Menschen zu erproben, wollte  man sich nicht nehmen lassen. Die Opfer wurden von den T&auml;tern hernach  in einem eigenen milit&auml;rwissenschaftlichen Programm wie  Versuchskaninchen hinsichtlich der k&ouml;rperlichen Wirkungen untersucht,  doch medizinische Hilfe erhielten sie nicht.&nbsp;Das ganze L&uuml;gengeb&auml;ude &uuml;ber den gro&szlig;en Nutzen und die &quot;Sch&ouml;nheit&quot; des Manhattan-Projekts ist l&auml;ngst zusammengebrochen.&nbsp;Es gibt nat&uuml;rlich hartgesottene Zeitgenossen, die selbst &quot;vorm Teufel in  der H&ouml;lle keine Angst haben&quot;. Die Verfasser der EKD-Denkschrift &quot;Welt  in Unordnung &hellip;&quot; (November 2025), die nicht als Synodenbeschluss  missinterpretiert werden darf, schreiben im &quot;Blick auf Atomwaffen&quot;,&nbsp;dass der Besitz von Nuklearwaffen angesichts der weltpolitischen Verteilung dieser Waffen politisch notwendig sein k&ouml;nne. Von Peter B&uuml;rger.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Eine Duldung der Atombewaffnung wird wohl kaum von einer Mehrheit der Christenmenschen getragen</h3>
<p><img src="/magazin/media/img/Hiroshima_Bild_Michael%20Flascha.jpg" width="540" height="374" title="Mahnung an Hiroshima &amp; Nagasaki auf einem D&uuml;sseldorfer Balkon; Foto 2025: Michael Flascha." class="imgcaption; floatl" hspace="-10" alt="" /></p>
<p><strong>Von Peter B&uuml;rger</strong></p>
<p>Der vors&auml;tzliche Massenmord an hunderttausenden japanischen Zivilisten durch die Atombomben-Angriffe des US-Milit&auml;rs vom 6./9. August 1945 konnte jahrzehntelang &uuml;ber einen zynischen Propagandakomplex zur &quot;milit&auml;rischen Notwendigkeit&quot; umgedeutet werden &ndash; bis hin zur ultimativen Absurdit&auml;t: Die Bombe habe in Wirklichkeit Leben gerettet &hellip; Doch die US-F&uuml;hrung wusste zum Zeitpunkt des Verbrechens l&auml;ngst um die Kapitulationsbereitschaft Japans. Die M&ouml;glichkeit, beide (!) Bombentypen noch vor Friedensverhandlungen an lebenden Menschen zu erproben, wollte man sich nicht nehmen lassen. Die Opfer wurden von den T&auml;tern hernach in einem eigenen milit&auml;rwissenschaftlichen Programm wie Versuchskaninchen hinsichtlich der k&ouml;rperlichen Wirkungen untersucht, doch medizinische Hilfe erhielten sie nicht.</p>
<p>Das ganze L&uuml;gengeb&auml;ude &uuml;ber den gro&szlig;en Nutzen und die &quot;Sch&ouml;nheit&quot; des Manhattan-Projekts ist l&auml;ngst zusammengebrochen. Dieser Tage kann sich jeder, der z.B. die Dokumentation &quot;Hiroshima&quot; (GB 2014) von Lucy van Beek auf der Arte-Mediathek (<a href="https://www.arte.tv/de/videos/054197-000-A/countdown-in-ein-neues-zeitalter-hiroshima/">https://www.arte.tv/de/videos/054197-000-A/countdown-in-ein-neues-zeitalter-hiroshima/</a>) aufruft, &uuml;ber die wichtigsten Gesichtspunkte aufkl&auml;ren lassen. &Uuml;ber die ARD-Mediathek ist auch der wegweisende Film &quot;Nagasaki &ndash; Warum fiel die zweite Bombe?&quot; (D 2015) von Klaus Scherer leicht zug&auml;nglich (<a href="https://www.ardmediathek.de/video/doku-und-reportage/nagasaki-warum-fiel-die-zweite-bombe/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjIwOTQzNV9nYW56ZVNlbmR1bmc">https://www.ardmediathek.de/video/doku-und-reportage/nagasaki-warum-fiel-die-zweite-bombe/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjIwOTQzNV9nYW56ZVNlbmR1bmc</a>).</p>
<h3>Gr&uuml;nes Licht f&uuml;r Bombenbesitz und Teilhabe durch ein EKD-Redaktionsteam</h3>
<p>Es gibt nat&uuml;rlich hartgesottene Zeitgenossen, die selbst &quot;vorm Teufel in der H&ouml;lle keine Angst haben&quot;. Die Verfasser der EKD-Denkschrift &quot;Welt in Unordnung &hellip;&quot; (November 2025), die nicht als Synodenbeschluss missinterpretiert werden darf, schreiben im &quot;Blick auf Atomwaffen&quot;: &quot;Der ethisch gebotene Verzicht bleibt orientierend, ist angesichts der politischen Konstellation im Blick auf die Folgen aber politisch schwer zu vertreten&quot; (Denkschrift, S. 9). &quot;Ethisch ist die &Auml;chtung von Atomwaffen aufgrund ihres verheerenden Potenzials geboten. Der Besitz von Nuklearwaffen kann aber angesichts der weltpolitischen Verteilung dieser Waffen trotzdem politisch notwendig sein, weil der Verzicht eine schwerwiegende Bedrohungslage f&uuml;r einzelne Staaten bedeuten k&ouml;nnte.&quot; (ebd., S. 15) &quot;Deutschland besitzt zwar selbst keine Atomwaffen, aber es verf&uuml;gt &uuml;ber Flugzeuge, die mit in Deutschland gelagerten Atomwaffen der USA best&uuml;ckt werden k&ouml;nnen. Damit ist das Problem der &sbquo;nuklearen Teilhabe&lsquo; angesprochen.&quot; (ebd., S. 112) &ndash; Das skandal&ouml;se Rumgeeier der Denkschrift eines ausgesuchten Autorenkreises (ohne Beteiligung des EKD-Friedensbeauftragten!) gipfelt dann in folgendem Passus:</p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>&quot;Die teils offenen, teils versteckten Drohungen mit dem Einsatz von Atomwaffen durch die Russische F&ouml;deration sind jedoch ein Zeichen daf&uuml;r, dass auch in einem konventionellen Konflikt nukleare Waffen eine entscheidende Rolle spielen k&ouml;nnen. In diesem Szenario w&uuml;rden alle Staaten, die nicht glaubw&uuml;rdig auf eine nukleare Abschreckung verweisen k&ouml;nnen, zu potenziellen Opfern konventioneller Angriffe von Staaten oder Regimes, die &uuml;ber Atomwaffen verf&uuml;gen. In dieser Konstellation auf nuklearen Schutz g&auml;nzlich zu verzichten, w&auml;re sicherheitspolitisch kaum zu verantworten. So konturiert sich das ethische Dilemma: Der Besitz von Nuklearwaffen kann sicherheitspolitisch notwendig sein, auch wenn ihr Einsatz durch nichts zu rechtfertigen ist. Eine ethisch richtige Option ist, einseitig auf Atomwaffen zu verzichten. Dies w&auml;re im Blick auf die Folgen in der jetzigen konkreten politischen Situation wiederum kaum politisch zu vertreten. Auch die nukleare Teilhabe oder der Besitz von Nuklearwaffen kann also vor diesem konkreten Hintergrund eine ethisch begr&uuml;ndbare Entscheidung sein.&quot;</em> (ebd., S. 114)</p>
<p>&quot;Dialektisch&quot; Theologie treiben bedeutet heute offenbar, den politischen Entscheidungstr&auml;gern gr&uuml;nes Licht f&uuml;r etwas zu geben, das &quot;ethisch nicht geboten&quot; ist &hellip; Diese geradezu offensive Duldung der Nuklearbewaffnung soll wohl u.a. das Zeugnis der ehemaligen &sbquo;DDR-Kirchen&lsquo; und die weltkirchlichen Voten der j&uuml;ngeren Zeit vergessen machen. Vorbereitet wurde sie &ndash; unter Beteiligung federf&uuml;hrender EKD-Denkschriftautoren &ndash; schon Anfang 2023 durch folgende Ver&ouml;ffentlichung des evangelischen Milit&auml;rkirchenwesens, passend eingestellt auf der staatlichen Internetseite der Bundeswehr:</p>
<p style="margin-left: 40px;">&quot;Ltd. Milit&auml;rdekan Dr. Dirck Ackermann, Berlin / Prof. Dr. Reiner Anselm, M&uuml;nchen / Milit&auml;rpfarrerin Dr. Katja Bruns, Wilhelmshaven / Prof. Dr. Michael Haspel, Erfurt / Prof. Dr. Friedrich Lohmann, M&uuml;nchen / Milit&auml;rdekan Dr. Roger Mielke, Koblenz / Prof. Dr. Bernd Oberdorfer, Augsburg: <em>Ma&szlig; des M&ouml;glichen. Perspektiven Evangelischer Friedensethik angesichts des Krieges in der Ukraine. Ein Debattenbeitrag.</em> Im Auftrag des Evangelischen Milit&auml;rbischofs herausgegeben vom Evangelischen Kirchenamt f&uuml;r die Bundeswehr. Berlin. 1. Auflage Februar 2023.&quot; <a href="https://www.ardmediathek.de/video/doku-und-reportage/nagasaki-warum-fiel-die-zweite-bombe/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjIwOTQzNV9nYW56ZVNlbmR1bmc">https://www.bundeswehr.de/resource/blob/5586906/60b681196328321d90e4fcf9297a7501/mass-des-moeglichen-data.pdf</a></p>
<h3>Die Ermutigung aus Bremen</h3>
<p>Doch weltweit wissen seit 1945 ernsthafte Christenmenschen auf dem ganzen Erdkreis, dass man sich entscheiden muss: &quot;Gott oder die Bombe&quot;. Das Kirchenparlament der Bremischen Evangelischen <a href="https://www.kirche-bremen.de/aktuelles/presse-service/nachrichten-details/atomwaffen-verbotsvertrag-kirchenparlament-fordert-beitritt-deutschlands/">https://www.kirche-bremen.de/aktuelles/presse-service/nachrichten-details/atomwaffen-verbotsvertrag-kirchenparlament-fordert-beitritt-deutschlands/</a> Kirche hat in diesem Sommer die Regierung aufgerufen, dem &ndash; schon 2017 auch vom Vatikan unterzeichneten &ndash; UN-Abkommen zum weltweiten Verbot von Atomwaffen beizutreten. Da der Wortlaut des am 6. Juni 2026 mehrheitlich beschlossenen Antrages der Andreas-Gemeinde und der Friedensgemeinde erstaunlicherweise bislang im Netz noch nicht nachlesbar ist, sei die Erkl&auml;rung an dieser Stelle vollst&auml;ndig dokumentiert (mitgeteilt am 31.7.2026 nach dem Kirchentagsprotokoll von Holger Renken):</p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>&quot;Wir fordern die Bundesregierung Deutschlands auf, dem UN-Atomwaffen-Verbots-Vertrag durch ihre Unterschrift beizutreten und ihn dem Bundesrat zur Ratifizierung zuzuleiten.</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Gleichzeitig fordern wir die Bundesregierung auf, die Stationierung der neuen amerikanischen weitreichenden Waffensysteme in der Bundesrepublik nicht zu gestatten.</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Am 7. Juli 2017 haben von den 193 UN-Staaten 122 Staaten f&uuml;r die Verabschiedung des Atomwaffen-Verbots-Vertrags (AVV) gestimmt. Nachdem mehr als 50 Staaten den Vertrag ratifiziert hatten, ist der AVV am 22. Januar 2021 v&ouml;lkerrechtlich verbindlich in Kraft getreten. Seitdem haben ihn 94 Staaten unterzeichnet und 73 haben ihn ratifiziert. (Stand 1. Oktober 2024) Seither sind Atomwaffen, ihre Herstellung, ihr Besitz, ihre Verbreitung, die Androhung ihres Einsatzes und ihr Einsatz international verboten und v&ouml;lkerrechtlich ge&auml;chtet.</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Atomwaffen sind Massenvernichtungswaffen, die durch ihre Zerst&ouml;rungskraft die Existenz der gesamten Lebensbedingungen auf unserem Planeten vernichten k&ouml;nnen. Die bisher einzigen beiden im Krieg eingesetzten Atomwaffen, in Hiroshima und Nagasaki, sollten durch ihre verheerenden Zerst&ouml;rungen und Auswirkungen auf menschliches und zivilisatorisches Leben &uuml;ber Generationen Mahnung und Verpflichtung sein, niemals wieder auch nur mit dem Einsatz solcher Waffen zu drohen. So hat auch schon die EKD-Friedensdenkschrift von 2007 betont, dass die &sbquo;Drohung mit Nuklearwaffen nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung&lsquo; betrachtet werden kann.</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Deutschland besitzt selbst keine Atomwaffen, aber auf deutschem Territorium sind amerikanische Atomwaffen stationiert. Die Bundesregierung setzt trotz der die Menschheit vernichtenden Folgen des Einsatzes von Atomwaffen weiterhin auf das Prinzip der atomaren Abschreckung. Dieses Prinzip bedeutet ja die Androhung, Atomwaffen auch tats&auml;chlich einzusetzen. Auch wenn die Abschreckung den Einsatz auf der Gegenseite verhindern soll, f&uuml;hrt sie doch zu immer weiterer Aufr&uuml;stung statt zu Deeskalation und Abr&uuml;stung durch Verhandlungen.</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Gerade in der gegenw&auml;rtigen angespannten Weltlage darf von deutschem Boden keinerlei Bedrohung ausgehen. Nach zwei verheerenden Weltkriegen, den Verbrechen der nationalsozialistischen Herrschaft und der damaligen Wehrmacht ist es nicht nur ein Gebot der Vernunft, sondern auch der geschichtlichen Verantwortung, keinerlei Bedrohung von deutschem Boden mehr zu zulassen. Nie wieder ist jetzt!</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Daher fordern wir die Bundesregierung auf, dem Atomwaffen-Verbots-Vertrag beizutreten, ihn dem Bundesrat zur Ratifizierung zuzuleiten und der Stationierung von neuen strategischen weitreichenden amerikanischen Waffensystemen in Deutschland nicht zuzustimmen.&quot;</em></p>
<p>Diese Bremer Erkl&auml;rung steht nicht einsam da. Ihr von vielen wahrhaften Protestanten geteiltes Anliegen ist schon von anderen Landes- und Kreissynoden mit Klartext vorgetragen worden.</p>
<h3>EKD-Friedensbischof f&uuml;r den Beitritt UN-Atomwaffenverbotsvertrag</h3>
<p>Auch zum 30. Jahrestag des IGH-Gutachtens zur V&ouml;lkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen erging jetzt ein &ouml;ffentlicher Appell an Bundesregierung und Bundestag, der v&ouml;lkerrechtlich verpflichtenden Vorgabe zur vollst&auml;ndigen nuklearen Abr&uuml;stung zu entsprechen und den Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) anzugehen.&nbsp;<a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015596.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015596.html</a>&nbsp;Zu den Erstunterzeichnenden aus dem kirchlichen Spektrum geh&ouml;ren prominente Protestanten: der ehemalige Landesbischof Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, jetzt Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Dienst f&uuml;r den Frieden (AGDF); der Theologe Prof. Dr. Ulrich Duchrow; die ehemalige Landesbisch&ouml;fin und EKD-Ratsvorsitzende Dr. Margot K&auml;&szlig;mann; Landesbischof Friedrich Kramer, zugleich Friedensbeauftragter des Rates der EKD; Prof. em. Dr. Gottfried Orth, Seminar f&uuml;r Evangelische Theologie an der TU Braunschweig. &ndash; Es besteht somit kein Grund, den Bombendulder-Theologen beim kirchlichen &quot;Spitzenpersonal&quot;, die einen eigenwilligen deutsch-protestantischen Weg beschreiten, eine Vollmacht zur Vertretung der <em>Gesamtkirche</em> zuzuschreiben.</p>
<h4>Literatur zum aktuellen kirchlichen Atomwaffendiskurs:</h4>
<ol>
    <li><strong><em>Umdenkschrift </em>zum Evangelischen Diskurs &uuml;ber Krieg und Frieden.</strong> Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse. &ndash; Eine Sammlung. Herausgegeben von Peter B&uuml;rger, im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des &Ouml;kumenischen Instituts f&uuml;r Friedenstheologie. Hamburg 2026, S. S. 12f, 20, 26, 33f, 36, 43, 48, 50, 58, 62, 64, 68, 79-81, 82, 86f, 89, 92f, 94, 120f, 125, 135-138, 141, 143, 145, 152, 154, 159f, 161f, 163, 165-168, 171, 173, 177-187, 192, 198, 199, 204, 211, 215, 221, 225f, 243f, 252, 257, 275, 277. (Alle Infos: <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015537.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015537.html</a>).</li>
    <li><strong><em>Umdenkschrift II</em> zum Evangelischen Diskurs &uuml;ber Krieg und Frieden.</strong> Weitere kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse. &ndash; Zweite Sammlung. Herausgegeben im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des &Ouml;kumenischen Instituts f&uuml;r Friedenstheologie (Reihe: edition pace). Hamburg 2026, S. 9f, 15, 20f, 26, 37f, 48, 59, 67-72, 73, 76f, 80f, 85, 89-95, 100-104, 108, 110, 113, 117, 122f. (Alle Infos: <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015549.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015549.html</a>).</li>
    <li><strong><em>Umdenkschrift III</em> zum Evangelischen Diskurs &uuml;ber Krieg und Frieden.</strong> Texte zur EKD-Kontroverse und &Ouml;kumenische Friedensstimmen. &ndash; Dritte Sammlung. Herausgegeben im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des &Ouml;kumenischen Instituts f&uuml;r Friedenstheologie. Hamburg 2026, S. 32-34, 37f, 45-48, 50, 56, 58, 60, 65, 67, 73-77, 85, 108, 114, 116, 126, 130f, 137-143, 152, 154, 165, 176f, 196, 202, 214, 269, 274, 277, 282f, 289, 297, 299f, 303f, 320, 335, 354f, 377, 385, 389, 392-394. (Alle Infos: <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015601.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015601.html</a>).</li>
</ol>]]>
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   <title>Weltsozialforum in Benin: Deutsche Delegation solidarisiert sich mit globalen Bewegungen für soziale und ökologische Gerechtigkeit</title>
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   <published>2026-08-04T19:16:24Z</published>
   <updated>2026-08-06T17:50:45Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Heute wird das 18. Weltsozialforum in Cotonou, Benin, er&ouml;ffnet. Mit 50.000 erwarteten Teilnehmer*innen aus &uuml;ber 150 L&auml;ndern ist es eines...]]></summary>
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      <name>Michael Schmid</name>
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      <![CDATA[<p>Heute wird das 18. Weltsozialforum in Cotonou, Benin, er&ouml;ffnet. Mit  50.000 erwarteten Teilnehmer*innen aus &uuml;ber 150 L&auml;ndern ist es eines der  wichtigsten Treffen der globalen Zivilgesellschaft.&nbsp; Unter dem Motto  &quot;Eine andere Welt ist m&ouml;glich&quot; und als Alternative zum  Weltwirtschaftsforum in Davos bringt das Weltsozialforum (WSF) seit 2001  Akteur*innen zusammen, die sich f&uuml;r soziale, &ouml;kologische und  wirtschaftliche Gerechtigkeit, Menschenrechte und internationale  Solidarit&auml;t einsetzen.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong>Heute wird das 18. Weltsozialforum in Cotonou, Benin, er&ouml;ffnet. Mit 50.000 erwarteten Teilnehmer*innen aus &uuml;ber 150 L&auml;ndern ist es eines der wichtigsten Treffen der globalen Zivilgesellschaft.&nbsp; Unter dem Motto &quot;Eine andere Welt ist m&ouml;glich&quot; und als Alternative zum Weltwirtschaftsforum in Davos bringt das Weltsozialforum (WSF) seit 2001 Akteur*innen zusammen, die sich f&uuml;r soziale, &ouml;kologische und wirtschaftliche Gerechtigkeit, Menschenrechte und internationale Solidarit&auml;t einsetzen.</strong></p>
<p>Aus Deutschland nimmt eine der gr&ouml;&szlig;ten Delegationen aus Nichtregierungsorganisationen und sozialen Bewegungen seit &uuml;ber zehn Jahren am Forum teil, darunter Brot f&uuml;r die Welt, Misereor, Werkstatt &Ouml;konomie e.V., Medico International e.V., Attac, Debt for Climate, Afrique-Europe-Interact, das KONE Netzwerk, MeineWelt, WEED, die Kampagnen &quot;Sicherheit Neu Denken&quot; und &quot;10 % for all&quot; sowie die Jugendorganisation der Arbeitsgemeinschaft B&auml;uerliche Landwirtschaft. Die Delegation wird sich vor Ort mit sozialen Bewegungen, Gewerkschaften sowie Menschenrechts-, Umwelt- und Indigenenorganisationen aus aller Welt austauschen. &Uuml;ber f&uuml;nf Tage wird das Forum in Cotonou mehrere hundert Veranstaltungen und gemeinsame Proteste umfassen.</p>
<p>Dass das Forum in diesem Jahr in Benin stattfindet, ist ein starkes politisches Signal. Westafrika ist eine Region, in der globale Ungleichheiten und Krisen besonders sp&uuml;rbar sind und in der gleichzeitig seit Jahrzehnten soziale Bewegungen f&uuml;r politische Alternativen k&auml;mpfen.</p>
<h3>O-T&ouml;ne beteiligter Organisationen aus Deutschland:</h3>
<p>&quot;Vor dem Hintergrund weltweiter Aufr&uuml;stung und Kriege, wachsendem Autoritarismus und schrumpfender zivilgesellschaftlicher Handlungsspielr&auml;ume kommt dem Weltsozialforum eine besondere Bedeutung zu. Auf dem Forum steht die Verst&auml;ndigung der Zivilgesellschaft im Zentrum&quot;, erkl&auml;rt Carmen Junge von <strong>Attac Deutschland</strong>, dem Netzwerk f&uuml;r globale Gerechtigkeit.</p>
<p>&quot;W&auml;hrend die Gro&szlig;m&auml;chte in Krieg und gesellschaftliche Spaltung investieren, erz&auml;hlt das Forum ein anderes Narrativ und zeigt der Welt&ouml;ffentlichkeit positive Szenarien und Realit&auml;ten&quot;, sagt Hubert Heindl von der Kampagne <strong>&quot;Rethinking African Security&quot;</strong>.</p>
<p>&quot;Die wachsende Zahl bewaffneter Konflikte und Kriege macht deutlich, dass ein Priorit&auml;tenwechsel stattfinden muss: Statt weltweit immer mehr gesellschaftlichen Reichtum in milit&auml;rische Aufr&uuml;stung zu stecken, braucht es ein anderes Verst&auml;ndnis von Sicherheit, das sicheren Zugang zu Land, Wohnraum und Nahrung, aber auch Gesundheitsversorgung und Bildung in den Mittelpunkt r&uuml;ckt&quot;, sagt A&iuml;da Roumer von <strong>&quot;10 % for all&quot;.</strong></p>
<p>Wie eng die globalen Krisen zusammenh&auml;ngen, zeigt sich in vielen Diskussionen des Forums. &quot;Die Klimakrise ist untrennbar mit der globalen Schuldenkrise verbunden. Ohne die Streichung illegitimer Schulden bleiben viele L&auml;nder darin gefangen, fossile Rohstoffe weiter auszubeuten&quot;, betont Emma Brandes von der Bewegung <strong>Debt for Climate</strong>.</p>
<p>Auch die Folgen europ&auml;ischer Grenzpolitik und die K&auml;mpfe f&uuml;r Bewegungsfreiheit geh&ouml;ren zu den zentralen Themen des Weltsozialforums. Hans-Georg Eberl vom transnationalen Netzwerk <strong>Afrique-Europe-Interact</strong> verdeutlicht: &quot;W&auml;hrend Waren und Reicht&uuml;mer im Interesse des Kapitals weltweit zirkulieren sollen, errichten viele Staaten gewaltvolle Grenzregime gegen Menschen. Unsere Antwort ist das Recht zu gehen, das Recht zu bleiben und das Recht zusammenzukommen &ndash; wie hier beim Weltsozialforum.&quot;</p>
<p>Ren&eacute;e Eloundou von der afrodiasporischen Organisation <strong>ASID Europe</strong> unterstreicht: &quot;F&uuml;r die deutsche Zivilgesellschaft ist das Weltsozialforum in Cotonou eine wichtige M&ouml;glichkeit, von den Erfolgen von Bewegungen in Westafrika zu lernen, beispielsweise von der gerechten Verwaltung von Land oder starken Frauenorganisationen. Zudem werden hier koloniale Kontinuit&auml;ten und Rassismus offen kritisiert und angegangen.&quot;</p>
<p>Charlotte Ndamm-Nijkoufon vom afrodiasporischen Netzwerk <strong>KONE</strong> betont zudem: &quot;Das Weltsozialforum ist f&uuml;r die afrikanische Diaspora und migrantische Selbstorganisationen ein zentraler Ort des Austauschs, des gegenseitigen Lernens und der politischen Mitgestaltung. Globale Gerechtigkeit gelingt nur, wenn die Erfahrungen und das Wissen der Communities, die von Rassismus, kolonialen Kontinuit&auml;ten und Ungleichheit betroffen sind, gleichberechtigt in internationale Debatten und Entscheidungen einflie&szlig;en.&quot;</p>
<p>&quot;Die Antworten auf die vielen Krisen unserer Zeit existieren bereits. Das Weltsozialforum verbreitet seit 25 Jahren konkrete Alternativen zu Ausbeutung, Militarisierung und kapitalistischen Wachstumslogiken&quot;, erkl&auml;rt Hannah Kentouche von der Menschenrechtsorganisation <strong>medico international e.V.</strong></p>
<p>&quot;Gerade weil politische Entscheidungstr&auml;ger*innen und gro&szlig;e Konzerne in Europa unsere sozialen und &ouml;kologischen Krisen weiter versch&auml;rfen, m&uuml;ssen wir als globale Zivilgesellschaft internationale Solidarit&auml;t von unten st&auml;rken. Auch wenn es f&uuml;r viele gerade ausweglos scheint: Das Weltsozialforum zeigt, dass eine andere, gerechtere Welt immer noch m&ouml;glich ist. Sie entsteht hier, wo Menschen sich solidarisch zusammentun und sie gemeinsam erk&auml;mpfen&quot;, erkl&auml;rt Lotte J&auml;ger von der wirtschaftspolitischen Nichtregierungsorganisation <strong>WEED</strong>.</p>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;Gemeinsame Pressemitteilung vom 04.08.2026.</p>
<p><strong>Hinweis:</strong></p>
<ul>
