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   <title>Lebenshaus Schwäbische Alb</title>
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   <title>Aufruf: Engagiert euch im Herbst – mehrere bundesweite Aktionen sind geplant</title>
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   <published>2026-09-17T09:30:50Z</published>
   <updated>2026-09-18T05:48:20Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[&quot;Brandgef&auml;hrlich!&quot; So sch&auml;tzt die Kooperation f&uuml;r den Frieden die augenblickliche internationale sicherheitspolitische Situation ein. &Uuml;ber den Krieg in der Ukraine...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   <category term="2689" label="Kooperation für den Frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
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      <![CDATA[<p>&quot;Brandgef&auml;hrlich!&quot; So sch&auml;tzt die Kooperation f&uuml;r den Frieden die augenblickliche internationale sicherheitspolitische Situation ein. &Uuml;ber den Krieg in der Ukraine hinaus eskaliere die Konfrontation zwischen Russland und dem Westen. Direkte Zusammenst&ouml;&szlig;e werden immer h&auml;ufiger &ndash; vermutete und bewiesene. Das zeigen der Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig, der &Uuml;berflug und Abschuss von Drohnen, das Beschie&szlig;en von Flugzeugen mit Leuchtraketen und andere. Darauf folgt wieder eine neue Drohung der einen und ein neuer Eskalationsschritt der anderen Seite.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>F&uuml;r &quot;brandgef&auml;hrlich!&quot; h&auml;lt die Kooperation f&uuml;r den Frieden die augenblickliche Situation</h3>
<p><strong>&quot;Brandgef&auml;hrlich!&quot; So sch&auml;tzt die Kooperation f&uuml;r den Frieden die augenblickliche internationale sicherheitspolitische Situation ein. &Uuml;ber den Krieg in der Ukraine hinaus eskaliere die Konfrontation zwischen Russland und dem Westen. Direkte Zusammenst&ouml;&szlig;e werden immer h&auml;ufiger &ndash; vermutete und bewiesene. Das zeigen der Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig, der &Uuml;berflug und Abschuss von Drohnen, das Beschie&szlig;en von Flugzeugen mit Leuchtraketen und andere. Darauf folgt wieder eine neue Drohung der einen und ein neuer Eskalationsschritt der anderen Seite.</strong></p>
<p>Auf der Sitzung des Kooperationsrates der Kooperation f&uuml;r den Frieden diskutierten VertreterInnen von Friedensorganisationen ausf&uuml;hrlich die aktuelle Lage und zeigten sich sehr besorgt. Susanne Grabenhorst, eine der SprecherInnen der Kooperation: &quot;Der Teufelskreis Aktionen und Reaktionen zwischen Russland und dem Westen, auch Deutschland, muss durchbrochen werden. Diplomatie und Verhandlungen m&uuml;ssen wieder Einzug in die Auseinandersetzung haben. Andernfalls steuern wir auf eine direkte milit&auml;rische Konfrontation zu, die niemand wollen kann!&quot;</p>
<p>Seit &uuml;ber 20 Jahren haben sich &uuml;ber 50 friedenspolitische Organisationen zusammengeschlossen, darunter die IPPNW (&Auml;rzte zur Verhinderung eines Atomkrieges), die DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft &ndash; Vereinigte Kriegsdienstgegner), Pax Christi, AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst f&uuml;r den Frieden), das Netzwerk Friedenskooperative und viele lokale und regionale Friedensinitiativen.</p>
<p>In ihrem Aufruf, der auf der Webseite der Kooperation ver&ouml;ffentlicht wurde, kritisieren die Mitwirkenden der Kooperation die Ausgaben f&uuml;r Hochr&uuml;stung und Milit&auml;r. Die seien in Deutschland in den letzten f&uuml;nf Jahren verdoppelt worden und sollen bis 2030 nochmals verdoppelt werden, um das 5%-Ziel der NATO bis 2035 zu erreichen. Torsten Schleip, Co-Sprecher der Kooperation f&uuml;r den Frieden: &quot;Fast alle von uns m&uuml;ssen das mit h&ouml;heren Steuern, Sozialabbau und schlechteren &ouml;ffentlichen Leistungen bezahlen. Schon jetzt fehlen Milliarden bei Krankenh&auml;usern, Pflege, Schulen, Hochschulen und Kitas, Jugend und Kultur, Umweltschutz und Verkehr. Wir sollen l&auml;nger arbeiten und die Renten noch niedriger werden.&quot;</p>
<p>&quot;Nein zu Hochr&uuml;stung und Krieg &ndash; F&uuml;r Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit!&quot; lautet deshalb der Titel des Aufrufs, sich im Herbst 2026 in Berlin, Stuttgart und anderswo zu engagieren. In Berlin wird am Freitag, den 2.10.2026 vor dem Brandenburger Tor eine Gro&szlig;kundgebung mit vielen attraktiven Bands - z.B. K.I.Z. &ndash; stattfinden. Das Motto: &quot;Unzwingbar &ndash; Kein Bock auf Krieg und Milit&auml;r!&quot; Einen Tag sp&auml;ter findet ausgehend vom Brandenburger Tor eine bundesweite Friedensdemonstration gegen Aufr&uuml;stung und f&uuml;r Frieden statt, gleichzeitig mit einer Friedensdemonstration in Stuttgart. Weitere Termine, sich f&uuml;r Frieden zu engagieren, finden sich auf der Internetseite des Netzwerkes Friedenskooperative &ndash; so auch die Kundgebungen des DGB gegen den Sozialabbau in mehreren St&auml;dten der Bundesrepublik am 26. September.</p>
<p>&quot;Wir brauchen Abkommen zur internationalen R&uuml;stungskontrolle und f&uuml;r Abr&uuml;stung, eine St&auml;rkung der UNO und eine gemeinsame Friedensordnung in Europa unter Einschluss Russlands. Wir wollen Frieden und diplomatische L&ouml;sungen entsprechend dem V&ouml;lkerrecht!&quot;, schlie&szlig;t der Aufruf der Kooperation f&uuml;r den Frieden.</p>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="http://www.koop-frieden.de/">Kooperation f&uuml;r den Frieden</a> - Pressemitteilung vom 17.09.2026.</p>
<p><strong>25. Sept.</strong><br />
Bundesweite Schulstreik-Aktionen<br />
Aufruftext u.a.: <a href="https://friedensdemo0310.org/bundesweite-schulstreikaktionen-am-25-9-26/">https://friedensdemo0310.org/bundesweite-schulstreikaktionen-am-25-9-26/</a></p>
<p><strong>26. Sept.&nbsp;</strong><br />
Gewerkschaftliche Gro&szlig;demos gegen Sozialabbau:&nbsp;<br />
Infos u.a.: <a href="https://www.dgb.de/mitmachen/kampagnen/aktionstag-sozialstaat/">https://www.dgb.de/mitmachen/kampagnen/aktionstag-sozialstaat/</a></p>
<p><strong>1. Okt.&nbsp;</strong><br />
Protestaktion gegen die Verleihung des Westf&auml;lischen Friedenspreises an die NATO<br />
- B&uuml;ndnis Frieden statt NATO: friedenskooperativemuenster.blogspot.com<br />
- Kein Friedenspreis f&uuml;r die NATO: Infos unter: <a href="https://www.frieden-muenster.de/demo0110 ">https://www.frieden-muenster.de/demo0110&nbsp;</a></p>
<p><strong>2. Okt.</strong><br />
Gro&szlig;kundgebung und Konzert&nbsp; &bdquo;Unzwingbar: Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht!&quot;<br />
Infos unter: <a href="http://www.unzwingbar.de">www.unzwingbar.de</a></p>
<p><strong>3. Okt.&nbsp;</strong><br />
Friedensdemos in Berlin und Stuttgart<br />
Zentrale Homepage: <a href="https://friedensdemo0310.org/ ">https://friedensdemo0310.org/&nbsp;</a></p>
<p><strong>10./17. Okt.</strong><br />
&ldquo;F&uuml;nf vor Zw&ouml;lf&rdquo;: Aktionen gegen das NATO-Atomkriegsman&ouml;ver 2026<br />
Infos u.a.: <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/aktionen/015608.html">www.lebenshaus-alb.de/magazin/aktionen/015608.html</a></p>
<p><strong>17. Okt.</strong><br />
Tagung &quot;We shall overcome! - Gewaltfrei aktiv f&uuml;r die Vision einer Welt ohne Gewalt und Unrecht&quot;<br />
Infos:<a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/aktionen/015548.html">www.lebenshaus-alb.de/magazin/aktionen/015548.html</a></p>]]>
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   <title>30 Jahre Atomwaffen-Teststoppvertrag: Die atomare Gefahr bannen!</title>
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   <published>2026-09-08T19:26:44Z</published>
   <updated>2026-09-17T19:38:16Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Am 10. September 1996 hat die UN-Generalversammlung den umfassenden Atomteststopp-Vertrag beschlossen und f&uuml;r alle Staaten zur Unterzeichnung er&ouml;ffnet (CTBT -...]]></summary>
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      <name>Michael Schmid</name>
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      <![CDATA[<p>Am 10. September 1996 hat die UN-Generalversammlung den umfassenden Atomteststopp-Vertrag beschlossen und f&uuml;r alle Staaten zur Unterzeichnung er&ouml;ffnet (CTBT - Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty). Der Vertrag verbietet alle Formen von realen Nuklearwaffentests. Bis heute fehlt jedoch die Ratifikation durch relevante Atomwaffenstaaten, deren Beitritt Voraussetzung f&uuml;r das Inkrafttreten des Vertrages ist. Dennoch halten sich bislang alle Staaten an das Abkommen und testen ihre Atomwaffen gegenw&auml;rtig nur in Computersimulationen. Eine Kommission zur Umsetzung des Teststoppvertrages wurde bereits eingesetzt und hat ein &Uuml;berwachungssystem eingerichtet. Ende 2025 erschreckte dann US-Pr&auml;sident Trump die &Ouml;ffentlichkeit mit seiner Ank&uuml;ndigung, wieder mit Atomwaffentests beginnen zu wollen. Die Gefahr der Wiederaufnahme realer nuklearer Test-Explosionen wurde damit erneut &ouml;ffentlich bewusst.</p>]]>
      <![CDATA[<p>Am 10. September 1996 hat die UN-Generalversammlung den umfassenden Atomteststopp-Vertrag beschlossen und f&uuml;r alle Staaten zur Unterzeichnung er&ouml;ffnet (CTBT - Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty). Der Vertrag verbietet alle Formen von realen Nuklearwaffentests. Bis heute fehlt jedoch die Ratifikation durch relevante Atomwaffenstaaten, deren Beitritt Voraussetzung f&uuml;r das Inkrafttreten des Vertrages ist. Dennoch halten sich bislang alle Staaten an das Abkommen und testen ihre Atomwaffen gegenw&auml;rtig nur in Computersimulationen. Eine Kommission zur Umsetzung des Teststoppvertrages wurde bereits eingesetzt und hat ein &Uuml;berwachungssystem eingerichtet. Ende 2025 erschreckte dann US-Pr&auml;sident Trump die &Ouml;ffentlichkeit mit seiner Ank&uuml;ndigung, wieder mit Atomwaffentests beginnen zu wollen. Die Gefahr der Wiederaufnahme realer nuklearer Test-Explosionen wurde damit erneut &ouml;ffentlich bewusst.</p>
<p>Auf die Fragilit&auml;t dieser Situation hat zuletzt UN-Generalsekret&auml;r Antonio Guterres hingewiesen, der am 29. August 2026, dem Internationalen UN-Tag gegen Nuklearversuche, verlautbaren lie&szlig;: &quot;Der heutige Tag erinnert uns an die verheerenden Folgen von Nuklearversuchen, an die bittere Erkenntnis, die der Menschheit erst durch schmerzliche Erfahrungen zuteilwurde. Er ist ein Anlass, der Opfer und &Uuml;berlebenden von Nuklearversuchen zu gedenken, deren Leben, Land und nachfolgende Generationen von nuklearen Explosionen gezeichnet sind. (&hellip;) Die Welt darf nie wieder eine nukleare Explosion erleben. Ich fordere alle Staaten im Besitz von Kernwaffen auf, die bestehenden Moratorien aufrechtzuerhalten und Ma&szlig;nahmen zu ergreifen, um den Vertrag &uuml;ber das umfassende Verbot von Nuklearversuchen unverz&uuml;glich in Kraft zu setzen.&quot; (<a href="https://www.un.org/german/de/media/16140">https://www.un.org/german/de/media/16140</a>)<br />
<br />
Das Aktionsb&uuml;ndnis &quot;atomwaffenfrei.jetzt&quot; &ndash; ein Zusammenschluss von rund 80 Friedensgruppen und -organisationen &ndash; unterst&uuml;tzt dieses klare Statement des UN-Generalsekret&auml;rs und fordert die Bundesregierung auf, sich verst&auml;rkt f&uuml;r das Inkrafttreten des Teststoppvertrages einzusetzen und sich an der Unterst&uuml;tzung der Opfer von Nuklearexplosionen zu beteiligen. Dazu geh&ouml;rt auch, dass die Bundesregierung &ndash; zumindest in der Beobachterrolle &ndash; an der ersten &Uuml;berpr&uuml;fungskonferenz zum Atomwaffenverbotsvertrag im Dezember 2026 teilnimmt. &quot;Wenn sich die Bundesregierung ernsthaft f&uuml;r eine atomwaffenfreie Welt einsetzen will, muss sie konkrete Schritte daraufhin einleiten, die eigene nukleare Teilhabe beenden und dem Atomwaffenverbotsvertrag zum Durchbruch verhelfen. Die Vorhaltung von Atomwaffen f&uuml;r einen m&ouml;glichen Einsatz in einer Kriegssituation bleibt die gr&ouml;&szlig;te Bedrohung f&uuml;r die Menschheit.&quot; - so Dr. Hildegard Slabik-M&uuml;nter vom Aktionsb&uuml;ndnis gegen Atomwaffen.</p>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://www.atomwaffenfrei.de/home.html">Aktionsb&uuml;ndnis &quot;atomwaffenfrei.jetzt&quot;</a> - Pressemitteilung vom 08.09.2026.</p>]]>
   </content>
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   <title>Druckfrisch: &quot;Kriegstüchtig an allen Fronten&quot;</title>
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   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15617</id>
   
   <published>2026-09-06T20:15:49Z</published>
   <updated>2026-09-05T21:07:23Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Seit nunmehr drei Jahrzehnten dokumentiert die &quot;Informationsstelle Militarisierung&quot; (IMI) in T&uuml;bingen mit ihren aufkl&auml;renden Ver&ouml;ffentlichungen eine fortschreitende Militarisierung der Au&szlig;enpolitik....]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   </author>
         <category term="/schwerpunkte/buchrezensionen" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
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   <category term="2383" label="Jürgen Wagner" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2210" label="Peter Bürger" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
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      <![CDATA[<p>Seit nunmehr drei Jahrzehnten dokumentiert die &quot;Informationsstelle Militarisierung&quot; (IMI) in T&uuml;bingen mit ihren aufkl&auml;renden Ver&ouml;ffentlichungen eine fortschreitende Militarisierung der Au&szlig;enpolitik. Den j&uuml;ngsten, hochexplosiven Komplex dieser &quot;Chronik&quot; erschlie&szlig;t jetzt das profunde Sachbuch <em>&quot;Kriegst&uuml;chtig an allen Fronten&quot;</em> des Politikwissenschaftlers, Historikers und IMI-Vorstandsmitglieds J&uuml;rgen Wagner: &quot;Kriegst&uuml;chtigkeit allerorten, eine &sbquo;Zeitenwende&lsquo; als &Uuml;bergang: von einer auf Angriffsoperationen ausgerichteten Bundeswehr &uuml;ber die Umstellung auf Kriegswirtschaft und die Einf&uuml;hrung eines neuen Wehrdienstes bis hin zur systematischen Einbeziehung ziviler Akteure in Kriegsvorbereitungen via &sbquo;Operationsplan Deutschland&lsquo;. Kaum ein Bereich, der inzwischen nicht von einer umfassenden Militarisierung durchdrungen ist. Rezension von Peter B&uuml;rger.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Das neue Buch von J&uuml;rgen Wagner (IMI) &ndash; eine Empfehlung</h3>
<p><strong>Von Peter B&uuml;rger</strong></p>
<div class="frame1">
<p><strong>J&uuml;rgen Wagner: </strong><em><strong>Kriegst&uuml;chtig an allen Fronten.</strong> </em>Kanonen statt Butter &ndash; R&uuml;stung durch Sozialabbau. (Neue Kleine Bibliothek 360). K&ouml;ln: PapyRossa 2026. (ISBN 978-3-89438-873-7; Paperback; 300 Seiten; 19,90 &euro;). <a href="https://www.imi-online.de/2026/08/25/neues-buch-kriegstuechtig-an-allen-fronten/">https://www.imi-online.de/2026/08/25/neues-buch-kriegstuechtig-an-allen-fronten/</a></p>
</div>
<p><img src="/magazin/media/img/Umschlag%20KRIEGST%C3%9CCHTIG.jpg" width="280" height="424" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />Seit nunmehr drei Jahrzehnten dokumentiert die &quot;Informationsstelle Militarisierung&quot; (IMI) in T&uuml;bingen mit ihren aufkl&auml;renden Ver&ouml;ffentlichungen eine fortschreitende Militarisierung der Au&szlig;enpolitik. Den j&uuml;ngsten, hochexplosiven Komplex dieser &quot;Chronik&quot; erschlie&szlig;t jetzt das profunde Sachbuch <em>&quot;Kriegst&uuml;chtig an allen Fronten&quot;</em> des Politikwissenschaftlers, Historikers und IMI-Vorstandsmitglieds J&uuml;rgen Wagner: &quot;Kriegst&uuml;chtigkeit allerorten, eine &sbquo;Zeitenwende&lsquo; als &Uuml;bergang: von einer auf Angriffsoperationen ausgerichteten Bundeswehr &uuml;ber die Umstellung auf Kriegswirtschaft und die Einf&uuml;hrung eines neuen Wehrdienstes bis hin zur systematischen Einbeziehung ziviler Akteure in Kriegsvorbereitungen via &sbquo;Operationsplan Deutschland&lsquo;. Kaum ein Bereich, der inzwischen nicht von einer umfassenden Militarisierung durchdrungen ist. Der Hintergrund: Im EU-Verbund will sich Deutschland als milit&auml;rische F&uuml;hrungsmacht gegen&uuml;ber Russland, China und zunehmend auch den USA in Stellung bringen&quot; (Klappentext des PapyRossa-Verlags).</p>
<p>Eine offizielle &sbquo;Zeitenwende&lsquo; wurde 2022 nach dem Angriff Russlands gegen die Ukraine ausgerufen. Doch die entsprechenden Weichenstellungen und Aufr&uuml;stungspl&auml;ne reichen viel weiter zur&uuml;ck. Inzwischen haben CDU und SPD (und Gr&uuml;ne) bei der Umsetzung aber jegliches Ma&szlig;halten verloren (&quot;Zeitenwende 2.0&quot;). Das Buch ist keine Trostlekt&uuml;re, denn es vermittelt &ndash; streng faktenbasiert und mit durchgehenden Quellenbelegen &ndash; auch den schon halbwegs informierten friedensbewegten Leserinnen und Lesern, dass Ausma&szlig;, Kosten, Demokratiefeindlichkeit, R&uuml;cksichtslosigkeit, Irrationalit&auml;t und &quot;Risikofreude&quot; des Kriegsert&uuml;chtigungsparadigmas all unsere bisherigen Vorstellungen l&auml;ngst sprengen.</p>
<p>Dem steht ein betr&uuml;blicher Aufkl&auml;rungsstand in der Gesellschaft gegen&uuml;ber. Ich nenne nur einige Beobachtungen aus den letzten zehn Tagen: Eine Stadtgruppe der &quot;Omas gegen rechts&quot; hat mehrheitlich nichts dagegen, dass in der N&auml;he ein neuer Milit&auml;rflughafen (mit Stationierung von tausenden Soldaten) entstehen soll. Ein Landesverband der Linken ruft zur Beteiligung an Protesten gegen den Sozialabbau auf und verliert hierbei &ndash; wie die meisten Gewerkschaftsf&uuml;hrer &ndash; kein Wort &uuml;ber den Zusammenhang mit den gigantischen R&uuml;stungsausgaben. Die &quot;fortschrittliche&quot; Autorin aus einer linken Parteistiftung, die der Rezensent wertsch&auml;tzt, votiert f&uuml;r Kostenersparnisse durch eine gemeinsame europ&auml;ische Armee. Ein pensionierter Gymnasiallehrer und ein Musiker im mittleren Alter wollen gleicherma&szlig;en von einer zunehmenden Militarisierung im Land noch gar nichts mitbekommen haben. Schlie&szlig;lich h&auml;lt ein friedensbewegter Vortragsteilnehmer rechte Parteikomplexe im Land allen Ernstes f&uuml;r Anw&auml;lte des Friedens, weil &quot;die anderen&quot; dem Frieden h&ouml;chstens mal einen Nebensatz widmen &hellip;</p>
