<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>heiter &amp; gelassen | Leben ohne Sorgen und Stress</title>
	<atom:link href="https://www.heiterundgelassen.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.heiterundgelassen.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Jul 2020 13:13:46 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=5.9.13</generator>
	<item>
		<title>Über die Wandlung der hektischen Zeit in Gelassenheit</title>
		<link>https://www.heiterundgelassen.de/2011/06/ueber-die-wandlung-der-hektischen-zeit-in-gelassenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingo Zacharias]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 15:34:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit / Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Heitere Gelassenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Innerer Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Hektik]]></category>
		<category><![CDATA[Herzensruhe]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Stresstest]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitdruck]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heiterundgelassen.de/?p=1283</guid>

					<description><![CDATA[Im Alltag sind wir meistens auf dem Sprung. Es gibt viel zu tun, viel zu erledigen. Deshalb muss vieles möglichst schnell gehen. Und während wir noch diese Sache tun, sind wir im Kopf schon bei der nächsten Aktivität. Oder wir versuchen aus einer unangenehmen Tätigkeit oder Situation möglichst schnell raus zu kommen, um uns wieder [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/06/hektische-Zeit-und-Gelassenheit.jpg"><img loading="lazy" class="alignright size-full wp-image-1286" title="Unter Zeitdruck - keine Gelassenheit" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/06/hektische-Zeit-und-Gelassenheit.jpg" alt="" width="354" height="176" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/06/hektische-Zeit-und-Gelassenheit.jpg 492w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/06/hektische-Zeit-und-Gelassenheit-300x148.jpg 300w" sizes="(max-width: 354px) 100vw, 354px" /></a>Im Alltag sind wir meistens auf dem Sprung. Es gibt viel zu tun, viel zu erledigen. Deshalb muss vieles möglichst schnell gehen. Und während wir noch diese Sache tun, sind wir im Kopf schon bei der nächsten Aktivität. Oder wir versuchen aus einer unangenehmen Tätigkeit oder Situation möglichst schnell raus zu kommen, um uns wieder besser zu fühlen.</p>
<p>Fast jeden Tag unterziehen wir uns unserem ganz persönlichen „Stresstest“: <em>„Kriege ich alles hin?“ – „Da muss ich hin!“ – „Damit will ich endlich fertig werden!“</em></p>
<p>Irgendwo in uns kriegen wir mit, wie anstrengend, ja wie auslaugend diese Art zu leben ist. Wir freuen uns vielleicht auf den Urlaub oder einen freien Sonntag im Monat. Oder wir besuchen einen Entspannungskurs, machen Yoga, meditieren morgens 20 Minuten.</p>
<p>Wir lassen uns kurz etwas fallen – aber dann „muss“ es weitergehen. Wir funktionieren und versuchen, gute Gefühle zu maximieren und ungute Gefühle zu minimieren.</p>
<p><span id="more-1283"></span></p>
<h2>„Ich sitze auf meinem Leistungspferd.“</h2>
<p><a href="http://www.herder.de/buecher/details?k_tnr=5406">Maria-Magdalena Robben</a>, Mitarbeiterin im Gästehaus der <a href="http://www.google.com/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CCEQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.abtei-muensterschwarzach.de%2F&amp;rct=j&amp;q=m%C3%BCnsterschwarzach&amp;ei=lULuTeGsLs_3sgbFhYGKBA&amp;usg=AFQjCNG6Idoa8NxLHgE7BoKOOCEy40eyZw&amp;cad=rja">Abtei Münsterschwarzach,</a> hat zu diesem Lebensgefühl ein wunderschönes meditatives Gedicht geschrieben. Es stammt aus dem Buch <a href="http://www.vier-tuerme-verlag.de/Lebenshilfe/Gutes-fuer-Leib-und-Seele/Wenn-du-Gott-erfahren-willst-oeffne-deine-Sinne.html">„Wenn du Gott erfahren willst, dann öffne deine Sinne“ </a>von <a href="http://www.anselmgruen.de/">Anselm Grün</a> (S. 33-36).</p>
<p>Ich lade Sie ein, die Worte in Ruhe (!) auf sich wirken zu lassen. Und spüren Sie am Ende nach, welche Stimmen in Ihnen damit in Resonanz gehen – sowohl positive als auch kritische.</p>
<p>Nehmen Sie alle inneren Stimmen wahr und versuchen Sie in Ruhe (!) herauszufinden, wie eine Veränderung in Richtung mehr Entspannung und Gelassenheit aussehen könnte. Vergessen Sie dabei aber nicht, den Wertbeitrag des gesunden Anteils der „Leistungsstimmen“ zu würdigen und sie angemessen &#8211; aber eben nicht mehr unkontrolliert &#8211;  in eine Veränderung mit einzubeziehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #808080;">Ich sitze auf meinem Leistungspferd</span><br />
<span style="color: #808080;"> und jage durch die Zeit,</span><br />
<span style="color: #808080;"> Stunde um Stunde,</span><br />
<span style="color: #808080;"> Tag für Tag.</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em> <span style="color: #808080;">Schneller, schneller, mein Pferd.</span><br />
<span style="color: #808080;"> Dort kannst du Zeit einsparen.</span><br />
<span style="color: #808080;"> Abkürzung,</span><br />
<span style="color: #808080;"> Sonderangebot.</span><br />
<span style="color: #808080;"> Laufe, mein Pferd,</span><br />
<span style="color: #808080;"> ich will es haben,</span><br />
<span style="color: #808080;"> es lässt mich sparen,</span><br />
<span style="color: #808080;"> mindestens 10 Minuten am Tag,</span><br />
<span style="color: #808080;"> das sind 70 Minuten pro Woche.</span><br />
<span style="color: #808080;"> Wie wunderbar,</span><br />
<span style="color: #808080;"> dann können wir uns noch mehr leisten,</span><br />
<span style="color: #808080;"> ich und du,</span><br />
<span style="color: #808080;"> mein wunderbares Leistungspferd.</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #808080;">Jage weiter!</span><br />
<span style="color: #808080;"> Minute für Minute,</span><br />
<span style="color: #808080;"> Stunde um Stunde,</span><br />
<span style="color: #808080;"> Tag für Tag.</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #808080;">Ich sitze fest im Sattel,</span><br />
<span style="color: #808080;"> halte die Zügel straff,</span><br />
<span style="color: #808080;"> jage weiter</span><br />
<span style="color: #808080;"> von Termin zu Termin,</span><br />
<span style="color: #808080;"> von Sitzung zu Sitzung,</span><br />
<span style="color: #808080;"> von Gespräch zu Gespräch,</span><br />
<span style="color: #808080;"> von Kurs zu Kurs.</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #808080;">Eile dich, mein Pferd,</span><br />
<span style="color: #808080;"> damit wir Großes vollbringen</span><br />
<span style="color: #808080;"> in dieser Welt.</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #808080;">Grau ist mein Pferd,</span><br />
<span style="color: #808080;"> grau und schnell</span><br />
<span style="color: #808080;"> wie ein Pfeil.</span><br />
<span style="color: #808080;"> Ich gebe meinem Grauen die Sporen,</span><br />
<span style="color: #808080;"> treibe es an.</span><br />
<span style="color: #808080;"> Doch eines Tages klopft die Ruhe</span><br />
<span style="color: #808080;"> an meine schnell pochende Herzwand.</span><br />
<span style="color: #808080;"> Mein Pferd geht aus dem Galopp in den Stand,</span><br />
<span style="color: #808080;"> ich flieg’ aus dem Sattel,</span><br />
<span style="color: #808080;"> die Zügel sind mir entglitten,</span><br />
<span style="color: #808080;"> mein Pferd trabt davon,</span><br />
<span style="color: #808080;"> ich liege im Sand. </span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #808080;">„Was willst du von mir?“</span><br />
<span style="color: #808080;"> so schrei ich verzweifelt.</span><br />
<span style="color: #808080;"> „Halt ein, vergiss nicht,</span><br />
<span style="color: #808080;"> die Zeit, sie ist mein.“</span><br />
<span style="color: #808080;"> Ich schnaube, ich schnaufe,</span><br />
<span style="color: #808080;"> so wie mein Grauer,</span><br />
<span style="color: #808080;"> und fürchte mich vor der Ruhe,</span><br />
<span style="color: #808080;"> die an meiner Herzwand lauert.</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #808080;">Wie kann ich zur Ruhe kommen</span><br />
<span style="color: #808080;"> nach all dieser Hast?</span><br />
<span style="color: #808080;"> Ich spüre den inneren Druck</span><br />
<span style="color: #808080;"> als unendliche Last.</span><br />
<span style="color: #808080;"> Wie ein Roulettespiel</span><br />
<span style="color: #808080;"> jagen meine Gedanken</span><br />
<span style="color: #808080;"> Meine Gefühle und Gegensätze</span><br />
<span style="color: #808080;"> in meiner Seele.</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #808080;">Gibt es denn überhaupt noch</span><br />
<span style="color: #808080;"> einen Raum in mir,</span><br />
<span style="color: #808080;"> der zu schweigen versteht,</span><br />
<span style="color: #808080;"> der ohne Leistung und Druck</span><br />
<span style="color: #808080;"> ganz heil in mir lebt?</span><br />
<span style="color: #808080;"> Zeig’ mir den Raum,</span><br />
<span style="color: #808080;"> der ohne Bewertung,</span><br />
<span style="color: #808080;"> ohne Leistung und Zwang,</span><br />
<span style="color: #808080;"> ohne Zeitdruck und Drang,</span><br />
<span style="color: #808080;"> wo kein andrer zuhause ist</span><br />
<span style="color: #808080;"> als nur ich allein.</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #808080;">Ich spüre den Sand</span><br />
<span style="color: #808080;"> zwischen den Fingern</span><br />
<span style="color: #808080;"> und atme die</span><br />
<span style="color: #808080;"> duftende Frühlingsluft.</span><br />
<span style="color: #808080;"> Zum ersten Mal,</span><br />
<span style="color: #808080;"> so ist mir,</span><br />
<span style="color: #808080;"> seh’ ich den Himmel,</span><br />
<span style="color: #808080;"> die Farben der Bäume,</span><br />
<span style="color: #808080;"> das Gras</span><br />
<span style="color: #808080;"> und höre das Gurgeln des Baches,</span><br />
<span style="color: #808080;"> der neben mir fließt.</span><br />
<span style="color: #808080;"> Oder ist es in mir?</span><br />
<span style="color: #808080;"> Ich atme tief ein</span><br />
<span style="color: #808080;"> bis auf den Grund</span><br />
<span style="color: #808080;"> und lasse los</span><br />
<span style="color: #808080;"> endlich los.</span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em><span style="color: #808080;">Ein Traum holt mich ein:</span><br />
<span style="color: #808080;"> Ich steh am Altar</span><br />
<span style="color: #808080;"> in einem Kirchlein</span><br />
<span style="color: #808080;"> in meinem Dorf</span><br />
<span style="color: #808080;"> und halte meine Uhr</span><br />
<span style="color: #808080;"> über die Gaben von</span><br />
<span style="color: #808080;"> Wein und Brot</span><br />
<span style="color: #808080;"> und bitte um Wandlung</span><br />
<span style="color: #808080;"> meiner hektischen Zeit</span><br />
<span style="color: #808080;"> in Gelassenheit. </span></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="color: #808080;">&#8211; Maria-Magdalena Robben</span><em><span style="color: #808080;"><br />
</span></em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Welche Stimmen in Ihnen gehen in Resonanz mit diesen Worten? Spüren Sie eine Sehnsucht nach mehr Gelassenheit in Ihrem Leben?</em></strong></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">© Foto oben: Ursula Deja &#8211; Fotolia.com</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #cbcac8;">_______________</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen<span style="font-size: .51em; font-style: normal;"><a id="leavecomment" href="#respond"> Kommentar</a></span> schreiben. | Neue Artikel per <a href="http://feeds.feedburner.com/heiterundgelassen?format=xml">RSS-Feed</a> oder<a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=heiterundgelassen&amp;loc=de_DE"> E-Mail</a> abonnieren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Es gibt keinen Weg zum Frieden – Frieden ist der Weg.</title>
		<link>https://www.heiterundgelassen.de/2011/05/es-gibt-keinen-weg-zum-frieden-%e2%80%93-frieden-ist-der-weg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingo Zacharias]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 May 2011 16:58:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit / Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Innerer Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Raum der Stille]]></category>
		<category><![CDATA[Gehmeditation]]></category>
		<category><![CDATA[Thich Nhat Hanh]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heiterundgelassen.de/?p=1268</guid>

					<description><![CDATA[Für den vietnamesischen Zen-Lehrer Thich Nhat Hanh ist es eine tiefe innerer Gewissheit: Innerer und äußerer Frieden sind nur möglich, wenn wir uns darin üben, diesen Frieden jetzt, in diesem Moment, lebendig werden zu lassen. Wenn wir den Wunsch in uns spüren, in Frieden zu leben, können wir auf dem Weg dahin nicht Mittel anwenden, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" class="alignright wp-image-1482 size-medium" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2020/07/Thich-Nhat-Hanh-Copy-of-DSC_1807-227x300.jpg" alt="" width="227" height="300" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2020/07/Thich-Nhat-Hanh-Copy-of-DSC_1807-227x300.jpg 227w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2020/07/Thich-Nhat-Hanh-Copy-of-DSC_1807.jpg 757w" sizes="(max-width: 227px) 100vw, 227px" />Für den vietnamesischen Zen-Lehrer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%ADch_Nh%E1%BA%A5t_H%E1%BA%A1nh">Thich Nhat Hanh</a> ist es eine tiefe innerer Gewissheit: Innerer und äußerer Frieden sind nur möglich, wenn wir uns darin üben, diesen Frieden <em>jetzt, in diesem Moment</em>, lebendig werden zu lassen.</p>
<p>Wenn wir den Wunsch in uns spüren, in Frieden zu leben, können wir auf dem Weg dahin nicht Mittel anwenden, die nicht friedlich sind, und glauben, so zu wirklichem Frieden zu finden.</p>