    <li><a href="https://taz.de/Weltsozialforum-in-Cotonou/!6200052/">&quot;Wir wollen Selbstbestimmung &uuml;ber unsere Politik&quot;</a> - Organisatorin will das Weltsozialforum 2026 auf eine &bdquo;neue Ebene heben&ldquo;. Die Anliegen afrikanischer Bewegungen geh&ouml;rten auf die globale B&uuml;hne. (taz 04.08.26)</li>
</ul>]]>
   </content>
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   <title> If you want peace, go and talk to your enemy</title>
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   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15604</id>
   
   <published>2026-08-04T11:30:42Z</published>
   <updated>2026-08-04T14:42:40Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler, and many supporters (organizations, individuals) have presented an &quot;Ecumenical Peace Treatise &ndash;...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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      <![CDATA[<p>Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler, and many  supporters (organizations, individuals) have presented an &quot;Ecumenical  Peace Treatise &ndash; 2026.&quot; In cooperation with the Ecumenical Peace  Network, it is being published as a book in the &quot;edition pace&quot; series;  the online version, which was published first, is freely available and  may be shared.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler, and many supporters have presented an &quot;Ecumenical Peace Treatise &ndash; 2026&quot;</h3>
<p><strong>Edited by &lsquo;edition pace&rsquo;</strong></p>
<div class="frame1">
<p>Ralf Becker / Karen Hinrichs / Heinrich Sch&auml;fer / Theodor Ziegler: <em><strong>If you want peace, go and talk to enemy</strong></em><strong>. &ndash; An Ecumenical Peace Treatise, 2026</strong>. With a preface by Konrad Raiser. (English version of: <em>Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden. Eine &ouml;kumenische Friedensschrift</em> ǀ 2026). Series: edition pace ǀ Special Edition. First digital edition : OekIF. Publication date: 04.08.2026. <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Ecumenical-Peace-Treatise-2026.pdf">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Ecumenical-Peace-Treatise-2026.pdf</a></p>
</div>
<p><img src="/magazin/media/img/02%20Cover.jpg" width="280" height="450" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler, and many supporters (organizations, individuals) have presented an &quot;Ecumenical Peace Treatise &ndash; 2026.&quot; In cooperation with the Ecumenical Peace Network, it is being published as a book in the &quot;edition pace&quot; series; the online version, which was published first, is freely available and may be shared.</p>
<h3>Guidance from the Sermon on the Mount</h3>
<p>Can we still be guided by the Sermon on the Mount today? Yes, say the authors of this peace treatise. For the Sermon on the Mount is compatible with modern peace research. In particular, the concept of &quot;peace logic&quot; points to ways in which conflicts could be resolved through diplomacy and civil conflict resolution, and wars may be prevented. A well-informed analysis of the West&rsquo;s negative role in the escalation of the war in Ukraine clearly illustrates that, at the political level, the &quot;plank in one&rsquo;s own eye&quot; too often obscures one&rsquo;s view.</p>
<p>This ecumenical peace document provides Christians and humanists with a clear ethical orientation toward peace. It calls for an unequivocal commitment to military disarmament and for all states to join the UN Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons in times of massive rearmament. Churches, in particular, can be a strong, clear voice for peace and contribute to building a culture of peace.</p>
<h3>Initial feedback on the Ecumenical Peace Manifesto</h3>
<p>&quot;The Church should think further ahead in its proclamation and pastoral care, as well as in its political diaconate, than the powers of the world are capable of. That is why even the trailblazing title of the Ecumenical Peace Manifesto is encouraging: &lsquo;Whoever wants peace must speak with the enemy.&rsquo;&quot; (Horst Scheffler, Retired Senior Military Chaplain).</p>
<p>&quot;This peace document provides guidance in the best sense of the word: clear in its position, understandable in its language, well-structured, and free of political and theological contortions.&quot; (Elisabeth Freise, member of the coordinating committee of &quot;Rethinking Security&quot;).</p>
<p>&quot;Something very good has been created here! I find the clear structure particularly successful and, even more importantly, the clear language. This makes the peace document interesting and useful in many contexts over the long term, such as in religious education or in non-church peace initiatives. And long-term use and impact are more important than short-term attention. But the two are not mutually exclusive!&quot; (Markus Weingardt, peace and conflict researcher).</p>
<h3>The Editorial Group</h3>
<p><strong>Ralf Becker</strong>, social entrepreneur, coordinator of the &quot;Rethinking Security&quot; initiative since 2019, coordinator of <em>Gewaltfrei handeln &ndash; &ouml;kumenisch Frieden lernen e.V.</em> from 2012 to 2019, and active in, among other things, the Spokespersons&rsquo; Council of the <em>Platform for Civil Conflict Management,</em> in church development for the dioceses of Paderborn and M&uuml;nster, the Jubilee 2000 campaign, as well as the coordination of international sustainability dialogues and the implementation of the study <em>Zukunftsf&auml;higes Deutschland</em> at the aid organization Misereor.</p>
<p><strong>Karen Hinrichs</strong>, retired pastor, theologian, and educator; 1989&ndash;2004 parish pastor and 2004&ndash;2019 senior church councilor of the <em>Evangelical Regional Churc</em>h in Baden; 2020&ndash;2025 lecturer and executive director of the <em>Peace Institute at the Evangelical University of Applied Sciences</em> in Freiburg. Publications on peace education and theology.&nbsp; Member of, among others: <em>Ecumenical Institute for Peace Theology, Gewaltfrei Handeln &ndash; &ouml;kumenisch Frieden lernen e.V., International Fellowship of Reconciliation &ndash; German Branch, Church and Peace.</em></p>
<p><strong>Heinrich Sch&auml;fer</strong>, Prof. Dr. Dr. (ret.), sociologist and Protestant theologian, Bielefeld University; formerly at the <em>Universidad B&iacute;blica Latinoamericana</em>, Costa Rica; since the late 1970s, he has been engaged in field research during two wars and other academic work in Latin America and Germany, focusing on the topic of &quot;Conflict / Peace&quot; from sociological and theological perspectives. His theological approach is a sociologically informed liberation theology.</p>
<p><strong>Theodor Ziegler,</strong> Ph.D., Baiersbronn, religious educator, contributed to the peace ethics discussion process of the <em>Baden Regional Church</em> as well as to the development of the scenario <em>Rethinking Security: From Military to Civil Security Policy</em> and is a member of the <em>Ecumenical Institute for Peace Theology</em> as well as the <em>German Peace Society &ndash; United Opponents of War</em>. Dissertation: &quot;Motives and Alternative Concepts of Christian Pacifists.&quot;</p>
<h3>Supporters</h3>
<p><strong>Supporting organizations:</strong> &quot;Taxes for Plowshares&quot; campaign within the Peace Tax Network e.V. ǀ Bonhoeffer-Niem&ouml;ller Foundation ǀ Christians in the German Peace Society &ndash; United Conscientious Objectors (DFG-VK) ǀ Church and Peace ǀ Evangelical Working Group for Conscientious Objectors in W&uuml;rttemberg (EAK) ǀ Forum for Peace Ethics in the Evangelical Regional Church of Baden (FFE) ǀ Women&rsquo;s Group &quot;On the Move for Life&quot; ǀ Main-Taunus Peace Initiative ǀ Peace Ministry of the Evangelical Regional Church in W&uuml;rttemberg ǀ Acting <em>Nonviolently &ndash; Learning Peace Ecumenically</em>, Inc. ǀ Green Alternative, Inc. ǀ Christian Peace Appeal Initiative ǀ Rethinking Security Initiative ǀ International Fellowship of Reconciliation &ndash; German Branch, Inc. ǀ IPPNW &ndash; International Physicians for the Prevention of Nuclear War / Physicians in Social Responsibility e.V. German Section ǀ Kairos Europa e.V., Heidelberg ǀ Ecumenical Initiative for the Reform or Abolition of Military Chaplaincy ǀ Ecumenical Institute for Peace Theology ǀ pax christi ǀ German Section ǀ Solidarity Church in the Rhineland ǀ Workshop for Nonviolent Action Baden.</p>
<p><strong>Individual supporters:</strong>&nbsp; Gerd Bauz, organizational consultant, Frankfurt am Main ǀ Dietrich Becker-Hinrichs, retired pastor, Lahr ǀ Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach, peace researcher, Hamburg ǀ Susanne B&ouml;decker, DFG-VK staff member and consultant for KDV, Stuttgart ǀ Paul Bosler, pastor, N&uuml;rtingen ǀ Dr. Eberhard B&uuml;rger, retired pastor, Magdeburg ǀ Peter B&uuml;rger, theologian and journalist, D&uuml;sseldorf ǀ Susanne B&uuml;ttner, dean of the Baden-W&uuml;rttemberg Correctional System, Schw&auml;bisch Gm&uuml;nd ǀ Maria Buchwitz, chair of the pax christi Diocesan Association of M&uuml;nster, M&uuml;nster ǀ Dr. Angelika Claussen, President of IPPNW Europe, Bielefeld ǀ Dr. Ulrich Duchrow, Professor of Systematic Theology and Social Ethics, Heidelberg ǀ Horst Fi&szlig;mer, retired pastor, Minden ǀ Erich Frehse, retired pastor, Bonn ǀ Prof. Dr. Josef Freise, Christian-Muslim Peace Initiative Germany, Neuwied ǀ Hartmut Friedrich, Theologian and Retired Pastor, Gaggenau ǀ Dr. Gudula Frieling, Teacher, Dortmund ǀ Dr. Ulrich van Gemmeren, Retired Managing Director, Merzhausen ǀ Udo Grotz, Retired Pastor and Religious Education Teacher, Heitersheim ǀ Rita Horstmann, Retired Pastor, Cologne ǀ Stefanie Intveen, mediator, Cologne ǀ Aline Jung, homemaker and organizer of the &quot;Unterwegs f&uuml;r das Leben&quot; pilgrimage routes, Ettenheim ǀ Christian Keller, retired theologian and dean, Villingen/Black Forest ǀ Gerhard Kern, Chair of the Main-Taunus Peace Initiative, retired teacher and concert singer, Hofheim am Taunus ǀ Retired Prof. Dr. Rainer Kessler, Old Testament scholar, Frankfurt am Main ǀ Dr. Heinz Klippert, economist, learning researcher, peace educator, Landau ǀ Karl Wilhelm Koch, B.S. in Chemical Engineering, author of the technical book &quot;Nuclear Power Accidents,&quot; Mehren ǀ Robert K&ouml;lblin, B.S. in Electrical Engineering, conscientious objector, L&ouml;rrach ǀ Prof. Dr. Elke Krahmann, political scientist, Kiel ǀ Wolfgang Krau&szlig;, theological assistant at the Mennonite congregation in Augsburg ǀ Dr. Matthias Kreplin, senior church councilor and pastor, Karlsruhe ǀ Thomas-Dietrich Lehmann, Protestant prison chaplain, Berlin ǀ Johannes Maier, Director of the Ecumenical Peace Discussion Group, Waldkirch-Kollnau ǀ Dr. Eberhard M&uuml;ller, biologist and theologian, Zell am Harmersbach ǀ Reinhard M&uuml;ller, pastor. retired, Vice Chair of the Bonhoeffer-Niem&ouml;ller Foundation, Nieder Seifersdorf ǀ Monika Nitsch, retired Protestant religion teacher, D&uuml;sseldorf ǀ Jacqueline Olesen, Peace Commissioner of the Protestant Peace Congregation, Baden-Baden ǀ Prof. Dr. Gottfried Orth, theologian, Rothenburg ob der Tauber ǀ Klaus Schittich, global citizen and human rights activist, Freiburg ǀ Rainer Schmid, theologian and religion teacher, Ulm/Danube ǀ Michael Schweitzer, retired pastor, Ellenhausen ǀ Thomas Carl Schwoerer, Federal Spokesperson for the German Peace Society &ndash; United War Resisters (DFG-VK) ǀ Prof. Dr. em. Franz Segbers, social ethicist, Konstanz ǀ PD Dr. Stefan Silber, theologian, Saarbr&uuml;cken ǀ Richard Strodel, deacon, member of IKF Bavaria, Neustadt, Coburg ǀ Klaus Waiditschka, editor of Friedenssteuer-Nachrichten and board member of CPTI, Mannheim ǀ Dr. Klaus Wazlawik, engineer specializing in deep drilling technology, Berlin ǀ Markus Weber, Certified Theologian, Advisor for Peace Education &amp; pax christi in the Archdiocese, Freiburg ǀ Dr. Markus Weingardt, Peace and Conflict Researcher, T&uuml;bingen ǀ Dominik Wei&szlig;, deacon and theologian, Baiersbronn ǀ Prof. Dr. Dr. h.c. Dietrich Werner, theologian, Berlin ǀ Birgit Worzalla-Lapp, peace educator, staff member at pax christi and the Peace Light Campaign, St. M&auml;rgen ǀ Andreas Zumach, journalist and author, Berlin.</p>
<p><strong>Digital edition online &ndash; Free English Version (translation):</strong> Ralf Becker / Karen Hinrichs / Heinrich Sch&auml;fer / Theodor Ziegler:<em> If you want peace, go and talk to enemy</em>. An Ecumenical Peace Treatise, 2026. With a preface by Konrad Raiser. First digital edition : OekIF. Publication date: 04.08.2026. <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Ecumenical-Peace-Treatise-2026.pdf">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Ecumenical-Peace-Treatise-2026.pdf</a></p>
<p><strong>Digital edition online &ndash; Free German Version:</strong> <a href="https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/app/download/8609240763/Oekumenische-Friedenschrift-2026.pdf ">https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/app/download/8609240763/Oekumenische-Friedenschrift-2026.pdf&nbsp;</a></p>]]>
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   <title>Website &quot;Frieden wagen.org&quot; online</title>
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   <published>2026-08-03T15:20:41Z</published>
   <updated>2026-08-03T15:45:29Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Heute ist unsere neue Website &quot;Frieden wagen.org&quot; (www.frieden-wagen.org) online gegangen. In dieser wird schwerpunktm&auml;&szlig;ig unser Verein Frieden wagen e.V. und...]]></summary>
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      <name>Michael Schmid</name>
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   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p><strong><img src="/magazin/media/img/Frieden%20wagen%20e_V_%20%E2%80%93%20Startseite.png" width="280" height="173" vspace="10" align="right" hspace="10" alt="" /></strong>Heute ist unsere neue Website &quot;Frieden wagen.org&quot;  (www.frieden-wagen.org) online gegangen. In dieser wird schwerpunktm&auml;&szlig;ig  unser Verein Frieden wagen e.V. und seine Aktivit&auml;ten bzw. Projekte  dargestellt. Herzliche Einladung, mal einen Blick drauf zu werfen!&nbsp;Demn&auml;chst  wird zudem unser neues Online-Magazin &quot;Frieden wagen&quot;  (www.frieden-wagen.net) ver&ouml;ffentlicht. Bei diesem richten wir das  Augenmerk vor allem auf Artikel zu Frieden, Gewaltfreiheit,  Antimilitarismus und Pazifismus. Es entsteht zurzeit neu. Bis es so weit  ist, finden sich aktuelle Artikel und das Archiv unserer 25 Jahre lang  betriebenen Website mit rund 14.000 Artikeln weiterhin unter  www.lebenshaus-alb.de.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong><img src="/magazin/media/img/Frieden%20wagen%20e_V_%20%E2%80%93%20Startseite.png" width="561" height="346" vspace="10" align="middle" alt="" /></strong></p>
<p><strong>Heute ist unsere neue Website &quot;Frieden wagen.org&quot; (<a href="https://www.frieden-wagen.org">www.frieden-wagen.org</a>) online gegangen. In dieser wird schwerpunktm&auml;&szlig;ig unser Verein Frieden wagen e.V. und seine Aktivit&auml;ten bzw. Projekte dargestellt. Herzliche Einladung, mal einen Blick drauf zu werfen!</strong></p>
<p>Demn&auml;chst wird zudem unser neues <strong>Online-Magazin &quot;Frieden wagen&quot;</strong> (www.frieden-wagen.net) ver&ouml;ffentlicht. Bei diesem richten wir das Augenmerk vor allem auf Artikel zu Frieden, Gewaltfreiheit, Antimilitarismus und Pazifismus. Es entsteht zurzeit neu. Bis es so weit ist, finden sich aktuelle Artikel und das Archiv unserer 25 Jahre lang betriebenen Website mit rund 14.000 Artikeln weiterhin unter <a href="https://www.lebenshaus-alb.de">www.lebenshaus-alb.de</a>.</p>
<p>Die <strong>Website &quot;Kriegsdienstverweigerer. Unsere Geschichten.&quot;</strong> (<a href="https://www.kriegsdienstverweigerer-geschichten.de">www.kriegsdienstverweigerer-geschichten.de</a>) haben wir 2021 begonnen und werden diese auch zuk&uuml;nftig weiterf&uuml;hren.</p>
<p><strong>Hintergrund</strong> f&uuml;r diese und weitere Ver&auml;nderungen bei unseren Medien ist der Umzug unseres Vereins von der Schw&auml;bischen Alb nach Plochingen am Neckar. Damit verbunden erfolgte in diesem Zuge eine <strong>Umbenennung in &quot;Frieden wagen e.V. - Arbeitsstelle f&uuml;r Gerechtigkeit, Frieden und &Ouml;kologie&quot; (kurz: <em>&quot;Frieden wagen e.V.&quot;</em>). Mit diesem neuen Namen setzen wir das fort, was wir 1993 mit dem Namen<em> &quot;Lebenshaus Schw&auml;bische Alb &ndash; Gemeinschaft f&uuml;r soziale Gerechtigkeit, Frieden und &Ouml;kologie e.V.&quot;</em> begonnen haben.</strong></p>
<p><strong>Wir bitten, unsere neuen Kontakt- und Bankdaten zu beachten</strong> (bei der Bankverbindung hat sich nur der Name des Kontoinhabers ge&auml;ndert &ndash; aber die Angabe von Lebenshaus Schw&auml;bische Alb e.V. funktioniert ebenfalls weiter).</p>
<hr />
<p><strong>Frieden wagen e.V. - Arbeitsstelle f&uuml;r Gerechtigkeit, Frieden und &Ouml;kologie</strong><br />
Teckstr. 59 | 73207 Plochingen<br />
Tel.: 0 71 53 / 40 66 413 | E-Mail: info@frieden-wagen.org<br />
Internet: <a href="https://www.frieden-wagen.org">https://www.frieden-wagen.org</a>&nbsp;<br />
&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<a href="https://www.lebenshaus-alb.de">https://www.lebenshaus-alb.de</a>&nbsp;<br />
&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;<a href="https://www.kriegsdienstverweigerer-geschichten.de">https://www.kriegsdienstverweigerer-geschichten.de</a></p>
<p><strong>Bankverbindung: Frieden wagen e.V.</strong><br />
Bank:&nbsp; &nbsp; GLS Bank eG<br />
IBAN:&nbsp; &nbsp; DE36 4306 0967 8023 3348 00<br />
BIC:&nbsp; &nbsp; &nbsp; GENODEM1GLS</p>]]>
   </content>
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   <title>&quot;Friede ist die Überlebensbedingung der Menschheit&quot;</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015601.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15601</id>
   
   <published>2026-07-29T08:18:52Z</published>
   <updated>2026-08-02T09:29:49Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Die j&uuml;ngste EKD-Denkschrift &quot;Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick&quot; (November 2025) hat wegen ihrer regierungsnahen und milit&auml;rfreundlichen Ausrichtung...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   </author>
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/burger_peter" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
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   <category term="4778" label="edition pace" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2210" label="Peter Bürger" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Die j&uuml;ngste EKD-Denkschrift &quot;Welt in Unordnung - Gerechter Friede im  Blick&quot; (November 2025) hat wegen ihrer regierungsnahen und  milit&auml;rfreundlichen Ausrichtung viel Widerspruch hervorgerufen. In der  Reihe &quot;Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs &uuml;ber Krieg und Frieden&quot;  werden die kritischen Wortmeldungen zum neuen deutschen Kirchenkurs  erschlossen. Der jetzt vorgelegte dritte Band enth&auml;lt auf &uuml;ber 400  Seiten zahlreiche weitere Beitr&auml;ge zur EKD-Kontroverse und dokumentiert  &Ouml;kumenische Friedensstimmen, die ermutigen.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Eine Dritte Sammlung erschlie&szlig;t Texte zur EKD-Kontroverse und &Ouml;kumenische Friedensstimmen</h3>
<p><strong>Solidarische Kirche im Rheinland / &Ouml;kumenisches Institut f&uuml;r Friedenstheologie</strong></p>
<div class="frame1">
<p><em><strong>Umdenkschrift III</strong></em><strong> zum Evangelischen Diskurs &uuml;ber Krieg und Frieden.</strong> Texte zur EKD-Kontroverse und &Ouml;kumenische Friedensstimmen. &ndash; Dritte Sammlung. Herausgegeben von Peter B&uuml;rger, im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des &Ouml;kumenischen Instituts f&uuml;r Friedenstheologie (= edition pace Bd. 47). Hamburg: BoD 2026. [ISBN 978-3-6957-8405-9; Paperback; 436 Seiten; Ladenpreis 16,99 Euro] https://buchshop.bod.de/umdenkschrift-iii-zum-evangelischen-diskurs-ueber-krieg-und-frieden-9783695784059</p>
</div>
<p><img src="/magazin/media/img/Umdenkschrift%20III_Umschlag.jpg" width="280" height="446" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />Die j&uuml;ngste EKD-Denkschrift &quot;Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick&quot; (November 2025) hat wegen ihrer regierungsnahen und milit&auml;rfreundlichen Ausrichtung viel Widerspruch hervorgerufen. In der Reihe &quot;Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs &uuml;ber Krieg und Frieden&quot; werden die kritischen Wortmeldungen zum neuen deutschen Kirchenkurs erschlossen. Der jetzt vorgelegte dritte Band enth&auml;lt auf &uuml;ber 400 Seiten zahlreiche weitere Beitr&auml;ge zur EKD-Kontroverse und dokumentiert &Ouml;kumenische Friedensstimmen, die ermutigen.</p>
<p>Im &ouml;ffentlichen Raum waltet weithin ein naiver Militarismus. Doch immer mehr Realisten und Fromme widersagen den Kriegspropheten, denn: &quot;Friede ist die &Uuml;berlebensbedingung der Menschheit.&quot;</p>
<p>Ein Text von Margot K&auml;&szlig;mann (ehemalige Ratsvorsitzende der EKD) er&ouml;ffnet die Dritte Sammlung: &quot;F&uuml;r mich ist mit dieser Denkschrift eine gro&szlig;e Chance verpasst, in Zeiten massiver Aufr&uuml;stung glasklar f&uuml;r Abr&uuml;stung zu pl&auml;dieren. Die Chance, den Pazifismus aus christlicher &Uuml;berzeugung und auf Grundlage des Evangeliums wieder in die Debatte in der Mitte der Gesellschaft zu bringen. Die Chance, eine &Auml;chtung atomarer Waffen und die Forderung nach einem Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag ins &ouml;ffentliche Bewusstsein zu bringen. Die Chance, deutlich zu machen, dass es nicht um Wehrpflicht geht, sondern um die Verpflichtung zum Kriegsdienst, demgegen&uuml;ber die Verweigerung in der Tat das deutlichere christliche Zeichen ist. Da ist die Lehre Jesu glasklar. [&hellip;] Ja, traurig. Gerade in diesen Zeiten k&ouml;nnte unsere evangelische Kirche eine starke, klare Stimme f&uuml;r den Frieden und den Abbau von Feindbildern sein, wenn wir an den Konflikt in Israel und Gaza, an den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine denken. Diese Chance ist vertan. Hoffnung macht, dass es sie noch gibt, die vielen kleinen Friedensinitiativen und aktiven Kirchengemeinden &hellip;&quot;</p>
<h3>Impuls-Zitate zum Nachdenken</h3>
<p style="margin-left: 40px;">&quot;Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in St&uuml;cke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen; dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit so um, als ob es blo&szlig; ein St&uuml;ck guter Literatur ist, sonst weiter nichts.&quot; (Mahatma Gandhi, 1869-1948)</p>