<p>Wider die Flut von blo&szlig;en Behauptungen, Tendenzartikeln, Mutma&szlig;ungen und Stimmungsbildern immunisieren nur Informationsprojekte, die &ndash; wie Wagners Buch &ndash; beim Nachweis von Politikervoten, Doktrinen, Planungsvorgaben, Statistiken und Umw&auml;lzungen den Standards b&uuml;rgerlicher Kulturtechniken, die bis vor kurzem noch in Geltung waren, gerecht werden. In f&uuml;nfzehn Kapiteln kl&auml;rt der Autor auf &uuml;ber die Umschaltung auf <em>Gro&szlig;machtpolitik</em>, den <em>neudeutschen F&uuml;hrungsanspruch</em>, das ma&szlig;gebliche <em>&quot;transatlantische Scheidungspapier&quot;</em>, die Dimensionen einer <em>enthemmten R&uuml;stungs- und Schuldenproduktion</em> bzw. <em>Kriegswirtschaft</em> (Erm&auml;chtigung via Verfassungs&auml;nderung; l&auml;nder&uuml;bergreifende Kooperationen; Marktstrategien und Exportsteigerung; Umstellung der Produktionsschwerpunkte in Richtung &quot;Angriffskompetenz&quot;; Freibriefe f&uuml;r die inflation&auml;re Auftragsvergabe ohne Sicherung vor Kostenexplosionen; mannigfache exklusive Privilegien der Totmachindustrien &ndash; von Staatsgnaden; Konversionen unter der &Uuml;berschrift &quot;Autos zu R&uuml;stung&quot;; gigantische R&uuml;stungsprojekte, die auch nach &quot;Milit&auml;rlogik&quot; widersinnig sind; das infame Versprechen eines olivgr&uuml;nen Wirtschaftswachstums; Mythos der &quot;Nachhaltigkeit&quot; und Menschenliebe von Kriegskonzernen &ndash; trotz der ultimativen &ouml;kologischen Verwerfungen durch die Milit&auml;rapparatur; &ouml;ffentliche Meinungsmacht einer R&uuml;stungslobby, die aus Gr&uuml;nden des Profits den Krieg in Permanenz anstrebt &hellip;), die Entwicklung hin zum <em>Zwangs-Kriegsdienst</em> (Rekrutierung, Reservisten-Wesen, Wehrpflichtdebatte), den politischen Kurs <em>&quot;Kasernen statt Wohnungen&quot;</em> (ohne R&uuml;cksicht auf die Kommunen oder die Bed&uuml;rfnisse der Menschen), die neue <em>Kriegsgesellschaft</em> (zivil-milit&auml;rischer Operationsplan Deutschland; Militarisierung des Gesundheitswesens &hellip;), die mit vors&auml;tzlichen Falschbehauptungen angeheizte Verbreitung aberwitziger <em>Bedrohungs- und Angstszenarien</em>, die z.T. geradezu eskalationsfreudige <em>Konfrontationspolitik</em> sowie die mit der Aufr&uuml;stung einhergehende <em>Attacke der herrschenden Klasse gegen zentrale soziale Errungenschaften</em>: Kampfansage gegen die &quot;Armen&quot;, Kinder, Kranken, Senioren und Einrichtungen des Gemeinwesens statt Milliard&auml;rs-Steuer (der Buchuntertitel suggeriert etwas irref&uuml;hrend, der Komplex &quot;R&uuml;stung durch Sozialabbau&quot; sei ein Schwerpunkt des ganzen Bandes).</p>
<p>Wagners Buch kann auch ausw&auml;hlend als &quot;Nachschlagewerk&quot; genutzt werden, denn jedes Kapitel l&auml;sst sich unabh&auml;ngig von den anderen Teilen als Information &uuml;ber das jeweils im Kapitelnamen genannte Themenfeld der Kriegsert&uuml;chtigung lesen. Kr&auml;ftige Zitate aus kritischer Forschung und Expertise sowie skandal&ouml;se Selbstaussagen der sich als &quot;Elite&quot; verstehenden Aufr&uuml;stungsakteure werden nicht im Ungef&auml;hren paraphrasiert, sondern im genauen Wortlaut &ndash; mit n&ouml;tiger Ausf&uuml;hrlichkeit &ndash; zitiert (was vorbildlich ist). Keine Friedensgruppe und kein antimilitaristisches Netzwerk kommt an dieser Neuerscheinung vorbei. Angesichts der rasanten Entwicklung wird das IMI-Internetportal wohl auch weiterhin Woche f&uuml;r Woche Fortschreibungen und Aktualisierungen anbieten (<a href="https://www.imi-online.de/">https://www.imi-online.de/</a>).</p>
<p>Mit Blick auf weitere antimilitaristische Schwerpunktver&ouml;ffentlichungen bleiben aus meiner Perspektive u.a. noch zu erhoffen ein Gemeinschaftsprojekt (wom&ouml;glich von j&uuml;ngeren Forscher:innen) zur <em>Militarisierung von Kultur und unterhaltungsindustriellen Produktionen</em>, Analysen und Praxishilfen f&uuml;r den <em>Widerstand</em> sowie eine Gesamtschau der <em>geschichtspolitischen Wende</em> (Kriegsged&auml;chtnis und historische &quot;Aufarbeitung&quot; in Deutschland).</p>]]>
   </content>
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   <title>Neues Papier zum Ukrainekrieg: IPPNW plädiert für diplomatische Initiativen, Spannungsabbau und Risikoreduktion</title>
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   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15620</id>
   
   <published>2026-09-02T20:20:40Z</published>
   <updated>2026-09-17T20:37:39Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Die Friedensorganisation IPPNW pl&auml;diert f&uuml;r einen Strategiewechsel in der Ukrainepolitik. Sie fordert die Bundesregierung auf, eigene diplomatische Initiativen zur Beendigung...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
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   <category term="3957" label="Ukraine" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Die Friedensorganisation IPPNW pl&auml;diert f&uuml;r einen Strategiewechsel in der Ukrainepolitik. Sie fordert die Bundesregierung auf, eigene diplomatische Initiativen zur Beendigung des Krieges einzubringen und konkrete Schritte zur (Re-)Aktivierung von Abr&uuml;stungsvertr&auml;gen zu ergreifen. Der Fund von Sprengstoff-Drohnen in der N&auml;he ukrainischer Frachtflugzeuge in Leipzig zeigt: Aufgrund hybrider Kriegsf&uuml;hrung, der zunehmenden Angriffe mit sogenannten &quot;Deep Strikes&quot; und der Involvierung der Bundesregierung in den Krieg durch die deutsch-ukrainische R&uuml;stungskooperation steigt die Eskalationsgefahr enorm. Ein Missverst&auml;ndnis, verirrte Flugk&ouml;rper oder gezielte St&ouml;rman&ouml;ver k&ouml;nnten den B&uuml;ndnisfall ausl&ouml;sen.</p>]]>
      <![CDATA[<p>Die Friedensorganisation IPPNW pl&auml;diert f&uuml;r einen Strategiewechsel in der Ukrainepolitik. Sie fordert die Bundesregierung auf, eigene diplomatische Initiativen zur Beendigung des Krieges einzubringen und konkrete Schritte zur (Re-)Aktivierung von Abr&uuml;stungsvertr&auml;gen zu ergreifen. Der Fund von Sprengstoff-Drohnen in der N&auml;he ukrainischer Frachtflugzeuge in Leipzig zeigt: Aufgrund hybrider Kriegsf&uuml;hrung, der zunehmenden Angriffe mit sogenannten &quot;Deep Strikes&quot; und der Involvierung der Bundesregierung in den Krieg durch die deutsch-ukrainische R&uuml;stungskooperation steigt die Eskalationsgefahr enorm. Ein Missverst&auml;ndnis, verirrte Flugk&ouml;rper oder gezielte St&ouml;rman&ouml;ver k&ouml;nnten den B&uuml;ndnisfall ausl&ouml;sen.</p>
<p>Die humanit&auml;ren Folgen des Ukrainekrieges sind gravierend. In dem Krieg sind einer Studie des Zentrums f&uuml;r Strategische und Internationale Studien zufolge insgesamt mehr als zwei Millionen Soldaten auf beiden Seiten get&ouml;tet, verletzt oder als vermisst gemeldet worden. Dieser Krieg kann milit&auml;risch nicht gewonnen werden. T&auml;glich sterben Hunderte von Menschen auf beiden Seiten oder werden schwer verletzt. Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 dokumentierte das B&uuml;ro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen f&uuml;r Menschenrechte (OHCR) mehr als 50.000 zivile Verletzte und knapp 17.000 zivile Tote. Die tats&auml;chlichen Zahlen werden voraussichtlich jedoch wesentlich h&ouml;her liegen. Durch den Zusammenbruch von Versorgungsstrukturen infolge des russischen Bombardements sterben viele chronisch Kranke fr&uuml;her, das sind zum Beispiel Patient*innen mit Herzinfarkt, Diabetes und Krebs.</p>
<p>Nukleare Drohungen Russlands beantworten deutsche Politiker*innen und Verantwortliche von EU und NATO ausschlie&szlig;lich mit massiver konventioneller Aufr&uuml;stung und Pl&auml;nen zur intensiveren Zusammenarbeit in der nuklearen Abschreckung. Es fehlen Initiativen f&uuml;r die Suche nach Kommunikationskan&auml;len zur Aufnahme von Gespr&auml;chen mit Russland, die mittel- bis langfristig zu R&uuml;stungskontrolle, Abr&uuml;stung und dem Aufbau einer neuen europ&auml;ischen Sicherheitsarchitektur f&uuml;hren k&ouml;nnten.</p>
<p>&quot;Mit ihrem Fokus auf milit&auml;rische Abschreckung und Aufr&uuml;stung schr&auml;nkt die Bundesregierung ihren strategischen Handlungsraum ein mit Blick auf Verhandlungen und zivile Konfliktbearbeitung. F&uuml;r dringende Zukunftsausgaben wie Klimaschutz, Generationengerechtigkeit und Gesundheit werden Mittel im Bundeshaushalt gek&uuml;rzt, um diese Aufr&uuml;stung finanzieren zu k&ouml;nnen. Die massiven Investitionen in R&uuml;stung f&uuml;hren nicht zu mehr Sicherheit, sondern verst&auml;rken im Gegenteil die milit&auml;rischen Spannungen, provozieren ein gef&auml;hrliches Wettr&uuml;sten und erh&ouml;hen die allgemeine Kriegsgefahr. Damit steigt auch die Gefahr der Eskalation zu einem Atomkrieg&quot;, erkl&auml;rt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Clau&szlig;en.</p>
<p>Zum Antikriegstag hat die Friedensnobelpreistr&auml;gerorganisation IPPNW ein Policy Paper zum Ukrainekrieg &quot;Spannungsabbau und Risikoreduktion: F&uuml;r konventionelle und nukleare Abr&uuml;stung&quot; ver&ouml;ffentlicht. Die Organisation will damit einen Beitrag zu einem Politikwechsel leisten: Weg von der R&uuml;stungseskalation und hin zu Diplomatie und Entspannungspolitik. In dem Papier setzt sich die IPPNW mit grundlegenden Fragen von Diplomatie und Verhandlungen und Abr&uuml;stungsvertr&auml;gen auseinander und entwickelt Empfehlungen an die Bundesregierung. Sie finden das Policy Paper unter</p>
<ul>
    <li><a href="https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Shop/policy-paper.pdf">https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Shop/policy-paper.pdf</a></li>
</ul>
<p class="quelle">Quelle: <a href="http://www.ippnw.de/">IPPNW</a> - Pressemitteilung vom 31.08.2026.</p>]]>
   </content>
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   <title>Generalbundesanwalt lehnt Ermittlungen wegen Beihilfe zum Iran-Krieg ab</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015616.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15616</id>
   
   <published>2026-09-01T19:31:04Z</published>
   <updated>2026-09-03T19:52:53Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Auf eine Anzeige wegen Verdachts der Beihilfe der Bundesregierung zum Iran-Krieg vom 30. M&auml;rz 2026 hat der Generalbundesanwalt Ende August...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
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         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/friedensbewegung" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
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         <category term="/schwerpunkte/gesellschaft/recht_justiz" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   <category term="3751" label="Martin Singe" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Auf eine Anzeige wegen Verdachts der Beihilfe der Bundesregierung zum Iran-Krieg vom 30. M&auml;rz 2026 hat der Generalbundesanwalt Ende August geantwortet und Ermittlungen wegen angeblichen Fehlens eines Anfangsverdachts abgelehnt. In der Anzeige wurde der Bundesregierung vorgeworfen, durch zur Verf&uuml;gungstellung des Luftraums und der Nutzungserlaubnis der US-Basen in Deutschland f&uuml;r den Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran Beihilfe zu leisten. Auch die R&uuml;stungsexporte an Israel wurden als Beihilfehandlungen eingestuft.</p>]]>
      <![CDATA[<p>Auf eine Anzeige wegen Verdachts der Beihilfe der Bundesregierung zum Iran-Krieg vom 30. M&auml;rz 2026 hat der Generalbundesanwalt Ende August geantwortet und Ermittlungen wegen angeblichen Fehlens eines Anfangsverdachts abgelehnt. In der Anzeige wurde der Bundesregierung vorgeworfen, durch zur Verf&uuml;gungstellung des Luftraums und der Nutzungserlaubnis der US-Basen in Deutschland f&uuml;r den Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran Beihilfe zu leisten. Auch die R&uuml;stungsexporte an Israel wurden als Beihilfehandlungen eingestuft.</p>
<p>Der Generalbundesanwalt weist jetzt auf die hohen H&uuml;rden hin, die laut &sect; 13 V&ouml;lkerstrafgesetzbuch erf&uuml;llt sein m&uuml;ssten, um den Verdacht strafbarer Handlungen zu begr&uuml;nden. Vor allem m&uuml;sse es sich bei den Angriffshandlungen um eine &quot;offenkundige Verletzung der UN-Charta&quot; handeln. Obwohl diese Offenkundigkeit der V&ouml;lkerrechtswidrigkeit dieses Krieges f&uuml;r Bundespr&auml;sident Steinmeier, die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages und z.B. die spanische Regierung, die ihren Luftraum gesperrt hatte, erkennbar war, sei die Bundesregierung gem&auml;&szlig; Generalbundesanwalt nicht davon ausgegangen. Au&szlig;erdem grenzt der Bundesanwalt die m&ouml;gliche Strafbarkeit von Beihilfehandlungen - nach Ansicht des Anzeigeerstatters widerrechtlich - auf den Zeitpunkt des Kriegsbeginns eng ein, wodurch Unterst&uuml;tzungsleistungen w&auml;hrend der Fortf&uuml;hrung des Krieges ausgeschlossen w&uuml;rden.</p>
<p>Dar&uuml;ber hinaus werde dem Anzeigeerstatter die Beweislast f&uuml;r einzelne Beihilfetaten auferlegt, obwohl dieser wegen milit&auml;rischer Geheimhaltungen einzelne Erteilungen von Flugerlaubnissen sowie konkrete Unterst&uuml;tzungsleistungen mit Tatzeiten aus Ramstein oder dem EUCOM heraus nicht nachweisen kann. Dies w&auml;re nach Meinung des Anzeigeerstatters die Aufgabe der Ermittlungen durch den Generalbundesanwalt gewesen. Dabei waren die fortgesetzten Unterst&uuml;tzungsleistungen durch NATO-Staaten offensichtlich. Schon Anfang M&auml;rz hatte NATO-Generalsekret&auml;r Rutte verlautbaren lassen: &quot;Europa engagiert sich wirklich, ohne an der Milit&auml;roperation beteiligt zu sein. Es tut alles, was m&ouml;glich ist, damit die USA und Israel tun k&ouml;nnen, was sie tun.&quot; (Tagesschau, 2.3.26)</p>
<p>&quot;An der Zur&uuml;ckweisung dieser Verdachtsanzeige zeigt sich einmal mehr, dass die Forderung des Grundgesetzes in Artikel 26, friedensst&ouml;rende Handlungen und insbesondere einen Angriffskrieg unter Strafe zu stellen, nicht eingel&ouml;st ist&quot;, so Anzeigeerstatter Martin Singe. Zun&auml;chst sollte dies durch den unzureichenden &sect; 80 des Strafgesetzbuches gew&auml;hrleistet werden. Dieser wurde dann aufgehoben und durch &sect; 13 des V&ouml;lkerstrafgesetzbuches ersetzt, mit dem das Offenkundigkeitskriterium und weitere Schwellenklauseln (Art, Schwere, Umfang) eingef&uuml;hrt wurden. In der damaligen Gesetzesbegr&uuml;ndung betonte die Bundesregierung, dass die Schwellenklausel eine &quot;Filterfunktion&quot; erf&uuml;lle, die die &quot;H&uuml;rden f&uuml;r eine Rechtsverletzung bewusst hoch gesetzt&quot; habe. So sollten z.B. die &quot;humanit&auml;re Intervention oder die pr&auml;ventive Selbstverteidigung&quot; nicht miterfasst werden (BT-Drs. 18/8621).</p>
<p>&quot;Es bleibt skandal&ouml;s, dass sich Deutschland trotz des Friedensgebotes im Grundgesetz an diesem v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieg mit Beihilfehandlungen beteiligt, ohne dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.&quot; - so der Anzeigeerstatter.</p>
<p class="quelle">F.d.R. gez. Martin Singe - Pressemitteilung vom 31.08.2026.</p>
<div class="info4">
<p>Der Wortlaut des Schreibens des Generalbundesanwalts wird auf Wunsch zugeschickt. </p>
<p>Anzeigeerstatter ist Martin Singe, Diplomtheologe, Bonn, Mitglied bei Pax Christi, DFG-VK, Grundrechtekomitee und Redaktion FriedensForum. Die weiteren 63 Anzeigeerstatter*innen, die dieser ersten Anzeige beigetreten sind oder eine inhalts&auml;hnliche eigene formuliert hatten, haben bislang keine Antwort vom GBA erhalten.&nbsp;</p>
</div>]]>
   </content>
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   <title>Ohne uns - Für einen Ausstieg aus der Logik des Krieges</title>
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   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15615</id>
   
   <published>2026-09-01T18:35:41Z</published>
   <updated>2026-09-03T15:55:56Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Wir leben in Zeiten einer naiven Hoffnung. W&auml;hrend die Nachrichten t&auml;glich vom Schrecken des Krieges k&uuml;nden, wird er uns gleichzeitig...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   </author>
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   <category term="2214" label="Antikriegstag" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="3697" label="medico international" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Wir leben in Zeiten einer naiven Hoffnung. W&auml;hrend die Nachrichten  t&auml;glich vom Schrecken des Krieges k&uuml;nden, wird er uns gleichzeitig als  Ausweg aus den Problemen unserer Gegenwart verkauft. F&uuml;nf Jahre  Stellungs- und Abnutzungskrieg in der Ukraine, aber auch 25 Jahre &quot;Krieg  gegen den Terror&quot; oder der Horror von Gaza: Die bestens dokumentierte  Sinnlosigkeit des Krieges kann der Hoffnung auf seine Heilungskr&auml;fte  scheinbar nichts anhaben. Sein Schrecken hat sich stattdessen zum  Argument verkehrt, ihm kriegst&uuml;chtig beizutreten &ndash; und wer diese Logik  kritisiert oder bezweifelt, gilt als Nestbeschmutzer:in der  demokratischen Zukunft, als naive:r Friedensaktivist:in oder gar als  Putinist:in. Wie konnte es so weit kommen? Von medico international.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong>Wir leben in Zeiten einer naiven Hoffnung. W&auml;hrend die Nachrichten t&auml;glich vom Schrecken des Krieges k&uuml;nden, wird er uns gleichzeitig als Ausweg aus den Problemen unserer Gegenwart verkauft. F&uuml;nf Jahre Stellungs- und Abnutzungskrieg in der Ukraine, aber auch 25 Jahre &quot;Krieg gegen den Terror&quot; oder der Horror von Gaza: Die bestens dokumentierte Sinnlosigkeit des Krieges kann der Hoffnung auf seine Heilungskr&auml;fte scheinbar nichts anhaben. Sein Schrecken hat sich stattdessen zum Argument verkehrt, ihm kriegst&uuml;chtig beizutreten &ndash; und wer diese Logik kritisiert oder bezweifelt, gilt als Nestbeschmutzer:in der demokratischen Zukunft, als naive:r Friedensaktivist:in oder gar als Putinist:in. Wie konnte es so weit kommen?</strong></p>
<p>Der Krieg, das merken wir Tag f&uuml;r Tag, ist weit mehr als ein Schlachtfeld der K&ouml;rper und Maschinen. Er ist eine Art und Weise, die Welt zu denken, und begr&uuml;ndet einen Horizont dessen, was m&ouml;glich und notwendig scheint. Er wird uns als einzig denkbarer Ausweg aus einer sich unserem Einfluss entziehenden Lage pr&auml;sentiert, in der sich alles auf eine milit&auml;risch zu schaffende Sicherheit reduziert. Wir sollen f&uuml;r Aufr&uuml;stung, Wehrdienst und Kriegst&uuml;chtigkeit sein, denn einzig die Vorbereitung auf den Krieg soll die ersehnte Sicherheit wieder herstellen k&ouml;nnen. &quot;Wir sind f&uuml;r Frieden, doch erst m&uuml;ssen wir gewinnen&quot; hei&szlig;t es lakonisch bei den Berliner Rappern von K.I.Z. Doch was, wenn der Sieg trotz aller Siegesgewissheit nicht kommt &ndash; und der legitime Wunsch nach Sicherheit die Eskalation nur weiter befeuert?</p>
<h3>Alles au&szlig;er Kontrolle</h3>
<p>Europa steht mittlerweile am Rande des Abgrunds. Der Krieg, der l&auml;ngst begonnen hat, eskaliert stetig. Er hat schon heute das Potential, bis auf weiteres die einzig denkbare Zukunft unseres Kontinents zu sein. Sein Schrecken tobt in der Ukraine und auch in Russland, direkt vor unserer Haust&uuml;r, wo t&auml;glich tausende Menschen sterben und verletzt werden, als sei dies notwendig und das Normalste der Welt.</p>
<p>Die Logik des Krieges bestimmt die politische Debatte, Diplomatie und internationale Politik befinden sich auf einem historischen Tiefpunkt. Bereits die Zeitenwende, die nach dem russischen &Uuml;berfall auf die Ukraine vom damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz ausgerufen wurde, suggerierte, dass ein Ende dieses Krieges durch Aufr&uuml;stung m&ouml;glich werde. Die Idee, dass milit&auml;rische St&auml;rke allein den Frieden sichern kann, wurde trotz ihres offenkundigen Scheiterns in der Ukraine dann zum europ&auml;ischen Paradigma &ndash; und dabei entgrenzt und radikalisiert. Die Grenze zwischen Defensive und Offensive, zwischen Angriff und Verteidigung weicht zunehmend auf. Dabei muss immer neu aus der Wahrnehmung getilgt werden, dass der Krieg in der Ukraine bereits hunderttausende Menschen get&ouml;tet und Millionen in die Flucht geschlagen hat.</p>