<p>Der inzwischen fast 85-jährige Thich Nhat Hanh hat sich schon in den 1960er Jahren sehr aktiv für den Frieden in Vietnam eingesetzt. Ohne für die kommunistische oder amerikanische Seite Partei zu ergreifen, warb er in Vietnam und den USA für eine Beendigung aller Kampfhandlungen.</p>
<p><span id="more-1268"></span></p>
<h2>Man kann nicht für den Frieden „kämpfen“.</h2>
<p>Für ihn war es sehr befremdlich zu sehen, wie Menschen in den Vereinigten Staaten auf die Straße gingen und dort teilweise aggressiv und gewaltsam für den Frieden in Vietnam „kämpften“. Er fragte sich: <em>Wie können sich Menschen wirklich für den Frieden einsetzen, wenn sie dabei keinen Frieden in ihrem Herzen haben?</em></p>
<p><img loading="lazy" class="alignright wp-image-1483 size-medium" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2020/07/Plum-Village-Son-Ha-2014-Legendary-path-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2020/07/Plum-Village-Son-Ha-2014-Legendary-path-300x300.jpg 300w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2020/07/Plum-Village-Son-Ha-2014-Legendary-path-150x150.jpg 150w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2020/07/Plum-Village-Son-Ha-2014-Legendary-path-144x144.jpg 144w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2020/07/Plum-Village-Son-Ha-2014-Legendary-path.jpg 448w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Immer wieder hat er deshalb auch in den Jahrzehnten nach dem Ende des Vietnam-Krieges – zusammen mit Laien sowie Mönchen und Nonnen seines <a href="http://www.plumvillage.org/">Intersein-Ordens</a> – für den Frieden demonstriert. Aber das Wort „demonstrieren“ ist hier schon nicht mehr passend. Thich Nhat Hanh beschreibt es vielmehr so: <strong>„Wir demonstrieren nicht für den Frieden. Wir <em>sind</em> Frieden. Mit jedem Schritt.“</strong></p>
<p>Es sind stille Geh-Meditationen, nicht Plakate und laute Sprüche, die im wahrsten Sinne des Wortes „für sich sprechen“.</p>
<h2>Stilles Gehen inmitten der Frankfurter City.</h2>
<p>Vor einigen Jahren habe ich eine solche Geh-Meditation des Friedens einmal selbst miterlebt. Nach einem Vortrag auf dem Kirchentag in Frankfurt gingen Thich Nhat Hanh und etwa 400 Menschen schweigend auf der Straße entlang. Es war verwirrend und zugleich sehr bewegend zu sehen, wie wir unterhalb der Frankfurter Bankentürme entlang gingen, eskortiert von der Polizei und auf der anderen Straßenseite Autos ganz normal entlang fuhren.</p>
<p>Viele der Autofahrer waren sicherlich auch sehr verwirrt und haben sich gefragt: „Was tun die da? Wofür demonstrieren die? Wo sind denn die Plakate? Und warum sind die alle so still?“ – Und doch war es sicherlich auch für einige berührend zu sehen, wie Menschen mitten am Tag so still, gesammelt und friedvoll durch eine Stadt gehen können, wo sonst primär Schnelligkeit, Lärm und Hektik vorherrschen.</p>
<h2>Wie können wir Frieden in unseren Körper und unser Herz bringen?</h2>
<p>In diesem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=gzuxdem1xbw" target="_blank" rel="noopener">Video mit Thich Nhat Hanh</a> und einigen seiner Mönche und Nonnen wird die Kraft dieses Weges für mich auf sehr schöne Weise dargestellt. Hier wird vor allem die Frage nach dem Frieden in uns selbst gestellt. Denn: <strong>ohne Frieden in unserem Körper und unserem Geist können wir nicht glücklich sein.</strong></p>
<p><strong>Ist uns das bewusst?</strong></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #cbcac8;">_______________</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen<span style="font-size: .51em; font-style: normal;"><a id="leavecomment" href="#respond"> Kommentar</a></span> schreiben. | Neue Artikel per <a href="http://feeds.feedburner.com/heiterundgelassen?format=xml">RSS-Feed</a> oder<a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=heiterundgelassen&amp;loc=de_DE"> E-Mail</a> abonnieren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was fühlt sich besser an: Zuwendung oder Ablehnung? – Jeder Mensch weiß die Antwort.</title>
		<link>https://www.heiterundgelassen.de/2011/05/was-fuehlt-sich-besser-an-zuwendung-oder-ablehnung-%e2%80%93-jeder-mensch-weiss-die-antwort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingo Zacharias]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 May 2011 10:43:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit / Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Innerer Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Anerkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[menschliches Potenzial]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
		<category><![CDATA[Wertschätzung]]></category>
		<category><![CDATA[Zugehörigkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heiterundgelassen.de/?p=1255</guid>

					<description><![CDATA[Am Anfang eines Seminars oder Vortrags zum Thema „Achtsame Kommunikation – Wie Beziehung gelingt“ fragen meine Partnerin Ute Niemann und ich die TeilnehmerInnen oft: „Was macht für Sie eine gelingende Kommunikation bzw. ein gelingendes Miteinander aus? Welche Qualitäten und Eigenschaften müssten dazu vorhanden sein?“ Einige der Antworten lauten dann: respektvoll, dem anderen mit voller Aufmerksamkeit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/05/Was-fühlt-sich-besser-an.jpg"><img loading="lazy" class="alignright size-medium wp-image-1256" title="Was fühlt sich besser an?" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/05/Was-fühlt-sich-besser-an-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/05/Was-fühlt-sich-besser-an-300x200.jpg 300w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/05/Was-fühlt-sich-besser-an.jpg 424w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Am Anfang eines Seminars oder Vortrags zum Thema <a href="http://www.beziehungs-training.com/">„Achtsame Kommunikation – Wie Beziehung gelingt“</a> fragen meine Partnerin Ute Niemann und ich die TeilnehmerInnen oft: <em>„Was macht für Sie eine gelingende Kommunikation bzw. ein gelingendes Miteinander aus? Welche Qualitäten und Eigenschaften müssten dazu vorhanden sein?“</em></p>
<p>Einige der Antworten lauten dann: respektvoll, dem anderen mit voller Aufmerksamkeit zuhören, interessiert, andere Ansichten gelten lassen, nicht-wertend, einfühlsam, klar, ehrlich, sich Zeit füreinander nehmen, wertschätzend, Raum gebend, verstehen und verstanden werden.</p>
<p>Interessant ist dabei immer wieder folgendes: Keiner kommt auf die Idee zu sagen „Ab und zu gehört auch ein richtiger Streit dazu“, „Manchmal müssen die Fetzen fliegen“, „Man muss seinen Ärger einfach mal rauslassen“, „Dem anderen mal ordentlich seine Meinung sagen – auch mit Kraftausdrücken“. Keiner kommt auf diese Formulierungen.</p>
<p><em>Warum ist das so? Warum fallen den Menschen nur positive Eigenschaften ein?</em></p>
<p><em><span id="more-1255"></span></em></p>
<h2>Tief in uns wissen wir als Menschen, was gut ist und was nicht.</h2>
<p>Jeder Mensch hat eine innere Verbindung dazu, was gut ist und was nicht. Keiner muss uns sagen, was ein geschicktes, ein heilsames, kurz: ein „menschliches“ Verhalten ist. Und keiner muss uns sagen, was ein ungeschicktes, ein unheilsames und damit „unmenschliches“ Verhalten ist.</p>
<p>Und mit „gut“ und „nicht gut“ meine ich nicht irgendeinen moralischen Maßstab, der hierfür zur Bewertung herangezogen wird. Es ist schlicht und ergreifend die Verbindung zu einem inneren Wissen in jedem Menschen. Man könnte sagen, zu einem „Wissen des Herzens“.</p>
<p>Wenn wir uns die Zeit nehmen, ganz in uns hineinzuhorchen, was wir uns eigentlich an Verhalten von anderen Menschen wünschen und was wir eigentlich anderen Menschen geben möchten, werden wir immer auf Beschreibungen wie die oben aufgezählten stoßen.</p>
<h2>Eigentlich brauchen wir Moral und Gesetze nicht.</h2>
<p>Auch die Neurobiologie kommt zunehmend zu der Erkenntnis, dass der Mensch nicht auf ein Gegeneinander, sondern ein Miteinander angelegt ist. <a href="http://www.psychotherapie-prof-bauer.de/">Joachim Bauer</a> beschreibt dies in seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/Prinzip-Menschlichkeit-Warum-Natur-kooperieren/dp/345550017X">„Prinzip Menschlichkeit“</a> so (S. 23):</p>
<blockquote><p>Wir sind – aus neurobiologischer Sicht – auf soziale Resonanz und Kooperation angelegte Wesen. Kern aller menschlichen Motivation ist es, zwischenmenschliche Anerkennung, Wertschätzung, Zuwendung oder Zuneigung zu finden und zu geben.</p></blockquote>
<p>Wir brauchen keine Moral, keine Vorschriften oder Gebote. Wir bräuchten auch keine Gesetze (außer zur praktischen Regelung des sozialen Miteinanders, also z. B. der Vereinbarung, dass wir bei einer roten Ampel stehen bleiben). All diese „Einschränkungen“ von außen waren und sind eine Hilfe für die Menschen, um nicht in ein unheilsames Verhalten abzurutschen. Um nicht unmenschlich zu werden.</p>
<p>Doch wie die Geschichte uns zeigt, haben diese Vorschriften keinen dauerhaften Erfolg. Aus meiner Sicht liegt das daran, dass wir uns – und damit meine ich jeden Einzelnen von uns – nie die Zeit genommen haben, um tief in uns hineinzuhorchen und <em>uns selbst</em> zu fragen: „Du, was macht für <em>dich</em> eigentlich ein gutes, ein gelingendes menschliches Miteinander aus? Wie möchtest <em>du</em> behandelt werden? In welchem Klima möchtest <em>du</em> leben?“</p>
<p>Wenn wir es nicht schaffen, dass, was zunächst als äußere Vorgabe und vermeintliche Beschränkung daher kommt, zu unserem eigenen tiefsten inneren Wunsch zu machen, werden wir diese Vorgaben als Menschen nie wirklich annehmen und sie immer wieder durchbrechen.</p>
<h2>Eine Übung: die 4 Arten des Erlebens.</h2>
<p>Ich möchte Ihnen eine Kontemplation vorstellen, die die innere Verbindung zu Ihrem „Wissen des Herzens“ stärkt. Wenn Sie die Übung öfter machen, kann Sie Ihnen helfen, sich auch in schwierigen Situationen daran zu erinnern, dass ein anderes Verhalten sich „ja eigentlich besser anfühlt“. Dann können Sie sich einen kleinen Ruck geben und aus dem ablehnenden oder aggressiven Verhalten aussteigen.</p>
<p><em>Ein Hinweis vorab:</em> natürlich gibt es auch für unser ungeschicktes Verhalten Gründe, die alles anders als „schlecht“ oder „böse“ sind. Ganz im Gegenteil sind sie Hinweisschilder darauf, was wir an Positivem, an grundlegenden menschlichen Bedürfnissen eigentlich leben möchten. Wenn wir merken, dass wir immer wieder in ein wenig hilfreiches Verhalten rein rutschen, ist es sehr sinnvoll, dort genauer hinzuschauen. Hinweise hierzu finden Sie in anderen Blog-Artikeln von mir.</p>
<p>Aber mit dieser Übung, möchte ich ganz bewusst nur den Fokus auf diesen inneren Platz in uns lenken, der schon jetzt weiß, was eigentlich gut und schön im menschlichen Miteinander ist. Und diese Erkenntnis kann sehr befreiend sein und uns einiges (nicht alles) an psychologischer Transformationsarbeit ersparen.</p>
<p>Jetzt zur Übung. Nehmen Sie sich etwas Zeit, am besten an einem ruhigen Ort und lassen Sie die folgenden Fragen auf sich wirken.</p>
<ul>
<li>Wie fühlt es sich an, wenn ich Wertschätzung und Respekt erfahre? Für meine eigene Meinung und meine ganz eigene Art, mich auszudrücken? Für meine Art, Ich zu sein? Wie fühlt es sich an, wenn ich dazu gehöre, wenn ich gesehen werde oder wenn Menschen mit mir etwas teilen? Wenn mir Vertrauen geschenkt wird, wenn ich geliebt werde? Wie empfinde ich das – für mich selbst?</li>
<li>Wie fühlt es sich an, wenn ich all das nicht bekomme? Wenn ich keine Wertschätzung und keinen Respekt erfahre? Wenn ich nicht dazugehöre, wenn ich nicht… ? Wie erlebe ich das – in mir?</li>
<li>Wie fühle ich mich, wenn ich Wertschätzung und Respekt <em>gebe</em>? Wenn ich die Meinung des anderen und seinen Selbstausdruck wohlwollend aufnehme? Wenn ich die Einzigartigkeit des anderen sehen kann? Wie fühlt es sich an, wenn ich dem anderen zeige, dass er dazugehört? Wenn ich ihn sehe, mit ihm teile, ihm Vertrauen schenke und mit einem offenen Herzen begegne?</li>
<li>Wie fühlt es sich an, wenn ich all das nicht gebe? Was erlebe ich in mir, wenn ich den anderen ablehne, missachte, gering schätze, misstraue, nur an mich denke…? Wie fühlt es sich an, anderen mit Distanz und verschlossenem Herzen zu begegnen?</li>
</ul>
<h2>Anmerkungen zur Übung.</h2>
<p>Am bekanntesten dürfte für viele von uns das Erleben unter Punkt 2 sein. Sehr wahrscheinlich können wir gut nachempfinden, dass sich das nicht gut anfühlt.</p>
<p>Falls Punkt 1 zunächst schwierig für Sie ist, nehmen Sie kleine Situationen des Alltags, wo Sie das Wohlwollen anderer Menschen erlebt haben (z. B. jemand hält Ihnen die Tür auf). Dann werden Sie sicher noch auf andere Situation stoßen.</p>
<p>Die Punkte 3 und 4 sind vielleicht erst etwas ungewohnt. Aber wenn Sie damit in Kontakt sind, können Sie sich zusätzlich die Frage stellen: <em>„Fühlt sich das nicht genauso an, wie wenn ich Liebe, Wertschätzung, Vertrauen selber </em>bekomme<em>?“</em> Bzw. <em>„Fühlt es sich nicht genauso ungut an, wie wenn ich all das nicht bekomme?“</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mit der Zeit können Sie immer klarer erkennen, dass es die <em>gleiche</em> Energie der Liebe, des Vertrauens, der Wertschätzung etc. ist, die ich in mir erlebe, <em>egal ob sie gebe oder bekomme</em>. Diese Erkenntnis ist sehr befreiend. Und die Ironie dabei ist, dass, je mehr wir aus freien Stücken geben, wir auch immer mehr dieser Energien „zurück bekommen“.</p>
<p>Das Entscheidende dieses Prozesses ist unser eigenes Erleben. Unsere Gefühl leitet und führt uns. Es ist Ursache und Ausdruck unseres Wohlbefindens. Wenn wir vom Kopf in unser Herz kommen, tun wir uns selbst am meisten Gutes. Und damit tun wir auch anderen Menschen Gutes.</p>
<p><em><strong>Fühlt es sich für Sie gut an, Wertschätzung, Vertrauen und Liebe zu geben und zu bekommen?</strong></em></p>