<p style="margin-left: 40px;">&quot;Jesus lehrte uns, unsere Feinde zu lieben, f&uuml;r unsere Verfolger zu beten und keine t&ouml;dlichen Waffen zu benutzen.&quot; (&Ouml;kumenischer Rat der Kirchen, Februar 2011)</p>
<p style="margin-left: 40px;">&quot;Glaubt man wirklich, dass bei einer immer gr&ouml;&szlig;eren Aufr&uuml;stung aller Beteiligten die Welt sicherer wird? Da muss ich schon ziemlich weit danebenliegen, um das zu glauben. [&hellip;] Am Ende geht es nur &uuml;ber Politik, Diplomatie, Vertr&auml;ge und Ausgleich. Anders wird kein Friede kommen.&quot; (Kardinal Reinhard Marx, Vaticannews, 24.07.2026)</p>
<p style="margin-left: 40px;">&quot;Bertha von Suttner schreibt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen den europ&auml;ischen Gro&szlig;m&auml;chten [&hellip;] Nicht der Pazifismus ist naiv, sondern der Militarismus. [&hellip;] 1914 zeigt: Suttner wird leider recht behalten.&quot; (Hendrik Simon, Politikwissenschaftler &ndash; 12.07.2026)</p>
<p><strong>Leseprobe zur Buchausgabe (Dritte Sammlung)</strong> ǀ <a href="https://buchshop.bod.de/umdenkschrift-iii-zum-evangelischen-diskurs-ueber-krieg-und-frieden-9783695784059">https://buchshop.bod.de/umdenkschrift-iii-zum-evangelischen-diskurs-ueber-krieg-und-frieden-9783695784059</a> (das Buch ist mit ISBN-Nummer &uuml;berall im nahen Buchhandel bestellbar).</p>
<p><strong>Digitalausgabe zur freien Verbreitung</strong> ǀ Eine freie Digitalfassung des Bandes ist bislang aufrufbar bei der <em>Solidarischen Kirche im Rheinland</em>&nbsp;(<a href="https://solidarischekirche.de/wp-content/uploads/2026/07/SoKi-Umdenkschrift-Drei.pdf">https://solidarischekirche.de/wp-content/uploads/2026/07/SoKi-Umdenkschrift-Drei.pdf</a>) und bei <em>Frieden wagen e.V.</em> (<a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/LH-Umdenkschrift-Drei.pdf">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/LH-Umdenkschrift-Drei.pdf</a>). &ndash; Bibliographische Angaben: Umdenkschrift III zum Evangelischen Diskurs &uuml;ber Krieg und Frieden. Texte zur EKD-Kontroverse und &Ouml;kumenische Friedensstimmen. &ndash; Dritte Sammlung. Herausgegeben von Peter B&uuml;rger, im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des &Ouml;kumenischen Instituts f&uuml;r Friedenstheologie. Digitale Erstausgabe. D&uuml;sseldorf/K&ouml;ln, 27.07.2026. (436 Seiten).</p>
<p><strong>Alle Infos zur Ersten Sammlung:</strong> <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015537.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015537.html</a></p>
<p><strong>Alle Infos zur Zweiten Sammlung:</strong> <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015549.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015549.html</a></p>]]>
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   <title>Neuer Name, klare Haltung</title>
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   <published>2026-07-22T19:25:12Z</published>
   <updated>2026-07-22T20:28:27Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[1949 sprach der amerikanische Pr&auml;sident Harry S. Truman erstmals von &quot;unterentwickelten Gebieten der Welt&quot;, denen geholfen werden m&uuml;sse. Mit diesem...]]></summary>
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      <![CDATA[<p>1949 sprach der amerikanische Pr&auml;sident Harry  S. Truman erstmals von &quot;unterentwickelten Gebieten der Welt&quot;, denen  geholfen werden m&uuml;sse. Mit diesem Satz teilte er die Welt in zwei  H&auml;lften: den vermeintlich entwickelten, modernen Norden und den  angeblich r&uuml;ckst&auml;ndigen, defizit&auml;ren S&uuml;den. Bis heute ist diese  Perspektive allgegenw&auml;rtig. Der Dachverband Entwicklungspolitik  Baden-W&uuml;rttemberg e.V. (DEAB) h&auml;lt jedoch nichts von &uuml;berholten  Paradigmen: Die Mitgliederversammlung stimmte am 4. Juli 2026 in  Stuttgart einstimmig f&uuml;r eine Umbenennung des Verbandes in &quot;DEAB &ndash;  Dachverband f&uuml;r globale Gerechtigkeit Baden-W&uuml;rttemberg e.V.&quot;. Der  Begriff &quot;Entwicklungspolitik&quot; ist damit nicht mehr Teil des Namens.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Der DEAB wird zum &quot;Dachverband f&uuml;r globale Gerechtigkeit&quot;. Konsequent streicht er damit den Begriff &quot;Entwicklung&quot; aus seinem Namen</h3>
<p>Stuttgart (22. Juli 2026). 1949 sprach der amerikanische Pr&auml;sident Harry S. Truman erstmals von &quot;unterentwickelten Gebieten der Welt&quot;, denen geholfen werden m&uuml;sse. Mit diesem Satz teilte er die Welt in zwei H&auml;lften: den vermeintlich entwickelten, modernen Norden und den angeblich r&uuml;ckst&auml;ndigen, defizit&auml;ren S&uuml;den. Bis heute ist diese Perspektive allgegenw&auml;rtig. Der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-W&uuml;rttemberg e.V. (DEAB) h&auml;lt jedoch nichts von &uuml;berholten Paradigmen: Die Mitgliederversammlung stimmte am 4. Juli 2026 in Stuttgart einstimmig f&uuml;r eine Umbenennung des Verbandes in &quot;DEAB &ndash; Dachverband f&uuml;r globale Gerechtigkeit Baden-W&uuml;rttemberg e.V.&quot;. Der Begriff &quot;Entwicklungspolitik&quot; ist damit nicht mehr Teil des Namens.</p>
<h3>Der Begriff &quot;Entwicklung&quot; ist nicht neutral</h3>
<p>Vorausgegangen war eine intensive Auseinandersetzung mit kolonialen Denkmustern. Im Jubil&auml;umsjahr 2025 erarbeiteten die Mitglieder des DEAB in zahlreichen Treffen, online wie in Pr&auml;senz, gemeinsam Grundlagen zur postkolonialen Aufarbeitung auch ihrer eigenen Arbeit. Dabei orientierten sie sich unter anderem an einer Debatte, die in mehreren europ&auml;ischen L&auml;ndern bereits fortgeschritten ist und die in Deutschland zunehmend von einer jungen Generation von Aktivistinnen und Aktivisten kritisch gef&uuml;hrt wird. Dabei werden koloniale Denkmuster in Sprache und Institutionen kritisch beleuchtet.</p>
<p>Das Ergebnis: Der Begriff &quot;Entwicklung&quot; ist kein neutraler Fachbegriff, sondern ein Erbe der Kolonialzeit. Bis heute bestimmen &uuml;berwiegend Institutionen des Globalen Nordens, wie Wohlstand gemessen und wer als &quot;entwickelt&quot; gilt, meist mit dem Bruttoinlandsprodukt als Ma&szlig;stab. Gesellschaften des Globalen S&uuml;dens werden dadurch nicht als gleichwertig, sondern als defizit&auml;r gegen&uuml;ber einer westlichen Norm eingeordnet.</p>
<p>Der Begriff hat noch eine zweite, folgenreiche Wirkung: Wo es eigentlich um Machtverh&auml;ltnisse und historische Verantwortung geht, spricht der Entwicklungsdiskurs von &quot;Fortschritt&quot;. So wird der Zugriff auf Ressourcen und Territorien im Globalen S&uuml;den bis heute legitimiert, w&auml;hrend die strukturellen Ursachen globaler Ungleichheit aus dem Blick geraten.</p>
<h3>Globale Gerechtigkeit statt Entwicklung</h3>
<p>&quot;Deutschland steht noch am Anfang postkolonialer Aufarbeitung. Wir beim DEAB mussten uns entscheiden: Wollen wir progressive Akteure globaler Gerechtigkeit werden oder in &uuml;berholten Paradigmen verhaftet bleiben&quot;, so Dr. Gunne Guntsetseg, Co-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des DEAB. Mit der Umbenennung macht der DEAB deutlich, worum es tats&auml;chlich geht: nicht darum, andere Gesellschaften zu &quot;entwickeln&quot;, sondern globale Machtverh&auml;ltnisse gerecht zu gestalten. Das betrifft Handelsbeziehungen ebenso wie Klimaverantwortung oder Ressourcenabbau.</p>
<p>Der DEAB versteht die Umbenennung nicht als Schlusspunkt, sondern als Ausgangspunkt. Auch in Zukunft wird der Verband gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen an der Dekolonisation und einer solidarischen Zukunft arbeiten. Er hat daf&uuml;r bereits mehrere Formate, beispielsweise die LernWeltenWerkstatt, geschaffen und wendet sich damit insbesondere auch an die j&uuml;ngere Generation.</p>
<div class="frame1">
<h4>Das ist der DEAB:</h4>
<p>180 entwicklungspolitische Organisationen und Netzwerke in Baden-W&uuml;rttemberg, insgesamt &uuml;ber 400 Gruppen und Organisationen, bilden den DEAB &ndash; Dachverband f&uuml;r globale Gerechtigkeit Baden-W&uuml;rttemberg e.V. (<em>Frieden wagen e.V. - Arbeitsstelle f&uuml;r Gerechtigkeit, Frieden und &Ouml;kologie</em> ist Mitglied). Zentrale Aufgaben des 1975 gegr&uuml;ndeten Dachverbands sind die F&ouml;rderung seiner Mitglieder und die politische Vertretung ihrer Anliegen gegen&uuml;ber Politik und &Ouml;ffentlichkeit. Dar&uuml;ber hinaus ist der DEAB Ansprechpartner f&uuml;r Fragen, Anliegen und Themen im Bereich Eine Welt und Entwicklungspolitik. Der DEAB ist Herausgeber des Journals S&uuml;dzeit und Tr&auml;ger des Eine Welt-Promotor*innen-Programms sowie des Interkulturellen Promotor*innen-Programms. Information: www.deab.de</p>
</div>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://www.deab.de/">DEAB &ndash; Dachverband f&uuml;r globale Gerechtigkeit Baden-W&uuml;rttemberg e.V.</a> - Pressemitteilung vom 22.07.2026.</p>]]>
   </content>
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   <title>Atomkrieg: Mord und Selbstmord inklusiv - Gedanken zum internationalen &quot;Flaggentag&quot; der &quot;Mayors for Peace&quot; (2026)</title>
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   <published>2026-07-11T05:29:32Z</published>
   <updated>2026-07-11T19:04:52Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Seht ihr einen Atompilz oder einen grellen Lichtblitz am Himmel, dann verkr&uuml;melt euch unter der Schulbank und haltet im Freien...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   <category term="4271" label="Paul Schobel" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
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      <![CDATA[<p>Seht ihr einen Atompilz oder einen grellen Lichtblitz am Himmel, dann  verkr&uuml;melt euch unter der Schulbank und haltet im Freien die Mappe &uuml;ber  den Kopf, lernte ich einst am Gymnasium &ndash; das ist eine Weile her! Der  &quot;atomare Schirm&quot; von damals &ndash; an L&auml;cherlichkeit nicht zu &uuml;berbieten.  Aber immerhin: Nach Hiroshima und Nagasaki war man sich noch der  atomaren Bedrohung bewusst gewesen &ndash; im Unterschied zu heute. Da duckt  man sich einfach weg, h&auml;lt sich die Ohren zu und w&auml;hnt sich sicher: Die  werden doch nicht&hellip; &quot;Denn wer als erster schie&szlig;t, stirbt als zweiter!&quot;  Also vertraut man dem &quot;gesunden Menschenverstand&quot; der Kriegsherren und  Despoten. Wie verr&uuml;ckt ist das denn? Wer heute noch Kriege f&uuml;hrt, hat  doch zuvor schon den Verstand verloren. Was hindert dann einen solchen  Deppen, wenn er gar noch in die Enge getrieben wird, die halbe Welt in  seinen Untergang mit hineinzurei&szlig;en? - Redebeitrag von Paul Schobel.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong>Von Paul Schobel - Redebeitrag zum Flaggentag der Mayors for Peace in Stuttgart am 8. Juli 2026</strong></p>
<p>Seht ihr einen Atompilz oder einen grellen Lichtblitz am Himmel, dann verkr&uuml;melt euch unter der Schulbank und haltet im Freien die Mappe &uuml;ber den Kopf, lernte ich einst am Gymnasium &ndash; das ist eine Weile her! Der &quot;atomare Schirm&quot; von damals &ndash; an L&auml;cherlichkeit nicht zu &uuml;berbieten. Aber immerhin: Nach Hiroshima und Nagasaki war man sich noch der atomaren Bedrohung bewusst gewesen &ndash; im Unterschied zu heute. Da duckt man sich einfach weg, h&auml;lt sich die Ohren zu und w&auml;hnt sich sicher: Die werden doch nicht&hellip; &quot;Denn wer als erster schie&szlig;t, stirbt als zweiter!&quot; Also vertraut man dem &quot;gesunden Menschenverstand&quot; der Kriegsherren und Despoten. Wie verr&uuml;ckt ist das denn? Wer heute noch Kriege f&uuml;hrt, hat doch zuvor schon den Verstand verloren. Was hindert dann einen solchen Deppen, wenn er gar noch in die Enge getrieben wird, die halbe Welt in seinen Untergang mit hineinzurei&szlig;en?</p>
<ul>
    <li>Dass ein durchgeknallter Bomber in letzter Not sich mit uns in die Luft sprengt, ist einer der gef&auml;hrlichen Z&uuml;nder.&nbsp;</li>
    <li>Noch gef&auml;hrlicher aber ist ein Atomkrieg aus Versehen. Sorry, war nicht so gemeint. Tausende von scharfen Sprengk&ouml;pfen liegen in den Arsenalen oder sind schon auf Hyperschall-Raketen montiert, die uns &ndash; KI gesteuert und ohne gro&szlig;e Vorwarnzeit - vernichten k&ouml;nnen. Denn KI macht immer mehr das &quot;Drecksgesch&auml;ft&quot; &ndash; so schnell und perfekt, dass man vergeblich den &quot;Not-Halt&quot; dr&uuml;ckt. Kein Wunder, dass die Atomwissenschaftler ihre &quot;Weltuntergangsuhr&quot; schon wieder vorgestellt haben. Nun zittert der Zeiger bei 85 Sekunden vor Zw&ouml;lf! Wir waren einem Atomkrieg noch nie so nahe wie heute.&nbsp;</li>
    <li>Und ein dritter m&ouml;glicher Ausl&ouml;ser: Es sind ja nicht mehr &quot;nur&quot; die Interkontinental-Raketen, vor denen sich tats&auml;chlich alle f&uuml;rchten, es kommen nun auch noch &quot;taktische&quot; Atomwaffen hinzu, die angeblich gezielt St&auml;dte oder Regionen ausl&ouml;schen k&ouml;nnen. Damit sinkt die Hemmschwelle. Da zuckt Diktatoren schon der Abzugsfinger und es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Knallkopf irgendwo abdr&uuml;ckt.</li>
</ul>
<p>In wenigen Tagen werden wir uns einmal mehr an die entsetzlichen Kriegsverbrechen 1945 in Japan erinnern, als die USA mit &quot;Little Boy&quot; Hiroshima und wenige Tage sp&auml;ter mit &quot;Fat Man&quot; Nagasaki in Schutt und Asche legten. Hunderttausende wurden sofort von den gewaltigen Druckwellen pulverisiert oder vergl&uuml;hten im atomaren H&ouml;llenfeuer, gefolgt von den Unz&auml;hligen, die Jahre sp&auml;ter hoffnungslos verstrahlt qualvoll ihr Leben verloren. Lasst uns nicht vergessen: Diese Bomben waren urspr&uuml;nglich f&uuml;r uns bestimmt, h&auml;tte Hitler-Deutschland nicht wenige Wochen zuvor kapituliert.</p>
<p>Die atomare Sprengkraft von heute reicht aus, die menschliche Zivilisation gleich tausendfach zu vernichten. Schon ein paar Detonationen w&uuml;rden gen&uuml;gen, den ganzen Globus in einen atomaren Winter zu versetzen, in dem keine Sonne mehr scheint und kein Halm mehr w&auml;chst.</p>
<p>Doch das alles hindert uns nicht, ein neues atomares Wettr&uuml;sten zu beginnen, wie es die Welt bisher noch nicht gesehen hat. Und zwar au&szlig;er Rand und Band, denn fast alle nuklearen Kontroll- und Abr&uuml;stungsvertr&auml;ge hat man in die Tonne getreten. Wir m&uuml;ssen fast dem &quot;Kalten Krieg&quot; nachtrauern, in dem man das &quot;Gleichgewicht des Schreckens&quot; wenigstens noch ein wenig austariert und sogar kontrolliert abger&uuml;stet hatte. Wohl ahnend, dass ein Nuklearkrieg niemals zu gewinnen ist, sondern alle dabei draufgehen.&nbsp;&nbsp;</p>
<p>&quot;Hut ab&quot; vor der &quot;Mayors for Peace&quot;, die sich schon 1982 in einem weltweiten B&uuml;ndnis zur atomaren Abr&uuml;stung verpflichtet haben. Ihr Ziel ist eine atomwaffen-freie Welt, f&uuml;r die wir in der Friedensbewegung eintreten. Und daher sind wir heute hier, um am &quot;Flaggentag&quot; selber &quot;Flagge zu zeigen&quot; &ndash; gegen Krieg, gegen Hochr&uuml;stung, gegen die nukleare Bedrohung. Dass wir &quot;Flagge zeigen&quot; f&uuml;r R&uuml;stungskontrolle, Abr&uuml;stung, f&uuml;r Verst&auml;ndigung, Diplomatie und Frieden.&nbsp;&nbsp;</p>
<p>Von dieser Vision sind wir freilich zur Zeit weiter entfernt denn je. Nun schwadroniert man von &quot;atomarer Teilhabe&quot;, faselt vom atomaren Schirm, als w&auml;rs ein harmloser Sonnenschirm. Schutz und Schirm vor Bomben und Raketen im Schatten von Bomben und Raketen? Wie geht das denn? Und weil der verschnupfte Onkel aus Amerika nun nicht liefert, werden wir diesen Schirm auch noch selber konstruieren und aufspannen m&uuml;ssen.</p>
<p>Wir haben immer noch nicht kapiert, dass es heute gar nicht mehr m&ouml;glich ist, ein atomar bewaffnetes Unrechts-System milit&auml;risch zu bek&auml;mpfen, es sei denn um den Preis des eigenen Untergangs. Der moderne Krieg hat sich nun selbst v&ouml;llig &quot;ad absurdum&quot; gef&uuml;hrt. Er liefert dem Mord gratis den Selbstmord als Dreingabe, als Rabatt&nbsp; dazu. Milit&auml;risch ist gegen eine Atommacht nichts auszurichten. Wann endlich kapieren Politiker und Kommandeure endlich, dass Krieg&nbsp; heute unweigerlich zum Selbstmord f&uuml;hrt?</p>
<p>Und das bedeutet:&nbsp;</p>
<ul>
    <li>Wer Kriege vorbereitet und f&uuml;hrt, schaufelt sich sein eigenes Grab. Das tun wir aber mit der gegenw&auml;rtigen &quot;Militarisierung&quot; auf allen Ebenen. Wir h&auml;mmern den Krieg wieder in die K&ouml;pfe, als w&auml;re er &quot;normal&quot;.</li>
    <li>Wer eine Atommacht in die Enge treibt, wirtschaftlich, milit&auml;risch, propagandistisch, riskiert sein Leben. Wer Waffen liefert &ndash; gleich wohin &ndash; gie&szlig;t &Ouml;l ins Feuer und heizt schon mal das Krematorium, in dem wir selbst verbrennen.&nbsp;</li>
    <li>Wer atomar aufr&uuml;stet, organisiert den Weltuntergang. Denn wenn es einer krachen l&auml;sst, werden alle Ballerm&auml;nner auf diesem Planeten mitballern. Und in diesem Feuerwerk wird die Welt dann untergehen.&nbsp;</li>
</ul>
<p>Wir haben nur noch ein Spiel frei: Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden. Muss gewaltfreie Strategien entwickeln, muss mit allen Mitteln diplomatischer Kunst hinarbeiten auf ein Minimum an Verst&auml;ndigung. So geht Friede. Warum nicht gleich, warum immer erst &uuml;ber Massengr&auml;bern, Soldatenfriedh&ouml;fen und Tr&uuml;mmerhalden?&nbsp;</p>
<p>Daher: Zum Teufel mit diesem atomaren, biologischen und chemischen Waffen! Ach was: Zum Teufel mit dem Krieg &uuml;berhaupt, dieser Ausgeburt der H&ouml;lle. Wie dankbar bin ich dem verstorbenen Papst Franziskus und nun auch seinem Nachfolger. Beide sagen unisono: Schon die Konstruktion und der Besitz von Atomwaffen ist ein Verbrechen, nicht erst die Androhung oder gar ihre Anwendung.&nbsp;</p>
<p>Ganz konkret fordern wir die Regierung auf:</p>
<ul>
    <li>Sofortige Unterzeichnung des Atomwaffen-Verbotsantrags.</li>
    <li>Schluss mit der realen und mentalen Militarisierung im Land! Kommt es zu einem europ&auml;ischen Krieg wird es Deutschland nicht mehr geben.&nbsp;</li>
    <li>Verzicht auf die Aufstellung von Mittelstreckenraketen: Sie werden wie ein Bumerang zur&uuml;ckkehren und uns selber vernichten.&nbsp;</li>
    <li>Schluss mit Waffenlieferungen in Kriegsgebiete. Wir verl&auml;ngern und befeuern keine Kriege, die uns am Ende selbst das Leben kosten! Schrecklich genug, dass unsere Waffen wieder weltweit t&ouml;ten, auch in Russland, wo sie beim &Uuml;berfall im Zweiten Weltkrieg schon 27 Millionen Menschen das Leben gekostet haben.</li>
    <li>Macht endlich einen Friedensplan. &Uuml;berlegt in Br&uuml;ssel und Berlin, wie man Kriege beendet und nicht wie man sie verl&auml;ngert. Lernt endlich wieder mal die Kunst der Diplomatie.&nbsp;</li>
    <li>Doch der Talentschuppen in Ankara, der eben zu Ende ging, wei&szlig; nicht mal, wie man das buchstabiert. Sie lernen es erst, wenn wir uns verweigern. Wir tragen diese Kriegspolitik nicht mehr mit!</li>
</ul>
<p>&quot;No more&quot; ist die Inschrift auf der Friedensglocke von Hiroshima. Wenn sie allj&auml;hrlich am 6. August angeschlagen wird, f&auml;hrt mir ein Schauer &uuml;ber den R&uuml;cken.</p>
<p>&quot;No more&quot; &ndash; mit diesem Satz will ich schlie&szlig;en und Euch aufrufen, mit einzustimmen: &quot;No more!&quot;</p>
<p><em>Paul Schobel, Betriebsseelsorger i. R., B&ouml;blingen</em></p>]]>
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   <title>Friedensbewegung lehnt Tomahawk-Kauf ab: Mehrheit in Deutschland spricht sich für Rüstungskontroll-Initiativen aus </title>
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   <published>2026-07-10T09:31:24Z</published>
   <updated>2026-07-09T22:04:28Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; kritisiert den beim NATO-Gipfel vereinbarten Kauf von US-Tomahawk-Marschflugk&ouml;rpern. Vor zwei...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   </author>
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   <category term="4811" label="Kampagne &quot;Friedensfähig statt erstschlagfähig&quot;" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4809" label="Mittelstreckenwaffen 2026" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne  Mittelstreckenwaffen!&quot; kritisiert den beim NATO-Gipfel vereinbarten Kauf  von US-Tomahawk-Marschflugk&ouml;rpern. Vor zwei Jahren (am 10. Juli 2024)  wurde die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen in  Deutschland angek&uuml;ndigt. Der damalige US-Pr&auml;sident Joe Biden und  Bundeskanzler Olaf Scholz gaben die Vereinbarung offiziell bekannt. Zwar  hat Donald Trump die Stationierung im Mai diesen Jahres abgesagt, doch  nun kauft die Bundesregierung eigene landgest&uuml;tzte Mittelstreckenwaffen.  Auch gibt es mehrere Projekte f&uuml;r die Entwicklung eigener Waffensysteme  mit europ&auml;ischen Partnern. Mit dem Erwerb und der Eigenentwicklung von  landgest&uuml;tzten Mittelstreckenwaffen treibt die Bundesregierung ein  teures und gef&auml;hrliches Wettr&uuml;sten voran. Eine Verbreitung der  Erstschlagwaffen erh&ouml;ht wegen der kurzen Vorwarnzeit das Risiko von  Fehleinsch&auml;tzungen und einer milit&auml;rischen Eskalation.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Umfrage zu Mittelstreckenwaffen</h3>
<p>Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; kritisiert den beim NATO-Gipfel vereinbarten Kauf von US-Tomahawk-Marschflugk&ouml;rpern. Vor zwei Jahren (am 10. Juli 2024) wurde die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Deutschland angek&uuml;ndigt. Der damalige US-Pr&auml;sident Joe Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz gaben die Vereinbarung offiziell bekannt. Zwar hat Donald Trump die Stationierung im Mai diesen Jahres abgesagt, doch nun kauft die Bundesregierung eigene landgest&uuml;tzte Mittelstreckenwaffen. Auch gibt es mehrere Projekte f&uuml;r die Entwicklung eigener Waffensysteme mit europ&auml;ischen Partnern. Mit dem Erwerb und der Eigenentwicklung von landgest&uuml;tzten Mittelstreckenwaffen treibt die Bundesregierung ein teures und gef&auml;hrliches Wettr&uuml;sten voran. Eine Verbreitung der Erstschlagwaffen erh&ouml;ht wegen der kurzen Vorwarnzeit das Risiko von Fehleinsch&auml;tzungen und einer milit&auml;rischen Eskalation.</p>
<p>Dabei sprechen sich 54 Prozent der Befragten in einer repr&auml;sentativen Umfrage f&uuml;r Initiativen der Bundesregierung zur Begrenzung von landgest&uuml;tzten Mittelstreckenwaffen aus. Die von mehr als 50 Gruppen der Friedensbewegung getragene Kampagne hat die Umfrage bei dem Meinungsforschungsinstitut YouGov in Auftrag gegebenen. Die Zustimmung war bei Personen, die angaben, bei der Bundestagswahl 2025 die Parteien B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen (69 %), CDU/CSU (64 %) sowie SPD (64 %) gew&auml;hlt zu haben, &uuml;berdurchschnittlich hoch. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Menschen sich von der deutschen Politik ein gr&ouml;&szlig;eres Engagement f&uuml;r die Begrenzung der Waffen w&uuml;nschen.</p>