<p>Die dennoch ungebrochene Hoffnung auf die L&ouml;sungskompetenz des Milit&auml;rischen ist ein gef&auml;hrlicher Irrglaube &ndash; mit Konsequenzen f&uuml;r Sozialstaat, Frieden und Demokratie gleicherma&szlig;en. So befinden wir uns inmitten einer vor wenigen Jahren noch unvorstellbaren Aufr&uuml;stungsspirale. Allen voran will Deutschland in den n&auml;chsten f&uuml;nf Jahren etwa 700 Milliarden Euro daf&uuml;r ausgeben. Die Investitionsoffensive der EU-Kommission trug bis vor kurzem den Namen &quot;ReArm Europe&quot;. Jetzt verbirgt sich dasselbe Programm hinter dem vermeintlich harmloseren Titel &quot;Readiness2030&quot;. Von Selbstbehauptung und europ&auml;ischer Renaissance ist die Rede, um das Kriegsvorbereitungsprogramm unter F&uuml;hrung Deutschlands besser verkaufen zu k&ouml;nnen. Denn es muss verkauft werden, noch h&auml;lt sich die Begeisterung in Grenzen &ndash; auch f&uuml;r die Selbstverst&auml;ndlichkeit, mit der Deutschland als europ&auml;ische F&uuml;hrungsmacht in Stellung gebracht wird.</p>
<p>Die politische Kultur eines Nachkriegseuropas, das aus zwei Weltkriegen lernen wollte, geht vor die Hunde. Im Namen von Frieden und Demokratie wird nicht nur eine beispiellose Militarisierung auf Kosten des Sozialstaats, sondern auch ein Angriff auf demokratische Prozesse und die f&uuml;r sie notwendige kritische &Ouml;ffentlichkeit betrieben. &sbquo;Westliche Werte&lsquo; werden im selben Atemzug bem&uuml;ht und kassiert. Dabei sind die autorit&auml;ren Dynamiken offenkundig: Sp&auml;testens seit dem Gaza-Krieg wird in Deutschland doppelten Ma&szlig;st&auml;ben bei der Anwendung des V&ouml;lkerrechts genauso offen das Wort geredet wie einer Staatsr&auml;son, die die Meinungsfreiheit obrigkeitsstaatlich begrenzt. Wer so agiert, verteidigt aber nicht die Demokratie, sondern schafft beste Voraussetzungen f&uuml;r das Gedeihen eines autorit&auml;ren Charakters. Die extreme Rechte in Europa wird folgerichtig in diesen Kampf eingemeindet, sofern sie sich nur gen&uuml;gend vom Kreml und vom Antisemitismus abgrenzt.</p>
<h3>&hellip;es kommt darauf an, ihn zu beenden</h3>
<p>Ein Ausstieg aus dieser Sackgasse von Krieg und Aufr&uuml;stung scheint heute illusorisch. Doch zugleich ist er unumg&auml;nglich, um nicht zu sagen: &uuml;berlebensnotwendig.</p>
<p>Gefragt ist eine neue <em>internationalistische Debatte</em>. Eine Perspektive, die sich den nationalen Logiken, der geopolitischen Lagerbildung und der Neuauflage eines Kampfes der Kulturen widersetzt. Eine neue internationale Solidarit&auml;t mit all jenen, die sich &ndash; hier wie dort &ndash; ein Ende des Krieges w&uuml;nschen. Sie begr&uuml;ndet sich in der gemeinsamen Position russischer, ukrainischer, pal&auml;stinensischer, israelischer, europ&auml;ischer und anderer Gegner:innen des Krieges. Es gibt sie, auch wenn sie leise sind oder stumm geschaltet werden.</p>
<p>Gefragt ist au&szlig;erdem eine neue europ&auml;ische Idee. Ein gro&szlig;er Entwurf, der den nicht minder gro&szlig;en Entwurf des Krieges herausfordert. Seine Schaffung w&auml;re Aufgabe und Prozess all jener, auf die es in diesen Zeiten so sehr ankommt, die aber paralysiert scheinen &ndash; oder sogar schon ihren Platz im Stellungskrieg eingenommen und dies teils mit antiautorit&auml;ren oder antifaschistischen Argumenten ausgeschm&uuml;ckt haben. Dabei ist die Verweigerung der Logik des Krieges heute Friedensarbeit und Demokratieverteidigung gleicherma&szlig;en.</p>
<p>Eine<em> internationale Anti-Kriegs-Bewegung</em> ist &uuml;berf&auml;llig. Sie hat es nicht n&ouml;tig, die Verharmlosung der russischen Verbrechen zu betreiben, um gleichzeitig die gedankenlose Fortsetzung und Eskalation des Krieges im Namen des Guten zu kritisieren. Dass Russland im Februar 2022 die Ukraine &uuml;berfallen und die Spirale der Eskalation in Gang gesetzt hat, ist eine Tatsache. Doch heute, bald f&uuml;nf Jahre sp&auml;ter, stellt sich nicht nur die Frage, wer angefangen hat. Die ebenso dr&auml;ngende Frage lautet: Wie k&ouml;nnen dieser Krieg und seine Herrschaft &uuml;ber unsere Gesellschaften, unsere Gedanken und unsere Leben beendet werden?</p>
<p style="text-align: right;"><em>medico international zum 1. September 2026</em></p>
<p class="quelle">Quelle: <a href="http://www.medico.de/">medico international</a> - Pressemitteilung vom 31.08.2026.</p>]]>
   </content>
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   <title>Zum Antikriegstag: Tolstois Lesetexte gegen den Krieg</title>
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   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15614</id>
   
   <published>2026-08-31T08:17:12Z</published>
   <updated>2026-08-31T09:54:29Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Vorbemerkung: Die Tolstoi-Friedensbibliothek, zu deren Kooperationspartnern &quot;Frieden wagen e.V.&quot; z&auml;hlt, erschlie&szlig;t seit 2023 die Werke des russischen Friedensbotschafters Leo N....]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   </author>
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   <category term="2214" label="Antikriegstag" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2260" label="Leo Tolstoi" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2210" label="Peter Bürger" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="4745" label="Tolstoi-Friedensbibliothek" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Vorbemerkung: Die Tolstoi-Friedensbibliothek, zu deren  Kooperationspartnern &quot;Frieden wagen e.V.&quot; z&auml;hlt, erschlie&szlig;t seit  2023 die Werke des russischen Friedensbotschafters Leo N. Tolstoi  (1828-1910). In seinem 1904-1906 bearbeiteten &quot;Lesezyklus f&uuml;r alle Tage&quot;  stellte der Dichter f&uuml;r besondere Kalenderbl&auml;tter ausgew&auml;hlte und  eigene Texte wider den Wahnsinn der massenm&ouml;rderischen Milit&auml;rapparate  zusammen. Nachfolgend wird eine Auswahl dargeboten.&nbsp;Zum Antikriegstag 2026&nbsp;werden nachfolgend&nbsp;Zitate und Sentenzen zum Wahnsinn des milit&auml;rischen Massenmordens&nbsp;von Tolstoi&nbsp;&nbsp;erneut pr&auml;sentiert,&nbsp;der vor dem 1. Weltkrieg  Friedensarbeiter:innen auf der ganzen Welt inspiriert hat.&nbsp;</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Zitate und Sentenzen zum Wahnsinn des milit&auml;rischen Massenmordens &ndash; erneut dargeboten zum Antikriegstag 2026</h3>
<p><strong>Von Leo N. Tolstoi</strong></p>
<p>[Vorbemerkung: Die Tolstoi-Friedensbibliothek, zu deren Kooperationspartnern &quot;Frieden wagen e.V.&quot; z&auml;hlt (<a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015610.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015610.html</a>), erschlie&szlig;t seit 2023 die Werke des russischen Friedensbotschafters Leo N. Tolstoi (1828-1910). In seinem 1904-1906 bearbeiteten &quot;Lesezyklus f&uuml;r alle Tage&quot; stellte der Dichter f&uuml;r besondere Kalenderbl&auml;tter ausgew&auml;hlte und eigene Texte wider den Wahnsinn der massenm&ouml;rderischen Milit&auml;rapparate zusammen. Nachfolgend wird eine Auswahl dargeboten. &ndash; Am Antikriegstag 2026 erinnert auch das Emder Friedensforum in einer Vortragsveranstaltung <a href="https://www.friedenskooperative.de/termine/der-andere-tolstoi-ein-botschafter-des-friedens-aus-russland">https://www.friedenskooperative.de/termine/der-andere-tolstoi-ein-botschafter-des-friedens-aus-russland</a> an den weithin unbekannten &quot;anderen Tolstoi&quot;, der vor dem 1. Weltkrieg Friedensarbeiter:innen auf der ganzen Welt inspiriert hat.]</p>
<div class="frame1">
<h3>Inhalt</h3>
<p>&nbsp; &nbsp; A. Der Krieg ist keine Elementar-, sondern eine rein menschliche Erscheinung</p>
<p>&nbsp; &nbsp; B. Krieg ist ein von Menschen genehmigtes Verbrechen</p>
<p>&nbsp; &nbsp; C. Die Sinnlosigkeit moderner Kriege</p>
<p>&nbsp; &nbsp; D. Das Gewissen der Menschheit spricht deutlich, dass Kriege nicht bestehen d&uuml;rfen</p>
<p>&nbsp; &nbsp; E. Das Milit&auml;r verdirbt die Menschen</p>
</div>
<h3>A. Der Krieg ist keine Elementar-, sondern eine rein menschliche Erscheinung</h3>
<p><img src="/magazin/media/img/Tolstoi-Bildnis.jpg" width="280" height="408" vspace="10" hspace="10" align="left" title="Portr&auml;t Tolstois aus seinen letzten Lebensjahren; aufgenommen W. G. Tschertkow (1854-1936); wikimedia.commons.org" class="imgcaption; floatl" alt="" />1. ǀ Es gibt keine solche Gr&auml;uel, welche ein Mensch nicht ver&uuml;ben k&ouml;nnte, der in seiner Seele beschlossen hat, dass dasjenige, was er tut, eine von ihm unabh&auml;ngige Elementarerscheinung sei. Ein solcher Mensch ist krank: vor ihm muss man sich h&uuml;ten, einen solchen muss man als Kranken behandeln. Ebenso hat man sich auch vor denen zu h&uuml;ten und auch die muss man als Kranke behandeln, die vom Kriege behaupten, dass er eine Elementarerscheinung sei.</p>
<p>2. ǀ Unl&auml;ngst kam aus Amerika, um seiner Dienstpflicht nachzukommen, der Soldat Gontodier. Augenscheinlich ist derselbe ein guter Staatsb&uuml;rger, weil er sich den Gesetzen seines Vaterlandes unterwirft. Er erwies sich jedoch sofort als ein schlechter Soldat, denn er erkl&auml;rte, dass ihm sein Gewissen die Waffen&uuml;bung zwecks der T&ouml;tung seines N&auml;chsten nicht gestatte. Er wurde deshalb zu drei Jahren Gef&auml;ngnis verurteilt, worauf er auch ferner bei seinem Entschluss beharrte. Er wurde dann der Sanit&auml;tsabteilung zugeteilt. Ein &auml;hnlicher Fall ereignete sich in Belfort (in allen Armeen wiederholen sich von Zeit zu Zeit ganz die n&auml;mlichen F&auml;lle). Als der Kommandierende diesen Soldaten in Belfort aufforderte, Gehorsam zu leisten, indem er sagte, in ganz Frankreich verweigere nur er allein den Dienst, antwortete derselbe: &quot;Wenn ihr ein Weizenkorn s&auml;et, so werden im n&auml;chsten Jahre zwanzig daraus &hellip;&quot;<br />
Wenn der bewaffnete Friede und der Krieg jemals vernichtet werden, so wird dies nicht durch Bestrebungen von oben geschehen. Der Krieg ist f&uuml;r gar viele vorteilhaft. Das gew&uuml;nschte Ideal wird nur dann erreicht werden, wenn alle diejenigen, die am meisten vom Kriege zu leiden haben, begreifen, dass ihr Los in ihren eigenen H&auml;nden ruht, und wenn sie zu ihrer Befreiung die Kraft des Beharrungsverm&ouml;gens anwenden. (<em>Jean Hardouin; franz&ouml;sischer Korrespondent im russisch-japanischen Krieg 1904/1905</em>)</p>
<p>3. ǀ Dass ganz Europa, ungeachtet des Fortschrittes der Zivilisation, gegenw&auml;rtig ein riesiges Milit&auml;rlager vorstellt, und dass die Kr&auml;fte des am meisten entwickelten Teiles der Menschheit auf Krieg und Vorbereitungen zu Kriegen verschwendet werden, dies haben wir zwei gro&szlig;en Erfindungen zu verdanken: der Erfindung indirekter Steuern und der Staatsanleihen. (<em>Henry George, 1839-1897; amerikanischer &Ouml;konom</em>)</p>
<p>4. ǀ Dadurch, dass wir durch unser Gebet die Teufel, welche zum Krieg aufstacheln, besiegen, dass wir die V&ouml;lker aufmuntern, die Vertr&auml;ge nicht zu brechen, die Friedensbedingungen nicht zu &uuml;bertreten, sind wir den Herrschern viel n&uuml;tzlicher, als ihre Krieger. Wir nehmen einen t&auml;tigen Anteil an der Hebung des allgemeinen Wohls, indem wir zu unsern Gebeten und Ermahnungen noch Betrachtungen und Exerzitien hinzuf&uuml;gen, durch die wir die Menschen lehren, sich von der Sinnenlust zu befreien. Ja, wir k&auml;mpfen solchergestalt mehr als irgendjemand f&uuml;r das Wohl des Kaisers. Es ist wahr, wir dienen nicht unter seinen Fahnen und werden auch nicht dienen, auch wenn er uns dazu zwingen sollte; wir streiten aber &hellip; mit guten Werken. (<em>Origines contra Celsum, Apologie, um 245 n. Chr</em>.)</p>
<p>5. ǀ Durch die Erf&uuml;llung seiner Mission gr&uuml;ndete Jesus eine neue Gesellschaft. Bis zu Christi Geburt geh&ouml;rten die V&ouml;lker einem oder mehreren Herren an, ganz so wie Viehherden ihren Besitzern angeh&ouml;ren. F&uuml;rsten und Machthaber unterdr&uuml;ckten das Volk mit dem ganzen Gewicht ihres Stolzes und ihrer Habsucht. Jesus machte diesen traurigen Zust&auml;nden ein Ende, richtete die gebeugten H&auml;upter empor und befreit die Sklaven. Er belehrt die Menschen, dass sie frei seien, weil sie gleich sind vor Gott, sowie dass einer von dem andern unabh&auml;ngig sei, dass Niemand aus sich selbst an und f&uuml;r sich Macht &uuml;ber seine Br&uuml;der habe, dass Freiheit und Gleichheit als g&ouml;ttliche Gesetze des Menschengeschlechtes unantastbar seien; dass Macht kein Recht sein k&ouml;nne; dass dieselbe in gesellschaftlicher Beziehung eine Pflicht, eine Art Dienstleistung sei, die man im Interesse der allgemeinen Wohlfahrt freiwillig auf sich nehme. So ist die Gesellschaft beschaffen, welche Jesus gr&uuml;ndete. Was aber sehen wir in der Welt? Ist es diese Lehre, die in derselben herrscht? Was sind die F&uuml;rsten der Erde &ndash; der V&ouml;lker, Diener oder Herren? Achtzehn Jahrhunderte hindurch hat ein Geschlecht dem andern die Lehre Christi &uuml;berliefert und alle behaupten, sie glaubten an diese Lehre, was aber hat sich in der Welt ge&auml;ndert? Die unterdr&uuml;ckten und leidenden V&ouml;lker harren noch immer auf die verhei&szlig;ene Befreiung, und zwar nicht etwa deshalb, weil das Wort Christi unwahr oder ohnm&auml;chtig w&auml;re, sondern weil die V&ouml;lker entweder nicht begriffen haben, dass die Verwirklichung der Lehre durch ihre eigene Anstrengung und durch festen Willen verwirklicht werden m&uuml;sse, oder weil sie, eingeschl&auml;fert in ihrer Erniedrigung, das Einzige nicht getan haben, was zum Siege f&uuml;hrt, &ndash; n&auml;mlich bereit zu sein f&uuml;r die Wahrheit zu sterben. Sie werden aber erwachen. Schon r&uuml;hrt sich etwas in ihrer Mitte: sie vernehmen schon die Stimme, die zu ihnen spricht: die Errettung ist nahe. (<em>Hugues F&eacute;licit&eacute;-Robert de Lamennais, 1782-1854; franz&ouml;sischer Theologe</em>)</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Der Mensch im allgemeinen, und besonders der Christ, ist verpflichtet am Krieg und an den Vorbereitungen dazu nicht teilzunehmen, weder pers&ouml;nlich, noch mit Geld, noch mit Er&ouml;rterungen &uuml;ber den Krieg.</p>
<h3>B. Krieg ist ein von Menschen genehmigtes Verbrechen</h3>
<p>1. ǀ Nein, ich rufe zum Zeugen das emp&ouml;rte Gewissen eines jeden Menschen an, der es gesehen hat, wie das Blut seiner Mitb&uuml;rger str&ouml;mte, oder der selbst daran schuld war, dass ein Kopf dazu nicht gen&uuml;gt, um die Last so vieler Morde zu tragen. Dazu geh&ouml;rten so viele K&ouml;pfe, als es Streitende gibt. Um f&uuml;r die Blutgesetze, welche sie anordnen, verantwortlich zu sein, m&uuml;ssten die Urheber derselben diese ihre Gesetze zum mindesten verstehen. Aber die besten Institutionen, von denen hier die Rede ist, werden nur von vor&uuml;bergehender Bedeutung sein, weil, wie ich nochmals wiederhole, Armeen und Kriege aufh&ouml;ren m&uuml;ssen, und zwar trotz der Worte eines Sophisten, den ich anderw&auml;rts widerlegt habe. Unwahr ist es, dass der Krieg selbst gegen einen Fremden geheiligt w&auml;re; unwahr ist es, dass die Erde nach Blut lechze. Der Krieg ist verflucht von Gott, ja, sogar von denjenigen, die daran teilnehmen und doch vor ihm einen geheimen Schauder empfinden. Die Erde bittet vom Himmel Wasser f&uuml;r ihre Fl&uuml;sse und reinen Tau aus den Wolken. (<em>Alfred de Vigny, 1797-1863; franz&ouml;sischer Schriftsteller</em>)</p>
<p>2. ǀ Denen, die unsern Glauben nicht verstehen und die da w&uuml;nschen, dass wir zu den Waffen greifen und f&uuml;r die gemeinschaftliche Sache Menschen t&ouml;ten sollen, k&ouml;nnen wir folgendes antworten: &quot;Eure Priester, die bei euren Idolen und Tempeln angestellt sind, bewahren ihre H&auml;nde rein, auf dass die Opfer, welche sie euren G&ouml;ttern darbringen, mit reinen, von Blut und Mord unbefleckten H&auml;nden dargebracht werden. M&ouml;ge welcher Krieg immer ausbrechen, ihr reiht sie niemals ins Heer. Beruht aber dieser Brauch auf Vernunft, ist es da nicht noch viel vern&uuml;nftiger, dass Christen, die dann, wenn andere am Schlachtfelds k&auml;mpfen, als Diener des wahren Gottes zu k&auml;mpfen haben, ihre H&auml;nde rein und unbefleckt bewahren &hellip;&quot; (<em>Origines gegen Celsius</em>)</p>
<p>3. ǀ Sondern eure Untugenden scheiden euch und euren Gott voneinander, und eure S&uuml;nden verbergen das Angesicht von euch, dass ihr nicht geh&ouml;ret werdet: denn eure H&auml;nde sind mit Blut befleckt, und eure Finger mit Untugend; eure Lippen reden Falsches, eure Zunge dichtet Unrechtes. Es ist niemand, der von Gerechtigkeit predige oder treulich richte. Man vertraut aufs Eitle, und redet Unwahrheit, mit Ungl&uuml;ck sind sie schwanger, und geb&auml;ren M&uuml;hsal. Ihr Werk ist Unrecht und ihre H&auml;nde &uuml;ben Gewalt. Ihre F&uuml;&szlig;e laufen zum B&ouml;sen, und sind schnell, unschuldig Blut zu vergie&szlig;en. Ihre Gedanken sind Unrecht, ihr Weg ist eitel Verderben und Schaden; sie kennen den Weg des Friedens nicht und ist kein Recht in ihren G&auml;ngen. Sie sind verkehrt auf ihren Stra&szlig;en; wer darauf gehet, der hat nimmer keinen Frieden. Darum ist das Recht ferne von uns, und wir erlangen die Gerechtigkeit nicht, wir harren aufs Licht, siehe, so wirdʼs finster; auf den Schein, siehe, so wandeln wir im Dunkeln. Wir tappen nach der Wand wie die Blinden, und tappen, als die keine Augen haben, wir sto&szlig;en uns im Mittage als in der D&auml;mmerung; wir sind im D&uuml;stern wie die Toten. (<em>Jesaja LIX,2-10.</em>)</p>
<p>4. ǀ Es steht gr&auml;ulich und scheu&szlig;lich im Lande: Die Propheten weissagen falsch und die Priester herrschen in ihrem Amt, und mein Volk hatʼs gern also, wie will es euch zuletzt drob gehen? (<em>Jeremia V, 30-31</em>.)</p>
<p>5. ǀ Und weil der Frevel &uuml;berhandnimmt, wird bei vielen die Liebe erkalten. (<em>Matth&auml;us-Evangelium XXIV,12.</em>)</p>
<p>6. ǀ Aber dies ist eure Stunde, und die Gewalt der Finsternis ist es. (<em>Lukas-Evangelium XXII,53.</em>)</p>
<p>7. ǀ Der Krieg ist ein Vorhang, hinter dem Menschen und V&ouml;lker geheime S&uuml;nden treiben, die sonst die Welt nicht dulden w&uuml;rde. (<em>Georg Springfield, geb. 1861; englischer Schriftsteller</em>)</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Mordtaten sind immer Freveltaten, wer sie auch genehmigen mag und welcher Art immer ihre Rechtfertigung sein mag. Und darum sind M&ouml;rder, die Mordtaten begehen oder sich zu solchen vorbereiten &ndash; Verbrecher, bez&uuml;glich derer nicht Achtung, Beifall und Bewunderung, sondern Mitleid, Verbesserung und Ins-Gewissen-reden am Platze sind.</p>
<h3>C. &quot;Die Sinnlosigkeit moderner Kriege&quot;</h3>
<p>Die Drangsale des Krieges und der Kriegsvorbereitungen stehen nicht nur in einem Missverh&auml;ltnisse zu jenen Ursachen, die zu ihrer Rechtfertigung vorgebracht werden, sondern [jene] sind zumeist so nichtig, dass sie nicht der Erw&auml;gung wert sind, und sind g&auml;nzlich unbekannt jenen, die in Kriegen zugrunde gehen.</p>