<p><em>Anmerkung: Die wesentlichen Hinweise und Anregungen dieses Blog-Artikels verdanke ich <a href="http://www.intersein-zentrum.de/lehrer.html">Karl Riedl</a>, der zusammen mit seiner Frau Helga das <a href="http://www.intersein-zentrum.de/">Intersein-Zentrum</a> leitet. Danke, Karl!</em></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">© Foto oben: Darren Baker &#8211; Fotolia.com</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #cbcac8;">_______________</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen<span style="font-size: .51em; font-style: normal;"><a id="leavecomment" href="#respond"> Kommentar</a></span> schreiben. | Neue Artikel per <a href="http://feeds.feedburner.com/heiterundgelassen?format=xml">RSS-Feed</a> oder<a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=heiterundgelassen&amp;loc=de_DE"> E-Mail</a> abonnieren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Introvision: Gelassen und handlungsfähig durch Auflösung des Muss-Darf-nicht-Gefühls</title>
		<link>https://www.heiterundgelassen.de/2011/04/introvision-gelassen-und-handlungsfaehig-durch-aufloesung-des-muss-darf-nicht-gefuehls/</link>
					<comments>https://www.heiterundgelassen.de/2011/04/introvision-gelassen-und-handlungsfaehig-durch-aufloesung-des-muss-darf-nicht-gefuehls/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingo Zacharias]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 10:51:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit / Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Heitere Gelassenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Innerer Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Handlungsfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[innerer Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Introvision]]></category>
		<category><![CDATA[Mentale Blockade]]></category>
		<category><![CDATA[Mentaltraining]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heiterundgelassen.de/?p=1224</guid>

					<description><![CDATA[Immer wieder erleben wir, dass wir etwas Bestimmtes tun oder lassen wollen, aber es geht einfach nicht. Immer wieder sind wir in ähnlichen Situationen verärgert oder haben Angst, obwohl wir uns vorgenommen haben, diesmal gelassen und souverän zu reagieren. Immer wieder schieben wir Dinge wider besseren Wissens vor uns her, tun uns mit anstehenden Entscheidungen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder erleben wir, dass wir etwas Bestimmtes tun oder lassen wollen, aber es geht einfach nicht. Immer wieder sind wir in ähnlichen Situationen verärgert oder haben Angst, obwohl wir uns vorgenommen haben, diesmal gelassen und souverän zu reagieren.</p>
<p>Immer wieder schieben wir Dinge wider besseren Wissens vor uns her, tun uns mit anstehenden Entscheidungen schwer oder verlieren uns in schier endlosen Gedankenketten.</p>
<p>In all diesen Situationen haben wir einen inneren Konflikt: das, was wir möchten, steht im Widerspruch zu dem, was wir tatsächlich tun bzw. erreichen. Irgendetwas in uns sorgt für eine mentale Blockade.</p>
<p><em>Was kennzeichnet diese Blockade und wie kann sie aufgelöst werden?</em></p>
<p><em><span id="more-1224"></span></em></p>
<h2>Klassische Veränderungs-Arbeit.</h2>
<p>In heute weit verbreiteten Ansätzen zur Veränderung lernt der Klient, die „hinderlichen“ Persönlichkeitsanteile und ihre guten Gründe für ihr Verhalten näher kennen zu lernen, um dann aus einer wertschätzenden Haltung allen inneren Anteilen gegenüber zu einem neuen Verhalten zu finden.</p>
<p>Oder er entdeckt zunächst die Ursachen für sein standhaftes, aber jetzt unpassendes Verhalten in der Kindheit. Dann versucht er, wie in der Verhaltenstherapie, das gewünschte Verhalten einzuüben und dabei vorhandene Ängste zu überwinden (und damit neue Bahnen im Gehirn zu legen).</p>
<h2>Introvision: Dem „Schlimmgefühl“ achtsam ins Gesicht schauen.</h2>
<p>Der Ansatz der Introvision geht einen anderen Weg. Ich nenne ihn den direkten Weg. Kurz gesagt besteht er darin, einem (sehr) unangenehmem Gefühl achtsam ins Gesicht zu schauen und dadurch das „Schlimmgefühl“ von einem fordernden Gedanken zu entkoppeln.</p>
<p>Dahinter stehen zwei Überlegungen bzw. Erkenntnisse:</p>
<p><strong>1.</strong> Menschen haben oft Vorstellungen über sich und die Welt entwickelt, die lauten: „Ich muss…“ und „Ich darf nicht…“. Also z. B.:. „Ich darf mich nicht blamieren.“ oder „Ich muss erfolgreich sein.“ Diese Forderungen an sich selbst kann man „Zwangsgedanken“ nennen, denn sie zwingen uns zu einem bestimmten Verhalten.</p>
<p>Auch hinter Formulierungen wie „Ich sollte…“ oder „Ich will…“ können sich Zwangsgedanken verbergen. Deshalb kann man zu Recht sagen, dass wir unter dem „Muss-Darf-nicht-Syndrom“ leiden.</p>
<p><strong>2. </strong>Die Zwangsgedanken müssen (per Definition) auf jeden Fall eingehalten werden. Deshalb brauchen wir dazu eine starke Erinnerung. Die erhalten wir durch starke Gefühle und intensive körperliche Erregung. Sie sagen uns: „Achtung! Vorsicht!“</p>
<p>Dieses unangenehme Gefühl wird dann mit der Zeit zu unserem eigentlichen Problem. Denn als Menschen wollen wir verständlicherweise „Unangenehmes“ so weit wie möglich vermeiden. Gelingt es nun, dieses Gefühl zu schwächen oder aufzulösen, dann hat auch der dazugehörige Satz keine Kraft mehr.</p>
<p>Wir werden frei.</p>
<h2>Ein wissenschaftlich erforschter Ansatz.</h2>
<p>Entwickelt wurde die Introvision von <a href="http://www.epb.uni-hamburg.de/node/2667">Angelika C. Wagner</a>. Als Professorin an der Uni Hamburg hat sie den Ansatz dabei immer wieder empirisch überprüft und konnte seine Wirkung unter&nbsp;&nbsp; unterschiedlichsten Bedingungen feststellen: u. a. bei Studenten vor Prüfungen, bei Suchtverhalten, bei Menschen mit chronischen Beschwerden oder bei Entscheidungsproblemen. Außerdem wird die Introvision zunehmend als <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,746837,00.html">Mentaltraining im Spitzensport</a> angewandt.</p>
<p>Ich werde weitgehend auf das Vokabular und den von Angelika Wagner entwickelten theoretischen Hintergrund verzichten, da beides sehr wissenschaftstheoretisch „rüberkommt“ und aus meiner Sicht hier in der Kürze mehr zur Verwirrung als zur Klarheit beiträgt.</p>
<p>Im Anschluss an ein Fallbeispiel werde ich die Introvision noch in mein Verständnis von Veränderung und Persönlichkeitsentwicklung einordnen.</p>
<h2>Das Fallbeispiel „Ich muss mehr lächeln“.</h2>
<p><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/04/Wagner-Introvision.jpg"><img loading="lazy" class="alignright size-full wp-image-1229" title="Wagner - Introvision" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/04/Wagner-Introvision.jpg" alt="" width="107" height="160"></a>Angelika Wagner schildert in ihrem Buch <a href="http://www.amazon.de/Gelassenheit-durch-Aufl%C3%B6sung-innerer-Konflikte/dp/3170189298/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1303034832&amp;sr=8-1">„Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte“</a> ein sehr eindrückliches Beispiel über Vorgehen und Wirkung der Introvision (S. 192ff).</p>
<p>Eine junge Frau hat gerade den Wohn- und Studienort gewechselt und es ist ihr sehr wichtig, jetzt Freundschaften mit Einheimischen schließen. An ihrem alten Wohnort ist ihr das nicht gelungen, von daher will sie unbedingt vermeiden, dass dies erneut passiert. Ihre Hauptstrategie dafür lautet: mehr lächeln. Für die Frau ist dieses „mehr lächeln“ ein Synonym für eine freundliche und einladende Wirkung auf andere.</p>
<p>In der Introvision versucht sie zunächst herauszufinden, was bei diesem Thema ihre Forderungen an sie selbst sind. Die erste Forderung lautet: „Ich <em>muss</em> lächeln.“</p>
<p>Daraufhin stellt sie fest: „Aber es kann sein, dass ich nicht lächle.“ – Auf die innere Nachfrage „Und was ist so unangenehm oder schlimm daran, nicht zu lächeln? Was passiert dann?“ taucht der Satz auf: „Dann wirke ich nicht freundlich und einladend.“</p>
<p>Hier erkennt sie eine weitere Forderung an sich selbst: „Ich <em>muss</em> freundlich und einladend wirken.“ Wieder stellt sie fest: „Es kann sein, dass ich nicht freundlich und einladend wirke.“ – „Und wo ist das Problem, so nicht zu wirken?“ – „Dann bin ich ganz allein!“ Ihre Forderung an sich selbst lautet also: „Ich <em>darf nicht</em> allein sein!“.</p>
<p>Achtsam konstatiert sie: „Aber es kann sein, dass ich allein bin:“ – „Und was ist so unangenehm daran? Was bedeutet das?“ – „Dann zeigt sich, dass ich nicht geliebt werde.“ Hier findet die Frau zu ihrer <strong>Kernforderung an sich selbst: „Ich <em>will</em> geliebt werden.“</strong></p>
<h2><strong>„</strong>Es kann sein, dass der schlimmste Fall eintritt.&#8220;</h2>
<p>Die größte Bedrohung oder Befürchtung hinter dem Anspruch „mehr zu lächeln“ für die junge Frau ist, dass sie nicht geliebt wird. Sie will alles dafür tun, dass dieser Fall nicht eintritt.</p>
<p><strong>Das eigentliche Problem, die tiefste Selbstanweisung heißt also: „Es darf nicht sein, dass ich nicht geliebt werde.“</strong> Sobald eine Situation einzutreten droht, in der sie subjektiv erlebt, nicht geliebt zu werden, werden all ihre Handlungen durch den Satz „Tue alles, damit das nicht eintritt.“ gesteuert.</p>
<p><strong>Die Auflösung des Problems liegt in der Introvision nun darin, sich genau diesen Fall vor Augen zu halten: „Es kann sein, dass ich nicht geliebt werde.“</strong> Dieser Satz löst starke Gefühle aus, meistens Angst. Die Kunst besteht jetzt darin, den Satz zu sagen und auftretende Gefühle, Körperempfindungen und weitere Gedanken achtsam wahrzunehmen.</p>
<h2>Die Kraft der Achtsamkeit.</h2>
<p>Achtsamkeit bedeutet, dass ich alles wahrnehme, was an Gedanken, Gefühlen,&nbsp; Körperempfindungen, inneren Bildern oder äußeren Reizen in diesem Moment da ist – aber ohne sie zu bewerten, zu beurteilen oder begrifflich festzulegen.</p>
<p>Achtsamkeit schafft Abstand und sorgt für eine Unterbrechung des sonst automatischen Reagierens auf Reize von innen oder außen. Angelika Wagner benutzt hierfür den Begriff „Konstatierend Aufmerksames Wahrnehmen (KAW)“. Mehr zur Achtsamkeit finden Sie in diesem <a href="https://www.heiterundgelassen.de/2011/01/warum-achtsamkeit-ein-ganz-ausergewoehnlicher-zustand-ist/">Blog-Artikel</a>.</p>
<h2>Gelassen und handlungsfähig ohne aktives Tun.</h2>
<p>Die Frau wendet nun zwei Wochen lang jeden Morgen eine halbe Stunde das achtsame Wahrnehmen auf ihre Kernforderung und die damit verbundenen Gefühle an. Schon in den ersten Tagen fühlt sie sich „seltsam entspannt“ – und lächelt spontan mehr.</p>
<p>Die Übung fällt ihr mit der Zeit immer leichter und <strong>sie bekommt so etwas wie eine „egalitäre Einstellung gegenüber ihrem ‚Sorgenkind’“</strong>. In der dritten Woche bemerkt sie bei einem Problem mit einem Mitbewohner, dass das unangenehme Gefühl verschwunden ist. Auch die Kernforderung an sich selbst „Ich will geliebt werden.“ ist nicht mehr so einfach auszumachen.</p>
<p>Im Umgang mit Menschen bemerkt sie, dass sie häufiger lächelt. Aber vor allem geht sie entspannter und erfolgreicher in den Kontakt mit anderen Menschen – mal mit und mal ohne zu lächeln.</p>
<p>Die Veränderung in die gewünschte Richtung findet statt, ohne dass die Frau aktiv eine neue Verhaltensstrategie anwendet. &#8222;Es passiert einfach“ &#8211; nachdem sie zuvor Introvision angewandt hat. Sie wird gelassen und souveräner. Sie handelt, ohne im Kopf zu haben: „So muss ich handeln, damit ich neue Freunde finde.“</p>
<h2>Warum eine Befürchtung ihre Wirkmacht verliert.</h2>
<p>Wenn es gelingt, in der Introvision in der achtsamen Haltung zu verweilen, während man seinen persönlichen „schlimmsten Fall“ vor Augen hat, geschieht etwas Erstaunliches: die Erregung des Körpers nimmt fast immer schnell ab. Die Angst bzw. die starken körperlichen Empfindungen können sich nicht halten. Und damit verliert auch der Satz „Es darf nicht sein, dass ich nicht geliebt werde.“ seine Kraft.</p>
<p>Es ist so, als würde man aus einem Luftballon die Luft rauslassen. Hinter dem bisher so gefürchteten Satz steckt keine Energie mehr, denn diese Energie war ja nur im Körper in Form von unangenehmen Empfindungen und Gefühlen.</p>
<p>Gefahren und Bedrohungen für unser Wohlergehen, für unsere Psyche, erscheinen uns sehr real. Sie sind zwar oft unbewusst, steuern aber doch sehr wirkungsvoll unser Verhalten. <strong>Bringen wir diese Befürchtungen in das Licht der Bewusstheit (was nur ein anderer Name für Achtsamkeit ist), erhalten sie durch das bloße Wahrnehmen keine neue Nahrung mehr.</strong> Sie beginnen, ihre Wirkmacht zu verlieren.</p>
<p>Lebendig bleiben die Befürchtungen nur, wenn wir die dazugehörigen Sätze weiter glauben und so immer wieder die entsprechenden Gefühle produzieren. Von einer spirituellen Ebene aus betrachtet kann man sagen, dass die Befürchtungen noch nie real waren, sondern nur als Vorstellung in unserem Geist existierten.</p>
<p>Diese Sichtweise wird sehr schön am Ende <a href="https://www.youtube.com/watch?v=sb2YOg_dkQM" target="_blank" rel="noopener">dieses Videoclips</a> deutlich:</p>
<h2>Anmerkungen zur Anwendung der Introvision.</h2>
<ul>
<li>Im Kern trifft man bei der Introvision meistens auf drei Erfahrungen, die unbedingt zu vermeiden sind: ein Gefühl der Hilflosigkeit, der Wertlosigkeit und des Ungeliebtseins. Sie berühren uns existenziell und wir tun nahezu alles, um zu vermeiden, dass wir dies erleben.</li>
<li>Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung ist Erfahrung mit der Praxis der Achtsamkeit. Bevor die Introvision angewandt wird, ist es notwendig, über einige Wochen Achtsamkeit mit anderen Objekten (z. B. Geräuschen, Gerüchen, visuelle Reizen oder dem Atem) zu üben. Auch die Frau im Fallbeispiel hatte zuvor über längere Zeit Achtsamkeit geübt. Ist diese Fähigkeit zur Achtsamkeit nicht vorhanden, verliert man sich sofort in dem unangenehmen Gefühl oder will es loswerden. Oder man versucht, dem inneren Konflikt durch ausweichende Gedanken wie Relativieren, Beklagen oder Bagatellisieren zu entkommen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Das „sich in Luft auflösen“ des unangenehmen Gefühls geschieht von Person zu Person und von Fall zu Fall verschieden. Manchmal löst sich die innere Anspannung sehr schnell, manchmal ist die Veränderung unscheinbar. Meistens braucht es aber das wiederholte Anwenden der Introvision über einige Wochen, um das Gefühl von der gedanklichen Forderung an sich selbst zu entkoppeln.</li>
</ul>
<ul>