<p>&quot;Dieses Ergebnis gibt uns unserer Kampagne R&uuml;ckenwind und zeigt, dass wir mit unserer Forderung nach neuen R&uuml;stungskontrollinitiativen f&uuml;r landgest&uuml;tzte Mittelstreckenwaffen in Europa die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung hinter uns haben. Im Zuge der &sbquo;Zeitenwende&lsquo; darf R&uuml;stungskontrolle als ein wichtiger Pfeiler f&uuml;r umfassende Sicherheit nicht aus dem Blick geraten! Es braucht dringend Auswege aus gesellschaftlich teuren R&uuml;stungsspiralen und einer milit&auml;rischen Logik, die eine falsche Sicherheit suggerieren.&quot;, sagt Angelika Wilmen, Sprecherin der Kampagne.</p>
<p><a href="https://wissenschaft-und-frieden.de/dossier/rueckkehr-der-mittelstreckenwaffen/">Die Kampagne hat im Dossier &quot;R&uuml;ckkehr der Mittelstreckenwaffen&quot;</a> der Fachzeitschrift Wissenschaft &amp; Frieden M&ouml;glichkeiten aufgezeigt, wie solche Initiativen aussehen k&ouml;nnten: Zun&auml;chst braucht es eine Reaktivierung vertrauensbildender Ma&szlig;nahmen durch St&auml;rkung und Ausbau direkter Kommunikationskan&auml;le zwischen den Konfliktparteien sowie gegenseitige Einblicke in Stationierungsorte und Bewaffnung. Im weiteren Verlauf sollten diese im Rahmen neuer Transparenz- und Verifikationsregime formalisiert und f&uuml;r die Beteiligten nachpr&uuml;fbar werden. Letztlich m&uuml;ssen jedoch neue, idealerweise multilateralen Vertr&auml;ge zur Begrenzung von Mittelstreckenwaffen als Nachfolgeprozess zum 2019 gek&uuml;ndigten INF-Vertrag (Intermediate-Range Nuclear Forces) angesto&szlig;en werden.</p>
<p>Mit der Kritik und der Forderung nach einem st&auml;rkeren Engagement der Bundesregierung ist die Kampagne nicht alleine. Das k&uuml;rzlich erschienene <a href="https://www.friedensgutachten.de/media/2026/06/10/260610-FGA-2026-Gesamt-b.pdf">Friedensgutachten</a> empfiehlt: &quot;Deutschland sollte ein Stationierungsmoratorium f&uuml;r neue landgest&uuml;tzte Raketen im ehemaligen INF-Reichweitenbereich anstreben, verbunden mit reziproken Transparenzma&szlig;nahmen.&quot;</p>
<p>Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte auf seinem <a href="https://www.dgb.de/fileadmin/download_center/Antr&auml;ge_23._OBK/Antrag_I02.pdf">Bundeskongress 2026</a> eine Stationierung von Mittelstreckenwaffen, da durch sie &quot;eine gef&auml;hrliche Dynamik&quot; drohe und &ndash; anders als noch beim NATO-Doppelbeschluss von 1979 &ndash; &quot;keinerlei Angebot an Russland f&uuml;r Abr&uuml;stungs- und R&uuml;stungskontrollverhandlungen&quot; gemacht wurden. Durch eine Stationierung w&uuml;rde &quot;keine Perspektive auf ein Nachfolgeabkommen zum inzwischen aufgek&uuml;ndigten INF-Vertrag&quot; er&ouml;ffnet, so der DGB-Beschluss.</p>
<p>Weitere Informationen zur Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; finden Sie unter: <a href="https://friedensfaehig.de/">friedensfaehig.de</a>.</p>
<p><em>Fragestellung: &quot;Der INF-Vertrag war ein bilaterales R&uuml;stungskontrollabkommen zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion bzw. dem sp&auml;teren Russland. Seit 1987 verbot er beiden Seiten die Entwicklung, den Besitz und die Stationierung landgest&uuml;tzter Mittelstreckenwaffen. Im Jahr 2019 erkl&auml;rten die USA ihren Austritt aus dem Vertrag und begr&uuml;ndeten diesen mit dem Vorwurf, Russland habe gegen den Vertrag versto&szlig;en. Russland wies diesen Vorwurf zur&uuml;ck und erkl&auml;rte seinerseits, sich ebenfalls nicht mehr an den Vertrag gebunden zu f&uuml;hlen. Seitdem gibt es kein entsprechendes Abkommen mehr. W&uuml;rden Sie es bef&uuml;rworten oder ablehnen, wenn sich die Bundesregierung f&uuml;r neue internationale Vereinbarungen zur Begrenzung landgest&uuml;tzter Mittelstreckenwaffen einsetzen w&uuml;rde?&quot;</em></p>
<p><em>15 % lehnten eine solche Initiative ab. 31 % der Befragten gaben &quot;Wei&szlig; nicht&quot; an.</em></p>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://friedensfaehig.de/">Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig: F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen&quot;</a> - Pressemitteilung vom 09.07.2026.</p>]]>
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   <title>EBCO fordert die Ukraine auf, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen zu achten</title>
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   <published>2026-07-09T09:35:08Z</published>
   <updated>2026-07-08T20:54:11Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Das Europ&auml;ische B&uuml;ro f&uuml;r Kriegsdienstverweigerung (EBCO) verurteilt die Folter und den Tod des ukrainischen Kriegsdienstverweigerers Dmytro Koval in Milit&auml;rgewahrsam und...]]></summary>
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      <name>Michael Schmid</name>
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   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Das Europ&auml;ische B&uuml;ro f&uuml;r Kriegsdienstverweigerung (EBCO) verurteilt die  Folter und den Tod des ukrainischen Kriegsdienstverweigerers Dmytro  Koval in Milit&auml;rgewahrsam und fordert die Ukraine auf, die Verfolgung,  willk&uuml;rliche Inhaftierung und Misshandlung von Kriegsdienstverweigernden  unverz&uuml;glich zu beenden, eine gesetzliche Regelung f&uuml;r einen zivilen  Ersatzdienst auch im Kriegsrecht zu schaffen und alle w&auml;hrend der  Mobilisierung begangenen Menschenrechtsverletzungen umfassend  aufzukl&auml;ren.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Ukraine: Folter, Inhaftierung und Verweigerung eines alternativen Dienstes</h3>
<p><strong>Das Europ&auml;ische B&uuml;ro f&uuml;r Kriegsdienstverweigerung (EBCO) verurteilt die <a href="https://babel.ua/en/texts/127938-the-skelya-assault-regiment-has-combat-merits-and-is-well-equipped-and-according-to-eyewitnesses-they-torture-and-beat-people-to-death-there-babel-s-investigation">Folter und den Tod des ukrainischen Kriegsdienstverweigerers Dmytro Koval</a> in Milit&auml;rgewahrsam und fordert die Ukraine auf, die Verfolgung, willk&uuml;rliche Inhaftierung und Misshandlung von Kriegsdienstverweigernden unverz&uuml;glich zu beenden, eine gesetzliche Regelung f&uuml;r einen zivilen Ersatzdienst auch im Kriegsrecht zu schaffen und alle w&auml;hrend der Mobilisierung begangenen Menschenrechtsverletzungen umfassend aufzukl&auml;ren.</strong></p>
<p>Wir sind zutiefst besorgt &uuml;ber aktuelle Berichte ukrainischer Medien, wonach der Kriegsdienstverweigerer Dmytro Koval sowie weitere Personen &ndash; insgesamt mindestens 26 Menschen &ndash; im Sturmregiment &quot;Skelya&quot; zu Tode gefoltert wurden. Wir begr&uuml;&szlig;en die angek&uuml;ndigte Einleitung offizieller Ermittlungen. Diese allein reichen jedoch nicht aus, um die Verantwortlichen f&uuml;r die Folter von Kriegsdienstverweigernden in diesem und anderen F&auml;llen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Ukraine muss verhindern, dass sich derartige Vorf&auml;lle wiederholen. Daf&uuml;r muss sie ihre derzeitige Praxis beenden, Menschen mit Gewalt dazu zu zwingen, ihre Religion oder Weltanschauung aufzugeben, wenn diese mit dem Dienst in den Streitkr&auml;ften der Ukraine unvereinbar ist. Dies verst&ouml;&szlig;t gegen Artikel 7 sowie Artikel 18 Absatz 2 des Internationalen Pakts &uuml;ber b&uuml;rgerliche und politische Rechte, die auch im Krieg uneingeschr&auml;nkt gelten und von denen nicht abgewichen werden darf.</p>
<p>Wir bedauern, dass die Ukraine ihre im Fahrplan zur St&auml;rkung der Rechtsstaatlichkeit eingegangene Verpflichtung nicht eingehalten hat, bis zum zweiten Quartal 2026 ein Gesetz &uuml;ber einen alternativen zivilen Dienst im Kriegsfall zu verabschieden. Bereits diese Verpflichtung war unzureichend, da sie ausschlie&szlig;lich religi&ouml;s motivierte Kriegsdienstverweigernde sch&uuml;tzen sollte und nichtreligi&ouml;se Pazifist*innen diskriminierte. Besorgt sind wir zudem &uuml;ber den unzureichenden Gesetzentwurf, der am 17. Februar 2026 bei einer nicht&ouml;ffentlichen Sitzung im B&uuml;ro des Pr&auml;sidenten unter dem Titel &quot;Diskussion &uuml;ber die Zweckm&auml;&szlig;igkeit der Einf&uuml;hrung eines Mechanismus f&uuml;r einen alternativen (nichtmilit&auml;rischen) Dienst unter den Bedingungen des Kriegsrechts&quot; beraten wurde. Die Zivilgesellschaft war von dieser Beratung ausgeschlossen. Der Entwurf war restriktiv und diskriminierend, entsprach nicht den internationalen Standards und erreichte selbst in dieser abgeschw&auml;chten Form weder die Zustimmung der Regierung noch die Verabschiedung durch das Parlament. Noch besorgniserregender ist die Begr&uuml;ndung f&uuml;r das Ausbleiben der Reform: Das Verteidigungsministerium und der Generalstab bestanden kategorisch darauf, einen &quot;alternativen&quot; Dienst ausschlie&szlig;lich auf nicht k&auml;mpfenden Positionen innerhalb der Streitkr&auml;fte der Ukraine vorzusehen. <a href="https://www.forum18.org/archive.php?article_id=3056">Dies widerspricht den religi&ouml;sen &Uuml;berzeugungen einer erheblichen Zahl ukrainischer Kriegsdienstverweigernder.</a></p>
<p>Im vergangenen Jahr wurden aufgrund gerichtlicher Entscheidungen mehr als einhundert Kriegsdienstverweigernde inhaftiert. Tausende weitere werden gegen ihren Willen in milit&auml;rischen Einheiten festgehalten. Bestrafungen wegen Kriegsdienstverweigerung, willk&uuml;rliche Inhaftierungen und Gewalt wurden unter anderem von den Vereinten Nationen, dem Europarat, den ukrainischen Parlamentsbeauftragten f&uuml;r Menschenrechte, der Unabh&auml;ngigen Internationalen Untersuchungskommission zur Ukraine sowie weiteren Menschenrechtsinstitutionen dokumentiert.</p>
<p>Wie auch <a href="https://www.ebco-beoc.org/press-release/2026-05-11-press-release-ebco-annual-report-2025">unser Jahresbericht</a> zeigt, m&uuml;ssen diese Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem zunehmend eingeschr&auml;nkten Handlungsspielraum f&uuml;r pazifistische und antimilitaristische Stimmen in der Ukraine gesehen werden. Dazu geh&ouml;rt insbesondere die rechtswidrige Verfolgung von Yurii Sheliazhenko, dem Exekutivsekret&auml;r der Ukrainischen Pazifistischen Bewegung. Yurii Sheliazhenko wurde selbst gegen seinen Willen zum Milit&auml;rdienst eingezogen und wegen seines qu&auml;kerischen Glaubens misshandelt. <a href="https://www.quaker.org.uk/news-and-events/news/ukrainian-quaker-calls-for-human-rights-reforms-after-detention">Er hat eine Reihe von Reformvorschl&auml;gen vorgelegt, die von der ukrainischen Regierung ernsthaft gepr&uuml;ft werden sollten.</a> Dazu geh&ouml;ren unter anderem die Verpflichtung der Rekrutierungsbeh&ouml;rden, festgehaltenen Personen den Zugang zu Telefonen zu erm&ouml;glichen, damit sie Angeh&ouml;rige oder Rechtsbeist&auml;nde kontaktieren k&ouml;nnen, sowie gut sichtbare Informationen &uuml;ber die Rechte von Festgehaltenen auszuh&auml;ngen, einschlie&szlig;lich des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgr&uuml;nden. Sein Fall zeigt, dass sich die Repression nicht nur gegen Menschen richtet, die den Milit&auml;rdienst verweigern, sondern auch gegen diejenigen, die Menschenrechtsverletzungen dokumentieren, Gewaltfreiheit f&ouml;rdern und sich f&uuml;r das Recht einsetzen, entsprechend ihrem Gewissen zu leben.</p>
<p>Im <a href="https://enlargement.ec.europa.eu/ukraine-report-2025_en">L&auml;nderbericht der Europ&auml;ischen Kommission f&uuml;r das Jahr 2025</a> wird hervorgehoben, dass die Ukraine Schutzmechanismen schaffen muss, die Kriegsdienstverweigernde vor strafrechtlicher Verfolgung bewahren. Dabei wird ausdr&uuml;cklich auf die Stellungnahme (amicus curiae) der Venedig-Kommission vom M&auml;rz 2025 Bezug genommen. In seinem <a href="https://edoc.coe.int/en/human-rights-commissioner/12305-memorandum-on-human-rights-elements-for-peace-in-ukraine.html">Memorandum zu den menschenrechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r einen Frieden</a> in der Ukraine empfiehlt Michael O&rsquo;Flaherty, dass die Ukraine die internationalen Standards zur Kriegsdienstverweigerung entsprechend den Empfehlungen der Venedig-Kommission einh&auml;lt. Au&szlig;erdem fordert er die ukrainischen Beh&ouml;rden auf, einen Mechanismus einzurichten, der Menschenrechtsverletzungen w&auml;hrend der Mobilisierung verhindert. Wir begr&uuml;&szlig;en die Er&ouml;ffnung des ersten Verhandlungskapitels der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und hoffen, dass der gemeinsame Standpunkt der Europ&auml;ischen Union, der eine st&auml;rkere Angleichung des ukrainischen Rechts- und Institutionensystems an den EU-Besitzstand sowie an europ&auml;ische Standards im Bereich der Grundrechte fordert, im weiteren Verlauf der Verhandlungen Wirkung entfalten wird.</p>
<p><strong>EBCO fordert die Ukraine auf</strong>,</p>
<ul>
    <li>willk&uuml;rliche Inhaftierungen, Folter und Misshandlungen von Kriegsdienstverweigernden unverz&uuml;glich zu beenden;&nbsp;</li>
    <li>inhaftierte Kriegsdienstverweigernde und andere gewaltlose politische Gefangene freizulassen;&nbsp;</li>
    <li>eine gesetzliche Regelung f&uuml;r einen echten zivilen Ersatzdienst auch w&auml;hrend des Kriegsrechts im Einklang mit internationalen Standards zu verabschieden;&nbsp;</li>
    <li>die Empfehlungen der Venedig-Kommission, der Menschenrechtsmechanismen der Vereinten Nationen sowie der Organe des Europarats vollst&auml;ndig umzusetzen.</li>
</ul>
<p><strong>EBCO fordert die Europ&auml;ische Union auf</strong>,</p>
<ul>
    <li>die Einhaltung internationaler Standards zur Kriegsdienstverweigerung zum Gegenstand der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine zu machen;&nbsp;</li>
    <li>Kriegsdienstverweigernden, die Verfolgung droht, Zugang zu Asyl und humanit&auml;rem Schutz zu gew&auml;hrleisten;&nbsp;</li>
    <li>den j&uuml;ngsten Vorschlag der Europ&auml;ischen Kommission zur&uuml;ckzuziehen, neu ankommenden Personen, denen die ukrainischen Beh&ouml;rden aufgrund ihrer Wehrpflicht die Ausreise verweigern, keinen humanit&auml;ren Schutz mehr zu gew&auml;hren.&nbsp;</li>
</ul>]]>
   </content>
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   <title>&quot;Friedensbotschaften der Hebräischen Bibel&quot; – ein Erster Band der Sammlung liegt vor</title>
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   <published>2026-07-08T08:38:02Z</published>
   <updated>2026-07-07T19:52:14Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Nach den Leseb&uuml;chern zur &quot;Friedensliebe der Rabbiner&quot; und zu &quot;Gewalt und Kriegstheologie&quot; im sog. &sbquo;Alten Testament&lsquo; liegt jetzt auch der...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   </author>
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   <category term="2210" label="Peter Bürger" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4803" label="Regal: Pazifisten und Antimilitaristen aus jüdischen Familien" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4821" label="Schalom-Bibliothek" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Nach den Leseb&uuml;chern zur &quot;Friedensliebe der Rabbiner&quot; und zu &quot;Gewalt und  Kriegstheologie&quot; im  sog. &sbquo;Alten Testament&lsquo; liegt jetzt auch der angek&uuml;ndigte Erste Band zu den &quot;Friedensbotschaften der Hebr&auml;ischen Bibel&quot; vor. Diese Er&ouml;ffnung  einer neuen Sammlung der Schalom-Bibliothek gew&auml;hrt vor allem Einblicke  in die friedenstheologische Bibellekt&uuml;re (AT) von Christinnen und  Christen. Die Forschungsbeitr&auml;ge, Essays und Predigten im Lesebuch  stammen von Peter B&uuml;rger, Klara Butting, Friedrich Erich Dobberahn,  Ulrich Duchrow, Matthias-W. Engelke, Antje Heider-Rottwilm, Margot  K&auml;&szlig;mann, Rainer Kessler, Ansgar Moenikes, Thomas Nauerth, Orna Pilz  (Reform-Rabbinerin), Ruth Poser, Salom&eacute; Richir-Haldemann, Franz Segbers,  Egon Spiegel, Anja Vollendorf, Marie-No&euml;lle von der Recke und B&auml;rbel  Wartenberg-Potter.&nbsp;Ein Lesebuch der Schalom-Bibliothek &ndash; in Kooperation mit Frieden wagen  e.V., dem &sbquo;Kuratorium Abrahamskrone&lsquo; und dem &Ouml;kumenischem Institut f&uuml;r  Friedenstheologie.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Ein Lesebuch der Schalom-Bibliothek &ndash; in Kooperation mit Frieden wagen e.V., dem &sbquo;Kuratorium Abrahamskrone&lsquo; und dem &Ouml;kumenischem Institut f&uuml;r Friedenstheologie</h3>
<p><strong>Von der Redaktion schalom-bibliothek.org</strong></p>
<div class="frame1">
<p><strong>Friedensbotschaften der Hebr&auml;ischen Bibel &ndash; Erster Band.</strong> Ein Lesebuch der Schalom-Bibliothek. Herausgegeben von Peter B&uuml;rger. (edition pace ǀ Regal: Pazifisten &amp; Antimilitaristen aus j&uuml;dischen Familien, 17). Hamburg: BoD 2026. (ISBN: 978-3-6963-6247-8; Paperback; 448 Seiten; 16,99 Euro). &ndash; Leseprobe mit Inhaltsverzeichnis &amp; Direktbestellm&ouml;glichkeit hier beim Verlag der gedruckten Buchausgabe: <a href="https://buchshop.bod.de/friedensbotschaften-der-hebraeischen-bibel-erster-band-9783696362478">https://buchshop.bod.de/friedensbotschaften-der-hebraeischen-bibel-erster-band-9783696362478</a></p>
</div>
<p><img src="/magazin/media/img/Umschlag%20Bibel-Frieden%20I.jpg" width="280" height="446" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />Nach den Leseb&uuml;chern zur <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015533.html">&quot;Friedensliebe der Rabbiner&quot;</a> und zu <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015573.html">&quot;Gewalt und Kriegstheologie&quot;</a> im sog. &sbquo;Alten Testament&lsquo; liegt jetzt auch der angek&uuml;ndigte <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Bibel-Frieden-Eins.pdf">Erste Band</a> zu den <em>&quot;Friedensbotschaften der Hebr&auml;ischen Bibel&quot;</em> vor. Diese Er&ouml;ffnung einer neuen Sammlung der Schalom-Bibliothek gew&auml;hrt vor allem Einblicke in die friedenstheologische Bibellekt&uuml;re (AT) von Christinnen und Christen. Die Forschungsbeitr&auml;ge, Essays und Predigten im Lesebuch stammen von Peter B&uuml;rger, Klara Butting, Friedrich Erich Dobberahn, Ulrich Duchrow, Matthias-W. Engelke, Antje Heider-Rottwilm, Margot K&auml;&szlig;mann, Rainer Kessler, Ansgar Moenikes, Thomas Nauerth, Orna Pilz (Reform-Rabbinerin), Ruth Poser, Salom&eacute; Richir-Haldemann, Franz Segbers, Egon Spiegel, Anja Vollendorf, Marie-No&euml;lle von der Recke und B&auml;rbel Wartenberg-Potter.</p>
<p>Im Gegensatz zu den vorhergehenden Publikationen des Projektes sind Frauen im Kreis der Autor:innen gut vertreten. Es ist in den Auslegungen auch ein besonderes Augenmerk den Frauengestalten der Bibel gewidmet.</p>
<p>Dargeboten werden die Beitr&auml;ge in vier thematischen Abteilungen: 1. Grundlegendes &ndash; Impulse f&uuml;r ein neues Sehen; 2. Alle Pfade der Tora f&uuml;hren zum Frieden; 3. Erkundungen zur vorderen Prophetie (&sbquo;Geschichtsb&uuml;cher&lsquo;); 4. Prophetische Worte des Friedens; 5. Gebet und Weisheit.</p>
<p>Ein entmaterialisierter, gar ins Nebul&ouml;se &quot;spiritualisierter Friedensbegriff&quot; liegt der Hebr&auml;ischen Bibel fern. Gewaltt&auml;tigkeit, Blutvergie&szlig;en und der Glaube an Kriegstechnologien sind ein Ausweis von Gottlosigkeit. Die &quot;Hausordnung der Tora&quot; ist als unverzichtbare Grundlage der biblischen Friedensbotschaft zu betrachten (u.a. Einheit der menschlichen Familie auf dem Erdkreis; jeder Mensch als &quot;Bild&quot; des H&ouml;chsten; Kritik der Herrschaft von Menschen &uuml;ber Menschen; g&ouml;ttlicher Schutzbrief f&uuml;r den verwundbaren Menschen; T&ouml;tungsverbot; solidarisches Zusammenleben in Gerechtigkeit, eine dementsprechende Eigentumsordnung, Entschuldung; Bestimmungen zum Recht der Besitzlosen, Zugewanderten, Fl&uuml;chtlinge).</p>
<p>&quot;Ein Fremdling soll unter euch wohnen wie ein Einheimischer&quot; (s. Ezechiel 47,21-23). Solche &Uuml;berschriften wollen die falschen Friedenspropheten der rechten Sektoren und nationalen Besitzstandswahrer in unseren Tagen nicht h&ouml;ren, denn: &quot;sie sagen: / Frieden! Frieden! &ndash; Aber da ist kein Friede&quot; (Jeremia 6,14). An den hochger&uuml;steten Grenzmauern geh&ouml;ren Entrechtung wie Massensterben von Fl&uuml;chtenden/Migranten zum Alltag, doch die Antwort darauf ist eine &quot;Kultur der Gleichg&uuml;ltigkeit&quot; (Bischof Franziskus von Rom +) &ndash; und der planm&auml;&szlig;ige Abbau von internationaler Entwicklungszusammenarbeit.</p>
<p>Die Hebr&auml;ische Bibel birgt Herausforderungen und unvorstellbar kraftvolle Impulse f&uuml;r die Friedensarbeit. Sie ist kein Buch von gestern. Das zeigen viele Beitr&auml;ge im neuen Band, die auf das politische Geschehen der Gegenwart Bezug nehmen. Gem&auml;stet werden die &quot;H&auml;ndler des Todes&quot; (Kriegskonzerne, samt zugeh&ouml;riger Finanzindustrie) und auch die Logistik der atomaren Massenvernichtung, die von der weltweiten &Ouml;kumene als Ausweis ultimativer Gottesl&auml;sterung bewertet wird. Nach Innen zeigt sich gleichzeitig &ndash; wie hierzulande &ndash; eine Konzentration von fast 70 Prozent des Gesamtverm&ouml;gen bei einer Oberschicht von 10 Prozent der Bev&ouml;lkerung (allein das reichste 1 Prozent verf&uuml;gt &uuml;ber etwa 35 % des Nettoverm&ouml;gens, w&auml;hrend auf die &auml;rmere H&auml;lfte der Gesamtbev&ouml;lkerung weniger als 3 Prozent entfallen: diw.de). All dies wird verantwortet durch politische Gebilde, die f&uuml;r sich allen Ernstes eine &quot;j&uuml;disch-christliche Wertebasis&quot; beanspruchen. Die neue friedenstheologische Bibellekt&uuml;re zeigt, wie absurd das ist.</p>
<p><strong>Erg&auml;nzende Dokumentation im Netz</strong> ǀ Eine Zusammenstellung ausgew&auml;hlter Bibelstellen zur Er&ouml;ffnung der Lesebuch-Sammlung <a href="https://schalom-bibliothek.org/alle-pfade-der-tora-fuehren-zum-frieden/">&quot;Friedensbotschaften der Hebr&auml;ischen Bibel&quot;</a>.</p>
<p><strong>Bibliotheksportal</strong> | Alle Publikationen des nicht kommerziell ausgerichteten Regals &quot;Pazifisten &amp; Antimilitaristinnen aus j&uuml;dischen Familien&quot; erscheinen zun&auml;chst als Digitale Erstausgaben und sind frei abrufbar auf dem Projektportal <a href="https://www.schalom-bibliothek.org">www.schalom-bibliothek.org</a> &ndash; dort auch weitere Beitr&auml;ge im <a href="https://schalom-bibliothek.org/lesesaal/">&quot;Lesesaal&quot;</a> und alle <a href="https://schalom-bibliothek.org/buchreihe/">Informationen</a> zu den bisherigen Buchangeboten.</p>
<p style="text-align: center;">_____</p>
<h3>Leseprobe ǀ Alle Pfade der Tora f&uuml;hren zum Frieden &hellip;</h3>
<p><em>(Ein Abschnitt aus der Einleitung des Herausgebers)</em></p>