<p>1. ǀ Die Sinnlosigkeit moderner Kriege wird mit dynastischen und nationalen Interessen, mit dem europ&auml;ischen Gleichgewicht, mit der Ehre gerechtfertigt. Das Rechtfertigen der Kriege mit der Ehre ist das sonderbarste, denn es gibt kein einziges Volk, das sich nicht im Namen der Ehre mit allen Verbrechen und Sch&auml;ndlichkeiten besudelt h&auml;tte, kein einziges, das nicht im Namen der Ehre alle m&ouml;glichen Erniedrigungen erfahren h&auml;tte, wenn aber dennoch eine Ehre in den V&ouml;lkern wohnt, welch sonderbare Art also, sie mit Kriegen zu sch&uuml;tzen, d.h. mit allen jenen Missetaten, mit denen sich der einzelne nur entw&uuml;rdigen kann: mit Brand, Raub, Mordtaten &hellip; (<em>Anatole France, 1844-1924; franz&ouml;sischer Schriftsteller</em>)</p>
<p>2. ǀ Sie fragen, ob der Krieg unter zivilisierten V&ouml;lkern &quot;noch&quot; notwendig sei. Ich antworte: er ist nicht nur nicht notwendig, sondern ist niemals notwendig gewesen. Und nicht blo&szlig; das, der Krieg hat zu allen Zeiten die normale Entwicklung der Menschheit gest&ouml;rt, das Recht verletzt, den Fortschritt gehemmt.<br />
Wenn auch manchmal die Folgen der Kriege f&uuml;r die allgemeine Zivilisation Vorteile brachten, so gab es der sch&auml;dlichen Folgen umso mehr. Wir t&auml;uschen uns nur dadurch, weil nur ein Teil der sch&auml;dlichen Folgen sofort wahrnehmbar ist. Den gr&ouml;&szlig;ten Teil dieser Folgen, und zwar den wichtigsten, merken wir nicht. Darum k&ouml;nnen wir das Wort &quot;noch&quot; nicht gelten lassen. Ein Geltenlassen dieses Wortes gibt den Verteidigern des Krieges das Recht, zu behaupten, dass unser Streit mit ihnen nur eine Frage der Zeit und pers&ouml;nlicher Beurteilung sei, und unsere Kontroverse mit ihnen w&uuml;rde dann auf das Niveau herabsinken, dass wir den Krieg heute &quot;schon&quot; f&uuml;r unn&uuml;tz, w&auml;hrend sie ihn &quot;noch&quot; f&uuml;r n&uuml;tzlich halten. Sie werden gerne auf eine solche Formulierung der Frage eingehen und werden sagen, der Krieg k&ouml;nne wirklich nutzlos und sogar sch&auml;dlich werden, aber erst morgen, nicht heute. Heute aber halten sie jene schrecklichen Aderl&auml;sse an den V&ouml;lkern, die man Kriege nennt, und die immer nur zur Befriedigung pers&ouml;nlichen Ehrgeizes einer geringen Minderzahl vorgenommen werden, f&uuml;r notwendig.<br />
Denn folgendes war immer und ist auch heute &quot;noch&quot; die einzige Ursache der Kriege: Eine Minderzahl der Menschen will Macht, Ehren, Reicht&uuml;mer zum Nachteil der Massen erwerben, deren nat&uuml;rlicher Leichtsinn und deren Vorurteile, geweckt und aufrecht erhalten durch eben jene Minderzahl, dieses erm&ouml;glicht. (<em>Gaston Moch, 1859-1935; Politiker, Offizier, Schriftsteller</em>)</p>
<p>3. ǀ Es ist zum Staunen, wie dank der Diplomatie und Presse, die nichtigste Uneinigkeit zu einem heiligen Krieg Anlass geben kann. Als England und Frankreich im Jahre 1854 Russland den Krieg erkl&auml;rten, geschah dies aus einer so nichtigen Veranlassung, dass man lange in diplomatischen Protokollen nachsuchen musste, um die Ursache herauszufinden. Aber die Folgen dieses sonderbaren Missverst&auml;ndnisses waren der Tod von 500.000 guter Menschen und die Verausgabung von 5&ndash;6 Milliarden.<br />
Eigentlich gab es Ursachen zum Kriege, diese aber waren solcher Art, dass man sich zu ihnen nicht bekennen mochte. Napoleon III. wollte mit Hilfe einer Allianz mit England und eines gl&uuml;cklichen Krieges seine ungesetzliche Macht befestigen; die Russen wollten Konstantinopel erobern; die Engl&auml;nder ihren Welthandel befestigt wissen und den russischen Einfluss im Orient schw&auml;chen. Unter irgendeinem Vorwand, ist es immer der gleiche Geist der Eroberung und Gewalt. (<em>Charles Richet, 1850-1935; Mediziner, Nobelpreistr&auml;ger</em>)</p>
<p>4. ǀ Manchmal &uuml;berf&auml;llt ein Herrscher den andern aus Furcht, damit dieser ihn nicht &uuml;berfalle. Manchmal wird Krieg begonnen, weil der Feind zu stark ist, ein andermal, weil er zu schwach ist; manchmal m&ouml;chten unsere Nachbarn das haben, was wir besitzen, oder sie besitzen, was uns abgeht. Dann wird Krieg gef&uuml;hrt so lange, bis sie sich des Gew&uuml;nschten bem&auml;chtigt haben, oder uns hergeben, was wir brauchen. (<em>Jonathan Swift, 1667-1745; Ire</em>)</p>
<p>5. ǀ Bei keiner menschlichen Handlung tritt die Macht der Suggestion mit solcher Klarheit zutage, wie beim Krieg. Menschen, Millionen von Menschen, vollbringen mit Ekstase und Stolz jenes Werk, welches sie f&uuml;r dumm, abscheulich, gef&auml;hrlich, verheerend, qualvoll, verbrecherisch und unn&uuml;tz halten, kennen und wiederholen alle Argumente dagegen und fahren fort es zu tun.</p>
<p>6. ǀ M&ouml;gen sich noch so viele Menschen versammeln, um Mord zu begehen, und m&ouml;gen sie hei&szlig;en, wie sie wollen, der Mord bleibt die abscheulichste S&uuml;nde der Welt.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Die Vorw&auml;nde zum Krieg und zur Erhaltung des Heeres, welche die Regierungen vorgeben, sind stets Schirme, hinter denen sich die b&ouml;sen Antriebe zum Krieg verbergen.</p>
<h3>D. &quot;Das Gewissen der Menschheit spricht deutlich, dass Kriege nicht bestehen d&uuml;rfen&quot;</h3>
<p>Weder Schilderungen, noch Erlebnisse von Kriegsgr&auml;ueln hindern die Menschen an der Teilnahme am Krieg. Eine der Ursachen davon liegt darin, dass jedermann bei Betrachtungen &uuml;ber Kriegsgr&auml;uel unwillk&uuml;rlich zu der unausgesprochenen, unklaren &Uuml;berlegung kommt, dass wenn so etwas Gr&auml;uliches existiert und zugelassen wird, so doch wahrscheinlich auch verborgene Ursachen dazu vorhanden sind. Diese &Uuml;berlegung macht es, dass die Menschen, h&auml;ufig nicht schlechte Menschen, den Krieg verteidigen, indem sie nach seinen wohlt&auml;tigen Seiten suchen, wie nach solchen bei Elementarereignissen gesucht wird.</p>
<p>1. ǀ Es ist entsetzlich, auch nur daran zu denken, welche Katastrophe unserer unvermeidlich am Ende unseres [19.] Jahrhunderts harrt, und wir m&uuml;ssen auf sie vorbereitet sein. Im Laufe von zwanzig Jahren (nun [ca. 1904] sind es bereits mehr denn vierzig) gehen alle Anstrengungen des Wissens darauf hin, neue Zerst&ouml;rungswerkzeuge zu erfinden, und in kurzer Zeit werden einige Kanonensch&uuml;sse gen&uuml;gen, um eine ganze Armee zu vernichten. Jetzt stehen unter Waffen, nicht wie ehemals, einige tausend feiler armer Schlucker, &ndash; sondern V&ouml;lker, ganze Nationen stehen bereit, einander zu morden. Um sie zum Mord vorzubereiten, werden sie zum Hass entflammt, indem man sie versichert, dass sie gehasst werden, und friedsame Menschen glauben es, und zu jeder Stunde kann es geschehen, dass friedlichen B&uuml;rgern der scheu&szlig;liche Befehl, einander zu morden, zugeht, Gott wei&szlig;, um welcher l&auml;cherlichen Grenzbestimmung willen oder irgendwelcher Handels-, Kolonialinteressen willen, werden sie gleich wilden Tieren grausam &uuml;ber einander herfallen.<br />
Wie Schafe werden sie zur Schlachtbank gehen, werden wissen, wohin sie gehen, dass sie ihre Frauen verlassen, dass ihre Kinder hungern werden, und doch werden sie gehen, und zwar bis zu solchem Grade von wohlklingenden, l&uuml;gnerischen Reden berauscht, bis zu solchem Grade betrogen, dass sie sich einbilden, das Schlachten sei ihnen zur Pflicht geworden, und zu Gott flehen, er m&ouml;ge ihre blutigen Taten segnen. Sie werden gehen, die Saaten, die sie selbst ges&auml;t haben, zertretend, St&auml;dte, die sie aufgebaut, in Brand steckend, mit feierlichem Gesang, Freudenrufen und festlichem Musikklang, ohne Widerspruch, ergeben und dem&uuml;tig werden sie gehen, trotzdem sie &uuml;ber die Macht verf&uuml;gen, falls sie sich zu einigen verst&auml;nden, der gesunden Menschenvernunft und Br&uuml;derlichkeit an der Stelle roher diplomatischer R&auml;nke zur Herrschaft zu verhelfen. (<em>Edouard Rod, 1857-1919; Schweizer Schriftsteller)</em></p>
<p>2. ǀ Ein Augenzeuge erz&auml;hlt, was er im jetzigen russisch-japanischen Kriege [1904/05] auf dem Verdeck des &quot;Warjag&quot; sah. Der Anblick war ein entsetzlicher. &Uuml;berall Blut, Klumpen Menschenfleisch, Leichen ohne K&ouml;pfe, abgerissene H&auml;nde, ein Blutgeruch, der selbst bei denen, die daran gewohnt waren, &Uuml;belkeit weckte. Der Panzerturm war am meisten besch&auml;digt. Eine Granate war &uuml;ber ihn geplatzt und hatte den jungen Offizier get&ouml;tet, der das Gesch&uuml;tzfeuer leitete, von dem Ungl&uuml;cklichen blieb nur die zusammengekrampfte Hand, die das Instrument hielt, von den vier Mann, die um den Kommandanten waren, wurden zwei in St&uuml;cke gerissen, die anderen zwei schwer verwundet (es sind die, von denen ich berichtete, dass ihnen beide Beine amputiert wurden und nachher noch einmal amputiert werden mussten); der Kommandant kam mit einem Splitterschlag auf die Schl&auml;fe davon.<br />
Und das ist nicht alles. Die Neutralen k&ouml;nnen keine Verwundeten auf ihre Schiffe aufnehmen, weil Gangr&auml;ne und Wundfieber ansteckend sind.<br />
Gangr&auml;ne und eitrige Wundinfektionen bilden in Gemeinschaft mit Hunger, Feuersbr&uuml;nsten, Verw&uuml;stungen, Krankheiten, Typhus, Pocken auch einen Bestandteil des Kriegsruhmes. So ist der Krieg.<br />
Und dennoch hat Joseph de Maistre die Wohltaten des Krieges gepriesen: &quot;Wenn die Menschenseele infolge von Verw&ouml;hnungen ihre Plastizit&auml;t einb&uuml;&szlig;t, den Glauben verliert und in Lastern, die mit einer Hyperzivilisation Hand in Hand gehen, fault, dann kann sie nur durch Blut wieder hergestellt werden.&quot;<br />
Herr Vogue, Akademiker, ebenso wie Herr Bruneti&egrave;re sagen beinahe dasselbe.<br />
Aber die Armen, die zum Kanonenfutter dienen, haben das Recht, dem nicht beizupflichten.<br />
Leider haben sie nicht den Mut dazu. Daher alles &Uuml;bel. Von altersher gewohnt, sich hinmorden zu lassen, f&uuml;r Fragen, die sie nicht verstehen, tun sie es weiter und bilden sich ein, alles sei in der besten Ordnung.<br />
Das ist die Ursache, weshalb jetzt dort Leichen liegen, die im Wasser von Krebsen gefressen werden.<br />
Damals, als Kart&auml;tschen alles um sie herum vernichteten, waren sie wohl kaum der Meinung, es geschehe all dies zu ihrem Wohle, auf dass die Seele ihrer Zeitgenossen aufgerichtet werde, welche infolge &Uuml;berma&szlig; an Zivilisation ihre Elastizit&auml;t eingeb&uuml;&szlig;t hat.<br />
Die Ungl&uuml;ckseligen werden halt kaum Joseph de Maistre gelesen haben. Ich rate den Verwundeten, ihn in der Zwischenzeit der Verbandwechsel [dessen Ausf&uuml;hrungen] zu lesen. Dann werden sie es erfahren, dass der Krieg ebenso unentbehrlich ist, wie der Henker, da beide ein Ausdruck g&ouml;ttlicher Gerechtigkeit sind. &ndash; Und dieser gro&szlig;e Gedanke wird ihnen Trost spenden, wenn der Chirurg mit seiner S&auml;ge ihre Knochen s&auml;gt. (<em>Jean Hardouin, franz&ouml;sischer Korrespondent im russisch-japanischen Krieg 1904/1905</em>)</p>
<p>3. ǀ Der Krieg aber steht mehr in Ehren, denn je. Ein wahrer Meister in dieser Sache, der geniale M&ouml;rder Moltke, hat zur Friedensdelegation mit folgenden merkw&uuml;rdigen Worten gesprochen: &quot;Der Krieg ist ein Element der von Gott eingesetzten Ordnung. Die edelsten Tugenden des Menschen entfalten sich daselbst: der Mut und die Entsagung, die Treue, Pflichterf&uuml;llung und der Geist der Aufopferung. Ohne den Krieg w&uuml;rde die Welt in F&auml;ulnis geraten und sich im Materialismus verlieren.&quot;<br />
Also die Vereinigung in Herden von vierhunderttausend Mann, tagelanges Marschieren ohne Rast und Ruhʼ, &uuml;ber nichts nachdenken, nichts lernen, nichts lesen, niemandem n&uuml;tzlich sein, in Schmutz verfaulen, im Kot schlafen, wie das Vieh leben, in fortw&auml;hrender Bet&auml;ubung St&auml;dte pl&uuml;ndern, D&ouml;rfer in Asche legen, V&ouml;lker verw&uuml;sten, dann auf eine andere &auml;hnliche Masse von Menschenfleisch sto&szlig;end, diese angreifen, ganze Str&ouml;me von Blut vergie&szlig;en, die Felder mit zerfetztem Menschenfleisch und mit Leichenhaufen bedecken, verst&uuml;mmelt, zu Brei geschlagen werden ohne jedweden Nutzen f&uuml;r irgendjemanden und endlich irgendwo auf fremdem Felde verrecken, w&auml;hrend eure Eltern, Frau und Kinder daheim Hunger leiden &ndash; dies also hei&szlig;t die Menschen vom abscheulichen Materialismus retten. (<em>Guy de Maupassant, 1850-1893; franz&ouml;sischer Schriftsteller</em>)</p>
<p>4. ǀ Die Zeit ist vorbei, um &uuml;ber die Nachteile des Krieges zu raisonnieren. Dar&uuml;ber ist schon alles gesagt worden. Jetzt bleibt nur eines zu tun, das, womit jeder Mensch h&auml;tte beginnen sollen: das hei&szlig;t, nichts zu tun, wozu man nicht sittlich verpflichtet ist.</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Es ist nicht wahr, dass das Bestehen des Krieges seine Notwendigkeit beweist. Das Gewissen der Menschheit spricht deutlich, dass das nicht wahr ist, und dass Kriege nicht bestehen d&uuml;rfen.</p>
<h3>E. &quot;Das Milit&auml;r verdirbt die Menschen&quot;</h3>
<p>Abgesehen von allen Drangsalen und Schrecknissen des Krieges ist eines seiner gr&ouml;&szlig;ten &Uuml;bel &ndash; die Verderbtheit der Gem&uuml;ter. Wir haben Milit&auml;r, Kriegsauslagen; das muss erkl&auml;rt werden, vern&uuml;nftig kann man es nicht erkl&auml;ren, deshalb wird die Vernunft korrumpiert.</p>
<p>1. ǀ Und Mikrom&eacute;gas sagte: &quot;O ihr vern&uuml;nftigen Atome, in denen das ewige Wesen seine Kunst und Macht zum Ausdruck brachte, ihr genie&szlig;t wohl sicher die reinsten Freuden auf eurem Erdenball, denn da ihr so wenig stofflich und in so bedeutendem Ma&szlig;e geistig entwickelt seid, m&uuml;sst ihr wohl euer Leben in Liebe und Denken verbringen, denn darin beruht ja das wahre Leben der geistigen Wesen.&quot;<br />
Diese Anrede wurde von allen Philosophen mit verneinendem Kopfsch&uuml;tteln ausgenommen, und einer von ihnen, der Aufrichtigste, sagte, die gesamte Bewohnerschaft bestehe mit Ausnahme einiger wenigen geringgeachteten M&auml;nner aus lauter Dummk&ouml;pfen, Misset&auml;tern und Ungl&uuml;cklichen.<br />
&quot;Wir haben mehr Leiblichkeit, als notwendig ist, falls das B&ouml;se von der Leiblichkeit kommt, und gar zu viel von der Geistigkeit, falls das B&ouml;se von der Geistigkeit abstammt,&quot; sagte er. &quot;Gegenw&auml;rtig, zum Beispiel, t&ouml;ten Tausende bem&uuml;tzter Narren Tausende anderer, die den Turban tragen, oder sie werden von ihnen get&ouml;tet, und so geht das von undenklichen Zeiten auf der ganzen Erde zu.&quot;<br />
&quot;Ja, warum hadern denn diese kleinen Tiere?&quot;<br />
&quot;Um irgend einen kleinen Klumpen Kot, so gro&szlig; wie eure Fu&szlig;sohle,&quot; antwortete der Philosoph, &quot;und keiner von den Menschen, die sich niedermetzeln, hat auch nur das geringste Interesse f&uuml;r diesen Klumpen Kot. Es handelt sich bei ihnen nur darum, ob der, dem dieser Klumpen geh&ouml;ren wird, Sultan oder Kaiser hei&szlig;t, obzwar weder der eine noch der andere je diesen Klumpen Erde sah. Von den Tieren aber, die einander niedermetzeln, hat beinahe keiner das Tier, dessentwillen sie sich die H&auml;lse abschneiden, jemals gesehen.&quot;<br />
&quot;O die Ungl&uuml;ckseligen!&quot; rief der Syrier. &quot;Kann man sich eine derartig tolle Raserei vorstellen! wahrlich, es gel&uuml;stet mich, drei Schritte zu tun, um den Ameisenhaufen dieser l&auml;cherlichen M&ouml;rder zu zertreten.&quot;<br />
&quot;M&uuml;het euch nicht darum,&quot; wurde ihm geantwortet. &quot;&Uuml;brigens nicht sie sind zu strafen, sondern jene Barbaren, die in ihren Pal&auml;sten sitzen, den Menschenmord anordnen und Gott daf&uuml;r feierlich zu danken befehlen.&quot; (<em>Voltaire, 1694-1778</em>)</p>
<p>2. ǀ Kann es etwas Widersinnigeres geben, als dass ein Mensch das Recht hat, mich zu t&ouml;ten, weil er jenseits des Wassers wohnt und weil sein Herrscher mit dem meinigen in Streit geraten ist, obzwar ich mit ihm niemals einen Streit gehabt habe? (<em>Blaise Pascal, 1623-1662</em>)</p>
<p>3. ǀ Es wird die Zeit kommen, wo die V&ouml;lker den Unsinn des Krieges einsehen werden. &ndash; Vor vier Jahrhunderten trennte die Bewohner Nizzas und Luccas ein solch grausamer Hass, dass dieser ewig zu sein schien und dass der erb&auml;rmlichste Lasttr&auml;ger aus Nizza es f&uuml;r einen sch&auml;ndlichen Verrat erachtet h&auml;tte, irgendetwas vom ersten B&uuml;rger aus Lucca anzunehmen. Und was ist nun von diesem Hass geblieben? Was wird vom unsinnigen Hass des Preu&szlig;en gegen den Franzosen bleiben? Man kann ganz sicher &uuml;berzeugt sein, dass diese Gef&uuml;hle unseren Nachkommen so erscheinen werden, wie uns der Hass der Athener gegen die Spartaner oder der Bewohner Luccas gegen die Bewohner Nizzas erscheint. Die Menschen werden begreifen, dass sie viel wichtigere Gesch&auml;fte haben, als einander anzugreifen; dass ihre gemeinschaftlichen Feinde &ndash; Elend, Unwissenheit, Krankheiten &ndash; sind; und dass ihr M&uuml;hen gegen diese schrecklichen Drangsale, und nicht gegen ihre Ungl&uuml;cksgenossen gerichtet sein muss. (<em>Charles Richet, 1850-1935; Mediziner, Nobelpreistr&auml;ger</em>)</p>
<p>4. ǀ Die verschiedenen Staaten Europas haben eine Schuld von 130 Milliarden aufgeh&auml;uft, von denen 110 im Laufe eines Jahrhunderts gemacht worden sind. Diese ganze ungeheuere Schuld war ausschlie&szlig;lich zu Kriegszwecken gemacht. Die europ&auml;ischen Staaten halten in Friedenszeiten eine Armee von mehr denn 4 Millionen Mann instand und k&ouml;nnen diese Zahl in Kriegszeiten auf 19 Millionen bringen. Zwei Drittel ihrer Budgets werden durch Zinsenzahlen und durch den Unterhalt der Land- und Seearmeen verschlungen. (Gustave de Molinari, 1819-1912; belgischer Wirtschaftswissenschaftler)</p>
<p>5. ǀ Wenn man auf einer entfernten Insel einmal ein Volk antr&auml;fe, bei dem alle H&auml;user mit scharf geladenem Gewehr beh&auml;ngt w&auml;ren und man best&auml;ndig des Nachts Wache hielte, was w&uuml;rde ein Reisender anders denken k&ouml;nnen, als dass die ganze Insel von R&auml;ubern bewohnt w&auml;re? Ist es aber mit den europ&auml;ischen Reichen anders? &ndash; Man sieht hieraus von wie wenigem Einfluss die Religion &uuml;berhaupt auf Menschen ist, oder wenigstens, wie weit wir noch von einer wahren Religion entfernt sind. (<em>Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799; deutscher Mathematiker &amp; Schriftsteller</em>)</p>
<p style="text-align: center;">* * *</p>
<p>Versuche den Krieg oder das Bestehen des Milit&auml;rstandes weder zu rechtfertigen, noch zu widerlegen; jedes Anbringen von &uuml;berfl&uuml;ssigen Argumentationen bei einer ganz offenkundig verworfenen Sache kann nur Kopf und Herz verderben.</p>
<div class="frame1">
<p>Textquelle: TFb_B004, S. 133-150 (Internetportal <a href="https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/">https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/</a>); behutsame Angleichung der Schreibweise f&uuml;r diesen Auszug: Peter B&uuml;rger.</p>
<p><strong>Buchfassung</strong> ǀ Leo N. Tolstoi: <em><strong>Wider den Krieg</strong></em>. Ausgew&auml;hlte pazifistische Betrachtungen und Aufrufe 1899 &ndash; 1909. (= Tolstoi-Friedensbibliothek: Reihe B, Band 4). Norderstedt 2023. (ISBN: 978-3-7534-7962-0).</p>