<li>Wie im Fallbeispiel deutlich wird, ist die Introvision gut für die Selbstanwendung geeignet.Für die ersten Male empfiehlt es sich jedoch, die Introvision mit der Unterstützung eines Coaches zu machen. So ist es meist deutlich leichter, die verschiedenen Forderungen an sich selbst genau zu erkennen und nicht aus dem achtsamen Wahrnehmen des unangenehmen Gefühls „herauszufallen“. Auch das Erlernen der Achtsamkeit geschieht sinnvollerweise zunächst mit einem Trainer (oft in einer Gruppe).</li>
</ul>
<h2>Heute brauchen wir die Muss-Darf-nicht-Gefühle nicht mehr.</h2>
<p>Positive Ansätze zur Persönlichkeitsveränderung, die uns in Kontakt mit unseren Fähigkeiten, Wünschen und Ressourcen bringen wollen, sind wichtig und wertvoll, reichen aber oft nicht aus. Vom Ursprung unseres Wesens wollen wir unser Überleben sichern. Das tun wir durch die Abwendung von Gefahren. Die Vermeidung von (vermeintlich) gefährlichen Situationen ist also tief in uns verankert.</p>
<p>Als Kinder sind wir völlig abhängig vom Wohlwollen anderer Menschen. So haben wir gelernt, bestimmte Situationen, die wir als bedrohlich empfunden haben, „nie wieder“ zu erleben. <strong>Doch als Erwachsene können wir erkennen, dass wir&nbsp; psychisch heute nicht mehr bedroht sind und auch nicht bedroht werden können.</strong></p>
<p>Mit der Methode der Introvision können wir diese Erkenntnis hautnah machen. Wir erleben, dass Befürchtungen von „Ich muss…“, „Ich darf nicht…“ und die dazugehörigen Körpergefühle uns nichts anhaben können. Ganz im Gegenteil: sie haben heute keine Kraft und keine Realität mehr.</p>
<p>So finden wir zu einer grundlegenden Gelassenheit in uns und können zugleich souverän handeln. Stress und innere Blockaden haben wir nur, solange wir dem „Schlimmgefühl“ nicht achtsam ins Gesicht schauen.</p>
<p><strong><em>Wo wären Sie gerne gelassen und souverän handelnd? Welchen Befürchtungen würden Sie gerne achtsam ins Gesicht schauen?</em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #cbcac8;">_______________</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen<span style="font-size: .51em; font-style: normal;"><a id="leavecomment" href="#respond"> Kommentar</a></span> schreiben. | Neue Artikel per <a href="http://feeds.feedburner.com/heiterundgelassen?format=xml">RSS-Feed</a> oder<a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=heiterundgelassen&amp;loc=de_DE"> E-Mail</a> abonnieren.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.heiterundgelassen.de/2011/04/introvision-gelassen-und-handlungsfaehig-durch-aufloesung-des-muss-darf-nicht-gefuehls/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum sind Sie mit Ihrem Partner zusammen?</title>
		<link>https://www.heiterundgelassen.de/2011/03/warum-sind-sie-mit-ihrem-partner-zusammen/</link>
					<comments>https://www.heiterundgelassen.de/2011/03/warum-sind-sie-mit-ihrem-partner-zusammen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingo Zacharias]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 10:23:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit / Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bedürfnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaftsmotive]]></category>
		<category><![CDATA[Zugehörigkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heiterundgelassen.de/?p=1211</guid>

					<description><![CDATA[„Weil ich ihn liebe.“ So lautet wahrscheinlich Ihre spontane Antwort. Aber Liebe als Gefühl ist etwas sehr Unbeständiges. Gefühle kommen und gehen unentwegt in uns: gerade noch fühlen wir uns offen und liebevoll und im nächsten Moment sind wir – ganz unerwartet – verärgert und abweisend. Mit dem Wort „Liebe“ bringen die meisten von uns [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Gründe-für-Paarbeziehungen.jpg"><img loading="lazy" class="alignright size-medium wp-image-1212" title="Couple lying in grass sleeping" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Gründe-für-Paarbeziehungen-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Gründe-für-Paarbeziehungen-300x200.jpg 300w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Gründe-für-Paarbeziehungen.jpg 424w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>„Weil ich ihn liebe.“ So lautet wahrscheinlich Ihre spontane Antwort. Aber Liebe als Gefühl ist etwas sehr Unbeständiges. Gefühle kommen und gehen unentwegt in uns: gerade noch fühlen wir uns offen und liebevoll und im nächsten Moment sind wir – ganz unerwartet – verärgert und abweisend.</p>
<p>Mit dem Wort „Liebe“ bringen die meisten von uns im Kontext einer Paarbeziehung eine ganz spezielle Verbundenheit mit einem Menschen zum Ausdruck. Wir empfinden so etwas wie eine Grundstimmung besonderer Zuneigung, die unter den ständig wechselnden Gefühlen bestehen bleibt. Und wenn wir keine Liebe mehr empfinden ist eben diese Grundstimmung verloren gegangen.</p>
<p><em>Warum leben Menschen nun in einer Paarbeziehung? Was ist das Fundament dieser ganz speziellen Verbindung zwischen zwei Menschen, so dass sie bereit sind, ihr Leben miteinander zu teilen?</em></p>
<p><span id="more-1211"></span></p>
<p>Ohne eine grundsätzliche Erklärung für das Phänomen „Partnerliebe“ geben zu wollen, möchte ich in diesem Artikel auf einige Motive eingehen, die aus meiner Sicht einerseits schon unbewusst die Partnerwahl – und damit unser Empfinden von Liebe – beeinflussen und andererseits entscheidend zur Festigung (oder auch zur Auflösung) der Paarbeziehung führen.</p>
<p><a href="http://www.michaelmary.de/">Michael Mary</a> nennt in seinem Buch <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=2&amp;ved=0CCYQFjAB&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FErlebte-Beratung-Paaren-Michael-Mary%2Fdp%2F3608944710&amp;ei=UQCTTZXhAsrasgbhsJnQBg&amp;usg=AFQjCNERiPvgPfozH8QZ3nXW6ngRYLKHEw">„Erlebte Beratung mit Paaren“</a> vier Gründe oder Bereiche, warum Menschen in einer Beziehung leben:</p>
<h2>Bedürfnisorientierte Beziehungen</h2>
<p>In dieser Form der Beziehung können bestimmte Bedürfnisse besonders gut erfüllt werden. Zentral  Bedürfnisse sind hier: Geborgenheit/Zugehörigkeit („Ich will nicht alleine leben“), materielle Sicherheit, geistiger Austausch und Sexualität.</p>
<h2>Projektorientierte Beziehungen</h2>
<p>Sie dienen der Verwirklichung von Lebensträumen. Sie können in der Gründung einer Familie bestehen, dem Aufbau einer Firma, in sozialem oder politischem Engagement oder einer spirituellen Ausrichtung.</p>
<p>Eine projektorientierte Beziehung betont besonders die partnerschaftliche Liebe. Nicht die leidenschaftliche Liebe sondern die freundschaftliche Verbundenheit steht im Mittelpunkt. Wie ein Paar es nach mehr als 40 Jahren gemeinsamen Weges ausdrückte: „Wir sind wie Bruder und Schwester füreinander.“</p>
<h2>Wesenhafte Ergänzungen</h2>
<p>Man kann einen Menschen lieben, weil man mit ihm ein besonderes Gefühl der Ganzheit erlebt. Bestimmte Eigenschaften, die man bei sich selbst kaum oder nicht findet, spürt man intensiv im Kontakt mit dieser Person. So kann sich Kraft mit Zartheit oder Bodenständigkeit mit Verrücktheit verbinden.</p>
<h2>Ein gemeinsamer Liebesmythos</h2>
<p>Bei dieser Beziehungsgrundlage haben beide Partner eine gleiche normative Vorstellung, worin der Sinn und das Glück einer Beziehung liegt. Diese Vorstellung kann lauten: „Wir wollen füreinander da sein, bis der Tod uns scheidet.“, „Wir wollen für immer treu sein“, „Wir wollen eine (sexuell) offene Beziehung führen“ oder „Wir wollen eine christliche Ehe führen“.</p>
<p>Ein Beziehungsmythos kann die Partner sehr fest aneinander binden und sie große Schwierigkeiten überstehen lassen. Zugleich kann die Verletzung dieser Grundlage durch einen Partner zu einer tiefen Krise führen.</p>
<p>Diese Aufteilung in vier Bereiche ist natürlich nur ein Hilfsmittel, um sich die eigenen Motive bewusster machen zu können. In der Realität überlappen sich diese Bereiche bzw. es kommen mehrere gleichzeitig vor.</p>
<h2>Die größte Gefahr für die Beziehung sind die Partner.</h2>
<p>Mit diesem Satz beschreibt Michael Mary, dass die Beziehungsgrundlagen für die Partner nicht ein für alle Mal festgelegt sind, sondern sich im Laufe des Lebens ändern können. Und zwar sehr stark.</p>
<p>Ist beispielsweise für die Partner das Motiv „Familiengründung“ lange Zeit dominierend, wird nach dem Auszug der Kinder aus dem Elternhaus eine Neuorientierung notwendig. Was verbindet uns jetzt? Gibt es andere Motive, die bisher am Rande standen, etwa das Bedürfnis nach Geborgenheit, die für beide jetzt in den Mittelpunkt treten können? Oder gibt es andere Motive, wie das der Selbstbestimmung, das jetzt so stark ist, dass es keine tragfähige Grundlage für die Beziehung mehr gibt?</p>
<h2>Die Liebe braucht eine realistische Grundlage.</h2>
<p>Ich finde es sehr hilfreich, sich ganz realistisch über die Beziehungsgründe Gedanken zu machen. Denn diese nüchterne Betrachtung kann viel unnötiges Leiden vermeiden und die Grundstimmung der Liebe auf ein neues Fundament stellen.</p>
<p>Natürlich kann es auch passieren, dass Anziehung und Liebe füreinander „einfach weg sind“ – trotz gemeinsamer Beziehungsgrundlage. Aber meistens verschwindet dieses Empfinden als Ergebnis eines Prozesses, in dem wir für uns neue Prioritäten gesetzt haben und der Meinung sind, dass diese Prioritäten nicht mehr mit denen des Partners übereinstimmen.</p>
<p>Das Problem dabei: dieser Prozess läuft oft völlig unbewusst ab. Erst das vermehrte Auftauchen von Konflikten in der Beziehung kann ein Hinweisschild sein, das sagt: <em>„Irgendetwas hat sich verändert in unseren Prioritäten. Lass es uns herausfinden und darüber reden, was das für unsere Beziehung bedeutet.“</em></p>
<h2>Praktische Selbst-Reflexion</h2>
<p>Vielleicht haben Sie durch das Lesen schon spontan ein Gefühl dafür bekommen, wo Ihr Beziehungsschwerpunkt liegt. Aber die Frage „Warum sind Sie zusammen?“ kann auch zunächst mehr Verwirrung als Antworten auslösen. Dann kann es hilfreich sein zu fragen:</p>
<p><em><strong>„Was würde Ihnen am meisten fehlen, wenn Sie nicht mehr zusammen wären?“</strong></em></p>
<p>Wenn Sie die bedürfnisorientierte Beziehungsgrundlage näher erforschen wollen, können Sie<a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Beduerfnisse_-und_Verhaltensstrategien.pdf"> hier</a> eine Bedürfnisliste herunterladen. In diesem Arbeitsblatt finden Sie auch die wichtige Unterscheidung zwischen Bedürfnissen und Verhaltensstrategien (in Anlehnung an die <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CDEQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FGewaltfreie_Kommunikation&amp;ei=6f-STY6XPNC7hAfLy8yQDw&amp;usg=AFQjCNF0qTthIHfYEnhbCnSsntuGQymQJg">Gewaltfreie Kommunikation</a>).</p>
<p>Sind Ihnen beiden die Motive für Ihr Zusammensein bewusster geworden, können Sie in einem zweiten Schritt schauen, welche Veränderungen in den Schwerpunkten Sie sich wünschen und ob Sie gemeinsame Absprachen treffen können, diese mehr zu leben.</p>
<p>Wenn es für Sie schwierig ist, sich über Ihre Beziehungsgrundlage klar zu werden bzw. mit dem Partner über Ihre Motive konstruktiv zu reden, können Sie auch eine <strong>Kurzzeit-Paarberatung</strong> (mit der sehr effektiven Methode der <a href="https://www.heiterundgelassen.de/2011/02/erlebte-beratung-wie-paare-in-60-minuten-eine-langjaehrige-konfliktdynamik-durchbrechen-teil-1/">Erlebten Beratung</a>) mit <a href="http://www.beziehungs-training.com/">Ute Niemann und mir</a> wahrnehmen.</p>
<p><strong><em>Was ist Ihre Beziehungsgrundlage? Und wie hat sie sich schon im Laufe der Zeit verändert? </em></strong></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">© Foto oben: Monkey Business &#8211; Fotolia.com</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #cbcac8;">_______________</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen<span style="font-size: .51em; font-style: normal;"><a id="leavecomment" href="#respond"> Kommentar</a></span> schreiben. | Neue Artikel per <a href="http://feeds.feedburner.com/heiterundgelassen?format=xml">RSS-Feed</a> oder<a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=heiterundgelassen&amp;loc=de_DE"> E-Mail</a> abonnieren.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.heiterundgelassen.de/2011/03/warum-sind-sie-mit-ihrem-partner-zusammen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die 7 Stufen der Gelassenheits-Stress-Skala</title>
		<link>https://www.heiterundgelassen.de/2011/03/die-7-stufen-der-gelassenheits-stress-skala/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingo Zacharias]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 14:46:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit / Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Heitere Gelassenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionale Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Entschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Herzensruhe]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heiterundgelassen.de/?p=1192</guid>

					<description><![CDATA[Wie ist Ihr geistiger und körperlicher Zustand in diesem Moment? Gelassen? Gestresst? Oder nicht richtig gelassen, aber auch nicht richtig gestresst? Gewöhnlich verbinden wir mit Gelassenheit einen Zustand wie auf dem Bild rechts. Es ist ein Zustand, wo wir innerlich die Anforderungen des Alltags für eine Weile hinter uns lassen. Demgegenüber erleben wir Stress, wenn [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Gelassenheit.jpg"><img loading="lazy" class="alignright size-medium wp-image-1195" title="junge blonde Frau entspannt, Füße hoch, vor Laptop auf Balkon" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Gelassenheit-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Gelassenheit-300x200.jpg 300w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Gelassenheit.jpg 424w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Wie ist Ihr geistiger und körperlicher Zustand in diesem Moment? Gelassen? Gestresst? Oder nicht richtig gelassen, aber auch nicht richtig gestresst?</p>
<p>Gewöhnlich verbinden wir mit Gelassenheit einen Zustand wie auf dem Bild rechts. Es ist ein Zustand, wo wir innerlich die Anforderungen des Alltags für eine Weile hinter uns lassen. Demgegenüber erleben wir Stress, wenn wir uns getrieben fühlen, wenn wir (oft unbewusst) immer schon das Nächste im Blick haben, obwohl wir jetzt erstmal hier etwas zu tun haben.</p>