<p>Die Wege der Tora &ndash; so hei&szlig;t es im Anschluss an das Buch der Sprichw&ouml;rter 3,17 &ndash; sind freundlich und alle ihre Pfade f&uuml;hren zum Frieden. Ein gr&ouml;&szlig;erer Kontrast zur antijudaistischen Klage, das &sbquo;Alte Testament&lsquo; sei nur eine Urkunde voller Kriegsgewalt und Blutvergie&szlig;en, ist kaum vorstellbar. Das erste der f&uuml;nf B&uuml;cher Mose, dem wir uns erst in einem weiteren Band unserer Sammlung eingehender zuwenden wollen, enth&auml;lt die Grundlagen jeder biblischen Friedenstheologie. Im babylonischen Sch&ouml;pfungsmythos &quot;Enuma elisch&quot; vollzieht sich der Ursprung als kosmisches Kriegsgeschehen; die Urg&ouml;ttin Tiamat wird f&ouml;rmlich ausgeschlachtet. Im Vergleich dazu liest sich Genesis 1 eher wie eine naturwissenschaftliche Darstellung, weit ausgreifend freilich auf das gesamte Universum. An die Stelle blutiger Gewalt tritt das sch&ouml;pferische Wort. Anders als bei den Gottk&ouml;nigen der altorientalischen Reiche werden jetzt <em>alle</em> Menschen als <em>&quot;Bild Gottes&quot;</em> betrachtet. (Sie sind keineswegs gem&auml;&szlig; dem Plan der babylonischen Stadtgottheit Marduk als Sklaven der arbeitsscheuen G&ouml;tter erschaffen.) Eine Kontroverse der Auslegung betrifft die Frage, ob aus dem g&ouml;ttlichen Auftrag (Gen 1,28) nun eher <em>Unterwerfungspraxis</em> (Herrschaftsparadigma) oder das <em>Walten von Hirten</em> (&ouml;kologisches Paradigma der Sorge) folgt. Vorerst ist nur pflanzliche Nahrung vorgesehen; das T&ouml;ten von Tieren entf&auml;llt. Ein f&uuml;r alle Mal bezeugt ist <em>die Einheit des Menschengeschlechts</em>.</p>
<p>Archaischer bzw. anschaulicher vollzieht sich das Beginnen im 2. Kapitel der Genesis. F&uuml;r die aus Lehm geformten Menschen steht ein m&uuml;tterlicher Garten bereit, den sie <em>pflegen</em> bzw. <em>erhalten</em> (Genesis 2,15) und in dem sie &ndash; trotz ihrer Staubherkunft &ndash; angstfrei im g&ouml;ttlichen Lebensatem verbleiben. (Da Gott selbst im Garten umherwandelt, besteht noch kein Bedarf an Theologie und organisierter Religion.) Vegetarischer Luxus steht bereit. Die Tiere sind noch keine Nahrungsprodukte oder toten Sachen, sondern potentielle Gef&auml;hrten &ndash; gleichberechtigte Stimmen im Gespr&auml;chsraum des Lebens. Ein Herrschaftsverh&auml;ltnis zwischen den Geschlechtern gibt es nicht; ebenso fehlt (wie fast in der gesamten Geschichte des homo sapiens, d.h. der &sbquo;J&auml;ger und Sammler&lsquo;) die b&auml;uerliche Knochenarbeit.</p>
<p>Selten wird es bedacht: &sbquo;Eden&lsquo; w&auml;hrte bezogen auf die ganze menschliche Gattung hunderttausende, ja Millionen Jahre. Die Vertreibung geschah gleichsam erst &sbquo;gestern&lsquo;. In friedenstheologischer Perspektive h&auml;ngt nun alles daran, den Zugang zu Genesis 3 (&sbquo;Paradiesverlust&lsquo;) nicht durch die platte Oberfl&auml;chensicht eines &quot;S&uuml;ndenfalls&quot; der hochm&uuml;tigen, sich gegen Gott auflehnenden Menschen zu verderben. Stattdessen w&auml;re die mit der Bewusstwerdung einhergehende <em>Geburt der Angst</em> als tragisches, durchaus nicht frei gew&auml;hltes Geschehen zu beleuchten. (Im ersten Fall gen&uuml;gt eine gute Moralpredigt wider den Stolz an die ganze Menschheit; im zweiten Fall kommt die Notwendigkeit in den Blick, dass eine auf Angst und Gewalt basierende &sbquo;<em>Zivilisation der Ungeliebten</em>&lsquo; als Ganzes der durchgreifenden Heilung bedarf &ndash; sofern es f&uuml;r die menschliche Gattung eine Zukunft auf der Erde geben soll.)</p>
<p>Die im fr&uuml;hesten Mord gipfelnde Erz&auml;hlung von zwei Br&uuml;dern &ndash; dem Ackerbauern Kain und dem Schafhirten Abel (Genesis 4,1-16) &ndash; beleuchtet mit Blick auf den einzelnen Menschen die Genese t&ouml;dlicher Gewalt aus dem &sbquo;Ungeliebtsein&lsquo;, d.h. dem Gef&uuml;hl von Nichtbeachtung, Zur&uuml;cksetzung, Ablehnung und eigener Minderwertigkeit (Gottes Schutzbrief bleibt auch dem schuldigen T&auml;ter nicht vorenthalten: Genesis 4,15 versus Genesis 9,6); zugleich verweist sie aber auch auf die <em>zivilisatorischen</em> Prozesse der landwirtschaftlichen Transformation und Sesshaftwerdung. &quot;Ausgerechnet der sesshafte <em>Ackerbauer</em> Kain, der seinen Bruder erschlagen hat, wird zum ersten St&auml;dtegr&uuml;nder (Genesis 4,16.17). Kains Nachkomme Lamech r&uuml;hmt sodann seine eigene &ndash; jetzt ma&szlig;los gesteigerte &ndash; T&ouml;tungsbereitschaft (Genesis 4,23-24). Lamechs Sohn Tubal-Kain wiederum gilt passend dazu als Stammvater aller Metallschmiede (Genesis 4,22) und wird in der rabbinischen &Uuml;berlieferung als Erfinder des Schwertes angesehen. &ndash; Der Beginn der planm&auml;&szlig;igen R&uuml;stungsproduktion f&uuml;r den Mordapparat des Krieges findet im au&szlig;erkanonischen Schriftgut und auch beim j&uuml;dischen Philosophen Philo von Alexandrien eine &auml;u&szlig;erst negative Bewertung&quot;. Metallwerkzeuge entweihen den Altar (Exodus 20,25), weil sie T&ouml;tungsinstrumente sind und somit der Weisung zum Leben widersprechen. &ndash; Der institutionalisierte Krieg ist also aus biblischer und rabbinischer Sicht kein ewiges Naturereignis, sondern ein zeitlich genau einzuordnendes (sehr <em>sp&auml;tes</em>) Produkt der menschlichen Zivilisationsgeschichte.</p>
<p>Die sogenannte &sbquo;Sintflut&lsquo; (Genesis 6,5-9,17) erscheint als ein totales Massenvernichtungs-Unternehmen gegen die von Jugend auf verdorbene Menschenwelt. Doch im Zuge dieser Intervention nach Art der hochger&uuml;steten imperialen &sbquo;Chaos-Bezwinger&lsquo; kommt Gott gleichsam zur Besinnung und zu einem besseren Verst&auml;ndnis der menschlichen Gebrochenheit. Die erste Friedenstaube der Geschichte bringt gute Kunde: Land in Sicht! (Genesis 8,11.21-22). Fortan erscheint statt des Schwertbogens der Kriegsgottheiten und Gottk&ouml;nige am Himmel der Regenbogen eines Friedensbundes, welcher der ganzen Menschheit gilt (Genesis 9,12-27).</p>
<p>Die Erz&auml;hlung vom Turmbau zu Babel (Genesis 11,1-9) bringt auch architektonisch zur Anschauung die Geschichte der Stadtstaaten, die &ndash; durchweg von M&auml;nnern regiert &ndash; sich in Konkurrenz miteinander zu Gro&szlig;reichen aufbl&auml;hen. Gott straft an dieser Stelle nicht, sondern tritt entgegen dem sprachlichen <em>Einheitscode</em> einer neuen Zivilisationsstufe, der nicht der Verst&auml;ndigung zwischen den Menschen, sondern der imperialen Beherrschung dient.</p>
<p>Abraham aus Ur in Chald&auml;a &ndash; im Zweistromland &ndash; h&ouml;rt den Ruf zum Aufbruch aus dem Bestehenden (Genesis 12,1-3) und wirkt so Segen f&uuml;r die Menschen aller Zeiten. &ndash; Das Bestehende aber ist das seit ca. 3000 v. Chr. zunehmend verfestigte, auf Aneignung, Macht und Kriegsgewalt fu&szlig;ende Zivilisationsgef&uuml;ge. Abraham tritt als F&uuml;rsprecher der in Gewaltkontexten gefangenen Menschen auf (Genesis 18,20-33; vgl. auch Moses in Numeri 14,10b-20), ebenso als ein Mensch des Friedens und Sachwalter der von (Halb)Nomaden hochgesch&auml;tzten friedlichen Koexistenz ohne gewaltsame Konfliktaustragung (Genesis 13,1-9; 20,1.14-17; 21,22-30; 23,1-7). Er gilt der Bibel gleicherma&szlig;en als Stammvater der &sbquo;Araber&lsquo; und der &sbquo;Israeliten&lsquo;; sein Begr&auml;bnis wird von den beiden S&ouml;hnen Ismael und Isaak gemeinsam besorgt (Genesis 21,9-21; 25,7-11). &ndash; Der Genesis &quot;zufolge ist die Besiedelung Kanaans durch die Israeliten ein friedlicher Vorgang. [&hellip;] So verstehen sich die Erzv&auml;ter mit den Nichthebr&auml;ern gut und leben in freundlicher Nachbarschaft; sie sind weit davon entfernt, die Bewohner Kanaans zu bek&auml;mpfen und aus dem Land zu verdr&auml;ngen&quot; (Bernhard Lang). Noch Jakob, dem nunmehr die Entsch&auml;rfung eines Bruderkonfliktes und somit die Verhinderung blutiger Gewaltfolgen gelingt (Genesis 32,4-22; 33,1-17: Jakob und Esau), ist daran gelegen, ohne Kriegszustand mit den Kanaanitern und Perisitern gut auszukommen (Genesis 34,1-31).</p>
<p>Im Buche Exodus sollten wir &ndash; gebannt vom spektakul&auml;ren Ertrinken des ganzes &auml;gyptischen Heeres &ndash; den lebensrettenden &sbquo;zivilen Ungehorsam&lsquo; der Hebammen (Exodus 1,15-21), die Hilfe der Tochter des Pharaos (Exodus 2,1-10) und die freundlichen Beziehungen des Moses zu den Midianitern (Exodus 18,1-9; vgl. Numeri 10,29-33) nicht &uuml;bersehen.</p>
<p>Das grundlegende <em>T&ouml;tungsverbot</em> (Exodus 20,13; Deuteronomium 5,17) in der Weisung an die aus &Auml;gypten Befreiten wird neuerdings gerne so relativiert bzw. ausgelegt, dass unter bestimmten Umst&auml;nden die seit f&uuml;nf Jahrtausenden im Auftrag von Staaten milit&auml;risch exekutierten T&ouml;tungen nicht mehr darunter fallen. Friedrich Erich Dobberahn pl&auml;diert diesbez&uuml;glich daf&uuml;r, die Philologie in den Dienst der Friedenstheologie zu stellen, und hat deshalb zum &sbquo;f&uuml;nften Gebot&lsquo; einen Originalbeitrag f&uuml;r die neue Sammlunng verfasst. Auf die Kriegsbestimmungen in den f&uuml;nf B&uuml;chern Mose sind wir schon in unserem Band zu <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015573.html">&quot;Gewalt und Kriegstheologie&quot;</a> ausf&uuml;hrlich zu sprechen gekommen. An dieser Stelle m&uuml;ssen wir &ndash; in friedenstheologischer Absicht &ndash; auf etwas anderes eingehen: auf die &sbquo;<em>Hausordnung der Tora</em>&lsquo; (Franz Segbers). Gegen Gewalt von innen und von au&szlig;en k&ouml;nnen Gemeinschaften nur auf einem einzigen Wege Widerstands- und Verteidigungskraft entwickeln: indem sie n&auml;mlich ihr soziales Gef&uuml;ge menschlich, gerecht und kooperativ gestalten &ndash; also die besonders Verwundbaren sch&uuml;tzen, die Bed&uuml;rftigen nicht allein lassen, den Kranken ohne Ansehen der Person (und des Geldbeutels) eine gute Versorgung bereiten, die Werkt&auml;tigen nicht ausbeuten, den neu Hinzukommenden Unterst&uuml;tzung geben, die Alten nicht &sbquo;abschreiben&lsquo;, Wohnungen f&uuml;r Menschen statt f&uuml;r Profite bauen, den &ouml;ffentlichen Raum mit seinen allen dienenden Einrichtungen pflegen &hellip; Kurzum: Friedenst&uuml;chtig wird ein Gemeinwesen, in dem es die Beziehungen zwischen den Menschen <em>gerecht</em> gestaltet. Der Zusammenhang von &quot;Gerechtigkeit und Frieden&quot; (Jesaja 32,17-18; Psalm 72,2-3; Psalm 85,11) &ndash; nach innen und au&szlig;en &ndash; ist unzerrei&szlig;bar. Deshalb kommt der &sbquo;Hausordnung der Tora&lsquo;, deren Wegweisungen zum Leben im neuen Band durch die Beitr&auml;ge von Ansgar Moenikes, Ulrich Durchrow und Franz Segbers beleuchtet werden, f&uuml;r die <em>biblische Friedenstheologie</em> eine wirklich g r u n d l e g e n d e&nbsp; Bedeutung zu.</p>
<p>Mit Blick auf die M&auml;chtigen der Welt und die Staatsdoktrin der Besitzenden erscheinen <em>Herrschaftskritik</em> und <em>Gerechtigkeitsforderung </em>der Hebr&auml;ischen Bibel als unerh&ouml;rte Neuheiten. N&auml;chstenliebe und &sbquo;egalit&auml;rer Impuls&lsquo; sind hier aber nicht pl&ouml;tzlich vom Himmel herabgefallen. Halbnomaden, entlaufene Sklaven und egalit&auml;re Bauern kommen zu Wort. Schauen wir genauer hin, so zeigt es sich, dass vor allem das &uuml;ber Hundertausende Jahre waltende &ndash; uns f&ouml;rmlich ins Herz geschriebene &ndash; &sbquo;Sozialethos&lsquo; der <em>vorstaatlichen</em> Menschengeschichte wieder freigelegt wird und zur Geltung kommen soll. Ehrfurcht vor dem Leben, Teilen (statt T&ouml;ten), helfende Gegenseitigkeit, Abscheu vor Machtgebaren und Mitf&uuml;hlen entsprechen <em>urspr&uuml;nglichen</em> Neigungen, wie sehr auch eine destruktive Zivilisation anstrebt, uns &sbquo;massenkulturell&lsquo; zum Gegenteiligen abzurichten. Deshalb k&ouml;nnen die Leute solches verstehen, es ist keineswegs &sbquo;&uuml;bernat&uuml;rlich&lsquo; oder &sbquo;unverst&auml;ndlich&lsquo;: <em>&sbquo;Denn dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht &uuml;ber deine Kraft und ist nicht fern von dir. [&hellip;] Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.&lsquo;</em> (5. Mose / Deuteronomium 30,11-14).</p>
<p><em>Text: Peter B&uuml;rger (Hg.), 1. Juli 2026 (Fu&szlig;noten/Quellenhinweise wurden hier ausgelassen).</em></p>]]>
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   <title>55 Prominente fordern: &quot;Atomare Abrüstung darf kein leeres Versprechen bleiben&quot;</title>
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   <published>2026-07-07T11:20:34Z</published>
   <updated>2026-07-07T11:36:36Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[55 prominente Pers&ouml;nlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Politik, Kirche und Zivilgesellschaft haben heute einen gemeinsamen Offenen Brief an die Bundesregierung und...]]></summary>
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      <name>Michael Schmid</name>
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      <![CDATA[<p>55 prominente Pers&ouml;nlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Politik, Kirche  und Zivilgesellschaft haben heute einen gemeinsamen Offenen Brief an  die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag ver&ouml;ffentlicht. Sie  fordern neue politische Initiativen f&uuml;r nukleare Abr&uuml;stung, die St&auml;rkung  des V&ouml;lkerrechts und die Vorbereitung eines deutschen Beitritts zum  UN-Atomwaffenverbotsvertrag.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong>55 prominente Pers&ouml;nlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Politik, Kirche und Zivilgesellschaft haben heute einen gemeinsamen Offenen Brief an die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag ver&ouml;ffentlicht. Sie fordern neue politische Initiativen f&uuml;r nukleare Abr&uuml;stung, die St&auml;rkung des V&ouml;lkerrechts und die Vorbereitung eines deutschen Beitritts zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag.</strong></p>
<p>Zu den Erstunterzeichnenden geh&ouml;ren unter anderem Gernot Erler (Staatsminister a.D.), Brigitte L&ouml;sch (ehem. Vize-Landtagspr&auml;sidentin), Michaela Wiezorek (B&uuml;rgermeisterin von K&ouml;nigs Wusterhausen), der Schauspieler Kai Schumann, die deutsch-franz&ouml;sische Band &quot;Zweierpasch&quot; sowie Phon van den Biesen (Co-Pr&auml;sident der internationalen Juristenorganisation IALANA), der EKD-Friedensbeauftragte Friedrich Kramer und die Friedensforscherin Dr. Christine Schweitzer.</p>
<p><em>&quot;Die Gefahr eines Atomkriegs ist heute wieder so gro&szlig; wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gerade deshalb d&uuml;rfen die v&ouml;lkerrechtlichen Verpflichtungen zur nuklearen Abr&uuml;stung nicht in Vergessenheit geraten&quot;</em>, betont Dr. Inga Blum, Co-Vorsitzende der Internationalen &Auml;rzt*innen zur Verh&uuml;tung des Atomkrieges (IPPNW) und ebenfalls Erstunterzeichnende.</p>
<p>Anlass f&uuml;r den Offenen Brief ist der 30. Jahrestag eines wegweisenden Gutachtens des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (IGH) zur V&ouml;lkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen. Am 8. Juli 1996 stellte der IGH fest, dass die Drohung mit und der Einsatz von Atomwaffen grunds&auml;tzlich gegen die Regeln des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts versto&szlig;en.</p>
<p>Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen sehen die Unterzeichnenden darin einen unvermindert g&uuml;ltigen politischen Auftrag. Sie erinnern daran, dass Atomwaffen Massenvernichtungswaffen mit unkontrollierbaren humanit&auml;ren Folgen sind und dass sich alle Vertragsstaaten des Vertrags zur Nichtverbreitung von Atomwaffen verpflichtet haben, ernsthafte Verhandlungen &uuml;ber vollst&auml;ndige nukleare Abr&uuml;stung zu f&uuml;hren.</p>
<p><em>&quot;Das Versprechen, Atomwaffen weltweit zu &auml;chten und abzuschaffen, muss eingel&ouml;st werden!&quot;</em>, betonen die Unterzeichnenden des Offenen Briefes. Sie appellieren daher an Bundesregierung und Bundestag, sich entschieden f&uuml;r nukleare R&uuml;stungskontrolle und die St&auml;rkung des V&ouml;lkerrechts einzusetzen.</p>
<p>Der Offene Brief an die Bundesregierung und den Bundestag wurde initiiert und organisiert vom &quot;Aktionsb&uuml;ndnis atomwaffenfrei.jetzt&quot; &ndash; einem Netzwerk von rund 80 deutschen Friedensorganisationen und -gruppen &ndash; in Kooperation mit ICAN Deutschland.</p>
<p>Ab sofort ist der Brief drei Wochen lang zur allgemeinen Unterzeichnung offen unter: <a href="https://nuclearban-tour.de/nuclearban-tour/30-jahre-igh/">https://nuclearban-tour.de/nuclearban-tour/30-jahre-igh/</a></p>
<h3>Zum Hintergrund</h3>
<p>Am 8. Juli 1996 ver&ouml;ffentlichte der Internationale Gerichtshof in Den Haag ein Gutachten zur Rechtm&auml;&szlig;igkeit von Atomwaffen. Darin stellte das h&ouml;chste Gericht der Vereinten Nationen fest, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen grunds&auml;tzlich mit den Regeln des humanit&auml;ren V&ouml;lkerrechts unvereinbar sind. Zugleich bekr&auml;ftigte der Gerichtshof die Verpflichtung aller Staaten, in gutem Glauben Verhandlungen &uuml;ber eine vollst&auml;ndige nukleare Abr&uuml;stung zu f&uuml;hren und erfolgreich abzuschlie&szlig;en. Dieser Verpflichtung kommen die Atomwaffenstaaten jedoch weiterhin nicht nach.</p>
<p>Den vollst&auml;ndigen Offenen Brief mit allen Erstunterzeichnenden <a href="https://www.atomwaffenfrei.de/wp-content/uploads/2026/07/Offener-Brief-30-Jahre-IGH-Gutachten-final.pdf">finden Sie hier.</a>&nbsp;</p>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://www.atomwaffenfrei.de/home.html">Aktionsb&uuml;ndnis &quot;atomwaffenfrei.jetzt&quot;</a> - Pressemitteilung vom 07.07.2026.</p>
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<p>Ab sofort ist der Offene Brief drei Wochen lang zur allgemeinen Unterzeichnung offen unter: <a href="https://nuclearban-tour.de/nuclearban-tour/30-jahre-igh/">https://nuclearban-tour.de/nuclearban-tour/30-jahre-igh/</a></p>
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<p>&nbsp;</p>]]>
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   <title>Ulm 5: Entlastendes wird nicht ermittelt. Einseitiger Ermittlungseifer der Staatsanwaltschaft</title>
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   <published>2026-07-04T19:15:32Z</published>
   <updated>2026-07-04T21:25:46Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Am 1. Juli 2026, dem 9. Prozesstag im Strafverfahren gegen die sogenannten Ulm 5, gaben Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft freim&uuml;tig...]]></summary>
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      <![CDATA[<p>Am 1. Juli 2026, dem 9. Prozesstag im Strafverfahren gegen die  sogenannten Ulm 5, gaben Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft  freim&uuml;tig zu, entlastende Tatsachen nicht ermittelt zu haben.&nbsp;Als erster Zeuge in diesem Prozess wurde ein Beamter des LKA  Baden-W&uuml;rttemberg befragt, der als sogenannter Hauptsachbearbeiter die  polizeilichen Ermittlungsergebnisse zusammengestellt hatte. Er gab zu  Protokoll, nach R&uuml;cksprache mit Oberstaatsanwalt Stengel keine  Ermittlungen hinsichtlich der Verstrickungen von Elbit Systems in  Kriegsverbrechen und hinsichtlich m&ouml;glicher Genozidunterst&uuml;tzung  aufgenommen zu haben.&nbsp;Die Ulm 5 berufen sich darauf, aus einem rechtfertigenden Notstand  heraus agiert zu haben. Demnach seien ihre Handlungen als Nothilfe zum  Schutz gegen den von Israel ausge&uuml;bten Genozid gerechtfertigt gewesen.</p>]]>
      <![CDATA[<div class="frame1">
<p>Am 27. April 2026 begann in Stuttgart-Stammheim der Strafprozess gegen f&uuml;nf Personen. Ihnen wird vor&shy;geworfen, im September 2025 in die Betriebsr&auml;ume des R&uuml;stungsunter&shy;nehmens Elbit Systems Deutschland mit Sitz in Ulm eingedrungen zu sein und dort B&uuml;ro- und Laborausstattung &shy;besch&auml;digt zu haben. Die Aktion wurde von den Aktivisten gefilmt, um sie &uuml;ber soziale Medien zu verbreiten. Sie lie&szlig;en sich anschlie&szlig;end widerstandslos von der Polizei festnehmen. Elbit Systems Deutschland GmbH und Co. KG ist 100-prozentige Tochter der israelischen Elbit Systems Ltd.</p>
<p>Die Anklage des Landgerichts Stuttgart lautet neben Sachbesch&auml;&shy;di&shy;gung und Hausfriedensbruch zudem auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung nach &sect; 129 StGB. F&uuml;r den Prozess sind 16 Termine angesetzt. Die Angeklagten befinden sich seit September 2025 in Untersuchungshaft, auf unterschiedliche Gef&auml;ngnissen verteilt. Sie unterliegen dort empfindlich versch&auml;rften Haftbedingungen, dies betrifft etwa Besuche sowie Telefon- und Briefkontrolle, Einschluss von bis zu 23 Stunden am Tag und stark limitierten Zugang zu B&uuml;chern und Gemeinschaftsveranstaltungen.</p>
<p>Die Anklage nach &sect;129 und die daraus resultierenden Haftbedingungen gleichen einer Vorverurteilung schon vor Prozessbeginn. Dazu tr&auml;gt auch die Wahl des Prozessgeb&auml;udes bei, das bei der JVA Stuttgart Stammheim angesiedelt ist. Der Ort wird bis heute mit dem Strafprozess gegen die Rote Armee Fraktion (1975-1977) assoziiert. <span class="footnote">Leicht erg&auml;nzte Pressemitteilung des Grundrechtekomitees vom 24.04.2026.</span></p>
</div>
<p><strong>Pressemitteilung des Komitee f&uuml;r Grundrechte und Demokratie vom 2. Juli 2026:</strong></p>
<p>Am 1. Juli 2026, dem 9. Prozesstag im Strafverfahren gegen die sogenannten Ulm 5, gaben Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft freim&uuml;tig zu, entlastende Tatsachen nicht ermittelt zu haben.</p>
<p>Als erster Zeuge in diesem Prozess wurde ein Beamter des LKA Baden-W&uuml;rttemberg befragt, der als sogenannter Hauptsachbearbeiter die polizeilichen Ermittlungsergebnisse zusammengestellt hatte. Er gab zu Protokoll, nach R&uuml;cksprache mit Oberstaatsanwalt Stengel keine Ermittlungen hinsichtlich der Verstrickungen von Elbit Systems in Kriegsverbrechen und hinsichtlich m&ouml;glicher Genozidunterst&uuml;tzung aufgenommen zu haben.</p>
<p>Die Ulm 5 berufen sich darauf, aus einem rechtfertigenden Notstand heraus agiert zu haben. Demnach seien ihre Handlungen als Nothilfe zum Schutz gegen den von Israel ausge&uuml;bten Genozid gerechtfertigt gewesen. Aus Sicht von Oberstaatsanwalt Stengel h&auml;tten solche Rechtfertigungsgr&uuml;nde jedoch von vornherein nicht vorgelegen, dies bekr&auml;ftigte er am neunten Verhandlungstag. Die Staatsanwaltschaft schloss somit von Anfang an aus, hinsichtlich der f&uuml;nf Angeklagten entlastende Beweismittel zu erheben und gab dies auch dem Landeskriminalamt entsprechend f&uuml;r die Ermittlungen vor.</p>
<p>An einem der vorherigen Prozesstage, am 19. Juni war ein Videozusammenschnitt des LKA Baden-W&uuml;rttemberg gezeigt worden, der s&auml;mtliche Handlungen der f&uuml;nf Angeklagten in der Filiale von Elbit Systems in Ulm zeigen soll. Die Videosequenzen zeigten sowohl Aufnahmen aus &Uuml;berwachungskameras als auch selbst gefertigte Aufnahmen der Beteiligten sowie die einer polizeilichen Bodycam. Aus den Videos wurde ersichtlich, dass die F&uuml;nf nachts in das Geb&auml;ude einstiegen, mit einiger Schwierigkeit T&uuml;ren aufbrachen und insbesondere in einem Raum die Einrichtung und dort gelagertes Material zerst&ouml;rten, sowie Fotos und Videos von Dokumenten, etwa Lieferscheinen, anfertigten.</p>