<p><strong>Tolstoi-Friedensbibliothek Gesamtkatalog</strong>, August 2026<strong>.</strong> <a href="https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/wp-content/uploads/2026/08/Prospekt-Tolstoi-Friedensbibliothek-2026.pdf">https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/wp-content/uploads/2026/08/Prospekt-Tolstoi-Friedensbibliothek-2026.pdf</a></p>
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   <title>Kampagne kritisiert Mittelstreckenwaffen-Pläne der Bundesregierung</title>
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   <published>2026-08-27T20:45:50Z</published>
   <updated>2026-09-17T21:25:53Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Am 23. August 2026 wurden Details &uuml;ber die Pl&auml;ne des Verteidigungsministeriums bekannt. Wie Politico berichtete, sollen in den kommenden Jahren...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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      <![CDATA[<p>Am 23. August 2026 wurden Details &uuml;ber die Pl&auml;ne des Verteidigungsministeriums bekannt. Wie Politico berichtete, sollen in den kommenden Jahren 12 Mrd. &euro; in die Entwicklung und Beschaffung von landgest&uuml;tzten Mittelstreckenwaffen flie&szlig;en. Der Gro&szlig;teil, etwa 9 Mrd. &euro;, ist f&uuml;r Hyperschallwaffen eingeplant, die bis Mitte der 2030er Jahre gemeinsam mit Gro&szlig;britannien entwickelt werden sollen. Mit den restlichen Mitteln sollen schnell verf&uuml;gbare Systeme gekauft werden. Genannt werden hier die Anthem Rakete, hergestellt vom US-israelischen Unternehmen Covenant sowie zwei Systeme aus der Ukraine.</p>]]>
      <![CDATA[<p>Am 23. August 2026 wurden Details &uuml;ber die Pl&auml;ne des Verteidigungsministeriums bekannt. Wie <a href="https://www.politico.eu/article/germany-missile-program-deter-russia-vladimirputin/">Politico</a> berichtete, sollen in den kommenden Jahren 12 Mrd. &euro; in die Entwicklung und Beschaffung von landgest&uuml;tzten Mittelstreckenwaffen flie&szlig;en. Der Gro&szlig;teil, etwa 9 Mrd. &euro;, ist f&uuml;r Hyperschallwaffen eingeplant, die bis Mitte der 2030er Jahre gemeinsam mit Gro&szlig;britannien entwickelt werden sollen. Mit den restlichen Mitteln sollen schnell verf&uuml;gbare Systeme gekauft werden. Genannt werden hier die Anthem Rakete, hergestellt vom US-israelischen Unternehmen Covenant sowie zwei Systeme aus der Ukraine.</p>
<p>Im Juli wurde bekannt, dass <a href="https://www.gov.uk/government/news/joint-statement-on-the-deep-precision-strike-capability-investment-initiative-8-july-2026">zw&ouml;lf europ&auml;ische NATO-Staaten</a> in den kommenden zehn Jahren beabsichtigen, &uuml;ber 50 Mrd. US-Dollar f&uuml;r Mittelstreckenwaffen auszugeben. Deutschland w&uuml;rde demnach knapp 28 Prozent der Kosten &uuml;bernehmen.</p>
<p>Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; sieht in den Pl&auml;nen einen riskanten Schritt ohne klare Strategie und ohne Bem&uuml;hungen zur Deeskalation. Russlands Arsenal landbasierter Mittelstreckenwaffen stellt durch viele dual-f&auml;hige, d.h. wahlweise konventionell oder nuklear best&uuml;cktbare, Systeme eine gro&szlig;e Gefahr f&uuml;r Fehlkalkulationen dar. Es braucht andere Ans&auml;tze, um Russland zum Verzicht auf die Waffen zu bewegen. Einseitig auf Aufr&uuml;stung zu setzen, ist dabei kontraproduktiv.</p>
<p>Dazu sagt der Kampagnensprecher Simon B&ouml;decker: &quot;Leider l&auml;sst die Bundesregierung keinerlei Impulse f&uuml;r Abr&uuml;stungs- und R&uuml;stungskontrollinitiativen erkennen. Dabei wird dies von zivilgesellschaftlicher, <a href="https://www.friedensgutachten.de/media/2026/06/10/260610-FGA-2026-Gesamt-b.pdf">wissenschaftlicher</a> und <a href="https://www.dgb.de/fileadmin/download_center/Antr&auml;ge_23._OBK/Antrag_I02.pdf">gewerkschaftlicher</a> Seite bereits seit geraumer Zeit <a href="https://friedensfaehig.de/elementor-3727/">gefordert und von der Bev&ouml;lkerung mehrheitlich unterst&uuml;tzt.</a>&quot;</p>
<h4>&Uuml;ber die Kampagne</h4>
<p>Die Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; ist ein Zusammenschluss von 56 Organisationen aus der Zivilgesellschaft. Die Kampagne protestiert gegen die R&uuml;ckkehr landgest&uuml;tzter Raketen und Marschflugk&ouml;rper nach Europa, kl&auml;rt &uuml;ber ihre Risiken und Gefahren auf und fordert ein internationales Abkommen zur Begrenzung landgest&uuml;tzter Mittelstreckenwaffen.</p>
<p>Weitere Informationen zur Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig. F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!&quot; finden Sie unter: <a href="https://friedensfaehig.de/">friedensfaehig.de</a>.&nbsp;</p>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;<a href="https://friedensfaehig.de/">Kampagne &quot;Friedensf&auml;hig statt erstschlagf&auml;hig: F&uuml;r ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen&quot;</a> - Pressemitteilung vom 26.08.2026.</p>]]>
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   <title>Sozialforum in Cotonou: Agnoletto: &quot;Afrika baut Widerstand gegen den globalen Neoliberalismus auf&quot;</title>
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   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15613</id>
   
   <published>2026-08-23T20:51:28Z</published>
   <updated>2026-08-25T21:30:03Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Aus Benin kommt eine Botschaft, die weit &uuml;ber die Grenzen Afrikas hinausreicht: Frieden l&auml;sst sich nicht von sozialer Gerechtigkeit, dem...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   </author>
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      <![CDATA[<p>Aus Benin kommt eine Botschaft, die weit &uuml;ber die Grenzen Afrikas  hinausreicht: Frieden l&auml;sst sich nicht von sozialer Gerechtigkeit, dem  Schutz des Landes und der Befreiung der V&ouml;lker von neuen Formen des  wirtschaftlichen Kolonialismus trennen. Dies ist die Erkenntnis, die  sich aus dem XVII. Weltsozialforum in Cotonou ergibt. Bei dieser  Veranstaltung kamen Hunderte afrikanische Organisationen und  internationale Bewegungen zusammen, die sich gegen Rohstoffraub, Kriege  und Neoliberalismus engagieren.&nbsp;Von Laura Tussi.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong>Von Laura Tussi</strong></p>
<p><strong>Aus Benin kommt eine Botschaft, die weit &uuml;ber die Grenzen Afrikas hinausreicht: Frieden l&auml;sst sich nicht von sozialer Gerechtigkeit, dem Schutz des Landes und der Befreiung der V&ouml;lker von neuen Formen des wirtschaftlichen Kolonialismus trennen. Dies ist die Erkenntnis, die sich aus dem XVII. Weltsozialforum in Cotonou ergibt. Bei dieser Veranstaltung kamen Hunderte afrikanische Organisationen und internationale Bewegungen zusammen, die sich gegen Rohstoffraub, Kriege und Neoliberalismus engagieren.</strong></p>
<p>Zu den Hauptakteuren des Forums geh&ouml;rte Vittorio Agnoletto, der langj&auml;hrige Sprecher des Genua-Sozialforums. Er schildert, wie Afrika heute eine der fortschrittlichsten Keimzellen f&uuml;r eine neue Ann&auml;herung zwischen Bauern-, Gewerkschafts-, Umwelt-, Frauen- und Friedensbewegungen darstellt. Eine Ann&auml;herung, die gerade wegen ihrer politischen Kraft bereits vor der offiziellen Er&ouml;ffnung der Veranstaltung mit Repression seitens der beninischen Beh&ouml;rden konfrontiert war.</p>
<h3>Frieden beginnt mit der Erde</h3>
<p>Das politische Herzst&uuml;ck des Forums war der von den Karawanen ausgearbeitete Aufruf mit dem Titel <em>&quot;Frieden auf der Erde, Frieden mit der Erde&quot;</em>. Diese Karawanen waren aus elf westafrikanischen L&auml;ndern aufgebrochen und nach einem langen Mobilisierungsprozess in Cotonou zusammengekommen.</p>
<p>&quot;Der Aufruf&quot;, erkl&auml;rt Agnoletto, &quot;entstand aus der Versammlung der Karawanen, in denen sich Aktivist:innen zusammengeschlossen haben, die sich f&uuml;r den Schutz des Landes und die Wahrung der Ern&auml;hrungssouver&auml;nit&auml;t einsetzen. Er ist das Ergebnis von zehn Jahren Arbeit der Bewegung f&uuml;r die globale Konvergenz der K&auml;mpfe um Land und Wasser in Westafrika.&quot;</p>
<p>Es handelt sich um eine sehr konkrete politische Plattform, die Land Grabbing &ndash; die Aneignung von Land durch multinationale Konzerne &ndash;, die Last illegitimer Schulden sowie ein Wirtschaftsmodell anprangert, das Wasser, Boden und Saatgut in Waren verwandelt. &quot;Wenn das Forum vom Frieden mit der Erde spricht&quot;, f&uuml;gt Agnoletto hinzu, &quot;setzt es sich f&uuml;r eine Vers&ouml;hnung zwischen Menschen, Lebewesen und der Umwelt ein. Der Schutz der Gemeing&uuml;ter wird zur Voraussetzung daf&uuml;r, sowohl die &ouml;kologische Zerst&ouml;rung als auch die durch das derzeitige Entwicklungsmodell verursachten Ungleichheiten zu &uuml;berwinden.&quot;</p>
<p>F&uuml;r den langj&auml;hrigen Sprecher des Sozialforums von Genua besteht die gro&szlig;e Neuheit gerade darin, &Ouml;kologie und soziale Fragen in einem einzigen gemeinsamen Kampf zu vereinen.</p>
<h3>Der Neoliberalismus als neue Form der Kolonialisierung</h3>
<p>&quot;In Cotonou&quot;, berichtet Agnoletto, &quot;hatte man den Eindruck, Zeuge der Entstehung einer panafrikanischen Bewegung zu werden, die &ndash; in Anlehnung an die Unabh&auml;ngigkeitsk&auml;mpfe der 1960er-Jahre &ndash; heute ihre Autonomie und Unbeugsamkeit gegen&uuml;ber dem Neoliberalismus einfordert. Dieser reproduziert Abh&auml;ngigkeitsverh&auml;ltnisse durch die Ausbeutung nat&uuml;rlicher Ressourcen und die finanzielle Kontrolle &uuml;ber afrikanische Gebiete.</p>
<p>Es ist kein Zufall, dass die zentrale Botschaft des Forums der Kampf f&uuml;r die kulturelle und wirtschaftliche Entkolonialisierung war. Dieser Konflikt ist unvermeidlich, da er auch einen Gro&szlig;teil der afrikanischen Regierungen betrifft, die heute untergeordnete Partner der globalen Wirtschafts- und Finanzzentren sind.</p>
<p>Diese Kritik macht auch vor der internationalen Zusammenarbeit nicht Halt. Auch sie muss dekolonisiert werden: Die Entscheidungen, Ziele und Priorit&auml;ten m&uuml;ssen von denjenigen festgelegt und verwaltet werden, die in diesen Gebieten leben &ndash; nicht von denen, die von au&szlig;en kommen, und schon gar nicht von den Gebern.&quot;</p>
<p>Agnoletto stellt fest, dass Kriege, Klimawandel und die Verarmung der Bev&ouml;lkerung eng miteinander verflochten sind.</p>
<p>&quot;Kriege verst&auml;rken die globalen Ungleichheiten und werden zu einem Instrument, durch das neue Beziehungen wirtschaftlicher Herrschaft gefestigt werden. Massa Kon&egrave;, der charismatische Anf&uuml;hrer der Convergenza, eines Netzwerks von Landbewegungen, das derzeit in ganz Westafrika und perspektivisch auf dem gesamten Kontinent aktiv ist, hat dies in seiner Rede auf der Abschlussversammlung sehr gut erkl&auml;rt: &quot;Sie wollen ihre Kultur weltweit durchsetzen und sie Zivilisation nennen. Frieden ist die Grundlage f&uuml;r eine wahrhaft nachhaltige Entwicklung. Die Kriege, die heute in Afrika toben, sind nicht unsere Kriege. Wir wollen einen afrikanischen Kontinent, auf dem keine Visa erforderlich sind, um Grenzen zu &uuml;berschreiten, denn nur die Beziehungen zwischen verschiedenen Bev&ouml;lkerungsgruppen schaffen Wissen und Zusammenleben.&quot;</p>
<p>Afrika pr&auml;sentiert sich somit nicht nur als Opfer des zeitgen&ouml;ssischen Kolonialismus, sondern auch als Akteur, der in der Lage ist, eine politische Alternative zu entwickeln, die auf Gemeing&uuml;tern und der Souver&auml;nit&auml;t der V&ouml;lker basiert.</p>
<h3>Warum das Forum der Regierung von Benin Angst machte</h3>
<p>Die Beh&ouml;rden von Benin hatten zun&auml;chst untersagt, die Universit&auml;t f&uuml;r die Veranstaltung zu nutzen. Sie stoppten einige Karawanen und schickten Aktivist:innen aus Haiti und Europa in ihre Heimatl&auml;nder zur&uuml;ck. &quot;Diese Repression war kein Zufall&rdquo;, erkl&auml;rt Agnoletto. &quot;Mehr als 80 % der Veranstaltungen organisierten afrikanische Organisationen. Afrika stand im Mittelpunkt der politischen Debatte.&quot; Und genau diese zentrale Rolle Afrikas hat die Machthaber beunruhigt.</p>
<p>&quot;Diese Bewegungen stellen nationale Regierungen infrage, die oft vollst&auml;ndig den Interessen westlicher Konzerne und Gro&szlig;m&auml;chte untergeordnet sind.&quot;</p>
<p>Das Forum f&uuml;hrte zu einer &quot;doppelten Konvergenz&quot;: einerseits zwischen verschiedenen Bewegungen &ndash; B&auml;uer:innen, Gewerkschaften, Umweltsch&uuml;tzer:innen sowie feministischen und pazifistischen Netzwerken &ndash;, andererseits zwischen Organisationen aus zahlreichen L&auml;ndern West- und Zentralafrikas, die gemeinsame K&auml;mpfe weit &uuml;ber nationale Grenzen hinweg f&uuml;hren.</p>
<p>&quot;Diese doppelte Konvergenz macht den lokalen Machthabern Angst. Die Botschaft der Regierung war klar: Die Bewegungen sollten daran erinnert werden, wer die Macht hat. Erst als die Repression internationale Kritik hervorrief, durfte das Forum fortgesetzt werden.</p>
<p>Die politische Lage in Benin ist von einem besorgniserregenden autorit&auml;ren R&uuml;ckschritt gepr&auml;gt. Dieser zeigt sich im Ausschluss zahlreicher Parteien von den Wahlen und in der Einrichtung eines ernannten Senats, der die Rolle der repr&auml;sentativen Institutionen einschr&auml;nken soll.</p>
<h3>Das Fehlen des Westens und die Rolle der Jugend</h3>
<p>Eine Schw&auml;che war die geringe Beteiligung westlicher Bewegungen, die die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent untersch&auml;tzt haben. F&uuml;r Agnoletto gab es noch eine weitere Schw&auml;che des Forums: &quot;Die Erfahrungen der Generation Z, die beeindruckende Proteste in Bangladesch, Indonesien, auf den Philippinen, aber auch in Kenia, Madagaskar und Marokko angef&uuml;hrt hat, sollten viel eingehender untersucht werden. Im Forum spielten diese Erfahrungen jedoch nur eine Nebenrolle.&quot;</p>
<p>Diese Mobilisierungen bieten, wie er bemerkt, einen nat&uuml;rlichen Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r den Aufbau internationaler Netzwerke und k&ouml;nnten einer heute zersplitterten globalen Bewegung neuen Schwung verleihen.</p>
<h3>&quot;Die Zeit dr&auml;ngt: Wir m&uuml;ssen wieder ein &sbquo;Wir&lsquo; aufbauen.&quot;</h3>
<p>F&uuml;nfundzwanzig Jahre nach Porto Alegre und Genua regt das Sozialforum von Cotonou auch zum Nachdenken &uuml;ber die Zukunft der globalisierungskritischen Bewegung selbst an. Laut Agnoletto &quot;sendet uns das Forum eine klare Botschaft: Die menschlichen Kr&auml;fte, um das Schicksal der Welt zu ver&auml;ndern, sind vorhanden. Doch es reicht nicht aus, sich alle zwei oder drei Jahre zu treffen: Wir brauchen gemeinsame Strategien und Mobilisierungen, globale K&auml;mpfe.&quot;</p>
<p>Dies erinnert unweigerlich an den 15. Februar 2003, als &uuml;ber hundert Millionen Menschen gegen den Irakkrieg demonstrierten.</p>
<p>&quot;Seitdem&quot;, erinnert sich Agnoletto, &quot;ist es uns nicht mehr gelungen, eine weltweite Bewegung dieser St&auml;rke aufzubauen, w&auml;hrend das Finanzkapital immer mehr Macht in den H&auml;nden einiger weniger konzentriert hat. Wir m&uuml;ssen unsere Organisation neu &uuml;berdenken, um die K&auml;mpfe zu koordinieren, denn der Gegner ist ein und derselbe. Dieses Ziel zu erreichen, ist heute eine Voraussetzung f&uuml;r das &Uuml;berleben des Planeten und aller Lebewesen.&quot;</p>
<p>Das Sozialforum von Cotonou endet somit mit einer gemeinsamen &Uuml;berzeugung der anwesenden Bewegungen. Der Aufbau eines neuen Internationalismus der V&ouml;lker erfordert die Verteidigung des Friedens, der Erde und der Gemeing&uuml;ter gegen jede Form neoliberaler Ausbeutung und Herrschaft. Notwendig ist aber auch, den Eurozentrismus endg&uuml;ltig zu &uuml;berwinden &ndash; ebenso wie die nach wie vor tief verwurzelte &Uuml;berheblichkeit, unser Teil der Welt k&ouml;nne den anderen etwas beibringen.</p>
<p>Jetzt ist der Moment f&uuml;r gegenseitiges Zuh&ouml;ren und gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen den sozialen Bewegungen auf allen Kontinenten.</p>
<div class="info4">
<p><strong>Laura Tussi.&nbsp;</strong>Die Dozentin, Journalistin und Forscherin besch&auml;ftigt sie sich mit gewaltfreier und interkultureller P&auml;dagogik. Sie hat f&uuml;nf Masterabschl&uuml;sse in Erwachsenenbildung und p&auml;dagogischer Beratung im Bereich der Erziehungs- und Bildungswissenschaften erworben.</p>
</div>
<p class="quelle">Quelle: <a href="https://www.pressenza.com/de">Pressenza</a>               - 23.08.2026.&nbsp;Die &Uuml;bersetzung aus dem Italienischen wurde von Kornelia Henrichmann vom ehrenamtlichen Pressenza-&Uuml;bersetzungsteam erstellt.&nbsp;Eine             Vervielf&auml;ltigung oder  Verwendung des Textes in    anderen           elektronischen      oder  gedruckten Publikationen ist  unter                             Ber&uuml;cksichtigung    der Regeln von <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)</a> m&ouml;glich.</p>
<p><strong>Weblink:</strong></p>
<ul>
    <li><a href="https://weltsozialforum.org/">weltsozialforum.org - das deutschsprachige Informationsportal zur weltweiten<br />
    Sozialforum-Bewegung</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>]]>
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   <title>Neu erschienen: Rundbrief &quot;Frieden wagen&quot; 129</title>
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   <published>2026-08-21T10:25:12Z</published>
   <updated>2026-08-21T10:52:07Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[In verschiedenen Nachrichten dieses Rundbriefs werden Ver&auml;nderungen thematisiert, die es im Zuge der Umbenennung unseres Vereins in Frieden wagen e.V....]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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      <![CDATA[<p><img src="/magazin/media/img/rundbrief129.png" width="225" height="316" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />In verschiedenen Nachrichten dieses Rundbriefs werden Ver&auml;nderungen  thematisiert, die es im Zuge der Umbenennung unseres Vereins in <em>Frieden wagen e.V.</em> gegeben hat. Unter anderem geht es um die neue Website &quot;Frieden wagen.org&quot; (<a href="https://www.frieden-wagen.org">www.frieden-wagen.org</a>),  die gerade ver&ouml;ffentlicht wurde. Mit dem Brecht-Zitat &quot;Was ist der  Mensch ohne einen Pass?&quot; berichtet Katrin Warnatzsch &uuml;ber Erfahrungen  aus der Begleitung und Unterst&uuml;tzung von Menschen, die aus Afghanistan  in unser Land gefl&uuml;chtet sind. Martin S&ouml;kefeld kommentiert den  kalkulierten Tabubruch, dass nun erstmals die schwarz-rote Koalition  auch wieder einen Afghanen abgeschoben hat, der zu keiner Straftat  verurteilt war. Michael Schmid rezensiert das Buch von Bruno Kern &quot;&hellip; Den  Krieg gr&uuml;ndlich verlernen&quot; und empfiehlt es zum Lesen. Ver&ouml;ffentlicht  wird ebenfalls eine weitere engagierte Rede des ehemaligen  Betriebsseelsorgers Paul Schobel, in der er vor einem Atomkrieg und vor  Kriegen &uuml;berhaupt warnt. Abschlie&szlig;end folgen Hinweise auf verschiedene  Demonstrationen gegen Hochr&uuml;stung und Krieg, gegen jede Form der  Reaktivierung der Wehrpflicht und gegen NATO-Atomkriegsman&ouml;ver und f&uuml;r  Frieden, die diesen Herbst hoffentlich mit gro&szlig;er Beteiligung  stattfinden werden.</p>]]>