<p>Doch bei genauerem Hinsehen gibt es eine größere Anzahl an Gelassenheits- und Stresszuständen. Ich empfinde eine solche Differenzierung als hilfreich, um zu verstehen, wo ich gerade stehe (oder in einer bestimmten Situation stand). So kann ich besser erkennen, wie weit ich von den Zuständen von Gelassenheit entfernt bin, auf welche inneren Prozesse ich in Zukunft besser achten sollte und was mir in einer schwierigen Situation als Akutmaßnahme helfen könnte.</p>
<p><span id="more-1192"></span></p>
<p>Und es kann eine Entlastung sein zu sehen, dass diese verschiedenen Zustände zum „menschlichen Verhaltensrepertoire“ gehören, also in gewisser Weise „normal“ sind.</p>
<p><a href="http://epb.uni-hamburg.de/node/2667">Angelika C. Wagner</a> hat dazu ein 7-stufiges Modell – die sog. „Psychotonusskala“ –&nbsp; entwickelt, die ich hier in leicht abgewandelter Form darstellen möchte. Es findet sich in ihrem Buch <a href="http://www.amazon.de/Gelassenheit-durch-Aufl%C3%B6sung-innerer-Konflikte/dp/3170189298/ref=ntt_at_ep_dpi_1">„Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte“</a>.</p>
<h2>Die Gelassenheits-Stress-Skala</h2>
<p><strong>Stufe 1: Absolute innere Ruhe</strong></p>
<p>Dieser tiefste Zustand von Gelassenheit zeichnet sich durch ein Erleben von Ichlosigkeit, Zeitlosigkeit und der Verbundenheit mit allem Seienden aus. Alles, was ein Mensch in diesem Zustand wahrnimmt, hat eine eigene Schönheit und besondere Intensität. In spirituellen Traditionen spricht man hier von einer mystischen Erfahrung oder Erleuchtungserfahrung.</p>
<p><strong>Stufe 2: Versunkenheit und Flow-Erleben</strong></p>
<p>Prägnante Merkmale dieser Stufe sind: Innere Ruhe, Mühelosigkeit des Tuns, große Energie und eine hohe Wahrnehmungsfähigkeit. Man ist im wahrsten Sinne des Wortes „im Fluss“ mit dem, was man gerade tut und wahrnimmt. Es gibt keinerlei Sorgen und Widerstände, von daher ist man auf eine bestimmte Art selbstvergessen. Alles „läuft rund“, auch wenn aus der normalen Verstandesperspektive Probleme zu bewältigen sind.</p>
<p>Ein Segler beschreibt dies so (Wagner-Buch S. 25):</p>
<blockquote><p>„Das Boot lief wie an der Schnur. Trotz sehr starker und abrupt einfallender Böen hatte ich es vollkommen unter Kontrolle, ich war wie verwachsen mit ihm. Die Grenze zwischen meiner Haut und dem Boot war aufgehoben, wir waren eine Einheit. Jeder Handgriff passte, fühlte sich gut an… Obwohl ich in diesem Geschehen vollkommen aufgegangen war, zeichnete sich jeder Moment durch außergewöhnliche Ruhe, Klarheit und Einfachheit aus.“</p></blockquote>
<p><strong>Stufe 3: Entspannung und beginnende Versunkenheit</strong></p>
<p>Hier tauchen noch Gedanken, Gefühle und Erinnerungen im Bewusstsein des Individuums auf. Aber man wird dadurch nicht aus dem bloßen Wahrnehmen des jetzigen Moments herausgerissen. Es ist ein Zustand von Wachheit, ohne zu reagieren oder zu handeln. Man ist nicht mehr identifiziert mit dem, was man an Gedanken etc. wahrnimmt, sondern erlebt sich mehr als beobachtendes Bewusstsein. Dieser Zustand ist das Ziel vieler Meditationspraktiken, z. B. der Praxis des <a href="http://vipassana-meditation.ch/satipatthana.htm">reinen Beobachtens</a> („bare attention“) oder im <a href="http://www.windpferd.de/shop/pix/a/media/978-3-89385-637-4/lp_978-3-89385-637-4.pdf">Yoga-Nidra</a>.</p>
<p><strong>Stufe 4: Alltagswachbewusstsein ohne inneren Widerstand</strong></p>
<p>Dies ist die Stufe, auf der sich das Individuum idealerweise im Alltag bewegen kann. Man ist wach, aufnahme- und entscheidungsfähig. Es ist die erste Stufe, auf der willentlich gehandelt wird. Entscheidend ist hier, dass diese willentliche Steuerung des eigenen Handelns ohne (merkliche) innere Widerstände und Blockaden erfolgt.</p>
<p><strong>Stufe 5: Anstrengung, Wille, Impulsivität</strong></p>
<p>Hier treten erstmalig innerlich widerstreitende Gedanken, Impulse und Energien auf. Dieses Gegeneinander muss gelöst werden, damit Handeln möglich ist. So setzt sich z. B. durch Selbstbeherrschung und willentliches Handeln eine „vernünftige“ gegen eine „unvernünftige“ Seite durch. Oder aber man lässt sich durch Impulsivität zu etwas „hinreißen“. Körperlich spürt man auf dieser Ebene eine deutlich erhöhte Erregung und motorische Anspannung.</p>
<p><strong><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Sorgen-Stress.jpg"><img loading="lazy" class="alignright size-medium wp-image-1196" title="Geschäftsmann hat alles verloren" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Sorgen-Stress-225x300.jpg" alt="" width="180" height="240" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Sorgen-Stress-225x300.jpg 225w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Sorgen-Stress.jpg 300w" sizes="(max-width: 180px) 100vw, 180px" /></a>Stufe 6: Akuter Konflikt</strong></p>
<p>Auf dieser Stufe treten Angst, Entscheidungsdilemma, Ärger oder auch Depressionen auf. Die Gedanken drehen sich im Kreis, verbunden mit einer eingeschränkten realistischen Wahrnehmungsfähigkeit. Auch die Fähigkeit, Probleme zu lösen ist reduziert und kann bis zu einem Gefühl der Ausweglosigkeit führen. Oder es passiert, dass man plötzlich „leer“ im Kopf ist und einem nichts mehr einfällt. Hier treten stark fordernde Gedanken von „So muss es sein.“ oder „So darf es nicht sein.“ auf.</p>
<p><strong>Stufe 7: Eskalierender akuter Konflikt</strong></p>
<p>Der akute innere Konflikt dreht sich immer schneller im Geist. Die körperliche Erregung nimmt noch einmal deutlich zu und Gefühle von Panik oder Verzweiflung kommen auf. Auf der Handlungsebene kann es zum „Ausrasten“ oder zum „Blackout“ kommen. Es kann aber auch zu plötzlicher völliger Bewegungsunfähigkeit („Totstellreflex“), zu einem „spontanen“ Fluchtverhalten oder zur Ohnmacht kommen.</p>
<h2>Gelassenheit kommt von Lassen.</h2>
<p>In dieser Skala sind also die Stufen 1-4 verschiedene Formen von Gelassenheit, während die Stufen 5-7 ansteigende Formen von Stress beschreiben. Was ist jetzt in dieser Darstellung der grundsätzliche Unterschied zwischen Gelassenheit und Stress?</p>
<p>Angelika Wagner beschreibt in ihrem Ansatz der Introvision, dass den Zuständen von Gelassenheit etwas fehlt, was in den Zuständen von Stress vorhanden ist: innere Konflikte, Widerstände und Blockaden. <strong>Es fehlen dort also Zwangsgedanken und -gefühle, die sagen: „Es muss so sein.“ oder „Es darf so nicht sein.“</strong></p>
<p>Das Wort Gelassenheit bedeutet ja vom Wortursprung „etwas unterlassend“. Und dieses Lassen besteht genau in dem Lassen dieser fordernden Sätze. Nur so können wir einen wirklichen Boden finden, um mit den verschiedenen Ausprägungen von Gelassenheit in Kontakt kommen. Und das würde sich doch gut anfühlen, oder?</p>
<p>Warum diese Sätze so zentral im Verhindern von Gelassenheit sind, wie sie entstehen und wie man sie auflösen kann, erfahren Sie in diesem <a href="https://www.heiterundgelassen.de/2011/04/introvision-gelassen-und-handlungsfaehig-durch-aufloesung-des-muss-darf-nicht-gefuehls/">Blog-Artikel über die Introvision</a>.</p>
<p><strong><em>Auf welcher Stufe der Gelassenheits-Stress-Skala bewegen Sie sich im Alltag meistens?</em></strong></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">© Foto oben: D.aniel &#8211; Fotolia.com, © Foto Mitte: ArTo &#8211; Fotolia.com</span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie wäre Ihr Leben ohne die ständigen Gedanken im Kopf?</title>
		<link>https://www.heiterundgelassen.de/2011/03/wie-waere-ihr-leben-ohne-die-staendigen-gedanken-im-kopf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingo Zacharias]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Mar 2011 19:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit / Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Innerer Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Raum der Stille]]></category>
		<category><![CDATA[Einheit]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Krishnamurti]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heiterundgelassen.de/?p=1144</guid>

					<description><![CDATA[„Die meisten Menschen haben ihren Verstand ständig eingeschaltet und lassen ihn auf vollen Touren laufen… Das ist etwa so, als würden Sie die ganze Zeit mit einer laufenden Kreissäge in der Hand herumlaufen, die fürchterlichen Krach macht, aber in 99% der Zeit nur leere Luft zersägt.“ – Jörg Starkmuth Mit diesem sehr anschaulichen Vergleich beschreibt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>„Die meisten Menschen haben ihren Verstand <em>ständig</em> eingeschaltet und lassen ihn auf vollen Touren laufen… Das ist etwa so, als würden Sie die ganze Zeit mit einer laufenden Kreissäge in der Hand herumlaufen, die fürchterlichen Krach macht, aber in 99% der Zeit nur leere Luft zersägt.“</strong> – Jörg Starkmuth</p></blockquote>
<p><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Leben-ohne-ständige-Gedanken3.jpg"><img loading="lazy" class="alignright size-full wp-image-1157" title="Wanderweg" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Leben-ohne-ständige-Gedanken3.jpg" alt="" width="320" height="189" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Leben-ohne-ständige-Gedanken3.jpg 395w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Leben-ohne-ständige-Gedanken3-300x176.jpg 300w" sizes="(max-width: 320px) 100vw, 320px" /></a>Mit diesem sehr anschaulichen Vergleich beschreibt <a href="http://starkmuth.de/">Jörg Starkmuth</a> in seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/Die-Entstehung-Realit%C3%A4t-Bewusstsein-erschafft/dp/3442219264/ref=tmm_other_title_0">„Die Entstehung der Realität“</a>, wie wir uns die ständigen Gedanken in unserem Kopf vorstellen können. Das Erstaunliche dabei ist, dass wir dieses „ständige Kreischen der Kreissäge“ fast alle für ganz normal halten. Nur manchmal, z. B. wenn wir in Gedankenketten von Sorgen und Ängsten gefangen sind, wünschen wir uns, dass doch einmal Ruhe einkehren möge in unserem Kopf.</p>
<p><span id="more-1144"></span></p>
<h2>Die meisten Gedanken sind &#8222;un-nötig&#8220;.</h2>
<p>Uns ist nicht bewusst, dass die allermeisten Gedanken – im wahrsten Sinne des Wortes – <em>„un-nötig“</em> sind. Wir beschäftigen uns ständig mit der Vergangenheit und der Zukunft oder sind damit beschäftigt, dass, was wir gerade wahrnehmen, zu bewerten oder mit Begriffen zu versehen. (Eine genauere Beschreibung der verschiedenen Arten gedanklicher Reaktionen auf Sinnesreize finden Sie in diesem <a href="https://www.heiterundgelassen.de/2011/01/warum-achtsamkeit-ein-ganz-ausergewoehnlicher-zustand-ist/">Blog-Artikel</a>.)</p>
<p>Doch eigentlich bräuchten wir unseren Verstand nur ganz konkret für die Dinge, die jetzt gerade anstehen und bei denen es etwas zu „bedenken“ gibt. Dazu gehören vor allem praktische Entscheidungen wie „Was kaufe ich jetzt ein?“, „Was möchte ich heute Abend tun?“, aber auch das Aufstellen von längerfristigen Plänen und die gedankliche Auseinandersetzung, wie ein bestimmtes Ziel erreicht werden kann.</p>
<p>Aber können wir danach unsere Gedanken „abstellen“? Können wir die dann auftauchenden Gedanken wie einen am Bahnhof vorbeifahrenden Zug ziehen lassen, und nicht versuchen, auf jeden Gedanken aufzuspringen und daraus eine ganze Geschichte zu spinnen?</p>
<p><em>„Ich habe halt so viel Wichtiges über das ich nachdenken muss.“ </em>werden Sie vielleicht jetzt sagen. Doch wie viele Gedanken haben wirklich einen konkreten Bezug zur äußeren Situation dieses Moments und wie viele sind nur „Gedankenspielereien“?. Es ist für uns einfach so normal, ständig im Kopf zu sein, dass wir uns alle „große Denker“ nennen könnten.</p>
<p>Das Traurige daran ist, dass so das Leben an uns weitgehend unbemerkt vorbei geht und wir auch noch gestresst und in vielen Sorgen, Nöten und Konflikten leben.</p>
<h2>Das Leben beginnt, wo das Denken endet.</h2>
<p><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/krishnamurti_2.jpg"><img loading="lazy" class="alignright size-full wp-image-1168" title="krishnamurti_2" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/krishnamurti_2.jpg" alt="" width="178" height="196" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/krishnamurti_2.jpg 278w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/krishnamurti_2-272x300.jpg 272w" sizes="(max-width: 178px) 100vw, 178px" /></a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jiddu_Krishnamurti">Jiddu Krishnamurti</a>, einer der ganz großen indischen Philosophen und Mystiker des 20. Jahrhunderts, beschreibt in dem folgenden Text, wie es ist, wenn man einen Spaziergang durch die Natur macht und sich dabei nicht in den eigenen Gedanken verliert. Er schildert sehr anschaulich, wie wir zu einer tiefen Erfahrung von innerem Frieden und Verbundenheit finden können, wenn der Geist still ist.</p>
<p>Ich lade Sie auf diesen Spaziergang in der Gegend um Saanen in den Schweizer Bergen ein, in der Krishnamurti über viele Jahre einen Teil des Jahres verbrachte. Spüren Sie in sich hinein, wie alleine das Hören oder Lesen der Worte Sie in eine andere innere Verfassung bringt; in eine Verfassung von mehr Ruhe und innerer Stille.</p>
<p>Auch wenn uns der Zustand, den Krishnamurti beschreibt, intellektuell sehr weit weg erscheinen mag, können wir doch über die Aufnahme seiner Worte mit unserem ganzen Wesen ein konkretes Erleben bekommen, wie sich dieser Zustand anfühlt. Und dann können wir etwas darüber nachdenken(!), ob unser „Leben in Gedanken“ wirklich so geschickt ist.</p>
<p>Sie können sein Wortbild hier direkt hören</p>
[audio:https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/03/Ingo_Zacharias_-_Krishnamurti-Wortbild.mp3|titles=Ingo_Zacharias_-_Krishnamurti-Wortbild]
<p>es als mp3-Datei <a href="https://www.heiterundgelassen.de/uebungen-zum-hoeren/">herunterladen</a> oder hier lesen. Es stammt aus dem Buch <a href="http://www.amazon.de/Revolution-durch-Meditation-totale-Erneuerung/dp/3719703061">„Revolution durch Meditation“ </a>(S. 179-181).</p>
<p><em>„Wenn du durch die kleine Stadt wanderst, mit ihrer einzigen Straße und ihren vielen Läden –  dem Bäckerladen, dem Fotogeschäft, dem Buchladen, dem offenen Restaurant –, unter der Brücke durch, vorbei an dem Schneider, über eine andere Brücke, vorbei an der Sägemühle, dann den Wald betrittst und weiterhin neben dem Fluss entlang gehst und auf das alles mit völlig wachen Augen und Sinnen schaust, aber ohne einen einzigen Gedanken im Kopf – dann weißt du, was es heißt, nicht abgesondert zu sein.</em></p>