<p>Am Ende lassen sie sich von herein kommenden Polizist*innen widerstandslos festnehmen. Neben diesem Video vom Ablauf der verhandelten Taten wurden auch selbst gefertigte Videos der f&uuml;nf Beteiligten gezeigt. Darin legen die F&uuml;nf ihre Motivation f&uuml;r den Einbruch in die Filiale des Waffenherstellers dar. Diese Motivation bekr&auml;ftigen sie am achten Prozesstag teils nochmals mit eigenen Erkl&auml;rungen im Gericht.</p>
<p>So sagte etwa Zo Hailu:<em> &quot;Ich habe mich mit meinem ganzen K&ouml;rper daf&uuml;r eingesetzt, ich habe es riskiert, dass ich verletzt werde oder in Haft komme f&uuml;r eine fraglos gerechte Sache. Und zwar wollte ich ein sofortiges Ende f&uuml;r den Genozid, das war das Hauptziel. [&hellip;] Das Gesamtvideo, zeigt meinen Entschluss, dass ich pragmatisch und auch ganz praktisch eingreife, mit dem Ziel den Mord einiger oder auch nur eines einzigen Pal&auml;stinensers zu verhindern.&quot;</em><span class="footnote">Die angef&uuml;hrten Zitate sind die protokollierten &Uuml;bersetzungen der  Dolmetscherin, die die Erkl&auml;rungen von Zo Hailu und Crow Tricks im  Gericht simultan vom Englischen ins Deutsche &uuml;bersetzt hat.</span></p>
<p>Crow Tricks f&uuml;hrte aus, dass im oben benannten Videozusammenschnitt ausgerechnet die Stellen ausgelassen, bzw. Tonspuren entfernt worden seien, in denen sich die Beteiligten gegenseitig darauf hinweisen, vorsichtig zu sein, um niemanden zu gef&auml;hrden. Dies zeige den Versuch, die f&uuml;nf Angeklagten entgegen ihrer &Uuml;berzeugungen und entgegen der vorliegenden Tatsachen als gef&auml;hrliche, gewaltt&auml;tige Personen darzustellen. Dadurch werde eine Kettenreaktion ausgel&ouml;st, in deren Folge mehr Gewalt gegen Pal&auml;stinenser*innen und gegen die Menschen, die mit diesen solidarisch sind, ausge&uuml;bt werde.</p>
<p>Die Deutungen der Angeklagten und die Version des Staatsanwalts stehen sich im Gerichtssaal unvereinbar gegen&uuml;ber. Die Staatsanwaltschaft l&auml;sst von herein nur eine einzige Lesart zu: die Handlungen der F&uuml;nf seien Ausdruck einer kriminellen Vereinigung und einer antisemitischen Haltung. Dieses Deutungsmuster geht soweit, dass entlastende Ermittlungen von vornherein ausgeschlossen wurden.</p>
<p>Auf der anderen Seite sitzen f&uuml;nf junge Menschen jeden Prozesstag <a href="https://www.grundrechtekomitee.de/details/pressemitteilung-prozess-gegen-ulm-5-vorsitzende-richterin-verweigert-den-angeklagten-grundlegendes-die-raeumliche-naehe-zur-verteidigung">getrennt von ihren Anw&auml;lt*innen in einem Glaskasten</a> eines Hochsicherheitssaals, die sich ganz offensichtlich aus humanit&auml;rer Motivation heraus zusammengetan haben, um Kriegsmaterial zu zerst&ouml;ren, in der Hoffnung, die Massaker der israelischen Armee zu st&ouml;ren.</p>
<p>Prozessbeobachterin Mich&egrave;le Winkler, die <a href="https://www.grundrechtekomitee.de/details/pressemitteilung-2-prozesstag-gegen-ulm-5-richterin-mit-fortgesetzter-blockadehaltung-rechtsstaatliches-verfahren-fragwuerdig">seit dem 2. Prozesstag</a> durchg&auml;ngig in Stuttgart Stammheim vor Ort war, kommentiert ihre Beobachtungen: <em>&quot;Der vor einigen Prozesstagen get&auml;tigten Aussage von Staatsanwalt Stengel, dieses Verfahren sei historisch nicht relevant, ist absolut zu widersprechen. Hier in Stuttgart-Stammheim werden an jedem Prozesstag h&ouml;chst aktuelle und gro&szlig;e Fragen von Menschlichkeit und Verantwortung verhandelt: Auf welcher Seite der Geschichte will man angesichts eines laufenden Genozids und der systematischen, gezielten Ermordungen von Kindern</em><span class="footnote">Im Gericht kamen diesbez&uuml;glich bisher zwei Quellen zum Tragen: Zum Einen  die Reportage <a href="https://www.europeanpressprize.com/article/what-the-wounds-are-telling-us/">&quot;What the wounds are telling us&quot;</a> von Maud Effting und  Willem Feenstra, die den Distinguished Reporting Award 2026 des European  Presse Prize gewonnen hat. Rechtsanw&auml;ltin Nina On&eacute;r las am siebten  Prozesstag in einem Beweisantrag gro&szlig;e Teile des Berichts im  Gerichtssaal vor. Zum Zweiten nahm Crow Tricks in einer Erkl&auml;rung am  achten Prozesstag Bezug auf einen am 18. Juni 2026 erschienenen Bericht  der Vereinten Nationen mit dem Titel <a href="https://www.un.org/unispal/document/coi-report-23jun26/">&quot;The essence of childhood has been  destroyed&rdquo;: Israel&rsquo;s deliberate targeting of Palestinian children in the  Occupied Palestinian Territory since 7 October 2023.</a></span><em> stehen? Und welche Mittel sind gerechtfertigt, um dem Einhalt zu gebieten? Die deutsche Regierung und die Stuttgarter Staatsanwaltschaft haben ihre Seite gew&auml;hlt. Jedenfalls f&uuml;r den Moment.&quot;</em></p>
<p>Das Komitee f&uuml;r Grundrechte und Demokratie erneuert die Aufforderung an weitere Menschen- und B&uuml;rgerrechtsorganisationen zur Beobachtung der Hauptverhandlung in Stuttgart-Stammheim und schlie&szlig;t sich den Forderungen nach internationalen Beobachtungen an.</p>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://www.grundrechtekomitee.de/">Komitee f&uuml;r Grundrechte und Demokratie e.V.</a> - Pressemitteilung vom 02.07.2026.</p>
<p><strong>Hinweis:</strong></p>
<ul>
    <li>Weitere Pressemitteilungen des Komitee f&uuml;r Grundrechte und Demokratie befinden sich <a href="https://www.grundrechtekomitee.de/krieg-frieden">hier</a>.</li>
</ul>]]>
   </content>
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   <title>Rolf Cantzen: Deserteure - Mit ihnen ist kein Krieg zu führen</title>
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   <published>2026-07-01T18:43:47Z</published>
   <updated>2026-07-01T20:31:24Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Die Geschichte der Milit&auml;rdienstverweigerung ist in Zeiten, in denen auch in Deutschland wieder von Kriegsf&auml;higkeit geredet wird, von besonderer Aktualit&auml;t.&nbsp;Von...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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      <![CDATA[<p>Die Geschichte der Milit&auml;rdienstverweigerung ist in Zeiten, in denen  auch in Deutschland wieder von Kriegsf&auml;higkeit geredet wird, von  besonderer Aktualit&auml;t.&nbsp;Von Peter Nowak.&nbsp;</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Die Geschichte der Milit&auml;rdienstverweigerung ist in Zeiten, in denen auch in Deutschland wieder von Kriegsf&auml;higkeit geredet wird, von besonderer Aktualit&auml;t.</h3>
<p><strong>Von Peter Nowak</strong></p>
<p>&quot;Das Reichskriegsgericht&quot; hie&szlig; eine Ausstellung, die bis Anfang 2026 in der Topografie des Terrors im Bendlerblock in Berlin zu sehen war. Sie zeigte, wie mit der nationalsozialistischen Milit&auml;rjustiz der antifaschistische Widerstand in Deutschland und vielen europ&auml;ischen L&auml;ndern bek&auml;mpft wurde. Besonders zu begr&uuml;&szlig;en ist, dass dort viele wenig bekannte Beispiele von Widerstand und einer terroristisch eingesetzten Justiz aus &Ouml;sterreich, Belgien, Norwegen und Frankreich dokumentiert sind. V&ouml;llig ausblendet wird aber in der Ausstellung der lange Kampf um die Anerkennung, den Opfer der NS-Milit&auml;rjustiz und ihre Angeh&ouml;rige noch bis in die 1990er Jahre in Westdeutschland f&uuml;hren mussten. Exemplarisch daf&uuml;r findet sich in der Ausstellung kein Hinweis auf Ludwig Baumann.</p>
<p>Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Opfer der NS-Justiz hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass Ende der 1990er Jahre die Menschen rehabilitiert wurden, die sich weigerten, am Angriffs- und Vernichtungskrieg Nazi-Deutschlands teilzunehmen. Daf&uuml;r wird Baumann in dem Buch &quot;Deserteure&quot; von Rolf Cantzen mit Recht gew&uuml;rdigt. Der Journalist besch&auml;ftigt sich seit vielen Jahren mit Milit&auml;r- und Kriegsdienstverweigerern, unter anderem mit Beitr&auml;gen im Deutschlandfunk. Jetzt hat er eine knapp 200-seitige Geschichte der Deserteure geschrieben, die viele Informationen enth&auml;lt und trotzdem gut zu lesen ist.</p>
<h3>Eingeschworen auf Volk und Vaterland</h3>
<p>Cantzen beginnt in der r&ouml;mischen Antike, als das Desertieren zum Sakrileg und zum Vaterlandsverrat gleicherma&szlig;en wurde. Schon in Rom wurde eine spezielle Truppe eingesetzt, die Jagd auf Deserteure machte. Sie waren ein fr&uuml;her Vorl&auml;ufer der heutigen Feldj&auml;ger. Cantzen zeigt aber auch auf, wie sich im ausgehenden Mittelalter das Milit&auml;rwesen ver&auml;nderte. Es dominierten milit&auml;rische Dienstleistungsanbieter.</p>
<p><em>&quot;Die gut ausgebildeten und trainierten S&ouml;ldner k&auml;mpften weder f&uuml;rs Vaterland noch f&uuml;r eine Religion und schon gar nicht f&uuml;r politische &Uuml;berzeugungen. Sie verstanden sich als Vertragspartner eines Kriegsunternehmers.&quot;</em> (S. 16)</p>
<p>In dieser Zeit kam es h&auml;ufig vor, dass die S&ouml;ldner die Seite wechselten, wenn ihnen dort bessere Bezahlung und Verpflegung geboten wurde. Erst mit dem Aufkommen des Nationalstaates sollten die Soldaten auf Volk und Vaterland eingeschworen werden. An vielen Orten zeugen noch Denkm&auml;ler mit Namen in verschiedenen Kriegen umgekommener M&auml;nner von dieser Ideologie. Diejenigen, die nicht f&uuml;r irgendein Vaterland sterben wollten und desertieren, werden dort nat&uuml;rlich nicht erw&auml;hnt.</p>
<p>Dabei war das 18. Jahrhundert das Zeitalter der Deserteure, so Cantzen. Er zitiert in seinem Buch Quellen, nach denen zwischen 1727 und 1740 in Preu&szlig;en circa 20 Prozent, in Kursachsen zwischen 1717 und 1728 sogar 50 Prozent der zwangseingezogenen M&auml;nner desertiert sind. Cantzen schildert sehr anschaulich, wie im 18. Jahrhundert mit der Ideologie der nationalen Mobilmachung diese Flucht vor dem Krieg einged&auml;mmt werden sollte. Wo das nicht gelang, wurde mit der Todesstrafe gegen Milit&auml;r- und Kriegsdienstverweigerer vorgegangen. Cantzen behandelt verschiedene Kampagnen gegen den Kriegsdienst vor dem Ersten Weltkrieg. Dabei geht er auch auf Schriften des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi sowie auf die Arbeiten von Anarchisten wie Gustav Landauer und Max Stirner ein, die sich gegen die Beteiligung an Kriegen aussprachen.</p>
<h3>Antimilitarismus der sozialistischen Arbeiter*innenbewegung</h3>
<p>Eine Schwachstelle des Buches ist, dass Cantzen den antimilitaristischen Widerstand der linken Sozialist*innen wie Lenin, Luxemburg und Liebknecht vor und w&auml;hrend des 1. Weltkriegs weitgehend ausblendet. Immerhin werden sie bei ihm kurz erw&auml;hnt, aber mit einer wenig &uuml;berzeugenden Begr&uuml;ndung abgetan:</p>
<p><em>&quot;W&auml;hrend sozialdemokratische Parteien den Ersten Weltkrieg unterst&uuml;tzten, sollte in der radikalen marxistischen Linken um Liebknecht, Luxemburg und Zetkin die Weigerung, den Krieg fortzuf&uuml;hren, in eine gesellschaftliche Revolution &uuml;bergehen. Antimilitarismus und Pazifismus, Desertionen und kollektive Befehlsverweigerungen verstand man hier als ein Mittel zum Zweck der proletarischen Revolution.&quot;</em> (S. 39)</p>
<p>Gleich im n&auml;chsten Absatz stellt er richtigerweise fest: In Deutschland blieb die &quot;anarchistische und anarchosyndikalistische Tradition des Antimilitarismus vergessen&quot; (ebd.). Da stellt sich die Frage, warum Cantzen hier eine so starke Trennlinie zwischen den sozialistischen, kommunistischen, anarchistischen und anarchosyndikalistischen Str&auml;ngen des Antimilitarismus zieht, die es zumindest bis zur Oktoberrevolution im Jahr 1917 gar nicht gegeben hat. All diese Lesarten des Antimilitarismus einte die &Uuml;berzeugung, dass eine Gesellschaft ohne Militarismus und Krieg nur nach einem Sturz des Kapitalismus und der Abschaffung von Staaten allgemein m&ouml;glich sein wird.</p>
<p>Es war also nicht nur der sozialistische Fl&uuml;gel des Antimilitarismus, der auf eine Revolution orientierte. Die theoretischen Begr&uuml;ndungen waren allerdings unterschiedlich. Die sozialistischen und sp&auml;ter kommunistischen Antimilitarist*innen st&uuml;tzen sich vor allem auf die Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels, sp&auml;ter auch auf die Texte von Rosa Luxemburg und Lenin, die dort begr&uuml;ndeten, warum der Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium immer wieder zu Kriegen zwischen den unterschiedlichen Staaten und Staatenb&uuml;ndnissen f&uuml;hrt. Anarchistische Antimilitarist*innen betonten den Zusammenhang zwischen Macht und Hierarchie f&uuml;r Militarismus und Krieg.</p>
<p>Erst nach der Etablierung der Sowjetunion und dem dortigen Aufbau der Roten Armee, der von Anarchist*innen abgelehnt wurde, verst&auml;rkte sich die Distanz zwischen den unterschiedlichen antimilitaristischen Ans&auml;tzen. Hier h&auml;tte man sich eine st&auml;rkere Differenzierung bei Cantzen gew&uuml;nscht.</p>
<h3>Kein Thema der Vergangenheit</h3>
<p>Sehr lesenswert hingegen ist das Kapitel, in dem sich Cantzen mit der Verarbeitung von Milit&auml;r- und Kriegsdienstverweigerung in der westdeutschen Literatur auseinandersetzt. Daf&uuml;r zieht er Beispiele von Alfred Andersch, Ingeborg Bachmann und Heinrich B&ouml;ll heran. Ausf&uuml;hrlich geht Cantzen auf den heute weitgehend vergessenen Roman &quot;Das zerbrochene Haus&quot; ein, in dem Horst Kr&uuml;ger 1966 seine Desertion und den t&ouml;dlich endenden Desertionsversuch seines Freundes verarbeitet. Hier wird deutlich, dass der Widerstand gegen eine Remilitarisierung in den ersten Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland auch im liberalen B&uuml;rgertum verbreitet war und in der Literatur verarbeitet wurde.</p>
<p>Im Kapitel &quot;Gute Deserteure &ndash; b&ouml;se Deserteure&quot; beschreibt Cantzen, wie Deserteure aus der DDR in der BRD herzlich aufgenommen wurden. Aber es gab auch Soldaten aus der BRD und anderen NATO-Staaten, die in die DDR desertierten. Interessant zu lesen ist auch, wie in den 1960er Jahren franz&ouml;sische Deserteure, die nicht gegen die algerische Unabh&auml;ngigkeitsbewegung k&auml;mpfen, und US-Soldaten, die nicht in Vietnam eingesetzt werden wollten, von internationalen Netzwerken unterst&uuml;tzt wurden. Daran kn&uuml;pfen heute Initiativen wie Connection e.V. an, die Deserteur*innen aus der Ukraine und Russland unterst&uuml;tzen und daf&uuml;r k&auml;mpfen, dass sie in Deutschland Asyl erhalten.</p>
<p>Das Buch endet mit einem Zitat aus einem Flugblatt der GR&Uuml;NEN aus dem Jahr 1990: &quot;Lasst Euch nicht zu Kanonenfutter f&uuml;r eine verfehlte und nicht dem Frieden und der Unabh&auml;ngigkeit unseres Landes dienenden Politik machen.&quot; (S. 187) Der Aufruf ist erstaunlich aktuell, in einer Zeit, in der selbst Politiker*innen der GR&Uuml;NEN f&uuml;r die Kriegsf&auml;higkeit Deutschlands trommeln. So kommt denn das Buch zur rechten Zeit. Wo so viel von Kriegsf&auml;higkeit gesprochen wird, braucht es Menschen, mit denen kein Krieg zu f&uuml;hren ist. Die Geschichte der Deserteur*innen findet hier ihre Fortsetzung.</p>
<div class="frame1">
<p>Rolf Cantzen: Deserteure. Deserteure. Die Geschichte von Gewissen, Widerstand und Flucht. zu Klampen Verlag 2025. 203 Seiten. ca. 36.00 SFr. ISBN: 9783987370304.</p>
</div>
<p class="quelle">Quelle: <a href="https://www.untergrund-bl&auml;ttle.ch/">Online-Magazi untergrundbl&auml;ttle</a> - 21.06.2026.&nbsp;Dieser Artikel steht unter einer <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de">Creative Commons (CC BY 4.0)</a> Lizenz.</p>]]>
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   <title> Pazifisten und Antimilitaristinnen aus jüdischen Familien</title>
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   <published>2026-06-29T19:16:35Z</published>
   <updated>2026-07-02T04:55:07Z</updated>
   
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      <name>Michael Schmid</name>
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   <category term="4803" label="Regal: Pazifisten und Antimilitaristen aus jüdischen Familien" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Eine &sbquo;Werkbank&lsquo; des Projekts &quot;Schalom-Bibliothek&quot; zu Pazifisten und Antimilitaristinnen aus j&uuml;dischen Familien enth&auml;lt als Ergebnis eines ersten Recherche-Durchgangs mit vorrangig deutscher Perspektive schon fast 200 Namens-Eintr&auml;ge. Warum waren und sind Juden/J&uuml;dinnen bzw. Menschen aus j&uuml;dischen Familien auff&auml;llig stark in der weltweiten Friedensarbeit vertreten? Aus friedenstheologischer Sicht m&ouml;chte ich gerne annehmen, dass &ndash; auch bei den &sbquo;S&auml;kularen&lsquo; &ndash; vor allem Pr&auml;gungen durch die j&uuml;dische Religion einen Einsatz f&uuml;r Gerechtigkeit und Frieden beg&uuml;nstigt haben. Es hat ja kein Geringerer als Ernst Bloch (1885-1977) die Vision der Propheten Israels (&quot;Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen&quot;) als <em>&quot;das Urmodell der pazifistischen Internationale&quot;</em> betrachtet. Ein historischer &Uuml;berblick vom 19. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart &ndash; &uuml;ber mutige Menschen und &quot;kluge K&ouml;pfe&quot;, die unter keinen Stahlhelm passen.&nbsp;Von Peter B&uuml;rger.</p>]]>
      <![CDATA[<p><em><img src="/magazin/media/img/Einstein_Albert_Elsa.jpg" width="560" height="377" vspace="10" align="middle" alt="" /><br />
</em></p>
<p><em>Das friedensbewegte Ehepaar Albert und Elsa Einstein am  2. April 1921 auf dem Schiff &quot;Rotterdam&quot; bei ihrer Ankunft in New York.  <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Einstein_Albert_Elsa_LOC_32096u.jpg">commons.wikimedia</a> (bearbeitet).&nbsp;</em></p>
<hr />
<h3>Ein historischer &Uuml;berblick vom 19. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart &ndash; &uuml;ber mutige Menschen und &quot;kluge K&ouml;pfe&quot;, die unter keinen Stahlhelm passen</h3>
<p><strong>Von Peter B&uuml;rger</strong></p>
<p>(Die Erstver&ouml;ffentlichung erfolgte am 27.06.2026 in <a href="https://overton-magazin.de/top-story/pazifisten-und-antimilitaristinnen-aus-juedischen-familien/">&quot;Krass &amp; Konkret&quot;</a>, Red. Florian R&ouml;tzer; hier folgt eine leicht bearbeitete, aktualisierte Fassung vom 29.06.2026. <em>Frieden wagen e.V. </em>geh&ouml;rt zu den Kooperationspartnern der&nbsp;Schalom-Bibliothek.)</p>
<p>Eine <a href="https://schalom-bibliothek.org/namen/">&sbquo;Werkbank&lsquo;</a> des Projekts &quot;Schalom-Bibliothek&quot; zu Pazifisten und Antimilitaristinnen aus j&uuml;dischen Familien enth&auml;lt als Ergebnis eines ersten Recherche-Durchgangs mit vorrangig deutscher Perspektive schon fast 200 Namens-Eintr&auml;ge. Warum waren und sind Juden/J&uuml;dinnen bzw. Menschen aus j&uuml;dischen Familien auff&auml;llig stark in der weltweiten Friedensarbeit vertreten? Aus friedenstheologischer Sicht m&ouml;chte ich gerne annehmen, dass &ndash; auch bei den &sbquo;S&auml;kularen&lsquo; &ndash; vor allem Pr&auml;gungen durch die <a href="https://schalom-bibliothek.org/alle-pfade-der-tora-fuehren-zum-frieden/">j&uuml;dische Religion</a> einen Einsatz f&uuml;r Gerechtigkeit und Frieden beg&uuml;nstigt haben. Es hat ja kein Geringerer als Ernst Bloch (1885-1977) die Vision der Propheten Israels (&quot;Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen&quot;) als <em>&quot;das Urmodell der pazifistischen Internationale&quot;</em> betrachtet.</p>
<p>Die pazifistischen Neigungen des <a href="https://overton-magazin.de/top-story/die-friedensliebe-der-rabbiner/">rabbinischen Judentums</a>&nbsp;in zwei Jahrtausenden sind zumindest ein m&ouml;glicher Hintergrund, wie beispielhaft das Selbstverst&auml;ndnis der 1941 begr&uuml;ndeten <a href="https://www.jewishpeacefellowship.org/index.php?p=about"><em>Jewish Peace Fellowship</em></a> und nat&uuml;rlich die <a href="https://www.rhr.org.il/"><em>Rabbis for Human Rights</em></a> zeigen.</p>
<p>Hinzu kommen jedoch auf jeden Fall weitere geschichtliche Aspekte, die sich aus Kulturkontexten und der &sbquo;Diaspora&lsquo;-Erfahrung ergeben &ndash; wie z.B.: die Affinit&auml;t zu Bildung und Aufkl&auml;rung (sp&auml;ter zu politisch nonkonformen, freiheitlichen, linken Bewegungen); die eigenen Minderheits- und Gewalterfahrungen in der Geschichte; Identit&auml;tsbildung, famili&auml;re Verbundenheit und Kommunikationsr&auml;ume &uuml;ber Nationalgrenzen hinweg (oft einhergehend mit einer ausgepr&auml;gten Mehrsprachigkeit).</p>
<p><a href="https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/die-zwei-staaten-loesung-ist-einzige-weg-zum-ueberleben-israels/">Jeffrey Sachs</a> (geb. 1954 in Detroit, USA) &ndash; Entwicklungs&ouml;konom und Leiter des Zentrums f&uuml;r nachhaltige Entwicklung an der Columbia University; ehedem Direktor des UN-Millenium-Projekts zur globalen Armutsbek&auml;mpfung &ndash; votiert im &quot;Nahost-Konflikt&quot; f&uuml;r eine &quot;Zwei-Staaten-L&ouml;sung&quot; und wendet sich gegen die nationalreligi&ouml;sen Bellizisten mit folgendem Bekenntnis: &quot;F&uuml;r mich und unz&auml;hlige andere au&szlig;erhalb Israels ist das Judentum ein Leben voller Ethik, Kultur, Tradition, Gesetz und Glauben, das nichts mit Nationalit&auml;t zu tun hat&quot; (August 2025).</p>
<p>Das beeindruckende Spektrum von Pazifisten und Antimilitaristinnen aus j&uuml;dischen Familien l&auml;dt alle Neugierigen zu weiteren Erkundungen ein. Einige historische Felder der pazifistischen Bewegung und Friedensarbeit sollen in diesem Beitrag (nach &auml;lteren Vorlagen) beleuchtet werden:</p>
<ol>
    <li>Friedensbewegte Pioniere und Tolstoi-Vermittler</li>
    <li>Wissenschaft &ndash; rationaler Pazifismus</li>
    <li>Erster Weltkrieg &ndash; Nonkonformisten in der Sozialdemokratie</li>
    <li>Die Dichter:innen widersagen dem Krieg</li>
    <li>Verfemter Pazifismus in der Weimarer Republik</li>
    <li>Nazi-Jagd auf j&uuml;dische Pazifisten</li>
    <li>&quot;Kultur-Zionismus&quot; &ndash; &quot;Hebr&auml;ischer Humanismus&quot;</li>
    <li>Nuklearpazifismus</li>
    <li>Antipazifistische Judenfeindlichkeit heute.</li>
</ol>
<h3>1. Friedensbewegte Pioniere und Tolstoi-Vermittler</h3>
<p>Der lange Reigen der nationalistischen und antipazifistischen Judenver&auml;chter nahm seit jeher Ansto&szlig; an der hohen &sbquo;Friedensethik der Hebr&auml;er&lsquo;. Der &ndash; wie gleichgesinnte &sbquo;deutsche Christen&lsquo; aus der napoleonischen Zeit &ndash; von Feindseligkeit gegen Juden bewegte Ernst Moritz Arndt, Sch&ouml;pfer des &quot;Volksthum&quot;-Begriffs, schrieb schon 1813 in seiner Schrift &quot;Der Rhein&quot;: &quot;Verflucht aber sei die Humanit&auml;t und der Kosmopolitismus, womit ihr prahlet! Jener allweltliche Judensinn, den ihr uns preist als den h&ouml;chsten Gipfel menschlicher Bildung!&quot; Das Hassobjekt war nicht etwa eine &sbquo;nationale Idee&lsquo; des Judentums, sondern im Gegenteil ein &sbquo;j&uuml;discher Universalismus&lsquo;, der auf die eine &ndash; unteilbare &ndash; Menschheit blickt.</p>