      <![CDATA[<p><img src="/magazin/media/img/rundbrief129.png" width="280" height="393" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />In verschiedenen Nachrichten dieses Rundbriefs werden Ver&auml;nderungen thematisiert, die es im Zuge der Umbenennung unseres Vereins in <em>Frieden wagen e.V.</em> gegeben hat. Unter anderem geht es um die neue Website &quot;Frieden wagen.org&quot; (<a href="https://www.frieden-wagen.org">www.frieden-wagen.org</a>), die gerade ver&ouml;ffentlicht wurde. Mit dem Brecht-Zitat &quot;Was ist der Mensch ohne einen Pass?&quot; berichtet Katrin Warnatzsch &uuml;ber Erfahrungen aus der Begleitung und Unterst&uuml;tzung von Menschen, die aus Afghanistan in unser Land gefl&uuml;chtet sind. Martin S&ouml;kefeld kommentiert den kalkulierten Tabubruch, dass nun erstmals die schwarz-rote Koalition auch wieder einen Afghanen abgeschoben hat, der zu keiner Straftat verurteilt war. Michael Schmid rezensiert das Buch von Bruno Kern &quot;&hellip; Den Krieg gr&uuml;ndlich verlernen&quot; und empfiehlt es zum Lesen. Ver&ouml;ffentlicht wird ebenfalls eine weitere engagierte Rede des ehemaligen Betriebsseelsorgers Paul Schobel, in der er vor einem Atomkrieg und vor Kriegen &uuml;berhaupt warnt. Abschlie&szlig;end folgen Hinweise auf verschiedene Demonstrationen gegen Hochr&uuml;stung und Krieg, gegen jede Form der Reaktivierung der Wehrpflicht und gegen NATO-Atomkriegsman&ouml;ver und f&uuml;r Frieden, die diesen Herbst hoffentlich mit gro&szlig;er Beteiligung stattfinden werden.</p>
<p>Wir hoffen, der neue Rundbrief st&ouml;&szlig;t auf Ihr/Dein Interesse.&nbsp;Bitte hier herunterladen:</p>
<ul>
    <li><a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/rundbrief129.pdf">Rundbrief 129</a>&nbsp;(August 2026 - 891 KB)</li>
</ul>
<p>Herzliche Einladung zu unserer 14. Tagung 2026 &quot;We shall overcome! - Gewaltfrei aktiv f&uuml;r die Vision einer Welt ohne Gewalt und Unrecht&quot; am 17. Oktober 2026 in Reutlingen, u.a. mit Jacqueline Andres und Bruno Kern: <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/aktionen/015548.html">Infos</a></p>
<hr />
<p>Frieden wagen e.V. (bisher: Lebenshaus Schw&auml;bische Alb e.V.)<br />
Teckstr. 59 | 73207 Plochingen | Tel.: 0 71 53 / 40 66 413 | info@frieden-wagen.org&nbsp;<br />
<br />
Internet:</p>
<p style="margin-left: 40px;"><a href="https://www.frieden-wagen.org ">https://www.frieden-wagen.org&nbsp;</a><br />
<a href="https://www.lebenshaus-alb.de ">https://www.lebenshaus-alb.de&nbsp;</a><br />
<a href="https://www.kriegsdienstverweigerer-geschichten.de">https://www.kriegsdienstverweigerer-geschichten.de</a></p>
<p>Spendenkonto: Frieden wagen e.V.<br />
Bank: GLS Bank eG&nbsp;<br />
IBAN: DE36 4306 0967 8023 3348 00&nbsp;<br />
BIC:&nbsp; &nbsp; GENODEM1GLS</p>]]>
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   <title>Bruno Kern: &quot;… den Krieg gründlich verlernen&quot;</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015611.html" />
   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15611</id>
   
   <published>2026-08-19T05:25:14Z</published>
   <updated>2026-08-21T05:44:00Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[In einer Zeit einer atemberaubenden Aufr&uuml;stung und der fulminanten Umsetzung des politischen Gro&szlig;projekts &quot;Kriegst&uuml;chtigkeit&quot; kann es einem Pazifisten schon regelrecht...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/buchrezensionen" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
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   <category term="2200" label="Michael Schmid" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>In einer Zeit einer atemberaubenden Aufr&uuml;stung und der fulminanten  Umsetzung des politischen Gro&szlig;projekts &quot;Kriegst&uuml;chtigkeit&quot; kann es einem  Pazifisten schon regelrecht schwindelig werden und es k&ouml;nnen Gef&uuml;hle  von Einsamkeit aufsteigen. Das l&auml;sst durchaus eine ausgepr&auml;gte Sehnsucht  nach Menschen entstehen, mit denen man sich noch auf einem gemeinsamen  Weg befindet. Und nach solchen, die &ouml;ffentlich ihre Stimme erheben und  diesem Militarisierungs- und Kriegskurs deutlich widersprechen. Deshalb  weckt es nat&uuml;rlich mein Interesse, wenn der r&uuml;hrige <em>B&uuml;chner Verlag</em> aus Marburg ein Buch von Bruno Kern herausgibt, das bereits mit dem Titel postuliert: <em>&quot;&hellip; den Krieg gr&uuml;ndlich verlernen&quot;.</em> Ein Buch dieses Autors interessiert mich umso mehr, weil ich seine letzten B&uuml;cher <em>Das M&auml;rchen vom gr&uuml;nen Wachstum</em> und <em>Industrielle Abr&uuml;stung jetzt! </em>bereits mit gr&ouml;&szlig;tem Interesse gelesen und als sehr anregend empfunden habe. Von Michael Schmid.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong>Von Michael Schmid - Rezension</strong></p>
<p><img src="/magazin/media/img/Umschlag-Kern.jpg" width="280" height="396" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />In einer Zeit einer atemberaubenden Aufr&uuml;stung und der fulminanten Umsetzung des politischen Gro&szlig;projekts &quot;Kriegst&uuml;chtigkeit&quot; kann es einem Pazifisten schon regelrecht schwindelig werden und es k&ouml;nnen Gef&uuml;hle von Einsamkeit aufsteigen. Das l&auml;sst durchaus eine ausgepr&auml;gte Sehnsucht nach Menschen entstehen, mit denen man sich noch auf einem gemeinsamen Weg befindet. Und nach solchen, die &ouml;ffentlich ihre Stimme erheben und diesem Militarisierungs- und Kriegskurs deutlich widersprechen. Deshalb weckt es nat&uuml;rlich mein Interesse, wenn der r&uuml;hrige <em>B&uuml;chner Verlag</em> aus Marburg ein Buch von Bruno Kern herausgibt, das bereits mit dem Titel postuliert: <em>&quot;&hellip; den Krieg gr&uuml;ndlich verlernen&quot;.</em> Ein Buch dieses Autors interessiert mich umso mehr, weil ich seine letzten B&uuml;cher <em>Das M&auml;rchen vom gr&uuml;nen Wachstum</em> und <em>Industrielle Abr&uuml;stung jetzt! </em>bereits mit gr&ouml;&szlig;tem Interesse gelesen und als sehr anregend empfunden habe.</p>
<p>Das Buch <em>&quot;&hellip; den Krieg gr&uuml;ndlich verlernen&quot;</em> ist in folgende sechs Kapitel untergliedert, die wie folgt &uuml;berschrieben sind: <em>&quot;&hellip; wie die Wolke den Regen&quot;?</em> Kapitalismus und Krieg (1), <em>Klimaschutz hei&szlig;t Pazifismus hei&szlig;t Klimaschutz.</em> Radikaler Abschied von jeder milit&auml;rischen Logik (2), <em>Die L&uuml;ge von der Zeitenwende</em>. Lehrst&uuml;ck Ukraine (3), <em>Herrschaftsideologien und Gewaltmythen</em> (4), <em>Wider die Nekrophilie.</em> Ethik des Friedens (5) und <em>Schwerter zu Pflugscharen.</em> Religion als Sinnressource und Motivation pazifistischen Handelns? (6).</p>
<p>Die zentrale These, die Bruno Kern in diesem Buch vertritt, lautet: Wenn wir uns noch eine geringe Chance bewahren wollen, die &Uuml;berlebenskrise der Menschheit zu bew&auml;ltigen, dann m&uuml;ssen wir uns zugleich von jeder milit&auml;rischen Logik radikal verabschieden. Allein aus &ouml;kologischen Gr&uuml;nden k&ouml;nnen wir uns R&uuml;stung, Milit&auml;r und Krieg gar nicht mehr leisten. Auch &sbquo;milit&auml;rische Verteidigung&rsquo; f&uuml;hrt sich angesichts der Zerst&ouml;rungskraft der heutigen Waffen selbst ad absurdum. Der Autor entlarvt anhand einer gr&uuml;ndlichen Analyse des Ukrainekrieges die dahinter stehenden geopolitischen Interessen und stellt die &sbquo;L&uuml;ge von der Zeitenwende&lsquo; blo&szlig;. Er setzt sich mit den wichtigsten Gewaltmythen und bellizistischen Ideologien auseinander und entwickelt eine pazifistische Ethik auf der H&ouml;he der Zeit. In deren Zentrum steht die Un&uuml;berbietbarkeit des einzelnen Menschenlebens. Im letzten Kapitel macht uns der Autor exemplarisch auch mit der j&uuml;disch-christlichen Tradition bekannt. Das &sbquo;subversive Unterlaufen der Gewalt&lsquo; in der Bergpredigt hat eine s&auml;kulare politische Entsprechung: Soziale statt milit&auml;rische Verteidigung als einzige aussichtsreiche Antwort auf einen Aggressor.</p>
<p>Ausgehend von seiner &Uuml;berzeugung, dass &quot;Pazifismus sich heute als Imperativ des &Uuml;berlebens unserer Spezies selbst auferlegt&quot;, betont Bruno Kern, sei es angesichts der zugespitzten globalen Situation notwendig, auch unsere Menschheitsgeschichte samt ihren ehtischen Orientierungen gr&uuml;ndlich neu zu lesen. Philosophische Einsichten von der Antike &uuml;ber den Humanismus des 16. Jahrhunderts (Erasmus von Rotterdam), die Aufkl&auml;rung (Immanuel Kant), das beginnende 20. Jahrhundert (Bertha von Suttner) bis in unsere Gegenwart, w&uuml;rden von unserem gegenw&auml;rtigen Dilemma aus eine ganz neue Plausibilit&auml;t gewinnen.</p>
<p>Um uns widerstandsf&auml;hig zu machen gegen die mentale Zurichtung auf den Kriegskurs, sieht es der Autor f&uuml;r unabdingbar an, &quot;die geopolitische Naivit&auml;t zu &uuml;berwinden, Interessen aufzudecken, beharrliche Aufkl&auml;rungsarbeit zu leisten und sich der Aufgabe der Ideologiekritik zu stellen, um einer ethisch geleiteten Vernunft gegen alle Demagogie das n&ouml;tige Geh&ouml;r zu verschaffen.&quot;</p>
<p>Allerdings w&uuml;rden die richtigen Einsichten einer Vernunft geleiteten Ethik und die zutreffende Analyse der &ouml;konomisch-politischen Realit&auml;t und ihrer Mechanismen noch kein Engagement im Sinne der Herstellung solidarischer Lebensverh&auml;ltnisse garantieren, so Bruno Kern. Gesellschaftspolitisches Engagement habe neben der analytisch-logischen immer auch eine unverzichtbare existentielle Seite. Und in diesem Zusammenhang stelle sich die Frage nach der &quot;Letztmotivation des eigenen Handelns&quot;. Diese stelle sich noch deutlich versch&auml;rft dar angesichts geringer politischer Erfolgsaussichten. Dabei k&ouml;nne die Bearbeitung der planetarischen Probleme der Menschheit heute nur noch bedingt am unmittelbaren Eigeninteresse betroffener Menschen ankn&uuml;pfen. Dies gelte zumindest f&uuml;r die Menschen im globalen Norden, die allesamt, wenn auch in unterschiedlichem Ma&szlig;e, von einem System der asymmetrischen Aneignung von Ressourcen samt deren milit&auml;rischer Absicherung profitieren w&uuml;rden. Deshalb sei politische Ver&auml;nderung heute mehr denn je angewiesen auf eine kritische Masse von Menschen, die bereit seien, gegen ihre eigenen unmittelbaren Interessen zu handeln. Gerade angesichts der zugespitzten Situation heute, stelle sich die Frage nach den Sinnressourcen eines solchen Handelns. Hier kommt f&uuml;r Bruno Kern Religion ins Spiel.</p>
<p>Abschlie&szlig;end m&ouml;chte ich dieses interessante Buch, das zum Nachdenken anregen kann, gerne weiterempfehlen. Es thematisiert auf relativ knappem Raum wichtige Aspekte, denen wir uns unbedingt stellen sollten, sofern uns am Weiterleben und &Uuml;berleben der Menschheit liegt. Selbst wenn nicht alle LeserInnen an allen Kapiteln gleich interessiert sein sollten, w&auml;re das aus meiner Sicht nicht weiter abtr&auml;glich, um zumindest andere Kapitel gewinnbringend lesen zu k&ouml;nnen.</p>
<div class="frame1">
<p>Bruno Kern: <em>&quot;&hellip; Den Krieg gr&uuml;ndlich verlernen&quot;.</em> Marburg: B&uuml;chner Verlag 2025. [ISBN 978-3-96317-435-3; 148 Seiten; 16 Euro &ndash; alternativ: E-Book-Formate.<a href="https://www.buechner-verlag.de/buch/den-krieg-gruendlich-verlernen/"> https://www.buechner-verlag.de/buch/den-krieg-gruendlich-verlernen/</a></p>
</div>
<p><strong>Nachbemerkung 1:</strong> Unter anderem durch die Anregung Bruno Kerns, das neue Lesen philosophischer Einsichten von der Antike bis in unsere Gegenwart w&uuml;rde in unserer heutigen Situation eine ganz neue Plausibilit&auml;t gewinnen, sieht sich <em>Frieden wagen e.V.</em> darin best&auml;rkt, die Wieder- und Neuver&ouml;ffentlichung von B&uuml;chern bedeutsamer AntimilitaristInnen und PazifistInnen im Rahmen der friedensbewegten Publikationsreihe &quot;edition pace&quot; und des pazifistischen Editionsprojekts &quot;Tolstoi-Friedensbibliothek&quot; zu f&ouml;rdern und daran mitzuarbeiten. Dadurch ist bereits ein umfangreicher Schatz wichtiger antimilitaristischer und pazifistischer Literatur leicht und frei zug&auml;nglich gemacht worden. <a href="https://www.frieden-wagen.org/daran-arbeiten-wir/#friedensbuecher">https://www.frieden-wagen.org/daran-arbeiten-wir/#friedensbuecher</a></p>
<p><strong>Nachbemerkung 2:</strong> Bruno Kern wird bei unserer 14. Tagung &quot;&rsquo;We shall overcome!&rsquo; Gewaltfrei aktiv f&uuml;r die Vision einer Welt ohne Gewalt und Unrecht&quot; Referent sein, die am 17. Oktober 2026 im franz.K in Reutlingen stattfinden wird. Er wird anhand seiner pers&ouml;nlichen Lebensgeschichte &uuml;ber sein Engagement berichten und Einblicke in seine Einsichten gew&auml;hren. <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/aktionen/015548.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/aktionen/015548.html</a></p>]]>
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   <title>Gesamt-Prospekt der Tolstoi-Friedensbibliothek</title>
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   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15610</id>
   
   <published>2026-08-13T16:56:18Z</published>
   <updated>2026-08-14T12:24:07Z</updated>
   
   <summary>Vor dem Ersten Weltkrieg galt der russische Dichter Leo N. Tolstoi (1828-1910), der auch Mahatma Gandhi inspirierte, weltweit als der...</summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   </author>
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      <![CDATA[<p>Vor dem Ersten Weltkrieg galt der russische Dichter Leo N. Tolstoi (1828-1910), der auch Mahatma Gandhi inspirierte, weltweit als der bedeutsamste Botschafter des Friedens. Seine Aktualit&auml;t in unserem Jahrhundert ist gleicherma&szlig;en erstaunlich und erschreckend. Seit Anfang 2023 gibt es f&uuml;r den deutschsprachigen Raum unsere von Pazifistinnen/Pazifisten er&ouml;ffnete Tolstoi-Friedensbibliothek (TFb) &ndash; mit inzwischen 45 B&auml;nden (Gesamtumfang 17.825 Seiten) in vier Reihen. Einen schnellen &Uuml;berblick vermittelt jetzt ein als PDF abrufbarer Gesamtprospekt &ndash; &uuml;ber dessen Weiterleitung an Interessierte wir uns freuen. Von Peter B&uuml;rger.</p>]]>
      <![CDATA[<p><img src="/magazin/media/img/F%C3%BCnf-Tolstoib%C3%A4nde-gegen-Krieg.jpg" width="600" height="191" vspace="10" alt="" /></p>
<p><strong>Von Peter B&uuml;rger</strong></p>
<p><strong>Vor dem Ersten Weltkrieg galt der russische Dichter Leo N. Tolstoi (1828-1910), der auch Mahatma Gandhi inspirierte, weltweit als der bedeutsamste Botschafter des Friedens. Seine Aktualit&auml;t in unserem Jahrhundert ist gleicherma&szlig;en erstaunlich und erschreckend. Seit Anfang 2023 gibt es f&uuml;r den deutschsprachigen Raum unsere von Pazifistinnen/Pazifisten er&ouml;ffnete Tolstoi-Friedensbibliothek (TFb) &ndash; mit inzwischen 45 B&auml;nden (Gesamtumfang 17.825 Seiten) in vier Reihen. Einen schnellen &Uuml;berblick vermittelt jetzt ein als PDF abrufbarer </strong><a href="https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/wp-content/uploads/2026/08/Prospekt-Tolstoi-Friedensbibliothek-2026.pdf"><strong>Gesamtprospekt</strong></a><strong> &ndash; &uuml;ber dessen Weiterleitung an Interessierte wir uns freuen.</strong></p>
<p>Erschlossen werden die religi&ouml;sen, philosophischen, sozialethischen und dichterischen Werke Tolstois. Viele Schriften lagen schon vor &uuml;ber einem Jahrhundert als &Uuml;bersetzungen vor, sind aber heute l&auml;ngst vergriffen oder waren bislang nur noch &uuml;ber extrem teure Antiquariats&shy;angebote und Fernleihen zug&auml;nglich. Neben die Ausgaben der gr&ouml;&szlig;eren Einzelwerke (z.T. mit alternativen &Uuml;bersetzungen) treten jetzt neu konzipierte thematische Sammelb&auml;nde, in denen weit verstreute Texte zusammengef&uuml;hrt werden. Erstmals liegen auch umfassende Editionen zu Tolstois <a href="https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/2026/03/07/tolstoi-und-das-judentum/">&quot;Begegnung mit dem Judentum&quot;</a>, zum <a href="https://overton-magazin.de/top-story/leo-tolstoi-die-armen-und-die-soziale-revolution/">Einsatz f&uuml;r die Elenden und zur Frage der Revolution</a> vor. Neue Begleittexte in der Reihe stammen u.a. von Eugen Drewermann, K&auml;te Gaede, Dirk Falkner, Gregor Gysi, Nikolay Milkov, Holger Ku&szlig;e, Marco A. Sorace und Peter B&uuml;rger (Redaktion, Herausgeber).</p>
<p>Der <em>&quot;andere Tolstoi&quot;</em>, der die &quot;Lehre Jesu&quot; wieder entdeckt, die Herrschaft von Menschen &uuml;ber Menschen demaskiert, sich als Anwalt der Armen zu Wort meldet und die milit&auml;rische Heilslehre einer Fundamentalkritik unterzieht, wird durch dieses Editionsprojekt endlich in der ganzen Breite gew&uuml;rdigt; aber auch bei den Romanen und Erz&auml;hlungen ist Vollst&auml;ndigkeit angestrebt. Alle B&auml;nde sind im Online-Portal frei aufrufbar und au&szlig;erdem als preiswerte <em>Paperback</em>-Ausgaben erh&auml;ltlich.</p>
<p>Je nach Ausrichtung blendeten neue Werkausgaben ab Mitte des 20. Jahrhunderts f&uuml;r die deutschsprachige Leserschaft entweder die religi&ouml;sen bzw. religionsphilosophischen Schriften oder die scharfen Sozialkritiken aus. Die pazifistischen Texte des russischen Denkers wurden nur einem sehr schmalen Auswahlband dargeboten. Demgegen&uuml;ber l&auml;dt die neue Bibliothek mit ihrem sorgf&auml;ltig konzipierten Aufbau dazu ein, den &quot;ganzen Tolstoi&quot; kennenzulernen.</p>
<p>Wer sich ganz auf Tolstois Reden/Traktate gegen Krieg und Militarismus konzentrieren m&ouml;chte, findet im Editionsprojekt eine zuverl&auml;ssige <a href="https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/2025/12/16/fuenfmal-tolstoi-gegen-den-krieg/">Zusammenstellung</a> der hierf&uuml;r ma&szlig;geblichen f&uuml;nf Sonderb&auml;nde: 1. <em>Das Reich Gottes in Euch:</em> Christi Lehre und die Allgemeine Wehrpflicht, 1893 (Band TFb A9); 2. <em>Staat &ndash; Kirche &ndash; Krieg.</em> Texte &uuml;ber den Pakt mit der Macht und das Herrschaftsinstrument Patriotismus (Band TFb B2); 3. <em>Das T&ouml;ten verweigern.</em> Texte &uuml;ber die Sch&ouml;nheit der Menschen des Friedens und den Ungehorsam (Band TFb B3); 4. <em>Wider den Krieg.</em> Ausgew&auml;hlte pazifistische Betrachtungen und Aufrufe 1899&ndash;1909 (Band TFb B004); 5. <em>Das Gesetz der Gewalt und die Vernunft der Liebe.</em> Texte &uuml;ber die Weisung, dem B&ouml;sen nicht mit B&ouml;sem zu widerstehen (Band TFb B5).</p>
<h3>Zum Runterladen &amp; Verbreiten:</h3>
<ul>
    <li><a href="https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/wp-content/uploads/2026/08/Prospekt-Tolstoi-Friedensbibliothek-2026.pdf">Tolstoi-Friedensbibliothek Gesamtkatalog</a>, August 2026</li>
</ul>
<h3>Kooperationspartner:innen der Tolstoi-Friedensbibliothek:</h3>
<ul>
    <li>Bodo Bischof, Hamburg</li>
    <li>Frieden wagen e.V. (Mitarbeiterin Katrin Warnatzsch)</li>
    <li>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrender Vorstand des Internationalen Vers&ouml;hnungsbundes &ndash; deutscher Zweig (Berater: Ullrich Hahn, Thomas Nauerth)</li>