<p><em>Du folgst dem Fluss eine oder zwei Meilen weit – wiederum ohne dass ein einziger Gedanke aufflattert –, schaust auf das dahinjagende Wasser, lauscht seinem Rauschen, siehst die Färbung des graugrünen Bergstroms, schaust auf die Bäume und durch die Zweige hindurch auf den blauen Himmel und die grünen Blätter – wiederum ohne einen einzigen Gedanken, ohne ein einziges Wort –, dann wirst du wissen, was es bedeutet, keinen Raum zwischen sich und dem Grashalm zu haben.</em></p>
<p><em>Wenn du weiter gehst durch die Wiesen mit ihren tausend Blumen in nur jeder vorstellbaren Farbe vom leuchtenden Rot bis zum Gelb und Purpur und ihrem glänzenden grünen Gras, das durch den Regen der letzten Nacht rein gewaschen wurde – wiederum ohne eine einzige Regung des Denkmechanismus –, dann wirst du wissen, was Liebe ist.</em></p>
<p><em>Auf den blauen Himmel zu schauen, auf die hohen Quellwolken, die grünen Berge mit ihrer klaren Silhouette gegen den Himmel, auf das kräftige Gras und die welkende Blume – zu schauen ohne ein gestriges Wort, dann wenn der Geist vollkommen ruhig, schweigend ist, ungestört durch irgendeinen Gedanken, wenn der Beobachter vollkommen abwesend ist – dann ist Einheit da.</em></p>
<p><em>Nicht, dass du mit der Blume vereint bist oder mit der Wolke oder mit den sich hinziehenden Bergen; vielmehr besteht ein Gefühl vollkommenen Nicht-Seins, in dem die Trennung zwischen dem Ich und dem Du aufhört.</em></p>
<p><em>Die Frau, die die Lebensmittel trägt, die sie auf dem Markt gekauft hat, der große schwarze Schäferhund, die zwei Kinder, die mit dem Ball spielen – wenn du auf das alles ohne ein Wort, ohne Wertung, ohne eine Gedankenverbindung schauen kannst, dann hört der Streit zwischen dir und anderen auf.</em></p>
<p><em>Dieser Zustand, ohne das Wort, ohne den Gedanken, ist die Weite des Geistes, die keine Schranken, keine Grenzen hat, in denen das Ich und das Nicht-Ich existieren können.</em></p>
<p><em>Glaube nicht, dass das Einbildung ist oder eine schwungvolle Fantasie oder eine erwünschte mystische Erfahrung; das ist es nicht. Es ist ebenso wirklich, wie die Biene auf jener Blume oder das kleine Mädchen auf ihrem Fahrrad oder der Mann, der die Leiter hinaufsteigt, um das Haus zu streichen – der ganze Konflikt des Menschen in seinem Zustand der Spaltung hat ein Ende genommen.</em></p>
<p><em>Du schaust ohne den Blick des Beobachters, du schaust ohne das festlegende Wort und ohne den Maßstab des gestrigen Tages. Der Blick der Liebe ist anders als der Blick des Verstandes. Der eine führt in eine Richtung, wohin der Verstand nicht folgen kann, und der andere führt zur Trennung, zu Konflikt und zu Leid. Von diesem Leid kann man nicht dem anderen gelangen. Der Abstand zwischen den beiden wird durch das Denken geschaffen, und das Denken kann mit keinem noch so langen Schritt das andere erreichen.</em></p>
<p><em>Da du zurück wanderst, vorbei an den kleinen Bauernhäusern, den Wiesen und der Eisenbahnlinie, wirst du erkennen, dass das Gestern ein Ende genommen hat. Das Leben beginnt, wo das Denken endet.“</em></p>
<p>Wenn Sie Krishnamurti direkt erleben möchten, hier ein Video:</p>
<p><object width="400" height="307" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4816564&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="307" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4816564&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="allowfullscreen" /></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Wo finden Ihre Gedanken zur Ruhe? </strong></em></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">© Foto oben: cmfotoworks &#8211; Fotolia.com</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #cbcac8;"><em>_______________</em></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Einen<span style="font-size: .51em; font-style: normal;"><a id="leavecomment" href="#respond"> Kommentar</a></span> schreiben. | Neue Artikel per <a href="http://feeds.feedburner.com/heiterundgelassen?format=xml">RSS-Feed</a> oder<a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=heiterundgelassen&amp;loc=de_DE"> E-Mail</a> abonnieren.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Raus aus Opferland  &#8211; Der Weg der Versöhnung mit „ungerechten“ Lebensumständen</title>
		<link>https://www.heiterundgelassen.de/2011/02/raus-aus-opferland-der-weg-der-versoehnung-mit-ungerechten-lebensumstaenden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingo Zacharias]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 18:02:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit / Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Heitere Gelassenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Innerer Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Akzeptanz]]></category>
		<category><![CDATA[Bedürfnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Versöhnung]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Kohl]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heiterundgelassen.de/?p=1112</guid>

					<description><![CDATA[„Wenn du einem Unheil begegnest, ist es gut, dem Unheil zu begegnen. Dies ist die wunderbare Weise, dem Unheil zu entrinnen.“ – Ryokan Ich habe gerade das bewegende Buch „Leben oder gelebt werden“ von Walter Kohl gelesen. Kohl? Ja, Kohl. DER Kohl! Also der Sohn von Helmut Kohl!? – Und damit ist auch schon das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>„Wenn du einem Unheil begegnest, ist es gut, dem Unheil zu begegnen. Dies ist die wunderbare Weise, dem Unheil zu entrinnen.“</strong> – Ryokan</p></blockquote>
<p>Ich habe gerade das bewegende Buch <a href="http://www.amazon.de/Leben-oder-gelebt-werden-Vers%C3%B6hnung/dp/3778792040">„Leben oder gelebt werden“</a> von <a href="http://walterkohl.de/">Walter Kohl</a> gelesen. Kohl? Ja, Kohl. DER Kohl! Also der Sohn von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Kohl">Helmut Kohl</a>!? – Und damit ist auch schon das Kernproblem benannt, das Walter Kohl in seinem Buch beschreibt:</p>
<p><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Buchcover-Walter-Kohl.jpg"><img loading="lazy" class="alignright size-medium wp-image-1115" title="Buchcover Walter Kohl" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Buchcover-Walter-Kohl-187x300.jpg" alt="" width="150" height="240" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Buchcover-Walter-Kohl-187x300.jpg 187w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Buchcover-Walter-Kohl.jpg 297w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a>Zeit seines Lebens sehen die Menschen in ihm fast nur den „Sohn vom Kohl“. Sie sehen seinen Vater, obwohl sie vor ihm stehen. Sie drücken das aus, was sie an seinem Vater bewundern oder ablehnen, obwohl sie mit ihm sprechen.</p>
<p>Können Sie sich vorstellen, wie es wäre, wenn Sie kaum als eigenständige Person wahrgenommen werden, sondern fast immer nur als „der Sohn von…“ oder „die Tochter von…“? Wie dies einen tiefen Zweifel in Sie hinein gräbt, wer Sie selbst sind und wie wertvoll Sie sind – unabhängig von den positiven oder negativen Bewertungen, die Ihnen über Ihre prominenten Eltern entgegengebracht werden?</p>
<p><span id="more-1112"></span></p>
<h2>Leben oder gelebt werden?</h2>
<p>Walter Kohl beschreibt in seinem Buch, wie er am ersten Schultag 1969 – sein Vater war einige Monate zuvor zum Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz gewählt worden – zum ersten Mal diese Erfahrung gemacht hat. Kinder hänselten ihn mit abfälligen Bemerkungen über seinen Vater. Ohne zu verstehen, was wirklich geschah, versuchte er sich und die Ehre seiner Familie zu verteidigen. Doch es gelang ihm nicht, und zu allem Überfluss bestrafte ihn seine Lehrerin noch mit Schlägen für seine Rauferei und auch seine Mutter hatte keinerlei Verständnis für sein Verhalten.</p>
<blockquote><p>„Angegriffen zu werden für etwas, das vollständig außerhalb meines Verantwortungsbereichs lag – das widersprach in allen Punkten meinem Gerechtigkeitsgefühl. Zum ersten Mal stieg in mir etwas auf, das man wohl „heiligen Zorn“ nennt, eine Regung, die man selbst als uneingeschränkt gerechtfertigt empfindet, die einen aber letzten Ende nur innerlich lähmt und zu maximaler äußerer Aggression treiben kann… Es sollte Jahrzehnte dauern, bis ich es verstand, und noch länger, bis ich die Energie des Zorns in Gelassenheit umwandeln konnte.“ (S. 23)</p></blockquote>
<p>Diese Wahrnehmung als &#8222;Sohn vom Kohl&#8220; machte ihm während der Schulzeit, der Bundeswehr und im Beruf sehr zu schaffen. Zudem hatte er in der Zeit des RAF-Terrorismus in den 1970er Jahren stark unter den Einschränkungen durch die Sicherheitsmaßnahmen zu leiden.</p>
<h2>Opferland.</h2>
<p>In all den Jahren gab es kurze Phasen, in denen er erlebte, wie er einfach nur als „Walter“ wahrgenommen wurde. Doch insgesamt verfestigte sich ein Gefühl von Wert- und Sinnlosigkeit in seinem Leben, dass so bestimmt schien durch seine Rolle als „Sohn vom Kohl“. Innerlich erstarrte er immer mehr und sah alles <em>&#8222;durch die Brille eines Opfers&#8220;</em>:</p>
<blockquote><p>„Das hat den nicht von der Hand zu weisenden Vorteil, dass man sich nicht um Auswege bemühen und keine Verantwortung übernehmen muss. Schließlich sind ja alle Schuldfragen geklärt: Immer sind es die anderen oder die Umstände, die für den eigenen Schmerz und die Misere verantwortlich zeichnen. Ja, in Opferland hat man’s leicht, auch wenn man’s schwer hat:&nbsp; Man sitzt einfach nur auf dem Beifahrersitz und lässt sich als Zuschauer des eigenen Lebens durch den Alltag chauffieren … Lange Zeit war ich ein vorbildlicher Bewohner von Opferland. Ich suchte Gerechtigkeit dort, wo keine sein konnte, ich suchte Sinn dort, wo alles doch nur ein Spiel der Umstände war. Vor allem verstrickte ich mich immer wieder in der Frage nach dem Warum. Warum musste ich der „Sohn vom Kohl“ sein? Warum konnte ich nicht unbehelligt mein Leben führen wie andere Menschen? Warum, warum, warum …?“ (S. 197)</p></blockquote>
<p>Um das Opferland, diesen Zustand innerer Selbstaufgabe, verlassen zu können, war für Walter Kohl der erste Schritt, <em>„sich dieser eigenen Bitterkeit offen und ehrlich zuzuwenden, sie zuzulassen, sie anzunehmen.“</em> (S. 198f)</p>
<h2>Jeder ist Re-Agierender und zugleich Agierender.</h2>
<p>Wir haben als Menschen das verständliche, aber genau betrachtet höchst unlogische Verhalten, dass die Verletzung eines Gerechtigkeitsgefühls aggressive Gefühle gegen andere Menschen in uns auslöst und wir dieses Gefühle, wie Walter Kohl es so treffend formuliert, für <em>uneingeschränkt gerechtfertigt</em> halten.</p>
<p>Wie Walter Kohl erleben wir uns als Re-Agierende, und damit als Opfer. Dass sich die Eltern der Schulkameraden von Walter Kohl, deren Aussagen die jungen Kinder ja nur wiedergeben haben, sich selbst auch als Re-Agierende auf subjektiv empfundene Ungerechtigkeiten von Seiten seines Vaters erleben, erschließt sich uns einfach nicht.</p>
<p>Wir haben immer wieder ein vermeintlich klares Empfinden von: „Der andere hat den ersten Stein geworfen.“ Will sagen: Der andere ist schuld. Und so entsteht Ablehnung, Kampf und Hass – entstanden aus einem positiven Bedürfnis nach Gerechtigkeit (oder Wertschätzung, Achtung, Respekt&#8230;). Aber so tragen wir stets auch als Agierende aktiv dazu bei, dass dieser tiefe menschliche Wunsch in Partnerschaft, Familie und Gesellschaft unerfüllt bleibt.</p>
<h2>Haben wir auch die Sichtweise des anderen im Blick?</h2>
<p>Walter Kohl beschreibt dies in Bezug auf seinen Vater. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, z. B. in der Zeit der Wiedervereinigung 1989/1990, hatte er nie das Gefühl, dass sein Vater für ihn da war – zeitlich und emotional. Und dies erlebte er als sehr ungerecht. Sein angedeuteter oder zorniger Vorwurf an ihn lautete immer: <em>„Ein Vater hat als Vater beurteilt zu werden und nicht als Bundeskanzler.“</em> (S. 242) Später aber erkannte er:</p>
<blockquote><p>„Ein leidenschaftliches Eintreten für Gerechtigkeit kann in eine Sackgasse führen. Es polarisiert, statt auszugleichen. Erst seit ich aufgehört habe, die Verantwortung für unsere Probleme miteinander einseitig meinem Vater anzulasten, fühle ich mich freier. Ich muss einfach akzeptieren, dass mein Vater sich von mir wahrscheinlich genauso ungerecht behandelt fühle – und wahrscheinlich noch fühlt. Aufgrund meiner negativen Fixierung auf die Rolle als „Sohn vom Kohl“ hatte ich schlicht und einfach nicht den Blick für <em>seine</em> Befindlichkeit. Der Stress, den es bedeutet, sich jahrzehntelang in der politischen Welt zu bewegen und zu behaupten, schien mir unbeachtlich. Das hat mein Vater mit Sicherheit als Mangel an Wertschätzung meinerseits empfunden. Nicht zu Unrecht, aus seiner Sicht. Aus seiner Sicht sorgte er nach besten Kräften für seine Familie.“ (S. 242f)</p></blockquote>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barack_Obama">Barack Obama</a> beschreibt die hier zum Ausdruck kommende Fähigkeit des Einfühlungsvermögens in einer <a href="http://progressivespirit.com/Empathy/speechindex.htm">Rede von 2005</a> so:</p>
<blockquote><p>„Einer der Werte, von denen ich denke, dass sie von den Menschen in besonderer Weise weitergegeben werden müssen, ist der Wert der Empathie. Nicht Sympathie, sondern Empathie. Und das bedeutet, in den Schuhen eines anderen zu stehen, in der Lage zu sein, durch seine Augen zu sehen. Manchmal sind wir so gefangen in „uns“, dass es schwer zu sehen ist, dass dort andere Menschen sind und dein Verhalten einen Einfluss auf sie hat.“</p></blockquote>
<h2>Versöhnung bringt inneren Frieden.</h2>
<p>Dieses so nüchtern anmutende „Ich muss einfach akzeptieren“ nennt Walter Kohl „Versöhnung“. Aber es ist kein nüchterner Vorgang, wenn er wirklich tragen soll. Er muss in unserem Herzen ankommen. Erst wenn unser Herz sich öffnet für das Unabänderliche, ist dieses „einfach akzeptieren“ von einer tieferen Qualität. Erst wenn die Frage nach dem Warum zur Ruhe kommt, finden auch wir zur Ruhe.</p>