<p>Die Anf&auml;nge einer organisierten Friedensbewegung im Sinne des heutigen Verst&auml;ndnisses reichen zur&uuml;ck ins fr&uuml;he 19. Jahrhundert. Hierbei nehmen Pazifisten aus den USA und aus England eine f&uuml;hrende Stellung ein. In Deutschland blieb der Friedensgedanke &ndash; trotz Immanuel Kant &ndash; noch lange eine ganz unterbelichtete Sache. Im Zusammenhang mit der 1850 gegr&uuml;ndeten und nur kurz bestehenden K&ouml;nigsberger Friedensgesellschaft nennt Karl Holl den j&uuml;dischen Radikaldemokraten Johann Jacoby (1805-1877), der ab 1867 auch der &quot;Internationalen Friedens- und Freiheitsliga&quot; angeh&ouml;rte.</p>
<p>Der &Ouml;sterreicher <a href="https://schalom-bibliothek.org/ein-friedensministerium-wuerde-uns-von-der-kriegsertuechtigung-erloesen/">Moritz Adler</a> (1831-1907) z&auml;hlte im 19. Jahrhundert zu den wenigen Pionieren der Friedensbewegung im deutschsprachigen Raum. Schon im Alter von 20 Jahren verschrieb sich dieser Kritiker des preu&szlig;ischen Schwertglaubens der Friedensidee und ver&ouml;ffentlichte dann 1868 eine der Zeit weit vorauseilende Europa-Vision unter dem Titel &quot;Der Krieg, die Kongressidee und die allgemeine Wehrpflicht&quot;. In einem Sendschreiben an den Chirurgen Professor Theodor Billroth verglich er 1892 systematische Ma&szlig;nahmen f&uuml;r eine verbesserte Medizinversorgung des Kriegsapparates mit der Bereitstellung neuer Kanonen f&uuml;r den institutionalisierten Massenmord.</p>
<p>Der Schriftsteller <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015253.html">Eduard Loewenthal</a> (1836-1917), aus einem frommen j&uuml;dischen Elternhaus kommend, gr&uuml;ndete 1874 einen &quot;Deutschen Verein f&uuml;r internationale Friedenspropaganda&quot;.</p>
<p>Der Liberale Max Hirsch (1832-1905) wirkte in der deutschen Gruppe der Interparlamentarischen Friedenskonferenz und 1898&ndash;1900 als Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft.</p>
<p>Im wilhelminischen Deutschland bekannte sich der j&uuml;dische Philosoph und Neukantianer Hermann Cohen (1842-1918) &ndash; eingedenk des &quot;sittlichen Enthusiasmus der Propheten&quot; &ndash; zum Pazifismus und verwies ausdr&uuml;cklich auf das Gebet an hohen Festtagen der Juden: &quot;Auf dass alle Erschaffenen sich vereinigen in einem Bunde.&quot; (Sein Standort im Ersten Weltkrieg kann aus friedensbewegter Perspektive jedoch nicht mehr &uuml;berzeugen.)</p>
<p>Ma&szlig;geblicher Mitbegr&uuml;nder der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) war 1892 der geb&uuml;rtige Wiener und fr&uuml;he Pazifist <a href="https://overton-magazin.de/top-story/organisiert-die-welt-ohne-krieg/">Alfred Hermann Fried</a> (1864-1921). Er erhielt 1911 den Friedensnobelpreis. Aufgrund seiner Herkunft war Fried, der trotz fehlender religi&ouml;ser Bindung eine Distanzierung vom Judentum durch Konfessionswechsel ablehnte, auch Zielscheibe f&uuml;r antisemitische Angriffe. Wegen der Anfeindungen hatte <a href="https://schalom-bibliothek.org/zweiter-lesebeitrag/">Bertha von Suttner</a> diesem engen Weggef&auml;hrten am 10. September 1892 geschrieben: &quot;Ich sehe schon, da&szlig; sich die [Friedens-]Gesellschaft in Berlin konstituieren wird. &hellip; Wie die Dinge stehn, darf die Initiative nicht von zu vielen Juden ausgehen &ndash; sonst wird sie gleich klassifiziert; ebensowenig wie sie etwa zu sozialdemokratisch sein d&uuml;rfte. Die &ouml;sterreichischen Witzbl&auml;tter stellen mich ohnehin als Anf&uuml;hrerin polnischer Juden dar.&quot; Im gleichen Jahr hatten Suttners Gegner in einem <a href="https://schalom-bibliothek.org/geifer-der-frech-spoettelnden-juedischen-seite-gegen-den-militarismus/">Artikel</a> u.a. geklagt, es sei namentlich der &quot;Geifer &hellip; der frech sp&ouml;ttelnden j&uuml;dischen Seite&quot;, welcher gegen das hohe Ideal des Milit&auml;rischen zu Felde ziehe.</p>
<p>Insgesamt lassen sich viele Ber&uuml;hrungspunkte zwischen Pazifismus und Kampf gegen den Antisemitismus aufweisen. <a href="https://overton-magazin.de/top-story/militarismus-oder-freie-gesellschaft/">Ludwig Quidde</a> (1858-1941) zum Beispiel, der als &sbquo;Nichtjude&lsquo; bereits 1881 mit einer wegweisenden Schrift gegen die Antisemitismus-Agitation in der deutschen Studentenschaft hervorgetreten war, geh&ouml;rte ab 1892 ebenfalls der Deutschen Friedensgesellschaft an und wurde f&uuml;r seinen Einsatz in der deutschen Friedensbewegung 1927 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.</p>
<p>Der mit einer Lehrerlaubnis als Rabbiner bedachte Wilhelm Jerusalem (1854-1923) &ndash; &ouml;sterreichischer Soziologe, Philosoph und P&auml;dagoge (AG sozialistischer Erzieher) &ndash; ver&ouml;ffentlichte u.a.: &quot;Kants Bedeutung f&uuml;r die Gegenwart&quot; (1904), &quot;Der Krieg im Lichte des Gesellschaftslehre&quot; (1915), &quot;Friedenspflichten des Einzelnen&quot; (Gotha 1917), &quot;Moralische Richtlinien nach dem Kriege&quot; (1918).</p>
<p>Erst seit letztem Jahr liegt eine 660 Seiten umfassende Darstellung und Quellensammlung zu <a href="https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/2026/03/07/tolstoi-und-das-judentum/">&quot;Leo Tolstoi - Begegnung mit dem Judentum&quot;</a> (Tolstoi-Friedensbibliothek, Hamburg 2025) vor, die ein kaum bekanntes Feld aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg erhellt: Zahlreichen j&uuml;dischen &Uuml;bersetzern, Vermittlerinnen und Rezipienten ist es in erster Linie (!) zu verdanken, dass der russische Friedensbotschafter weit &uuml;ber die Grenzen des Zarenreiches hinaus &ndash; und namentlich auch in deutschen Landen &ndash; so viele Menschen mit seinen Schriften zur Gewaltfreiheit erreichen konnte. Auch die US-amerikanische Anarchistin, Antimilitaristin und Friedensaktivistin Emma Goldman (1869-1940, geb. im Russischen Kaiserreich) war in ihrem Werdegang mit beeinflusst vom Werk Leo Tolstois.</p>
<h3>2. Wissenschaft &ndash; rationaler Pazifismus</h3>
<p>Einige fr&uuml;he Beitr&auml;ge zu einer wissenschaftlichen Friedensforschung und Kriegskritik d&uuml;rfen in unserer Darstellung nicht &uuml;bergangen werden. Der russische Staatsangeh&ouml;rige und Eisenbahnmagnat Johann &ndash; bzw. Jan, Iwan, Jean &ndash; <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015221.html">von Bloch</a> (1836-1902), aufgewachsen in Polen als Sohn einer &auml;rmlichen j&uuml;dischen Handwerkerfamilie, ver&ouml;ffentlichte 1898 in sechs B&auml;nden sein in mehrere Sprachen &uuml;bersetztes monumentales Werk &uuml;ber den modernen Krieg im Industriezeitalter und warnte, leider vergeblich, unerm&uuml;dlich vor den &quot;Folgen eines Krieges zwischen Gro&szlig;m&auml;chten&quot;.</p>
<p>Der &Ouml;sterreicher <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015219.html">Rudolf Goldscheid</a> (1870-1931) war ein Pionier der Soziologie im deutschsprachigen Raum, pazifistischer Sozialist und seit 1922 Herausgeber der &sbquo;Friedenswarte&lsquo;. In seinen weit vorausschauenden &Uuml;berlegungen zur kulturellen Evolution der menschlichen Gattung stellt er das Friedenserfordernis ins Zentrum.</p>
<p>Georg Friedrich Nicolai (1864-1974), geb. Lewinstein &ndash; Mediziner, trotz Repressionen des deutschen Staates und der Milit&auml;rs unbeugsamer Pazifist (jedoch schon 1922 Emigration nach S&uuml;damerika) &ndash; ist Verfasser des bahnbrechenden anthropologischen Grundlagenwerkes &quot;Biologie des Krieges&quot; (entstanden ab 1915, Erstauflage 1917 Schweiz), dessen &sbquo;Aktualit&auml;t&lsquo; (Wie endet der homo sapiens?) heute dringend aufgedeckt werden m&uuml;sste.</p>
<p>Zu den Pionieren in V&ouml;lkerrechts- und Menschenrechtsdiskursen z&auml;hlt der Jurist und Friedensforscher Raphael Lemkin (1900-1959). Er wurde auf seinem Weg zuerst aufgew&uuml;hlt durch das Schicksal der Armenier und gilt als ma&szlig;geblicher Wegbereiter des internationalen Rechts wider &sbquo;Genozid&lsquo;. (<a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Bernstein_2024.pdf">Eduard Bernstein</a> hatte schon 1902 als leidenschaftlicher Anwalt der unterdr&uuml;ckten Armenier vor kommendem Unheil gewarnt. Sp&auml;ter wird Franz Werfel an die Leiden des armenischen Volkes mit einem gro&szlig;en Roman erinnern.)</p>
<h3>3. Erster Weltkrieg &ndash; Nonkonformisten in der Sozialdemokratie</h3>
<p>Gemeinhin streicht man die gro&szlig;e patriotische &quot;Opferbereitschaft&quot; der deutschen Juden nach Beginn des Ersten Weltkrieges heraus, die mit der tr&uuml;gerischen, ja absurden Hoffnung verbunden war, durch Kriegsdienstleistung gesellschaftliche Akzeptanz und uneingeschr&auml;nkte Gleichberechtigung erlangen zu k&ouml;nnen. Und in der Tat: Selbst der Historiker Veit Valentin, der sich sp&auml;ter als Anwalt von Republik und Pazifismus einen Namen machte, unterschrieb im Oktober 1914 einen kriegerischen Aufruf deutscher Wissenschaftler. Auch ein Denker wie Martin Buber (1878-1965) wurde &ndash; zum Entsetzen seines pazifistischen Freundes <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015529.html">Gustav Landauer</a> (1870-1919) &ndash; zun&auml;chst von der Kriegsbegeisterung erfasst.</p>
<p>Unter den jungen Zionisten geh&ouml;rte derweil Gershom [Gerhard] Scholem (1897-1982), ein Bruder des im KZ Buchenwald ermordeten antistalinistischen Kommunisten Werner Scholem (1895-1940), schon 1915 zu jenen, die jeglicher Kriegsverherrlichung widersagten und sich zu einem aktiven Pazifismus bekannten.</p>
<p>Andere Intellektuelle aus j&uuml;dischen Familien &ndash; darunter Walter Benjamin, der Ungar Georg Luk&aacute;cs oder Theodor Lessing &ndash; zeigten ebenso wenig Interesse daran, Kriegsdienst f&uuml;r die Herren Kaiser zu leisten. Ernst Bloch (1885-1977) war schon vor 1914 scharfer Kritiker des preu&szlig;isch-deutschen Militarismus und Imperialismus. G&uuml;nther Anders (1902-1992) [G&uuml;nther Siegmund Stern] gr&uuml;ndete 1917 zusammen mit anderen noch jugendlichen Freunden einen &quot;Bund f&uuml;r ein vereinigtes Europa ohne Grenzen&quot;, und diesem &quot;Kinderspiel&quot; folgte ein langer pazifistischer Lebens- und Leidensweg.</p>
<p>Zu den bedeutsamen publizistischen Kritikern der Weltkriegspolitik z&auml;hlten u.a. Hermann Fernau (1884-1935, Geburtsname: Latt), Richard Grelling (1853-1929), der &ouml;sterreichische Anarchist Rudolf Gro&szlig;mann (1882-1942, Pseudonym Pierre Ramus), Salomon Grumbach (1884-1952), Emil Julius Gumbel (1891-1966), der vormalige Siegfrieden-Bef&uuml;rworter Maximilian Harden (1861-1927) und Theodor Wolff (1868-1943). Die von Siegfried Jacobsohn (1881-1926) begr&uuml;ndete &quot;Weltb&uuml;hne&quot; wurde ab 1918 ein bedeutsames Forum f&uuml;r die pazifistische und antimilitaristische Linke.</p>
<p><a href="https://overton-magazin.de/top-story/rosa-luxemburg-ein-leben-wider-die-barbarei/">Rosa Luxemburg</a> (1871-1919), Tochter j&uuml;discher Eltern, war ma&szlig;gebliche Verfechterin von Massenstreiks zur Kriegsverhinderung und wandte sich als kompromisslose Internationalistin 1914 gegen den Kriegskurs der Funktion&auml;re in der deutschen Sozialdemokratie. Zu den Gegnern der &quot;sozialdemokratischen&quot; Burgfrieden-Politik im Ersten Weltkrieg z&auml;hlten nicht wenige Sozialisten aus j&uuml;dischen Elternh&auml;usern. In dem &ndash; sp&auml;ter abgespaltenen &ndash; Friedensfl&uuml;gel der SPD waren 'j&uuml;dische Parteimitglieder' wirklich &uuml;berproportional vertreten: Eduard Bernstein (1850-1932), Julian Borchardt (1868-1932), Oskar Cohn (1869-1934), Kurt Eisner (1867-1919), Hugo Haase (1863-1919), Joseph Herzfeld (1853-1939), Rudolf Hilferding (1877-1941), Edgar Jaff&eacute; (1866-1921), Paul Levi (1883-1930), Kurt Rosenfeld (1877-1943), Arthur Stadthagen (1857-1917), Emanuel Wurm (1857-1920) &hellip;</p>
<p>Eduard Bernstein, nach anf&auml;nglicher Gut- bzw. Staatsgl&auml;ubigkeit ein radikaler Aufkl&auml;rer wider die deutschen Kriegsl&uuml;gen, hatte bereits 1917 einen friedensbewegten Aufsatz &uuml;ber <a href="https://schalom-bibliothek.org/die-aufgaben-der-juden-im-weltkriege-1917/">&quot;Die Aufgaben der Juden im Weltkriege&quot;</a> ver&ouml;ffentlicht. Die sozialistischen Nonkonformisten erfuhren antisemitische Angriffe auch innerhalb der deutschen Sozialdemokratie.</p>
<p>Nach der Revolution 1918/19 war der Komplex der &quot;Dolchsto&szlig;legende&quot; schon ganz und gar antisemitisch besetzt. Die Parole lautete sinngem&auml;&szlig;: &sbquo;Tod den j&uuml;dischen Friedenshetzern!&lsquo; Ermordet wurden von den antipazifistischen Judenfeinden: <a href="https://overton-magazin.de/top-story/kurt-eisners-grosses-buch-ueber-die-schandtaten-der-presse/">Kurt Eisner</a> (bayerischer Ministerpr&auml;sident), USPD-Mitbegr&uuml;nder Hugo Haase, Gustav Landauer, Rosa Luxemburg &hellip;</p>
<h3>4. Die Dichter:innen widersagen dem Krieg</h3>
<p>Eigens genannt seien die j&uuml;dischen Literaten, die sich dem Kriegswahn entgegenstellten: Hans Bardach Edler von Chlumberg (1897-1930) &ndash; Dramatiker; ehemaliger Offizier im 1. Weltkrieg, ver&ouml;ffentlichte 1930 sein Anti-Kriegsdrama &quot;Wunder von Verdun&quot;. Die Schriftstellerin Hedwig Dohm (1831-1919, Gro&szlig;mutter von Thomas Manns Ehefrau Katia) verfasste ein Pl&auml;doyer f&uuml;r den Pazifismus mit dem Titel &quot;Der Mi&szlig;brauch des Todes&quot; (1917). Lion Feuchtwanger (1884-1958) ist als kosmopolitischer Kriegsgegner bekannt. <a href="https://overton-magazin.de/buchempfehlungen/die-grosse-zeit-und-die-zeitenwende/">Karl Kraus</a> (1874-1936) &ndash; Schriftsteller, Satiriker und vieles mehr auf dem Feld des Wortes &ndash; wandelte sich 1914 zu einem der ersch&uuml;tterndsten Ankl&auml;ger des Krieges im ganzen deutschen Sprachraum. Else Lasker-Sch&uuml;ler (geb. 1869 Wuppertal-Elberfeld, gest. 1945 Jerusalem), geh&ouml;rte zur &sbquo;Friedensfraktion&lsquo;; sie unterst&uuml;tzte sp&auml;ter in Pal&auml;stina ab 1939 den &sbquo;Brit Schalom&lsquo; (Friedensbund) sowie dessen Nachfolgerin &sbquo;Ichud&lsquo; (Vereinigung).</p>
<p>Auch nach 1918 schreiben gegen Krieg und Militarismus: <a href="https://overton-magazin.de/top-story/nie-wieder-friede/">Ernst Toller</a> (1893-1939), Kurt Tucholsky (1890-1935), Franz Werfel (1890-1945), Arnold Zweig (1887-1968) sowie Stefan Zweig (1881-1942).</p>
<h3>5. Verfemter Pazifismus in der Weimarer Republik</h3>
<p>Fritz Leon Bernstein (1888-1920), gewesener Milit&auml;rrabbiner, trug zu Weihnachten 1918 als &sbquo;religi&ouml;ser Mensch&lsquo; seine scharfe <a href="https://schalom-bibliothek.org/eine-weihnachtsrede-des-rabbiners-fritz-leon-bernstein-ueber-die-zusammengehoerigkeit-der-ganzen-menschheit/">Anklage</a> wider das &quot;Teufelswerk des modernen Krieges&quot; vor: &quot;Der moderne Mensch entsetzt sich, wenn er von den Heiden l&auml;ngst vergangener Zeiten liest, dass sie als ein ihrem G&ouml;tzen wohlgef&auml;llige Opfer ihre eigenen Kinder dem Feuertode &uuml;berliefert haben. Man ist emp&ouml;rt &uuml;ber die Ruchlosigkeit der r&ouml;mischen Kaiser, die vor einer schaulustigen Menge wehrlose Menschen dem Todeskampf mit wilden Tieren ausgesetzt haben. Wie l&auml;cherlich klein erscheint dieser Heidenwahnwitz und dieser C&auml;sarenblutdurst gegen&uuml;ber der <em>Riesenschuld, die die sogenannte zivilisierte Menschheit durch die Entfesselung der Weltkriegsfurie auf sich geladen hat</em>!&quot;</p>
<p>Der in Berlin geborene Journalist, Buchautor und Zionist <a href="https://schalom-bibliothek.org/pazifist-sein-vom-mutterleib-her/">Cheskel Zwi Kl&ouml;tzel</a> (1891-1951) hatte 1915-1918 als Soldat am Ersten Weltkrieg teilgenommen. Ein Jahr nach Ende des gro&szlig;en Menschenmordens schrieb er in einem Text, den er seinen j&uuml;dischen Geschwistern als dem &quot;&auml;ltesten Friedensvolk&quot; widmete: &quot;Wenn in irgendeinem Lande, so ist heute in Deutschland die Notwendigkeit gegeben, sich zu entscheiden: f&uuml;r oder gegen Militarismus, f&uuml;r oder gegen Pazifismus.&quot;</p>
<p>In der Weimarer Republik sahen sich Pazifisten fortschreitend repressiven Bedingungen ausgesetzt, woran zuletzt auch Parteien wie die SPD und das Zentrum eine erhebliche Mitverantwortung trugen (u.a. faktische Berufsverbote sowie Parteiausschlussverfahren Ende der 1920er Jahre). Die Pazifisten geh&ouml;rten jedoch zu den entschiedensten Kritikern des Antisemitismus und sie forderten &ndash; neben einer demokratischen Friedenserziehung &ndash; Kompetenzen der Gesellschaft im Sinne des gewaltfreien Widerstandes gegen Unrecht und Unterdr&uuml;ckung. Innerhalb der ma&szlig;geblichen Milieus und &uuml;berhaupt bei den Menschen in Deutschland h&auml;tte es ab 1933 wohl weitaus mehr geistige Immunit&auml;t und Alltagsresistenz wider die faschistische M&ouml;rderbande gegeben, wenn die Weimarer Republik ein freundlicherer Ort f&uuml;r Pazifisten gewesen w&auml;re.</p>
<p>Der Journalist Berthold Jacob Salomon (1898-1944, Tod nach Gestapo-Haft) &ndash; 1917 zun&auml;chst Kriegsfreiwilliger, dann radikaler Pazifist &ndash; war befreundet mit Carl von Ossietzky und in der Weimarer Republik f&uuml;hrend im investigativen Journalismus zur Aufdeckung der heimlichen Aufr&uuml;stung (&sbquo;Schwarze Reichswehr&lsquo;). Er wurde deshalb 1928 wie Fritz K&uuml;ster ('Das andere Deutschland') &quot;wegen Landesverrats&quot; zu neun Monaten Festungshaft verurteilt. Nach seiner Emigration brachte ihm die Verfolgung durch NS-Agenten im Ausland (ab 1935) schlie&szlig;lich den Tod.</p>
<p>Zu den j&uuml;dischen Vertretern im pazifistischen Spektrum z&auml;hlten au&szlig;erordentlich prominente Pers&ouml;nlichkeiten. Bei den Unterzeichnern des <em>&quot;Manifestes gegen die Wehrpflicht&quot;</em> von 1926 und der Erkl&auml;rung <em>&quot;Gegen die Wehrpflicht und die milit&auml;rische Ausbildung der Jugend&quot;</em> von 1930 findet man u.a. Martin Buber, Albert Einstein, Sigmund Freud und Kurt Hiller &ndash; au&szlig;erdem den US-amerikanischen Rabbiner Judah Leon Magnes (1877-1949), Pazifist und ab 1925 Kanzler der Hebr&auml;ischen Universit&auml;t in Jerusalem.</p>
<p>Am 19. M&auml;rz 1929 wurde die &quot;Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen [!] f&uuml;r den Frieden&quot; gegr&uuml;ndet, welcher der Friedensbund Deutscher Katholiken (FdK), die Deutsche Vereinigung des Weltbundes f&uuml;r internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen und der J&uuml;dische Friedensbund angeh&ouml;rten. Zur Aufgabenstellung geh&ouml;rte die &quot;Mitarbeit an der Herbeif&uuml;hrung eines kriegslosen Zustandes&quot;. Im Gr&uuml;ndungsaufruf, unterzeichnet u.a. von <a href="https://schalom-bibliothek.org/das-judentum-und-der-weltfriede/">Dr. Leo Baeck</a> (Feldrabbiner im Ersten Weltkrieg), Albert Einstein und dem Zentrumspolitiker Friedrich Dessauer, hie&szlig; es: &quot;Gest&uuml;tzt auf das Zusammenwirken aller gleichgesinnten Kr&auml;fte will die Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen zur Schaffung einer allgemeinen Friedensatmosph&auml;re beitragen und durch praktische Arbeit die v&ouml;lkerrechtliche Sicherung eines dauernden Friedens f&ouml;rdern. Dieselben Gedanken und Empfindungen beleben heute die Einsichtigen aller V&ouml;lker. Die Bekenner der Religionen der Liebe und des Friedens werden einander &uuml;ber die Grenzen hinweg die H&auml;nde reichen.&quot;</p>
<p>Nach seiner eigentlichen Konstitution stand der J&uuml;dische Friedensbund unter dem Vorsitz von Oscar Wassermann (1869-1934). Ortsvereine werden f&uuml;r Leipzig, K&ouml;ln, Frankfurt und Hamburg genannt. Es schlossen sich &ndash; korporativ &ndash; auch andere j&uuml;dische Vereinigungen an. Zu den Gr&uuml;ndern geh&ouml;rten der j&uuml;dische Friedenstheologe und bekannte Rabbiner Leo Baeck, Albert Einstein sowie weitere Rabbiner und Gemeindevorsteher aus mehreren Orten, darunter <a href="https://www.forchheim.de/wk/index.html">Wilhelm Kleemann</a> (1869-1969) aus der Berliner J&uuml;dischen Gemeinde.</p>
<p>In einer Predigt zum Vers&ouml;hnungstag in der Synagoge zu Bielefeld am 14. Oktober 1929 setzte der friedensbewegte, sp&auml;ter in die USA emigrierte Rabbiner <a href="https://friedenstheologie.de/der-friedensgedanke-ergibt-sich-aus-der-grundlehre-unserer-religion/">Dr. Hans Kronheim</a> dem fatalistischen Weltbild der Bellizisten die Botschaft der Propheten Israels entgegen: &quot;Wir glauben an die Zukunft des Menschengeschlechts, glauben an einen Fortschritt. Wir glauben, dass die Zeit kommen wird, da Gewalt und Unrecht aufh&ouml;ren und an die Stelle der kriegerischen Auseinandersetzung eine friedliche Verst&auml;ndigung der V&ouml;lker treten wird.&quot;</p>
<p>Es gab also eine j&uuml;disch-christliche &Ouml;kumene der Pazifisten. Im Zusammenhang mit dem ersten &quot;Juden-Boykott&quot; im April 1933 bat Oscar Wassermann als Vorsitzender des J&uuml;dischen Friedensbundes den Breslauer Kardinal Adolf Bertram sp&auml;ter freilich vergebens um ein Wort der deutschen Bisch&ouml;fe, w&auml;hrend sich der alsbald von den Bisch&ouml;fen fallengelassene und von den Nazis aufgel&ouml;ste Friedensbund Deutscher Katholiken (FdK) bei einer Tagung in D&uuml;sseldorf am 2. April 1933 mit den drangsalierten j&uuml;dischen Geschwistern solidarisierte.</p>
<h3>6. Nazi-Jagd auf j&uuml;dische Pazifisten</h3>
<p>Der NSDAP-Chefideologe Alfred Rosenberg, seit 1921 Hauptschriftleiter des &quot;V&ouml;lkischen Beobachters&quot;, betrachtete den Pazifismus als &quot;Hilfstruppe des Judentums&quot;, agitierte gegen eine &quot;j&uuml;disch-demokratisch-pazifistische Presse&quot; und drohte schon w&auml;hrend der Weimarer Republik dem &sbquo;j&uuml;dischen Pazifismus&lsquo; mit Gewalt: &quot;Jeder Deutsche [&hellip;] h&auml;tte das Recht, wenn der Staat nicht in der Lage ist, die Ehre des Volkes zu wahren, diesem Kurt Tucholsky bei der ersten Begegnung mit einer Hundepeitsche die Meinung zu sagen, bis ihm die Lust zu seinen Unfl&auml;tigkeiten vergeht&quot; (zit. D. Riesenberger: Geschichte der Friedensbewegung in Deutschland. 1985, S. 246).</p>
<p><a href="https://schalom-bibliothek.org/hello-world/">Joachim Joesten</a> schrieb dann 1932 in der &sbquo;Weltb&uuml;hne&lsquo; in seinem pazifistischen Bekenntnis: <em>&quot;Steh ich auch auf der Liste? </em>Kommt die SA? &hellip; Vor solchen Fragen treten alle andern zur&uuml;ck. Ein gro&szlig;es Winseln hebt an. Pazifismus und Syphilis sind bei uns synonym geworden. Pazifist, Waschlappen, mieser Jude, Feigling desgleichen &hellip;&quot;</p>
<p>&quot;Von Anfang an&quot;, so Karl Holl, &quot;hatte der Nationalsozialismus den Pazifismus mit Judentum und Demokratie assoziiert&quot;. Unmittelbar nach der sogenannten Machtergreifung 1933 war deshalb &quot;das Schlimmste f&uuml;r Leib und Leben aller bekannten Vertreter der Friedensbewegung&quot; zu bef&uuml;rchten, besonders gef&auml;hrdet waren jedoch j&uuml;dische Pazifisten (bzw. Pazifisten &quot;mit j&uuml;discher Herkunft&quot;). Holl nennt in diesem Zusammenhang namentlich die international engagierte Gertrud Baer (1890-1981), die Frauenrechtlerin Constanze Hallgarten (1881-1969), Albert Einstein (1879-1955), den Leiter der Republikanischen Beschwerdestelle Alfred Falk, geb. Cohn (1896-1951), den im Ersten Weltkrieg zum Pazifisten gewordenen Sozialdemokraten Arnold Freymuth (1872-1933), den Generalsekret&auml;r der Deutschen Liga f&uuml;r Menschenrechte Kurt Richard Grossmann (1897-1972), den DFG-Mitbegr&uuml;nder Adolf Heilberg (1858-1936), den Schriftsteller Kurt Hiller (1885-1972), Magnus Hirschfeld (1868-1935), den &quot;Friedenswarte&quot;-Herausgeber Arnold Kalisch (1882-1956), Hermann Ulrich Kantorowicz (1877-1940), Robert Ren&eacute; Kuczynski (1876-1947), den schon bald von den Nazis auf tschechischem Boden ermordeten Theodor Lessing (1872-1933), Ernst Toller (1893-1939) und den Historiker Veit Valentin (1885-1947).</p>