    <li>Graswurzelrevolution</li>
    <li>Ingrid von Heiseler (Mitbegr&uuml;nderin, gestorben am 16.9.2024)</li>
    <li>Internationale der Kriegsdienstgegner* innen (IDK)</li>
    <li>&Ouml;kumenisches Institut f&uuml;r Friedenstheologie</li>
    <li>pax christi-Di&ouml;zesanverband M&uuml;nster (Mitarbeit: Johannes Gertz)</li>
    <li>Solidarische Kirche im Rheinland.</li>
</ul>
<h3>Internetportal:</h3>
<ul>
    <li><a href="https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/">https://www.tolstoi-friedensbibliothek.de/</a></li>
</ul>]]>
   </content>
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   <title>Der Bremische Kirchentag liebt die Bombe nicht!</title>
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   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15609</id>
   
   <published>2026-08-08T15:09:30Z</published>
   <updated>2026-08-10T20:49:11Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Der vors&auml;tzliche Massenmord an hunderttausenden japanischen Zivilisten durch die Atombomben-Angriffe des US-Milit&auml;rs vom 6./9. August 1945 konnte jahrzehntelang &uuml;ber einen...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
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   </author>
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   <category term="2915" label="Atomwaffen" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2222" label="Hiroshima / Nagasaki" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   <category term="2210" label="Peter Bürger" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Der vors&auml;tzliche Massenmord an hunderttausenden japanischen  Zivilisten durch die Atombomben-Angriffe des US-Milit&auml;rs vom 6./9.  August 1945 konnte jahrzehntelang &uuml;ber einen zynischen Propagandakomplex  zur &quot;milit&auml;rischen Notwendigkeit&quot; umgedeutet werden &ndash; bis hin zur  ultimativen Absurdit&auml;t: Die Bombe habe in Wirklichkeit Leben gerettet &hellip;  Doch die US-F&uuml;hrung wusste zum Zeitpunkt des Verbrechens l&auml;ngst um die  Kapitulationsbereitschaft Japans. Die M&ouml;glichkeit, beide (!) Bombentypen  noch vor Friedensverhandlungen an lebenden Menschen zu erproben, wollte  man sich nicht nehmen lassen. Die Opfer wurden von den T&auml;tern hernach  in einem eigenen milit&auml;rwissenschaftlichen Programm wie  Versuchskaninchen hinsichtlich der k&ouml;rperlichen Wirkungen untersucht,  doch medizinische Hilfe erhielten sie nicht.&nbsp;Das ganze L&uuml;gengeb&auml;ude &uuml;ber den gro&szlig;en Nutzen und die &quot;Sch&ouml;nheit&quot; des Manhattan-Projekts ist l&auml;ngst zusammengebrochen.&nbsp;Es gibt nat&uuml;rlich hartgesottene Zeitgenossen, die selbst &quot;vorm Teufel in  der H&ouml;lle keine Angst haben&quot;. Die Verfasser der EKD-Denkschrift &quot;Welt  in Unordnung &hellip;&quot; (November 2025), die nicht als Synodenbeschluss  missinterpretiert werden darf, schreiben im &quot;Blick auf Atomwaffen&quot;,&nbsp;dass der Besitz von Nuklearwaffen angesichts der weltpolitischen Verteilung dieser Waffen politisch notwendig sein k&ouml;nne. Von Peter B&uuml;rger.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Eine Duldung der Atombewaffnung wird wohl kaum von einer Mehrheit der Christenmenschen getragen</h3>
<p><img src="/magazin/media/img/Hiroshima_Bild_Michael%20Flascha.jpg" width="540" height="374" title="Mahnung an Hiroshima &amp; Nagasaki auf einem D&uuml;sseldorfer Balkon; Foto 2025: Michael Flascha." class="imgcaption; floatl" hspace="-10" alt="" /></p>
<p><strong>Von Peter B&uuml;rger</strong></p>
<p>Der vors&auml;tzliche Massenmord an hunderttausenden japanischen Zivilisten durch die Atombomben-Angriffe des US-Milit&auml;rs vom 6./9. August 1945 konnte jahrzehntelang &uuml;ber einen zynischen Propagandakomplex zur &quot;milit&auml;rischen Notwendigkeit&quot; umgedeutet werden &ndash; bis hin zur ultimativen Absurdit&auml;t: Die Bombe habe in Wirklichkeit Leben gerettet &hellip; Doch die US-F&uuml;hrung wusste zum Zeitpunkt des Verbrechens l&auml;ngst um die Kapitulationsbereitschaft Japans. Die M&ouml;glichkeit, beide (!) Bombentypen noch vor Friedensverhandlungen an lebenden Menschen zu erproben, wollte man sich nicht nehmen lassen. Die Opfer wurden von den T&auml;tern hernach in einem eigenen milit&auml;rwissenschaftlichen Programm wie Versuchskaninchen hinsichtlich der k&ouml;rperlichen Wirkungen untersucht, doch medizinische Hilfe erhielten sie nicht.</p>
<p>Das ganze L&uuml;gengeb&auml;ude &uuml;ber den gro&szlig;en Nutzen und die &quot;Sch&ouml;nheit&quot; des Manhattan-Projekts ist l&auml;ngst zusammengebrochen. Dieser Tage kann sich jeder, der z.B. die Dokumentation <a href="https://www.arte.tv/de/videos/054197-000-A/countdown-in-ein-neues-zeitalter-hiroshima/">&quot;Hiroshima&quot;</a> (GB 2014) von Lucy van Beek auf der Arte-Mediathek&nbsp;aufruft, &uuml;ber die wichtigsten Gesichtspunkte aufkl&auml;ren lassen. &Uuml;ber die ARD-Mediathek ist auch der wegweisende Film <a href="https://www.ardmediathek.de/video/doku-und-reportage/nagasaki-warum-fiel-die-zweite-bombe/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjIwOTQzNV9nYW56ZVNlbmR1bmc">&quot;Nagasaki &ndash; Warum fiel die zweite Bombe?&quot;</a> (D 2015) von Klaus Scherer leicht zug&auml;nglich.</p>
<h3>Gr&uuml;nes Licht f&uuml;r Bombenbesitz und Teilhabe durch ein EKD-Redaktionsteam</h3>
<p>Es gibt nat&uuml;rlich hartgesottene Zeitgenossen, die selbst &quot;vorm Teufel in der H&ouml;lle keine Angst haben&quot;. Die Verfasser der <a href="https://www.ekd.de/friedensdenkschrift-2025-91393.htm">EKD-Denkschrift &quot;Welt in Unordnung &hellip;&quot;</a> (November 2025), die nicht als Synodenbeschluss missinterpretiert werden darf, schreiben im &quot;Blick auf Atomwaffen&quot;: &quot;Der ethisch gebotene Verzicht bleibt orientierend, ist angesichts der politischen Konstellation im Blick auf die Folgen aber politisch schwer zu vertreten&quot; (Denkschrift, S. 9). &quot;Ethisch ist die &Auml;chtung von Atomwaffen aufgrund ihres verheerenden Potenzials geboten. Der Besitz von Nuklearwaffen kann aber angesichts der weltpolitischen Verteilung dieser Waffen trotzdem politisch notwendig sein, weil der Verzicht eine schwerwiegende Bedrohungslage f&uuml;r einzelne Staaten bedeuten k&ouml;nnte.&quot; (ebd., S. 15) &quot;Deutschland besitzt zwar selbst keine Atomwaffen, aber es verf&uuml;gt &uuml;ber Flugzeuge, die mit in Deutschland gelagerten Atomwaffen der USA best&uuml;ckt werden k&ouml;nnen. Damit ist das Problem der &sbquo;nuklearen Teilhabe&lsquo; angesprochen.&quot; (ebd., S. 112) &ndash; Das skandal&ouml;se Rumgeeier der Denkschrift eines ausgesuchten Autorenkreises (ohne Beteiligung des EKD-Friedensbeauftragten!) gipfelt dann in folgendem Passus:</p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>&quot;Die teils offenen, teils versteckten Drohungen mit dem Einsatz von Atomwaffen durch die Russische F&ouml;deration sind jedoch ein Zeichen daf&uuml;r, dass auch in einem konventionellen Konflikt nukleare Waffen eine entscheidende Rolle spielen k&ouml;nnen. In diesem Szenario w&uuml;rden alle Staaten, die nicht glaubw&uuml;rdig auf eine nukleare Abschreckung verweisen k&ouml;nnen, zu potenziellen Opfern konventioneller Angriffe von Staaten oder Regimes, die &uuml;ber Atomwaffen verf&uuml;gen. In dieser Konstellation auf nuklearen Schutz g&auml;nzlich zu verzichten, w&auml;re sicherheitspolitisch kaum zu verantworten. So konturiert sich das ethische Dilemma: Der Besitz von Nuklearwaffen kann sicherheitspolitisch notwendig sein, auch wenn ihr Einsatz durch nichts zu rechtfertigen ist. Eine ethisch richtige Option ist, einseitig auf Atomwaffen zu verzichten. Dies w&auml;re im Blick auf die Folgen in der jetzigen konkreten politischen Situation wiederum kaum politisch zu vertreten. Auch die nukleare Teilhabe oder der Besitz von Nuklearwaffen kann also vor diesem konkreten Hintergrund eine ethisch begr&uuml;ndbare Entscheidung sein.&quot;</em> (ebd., S. 114)</p>
<p>&quot;Dialektisch&quot; Theologie treiben bedeutet heute offenbar, den politischen Entscheidungstr&auml;gern gr&uuml;nes Licht f&uuml;r etwas zu geben, das &quot;ethisch nicht geboten&quot; ist &hellip; Diese geradezu offensive Duldung der Nuklearbewaffnung soll wohl u.a. das Zeugnis der ehemaligen &sbquo;DDR-Kirchen&lsquo; und die weltkirchlichen Voten der j&uuml;ngeren Zeit vergessen machen. Vorbereitet wurde sie &ndash; unter Beteiligung federf&uuml;hrender EKD-Denkschriftautoren &ndash; schon Anfang 2023 durch folgende <a href="https://www.bundeswehr.de/resource/blob/5586906/60b681196328321d90e4fcf9297a7501/mass-des-moeglichen-data.pdf">Ver&ouml;ffentlichung des evangelischen Milit&auml;rkirchenwesens</a>, passend eingestellt auf der staatlichen Internetseite der Bundeswehr:</p>
<p style="margin-left: 40px;">&quot;Ltd. Milit&auml;rdekan Dr. Dirck Ackermann, Berlin / Prof. Dr. Reiner Anselm, M&uuml;nchen / Milit&auml;rpfarrerin Dr. Katja Bruns, Wilhelmshaven / Prof. Dr. Michael Haspel, Erfurt / Prof. Dr. Friedrich Lohmann, M&uuml;nchen / Milit&auml;rdekan Dr. Roger Mielke, Koblenz / Prof. Dr. Bernd Oberdorfer, Augsburg: <em>Ma&szlig; des M&ouml;glichen. Perspektiven Evangelischer Friedensethik angesichts des Krieges in der Ukraine. Ein Debattenbeitrag.</em> Im Auftrag des Evangelischen Milit&auml;rbischofs herausgegeben vom Evangelischen Kirchenamt f&uuml;r die Bundeswehr. Berlin. 1. Auflage Februar 2023.&quot;</p>
<h3>Die Ermutigung aus Bremen</h3>
<p>Doch weltweit wissen seit 1945 ernsthafte Christenmenschen auf dem ganzen Erdkreis, dass man sich entscheiden muss: &quot;Gott oder die Bombe&quot;. Das Kirchenparlament der Bremischen Evangelischen Kirche hat in diesem Sommer die Regierung <a href="https://www.kirche-bremen.de/aktuelles/presse-service/nachrichten-details/atomwaffen-verbotsvertrag-kirchenparlament-fordert-beitritt-deutschlands/">aufgerufen</a>, dem &ndash; schon 2017 auch vom Vatikan unterzeichneten &ndash; UN-Abkommen zum weltweiten Verbot von Atomwaffen beizutreten. Da der Wortlaut des am 6. Juni 2026 mehrheitlich beschlossenen Antrages der Andreas-Gemeinde und der Friedensgemeinde erstaunlicherweise bislang im Netz noch nicht nachlesbar ist, sei die Erkl&auml;rung an dieser Stelle vollst&auml;ndig dokumentiert (mitgeteilt am 31.7.2026 nach dem Kirchentagsprotokoll von Holger Renken):</p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>&quot;Wir fordern die Bundesregierung Deutschlands auf, dem UN-Atomwaffen-Verbots-Vertrag durch ihre Unterschrift beizutreten und ihn dem Bundesrat zur Ratifizierung zuzuleiten.</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Gleichzeitig fordern wir die Bundesregierung auf, die Stationierung der neuen amerikanischen weitreichenden Waffensysteme in der Bundesrepublik nicht zu gestatten.</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Am 7. Juli 2017 haben von den 193 UN-Staaten 122 Staaten f&uuml;r die Verabschiedung des Atomwaffen-Verbots-Vertrags (AVV) gestimmt. Nachdem mehr als 50 Staaten den Vertrag ratifiziert hatten, ist der AVV am 22. Januar 2021 v&ouml;lkerrechtlich verbindlich in Kraft getreten. Seitdem haben ihn 94 Staaten unterzeichnet und 73 haben ihn ratifiziert. (Stand 1. Oktober 2024) Seither sind Atomwaffen, ihre Herstellung, ihr Besitz, ihre Verbreitung, die Androhung ihres Einsatzes und ihr Einsatz international verboten und v&ouml;lkerrechtlich ge&auml;chtet.</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Atomwaffen sind Massenvernichtungswaffen, die durch ihre Zerst&ouml;rungskraft die Existenz der gesamten Lebensbedingungen auf unserem Planeten vernichten k&ouml;nnen. Die bisher einzigen beiden im Krieg eingesetzten Atomwaffen, in Hiroshima und Nagasaki, sollten durch ihre verheerenden Zerst&ouml;rungen und Auswirkungen auf menschliches und zivilisatorisches Leben &uuml;ber Generationen Mahnung und Verpflichtung sein, niemals wieder auch nur mit dem Einsatz solcher Waffen zu drohen. So hat auch schon die EKD-Friedensdenkschrift von 2007 betont, dass die &sbquo;Drohung mit Nuklearwaffen nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung&lsquo; betrachtet werden kann.</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Deutschland besitzt selbst keine Atomwaffen, aber auf deutschem Territorium sind amerikanische Atomwaffen stationiert. Die Bundesregierung setzt trotz der die Menschheit vernichtenden Folgen des Einsatzes von Atomwaffen weiterhin auf das Prinzip der atomaren Abschreckung. Dieses Prinzip bedeutet ja die Androhung, Atomwaffen auch tats&auml;chlich einzusetzen. Auch wenn die Abschreckung den Einsatz auf der Gegenseite verhindern soll, f&uuml;hrt sie doch zu immer weiterer Aufr&uuml;stung statt zu Deeskalation und Abr&uuml;stung durch Verhandlungen.</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Gerade in der gegenw&auml;rtigen angespannten Weltlage darf von deutschem Boden keinerlei Bedrohung ausgehen. Nach zwei verheerenden Weltkriegen, den Verbrechen der nationalsozialistischen Herrschaft und der damaligen Wehrmacht ist es nicht nur ein Gebot der Vernunft, sondern auch der geschichtlichen Verantwortung, keinerlei Bedrohung von deutschem Boden mehr zu zulassen. Nie wieder ist jetzt!</em></p>
<p style="margin-left: 40px;"><em>Daher fordern wir die Bundesregierung auf, dem Atomwaffen-Verbots-Vertrag beizutreten, ihn dem Bundesrat zur Ratifizierung zuzuleiten und der Stationierung von neuen strategischen weitreichenden amerikanischen Waffensystemen in Deutschland nicht zuzustimmen.&quot;</em></p>
<p>Diese Bremer Erkl&auml;rung steht nicht einsam da. Ihr von vielen wahrhaften Protestanten geteiltes Anliegen ist schon von anderen Landes- und Kreissynoden mit Klartext vorgetragen worden.</p>
<h3>EKD-Friedensbischof f&uuml;r den Beitritt UN-Atomwaffenverbotsvertrag</h3>
<p>Auch zum 30. Jahrestag des IGH-Gutachtens zur V&ouml;lkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen erging jetzt ein <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015596.html">&ouml;ffentlicher Appell an Bundesregierung und Bundestag</a>, der v&ouml;lkerrechtlich verpflichtenden Vorgabe zur vollst&auml;ndigen nuklearen Abr&uuml;stung zu entsprechen und den Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) anzugehen..Zu den Erstunterzeichnenden aus dem kirchlichen Spektrum geh&ouml;ren prominente Protestanten: der ehemalige Landesbischof Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, jetzt Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Dienst f&uuml;r den Frieden (AGDF); der Theologe Prof. Dr. Ulrich Duchrow; die ehemalige Landesbisch&ouml;fin und EKD-Ratsvorsitzende Dr. Margot K&auml;&szlig;mann; Landesbischof Friedrich Kramer, zugleich Friedensbeauftragter des Rates der EKD; Prof. em. Dr. Gottfried Orth, Seminar f&uuml;r Evangelische Theologie an der TU Braunschweig. &ndash; Es besteht somit kein Grund, den Bombendulder-Theologen beim kirchlichen &quot;Spitzenpersonal&quot;, die einen eigenwilligen deutsch-protestantischen Weg beschreiten, eine Vollmacht zur Vertretung der <em>Gesamtkirche</em> zuzuschreiben.</p>
<h4>Literatur zum aktuellen kirchlichen Atomwaffendiskurs:</h4>
<ol>
    <li><strong><em>Umdenkschrift </em>zum Evangelischen Diskurs &uuml;ber Krieg und Frieden.</strong> Kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse. &ndash; Eine Sammlung. Herausgegeben von Peter B&uuml;rger, im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des &Ouml;kumenischen Instituts f&uuml;r Friedenstheologie. Hamburg 2026, S. S. 12f, 20, 26, 33f, 36, 43, 48, 50, 58, 62, 64, 68, 79-81, 82, 86f, 89, 92f, 94, 120f, 125, 135-138, 141, 143, 145, 152, 154, 159f, 161f, 163, 165-168, 171, 173, 177-187, 192, 198, 199, 204, 211, 215, 221, 225f, 243f, 252, 257, 275, 277. (Alle Infos: <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015537.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015537.html</a>).</li>
    <li><strong><em>Umdenkschrift II</em> zum Evangelischen Diskurs &uuml;ber Krieg und Frieden.</strong> Weitere kritische Wortmeldungen aus der EKD-Kontroverse. &ndash; Zweite Sammlung. Herausgegeben im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des &Ouml;kumenischen Instituts f&uuml;r Friedenstheologie (Reihe: edition pace). Hamburg 2026, S. 9f, 15, 20f, 26, 37f, 48, 59, 67-72, 73, 76f, 80f, 85, 89-95, 100-104, 108, 110, 113, 117, 122f. (Alle Infos: <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015549.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015549.html</a>).</li>
    <li><strong><em>Umdenkschrift III</em> zum Evangelischen Diskurs &uuml;ber Krieg und Frieden.</strong> Texte zur EKD-Kontroverse und &Ouml;kumenische Friedensstimmen. &ndash; Dritte Sammlung. Herausgegeben im Auftrag der Solidarischen Kirche im Rheinland und des &Ouml;kumenischen Instituts f&uuml;r Friedenstheologie. Hamburg 2026, S. 32-34, 37f, 45-48, 50, 56, 58, 60, 65, 67, 73-77, 85, 108, 114, 116, 126, 130f, 137-143, 152, 154, 165, 176f, 196, 202, 214, 269, 274, 277, 282f, 289, 297, 299f, 303f, 320, 335, 354f, 377, 385, 389, 392-394. (Alle Infos: <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015601.html">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/015601.html</a>).</li>
</ol>]]>
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   <title>Weltsozialforum in Benin: Deutsche Delegation solidarisiert sich mit globalen Bewegungen für soziale und ökologische Gerechtigkeit</title>
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   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15605</id>
   
   <published>2026-08-04T19:16:24Z</published>
   <updated>2026-08-06T17:50:45Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Heute wird das 18. Weltsozialforum in Cotonou, Benin, er&ouml;ffnet. Mit 50.000 erwarteten Teilnehmer*innen aus &uuml;ber 150 L&auml;ndern ist es eines...]]></summary>
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      <name>Michael Schmid</name>
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   <category term="3809" label="Weltsozialforum (WSF)" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#tag" />
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="https://www.lebenshaus-alb.de/">
      <![CDATA[<p>Heute wird das 18. Weltsozialforum in Cotonou, Benin, er&ouml;ffnet. Mit  50.000 erwarteten Teilnehmer*innen aus &uuml;ber 150 L&auml;ndern ist es eines der  wichtigsten Treffen der globalen Zivilgesellschaft.&nbsp; Unter dem Motto  &quot;Eine andere Welt ist m&ouml;glich&quot; und als Alternative zum  Weltwirtschaftsforum in Davos bringt das Weltsozialforum (WSF) seit 2001  Akteur*innen zusammen, die sich f&uuml;r soziale, &ouml;kologische und  wirtschaftliche Gerechtigkeit, Menschenrechte und internationale  Solidarit&auml;t einsetzen.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong>Heute wird das 18. Weltsozialforum in Cotonou, Benin, er&ouml;ffnet. Mit 50.000 erwarteten Teilnehmer*innen aus &uuml;ber 150 L&auml;ndern ist es eines der wichtigsten Treffen der globalen Zivilgesellschaft.&nbsp; Unter dem Motto &quot;Eine andere Welt ist m&ouml;glich&quot; und als Alternative zum Weltwirtschaftsforum in Davos bringt das Weltsozialforum (WSF) seit 2001 Akteur*innen zusammen, die sich f&uuml;r soziale, &ouml;kologische und wirtschaftliche Gerechtigkeit, Menschenrechte und internationale Solidarit&auml;t einsetzen.</strong></p>