<p>Ja, die Umstände waren <em>so</em>, meine Eltern waren <em>so</em> – im Schlechten wie im Guten. Dies ist das Fundament auf dem ich stehe. Dieses Annehmen, dieses <strong>„mir zu Herzen nehmen“</strong>, gibt mir ironischerweise wieder Luft zum Atmen. Es gibt mir Raum in mich zu schauen, zu horchen und zu fragen: „Wer bin ich – trotz und mit den gegebenen Lebensumständen? Was will ich in diesem Leben manifestieren?“</p>
<p>Indem ich nicht mehr hadere und mir eine Idealwelt erträume (die zudem in der abgeschlossenen Vergangenheit erschaffen werden müsste), kann ich zu mir kommen, meinen Weg und einzigartigen Wert in <strong>„unabhängiger Abhängigkeit“</strong> zur Grundkonstellation meines Leben gehen und finden. Walter Kohl formuliert dies so:</p>
<blockquote><p>„Viel zu lange habe ich versucht, mein Leben in Richtung meines inneren Ideals hinzubiegen, mich in etwas hineinzuträumen, was doch nicht in meiner Macht stand, was nie realistisch war. Dabei habe ich Enttäuschungen erlebt und Menschen verletzt, nicht zuletzt auch meinen Vater. Aber er ist mein Vater, und ich werde nie einen anderen Vater haben können oder wollen. Als sein Sohn bleibe ich ihm, trotz Trennung, immer verbunden… Für die allermeisten Menschen bin ich beim Kennenlernen zunächst der „Sohn vom Kohl“. Das ist kein Problem mehr, denn nun kann ich sagen: Ich gestalte mein Leben als Walter Kohl, ich bin der „Sohn vom Kohl“. Dieses Leben nehme ich an, diesen Weg gehe ich.“ (S. 272)</p></blockquote>
<h2>Versöhnung ist ein Prozess.</h2>
<p>Den Inhalt des Buches kann ich hier natürlich nur in mir jetzt gerade sehr prägnant erscheinenden Punkten darstellen. So beschreibt Walter Kohl z. B., dass Versöhnung ein längerer Prozess ist. Dazu gehörte für ihn neben der Wandlung seiner Sichtweise auf seiner Vater vor allem die Loslösung von seiner Mutter und die Wiederentdeckung der Liebesfähigkeit. Zudem weist er darauf hin, dass Versöhnung nicht als Wehrlosigkeit missverstanden werden darf und für ihn Zeiten der Auseinandersetzung dazugehören.</p>
<p>Für Menschen, die einmal einen Innenblick in das Familienleben eines „Vollblutpolitikers“ werfen möchten, den man sonst nur in der Öffentlichkeit erlebt hat, sowie für Menschen, die Interesse am Thema Versöhnung haben, kann ich dieses Buch sehr empfehlen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em><em>Was bedeutet für Sie Versöhnung? Wo hängen Sie noch an der Vergangenheit und wünschen sich, es wäre anders gewesen?</em></em></strong></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #cbcac8;">_______________</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen<span style="font-size: .51em; font-style: normal;"><a id="leavecomment" href="#respond"> Kommentar</a></span> schreiben. | Neue Artikel per <a href="http://feeds.feedburner.com/heiterundgelassen?format=xml">RSS-Feed</a> oder<a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=heiterundgelassen&amp;loc=de_DE"> E-Mail</a> abonnieren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die befreiende Kraft der Hingabe</title>
		<link>https://www.heiterundgelassen.de/2011/02/die-befreiende-kraft-der-hingabe/</link>
					<comments>https://www.heiterundgelassen.de/2011/02/die-befreiende-kraft-der-hingabe/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingo Zacharias]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Feb 2011 11:19:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit / Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Heitere Gelassenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Innerer Frieden]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Eckhart Tolle]]></category>
		<category><![CDATA[Ego]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hingabe]]></category>
		<category><![CDATA[Jetzt]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heiterundgelassen.de/?p=1084</guid>

					<description><![CDATA[Bewusstheit ist die vollständige und bedingungslose Hingabe an das, was ist, ohne Rationalisierung, ohne die Trennung von Beobachter und Beobachtetem. &#8211; Jiddu Krishnamurti Das Wort „Hingabe“ gehörte nicht gerade zu den populären Begriffen unserer Zeit. Am ehesten findet es noch Verwendung, wenn jemand etwas mit großer Leidenschaft tut und ganz in einer Tätigkeit aufgeht. Dann [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Bewusstheit ist die vollständige und bedingungslose Hingabe an das, was ist, ohne Rationalisierung, ohne die Trennung von Beobachter und Beobachtetem.</strong> &#8211; Jiddu Krishnamurti</p></blockquote>
<div id="attachment_1090" style="width: 280px" class="wp-caption alignright"><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Tolle-Surrender-1-kleiner.jpg"><img aria-describedby="caption-attachment-1090" loading="lazy" class="size-medium wp-image-1090" title="Tolle - Surrender 1 kleiner" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Tolle-Surrender-1-kleiner-300x226.jpg" alt="" width="270" height="203" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Tolle-Surrender-1-kleiner-300x226.jpg 300w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Tolle-Surrender-1-kleiner.jpg 350w" sizes="(max-width: 270px) 100vw, 270px" /></a><p id="caption-attachment-1090" class="wp-caption-text">Eckhart Tolle stellt den Bewusstseinszustand der Hingabe körperlich dar.</p></div>
<p>Das Wort „Hingabe“ gehörte nicht gerade zu den populären Begriffen unserer Zeit. Am ehesten findet es noch Verwendung, wenn jemand etwas mit großer Leidenschaft tut und ganz in einer Tätigkeit aufgeht. Dann hat dieser Mensch etwas mit „viel Hingabe“ getan. Im christlichen Kontext verbinden wir dagegen „Hingabe“ meistens mit Begriffen wie „Selbstaufgabe“ und „Hingabe an Gott“.</p>
<p>Wenn Sie ansonsten einmal das Wort „Hingabe“ auf sich wirken lassen, fallen Ihnen wahrscheinlich einige dieser Begriffe ein: aufgeben, ergeben, kapitulieren, sich geschlagen geben, ertragen, erdulden, ausgeliefert sein, handlungsunfähig. Das klingt nicht gerade positiv und einladend!</p>
<p>Aber richtig verstanden ist Hingabe eine Kraft, die unserem Leben eine tiefe innere Freiheit bringt und ein gelassenes Aktivsein in der Welt ermöglicht.</p>
<p><span id="more-1084"></span></p>
<h2>Das Gegenteil von Hingabe ist Widerstand.</h2>
<p>Oft ist es hilfreich, einmal hinzuschauen, was das Gegenteil eines Begriffs ist, um einem bekannten, aber negativ besetzten Begriff neues Leben einzuhauchen. Also was ist das Gegenteil von „Hingabe“? – Für mich ist es „Widerstand“. Genauer: Widerstand gegen die Form, die dieser Moment annimmt.</p>
<p>In so einem Moment sagen wir dann innerlich immer eine Variation von: <strong>„Das kann doch nicht wahr sein. So will ich das nicht.“</strong> Wir lehnen uns auf gegen die äußere oder innere Realität. Wir hadern, klagen, fangen an zu kämpfen.</p>
<p>Es ist wichtig zu betonen, dass es bei „Hingabe“ bzw. „Widerstand“ nicht um ein generelles Verhalten in meinem Leben geht, sondern immer nur um den jetzigen Moment, diese Situation… und dann die nächste Jetzt-Situation…</p>
<h2>Viele Realitäten sind für uns schwer anzunehmen.</h2>
<p>Hier einige Beispiele für unseren Widerstand, für unser „Aufbegehren“ gegen das, was ist. Sicherlich fallen Ihnen dabei auch Ihre ganz persönlichen Situationen ein, wo es Ihnen schwer fällt, die Realität des Moments sofort zu akzeptieren. (Suchen Sie aber nicht gleich nach den ganz großen „Katastrophen“. Aus unserem jetzigen, gewöhnlichen Geisteszustand ist da für uns Hingabe kaum vorstellbar.)</p>
<ul>
<li>Sie fahren mit dem Auto in den Urlaub und haben eine Reifenpanne.</li>
<li>Sie stürzen auf dem Weg nach Hause und brechen sich den Arm.</li>
<li>Ihr Fußballverein verliert ein wichtiges Spiel mit 2:3, nachdem er zur Halbzeit noch 2:0 geführt hatte.</li>
<li>Sie haben morgens „wie aus heiterem Himmel“ starke Bauchschmerzen und können nicht zur Arbeit gehen.</li>
<li>Ihr Chef lobt Sie mit keinem Wort für eine Arbeit, in die Sie viel Zeit investiert haben.</li>
<li>Ihr Partner kommt abends nach Hause und Sie möchten etwas Wichtiges besprechen. Aber Sie bekommen als Rückmeldung nur, dass er heute keine Lust zum Reden hat.</li>
<li>Sie kriegen mit, dass Sie wieder mit aggressiven Worten auf die Ratschläge Ihrer Eltern reagieren.</li>
</ul>
<h2>Ja-Sagen gibt uns inneren Raum und Kraft.</h2>
<p>Stellen Sie sich jetzt einmal vor, wie Sie in einer für Sie schwierigen Situation innerlich sagen: <strong>„Ja, so ist jetzt dieser Moment. Das ist die Realität dieses Augenblicks. Ich erkenne an, dass die Form dieses Moments schon Realität ist und damit stärker als meine persönlichen Erwartungen und Wünsche an diesen Moment.“ </strong></p>
<p>Wie fühlt sich das an? Ungewohnt, ernüchternd, erniedrigend? Oder erleichternd, befreiend, ein kleines Lächeln auf Ihr Gesicht zaubernd? <a href="http://www.eckharttolle.com/">Eckhart Tolle</a> nennt diese Übung <em>„die Herabsetzung des Ego zulassen“</em>. In seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/Eine-neue-Erde-Bewusstseinssprung-Selbstzerst%C3%B6rung/dp/3442337062">„Eine neue Erde“</a> beschreibt er den inneren Prozess, wenn wir uns im Bewusstseinszustand der Hingabe ausprobieren, sehr schön:</p>
<blockquote><p>„Wenn dich zum Beispiel jemand kritisiert, tadelt oder beschimpft, tust du einfach gar nichts, statt sofort all deine Abwehrmechanismen zu mobilisieren und auf Rache zu sinnen. Lass es zu, dass dein Selbstbild schrumpft, und achte darauf, wie sich das in deinem tiefsten Innern anfühlt. Ein paar Sekunden lang wird es dir unangenehm sein, so, als wärst du kleiner geworden. Dann aber spürst du eine innere Weite, die du lebhaft empfindest. Du bist überhaupt nicht kleiner geworden. In Wahrheit hast du dich ausgedehnt! Jetzt machst du vielleicht eine erstaunliche Entdeckung: … Was dem Ego wie Schwäche vorkommt, ist in Wahrheit die einzig wahre Stärke.“</p></blockquote>
<h2>„Kleine Widerstände“ in Momente „kleiner Hingabe“ umwandeln.</h2>
<p>Es ist für uns sehr schwer zu begreifen, dass innere Freiheit, Gelassenheit und freudige Aktivität erst dann wirklich in uns lebendig werden können, wenn wir lernen, unsere Arme für die Soheit dieses Augenblicks zu öffnen. Für die meisten von uns ist es sicherlich sinnvoll, bestimmte Widerstandsmechanismen aus psychologischer Sicht genauer anzuschauen und zu erkennen, welche positiven menschlichen Bedürfnisse dahinter stehen und gelebt werden wollen.</p>
<p>Aber bei genauem Hinschauen gibt es ganz viele Augenblicke der „kleinen Widerstände“, in denen wir uns in der spirituellen Haltung der Hingabe, also der Haltung der inneren Übereinstimmung mit der Realität dieses Moments, üben können. Und je öfter wir das tun, desto mehr werden wir spüren, wie wir an innerem Raum und an Kraft gewinnen.</p>
<p><em>„Ich reg’ mich nicht auf. Man muss es nehmen, wie es kommt.“</em> So sprach ein Mann, der an Heiligabend am Pariser Flughafen wegen des Schneechaos festsaß. Wäre es ihm besser gegangen, wenn er aufgebracht, wütend und verzweifelt gewesen wäre? Warum tun wir es dann so oft? Weil wir doch für unsere Interessen, Wünsche und Werte eintreten müssen?</p>
<h2>Hingabe ist Liebe. Und Liebe handelt.</h2>
<p>Wir denken, die Alternative ist eine Haltung der Gleichgültigkeit und Passivität. Unser eigentliches Problem besteht aber in einem fehlenden Kontakt zur Tiefe unseres inneren Friedens. Wir spüren nicht, dass diese Haltung immer auch eine Haltung der Offenheit, Verbundenheit und Liebe ist. Und diese Energie kann nicht anders als zu handeln, wenn sich die Möglichkeit bietet – kreativ und <em>für</em> ein Anliegen. Und nicht, um <em>gegen</em> etwas oder jemand anzugehen. Es ist dann ein Handeln ohne zu kämpfen, ohne einen Gegner oder Feind, aber für ein wertschätzendes Miteinander.</p>
<p><a href="http://www.thework.com/deutsch/">Byron Katie</a> beschreibt dies in ihrem Buch <a href="http://www.amazon.de/Lieben-Fragen-Leben-ver%C3%A4ndern-k%C3%B6nnen/dp/3442336503/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1297939860&amp;sr=1-1">„Lieben was ist“</a> so:</p>
<blockquote><p>[Menschen] glauben, ohne Stress und ohne Wut würden sie nicht mehr handeln, sondern nur noch mit einem verklärten Lächeln herumsitzen. Wer auch immer den Eindruck erweckt hat, Frieden sein nicht aktiv, der hat nie den Frieden gekannt, wie ich ihn empfinde. Ich bin auch ohne Wut höchst motiviert. Die Wahrheit befreit uns, und Freiheit handelt… Ohne eine Geschichte, ohne einen Feind, ist unser Handeln spontan, klar und grenzenlos.“</p></blockquote>
<h2>In der Bewusstheit kommen wir von der innere Enge zur inneren Weite.</h2>
<p>Die „Wahrheit“, von der Byron Katie spricht, liegt in der Erkenntnis, dass wir selbst es mit unseren gedanklichen Bewertungen und Urteilen sind, die unser emotionales Leiden erschaffen. Situationen können physisch unangenehm sein. Ob wir jedoch unser seelisches Leiden obendrauf packen, ist unsere Entscheidung. Wenn es uns gelingt, negativen Gedanken keinen Glauben zu schenken – wenn wir also auch hier die innere Zustimmung zur Form dieses Moments finden können („Ja, das denke ich gerade.“) –, entsteht mehr und mehr ein Raum der Bewusstheit in uns.</p>
<p>Da uns dieser Zustand echter innerer Freiheit meistens nicht bekannt ist, empfehle ich, den <a href="http://www.recreateyourlife.com/free/">Lefkoe-Prozess</a> (nähere Informationen hierzu in <a href="https://www.heiterundgelassen.de/2011/01/die-lefkoe-methode-glaubenssaetze-aufloesen-und-zur-essenz-unseres-wesens-finden/">diesem Blog-Artikel</a>) auszuprobieren. Hier haben Sie die Möglichkeit, die Weite des Bewusstseins- zustands der Hingabe einmal direkt zu erleben. Außerdem können Sie hautnah spüren, dass Offenheit und Hingabe nichts mit Passivität zu tun haben.</p>
<h2>Einverstandensein &#8211; mit Haut und Haaren.</h2>
<p>Vielleicht klingt für Sie trotz all der Ausführungen der Begriff „Hingabe“ immer noch zu negativ. Gesellschaftliche Prägungen halten sich eben recht hartnäckig… Deshalb hier noch ein alternativer Vorschlag: Benutzen Sie das Wort „Einverstandensein“. Damit ist aber nicht nur ein intellektuelles Akzeptieren, sondern ein Annehmen mit „Haut und Haaren“ gemeint. Dieses vollständige Annehmen mit Leib und Seele ist für mich im Begriff „Hingabe“ enthalten – und erklärt wahrscheinlich einen großen Teil des Widerstands (!) gegen ihn.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich die dargestellte Haltung so beschreiben:</p>