<p>Prof. Albrecht Mendelssohn Bartholdy (1874-1936) &ndash; Musiker, Rechts- und Politikwissenschaftler und Pazifist; Richter am Haager Schiedsgericht (1925) &ndash; emigrierte nach harten Repressionen aus NS-Deutschland im Jahr 1934. Der Physiker, Verleger und &quot;linke Zentrumspolitiker&quot; Friedrich Dessauer (1881-1963), prominenter Vertreter der katholischen Friedensbewegung (s.o.), kam aus einer urspr&uuml;nglich j&uuml;dischen Industriellenfamilie und wurde wegen &quot;nichtarischer Abstammung&quot; zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Nach monatelanger Inhaftierung emigrierte auch er 1934.</p>
<p>Zu den fr&uuml;hen Mordopfern der Nationalsozialisten z&auml;hlt auch der anarchistische Antimilitarist <a href="https://overton-magazin.de/top-story/mein-kosmopolitismus-ist-in-meiner-eigenschaft-als-jude-begruendet/">Erich M&uuml;hsam</a> (1879-1934), der allerdings in seinen <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015492.html">revolution&auml;ren Schriften</a> seine anf&auml;ngliche N&auml;he zu Tolstois Haltung in der &quot;Gewaltfrage&quot; verlassen hatte. Felix Fechenbach (1894-1933) &ndash; j&uuml;discher Sozialist, Pazifist und nach der Bayerischen Revolution 1918 Sekret&auml;r von Kurt Eisner &ndash; wurde ebenfalls von der SA ermordet.</p>
<p>Parallel zur <a href="https://www.rosalux.de/fileadmin/ls_sachsen/dokumente/Publikationen/Texte_zur_Literatur/Texte_zur_Literatur_02_1995.pdf">B&uuml;cherverbrennung</a> vom April 1933 hatten die F&uuml;hrer der &quot;Deutschen Studentenschaft&quot; aufgerufen zur Denunziation j&uuml;discher Professoren und &quot;s&auml;mtlicher Hochschullehrer, deren wissenschaftliche Methode ihrer liberalen bzw. insbesondere pazifistischen Einstellungen entspricht&quot;.</p>
<h3>7. &quot;Kultur-Zionismus&quot; &ndash; &quot;Hebr&auml;ischer Humanismus&quot;</h3>
<p>Die heute bei vielen Menschen in keinem guten Ruf mehr stehende zionistische Bewegung entstand im sp&auml;ten 19. Jahrhundert vor dem Hintergrund des in Europa erstarkenden Rassenantisemitismus und der <a href="https://overton-magazin.de/top-story/wenn-christen-im-blutrausch-juden-abschlachten/">Pogromwellen</a> in Russland. Die Suche nach einer Heimstatt war die Suche nach einem Ort des gesch&uuml;tzten Lebens. Ethischer Universalismus, eine eigene Friedenstheologie und der pazifistische Glaube, dass vom Zion das Heil der V&ouml;lker in einer Welt ohne Waffen ausgehen werde, sind kennzeichnend f&uuml;r bedeutsame Pers&ouml;nlichkeiten des fr&uuml;hen Zionismus. (Mit zunehmenden Studium muss ich allerdings &ndash; im Unterschied zu fr&uuml;heren Ver&ouml;ffentlichungen &ndash; heute zugeben, dass diese Richtung wirklich nur eine kleine Minderheit darstellte und ihre Anliegen im weiteren Verlauf der Geschichte nicht erfolgreich einbringen konnte.)</p>
<p>Als sich 1918 in Pal&auml;stina erstmals eine bewaffnete Miliz von j&uuml;dischen Siedlern bildete, erinnerte der pazifistische Zionist Aaron David Gordon (1856-1922) die Bewegung in einem Text an das Prophetenwort &quot;&hellip; und nimmer werden sie Krieg lernen &hellip;&quot;. Der Zionist Achad Ha-Am (1856-1927) [Geburtsname Ascher Ginsburg] warnte davor, jemals auf den j&uuml;dischen &quot;Vorrang in der Welt der Sittlichkeit zu verzichten&quot; und nahm zeitweilig Stellung gegen die zunehmende Einflussnahme militanter Nationalisten. Der j&uuml;dische Pazifist und Zionist <a href="https://friedenstheologie.de/natan-hofshi/">Natan Hofshi</a> (1889-1980), im Jahre 1909 aus Polen emigriert, bekannte sich nach dem t&ouml;dlichen Zusammensto&szlig; zwischen Juden und Arabern am 29. Februar 1920 im obergalil&auml;ischen Tel Chai noch entschiedener zur Gewaltfreiheit und sah zeitlebens das &quot;Zeugnis &uuml;ber die Einheit der Menschheit, der v&ouml;lligen Gleichheit aller Menschen als Geschwister und die Heiligkeit des menschlichen Lebens&quot; als die besondere Mission des Judentums an.</p>
<p><a href="https://schalom-bibliothek.org/land-fuer-die-nachkommen-isaaks-und-ismaels/">Hans Kohn</a> (1891-1971), Historiker, pazifistischer Zionist und seit 1921 Mitglied der &quot;War Resistersʼ International&quot;, schrieb 1928 in seinem Essay <em>&quot;Judentum und Gewalt&quot;</em>: &quot;Das Judentum hat den Kampf gekannt, das z&auml;he Ringen um die Schwere der Aufgabe, den Mut, um dieser Aufgabe willen alles zu ertragen, und das Martyrium. Aber es hat den Krieg gehasst, den es seit zwei Jahrtausenden nicht mehr gef&uuml;hrt hat, den organisierten Mord, wie jede Gewalttat &uuml;berhaupt. Jeder Jude tr&auml;gt in seinem Blute eine instinktive und bis zur Heftigkeit gesteigerte Abneigung gegen rohe Gewalt, Mord und Krieg. Der Heroismus des Krieges, der sportliche Geist des Wettbewerbes sind ihm unverst&auml;ndlich. In talmudischer Zeit wird diese Erkenntnis von der Einheit und Gleichheit des Menschengeschlechtes, von der W&uuml;rde und Gr&ouml;&szlig;e jedes einzelnen Menschen immer wieder betont. &sbquo;Wo immer du die Spur eines Menschen wahrnimmst, dort steht Gott vor dir&lsquo;.&quot;</p>
<p>1925 wurde unter Vorsitz des f&uuml;hrenden Zionisten (und &quot;Rassenforschers&quot;) Arthur Ruppin (1876-1943) der <a href="http://www.zionistarchives.org.il/en/AttheCZA/AdditionalArticles/Pages/BritShalom.aspx">Brit-Shalom</a> (Friedensbund) gegr&uuml;ndet, der sich f&uuml;r ein friedliches Zusammenleben von Juden und Arabern sowie die Gr&uuml;ndung eines binationalen j&uuml;disch-pal&auml;stinensischen Staates einsetzte. (Ruppin selbst verlie&szlig; 1929 nach Sinneswandel den Bund wieder; es wird ihm wohl kaum warme Sympathien entgegenbringen, wer die von Shlomo Sand [&quot;Die Erfindung des j&uuml;dischen Volkes&quot;, 2008] zusammengetragenen Informationen zu seinen &sbquo;darwinistischen Rassen-Anschauungen&lsquo; gelesen hat.)</p>
<p>Dem heterogen zusammengesetzten Friedensbund, der allerdings nie mehr als hundert Mitglieder z&auml;hlte, geh&ouml;rten auch Hans Kohn, Yehoshua Radler-Feldmann (1880-1957) und Robert Weltsch (1891-1982), der Redakteur der &quot;J&uuml;dischen Rundschau&quot;, an. Judah Magnes, erster Pr&auml;sident der Hebr&auml;ischen Universit&auml;t in Jerusalem, stand ihm nahe und wirkte f&uuml;r die Ziele des Bundes sp&auml;ter in der 1942 gegr&uuml;ndeten &quot;Ichud&quot; (Union, Einigung). Vor dem XIV. Zionistenkongress hat Arthur Ruppin die Perspektive eines <em>Zwei-Nationalit&auml;ten-Staates in Pal&auml;stina</em>&nbsp;vorgetragen. Dieser sollte, so Hans Kohn, ein Gemeinwesen sein, &quot;in dem beide V&ouml;lker ohne Vorherrschaft des einen und ohne Bedr&uuml;ckung des anderen in voller Gleichberechtigung zum Wohle des Landes arbeiten.&quot; Bald nach Gr&uuml;ndung des Brit-Shalom schrieb Kohn von folgender Vision: &quot;Geschichtlich und geographisch ist Pal&auml;stina ein Land des Friedens. [&hellip;] Dies soll auch in seiner &auml;u&szlig;eren Stellung zum Ausdruck kommen, es soll ein neutrales Land unter dem Schutz des V&ouml;lkerbundes werden, eine St&auml;tte nationalen und internationalen Friedens, die durch Geschichte und Lage in naher Zukunft auch der Sitz des V&ouml;lkerbundes sein sollte. [&hellip;] Ein im inneren Leben friedliches, prosperierendes und in seiner kulturellen Mehrf&auml;ltigkeit autonomes Pal&auml;stina, das, auch nach au&szlig;en stets neutral, unverletzlich und unbewaffnet, Frieden wahrt und ausstrahlt, kann die erste gro&szlig;e Tat des V&ouml;lkerbundes auf seinem m&uuml;hsamen Wege zu seiner wahren Form und Aufgabe werden.&quot;</p>
<p>Dem f&uuml;r Frieden und binationalen Staat eintretenden Brit-Shalom war &ndash; zusammen mit Gershom Scholem und dem in Berlin geborenen Philosophen Ernst Akiba Simon (1899-1988) &ndash; auch Martin Buber verbunden. Buber geh&ouml;rte wie Chaijim Weizmann, der erste israelische Staatspr&auml;sident, zum demokratischen Fl&uuml;gel (&quot;Zionei Zion&quot;) der zionistischen Bewegung. Er hatte zun&auml;chst, trotz des fr&uuml;hen Vorbildes seines Lehrers Achad Ha-Am, noch keinen ausgepr&auml;gten Sinn f&uuml;r die sogenannte &quot;Araber-Frage&quot;. 1917 warnte Buber jedoch vor einem &quot;Hineingezogenwerden in die imperialistische Okzidentalisierung des zuk&uuml;nftigen j&uuml;dischen Gemeinwesens&quot;, und sp&auml;testens seit dem XII. Zionistenkongress in Karlsbad 1921 votierte er f&uuml;r eine sehr weitreichende &quot;Politik der Verst&auml;ndigung mit den Arabern&quot;. Mitnichten war seine &ndash; &uuml;ber eine neu ausgerichtete j&uuml;dische Fr&ouml;mmigkeit entwickelte &ndash; Philosophie des Dialoges rein theoretisch oder weltfremd. <a href="https://schalom-bibliothek.org/ein-guter-mensch-der-alle-menschen-achtete/">Gabriel Stern</a>&nbsp;(1913-1983) zufolge hat kein Geringerer als David Ben-Gurion seinen &quot;Freund und Widersacher&quot; Martin Buber als &quot;sehr realistisch und wirklichkeitsnah&quot; beschrieben.</p>
<p>Die Publizistin Hannah Arendt (1906-1975) pl&auml;dierte 1945 in einem <a href="https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/29511/hannah-arendts-juedische-schriften/">Aufsatz</a> &quot;f&uuml;r die Errichtung einer pal&auml;stinensisch-arabischen F&ouml;deration. Ihren Artikel empfanden zionistische Politiker jeder Couleur und Fraktion als Affront. Sie erhielt emp&ouml;rte Reaktionen. Freunde brachen mit ihr und erkl&auml;rten sie zur Feindin der j&uuml;dischen Sache&quot;.Die wirklich sehr lange Liste der Friedensarbeiter:innen aus j&uuml;dischen Familien, die sich seit dem Zweiten Weltkrieg in Israel und zahlreichen anderen L&auml;ndern f&uuml;r eine Verst&auml;ndigung mit den Pal&auml;stinensern eingesetzt haben, kann uns zur Menschlichkeit ermutigen: Joseph Abileah [Wilhelm Niswiszki] (1915-1994), Uri Avneri (1923-2018, geb. in Westfalen), Josef Ben-Elizier (1929-2013), Jeff Halper (geb. 1946), Reuven Moskovitz (1928-2017), Abie Nathan (1927-2008), Mordechai Vanunu (geb. 1954 in Marrakesch) &hellip; und sehr viele andere mehr.</p>
<h3>8. Nuklearpazifismus</h3>
<p>Die Ersch&uuml;tterungen von Albert Einstein (1879-1955) und Robert Oppenheimer (1904-1967, Leiter des Manhattan-Projekts) nach den Verbrechen der atomaren Massenmordkomplexe vom August 1945 (Hiroshima, Nagasaki) sind heute gut bekannt. Herausragende Pers&ouml;nlichkeiten des geistigen und politischen Widerstandes gegen die Atombombe stammen aus j&uuml;dischen Familien. Der polnische Kernphysiker J&oacute;zef Rotblat (1908-2009) hat 1944 als einziger beteiligter Wissenschaftler das Nuklearprojekt in Los Alamos aus ethischen Gr&uuml;nden verlassen und betrachtete sp&auml;ter den Kampf f&uuml;r Abschaffung aller Atomwaffen als seine Lebensaufgabe (Mitinitiator der &sbquo;Pugwash Conferences on Science and World Affairs&lsquo;, Friedensnobelpreis 1995).</p>
<p>Der Philosoph, Schriftsteller und Dichter <a href="https://www.guenther-anders-gesellschaft.org/">G&uuml;nther Anders</a> (1902-1992) [G&uuml;nther Siegmund Stern] geh&ouml;rte zu den Initiatoren des fr&uuml;hen weltweiten Protestes gegen die Bombe und enth&uuml;llte mit seinen Schriften (s. Die Antiquiertheit des Menschen, 1956) die &sbquo;Apokalypse-Blindheit&lsquo; des Atomzeitalters. Auch f&uuml;r Einstein stand es au&szlig;er Frage: nach der Atombombe muss der homo sapiens den Krieg verlernen &ndash; oder er scheitert im Abgrund. &ndash; Hans Jonas (1903-1993) schlie&szlig;lich vermerkt in seinem Hauptwerk &quot;Das Prinzip Verantwortung&quot; (1979): Selbst &quot;zur Rettung seiner Nation darf der Staatsmann kein Mittel verwenden, das die Menschheit vernichten kann. [&hellip;]. &Uuml;ber das individuelle Recht zum Selbstmord l&auml;&szlig;t sich reden, &uuml;ber das Recht der Menschheit zum Selbstmord nicht&quot;.</p>
<p>Diese Repr&auml;sentanten einer &quot;j&uuml;dischen Intelligenz&quot; im 20. Jahrhundert verbanden h&ouml;chste Klarheit und Menschlichkeit. Es galt in vielen &ouml;ffentlichen Diskursen noch das Albert Einstein zugeschriebene Diktum: &quot;Ein kluger Kopf passt unter keinen Stahlhelm!&quot;</p>
<h3>9. Antipazifistische Judenfeindlichkeit heute</h3>
<p>Eine beeindruckende Pers&ouml;nlichkeit der j&uuml;ngeren j&uuml;dischen Friedensbewegung in Deutschland ist der Neuropsychologe <a href="https://www.rolf-verleger.de/">Rolf Verleger</a> (1951-2021) gewesen, der wegen seines Widerspruchs gegen die sogenannte deutsche Staatsraison scharfe Attacken entgegennehmen musste. (Micha Brumlik meinte im April 2022 &uuml;ber Verleger, er habe &quot;wie wenig andere in seinem Leben und Denken die politische Vernunft aus dem Geist des Judentums verk&ouml;rpert&quot;).</p>
<p>Wegen der Verleihung eines Friedenspreises an die <a href="https://taz.de/Kontroverse-um-Friedenspreis/!5577293/">&quot;J&uuml;dische Stimme f&uuml;r Frieden&quot;</a> kam es 2019 zu einer heftigen &ouml;ffentlichen Kontroverse; dem Journalisten Andreas Zumach konnte man jedoch nicht &ndash; wie beabsichtigt &ndash; gerichtlich verbieten lassen, von <a href="https://taz.de/Umstrittene-Preisverleihung/!5593506/"><em>Verleumdung</em></a> zu sprechen.</p>
<p>Seit dem Hamas-Massaker in israelischen Wohngebieten vom 7. Oktober 2023 (mit mehr als 1200 Mordopfern) und dem sich anschlie&szlig;enden Krieg der extrem rechten israelischen Staatsf&uuml;hrung gegen die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung im <a href="https://www.mpg.de/25776334/1125-defo-gaza-studie-zeigt-beispiellose-verluste-an-menschenleben-und-lebenserwartung-154642-x">Gaza-Streifen</a> (mit mehr als 50.000 Opfern des milit&auml;rischen Massenmordens der real vorherrschenden Zionismus-Fraktionen) werden vermehrt Gewaltt&auml;tigkeiten gegen &sbquo;Juden/J&uuml;dinnen in der Diaspora&lsquo; mit antizionistischem bzw. israelbezogen-antisemitischem Hintergrund gemeldet.</p>
<p>Zumal in Deutschland ist es andererseits auch in vielen F&auml;lle zu staatlichen (oder gesellschaftlichen) Repressionen gegen j&uuml;dische Friedensarbeiter:innen und j&uuml;dische Kritiker:innen der israelischen (oder deutschen) Regierungspolitik gekommen, was dem traditionsreichen Feld der antipazifistischen Judenfeindlichkeit zugeordnet werden kann (u.a. Ausladungen, Redeverbote, Raumk&uuml;ndigungen, gezielte Diffamierungen im &ouml;ffentlichen Raum). So wurde z.B. die Aktivistin <a href="https://taz.de/Repression-gegen-Palaestina-Solidaritaet/!6093326/">Iris Hefets</a> (J&uuml;dische Stimme f&uuml;r gerechten Frieden) von Ende 2023 bis Juni 2025 bei Protesten bereits f&uuml;nfmal ohne nachvollziehbaren Grund von der Berliner Polizei festgenommen: &quot;Ich werde als J&uuml;din politisch verfolgt. Sie wollen uns einsch&uuml;chtern und verhindern, dass sich Juden mit Pal&auml;stinensern solidarisieren.&quot;</p>
<p>Zu den gleichsam regierungsamtlich Ausgeladenen geh&ouml;rte 2024 auch <a href="https://overton-magazin.de/top-story/warum-moshe-zuckermann-von-der-bundesregierung-als-antisemit-bezeichnet-wurde/">Moshe Zuckermann</a> als Sohn von Holocaust&uuml;berlebenden und Kritiker der israelischen Staatspolitik.</p>
<p>Der Philosoph Omri Boehm (geb. 1979 Haifa) wird von Nationalisten, Bellizisten und <a href="https://overton-magazin.de/krass-konkret/omri-boehms-ausladung/">deutschen Zensoren</a> ebenso attackiert, weil er &ndash; im Einklang mit bedeutsamen j&uuml;dischen &Uuml;berlieferungslinien &ndash; als Ethiker einen &quot;Radikalen Universalismus&quot; vertritt. An &sbquo;Denunzianten&lsquo; mangelt es nicht.</p>
<p>Die Friedensarbeiterin und K&uuml;nstlerin Nirit Sommerfeld wurde unl&auml;ngst damit konfrontiert, dass man die schon zugesagte F&ouml;rderung einer <a href="https://taz.de/Sachsens-Jahr-der-juedischen-Kultur/!6171104/">Veranstaltungsreihe</a> mit Pers&ouml;nlichkeiten aus dem Judentum nach einschl&auml;gigen Protesten zur&uuml;ckzog. &ndash; Zu den vorgesehenen j&uuml;dischen G&auml;sten geh&ouml;rt neben Eva Menasse, Susan Neiman und Candice Breitz die Schriftstellerin <a href="https://schalom-bibliothek.org/die-angst-vor-dem-wissen/">Deborah Feldman</a> (geb. 1986 in New York), die ihre ethische Grundhaltung so ausdr&uuml;ckt: &quot;Ich bin der festen &Uuml;berzeugung, dass es nur eine einzige legitime Lehre des Holocaust gibt, und das ist die absolute, bedingungslose Verteidigung der Menschenrechte f&uuml;r alle&quot; (ZDF, 01.11.2023).</p>
<p>Der Politikwissenschaftler und &Ouml;konom Dr. Shir Hever (geb. 1978 in Israel) ist Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von <a href="https://bip-jetzt.de/">BIP e.V.</a> (B&uuml;ndnis f&uuml;r Gerechtigkeit zwischen Israelis und Pal&auml;stinenser). Auch er geh&ouml;rt zu jenen Zionismus-Kritikern, die als <a href="https://www.marx21.de/antisemitismus-erst-palaestinenser-jetzt-auch-israelkritische-juden/">Juden</a> von deutschen &quot;Antisemitismusbeauftragten&quot; ohne Scham observiert werden.</p>
<p>Vor Gericht haben im April 2026 die &quot;Verfassungs&quot;- und Staatsraison-Sch&uuml;tzer der deutschen Staatsmacht bez&uuml;glich ihrer Einsch&uuml;chterungsstrategie gegen die &quot;J&uuml;dische Stimme f&uuml;r einen gerechten Frieden in Nahost&quot; zeitweilig eine <a href="https://taz.de/Gerichtsurteil/!6174612/">Schlappe</a> erlitten; sie d&uuml;rfen nach Entscheid des Verwaltungsgerichtes in Berlin &uuml;ber ihren Bericht f&uuml;r 2024 die j&uuml;dischen Kritiker:innen der todbringenden Kriegspolitik der gegenw&auml;rtigen israelischen Regierung nicht mehr als &quot;gesichert extremistisch&quot; diffamieren und kaltstellen. Den aktuellen Stand in dieser Sache nach einem abweichenden Beschluss des K&ouml;lner Verwaltungsberichtes (20.05.2026) vermitteln Interviews der <a href="https://www.nachdenkseiten.de/?p=152357">NachDenkSeiten</a> und der <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/525151.deutschlands-j&uuml;disches-problem-ein-gespr&auml;ch-mit-wieland-hoban.html">jungen Welt</a> mit Wieland Hoban, dem Vorsitzenden der &quot;J&uuml;dischen Stimme f&uuml;r gerechten Frieden in Nahost&quot;.</p>
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<p><strong>Das vom Verfasser betreute Projektportal der Schalom-Bibliothek</strong> enth&auml;lt u.a. einen Gesamt&uuml;berblick zur <a href="https://schalom-bibliothek.org/buchreihe/">Publikationsreihe</a> &uuml;ber Pazifisten und Antimilitaristinnen aus j&uuml;dischen Familien, ein fortlaufend erg&auml;nztes <a href="https://schalom-bibliothek.org/namen/">Namensverzeichnis</a> und einen <a href="https://schalom-bibliothek.org/lesesaal/">Lesesaal</a> mit aktuellen Beitr&auml;gen.</p>
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   <title>Mehr als 300 Organisationen rufen zum Umdenken im Flüchtlingsschutz auf: Es geht auch anders!</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015591.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15591</id>
   
   <published>2026-06-23T12:48:03Z</published>
   <updated>2026-06-24T13:11:41Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Zum Weltfl&uuml;chtlingstag 2026 stellt sich ein breites zivilgesellschaftliches B&uuml;ndnis aus Wohlfahrt, Menschenrechtsarbeit, Kirchen und Zivilgesellschaft unter dem Motto &quot;Es geht...]]></summary>
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      <name>Michael Schmid</name>
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   </author>
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   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Zum Weltfl&uuml;chtlingstag 2026 stellt sich ein breites  zivilgesellschaftliches B&uuml;ndnis aus Wohlfahrt, Menschenrechtsarbeit,  Kirchen und Zivilgesellschaft unter dem Motto &quot;Es geht auch anders!  Gemeinsam f&uuml;r Schutz und Zusammenhalt&quot; gegen die Entrechtung von  schutzsuchenden Menschen. 75 Jahre nach Verabschiedung der Genfer  Fl&uuml;chtlingskonvention formulieren sie in einem Memorandum eine  Zukunftsvision f&uuml;r einen starken Fl&uuml;chtlingsschutz, von dem alle  profitieren. Die unterzeichnenden Organisationen erinnern daran, dass  Menschen, die vor Verfolgung, Krieg und Gewalt fliehen, Anspruch auf  Schutz haben. Dieser v&ouml;lkerrechtliche Anspruch steht derzeit unter  enormen Druck. Deshalb wenden sich die Unterzeichnenden gegen aktuelle  Entwicklungen, die Schutzsuchende zunehmend entrechten und  gesellschaftliche Spaltungen vertiefen. <em>Frieden wagen e.V.</em> (ehemals <em>Lebenshaus Schw&auml;bische Alb</em>) unterst&uuml;tzt das Memorandum.</p>]]>
      <![CDATA[<p>Zum Weltfl&uuml;chtlingstag 2026 stellt sich ein breites zivilgesellschaftliches B&uuml;ndnis aus Wohlfahrt, Menschenrechtsarbeit, Kirchen und Zivilgesellschaft unter dem Motto &quot;Es geht auch anders! Gemeinsam f&uuml;r Schutz und Zusammenhalt&quot; gegen die Entrechtung von schutzsuchenden Menschen. 75 Jahre nach Verabschiedung der Genfer Fl&uuml;chtlingskonvention formulieren sie in einem Memorandum eine Zukunftsvision f&uuml;r einen starken Fl&uuml;chtlingsschutz, von dem alle profitieren. Die unterzeichnenden Organisationen erinnern daran, dass Menschen, die vor Verfolgung, Krieg und Gewalt fliehen, Anspruch auf Schutz haben. Dieser v&ouml;lkerrechtliche Anspruch steht derzeit unter enormen Druck. Deshalb wenden sich die Unterzeichnenden gegen aktuelle Entwicklungen, die Schutzsuchende zunehmend entrechten und gesellschaftliche Spaltungen vertiefen. <em>Frieden wagen e.V.</em> (ehemals <em>Lebenshaus Schw&auml;bische Alb</em>) unterst&uuml;tzt das Memorandum.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://fluechtlingsschutz.de/memorandum/">Jetzt lesen und downloaden</a>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><img src="/magazin/media/img/gemeinsam%20fluechtlingsschutz.jpg" width="400" height="163" vspace="10" hspace="1&szlig;" align="middle" alt="" /></p>
<p style="text-align: center;"><a href="https://fluechtlingsschutz.de/wp-content/uploads/2026/06/260615_Memorandum_RZ_web_einzelseiten.pdf">Memorandum</a>&nbsp;(PDF)&nbsp; -&nbsp; <a href="https://fluechtlingsschutz.de/liste-der-unterzeichnenden/">&nbsp;Liste der Unterzeichnenden</a>&nbsp; &nbsp;-&nbsp; &nbsp;<a href="https://fluechtlingsschutz.de/mitzeichnen/">Mitzeichnen</a>&nbsp;</p>
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    <li>Alle Informationen zum Memorandum und die aktuelle Liste der Unterzeichnenden sind hier zu finden: <a href="https://fluechtlingsschutz.de/">https://fluechtlingsschutz.de/</a></li>
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