<p>Aus Deutschland nimmt eine der gr&ouml;&szlig;ten Delegationen aus Nichtregierungsorganisationen und sozialen Bewegungen seit &uuml;ber zehn Jahren am Forum teil, darunter Brot f&uuml;r die Welt, Misereor, Werkstatt &Ouml;konomie e.V., Medico International e.V., Attac, Debt for Climate, Afrique-Europe-Interact, das KONE Netzwerk, MeineWelt, WEED, die Kampagnen &quot;Sicherheit Neu Denken&quot; und &quot;10 % for all&quot; sowie die Jugendorganisation der Arbeitsgemeinschaft B&auml;uerliche Landwirtschaft. Die Delegation wird sich vor Ort mit sozialen Bewegungen, Gewerkschaften sowie Menschenrechts-, Umwelt- und Indigenenorganisationen aus aller Welt austauschen. &Uuml;ber f&uuml;nf Tage wird das Forum in Cotonou mehrere hundert Veranstaltungen und gemeinsame Proteste umfassen.</p>
<p>Dass das Forum in diesem Jahr in Benin stattfindet, ist ein starkes politisches Signal. Westafrika ist eine Region, in der globale Ungleichheiten und Krisen besonders sp&uuml;rbar sind und in der gleichzeitig seit Jahrzehnten soziale Bewegungen f&uuml;r politische Alternativen k&auml;mpfen.</p>
<h3>O-T&ouml;ne beteiligter Organisationen aus Deutschland:</h3>
<p>&quot;Vor dem Hintergrund weltweiter Aufr&uuml;stung und Kriege, wachsendem Autoritarismus und schrumpfender zivilgesellschaftlicher Handlungsspielr&auml;ume kommt dem Weltsozialforum eine besondere Bedeutung zu. Auf dem Forum steht die Verst&auml;ndigung der Zivilgesellschaft im Zentrum&quot;, erkl&auml;rt Carmen Junge von <strong>Attac Deutschland</strong>, dem Netzwerk f&uuml;r globale Gerechtigkeit.</p>
<p>&quot;W&auml;hrend die Gro&szlig;m&auml;chte in Krieg und gesellschaftliche Spaltung investieren, erz&auml;hlt das Forum ein anderes Narrativ und zeigt der Welt&ouml;ffentlichkeit positive Szenarien und Realit&auml;ten&quot;, sagt Hubert Heindl von der Kampagne <strong>&quot;Rethinking African Security&quot;</strong>.</p>
<p>&quot;Die wachsende Zahl bewaffneter Konflikte und Kriege macht deutlich, dass ein Priorit&auml;tenwechsel stattfinden muss: Statt weltweit immer mehr gesellschaftlichen Reichtum in milit&auml;rische Aufr&uuml;stung zu stecken, braucht es ein anderes Verst&auml;ndnis von Sicherheit, das sicheren Zugang zu Land, Wohnraum und Nahrung, aber auch Gesundheitsversorgung und Bildung in den Mittelpunkt r&uuml;ckt&quot;, sagt A&iuml;da Roumer von <strong>&quot;10 % for all&quot;.</strong></p>
<p>Wie eng die globalen Krisen zusammenh&auml;ngen, zeigt sich in vielen Diskussionen des Forums. &quot;Die Klimakrise ist untrennbar mit der globalen Schuldenkrise verbunden. Ohne die Streichung illegitimer Schulden bleiben viele L&auml;nder darin gefangen, fossile Rohstoffe weiter auszubeuten&quot;, betont Emma Brandes von der Bewegung <strong>Debt for Climate</strong>.</p>
<p>Auch die Folgen europ&auml;ischer Grenzpolitik und die K&auml;mpfe f&uuml;r Bewegungsfreiheit geh&ouml;ren zu den zentralen Themen des Weltsozialforums. Hans-Georg Eberl vom transnationalen Netzwerk <strong>Afrique-Europe-Interact</strong> verdeutlicht: &quot;W&auml;hrend Waren und Reicht&uuml;mer im Interesse des Kapitals weltweit zirkulieren sollen, errichten viele Staaten gewaltvolle Grenzregime gegen Menschen. Unsere Antwort ist das Recht zu gehen, das Recht zu bleiben und das Recht zusammenzukommen &ndash; wie hier beim Weltsozialforum.&quot;</p>
<p>Ren&eacute;e Eloundou von der afrodiasporischen Organisation <strong>ASID Europe</strong> unterstreicht: &quot;F&uuml;r die deutsche Zivilgesellschaft ist das Weltsozialforum in Cotonou eine wichtige M&ouml;glichkeit, von den Erfolgen von Bewegungen in Westafrika zu lernen, beispielsweise von der gerechten Verwaltung von Land oder starken Frauenorganisationen. Zudem werden hier koloniale Kontinuit&auml;ten und Rassismus offen kritisiert und angegangen.&quot;</p>
<p>Charlotte Ndamm-Nijkoufon vom afrodiasporischen Netzwerk <strong>KONE</strong> betont zudem: &quot;Das Weltsozialforum ist f&uuml;r die afrikanische Diaspora und migrantische Selbstorganisationen ein zentraler Ort des Austauschs, des gegenseitigen Lernens und der politischen Mitgestaltung. Globale Gerechtigkeit gelingt nur, wenn die Erfahrungen und das Wissen der Communities, die von Rassismus, kolonialen Kontinuit&auml;ten und Ungleichheit betroffen sind, gleichberechtigt in internationale Debatten und Entscheidungen einflie&szlig;en.&quot;</p>
<p>&quot;Die Antworten auf die vielen Krisen unserer Zeit existieren bereits. Das Weltsozialforum verbreitet seit 25 Jahren konkrete Alternativen zu Ausbeutung, Militarisierung und kapitalistischen Wachstumslogiken&quot;, erkl&auml;rt Hannah Kentouche von der Menschenrechtsorganisation <strong>medico international e.V.</strong></p>
<p>&quot;Gerade weil politische Entscheidungstr&auml;ger*innen und gro&szlig;e Konzerne in Europa unsere sozialen und &ouml;kologischen Krisen weiter versch&auml;rfen, m&uuml;ssen wir als globale Zivilgesellschaft internationale Solidarit&auml;t von unten st&auml;rken. Auch wenn es f&uuml;r viele gerade ausweglos scheint: Das Weltsozialforum zeigt, dass eine andere, gerechtere Welt immer noch m&ouml;glich ist. Sie entsteht hier, wo Menschen sich solidarisch zusammentun und sie gemeinsam erk&auml;mpfen&quot;, erkl&auml;rt Lotte J&auml;ger von der wirtschaftspolitischen Nichtregierungsorganisation <strong>WEED</strong>.</p>
<p class="quelle">Quelle:&nbsp;Gemeinsame Pressemitteilung vom 04.08.2026.</p>
<p><strong>Hinweis:</strong></p>
<ul>
    <li><a href="https://taz.de/Weltsozialforum-in-Cotonou/!6200052/">&quot;Wir wollen Selbstbestimmung &uuml;ber unsere Politik&quot;</a> - Organisatorin will das Weltsozialforum 2026 auf eine &bdquo;neue Ebene heben&ldquo;. Die Anliegen afrikanischer Bewegungen geh&ouml;rten auf die globale B&uuml;hne. (taz 04.08.26)</li>
</ul>]]>
   </content>
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   <title> If you want peace, go and talk to your enemy</title>
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   <id>tag:www.lebenshaus-alb.de,2026://1.15604</id>
   
   <published>2026-08-04T11:30:42Z</published>
   <updated>2026-08-04T14:42:40Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler, and many supporters (organizations, individuals) have presented an &quot;Ecumenical Peace Treatise &ndash;...]]></summary>
   <author>
      <name>Michael Schmid</name>
      <uri>http://www.lebenshaus-alb.de</uri>
   </author>
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
         <category term="/schwerpunkte/gewalt_gewaltfreiheit_und_frieden/kirchen_und_frieden" scheme="https://www.sixapart.com/ns/types#category" />
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      <![CDATA[<p>Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler, and many  supporters (organizations, individuals) have presented an &quot;Ecumenical  Peace Treatise &ndash; 2026.&quot; In cooperation with the Ecumenical Peace  Network, it is being published as a book in the &quot;edition pace&quot; series;  the online version, which was published first, is freely available and  may be shared.</p>]]>
      <![CDATA[<h3>Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler, and many supporters have presented an &quot;Ecumenical Peace Treatise &ndash; 2026&quot;</h3>
<p><strong>Edited by &lsquo;edition pace&rsquo;</strong></p>
<div class="frame1">
<p>Ralf Becker / Karen Hinrichs / Heinrich Sch&auml;fer / Theodor Ziegler: <em><strong>If you want peace, go and talk to enemy</strong></em><strong>. &ndash; An Ecumenical Peace Treatise, 2026</strong>. With a preface by Konrad Raiser. (English version of: <em>Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden. Eine &ouml;kumenische Friedensschrift</em> ǀ 2026). Series: edition pace ǀ Special Edition. First digital edition : OekIF. Publication date: 04.08.2026. <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Ecumenical-Peace-Treatise-2026.pdf">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Ecumenical-Peace-Treatise-2026.pdf</a></p>
</div>
<p><img src="/magazin/media/img/02%20Cover.jpg" width="280" height="450" vspace="10" hspace="10" align="right" alt="" />Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Sch&auml;fer, Theodor Ziegler, and many supporters (organizations, individuals) have presented an &quot;Ecumenical Peace Treatise &ndash; 2026.&quot; In cooperation with the Ecumenical Peace Network, it is being published as a book in the &quot;edition pace&quot; series; the online version, which was published first, is freely available and may be shared.</p>
<h3>Guidance from the Sermon on the Mount</h3>
<p>Can we still be guided by the Sermon on the Mount today? Yes, say the authors of this peace treatise. For the Sermon on the Mount is compatible with modern peace research. In particular, the concept of &quot;peace logic&quot; points to ways in which conflicts could be resolved through diplomacy and civil conflict resolution, and wars may be prevented. A well-informed analysis of the West&rsquo;s negative role in the escalation of the war in Ukraine clearly illustrates that, at the political level, the &quot;plank in one&rsquo;s own eye&quot; too often obscures one&rsquo;s view.</p>
<p>This ecumenical peace document provides Christians and humanists with a clear ethical orientation toward peace. It calls for an unequivocal commitment to military disarmament and for all states to join the UN Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons in times of massive rearmament. Churches, in particular, can be a strong, clear voice for peace and contribute to building a culture of peace.</p>
<h3>Initial feedback on the Ecumenical Peace Manifesto</h3>
<p>&quot;The Church should think further ahead in its proclamation and pastoral care, as well as in its political diaconate, than the powers of the world are capable of. That is why even the trailblazing title of the Ecumenical Peace Manifesto is encouraging: &lsquo;Whoever wants peace must speak with the enemy.&rsquo;&quot; (Horst Scheffler, Retired Senior Military Chaplain).</p>
<p>&quot;This peace document provides guidance in the best sense of the word: clear in its position, understandable in its language, well-structured, and free of political and theological contortions.&quot; (Elisabeth Freise, member of the coordinating committee of &quot;Rethinking Security&quot;).</p>
<p>&quot;Something very good has been created here! I find the clear structure particularly successful and, even more importantly, the clear language. This makes the peace document interesting and useful in many contexts over the long term, such as in religious education or in non-church peace initiatives. And long-term use and impact are more important than short-term attention. But the two are not mutually exclusive!&quot; (Markus Weingardt, peace and conflict researcher).</p>
<h3>The Editorial Group</h3>
<p><strong>Ralf Becker</strong>, social entrepreneur, coordinator of the &quot;Rethinking Security&quot; initiative since 2019, coordinator of <em>Gewaltfrei handeln &ndash; &ouml;kumenisch Frieden lernen e.V.</em> from 2012 to 2019, and active in, among other things, the Spokespersons&rsquo; Council of the <em>Platform for Civil Conflict Management,</em> in church development for the dioceses of Paderborn and M&uuml;nster, the Jubilee 2000 campaign, as well as the coordination of international sustainability dialogues and the implementation of the study <em>Zukunftsf&auml;higes Deutschland</em> at the aid organization Misereor.</p>
<p><strong>Karen Hinrichs</strong>, retired pastor, theologian, and educator; 1989&ndash;2004 parish pastor and 2004&ndash;2019 senior church councilor of the <em>Evangelical Regional Churc</em>h in Baden; 2020&ndash;2025 lecturer and executive director of the <em>Peace Institute at the Evangelical University of Applied Sciences</em> in Freiburg. Publications on peace education and theology.&nbsp; Member of, among others: <em>Ecumenical Institute for Peace Theology, Gewaltfrei Handeln &ndash; &ouml;kumenisch Frieden lernen e.V., International Fellowship of Reconciliation &ndash; German Branch, Church and Peace.</em></p>
<p><strong>Heinrich Sch&auml;fer</strong>, Prof. Dr. Dr. (ret.), sociologist and Protestant theologian, Bielefeld University; formerly at the <em>Universidad B&iacute;blica Latinoamericana</em>, Costa Rica; since the late 1970s, he has been engaged in field research during two wars and other academic work in Latin America and Germany, focusing on the topic of &quot;Conflict / Peace&quot; from sociological and theological perspectives. His theological approach is a sociologically informed liberation theology.</p>
<p><strong>Theodor Ziegler,</strong> Ph.D., Baiersbronn, religious educator, contributed to the peace ethics discussion process of the <em>Baden Regional Church</em> as well as to the development of the scenario <em>Rethinking Security: From Military to Civil Security Policy</em> and is a member of the <em>Ecumenical Institute for Peace Theology</em> as well as the <em>German Peace Society &ndash; United Opponents of War</em>. Dissertation: &quot;Motives and Alternative Concepts of Christian Pacifists.&quot;</p>
<h3>Supporters</h3>
<p><strong>Supporting organizations:</strong> &quot;Taxes for Plowshares&quot; campaign within the Peace Tax Network e.V. ǀ Bonhoeffer-Niem&ouml;ller Foundation ǀ Christians in the German Peace Society &ndash; United Conscientious Objectors (DFG-VK) ǀ Church and Peace ǀ Evangelical Working Group for Conscientious Objectors in W&uuml;rttemberg (EAK) ǀ Forum for Peace Ethics in the Evangelical Regional Church of Baden (FFE) ǀ Women&rsquo;s Group &quot;On the Move for Life&quot; ǀ Main-Taunus Peace Initiative ǀ Peace Ministry of the Evangelical Regional Church in W&uuml;rttemberg ǀ Acting <em>Nonviolently &ndash; Learning Peace Ecumenically</em>, Inc. ǀ Green Alternative, Inc. ǀ Christian Peace Appeal Initiative ǀ Rethinking Security Initiative ǀ International Fellowship of Reconciliation &ndash; German Branch, Inc. ǀ IPPNW &ndash; International Physicians for the Prevention of Nuclear War / Physicians in Social Responsibility e.V. German Section ǀ Kairos Europa e.V., Heidelberg ǀ Ecumenical Initiative for the Reform or Abolition of Military Chaplaincy ǀ Ecumenical Institute for Peace Theology ǀ pax christi ǀ German Section ǀ Solidarity Church in the Rhineland ǀ Workshop for Nonviolent Action Baden.</p>
<p><strong>Individual supporters:</strong>&nbsp; Gerd Bauz, organizational consultant, Frankfurt am Main ǀ Dietrich Becker-Hinrichs, retired pastor, Lahr ǀ Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach, peace researcher, Hamburg ǀ Susanne B&ouml;decker, DFG-VK staff member and consultant for KDV, Stuttgart ǀ Paul Bosler, pastor, N&uuml;rtingen ǀ Dr. Eberhard B&uuml;rger, retired pastor, Magdeburg ǀ Peter B&uuml;rger, theologian and journalist, D&uuml;sseldorf ǀ Susanne B&uuml;ttner, dean of the Baden-W&uuml;rttemberg Correctional System, Schw&auml;bisch Gm&uuml;nd ǀ Maria Buchwitz, chair of the pax christi Diocesan Association of M&uuml;nster, M&uuml;nster ǀ Dr. Angelika Claussen, President of IPPNW Europe, Bielefeld ǀ Dr. Ulrich Duchrow, Professor of Systematic Theology and Social Ethics, Heidelberg ǀ Horst Fi&szlig;mer, retired pastor, Minden ǀ Erich Frehse, retired pastor, Bonn ǀ Prof. Dr. Josef Freise, Christian-Muslim Peace Initiative Germany, Neuwied ǀ Hartmut Friedrich, Theologian and Retired Pastor, Gaggenau ǀ Dr. Gudula Frieling, Teacher, Dortmund ǀ Dr. Ulrich van Gemmeren, Retired Managing Director, Merzhausen ǀ Udo Grotz, Retired Pastor and Religious Education Teacher, Heitersheim ǀ Rita Horstmann, Retired Pastor, Cologne ǀ Stefanie Intveen, mediator, Cologne ǀ Aline Jung, homemaker and organizer of the &quot;Unterwegs f&uuml;r das Leben&quot; pilgrimage routes, Ettenheim ǀ Christian Keller, retired theologian and dean, Villingen/Black Forest ǀ Gerhard Kern, Chair of the Main-Taunus Peace Initiative, retired teacher and concert singer, Hofheim am Taunus ǀ Retired Prof. Dr. Rainer Kessler, Old Testament scholar, Frankfurt am Main ǀ Dr. Heinz Klippert, economist, learning researcher, peace educator, Landau ǀ Karl Wilhelm Koch, B.S. in Chemical Engineering, author of the technical book &quot;Nuclear Power Accidents,&quot; Mehren ǀ Robert K&ouml;lblin, B.S. in Electrical Engineering, conscientious objector, L&ouml;rrach ǀ Prof. Dr. Elke Krahmann, political scientist, Kiel ǀ Wolfgang Krau&szlig;, theological assistant at the Mennonite congregation in Augsburg ǀ Dr. Matthias Kreplin, senior church councilor and pastor, Karlsruhe ǀ Thomas-Dietrich Lehmann, Protestant prison chaplain, Berlin ǀ Johannes Maier, Director of the Ecumenical Peace Discussion Group, Waldkirch-Kollnau ǀ Dr. Eberhard M&uuml;ller, biologist and theologian, Zell am Harmersbach ǀ Reinhard M&uuml;ller, pastor. retired, Vice Chair of the Bonhoeffer-Niem&ouml;ller Foundation, Nieder Seifersdorf ǀ Monika Nitsch, retired Protestant religion teacher, D&uuml;sseldorf ǀ Jacqueline Olesen, Peace Commissioner of the Protestant Peace Congregation, Baden-Baden ǀ Prof. Dr. Gottfried Orth, theologian, Rothenburg ob der Tauber ǀ Klaus Schittich, global citizen and human rights activist, Freiburg ǀ Rainer Schmid, theologian and religion teacher, Ulm/Danube ǀ Michael Schweitzer, retired pastor, Ellenhausen ǀ Thomas Carl Schwoerer, Federal Spokesperson for the German Peace Society &ndash; United War Resisters (DFG-VK) ǀ Prof. Dr. em. Franz Segbers, social ethicist, Konstanz ǀ PD Dr. Stefan Silber, theologian, Saarbr&uuml;cken ǀ Richard Strodel, deacon, member of IKF Bavaria, Neustadt, Coburg ǀ Klaus Waiditschka, editor of Friedenssteuer-Nachrichten and board member of CPTI, Mannheim ǀ Dr. Klaus Wazlawik, engineer specializing in deep drilling technology, Berlin ǀ Markus Weber, Certified Theologian, Advisor for Peace Education &amp; pax christi in the Archdiocese, Freiburg ǀ Dr. Markus Weingardt, Peace and Conflict Researcher, T&uuml;bingen ǀ Dominik Wei&szlig;, deacon and theologian, Baiersbronn ǀ Prof. Dr. Dr. h.c. Dietrich Werner, theologian, Berlin ǀ Birgit Worzalla-Lapp, peace educator, staff member at pax christi and the Peace Light Campaign, St. M&auml;rgen ǀ Andreas Zumach, journalist and author, Berlin.</p>
<p><strong>Digital edition online &ndash; Free English Version (translation):</strong> Ralf Becker / Karen Hinrichs / Heinrich Sch&auml;fer / Theodor Ziegler:<em> If you want peace, go and talk to enemy</em>. An Ecumenical Peace Treatise, 2026. With a preface by Konrad Raiser. First digital edition : OekIF. Publication date: 04.08.2026. <a href="https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Ecumenical-Peace-Treatise-2026.pdf">https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Ecumenical-Peace-Treatise-2026.pdf</a></p>
<p><strong>Digital edition online &ndash; Free German Version:</strong> <a href="https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/app/download/8609240763/Oekumenische-Friedenschrift-2026.pdf ">https://friedenstheologie-institut.jimdofree.com/app/download/8609240763/Oekumenische-Friedenschrift-2026.pdf&nbsp;</a></p>]]>
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