<blockquote><p>„Lebe damit, verändere die Situation oder verlasse sie. Aber was immer du tust, erkenne zunächst mit deinem ganzen Wesen die Realität dieses Moments an. Und mache diesen Bewusstseinszustand der Hingabe zur Grundlage deiner Entscheidungen und Handlungen.“</p></blockquote>
<p><em><strong>Was bedeutet für Sie Hingabe? Und in welchen Momenten fällt Ihnen die annehmende Haltung schwer?</strong></em></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">Das Foto von Eckhart Tolle stammt aus einem Vortrag auf der DVD &#8222;Touching the Eternal&#8220;.</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #cbcac8;">_______________</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen<span style="font-size: .51em; font-style: normal;"><a id="leavecomment" href="#respond"> Kommentar</a></span> schreiben. | Neue Artikel per <a href="http://feeds.feedburner.com/heiterundgelassen?format=xml">RSS-Feed</a> oder<a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=heiterundgelassen&amp;loc=de_DE"> E-Mail</a> abonnieren.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.heiterundgelassen.de/2011/02/die-befreiende-kraft-der-hingabe/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Erlebte Beratung: Wie Paare in 60 Minuten eine langjährige Konfliktdynamik durchbrechen – Teil 2</title>
		<link>https://www.heiterundgelassen.de/2011/02/erlebte-beratung-wie-paare-in-60-minuten-eine-langjaehrige-konfliktdynamik-durchbrechen-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingo Zacharias]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 11:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Achtsamkeit / Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Heitere Gelassenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bedürfnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebte Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[Paartherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsteile]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbild]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heiterundgelassen.de/?p=1057</guid>

					<description><![CDATA[Die Erlebte Beratung ist eine intensive und zeitsparende Methode, um Menschen in der Einzel- oder Paarberatung in Kontakt mit dem Kern ihres Problems zu bringen. In diesem Kern findet immer eine Selbstoffenbarung über ein wichtiges menschliches Bedürfnis wie Verbindung, Nähe oder Selbstbestimmung statt. In Teil 1 dieses Artikels finden Sie hierzu ein Beispiel aus der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Erlebte_Beratung_2.jpg"><img loading="lazy" class="alignright size-medium wp-image-1070" title="HERBSTLAUNE" src="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Erlebte_Beratung_2-300x258.jpg" alt="" width="243" height="209" srcset="https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Erlebte_Beratung_2-300x258.jpg 300w, https://www.heiterundgelassen.de/wp-content/uploads/2011/02/Erlebte_Beratung_2.jpg 328w" sizes="(max-width: 243px) 100vw, 243px" /></a>Die <a href="http://www.klett-cotta.de/buch/Psychotherapie_allgemein/Erlebte_Beratung_mit_Paaren/5672#buch_leseprobe">Erlebte Beratung</a> ist eine intensive und zeitsparende Methode, um Menschen in der Einzel- oder Paarberatung in Kontakt mit dem Kern ihres Problems zu bringen. In diesem Kern findet immer eine Selbstoffenbarung über ein wichtiges menschliches Bedürfnis wie Verbindung, Nähe oder Selbstbestimmung statt. In <a href="https://www.heiterundgelassen.de/2011/02/erlebte-beratung-wie-paare-in-60-minuten-eine-langjaehrige-konfliktdynamik-durchbrechen-teil-1/">Teil 1 dieses Artikels</a> finden Sie hierzu ein Beispiel aus der <a href="https://www.die-paarberater.de/">Paarberatung von Ute Niemann und mir</a>.</p>
<p>In Teil 2 möchte ich die Erlebte Beratung weiter erläutern sowie auf die Fragen „Wie geht es nach der ersten Sitzung weiter?“ und „Gibt es immer ein Happy-End?“ eingehen. Am Ende finden Sie ein Video einer Paarberatung zum Thema „Passen wir überhaupt zusammen?“</p>
<p><span id="more-1057"></span></p>
<p>Hier noch einmal die ersten beiden Annahmen zur Erlebten Beratung (Details hierzu in <a href="https://www.heiterundgelassen.de/2011/02/erlebte-beratung-wie-paare-in-60-minuten-eine-langjaehrige-konfliktdynamik-durchbrechen-teil-1/">Teil 1</a>):</p>
<p><strong>1. Das Problem ist die bisher bestmögliche Lösung.</strong></p>
<p><strong>2. Jeder Mensch hat eine Vielzahl von Persönlichkeitsteilen, die alle versuchen, grundlegende menschliche Bedürfnisse zu erfüllen.</strong></p>
<h2>3. Die körperliche und räumliche Darstellung innerer und äußerer Abläufe sorgt für eine wirksame Bewusstseins- erweiterung.</h2>
<p>Neben dem Gespräch werden im Prozess der Erlebten Beratung körperliche Haltungen und räumliche Positionen miteinbezogen. Dies führt zu einer Verlangsamung und Verdichtung des Erlebens. So werden für die Partner (und die Berater) Gedanken, Gefühle, Wünsche und Interaktionsmuster in sehr kurzer Zeit <em>be-greifbar</em>, die ihnen vorher nicht oder nur teilweise bewusst waren.</p>
<p>Außerdem führt dieses Erleben wie von selbst zu der <em>gefühlten Erkenntnis</em>: „Das ist ja verrückt, was ich da mache. So erreiche ich nie, was ich eigentlich möchte.“ Oder: „Mensch, unglaublich, wie wir uns da gegenseitig das Leben schwer machen.“</p>
<p>Aus dem Begreifen, worum es jedem der Partner <em>eigentlich</em> geht – nämlich einem universellen menschlichen Bedürfnis – sowie dem Erleben des ungeschickten Verhaltens, entstehen dann organisch die echten Lösungsfiguren (zu diesem Begriff finden Sie mehr unter „Das Problem ist bisher bestmögliche Lösung“ in <a href="https://www.heiterundgelassen.de/2011/02/erlebte-beratung-wie-paare-in-60-minuten-eine-langjaehrige-konfliktdynamik-durchbrechen-teil-1/">Teil 1 dieses Artikels</a>). Außerdem entsteht wieder eine Verbindung der Partner von Herz zu Herz oder zumindest eine Haltung echten Respekts vor dem, was den anderen im Innersten bewegt.</p>
<h2>4. Veränderung geschieht nicht durch Ratschläge von außen, sondern wenn ein Persönlichkeitsteil da ist, der die erwünschten Handlungen vollziehen kann.</h2>
<p>Unzählige Selbsthilfe-Bücher für Paare sagen uns, wie wir uns verhalten sollen: offen, verständnisvoll, dem anderen zuhören, Ich-Botschaften verwenden etc. All das ist den meisten Paaren bekannt, aber diese – in sich richtigen – Ratschläge helfen ihnen in einer konkreten Konfliktsituation ganz selten weiter. Warum? Weil die üblichen Fragen wie „Was soll ich tun?“ oder „Wie soll ich mich verhalten?“ die falschen Fragen sind.</p>
<p>Die zentrale Frage lautet vielmehr: <strong>„WER in mir ist in der Lage, es zu tun?“</strong></p>
<p>Jeder von uns hat ein bestimmtes Selbstbild, eine bestimmte Identität. Alles, was für uns dazu gehört, bezeichnen wir als „Ich“. Alles, was nicht dazu gehört, ist „Nicht-Ich“. Definiere ich mich etwa besonders als eine „Helfende“, ist es wahrscheinlich, dass ich ständig für andere da bin und die „Für-Sich-Selbst-Sorgende“ nicht ein Teil meines Selbstbildes ist und so auch nicht gelebt wird. Sie ist ein „Nicht-Ich“.</p>
<p>Wenn jemand z. B. in sich die Überzeugung trägt „Meine Meinung zählt hier nicht.“ gibt es keinen Persönlichkeitsteil in ihm, der „selbstbewusst seine Meinung vertritt“. Dieser Teil gehört nicht zur eigenen Identität. Das Faszinierende des Prozesses der Erlebten Beratung ist nun, dass die Klienten im Laufe ihrer Selbsterforschung ihre Identität in Bezug auf das konkrete Problem verändern bzw. erweitern. Sie entdecken, dass sie <em>auch</em> ein „Selbstbestimmter“ sind. Und sie wissen dann auch ohne weitere Hinweise von außen mit erstaunlicher Klarheit und Kreativität, was konkret zu tun ist.</p>
<h2>5. Ein Paarkonflikt ist letztlich immer ein innerer Konflikt.</h2>
<p>In einer Krise der Partnerschaft sehen wir meistens die Hauptverantwortung zunächst beim Partner. Wenn wir etwas genauer hinschauen, erkennen wir, dass beide zum Konflikt beitragen und durch ihre Interaktion den Konflikt verschärfen. Und schließlich wird klar, dass das eigentliche Problem darin liegt, dass wir uns selbst nicht die <strong>„volle, freudvolle In-Besitznahme <em>aller</em> menschlichen Bedürfnisse“</strong> (<a href="http://www.tikkun.org/tikkundaily/author/mikikashtan/">Miki Kashtan</a>) als natürliches Recht unseres Lebens zugestehen. Anders ausgedrückt: ein Teil diese grundlegenden Bedürfnisse gehört – oft lange unbewusst – nicht zu meiner Identität.</p>
<p>Ein Problem entsteht für uns erst, wenn Bedürfnisse bzw. Persönlichkeitsteile, die bisher zum „Nicht-Ich“ gehören, doch in unser Leben drängen. Sich immer anzupassen ist nur dann ein Problem, wenn in uns jemand auch das Gegenteil leben will. Alleine zu leben ist nur dann ein Problem, wenn da jemand in uns ist, der sich Gemeinschaft wünscht.</p>
<p>Wenn wir uns alle grundlegenden Bedürfnisse ganz selbstverständlich zugestehen könnten, sie also als „Ich“ ansehen würden, könnten wir sie in aller Ruhe unserem Partner mitteilen. Wir könnten ohne jedes Drama, ganz gelassen und klar, darüber reden – und auch die Bedürfnisse des Partners sehen und wertschätzen.</p>
<p>In diesem tiefen Kontakt mit mir selbst ist kein Konflikt mit dem Partner im Sinne einer aggressiven Konfrontation mehr möglich. Bei verschiedenen Bedürfnissen kann es höchstens zu so etwas wie einer „erfüllten Ratlosigkeit“ oder „warmen Traurigkeit“ zwischen den Partner kommen.</p>
<h2>Und wie geht es weiter?</h2>
<p>Das Erleben einer Herzensverbindung – oft nach langer Zeit – ist für die Partner ein sehr beglückendes Gefühl. Beide haben Kontakt gefunden zu einer anderen Ausdrucksform ihrer Bedürfnisse und sich neu erlebt. Doch dieser neue (oder wieder belebte) Persönlichkeitsteil, der dies kann, droht im Stress des Alltags wieder an Präsenz zu verlieren.</p>
<p>Deshalb ist es notwendig, diesen Persönlichkeitsteil in einigen weiteren Sitzungen zu stärken und ganz konkret anhand von schwierigen Situationen zu üben, wie beide Partner jetzt aus diesem Teil heraus gut miteinander reden können und zu konkreten Problemlösungen kommen. Hierbei werden in der Beratung auch verschiedene Techniken der Kommunikation, wie in „Ich-Botschaften reden“ oder „einfühlsam zuhören“, bewusst geübt.</p>
<p>Manchmal ist es zusätzlich sinnvoll, die Beweggründe der Problemfigur näher zu erforschen, denn das alte Verhalten unterliegt ja einer starken Gewohnheitsenergie und ist nicht so einfach weg. Mit dem besseren Verstehen der Problemfigur ist es dann leichter möglich, nicht mehr automatisch aus ihr heraus zu handeln, sondern aus dem neuen, erwünschten Persönlichkeitsteil.</p>
<p>Nach 4-6 Sitzungen haben die Partner ihre individuelle sowie die Paaridentität in Bezug auf ihr Problem verändert und neue Verhaltensmöglichkeiten erprobt. Die Chancen stehen jetzt gut, dass die Partner im Alltag anders präsent sein und heilsamer miteinander umgehen können.</p>
<h2>Auch eine Trennung ist möglich.</h2>
<p>Endet jetzt jeder Prozess der Erlebten Beratung mit einem Happy-End? Nein, und das ist auch nicht das Ziel. Es kann sehr wohl im Verlauf des Beratungsprozesses deutlich werden, dass bestimmte unterschiedliche Bedürfnisse jetzt so dominant sind und nach Erfüllung im Außen streben, dass es keine gemeinsame Zukunft gibt. So möchte der Mann z. B. <em>jetzt</em> eine Familie gründen und die Frau <em>jetzt</em> alleine auf Weltreise gehen und sich selbst finden.</p>
<p>Diese Erkenntnis mag traurig machen und schmerzhaft sein, aber durch das gegenseitige <em>gefühlte Verstehen</em> und das Erkennen, dass die Wünsche nicht gegen mich als Mensch gerichtet sind, ist doch ein wertschätzender und friedvoller Umgang miteinander in der Folgezeit möglich.</p>
<h2>Ein Videobeispiel</h2>
<p>Zum Abschluss können Sie hier noch ein Praxisbeispiel der Erlebten Beratung von <a href="http://www.michaelmary.de/">Michael Mary</a> unter der Überschrift „Wir passen einfach nicht zusammen“ sehen:</p>
<p><object id="flashObj" width="486" height="412" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /><param name="flashVars" value="videoId=652623755001&amp;linkBaseURL=http%3A%2F%2Fwww.brigitte.de%2Fliebe-sex%2Fpartnerschaft%2Fbeziehungskrise-1073018%2F&amp;playerID=31668331001&amp;playerKey=AQ~~,AAAAAFG87BY~,HMoL-Yq3ABwVj4SNhYGkaYJ4yOiHKs38&amp;domain=embed&amp;dynamicStreaming=true" /><param name="base" value="http://admin.brightcove.com" /><param name="seamlesstabbing" value="false" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="swLiveConnect" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://c.brightcove.com/services/viewer/federated_f9?isVid=1" /><param name="name" value="flashObj" /><param name="flashvars" value="videoId=652623755001&amp;linkBaseURL=http%3A%2F%2Fwww.brigitte.de%2Fliebe-sex%2Fpartnerschaft%2Fbeziehungskrise-1073018%2F&amp;playerID=31668331001&amp;playerKey=AQ~~,AAAAAFG87BY~,HMoL-Yq3ABwVj4SNhYGkaYJ4yOiHKs38&amp;domain=embed&amp;dynamicStreaming=true" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="flashObj" type="application/x-shockwave-flash" width="486" height="412" src="http://c.brightcove.com/services/viewer/federated_f9?isVid=1" name="flashObj" allowscriptaccess="always" swliveconnect="true" allowfullscreen="allowfullscreen" seamlesstabbing="false" base="http://admin.brightcove.com" flashvars="videoId=652623755001&amp;linkBaseURL=http%3A%2F%2Fwww.brigitte.de%2Fliebe-sex%2Fpartnerschaft%2Fbeziehungskrise-1073018%2F&amp;playerID=31668331001&amp;playerKey=AQ~~,AAAAAFG87BY~,HMoL-Yq3ABwVj4SNhYGkaYJ4yOiHKs38&amp;domain=embed&amp;dynamicStreaming=true" bgcolor="#FFFFFF" /></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Wo ist es bei Ihnen schwierig in der Beziehung? Und wie gehen Sie damit um?</em></strong></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">© Foto oben: Jens Schmidt &#8211; Fotolia.com</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: medium;"><span style="color: #cbcac8;">_______________</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen<span style="font-size: .51em; font-style: normal;"><a id="leavecomment" href="#respond"> Kommentar</a></span> schreiben. | Neue Artikel per <a href="http://feeds.feedburner.com/heiterundgelassen?format=xml">RSS-Feed</a> oder<a href="http://feedburner.google.com/fb/a/mailverify?uri=heiterundgelassen&amp;loc=de_DE"> E-Mail</a> abonnieren.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
